SUSE LINUX Enterprise Server ARCHITEKTURSPEZIFIKA

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1 SUSE LINUX Enterprise Server ARCHITEKTURSPEZIFIKA

2 1. Auflage 2004 Copyright Dieses Werk ist geistiges Eigentum der SUSE LINUX AG. Es darf als Ganzes oder in Auszügen kopiert werden, vorausgesetzt, dass sich dieser Copyrightvermerk auf jeder Kopie befindet. Alle in diesem Buch enthaltenen Informationen wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Dennoch können fehlerhafte Angaben nicht völlig ausgeschlossen werden. Die SUSE LINUX AG, die Autoren und die Übersetzer haften nicht für eventuelle Fehler und deren Folgen. Die in diesem Buch verwendeten Soft- und Hardwarebezeichnungen sind in vielen Fällen auch eingetragene Warenzeichen; sie werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt. Die SUSE LINUX AG richtet sich im Wesentlichen nach den Schreibweisen der Hersteller. Die Wiedergabe von Waren- und Handelsnamen usw. in diesem Buch (auch ohne besondere Kennzeichnung) berechtigt nicht zu der Annahme, dass solche Namen (im Sinne der Warenzeichen und Markenschutz- Gesetzgebung) als frei zu betrachten sind. Hinweise und Kommentare richten Sie an Autoren: Redaktion: Layout: Satz: Wolfgang Engel, Ulrich Hecht, Bernhard Kaindl, Ihno Krumreich, Susanne Oberhauser, Hannes Reinecke, Jörg Reuter Jörg Arndt, Karl Eichwalder, Antje Faber, Berthold Gunreben, Roland Haidl, Jana Jaeger, Edith Parzefall, Ines Pozo, Thomas Rölz, Thomas Schraitle Manuela Piotrowski, Thomas Schraitle DocBook-XML, L A TEX Dieses Buch ist auf 100 % chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt.

3 Inhaltsverzeichnis I Basisinformationen und Anforderungen 7 1 Systemanforderungen Hardware Speicher Festplattenspeicher Netzwerkverbindung IPL Optionen MicroCode Level, APARs und Fixes OSA-Express QDIO VM/ESA und z/vm Software Die Installationstypen Nativer Typ LPAR z/vm IPL Optionen Tape VM Reader Lade von CD-ROM oder Server Das IOCDS 21

4 II Vorbereitung zur Installation 23 5 Bereitstellen der Installationsdaten Bereitstellen von Linux Workstation oder SUSE LINUX CD Bereitstellen per NFS Bereitstellen per FTP Bereitstellen von SUSE LINUX CD Eine Microsoft Windows Workstation verwenden Bereitstellen per SMB Bereitstellen per NFS Bereitstellen per FTP Installationstypen auf IBM S/390 und zseries Installationsüberblick ESA Native Installation Installationsüberblick LPAR Installation Installationsüberblick z/vm Installation Vorbereitung zum IPL des SUSE LINUX Installationssystems ESA Native und LPAR Installation IOCDS: Zuordnung und Konfiguration von Geräten z/vm Installation Hinzufügen eines Linux-Gastes Einrichten einer CTC-Netzwerkverbindung IPL des SUSE LINUX Installationssystems ESA Native Installation IPL von CD-ROM IPL vom Band Emulated I/O LPAR Installation IPL von CD-ROM IPL vom Band Emulated I/O z/vm Installation Transfer des Installationssystems über FTP Ein Startskript erstellen iv Inhaltsverzeichnis

5 9 Netzwerkkonfiguration ESA Native Installation and LPAR Installation z/vm Installation Verbindungsaufbau zum Installationssystem Einleiten der Installation über VNC Einleiten der Installation über das X Window System Einleiten der Installation über SSH III Anhang 55 A Unterstützte Netzwerkverbindungstypen 57 B Das parmfile: Automatisierte Systemkonfiguration 65 C Die vt220-terminalemulation 71 SUSE LINUX Enterprise Server v

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7 Vorwort Dieses Buch beschreibt die notwendigen Schritte zur Installationsvorbereitung für SUSE LINUX Enterprise Server auf IBM S/390 und zseries Systemen. Es enthält alle Informationen, die zur Installationsvorbereitung auf der LPAR und z/vm-seite notwendig sind. Aufbau dieses Buches Im Wesentlichen ist dieses Installationsbuch in zwei Abschnitte aufgeteilt. Basisinformationen und Anforderungen Dieser Abschnitt informiert Sie über die notwendigen Voraussetzungen auf Hardware- und Softwareseite, um SUSE LINUX Enterprise Server erfolgreich auf Ihrem System zu installieren. Vorbereitung zur Installation Dieser Abschnitt befasst sich mit den Vorbereitungen auf der LPAR bzw. z/vm-seite, die zur Installation von SUSE LINUX Enterprise Server auf IBM S/390 und zseries notwendig sind. Sie werden bis an jenen Punkt der Installationsprozedur geführt, an dem YaST das SUSE Installations- und Konfigurationswerkzeug übernimmt. Zusätzlich finden Sie im Anhang des Buches einen Überblick über die verfügbaren Netzwerkverbindungstypen sowie ein Kapitel zur automatischen Systemkonfiguration mit dem parmfile.

8 Hinweis Zusätzliche Informationen zu SUSE LINUX Enterprise Server auf IBM S/390 und zseries Einen Leitfaden zu SUSE LINUX Enterprise Server auf IBM S/390 und zseries finden Sie im Handbuch Start-up Guide, das Ihnen in gedruckter Form zur Verfügung steht. Eine ausführliche Beschreibung des Installationsvorgangs enthält das Handbuch Installation und Administration. Hinweis Zielgruppe Dieses Buch setzt beim Leser folgendes Grundwissen voraus: Sie sind mit der IBM S/390 und zseries Terminologie vertraut. Sie kennen die Hardwareumgebung Ihres IBM S/390 bzw. zseries Systems, im Speziellen die Netzwerkumgebung. Sie verfügen über Grundwissen zum Umgang mit Linux- und Unix- Systemen. Typografische Konventionen In diesem Buch werden die folgenden typografischen Konventionen verwendet: Auszeichnung YaST /etc/passwd platzhalter Bedeutung die Angabe eines Programmnamens die Angabe einer Datei oder eines Verzeichnisses die Zeichenfolge platzhalter (inkl. Winkelklammern) ist durch den tatsächlichen Wert zu ersetzen 2 Inhaltsverzeichnis

9 PATH eine Umgebungsvariable mit dem Namen PATH der Wert einer Variable ls user Alt Strg + Alt + Entf "Permission denied" System updaten die Angabe eines einzugebenden Befehls die Angabe eines Benutzers eine zu drückende Taste gleichzeitig zu drückende Tasten Meldungen des Systems Menü-Punkte, Buttons Weitere Informationen zu IBM S/390 und zseries IBM hat eine Reihe interessanter Dokumente zu ihren S/390 und zseries Plattformen veröffentlicht. Sie finden diese Dokumente entweder im Internet (http://www.redbooks.ibm.com) oder im installierten System (Paket redbook) im Verzeichnis /usr/share/doc/packages/redbook/ Hardware Die folgenden Dokumente vermitteln einen Überblick über die technischen Details zu den Systemen: IBM eserver zseries 990 Technical Introduction (SG ) IBM eserver zseries 900: Technical Guide (SG ) Technical Introduction: IBM eserver zseries 800 (SG ) Linux on zseries Fibre Channel Protocol Implementation Guide (SG ) SUSE LINUX Enterprise Server 3

10 Basisinformationen zu Linux auf IBM S/390 und zseries Die folgenden Dokumente vermitteln Ihnen Basiswissen zu Linux auf IBM S/390 und zseries: Linux for S/390 (SG ) Linux on IBM eserver zseries and S/390: ISP and ASP Solutions (SG ) Obwohl diese Dokumente möglicherweise nicht den aktuellen Stand der Linux-Entwicklung widerspiegeln, bleiben die beschriebenen Grundprinzipien von Linux weiterhin gültig. Technische Details zu Linux für IBM S/390 und zseries Die folgenden Dokumente befassen sich tiefergehend mit Themen wie Kernel und Applikationen (Applikationsentwicklung). Passend zum aktuellen Code-Drop finden Sie aktuelle Versionen dieser Dokumente unter opensource/linux390/index.shtml. Linux for zseries and S/390: Device Drivers, Features, and Commands S/390 ELF Application Binary Interface Supplement zseries ELF Application Binary Interface Supplement Linux for zseries and S/390: Using the Dump Tools Ein weiteres Redbook zur Applikationsentwicklung unter Linux finden Sie unter Linux on IBM eserver zseries and S/390: Application Development (SG ) 4 Inhaltsverzeichnis

11 Fortgeschrittene Konfiguration von Linux auf IBM S/390 und zseries Die folgenden Redbooks oder Redpapers befassen sich mit komplexeren IBM S/390 und zseries Szenarios: Linux on IBM eserver zseries and S/390: Large Scale Deployment (SG ) Linux on IBM eserver zseries and S/390: Performance Measuring and Tuning (SG ) Linux with zseries and ESS: Essentials (SG ) IBM TotalStorage Enterprise Storage Server Implementing ESS Copy Services with IBM eserver zseries (SG ) Linux on IBM zseries and S/390: High Availability for z/vm and Linux (REDP-0220) Saved Segments Planning and Administration Linux for zseries and S/390: How to Improve Performance with PAV How to Improve the Performance of Linux on z/vm with Execute-in- Place Technology Danksagung Die Geschichte von Linux gleicht einer Erfolgsgeschichte über zahllose Entwickler weltweit, die das fortführen, was einst mit Linux Torwalds als oneman-show begann. Vielen Dank an all jene für ihren enormen Einsatz. Im Speziellen möchten wir all denen danken, die am Linux auf IBM S/390 und zseries Projekt bei IBM und SUSE beteiligt sind. Unser Dank geht an: Die Entwickler bei SUSE und IBM Die Tester bei SUSE Alle Beta-Tester und Korrekturleser bei IBM Danke dafür, dass SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries möglich wurde. SUSE LINUX Enterprise Server 5

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13 Teil I Basisinformationen und Anforderungen

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15 Systemanforderungen Dieser Abschnitt versorgt Sie mit grundlegenden Informationen zu den Systemanforderungen. Zuerst erhalten Sie einen Überblick, auf welcher Hardware SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries läuft. Der MicroCode Level (MCL) Ihres Systems ist für die Installation entscheidend. Am Ende des Abschnitts erfahren Sie, welche Software für eine erfolgreiche Installation von SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries noch auf Ihrem System installiert und eingesetzt werden muss. 1Systemanforderungen 1.1 Hardware SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries läuft erfolgreich auf folgender Hardware (siehe Tabelle 1.1): Tabelle 1.1: SUSE LINUX Enterprise Server: Unterstützte Hardware S/390 IBM S/390 Multiprise 3000 Enterprise Server (MP3000) 7060 IBM Parallel Enterprise Server G5 (G5) 9672 IBM Parallel Enterprise Server G6 (G6) 9672 zseries IBM eserver zseries 800 (z800) 2066 IBM eserver zseries 890 (z890) 2086 IBM eserver zseries 900 (z900) 2064 IBM eserver zseries 990 (z990) 2084

16 1.1.1 Speicher Unterschiedliche Installationsmethoden stellen unterschiedliche Speicheranforderungen während der Installation. Nach Abschluss der Installation kann der Administrator die verfügbare Speichermenge unter Umständen verringern. SUSE empfiehlt Ihnen, während der Installation folgende Speichermengen verfügbar zu halten: 256+ MB Installation im grafischen Modus (X11) von einer über NFS oder SMB verfügbaren Installationsquelle 512 MB Installation über VNC. Die grafische Ausgabe wird remote über einen Java-fähigen Webbrowser angezeigt. Installationsquellen sind über FTP verfügbar. Der vermehrte Speicherbedarf während der Installation resultiert daher, dass während der Pakettransfers zusätzlich temporärer Plattenplatz im Speicher (RAM disk) benötigt wird Festplattenspeicher Für die Installation des SUSE LINUX Enterprise Servers werden folgende Festplattengrößen empfohlen: Standardinstallation (31-bit): 1.3 GB Standardinstallation (64-bit): 1.6 GB Netzwerkverbindung Um mit Ihrem SUSE LINUX Enterprise Server zu kommunizieren, ist eine Netzwerkverbindung erforderlich. Diese kann aus einer oder mehreren der folgenden Verbindungsarten bzw. Netzwerkkarten aufgebaut sein: OSA-2 (Token Ring and Ethernet) OSA Express Ethernet (incl. Fast und Gigabit Ethernet) Escon Hardware

17 CTC (oder Virtual CTC) IUCV Hipersockets oder Guest LAN OSA Express High-Speed Token Ring IPL Optionen Im Falle einer LPAR-Installation ist die Load from CD-ROM or Server Option die meistgewählte Art, den IPL (Initial Program Load) des Installationskernels und der initrd (initial ramdisk) vorzunehmen. Sollten Sie diese Option oder den Installationsweg über z/vm nicht nutzen können, führen Sie den IPL von einem Magnetband durch. Dieses Band muss den tapeipl Kernel, das parmfile und die initrd enthalten. Ihr IBM S/390 oder zseries System muss hierfür den Zugriff auf eine Bandeinheit erlauben (z. B. 3480, 3490 oder 3590). 1Systemanforderungen 1.2 MicroCode Level, APARs und Fixes Diese Ausgabe des SUSE LINUX Enterprise Servers basiert auf dem April 2004-Codestream von IBM DeveloperWorks (http://www10.software.ibm.com/developerworks/ opensource/linux390/april2004_technical.shtml). Die auf dieser Webseite geführten Anforderungen und Einschränkungen gelten auch für diese Ausgabe des SUSE LINUX Enterprise Servers. Explizite Ausnahmen werden in diesem Handbuch genannt. Eine Installation unter VM erfordert mindestens z/vm 4.2 mit Service Level Um Hipersockets unter VM auf z900 (2064)-Systemen zu einzusetzen, benötigen Sie den MicroCode EC E26949 Level 013 oder höher. Für eine Installation auf SCSI-Medien unter z900 benötigen Sie SCSI enabler MCL, feature code 9904, EC J Für eine Installation des SUSE LINUX Enterprise Servers 9 auf IBM S/390 und zseries sind die folgenden MicroCode Levels und z/vm APARs erforderlich: SUSE LINUX Enterprise Server 11

18 1.2.1 OSA-Express QDIO zseries 990 Treiber 52G, EC, J12558 Level 116 oder höher zseries 890 Treiber 52G, EC, J12558 Level 116 oder höher zseries 900 Treiber 3G, OSA microcode level 3.0A MCLs: J und J (verfügbar ab 3. Mai 2002) zseries 900 Treiber 3C, OSA microcode level: 2.26 MCLs: J und J (verfügbar ab 20. Mai 2002) zseries 800 Treiber 3G, OSA microcode level 3.0A MCLs: J und J (verfügbar ab 3. Mai 2002) S/390 Parallel Enterprise Servers G5 und G6 Treiber 26, OSA microcode level: 4.25 MCLs: F und F (verfügbar ab 16. Mai 2002) VM/ESA und z/vm z/vm 4.4 Inklusive aller nötigen Korrekturen und Verbesserungen. Level RSU 0402 wird benötigt, um die Unterstützung für z990 Queued I/O Assist zu realisieren. Weitere Informationen finden Sie unter: z/vm 4.3 Inklusive aller nötigen Korrekturen und Verbesserungen. z/vm 4.2 APAR: VM63181, PTF: UM30610; APAR: VM62938, PTF: UM30225; APAR: VM63034, PTF: UM30290 Bitte sprechen Sie die Installationsreihenfolge mit Ihrem IBM Support ab, da es notwendig sein könnte, die VM APARs vor der Installation der neuen MicroCode Levels zu aktivieren MicroCode Level, APARs und Fixes

19 1.3 Software Bei der Installation von SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries über ein nicht-linuxbasiertes NFS oder FTP können unter Umständen Probleme mit der NFS- bzw. FTP-Server Software auftreten. Insbesondere der Windows Standard FTP-Server kann Fehler hervorrufen. Wir empfehlen, auf solchen Maschinen grundsätzlich über SMB zu installieren. Mit Hilfe einer der folgenden Methoden nehmen Sie Verbindung zum SU- SE LINUX Enterprise Server Installationssystem auf: ssh mit Terminal-Emulation (das heisst xterm kompatibel) ssh ist ein Standardwerkzeug in der Unixwelt und sollten daher auf jedem Unix- oder Linux-System vorhanden sein. Für Microsoft Windows können Sie den ssh Client Putty verwenden. Er ist frei verfügbar und befindet sich auf CD 1 des SUSE LINUX Enterprise Servers im Verzeichnis /dosutils/putty. Weitere Informationen zu Putty erhalten Sie unter: html 1Systemanforderungen VNC Client-Software Ein VNC-Client namens vncviewer ist Teil des vnc Pakets, das im Softwareumfang des SUSE LINUX Enterprise Servers enthalten ist. SUSE LINUX Enterprise Server enthält einen VNC-Client für Microsoft Windows. Im Verzeichnis /dosutils/ tightvnc/ von CD 1. Kopieren Sie die Datei tightvnc setup.exe auf Ihre Festplatte und installieren Sie sie. Alternativ können Sie auch den VNC Java Client in Kombination mit einem Java-fähigen Webbrowser zur Installation verwenden. X-Server Eine passende Implementation eines X-Servers finden Sie auf jedem herkömmlichen Unix- und Linux-System. Es gibt eine Reihe kommerzieller X-Window Umgebungen für Microsoft Windows und Macinthosh. Einige von ihnen können Sie als kostenfreie Testversionen aus dem Internet herunterladen. Eine Testversion von MI/X (MicroImages X Server) ist erhältlich unter: SUSE LINUX Enterprise Server 13

20 Hinweis Wichtige Zusatzinformationen Bevor Sie mit der Installation von SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries beginnen, lesen Sie bitte die Datei README, die sich im obersten Verzeichnis der CD 1 befindet. Die dort gesammelten Informationen ergänzen dieses Handbuch. Hinweis Software

21 Die Installationstypen Dieser Abschnitt gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Installationstypen, die unter SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries möglich sind. Grundsätzlich werden drei Typen unterschieden: 2Die Installationstypen Nativ Installation von SUSE LINUX Enterprise Server als einziges Betriebssystem (engl. native operating system) auf IBM S/390 oder zseries LPAR Installation von SUSE LINUX Enterprise Server unter Benutzung einer logischen Partition (LPAR) VM (z/vm) Installation von SUSE LINUX Enterprise Server in z/vm Abhängig vom Installationsmodus (Nativ, LPAR oder VM) haben Sie verschiedene Möglichkeiten, den Installationsprozess zu starten und den IPL des installierten Systems durchzuführen. 2.1 Nativer Typ Wenn Sie SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries im nativen Modus installieren, ist es das einzige Betriebssystem auf Ihrer Hardware. SUSE LINUX Enterprise Server verwendet in diesem Fall den gesamten physikalischen Speicher und alle Prozessoren Ihrer IBM S/390 oder zseries. Sie können dann kein anderes Betriebssystem simultan zum SUSE LINUX Enterprise Server auf Ihrem System verwenden.

22 Hinweis Native Installation Auf IBM z990 oder z890 Systemen wird die native Installation nicht unterstützt. Hinweis 2.2 LPAR Wenn Sie den SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries in eine separate logische Partition (LPAR) installieren, erlauben Sie SUSE LI- NUX Enterprise Server, einen bestimmten Teil des physikalischen Speichers in Ihrem System zu nutzen. Ausserdem legen Sie fest, wie viele Prozessoren SUSE LINUX Enterprise Server verwenden darf. In diesem Modus können Sie mehrere verschiedene Betriebssysteme parallel auf einer Maschine betreiben. 2.3 z/vm Wenn Sie SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries in der z/vm verwenden, bedeutet das, dass SUSE LINUX Enterprise Server als Gastsystem innerhalb der z/vm läuft. Vorteilhaft bei dieser Methode ist, dass die z/vm weiterhin die volle Kontrolle über SUSE LINUX Enterprise Server behält. Dies ist bei der Kernel Entwicklung hilfreich. Bei dieser Methode ist es sehr einfach, zusätzliche Betriebssysteminstanzen hinzuzufügen, und es ist möglich, einige hundert Linux Instanzen gleichzeitig zu betreiben LPAR

23 IPL Optionen 3IPL Optionen Dieses Kapitel liefert das nötige Wissen, um einen IPL der ersten Installation vornehmen zu können. Je nach Installationstyp müssen für den IPL unterschiedliche Optionen gewählt werden. Die Optionen Tape, VM Reader und Load From CD-ROM or Server werden kurz vorgestellt. Für die Installation einzelner Softwarepakete, die Sie über das Netzwerk vornehmen, ist das IPL-Medium nicht erforderlich. 3.1 Tape Alle Systeme mit Zugriff auf eine Bandeinheit (Tape Library) kommen für einen IPL vom Band (tape) in Frage. Die einzige Voraussetzung ist, dass die logische Partition (LPAR), in die Sie installieren bzw. in der Sie das z/vm laufen lassen, auf die Tape-Einheit zugreifen darf. Dieses Zugriffsrecht geben Sie, indem Sie dem IODEVICE-Statement im IOCDS das Attribut SHARED oder PART=<LPARName> zuweisen. 3.2 VM Reader Alle für den IPL benötigten Dateien müssen vor einem IPL per VM Reader zuerst einmal in den Reader transferiert werden. Danach können problemlos mehrere IPLs vorgenommen werden. Im z/vm Modus ist dies die Methode der Wahl. Um die Administration zu vereinfachen, empfiehlt es sich, einen Benutzer linuxmnt anzulegen. Diesem Benutzer weisen Sie dann eine Minidisk mit allen Dateien und Skripten zu, die für den IPL benötigt werden. Auf diese Minidisk können die Linux-Gastsysteme dann lesend (readonly) zugreifen.

24 3.3 Lade von CD-ROM oder Server Wollen Sie den IPL direkt in eine logische Partition (LPAR) hinein vornehmen, gibt es die Option, direkt vom CD-ROM Laufwerk des Support Elements (SE) zu laden. So können Sie den IPL über FTP von einem Server aus vornehmen, auf dem die SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries Dateien liegen. Die zugehörige Schaltfläche finden Sie in der Nähe der LOAD Schaltfläche (Sollten Sie Ihr System auf den neusten MCL aktualisiert haben, lesen Sie bitte hierzu Kapitel 1 auf Seite 9). Abbildung 3.1: HMC CPC Group Work Area Die Load from CD ROM or Server -Funktion kann von der HMC aus durchgeführt werden. Wählen Sie das Icon Defined CPCs im Groups Work Area auf dem HMC Desktop an ( 3.1). Anschließend wählen Sie Defined CPCs Work Area an. Selektieren Sie ein Systemimage Ihrer Wahl und rufen Sie CPC Recovery auf. Verwenden Sie Single Object Operation, um remote auf das Service Element zuzugreifen Lade von CD-ROM oder Server

25 3IPL Optionen Abbildung 3.2: Load Option auf der Groups Work Area im SE Auf dem Service Element wählen Sie nun Groups Work Area. Selektieren Sie das LPAR, für das Sie Load from CD ROM or Server ausführen wollen und rufen Sie CPC Recovery für dieses LPAR auf. Anschließend rufen Sie Load from CD ROM or Server aus dem Action Menü heraus auf. Füllen Sie die folgenden Felder mit den verlangten Informationen. SUSE LINUX Enterprise Server 19

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27 Das IOCDS 4Das IOCDS Dieser Abschnitt bietet Ihnen die nötige Information über das IOCDS (I/O Configuration Data Set) und über Anpassungen, die notwendig sind, um Netzwerkkarten oder DASD (Direct Access Storage Device) für mehrere logische Partitionen (LPARs) zugänglich zu machen. Im IOCDS werden die chipd und die mit der IBM S/390 oder zseries verbundenen Gerätetypen definiert. Die Ressourcen können entweder von mehreren LPARs genutzt werden oder einzelnen LPARs fest zugewiesen werden. Achtung Gemeinsame Nutzung von DASD Es ist nicht ratsam, DASD schreibbar mit mehreren LPARs zu nutzen. Dies kann unter Umständen Datenverluste verursachen. Bei der Planung des Setups von SUSE LINUX Enterprise Server auf IBM S/390 und zseries sollten Sie auf jeden Fall im Voraus an die Festlegung der notwendigen Ressourcen denken. Achtung Das folgende Beispiel zeigt, wie ein DASD einem speziellen LPAR zugewiesen werden kann. Dieses LPAR wird im Folgenden LPAR1 genannt. Beispiel 4.1: DASD einem LPAR zuweisen CHPID PATH=FD,TYPE=DSD,SHARED CNTLUNIT CUNUMBR=FD00,PATH=FD,UNITADD=((00,256)),UNIT= IODEVICE ADDRESS=(FD03,1),CUNUMBR=FD00,UNIT=3390,PART=LPAR1 Falls Sie DASD unter mehreren LPARs gleichzeitig nutzen wollen, löschen Sie bitte PART=LPAR1 in der IOCDS Definition. Ein solches Vorgehen bietet sich aus Gründen der Hochverfügbarkeit an oder wenn Sie Daten mit LPARs readonly nutzen wollen.

28 Mehrere Linux-Instanzen können dieselbe Netzwerkschnittstelle verwenden, wenn Sie diese mehreren LPARs oder z/vm Gastsystemene gleichzeitig zuweisen. So reduzieren Sie die Anzahl der dem Linux-System zugewiesenen Netzwerkschnittstellen. Andererseits kann es vorteilhaft sein, einem Linux-System mehrere Netzwerkschnittstellen zuzuweisen. Sollte eine Schnittstelle ausfallen, wäre das System immer noch über die andere/n erreichbar. Netzwerkkarten wie OSA-Express können in zwei verschiedenen Betriebsarten verwendet werden - QDIO und non-qdio. Die Unterscheidung zwischen beiden legen Sie mit dem TYPE Bezeichner im IOCDS fest. QDIO ist wesentlich schneller als non-qdio, allerdings verwendet es drei Geräteadressen (gegenüber non-qdio mit zweien). Seien Sie sich der begrenzten Anzahl von Geräteadressen bewusst, wenn Sie das Aufsetzen Ihrer IBM S/390 oder zseries Linux-Umgebung planen. Beispiel 4.2: OSA Express Card für mehrere LPARs (non-qdio) auf z900 CHPID PATH=(FE),SHARED,PARTITION=((LPAR1,LPAR2)),TYPE=OSE CNTLUNIT CUNUMBR=FE00,PATH=(FE),UNIT=OSA IODEVICE ADDRESS=(FE00,016),CUNUMBR=(FE00),UNIT=OSA IODEVICE ADDRESS=(FEFE,001),CUNUMBR=(FE00),UNIT=OSAD Beispiel 4.3: OSA Express Card für mehrere LPARs (qdio) auf z900 CHPID PATH=(FE),SHARED,PARTITION=((LPAR1,LPAR2)),TYPE=OSD CNTLUNIT CUNUMBER=FE00,PATH=(FE),UNIT=OSA IODEVICE ADDRESS=(FE00,016),CUNUMBR=(FE00),UNIT=OSA IODEVICE ADDRESS=(FEFE,001),CUNUMBR=(FE00),UNIT=OSAD 22

29 Teil II Vorbereitung zur Installation

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31 Bereitstellen der Installationsdaten In diesem Abschnitt finden Sie detaillierte Informationen darüber, wie Sie die Installationsdaten des SUSE LINUX Enterprise Servers für IBM S/390 und zseries zur Installation bereitstellen. Abhängig von Ihrem Computer und Ihrer Systemumgebung können Sie per NFS oder FTP installieren. Sollten Sie Microsoft Windows Workstations in Ihrer Systemumgebung betreiben, können Sie das Windows-Netzwerk samt SMB-Protokoll zur Installation von SUSE LINUX Enterprise Server auf Ihrem IBM S/390 oder zseries System nutzen. Hinweis IPL von CD-ROM Soll der IPL von CD-ROM erfolgen, empfiehlt es sich, zuerst die CD zu kopieren oder ihren Inhalt auf dem FTP-, NFS- oder SMB-Server zu sichern. Beim IPL werden nur die Bootdateien verwendet, die Daten werden jedoch danach im Netzwerk auch für die Installation benötigt. Hinweis 5Bereitstellen der Installationsdaten 5.1 Bereitstellen von Linux Workstation oder SUSE LINUX CD In einer Systemumgebung mit Linux Workstation können Sie diese verwenden, um die Installationsdaten für den IBM S/390 oder zseries Installationsprozess entweder per NFS oder FTP bereitzustellen.

32 Wenn Sie Ihre Linux Workstation mit SUSE LINUX Enterprise Server für x86 betreiben, können Sie mit Hilfe von YaST einen Installations-Server einrichten. Die Vorgehensweise hierzu wird im Handbuch Installation und Administration beschrieben Bereitstellen per NFS Verwenden Sie NFS (engl. Network File System), um Ihr Installationsmedium netzwerkweit verfügbar zu machen. Hinweis Exportieren gemounteter Dateisysteme/Devices via NFS Beim Aufsetzen Ihres NFS-Servers beachten Sie bitte, dass beim Export eines Dateisystems nicht automatisch auch alle darin gemounteten Dateisysteme, z. B. das CD-ROM Laufwerk, mit exportiert werden. Dazu fügen Sie in die Datei /etc/exports folgende Zeile ein: /media/cdrom *(ro) Starten Sie nach dem Sichern dieser Änderung den NFS-Server neu. Unter SUSE LINUX Enterprise Server erfolgt dies durch die Eingabe von rcnfsserver restart. Hinweis Bereitstellen per FTP Das Aufsetzen eines FTP-Servers auf einem Linuxsystem gliedert sich in mehrere Teilaufgaben. Einmal muss die Software selbst (z. B. wuftp oder proftp) installiert und zum anderen muss diese Software korrekt konfiguriert werden. Mit YaST ist der Installationsschritt selbst recht einfach: Wählen Sie das Softwarepaket aus und starten Sie die Installation. Wenn kein Anonymous FTP für die spätere Installation verwendet werden soll, können Sie sich die Konfigurationsarbeit am FTP-Server ersparen. Legen Sie für Installationsarbeiten einen gesonderten Benutzeraccount ein. So benötigen Sie später zum FTP Login nur diesen gültigen Benutzernamen und sein Passwort. Der FTP-Daemon selbst muss nicht manuell neu gestartet werden. Er wird von inetd gestartet, sobald eine FTP-Verbindung angefordert wird. Um die neuen Einstellungen zu aktivieren, geben Sie bitte den Befehl rcinetd restart oder auf SUSE LINUX 9.0 und höher rcxinetd restart ein Bereitstellen von Linux Workstation oder SUSE LINUX CD

33 5.1.3 Bereitstellen von SUSE LINUX CD Die CD 1 von SUSE LINUX Enterprise Server für IBM S/390 und zseries enthält ein bootbares Linux-Image für Intel-basierte Workstations. Booten Sie von dieser CD, nehmen Sie für Sprache und Tastaturbelegung die entsprechenden Einstellungen vor und wählen Sie Rettungssystem starten. Für dieses Vorgehen benötigen Sie mindestens 64 MB RAM. Da das gesamte Rettungssystem im RAM der Workstation angesiedelt ist, benötigen Sie keinerlei Plattenplatz. Diese Methode verlangt Ihnen einiges an Linuxund Netzwerkerfahrung ab, da Sie die gesamte Netzwerkkonfiguration der Workstation von Hand vornehmen müssen. 5.2 Eine Microsoft Windows Workstation verwenden Ist eine Microsoft Windows Workstation in Ihrem Netzwerk verfügbar, können Sie diese verwenden, um das Installationsmedium bereitzustellen. Am einfachsten erreichen Sie das mit dem SMB Protokoll, das bereits Bestandteil des Windows Betriebssystems ist. SMB over TCP/IP muss aktiv sein, um die SMB-Pakete in TCP/IP-Pakete zu kapseln. Detailinformationen beziehen Sie aus der Windows Online-Hilfe oder anderer Windowsbezogener Netzwerkdokumentation. Eine andere Möglichkeit ist die Verwendung von FTP hierfür benötigen Sie allerdings Software von Fremdanbietern für Microsoft Windows. 5Bereitstellen der Installationsdaten Bereitstellen per SMB Um Ihr Installationsmedium über SMB bereitzustellen, legen Sie einfach die SUSE LINUX Enterprise Server CD 1 in das CD-Laufwerk Ihrer Windows Workstation ein. Legen Sie ein neues SMB-Share mit dem Laufwerksbuchstaben des CD-Laufwerks an und machen Sie es netzwerkweit lesbar. Hinweis SMB-Installationspfad für YaST Lesen Sie im README im obersten Verzeichnis der CD 1 des SUSE LINUX Enterprise Servers Details zur Syntax des Installationspfads für YaST. Hinweis SUSE LINUX Enterprise Server 27

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