2 Analyse der Sportart und des Verbandes

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1 2 Analyse der Sportart und des Verbandes 2.1 Die Bedeutung der Sportart Bevor später die Verbandsstrukturen und alle Detailbereiche genauer analysiert werden, wird im vorliegenden Kapitel auf die Bedeutung der Sportart in der Schweiz und deren Einfluss auf die Swiss Olympic Einstufung, die Medienpräsenz sowie aufs Sponsoring eingegangen Analyse der Swiss Olympic Einstufung Swiss Squash ist seit Jahren stabil in der Swiss Olympic Einstufung 3. Die Gründe lagen schwergewichtsmässig auf der guten Juniorenarbeit und der guten, in den letzten Jahren stark verbesserten Verbandsadministration. Der internationale Leistungsausweis bei der Elite war bisher mässig. Mit den geänderten Einstufungskriterien, in welchen die Verbandsadministration nicht mehr bewertet wird, dafür aber die Bedeutung der Sportart eine gewichtige Rolle einnimmt, wird es für Swiss Squash erstmals seit langem eng. Bei der Bedeutung der Sportart werden wir wohl nur schwer mehr als 4 Einstufungs-Punkte holen können. Swiss Squash ist trotzdem zuversichtlich, dass die Einstufung 3 für die nächste 4- Jahresperiode behalten werden kann. Die Erreichung der dafür nötigen Punktzahl dürfte kein Kinderspiel werden und wird einigen Effort seitens des Verbandes benötigen. Sichere Punkte holen wir beim internationalen Leistungsausweis. 3 Punkte für die die EM- Halbfinals von Nicolas Müller (2011) und Gaby Huber (2012). Knapp verpasst wurde der vierte Punkt für eine Medaille. Bei der Dichte gibt es einen Punkt; den zweiten Punkt zu holen wird aufgrund der unglücklichen Herren-Resultate der letzten Jahre schwierig. Im Nachwuchsbereich sollten wir für die Qualität 5 Punkte kriegen; die maximal möglichen 6 Punkte können nur grosse Verbände erreichen. Dort fliesst mehr Geld und arbeiten mehr Angestellte. Die Punkte für den Erfolg im Nachwuchsbereich werden sich zwischen 2-3 einpendeln. 154 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

2 2.1.2 Medien & Bekanntheit der Sportart Squash wird vorwiegend übers Internet konsumiert. Gegenüber den grossen Sportartarten ist es schwierig, sich im Fernsehen einen Platz zu schaffen. Mehr Medienpräsenz sollte trotzdem möglich sein. Insbesondere die Erfolge von Nicolas Müller (und Gaby Huber) sollten es ermöglichen, Squash vermehrt auch ins nationale Fernsehen zu bringen. Die verbesserte Qualität der TV-Bilder dank den modernen, von allen Seiten einblickbaren Glascourts sowie die moderne HD-Technologie ermöglichen dynamische Bilder, die bis anhin nicht bekannt gemacht werden konnten. Andere Länder wie Ägypten oder Malaysia beweisen, das Squash fernsehtauglich geworden ist Partnerschaften & Sponsoring Swiss Squash erreicht nur sehr wenige Personen und ist somit bis anhin nur für Firmen der Sportbranche (Squash) interessant. Selbst für letztere entsteht ein Engagement meist nur auf Goodwill-Basis. Die Hobbyspieler werden durch den Verband kaum erreicht. Eine bessere Medienpräsenz sowie die Erfolge im Leistungssport könnten helfen, in Zukunft im Bereich Sponsoring mehr Partner zu finden. Allerdings fehlen hier massiv Ressourcen und somit auch gute Konzepte. Insbesondere fehlt eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen Verband, Vereinen und Sportanlagen. Das bestehende Mitgliederkonzept (FUNpass als Einstiegslizenz) wird von den Vereinen und Centers bis anhin kaum unterstützt, birgt aber noch viel unausgeschöpftes Potential. Auch hier fehlen die Ressourcen. 155 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

3 2.2 Analyse der Verbandsstrukturen Organisation und Gremien Swiss Squash ist für einen kleinen Verband sehr gut aufgesetzt. Insbesondere die Vernetzung mit einer privatwirtschaftlich betriebenen Squashanlagen funktioniert bestens. Für den Verband kann somit zu relativ tiefen Fixkosten eine hohe Effizienz auf der Geschäftsstelle sowie in den Bereichen Nachwuchsförderung, Leistungssport und Ausbildung sichergestellt werden. Für die Sportanlage andererseits, bieten die Verträge mit Swiss Squash ein weiteres Standbein und ermöglichen ein grösseres, flexibleres Team. Die hohe Konstanz der Personen bzw. die sehr tiefe Fluktuationsrate im Zentralvorstand, bei den Trainern und Funktionären stabilisiert den Verband und schafft Vertrauen in der Szene. Allerdings ist es schwierig, genügend Freiwillige in die Verbandsgremien zu bringen. So ist der Zentralvorstand eher klein und die Kommissionen, insbesondere die Wettkampfkommission seit Jahren unterbesetzt. Das Organigramm ist klar strukturiert und die Verantwortlichkeiten sind klar geregelt. Nach wie vor aber ist der Verband abhängig von einigen wenigen Schlüsselpersonen. Zwar sind die Aufgaben breiter verteilt, die Triebkraft kommt aber nach wie vor von sehr wenigen Personen Analyse des Mitglieder- und Lizenzwesens Mitgliedschaften Der Verband bietet für alle im Squash involvierten Personen und Organisationen Mitgliedschaften an. Die Mitgliedschaften decken alle möglichen Bedürfnisse ab und sind klar strukturiert. Im Vergleich zu anderen Rückschlagsportarten sind Mitgliedschaften bei Swiss Squash eher teuer. Die Anzahl Mitgliedervereine ist seit Jahren relativ konstant und deren Anzahl aufgrund der Squashanlagen beschränkt, eine massgebliche Steigerung ist somit nicht zu erwarten. Die Meldung der Mitglieder der Vereine beim Verband ist seit vielen Jahren ein Politikum. Mit diversen Massnahmen wurde versucht, Anreize für die Vereine zu setzen, ihre Mitglieder korrekt zu melden und abzurechnen. Es ist unklar, wie ernst die Meldepflicht genommen wird, auf jeden Fall sind die Mitgliederzahlen der Clubs tendenziell leicht abnehmend. Für einen Sportverband ist sicherlich die Centermitgliedschaft (Mitgliedschaft für Sportanlagen mit Squashcourts) ungewöhnlich. Obwohl in den letzten Jahren 26 Centermitglieder gewonnen werden konnten, besteht hier weiteres Potential. Wie in allen anderen Bereichen sind aber auch hier fehlende Zeit- und Personalressourcen Grund für zu wenig Aktivität. Die Centermitgliedschaft ist günstig (Fr ) und bietet für diesen Preis sehr gute Gegenleistungen. Grosses Potenzial liegt im Bereich Firmensport brach. In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit und Vernetzung zwar stetig verbessert, trotzdem wäre hier noch deutlich mehr möglich. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 156

4 Lizenzen Die Anzahl der Lizenzierten in der Schweiz ist seit Jahren stagnierend. Die Lizenzierten sind eher überaltert. Die Junioren-Turnierserie Squash!t erfreut sich immer grösserer Beliebtheit und generiert stetig neue Lizenzen. Die Lizenzkosten belaufen sich zwischen Fr bis und sind im Vergleich zu anderen Rückschlagsportarten in relativ viele Kategorien unterteilt und vor allem für Erwachsene eher teuer. Juniorenlizenzpreise sind nach Alter abgestuft. Dieses System hat sich bewährt. Der Abverkauf der Einsteigerlizenz (FUNpass) über die Centermitglieder funktioniert überhaupt nicht und müsste grundlegend überdacht und überarbeitet werden. Hier liegt ebenfalls ein aufgrund mangelnder Ressourcen noch unausgeschöpftes Potenzial. Die Squash Romandie ist seit 2011 wieder als Regionalverband Mitglied bei Swiss Squash. Die rund 850 Lizenzierten bezahlen für die Lizenz nur Fr Seit der Saison 12/13 gibt es erstmals eine leicht vergünstigte Kombilizenz für die Romandie und Deutschschweiz für Spieler in den Grenzregionen Analyse des Personals (Trainer, Funktionäre und Administration) Allgemein kann ausgesagt werden, dass Swiss Squash organisatorisch, technisch und administrativ bestens aufgesetzt ist. Allerdings fehlt es an Manpower, um prioritäre, die Zukunft sichernde Projekte professionell angehen zu können Verbandsadministration Die Verbandsadministration steht auf stabilen Beinen. Dank der anfänglich in 1.2 beschriebenen Integration in eine kommerzielle Sportanlage ist die Exekutive und Administration durch ein breites, erfahrenes Team abgestützt. Arbeitspeaks können abgefangen werden und der Informationsfluss dank Webpage, Mail und Telefonverkehr funktioniert deutlich besser wie früher. 157 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

5 Verbandstrainer Name Stärken Schwächen Potential Funktion Marcel Schranz Chef Leistungssport Sehr erfahren, ausgeglichen, ruhige Person Nach time out (als Tennislehrer) Erfahrungslücken Langfristige Absichten, Festanstellung Michael Müller Cheftrainer alle Teams Sehr erfahren, Führungsqualitäten und viel Know-How Delegiert (noch) zu wenig. Energie /Zeitmanagement Langfristige Absichten, Festanstellung John Williams Nationaltrainer Herren Mark Woodliffe Nationaltrainer Damen Erfahren als Profi, schon lange Trainer, Austr. Institute of Sport Sehr erfahren, Damenteam im Griff, Methodologie Keine Berufstrainerausbildung, Teamführung Wenig (Mail) Kommunikation, wenig innovativ Langfristige Absichten, Festanstellung Langfristige Absichten, beruflich organisiert Pascal Bruhin Nationaltrainer u17, u19 Herren Nationaltrainer + Anschlussprogramm Sarah Guebey Nationaltrainerin Mädchen, Damen Anschlussprogramm Marcel Arnosti Nationaltrainer u15, u17 Diego Staub Nationaltrainer u13, u15, Administration Stark intrinsisch motiviert, Erfolg im Nachwuchsaufbau, viel Know-How Erfahrene Team- Spielerin, gut für Mädchenbetreuung. Viel Know-How Ruhig, ausgeglichen. und motiviert, Kampfsporterfahrung, andere Stärken (IT) Ruhig/ausgeglichen, kollegialer Typ Wegen stark Am richtigen Ort polarisierendem eingesetzt. Viel Verhalten Personenschutz nicht Potential, mehr überall beliebt Aktivität für Verband Die Personenanalysen sind etwas Privates denkbar und Wenig Erfahrung als Je nach Job. gehören Trainerin, nicht an zu die wenig Öffentlichkeit. Mehr Aktivität zu Zeit (Beruf) wünschen Immer noch wenig Erfahrung, keine Führungspersönlichkeit Keine Führungspersönlichkeit. Wirkt ab und zu unsicher Viel Potential. Wertvoll für Team, motiviert. Mehr Aktivität, je nach Job. Am richtigen Ort eingesetzt. Viel Potential Oliver Gutenberg Nationaltrainer u11, u13 Erfolg im Aufbau junger Athleten und Squashschule Emotional, nicht kritikfähig und wenig Team-fähig Am richtigen Ort. Andere Verpflichtungen wichtiger. Dominique Chiquet Förderung Frühtalente Viel Erfahrung mit Kinder Squash, sehr kreativ Kennt Verbands- Strukturen noch schlecht, oft in USA Michael Müller stand dieses Jahr wegen Erarbeitung des Sportförderkonzeptes ein bisschen weniger oft zur Verfügung, soll aber nächstes Jahr mehr eingesetzt werden. Pascal Bruhin arbeitet ein hohes Pensum, auch für den Verband. Seine Entlöhnung ist deutlich tiefer als der Wert seiner Arbeit. Marcel Arnosti arbeitet ganz ehrenamtlich. Die Elite Nationaltrainer verfügen nicht über die geforderte DTLG-Ausbildung und müssen dies baldmöglichst absolvieren. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 158

6 Verbandstechniker Name Stärken Schwächen Potential Michael Müller Technischer Direktor Chef Nachwuchs Chef Ausbildung Sportmed-Verantwortlicher Marcel Schranz Chef Leistungssport Ethik & Antidoping Diego Staub Administration Nachwuchs Bea Walser Athletenbetreuerin Sehr erfahren, Führungsqualitäten und viel Know-How. Überblick über alle Verbandszweige, Kontakt zur ganzen Szene. Sehr erfahren, ausgeglichen, ruhige Person. International gut vernetzt. Perfekte Ergänzung zu Delegiert (noch) zu wenig. Energie /Zeitmanagement noch zu wenig im Griff. Langfristige Absichten, Festanstellung. Dank Überblick guter Stratege. Nach time out (als Langfristige Tennislehrer) Personenschutz Absichten, Erfahrungslücken Festanstellung, Die Personenanalysen und nicht mehr sind etwas ganz Privates starkes und Team up to date mit den zusammen mit Michael Müller gehören neusten nicht an Medien Öffentlichkeit. Michael Müller Viel Erfahrung im Keine Führungs- Nachwuchsbereich. Persönlichkeit. Wirkt Da auch als Trainer ab und zu unsicher. unterwegs, perfekte Kombination. Erfahrung als Nationalspielerin und Trainerin Nicht so stark in Szene integriert Langfristige Absichten, Festanstellung, passt perfekt ins Team Keine Änderung geplant Während der Erarbeitung des Sportförderkonzeptes wurde Michael Müller von Marcel Schranz und Philipp Schaller entlastet Sportmedizin & Psychologie Name Stärken Schwächen Potential Michael Müller Sportmed-Verantwortlicher Rene Zenhäusern Verbandsarzt Kai Granitzka Maya Velvart & Karin Tschopp Iris Brühwiler Dominique Chassot Daniel Steiner Freddy Huser Chris Hadden Psychologie-Spezialist Marcel Schranz Diego Staub Siehe oben Sehr erfahrender Arzt Keine Präsenz in der Squashszene Stabil Im NLZ Sihltal, sehr Wenig Squash- Stabil erfahren Kenntnisse Im NLZ Sihltal, Keine Personenschutz Präsenz in Stabil Squashszene Top Ausbildung, Die Personenanalysen Wenig Präsenz sind etwas in Privates Stabil und Squashspielerin Szene Sehr erfahren, gehören nicht an die Öffentlichkeit. Squashspielerin Sportspezialist, sehr erfahren Langjährige Keine Präsenz in Erfahrung Squashszene Viel Erfahrung, Trainer & Spieler Siehe oben 159 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

7 2.2.4 Die Handlungsfelder des Verbandes im Überblick Im Kontext der verschiedenen Karrierephasen mit den jeweiligen (Trainings-)Anforderungen gibt die folgende Tabelle einen Überblick über die relevanten Aspekte und Handlungsfelder des Verbandes. Die klassischen 12 Bausteine des alten Nachwuchsförderkonzeptes werden mit den Gebieten Schiedsrichtewesen (Refereeing), Zukunftssicherung (Projekt Future) und Förderung der Bekanntheit und Bedeutung der Sportart (Marketing und PR) ergänzt. Es ist selbsterklärend dass die vorliegende Tabelle die Realität stark zusammengefasst und dementsprechend vereinfacht darstellt. Trotzdem liefert sie als wertvolles Tool einen Überblick über die Handlungsfelder von Swiss Squash. Verweis: Zusammen mit der SWOT (siehe 2.9 Seite 222) und den Folgekapitel und ergibt sie einen schönen Überblick über die Analyse von Swiss Squash. Tabelle: Die Handlungsfelder des Verbandes im Kontext der Karrierephasen Die Tabelle ist im Format A3 im Anhang zu finden Anhang Poster: Die Handlungsfelder des Verbandes im Kontext der Karrierephasen Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 160

8 Analyse der Handlungsfelder Um sinnvolle Ziele setzen und Strategien entwickeln zu können, ist es nötig, die Handlungsfelder im Kontext der Karrierephasen zu analysieren. Mittels einfachem, dreistufigen Beurteilungsraster werden alle Handlungsfelder als gut, normal oder schwach beurteilt. Einerseits werden die Bausteine als Ganzes zusammengefasst beurteilt, andererseits die Detail-Aspekte selbst. Die Beurteilung gut bedeutet, dass das bestehende System funktioniert. Trotzdem besteht Handlungsbedarf, die Funktionalität zu erhalten und mehr Breitenwirkung in den Massnahmen zu erzielen. Die Notiz normal bewertet diejenigen Handlungsfelder, die zwar bestehen und auch mehr oder weniger funktionieren, aber trotzdem Handlungs- und Verbesserungsbedarf benötigen. Mit schwach beurteilte Aspekte müssen verbessert werden. Ihre Entwicklung und Aufwertung zu normal ist ein wichtiger Schritt, um die Sportart Squash weiter aufzubauen und die Strukturen und Finanzen zu verbessern. Tabelle: Analyse der Handlungsfelder (gut, normal, schwach) und Ergänzungsmöglichkeiten Die Tabelle ist im Format A3 im Anhang zu finden Anhang Poster: Analyse der Handlungsfelder (gut, normal, schwach) und Ergänzungsmöglichkeiten 161 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

9 Zielsetzungen innerhalb der Handlungsfelder Als Folge der Analyse wird in der vorliegenden Tabelle das Verbesserungspotential beschrieben und die nötigen Massnahmen werden konkretisiert. Die formulierten Zielsetzungen werden nach Prioritäten geordnet. Priorität 1 bedeutet dringender und wichtiger Handlungsbedarf, Priorität 2 bedeutet, dass stetiger Aufbau und Weiterentwicklung nötig ist, während die Ziele dritter Priorität zwar ebenfalls angegangen werden müssen, aber in ihrer Wichtigkeit für die gesamte strategische Entwicklung der Sportart Squash weniger dringend oder weniger wichtig sind. Oft wird deren Umsetzung auch erst möglich, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen besser sind. Als wichtigster Handlungsbedarf etablieren sich klar diejenigen Massnahmen, welche die Sportart breiter bekannt machen, besser etablieren und die finanzielle Situation des Verbandes verbessern. Tabelle: Zielsetzungen innerhalb der Handlungsfelder nach Prioritäten (1, 2, 3) Die Tabelle ist im Format A3 im Anhang zu finden Anhang 9.7- Poster: Zielsetzungen innerhalb der Handlungsfelder nach Prioritäten Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 162

10 2.2.5 Analyse der Wettkampfsysteme Das Wettkampfsystem der Squashszene kann generell als ausgezeichnet beschrieben werden. Nationales Wettkampfsystem Das nationale Wettkampfsystem, welches aufbauend via spielerische Tests und Mini- Wettkämpfen (Squash!t Minis) via u11-kategorie durch ein altersunabhängiges Juniorenwettkampf-System (Einteilung der Tableaux nach Stärkeklassen) hin zu den Erwachsenen-Wettkämpfen führt, geniesst international Anerkennung und Vorbildcharakter. An allen nationalen Wettkämpfen für Erwachsene mit Ausnahme der Seniorenturniere (ü35 und älter) sind auch die Nachwuchsathleten zugelassen. Als Schwäche im Wettkampfbereich kann wohl die geringe Teilnehmerzahl an den nationalen Turnieren bezeichnet werden. Sie ist allerdings direkt abhängig von der Anzahl Lizenzierten und kann daher wohl am einfachsten über eine grössere Anzahl Mitgliederclubs und mehr Lizenzierte verbessert werden. Internationale Wettkampfsysteme Die vielen internationalen Turniere in Europa (ESF Junior Opens) sind ebenfalls sehr gut; kein anderer Kontinent hat eine so gut organisierte und dichte Juniorenturnier-Serie. Sie ermöglicht Swiss Squash den stetigen, sehr wichtigen internationalen Vergleich. Da die Tour so beliebt ist, zieht sie immer mehr auch Spieler von Ägypten, Indien, Malaysia und anderen Ländern von allen Kontinenten an. Swiss Squash beschickt die Junior Opens mit hoher Priorität und organisiert eine rund-um-die-uhr-betreuung an diesen Events. International gibt es jährlich Team Junioren EMu15, Team Junioren EMu17, Einzel Junioren EMu19, Team Junioren EMu19, Einzel Junioren WM, Einzel EM, Einzel WM und zweijährlich Team Junioren WM und Team Elite WM. Um sich für die Einzel WM (World Open) zu qualifizieren, muss man sich via die Profitour der Profiverbände PSA und WSA qualifizieren. Die Profitour (und somit das World Open auch) verzeichnet weit über 80 aktive Nationen. Die Profitour ist ausgezeichnet organisiert; die grössten Turnier haben Preissummen von über USD Swiss Squash führte in der Vergangenheit regelmässig internationale Grossanlässe in der Schweiz, vorwiegend im Nachwuchsbereich, durch. Diese Events sind wichtig für die Förderung des Nachwuchses und der Sportart in der Schweiz. Neben den organisierten Junioren EMs und WMs ist auch das <<cool and clean>> Swiss Junior Open enorm wichtig für die Nachwuchsförderung. Das neu ins Leben gerufenen Liechtenstein Junior Open ermöglicht den jungen Schweizern ebenfalls, wertvolle internationalen Erfahrungen zu sammeln. Die nach wie vor knappen Finanzen ermöglichen es Swiss Squash nicht, Turniere im Rahmen der Anstellungsverträge zu organisieren. Der Verband kann lediglich bis zu einer gewissen Schmerzgrenze Defizitgarantien sprechen. Sämtliche Turniere müssen also selbstragend und auf Risiko des Organisators durchgeführt werden. Es wird angestrebt, juristische Personen wie z.b. die Tennis & Squash Center Sihltal AG (Nationales 163 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

11 Kompetenz- und Leistungszentrum von Swiss Squash im Haus) oder Vereine als Organisator zu engagieren, um das finanzielle Risiko nicht auf private Personen zu legen. Auf Grund der Schwierigkeit Sponsoren zu finden ist die Organisation sämtlicher Events auf die Unterstützungsbeiträge von Swiss Olympic, BASPO, Kantonen und Gemeinden angewiesen. Swiss Squash schätzt jegliche Unterstützung seitens dieser Institutionen und ist bemüht, mit den Events Gewinn zu erwirtschaften, damit auch Geld in die Nachwuchsarbeit fliessen kann. Der grösste Nachteil aus Sicht der Sportart Squash ist klar, dass Squash noch keine Disziplin der olympischen Spiele ist. World Squash ist zusammen mit den Profiverbänden PSA und WSA bemüht, Squash per 2020 als olympische Disziplin zu etablieren. Der Entscheid fällt im Jahr Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 164

12 2.2.6 Analyse der Trainingsinfrastruktur und der regionalen Gliederung Die Regionalisierung wurde in den letzten Jahren stetig verbessert. Die Trainingsinfrastruktur kann als gut bezeichnet werden, während die Zentralisierung noch in der Entwicklung steckt. Die Selbständigkeit der Romandie ist im Bereich Nachwuchsförderung und Leistungssport ein grosser Nachteil. Die Zuteilung und Label-Vergabe der nationalen Stützpunkte und regionalen Leistungszentren ist klar und einfach. Auch die Prozesse, Daten und Verantwortlichkeiten sind klar geregelt. Bis anhin wurden allerdings keine Trainings der Förderzellen in der J+S Nachwuchsförderung angemeldet, bzw. abgerechnet. Nach wie vor spielt die Romandie in der Schweizer Squashszene eine Sonderrolle. Die Situation der Romandie verhindert leider, dass im französischen Sprachraum neben dem Breitensport auch der Leistungssport mit Erfolg gefördert wird. Die Einteilung in die Regionen mit 3 Levels und unterschiedlichem Handlungsbedarf macht Sinn. - In Level 1 Regionen soll die Motivation zu weiterer Aufbauarbeit vom Verband kommen. Insbesondere sollen die Squashcenter als Swiss Squash Mitglieder gewonnen werden. Ansonsten ist in Level 1 normaler Verbandssupport gefragt, es sind keine grösseren Änderungen nötig. - In Level 2 Regionen fehlt es noch an aktiven, verantwortlichen Personen, welche die Koordination der Aktivitäten übernehmen. - In Level 3 Regionen wäre als Massnahme das Motivieren von Clubs und Centers denkbar. Da die Impactchancen auf die Entwicklung der nationalen Squashszene wohl klein sind, ist dementsprechend in diesen Regionen vorerst nur wenig aktiver Handlungsbedarf seitens Verbandes vorhanden. Normale Hilfestellungen auf Anfragen werden selbstverständlich gewährleistet. Mit Zürich Squash wurde ein erster offizieller kantonaler Verband gegründet. Es besteht noch keine Analyse, über Vor- und Nachteile. Swiss Squash erhofft sich aber organisatorischen und finanzielle Entlastung durch die neue Institution. Die Trainingsinfrastruktur in den Schweizer Squash-Anlagen ist über dem internationalen Standard. Das neue nationale Leistungszentrum ist gleichzeitig auch einer der zwei nationalen Stützpunkte. Bisher trainierten noch nicht alle Athleten in den nationalen Stützpunkten. Ab Saison 12/13 (Herbst 2012) wird dies ändern. Dies ist ein weiterer Meilenstein in Richtung Qualitäts- und Erfolgssicherung. Hinweis: Das Sportanlagen- Konzept ist noch auf Stand 11/12. Inhaltlich ändert sich auf die Saison 12/13 nichts, allerdings änderte die Bezeichnung einiger Fördergefässe. Betreffend Labels und Bezeichnungen sind die Anhänge zu beachten. 165 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

13 2.2.7 Sportartanalyse (inkl. LTAD, Rahmentrainingsplanung, Weltstand) Die überarbeitete LTAD bringt viele wertvolle Informationen. Insbesondere das Anbringen in den Schweizer Squash-Anlagen ab Herbst 2012 wird wertvolle Aufklärungs- und Weiterbildungszwecke erfüllen. Um die Rahmen-Trainingsplanung, beziehungsweise die LTAD zu analysieren, müssen die Anforderung an den Athleten in den verschiedenen Phasen des Wachstums und Trainings bekannt sein. Auf den folgenden Seiten werden die Leistungsfaktoren und das Anforderungsprofil der Sportart beschrieben. Verweis: Die Schlussfolgerungen betreffend Analyse für die LTAD und Rahmentrainingsplanung sind in (Seite 171) beschrieben. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 166

14 Die Leistungsfaktoren und deren Relevanz (Anforderungsprofil) im Squash In der Folge werden die Leistungsfaktoren der Sportart Squash analysiert. Die inhaltliche Aufteilung erfolgt so, wie sie in den Jugend + Sport-Lehrmitteln gebraucht wird. Es wird zwischen konditioneller Substanz, koordinativer Kompetenz, emotionaler Substanz und mental-taktischer Kompetenz unterschieden. Grafik aus Kernlehrmittel Jugend + Sport Anhang: J+S Handbuch, Physische Energie die konditionelle Substanz Eine gute konditionelle Substanz ist unabdingbar für den Squashsport. Alle Aspekte müssen im Grundlagentraining und einige Aspekte speziell im squashspezifischen Konditionstraining verbessert werden. Ausdauer (Grundlagenausdauer und spezielle Ausdauer) Vermeiden von Ermüdungserscheinungen in langen, intensiven Spielen Länger konzentriert bleiben Mehrere Spiele in engem Zeitraum durchhalten können und Verbesserung der Erholungsfähigkeit (M, G) Möglichkeit, das Tempo zwischenzeitlich zu erhöhen / anzupassen (M, G) Schnelligkeit Schnelles Erreichen des Balles (Laufarbeit) und schnelle Schlagtechnik (Racketarbeit) erhöhen die Ballkontrolle und eröffnen von taktischen Variationen Schnelle Spieler erreichen mehr Bälle und können mehr Druck erzeugen und aushalten Schnelle Freigabe des Balles, Weg zurück zum T Schnelligkeitsausdauer lange schnell bleiben lokale Erholung (Laktat), schnellstmögliche Wiederherstellung Beweglichkeit Für Ausfallschritte ist eine gewisse Beweglichkeit grundlegend Dynamischeres Reagieren auf Richtungswechsel Gute Beweglichkeit vermindert das Verletzungsrisiko Kraft, Schnellkraft und Kraftausdauer Stabilisierung des Körpers (v.a. Rumpf) und des Handgelenkes Aufrechterhalten der Lauf- und Schwungqualität über die ganze Spieldauer Schnelle, teils explosive Bewegungen über die ganze Spieldauer nötig (M, G) 167 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

15 Physische Steuerung die koordinative Kompetenz Die koordinative Kompetenz ist im Squashsport immens wichtig. Erst wenn sie gut entwickelt ist, wird das Erwerben der Fertigkeiten, wie zum Beispiel einer effizienten Technik oder des ökonomischen Laufens, möglich und somit das erfolgreiche Spiel. Reaktionsfähigkeit Reagieren auf Richtungswechsel, Täuschungen und unerwartete Bälle Ausweichen von auf den Körper gespielten Bällen Schnellstmögliche Racketvorbereitung (siehe auch Schnelligkeit). Gleichgewichtsfähigkeit stets im Gleichgewicht sein, um in die verlangte Richtung loslaufen zu können Balance als Voraussetzung für eine gute Ballkontrolle (Stabilität), auch bei Bällen, die in Zeitnot geschlagen werden müssen Orientierungsfähigkeit stets die Übersicht behalten (wo ist mein Gegner? Welche Möglichkeiten hat mein Gegner? (Siehe auch Differenzierungsfähigkeit) Welche Ecke ist für ihn die entfernteste? Wie nahe befinde ich mich an einer der Wände? Muss ich meinen Schwung aus Raummangel anpassen?) Räumliche Vorstellung (welchen Winkel muss ich wählen Line of Shot, um meinen Ball ideal zu platzieren? Wie springt der Ball? Wo ist er?) Differenzierungsfähigkeit Anpassung an ungewohnte Courts oder Bälle Schnelle taktische Entscheidungsfindung (welches ist der optimale Schlag? Hoch oder flach, hart oder weich, quer oder gerade, früh gespielt oder spät? Wie bringe ich damit meinen Gegner zum Laufen, brauche ich Zeit oder will ich Druck erzeugen? Rhythmisierungsfähigkeit Finden eines geeigneten Rhythmus bezüglich Angriff und Verteidigung und somit auch für die Schlagfrequenz (für sich selber) Beim Timing für alle, immer wieder verschiedenen Schläge, ist die Rhythmisierungsfähigkeit zentral Ideal ist es, wenn der Gegner mit dem gewählten Rhythmus Probleme hat, man muss den Rhythmus wechseln können. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 168

16 Psychische Energie die emotionale Substanz Die psychischen (emotionalen) Fähigkeiten sind für die Sportart Squash ebenfalls entscheidend wichtig. In knappen Spielen entscheidet nicht selten der Kopf! Selbstvertrauen Das Wissen an die eigenen Stärken und Möglichkeiten ist grundlegend Ein Positives Auftreten hilft immer (Eindruck auf Gegner) Kann ich einen Rückstand aufholen? Glaube ich an mich, wenn ich zurück liege? Motivation intrinsische Motivation ist die beste Voraussetzung für Erfolg extrinsische Motivation kann intrinsische Motivation auslösen (Positive Kommunikation, Druck?) Ursachenerklärung Realistische Analyse der eigenen Leistung ist das Fundament für weitere Zielsetzungen Grafik aus Kernlehrmittel Jugend + Sport Anhang: J+S Handbuch, Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

17 Psychische Steuerung die mental-taktische Kompetenz Konzentration Im Squash ist es wichtig, sich während dem ganzen Spiel voll konzentrieren zu können. Kleine Lücken in der Konzentration können bereits Niederlagen auslösen. (Automatisierung gewisser Routines, Rituale) Immer den Ball im Auge behalten Wahrnehmen und Verarbeiten diese grundlegenden kognitiven Prozesse müssen im Squash innert kürzester Zeit funktionieren Psyche regulieren Es ist wichtig, stets im optimalen Leistungszustand zu bleiben. Wer zu ruhig ist spielt zu passiv und ziellos, wer allzu angespannt ist spielt nervös und verbraucht Energie. Äussere Einflüsse (Schiedsrichter, Gegner, Zuschauer) ausblenden (Ritual) Willen steuern Eine gewisse Beharrlichkeit im Spiel, aber auch im Training ist wichtig (Stets dem Plan folgen, Ball im Spiel halten wollen, jeden Ball erreichen). Ein Squasher muss alles Mögliche tun, um seine Ziele zu erreichen. Unter erschwerten Bedingungen (Müdigkeit) beharrlich und fokussiert bleiben Antizipation In der äusserst schnellen Sportart Squash hilft eine gute Antizipation Energie zu sparen und früher am richtigen Ort zu sein. Kommunikation Die Verständigung mit Trainer, Coach und anderen beteiligten Personen muss funktionieren Taktik und Strategie Spielverständnis mit Kenntnis der taktischen Grundlagen ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. Mit steigendem Leistungsvermögen, müssen auch komplexe strategische Ziele verfolgt und taktisch umgesetzt werden können. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 170

18 Weitere leistungsbeeinflussende Faktoren Natürlich ist eine Vielzahl von weiteren Faktoren mitentscheidend für eine gute Leistung. Neben vielen andern Faktoren sind Talent und Trainingsumfeld die wohl entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche sportliche Entwicklung Anforderungsprofil Squash Es gibt zahlreiche Ansätze, das Anforderungsprofil der Sportart Squash zu definieren. Sämtliche Versuche einer Gewichtung der verschiedenen Faktoren und die Erstellung eines exakten Anforderungsprofils der Sportart Squash bleiben allerdings künstliche Konstrukte. Die Komplexität der Sportart Squash ermöglicht, dass im Nachwuchssport viele verschiedene Stärken zum Erfolg führen können. Hier zwei mögliche Darstellungen des Anforderungsprofils; einmal für Jugendliche (Referenz: alle anderen Sportarten und einmal für Leistungssportler (Referenz: die Rückschlagsportarten Tennis, Badminton und Tischtennis): Grafik aus J+S-Handbuch Squash Anhang: Im Vergleich der Anforderungsprofile aller J+S Sportarten, wird Squash als Wettkampfsportart beschrieben. Die physischen Faktoren Ausdauer, Koordination und insbesondere die Bewegungsschnelligkeit werden als wichtig angesehen. Die Aspekte Naturnähe, Gefahr, Aggressivität und der künstlerische Ausdruck fallen im Vergleich unwichtig aus, während dem Intellekt, der Kraft, der Spontaneität und auch der Zusammenarbeit eine gewisse Bedeutung zugestanden wird. 171 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

19 Squash grenzt sich als Einzel Spielsportart im Anforderungsprofil deutlich von den Kampf-, Ausdauer- und künstlerischen Sportarten ab. Im Vergleich zu den Team Spielsportarten ist die starke Wettkampfausrichtung auffallend. Grafik aus J+S-Handbuch Squash Anhang: Bei der Gegenüberstellung der vier Rückschlag- Sportarten Tischtennis, Badminton, Squash und Tennis wird eindrücklich klar, wie vielseitig und komplex das Anforderungsprofil der Sportart Squash ist. Auch im Leistungssport kristallisiert sich die Schnelligkeit als zentraler konditioneller Faktor heraus. Im Vergleich zum Anforderungsprofil für Jugendliche wird die Ausdauer im Leistungssport als entscheidend wichtige Komponente beschrieben. Die Kraft nimmt zwar keine zentrale Rolle ein, ist aber als Grundlage trotzdem wichtig. Eine gute Stabilität im Rumpf sowie das Vermögen, beim Bremsen und Drehen das eigene Körpergewicht zu halten, helfen Technikelemente korrekt zu erlernen und Verletzungen zu verhindern. Der allgemeinen Koordination mit ihren traditionellen Fähigkeiten fällt eine gewisse Wichtigkeit zu. Hätte man in den beiden Darstellungen Schlagtechnik und Lauftechnik als koordinative Faktoren definiert, wäre deren Gewichtung höher ausgefallen. Mit steigendem Leistungsniveau wird eine gute Antizipation klar wichtiger (K). Der Psyche kommt in der Sportart Squash grösste Bedeutung zu. Wettkampf und Intellekt werden bei Kindern und Jugendlichen gewertet und im Leistungssport wird der Kognition und der Psyche viel Gewicht beigemessen. Ausgehend von den Anforderungsprofilen und der verschiedenen Versuche einer Gewichtung der Faktoren kommt man zum Schluss, dass Squash eine äusserst komplexe und höchst vielseitige Sportart ist. Im Hochleistungssport darf kein Faktor des Anforderungsprofils grössere Defizite aufweisen. Eine gute Grundlagenausdauer kombiniert mit der Möglichkeit, sich über längere Zeit schnell zu bewegen, bildet zusammen mit einer funktionierenden Technik die physische Grundlage für den Erfolg. Sind zwei Spieler technisch und physisch ähnlich stark, werden auf allen Stufen die psychischen Faktoren über Erfolg und Niederlage entscheiden. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 172

20 Der ideale Karriereweg eines Athleten Das Wort ideal impliziert bereits die Realitätsferne dieses theoretischen Ansatzes, einen vorgegebenen Weg vom Kind zum erfolgreichen Profisportler zu definieren. Als Modell dient der Karriereweg aber als wertvolle Orientierungshilfe für den Trainingsalltag und hilft für das Definieren von Trainingsempfehlungen auf allen Stufen und in allen Altersklassen. Um dieser Hilfefunktion besser entsprechen zu können, wurden die Karrierephasen und die Altersentwicklung im Modell gemischt dargestellt. Somit können individuelle Unterschiede in der gesamten sportlich-biologischen Entwicklung besser abgedeckt werden. Die Analyse der Leistungsfaktoren und des Anforderungsprofils unterstreicht die Komplexität und Vielseitigkeit. Die Inhalte der Rahmen-Trainingsplanung scheinen sinnvoll; aufgrund der Komplexität ist die LTAD wirklich nur als Leitfaden oder Guideline zu verstehen. Die individuelle Planung wird und kann öfters davon abweichen Erkennbare internationale Entwicklungstendenzen Die Sportart Squash ist in den letzten Jahren schneller und athletischer geworden. Aufgrund des verbesserten Materials (vor allem Squash-Rackets), tieferem Tin (Blech) bei den Herren und modernisierter Zählweise (PAR 11) wurden die Ballwechsel kürzer, schneller und somit intensiver. Für Sponsoren, Medien und Zuschauer wurde die Sportart dank den modernen Vier-Wand-Glascourts, welche rundherum Einsicht erlauben, viel interessanter. TV- und Internet-Bilder sind dank HD-Kameras salonfähig geworden. In den USA boomt die Sportart Squash, die Ägypter sind in den letzten 10 Jahren neben England zur Squash-Weltmacht aufgestiegen. In Asien ist Pakistan nicht mehr dominant, Malaysia und Hong Kong sind stärker werdend. Im Leistungssport ist ersichtlich, dass Nationen mit viel Geld in der Sportart erfolgreicher sind. Oft wird in diesen Ländern in einem oder mehreren nationalen Stützpunkten trainiert. Genauere Details zu den einzelnen Nationen werden in Weltstandanalyse beschrieben. Die internationalen Verbände World Squash Federation (WSF - Weltsquashverband), Professional Squash Association (PSA Herren-Profi-Verband ähnlich zu ATP im Tennis) und die Women s Squash Association (WSA Damen-Profi-Verband ähnlich zu WTA im Tennis) haben sehr professionelle Strukturen aufgebaut. Die Preissumme der Profitour ist viel höher geworden und bewegte sich im letzten Jahr bei 3 Mio (PSA) und 1.5 Mio (WSA) US-Dollar. Alle drei Verbände haben Sitz in England und arbeiten vor dort aus sehr professionell und mit Hochdruck an der Aufnahme in die olympischen Spiele Die Aufnahme per 2016 wurde leider gegen Golf und Rugby verloren. 173 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

21 Weltstandanalyse (Entwicklung in den Jahren ) Die Schweiz bewegt sich als kleines Land leistungsmässig im vorderen Viertel Europas und im vorderen Drittel der Welt. Aufgrund der geringen Leistungsdichte reicht der Ausfall von ein bis zwei Stammspielern, um resultatmässig bereits dahinter zurück zu fallen. Im Vergleich der Schweiz mit den besten fünf Nationen der Welt (Ägypten, England, Australien, Malaysia und Frankreich) fällt Folgendes sofort auf: Alle Nationen haben mehr als 10fach höhere Gesamt- Budgets als Swiss Squash. Insbesondere Ägypten, England und Frankreich berichten auch von einem hohen Anteil der Finanzierung in der Nachwuchsförderung. Allerdings ist der Faktor zwischen Aufwand Nachwuchsförderung und Elitesport in der Schweiz deutlich höher als in den Top 6 Nationen. Dies erklärt wohl auch, warum die Schweiz in den Nachwuchskategorien im Vergleich zur Elite bisher erfolgreicher war. Nur wenige Schweizer meistern den Übertritt vom Nachwuchs in den Elite Spitzensport halboder ganz professionell. Dies ist neben den finanziellen Möglichkeiten sicherlich der markanteste Unterschied zu den besten Nationen. Die Anzahl Courts / Einwohner hat zwar eine gewisse Relation zum Leistungsniveau, scheint aber viel weniger wichtig zu sein als die Strukturen des organisierten Sports und die finanziellen Möglichkeiten im Land. Alle Top 6 Nationen verfügen über regionale und nationale Leistungssportzentren sowie gut ausgebildete Trainer. Die Schweiz orientiert sich hauptsächlich an den besten europäischen Nationen. Squash hat in England eine grosse Tradition und wird nach wie vor von einem sehr breiten Publikum gespielt. England weist am meisten Squashcourts weltweit aus und die finanzielle Förderstruktur via Lotterie-Gelder ermöglichte in der Vergangenheit ein höchst professionelles System. Frankreich hat sein System erst in den letzten Jahren aufgebaut und die Vergangenheit der Sportart ist ähnlich wie in der Schweiz. Somit etabliert sich Frankreich als das wichtigste Vorbild für die Entwicklung der Sportart Squash in der Schweiz. Die wichtigsten Gründe sind: - Erfolgreiche Nation (Damen und Herren) - Entwicklungsgeschichte ähnelt der Swiss Squash Planung - ähnliche westeuropäische Kultur & Gesellschaft - ähnliches Schul- & Ausbildungssystem - gute Beziehungen zum Vorstand, Trainern und Leistungszentren - Kommunikation (Sprache) gewährleistet Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 174

22 Die grossen Squash Nationen der Welt England ist in Europa die klar stärkste Nation und seit Jahren im Weltsquash führen. England stellt je 3 Spieler in den ersten 10 der Welt bei den Damen und Herren. Der Squashverband profitiert sehr stark vom englischen Lottosystem, welches jedes Jahr grosse Summen in den Wettkampfsport pumpt. Das nationale Sportzentrum ist in Manchester Dort trainieren die besten Spieler miteinander. Ägypten ist seit neuerem, zusammen mit England, die mit Abstand stärkste Squashnation der Welt! Die Ägypter leisten hervorragende Juniorenarbeit, sie gewinnen seit Jahren die meisten Titel an den inoffiziellen Junioren Weltmeisterschaften (British Junior Open) bei den Knaben und Mädchen in allen Kategorien. Die besten Spieler trainieren gemeinsam in Kairo und Alexandria. Alle Trainer sind ehemalige Weltklassespieler. Ägypten stellt 4 Spieler in den ersten 10 der Welt (Herren) und 3 in den ersten 20 bei den Damen. Frankreich hat seit 20 Jahren 2 nationale Leistungszentren in Aix-en-Provence und Paris mit professionellen Trainern, die vom Staat bezahlt werden. Frankreich hat 2 Vertreter bei den Herren und 1 Spielerin bei den Frauen in den Top 10 der Welt. Die Franzosen bringen seit Jahren immer wieder gute Spieler heraus. Malaysia ist die stärkste Nation in Asien. Squash wird als eine von nur 5 offiziellen Sportarten sehr stark finanziell vom Staat unterstützt. Malaysia hat sehr gute Strukturen mit professionellen Trainern in regionalen Zentren. Die besten Spieler trainieren in Kuala Lumpur miteinander oder werden in Trainingszentren nach Europa geschickt. Die aktuelle Nr. 1 der Frauen (Nicol David) stammt aus Malaysia. Pakistan ist bei den Herren nicht mehr so dominant wie früher und hat nur noch 2 Spieler in den Top 50 der Welt. Das nationale Leistungszentrum ist in Karachi. Die politische Situation verhindert eine bessere Ausnützung des vorhandenen Potentials. Indien ist eine stark aufstrebende Squashnation. Es werden grosse Anstrengungen unternommen, um den Anschluss an die Weltspitze herzustellen. Das nationale Leistungszentrum in Mumbai hat einen hervorragenden Trainerstab. Australien war lange an der Spitze in der Sportart Squash. Seit Rücktritt der letzten grossen Spieler herrscht momentan Flaute. Die Gründe sind nicht bekannt, beziehungsweise wurden noch nicht nachgefragt. Südafrika war bis zur politischen Wende 1994 ein Schwergewicht im internationalen Squash. Mangels finanzieller Unterstützung führt Südafrika ein Schattendasein. Nur noch je 1 Spieler in den Top 50 bei den Damen und Herren. Ohne Eigeninitiative der Spieler läuft nichts (vor allem finanziell). Holland war zwar in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Allerdings stammt nur ein Spieler aus dem eigenem System. Insbesondere die Damen spielten und trainierten während den Karrierephasen 1-5 in anderen Ländern. Dank der Präsenz vieler starker Spieler wurde ein Leistungszentrum aufgebaut, von dem nun auch die Nationalspieler profitieren sollten. Der erhoffte Erfolg blieb bis anhin aus. 175 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

23 Position im Welt- resp. Europaranking Die folgenden Schweizer Spieler sind in den Top 200 der Weltrangliste (Okt. 2012) Nicolas Müller Welt-Nr. 20 (9.-beste Nation) Europa-Nr. 11 (6.-beste Nation) Welt-Nr. 2 der u23-jährigen (Juli 2012) Reiko Peter Welt-Nr. 141 Patrick Miescher Welt-Nr. 178 Jonas Dähler Welt-Nr. 187 Gaby Huber Welt-Nr. 31 (14.-beste Nation) Europa-Nr. 13 (6.-beste Nation) Nathalie Plain Welt-Nr. 178 Milena Penkov Welt-Nr. 192 Die folgenden Schweizer Junioren sind in den Top 30 der Europarangliste (Okt 2012) Remo Handl Europa-Nr. 10 u19 Manuel Wanner Europa-Nr. 13 u19 Yannick Lindemann Europa-Nr. 17 u19 Robin Gadola Europa-Nr. 21 u19 (länger verletzt) Marija Shpakova Europa-Nr. 26 u17 Dimitri Steinmann Europa-Nr. 29 u17 Cindy Merlo Europa-Nr. 3 u15 Céline Walser Europa-Nr. 12 u15 Alessja Hadorn Europa-Nr. 16 u15 Joshua Gutenberg Europa-Nr. 6 u15 Roman Allinckx Europa-Nr. 26 u15 Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 176

24 Anzahl teilnehmende Nationen Squash ist weltweit gut verbreitet und alle fünf Kontinente brachten bereits Weltmeister hervor. Um an der Einzel-Weltmeisterschaft teilzunehmen, muss man die Profitour spielen und sich über die Weltrangliste qualifizieren. Von 185 Squash spielenden Nationen sind 135 Mitglied beim Weltverband WSF und rund 90 Nationen stellen lizenzierte Profisportler, welche die Welttourneen von PSA und WSA spielen. Anzahl Nationen, Stand Mai 2012: Anzahl medaillengewinnende Nationen Die folgenden Nationen haben in den letzten zehn Jahren Medaillen an den Einzel- Weltmeisterschaften gewonnen (Einzel WM ): Gold: Herren: ENG, EGY, FRA, AUS 4 Nationen Damen: MAS, NED, AUS, NZL 4 Nationen Boys: ENG, EGY 2 Nationen Girls: EGY, USA 2 Nationen Silber: Herren: ENG, EGY, FRA, AUS, SCO 5 Nationen Damen: ENG, EGY, NED, AUS 4 Nationen Boys: ENG, EGY, PAK, MAS 4 Nationen Girls: EGY, IND, FRA 3 Nationen Bronze: Herren: ENG, EGY, FRA, AUS, SCO, CAN 6 Nationen Damen: ENG, EGY, MAS, NED, AUS, USA 9 Nationen NZL, FRA, MEX Boys: EGY, PAK, SUI 3 Nationen Girls: ENG, EGY, NZL, HKG, IND, USA RSA, PAK 8 Nationen Total Herren: Medaillengewinner 6 Nationen Damen: Medaillengewinner 8 Nationen Elite: Medaillengewinner 11 Nationen Boys: Medaillengewinner 5 Nationen Girls: Medaillengewinner 8 Nationen Nachwuchs: Medaillengewinner 11 Nationen Total: Medaillengewinner 15 Nationen 177 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

25 Leistungsfähigkeit der europäischen Nationen im Kontinentalvergleich (Analyse Medaillen) Die besten europäischen Nationen sind im Kontinentalvergleich stark. Insbesondere England, Schottland, Frankreich und Holland waren immer wieder bei den medaillengewinnenden Nationen dabei. Allerddings ist die Leistungsdichte Europas an der Spitze viel dünner, was wohl damit zusammen hängt, dass nur die wirklich grossen europäischen Talente auf eine Profikarriere setzen. Im Nachwuchsbereich haben die Europäer eine gute Leistungsdichte, sind aber nur selten ganz vorne dabei. Klare Ausnahme sind die Engländer, welche auch im Nachwuchsbereich immer wieder Medaillen gewinnen Erfolgsbilanz an internationalen Grossanlässen Obwohl Squash eine klare Einzelsportart ist, sind auch die Team-Anlässe von grosser Wichtigkeit. Letztere zeigen gut auf, wie stark wir als Nation im internationalen Vergleich wirklich sind, weil die Teamleistung der besten 4-5 Spieler des Landes zählt. Während die Hoheit der Team-Weltmeisterschaften klar beim Weltverband WSF liegt, sind die Einzel WM Teil der Profitour der PSA und WSA und werden von den Profi-Verbänden zusammen mit der WSF organisiert. Einzel und Team-Europameisterschaften werden vom europäischen Verband ESF organisiert. Während der Team-EM europaweit grosse Bedeutung gegeben wird, konnte sich die Einzel-EM noch nicht bei allen Nationen etablieren. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 178

26 2.2.8 Qualität der Zielsetzungen Swiss Squash stellt sich realistische Ziele. Einige gesetzte Ziele werden immer erreicht, andere nicht. Auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre, werden Zielsetzungen meist dann nicht erreicht, wenn Stammspieler verletzt sind oder externe Umstände das Erreichen der Ziele erschweren. Mit einer Verbreiterung der Dichte an der Spitze, sollten die Ziele in Zukunft noch konstanter erreicht werden. 179 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

27 Erfüllungsgrad der Zielsetzungen (Eigenbeurteilung des Verbandes) Der Erfüllungsgrad der Zielsetzungen war in den letzten acht Jahren immer so bei ca. 50%. Generell können die folgenden Aussagen zu den Zielsetzungen der letzten Jahre gemacht werden: - Leistungsziele Weltspitze: Unsere Top-Spieler erreichen die Weltranglistenpositionen gemäss Zielsetzungen - Leistungsdichte Europaspitze: Unsere Nationalteams verbessern sich langsamer als geplant, auch im Nachwuchsbereich. - Verletzungen: Swiss Squash hatte in den letzten Jahren mit mehr Verletzungen zu kämpfen als früher, insbesondere im Nachwuchsbereich - Organisatorische & strategische Ziele: Swiss Squash wurde in den letzten Jahren sehr stabil aufgesetzt und hat die meisten Ziele erreicht. Die Verbreiterung der Basis und Verbesserung der Finanzen läuft allerdings noch sehr schleppend Leistungsbilanz Entwicklungen Weltrangliste Nicolas Müller, Nr. 20 Gaby Huber, Nr. 31 Reiko Peter, Nr. 141 Resultate Team EM Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 180

28 Effizienz der Verbandsarbeit (Aufwand/Ertrag) Die Effizienz der Verbandsarbeit wurde in den letzten Jahren immer besser. Swiss Squash hat seit Jahren einen konstanten Budget-Rahmen. Obwohl der finanzielle Aufwand nicht viel grösser wurde, findet man unsere Athleten in der Weltrangliste so weit vorne, wie nie zuvor. Vergleichbare Verbände in Europa haben weniger Erfolg oder erreichen gewisse Ziele nur mit kurzfristiger Denkweise (Einbürgerung von Spielern o.ä.) Effektivität der Verbandsarbeit (Wirksamkeit der Massnahmen) Die grossen Investitionen in die Nachwuchsarbeit zeigen mit Nicolas Müller und der höheren Leistungsdichte innerhalb des Herren Nationalteams ihre Wirksamkeit. Immer mehr junge Athleten wagen eine Profikarriere. Im Damensquash allerdings blieb diese Entwicklung leider aus. Nach wie vor brechen die Damen ihren Karriereweg nach der Juniorenzeit ab. Dank der grossen zeitlichen Investitionen in den Nachwuchs, konnte auch der negativen Lizenz-Entwicklung entgegen gewirkt werden. Vermehrt bleiben Junioren aktiv in der Sportart und die Anzahl Lizenzierter steigt wieder leicht an. Die Verbesserung der Verbandsorganisation und Administration hat dank der Einbettung ins Tennis & Squash Center Sihltal die Squash-Szene beruhigt. Im nationalen Kompetenz- und Leistungszentrum ist zielgerichtetes und professionelles Arbeiten möglich Wurden die strategischen Zielvorgaben erreicht? Die strategischen Zielvorgaben wurden teilweise erreicht, allerdings noch nicht alle. Insbesondere die Vergrösserung der Mitgliederzahl und die Verbesserung der Finanzlage erwiesen sich als schwierige Prozesse. Das wohl wichtigste Ziel, der Erhalt der Einstufung 3 bei Swiss Olympic, wurde zumindest fürs Jahr 2013 erreicht. Für die Folgejahre sieht es ebenfalls gut aus Erkenntnisse Swiss Squash ist für einen kleinen Verband gut aufgesetzt und erreicht immer wieder beachtliche Resultate. Um konstant gute Resultate zu liefern und sich der Welt- und Europaspitze weiter anzunähern, braucht es ein stets Weiterverfolgen des eingeschlagenen Weges sowie die Umsetzung des vorliegenden Konzeptes. Vor allem die Professionalisierung im Trainingssystem (Förderzellen, Trainer) sowie die angestrebten Marketing- und Finanzierungsmassnahmen können die Sportart Squash in der Schweiz einen Schritt weiter bringen. Im internationalen Vergleich arbeitet Swiss Squash sehr professionell, effizient und effektiv. 181 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

29 2.2.9 Athletenpotenzial (Entwicklung in den Jahren ) Swiss Olympic Talents Cards (national, regional und lokal) Bis 2010: 32 Talent Cards National 0 Talent Cards Regional Ab 2010/11: 25 Talent Cards National 15 Talent Cards Regional Ab 2012/13 30 Talent Cards National 30 Talent Cards Regional 20 Talente Lokal Die Anzahl der Talente bei Swiss Squash ist deutlich gestiegen Anzahl Swiss Olympic Cards Als Verband einer nicht olympischen Sportart (Squash ist auf der Shortlist 2020) können wir keine Swiss Olympic Cards der Kategorie Gold, Silber oder Bronze mehr auslösen. Somit können unsere besten Athleten auch nicht mehr von der direkten Athletenförderung profitieren. Für die Mitglieder der Nationalkader gibt es die Swiss Olympic Elite Card. Per Saison 2012/13 wird Swiss Squash voraussichtlich 25 Elite Cards auslösen Potentialeinschätzung der Athleten 2016/2020 Personenschutz Die Potentialeinschätzungen sind etwas Privates und gehören nicht an die Öffentlichkeit. Anhang 9.7 Poster: Potentialanalyse Athleten Personenschutz nicht öffentlich Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 182

30 2.3 Die Nachwuchsförderung in der Analyse Die Swiss Squash Nachwuchsförderung wurde in den letzten Jahren stetig verbessert und kann als sehr erfolgreich und nachhaltig bezeichnet werden. Die letzten wichtigen Massnahmen der Regionalisierung und Zuteilung der Förderzellen sind in Umsetzung. In den folgenden Kapiteln werden die Handlungsfelder des Verbandes innerhalb der zwölf Bausteine analysiert. Hinweis: Im Falle von neu umgesetzten Massnahmen wird der frühere Zustand analysiert und die Änderungen begründet Baustein 1: Bewegungsfreundliches Umfeld Obwohl Squash in vielen Städten ungebunden (ohne Vereinsverpflichtung) gespielt werden kann, sieht Swiss Squash in diesem Baustein Handlungsbedarf. - Clubs, J+S Leiter und auch Centerverantwortliche pflegen den Kontakt mit der Schule und der Gemeinde meist zu wenig und verpassen somit eine wichtige Chance, Kinder und Jugendliche für die Sportart Squash zu begeistern. - Der erste Kontakt zur Sportart entsteht meist zufällig via Eltern, Verein oder Center. Systematisch Aktionen existieren noch keine. - Die J+S Kindersport Squash wird noch kaum/nicht angeboten. - Swiss Squash soll den Neubau von Squashcourts und Squashanlagen mittels Beratung, Support und Vermittlung vermehrt unterstützen. Noch nicht alle Squashanlagen sind als Centermitglieder beim Verband dabei. - Es fehlen gemeinsame Marketing- oder Werbemassnahmen von Centers, Clubs und Verband. Die Sportart wird via Medien nur schwach vermarktet. Die Kommunikation muss verbessert werden. - Das Potential der über Freizeitspieler wird von Vereinen und Verband nicht genutzt. Breitensport-Aktivitäten wie der FUNpass werden von der Szene zu wenig gestützt. 183 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

31 2.3.2 Baustein 2: Spitzensport und Ausbildung / Schule Die Kombination Spitzensport mit Ausbildung und Schule funktioniert im Squash bestens. - Die grosse Mehrheit der Kaderjunioren kann trotz vernünftiger Ausbildung genügend trainieren, die Wege in die nationalen Stützpunkte und regionalen Leistungszentren sind meist kurz und die Trainingspläne der Ausbildungssituation angepasst. - Die meisten Kaderathleten haben Lösungen mit Sportschulen oder eine mit Sport kombinierte Lehrstelle. Die Zusammenarbeit der regionalen Leistungszentren mit Schulen und Lehrstellen funktioniert bestens. Wer nicht in eine Sportschule geht, hat sich meist individuell organisiert. - Die Schul- und Trainingssituation kann in den Regionen Bern, Basel und in der Romandie qualitativ noch verbessert werden. - Die Verantwortung Koordination Sport und Schule obliegt den RLZ / NSP- Verantwortlichen. Nur selten bestehen Verträge von Swiss Squash mit den Schulen. Aus Sicht von Swiss Squash besteht hier kein Handlungsbedarf, da die Rollenverteilung (schulische Ausbildung mit Rücksicht auf Sport / sportliche Ausbildung mit Rücksicht auf Schule) mit den obigen Institutionen klar ist. Sollte ein Anliegen der Schulen, bzw. von Swiss Olympic oder BASPO sein, ist Swiss Squash gerne bereit, Partnerschaftsverträge zu unterzeichnen Baustein 3: Talente: Sichtung, Selektion & Förderung Baustein 3 ist gut abgedeckt. - Der Selektionsprozess PISTE funktioniert in der Sportart sehr gut. Dass nur eine Rangliste über alle Altersklassen geführt wird ist ebenfalls gut. Allenfalls müssen die Kriterien bzw. deren Gewichtung ab und zu leicht angepasst werden. Die Auswertung der PISTE-Resultate wird für den Athleten noch zu wenig gut dargestellt. Die PISTE- Ranglisten werden noch nicht allen zugänglich veröffentlich. - Die Sichtungsprozesse funktionieren, dank der Juniorenturnierserie Squash!t, bestens. Die Szene ist klein und übersichtlich. Die Leiter und Trainer sowie Juniorenverantwortlichen sind in ständigem Kontakt. Als zusätzliches Tool zur Sichtung, neben der Präsenz an Events und den Testings, dient auch die Einladung an ausgewählte Trainings für diejenigen Junioren, welche von ihrem Leistungsausweis her nahe am Nationalkader sind, aber noch nicht nominiert wurden. - Allenfalls könnte die Sichtung früher geschehen. Kontakte mit Schulen und Institutionen wie Talent Eye sollten mehr und besser gepflegt werden. - Die Förderung in den Kadern wurde stetig verbessert und kann als gut beurteilt werden. Selbstverständlich gibt es in diesem Bereich bei kleineren Sportarten immer Verbesserungsbedarf. Die regelmässigen Trainings in den nationalen und regionalen Stützpunkten werden sicherlich weitere Verbesserung bringen. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 184

32 2.3.4 Baustein 4: Trainer: Verantwortlichkeiten, Aus- & Fortbildung Die Ausbildung ist bestens strukturiert und organisiert. Allerdings gibt es nur wenige sehr gut ausgebildete Trainer und auf allen Leiter- und Trainerstufen zu wenig Aktive. Die aufgeteilte Verantwortlichkeit der Nationaltrainer in den verschiedenen Altersklassen funktioniert gut. - Die Traineraus- und Fortbildung wurde in den letzten Jahren stetig verbessert. Die Lücke zwischen der J+S-Ausbildung und Berufstrainerausbildung (BTA) konnte dank verbesserter Qualität in der J+S-Ausbildung sowie der neuen Ausbildung zum Swiss Squash Trainer (höchste Verbandstrainerstufe) geschlossen werden. - Der Wissenstransfer funktioniert gut. Jährlich findet mindestens ein Trainerworkshop statt, mit dem Ziel, den Know-How Austausch zwischen den Top-Trainern und allen anderen Trainern und Leitern sicher zu stellen. International ist der Wissenstransfer mit Trainern anderer Länder dank den vielen Turnierbesuchen ebenfalls sichergestellt. - Während das Trainersystem sehr gut funktioniert, haben leider noch nicht alle eingesetzten Trainer ihre Ausbildungswege wie erhofft gemacht. Diego Staub hat zweimal die Berufstrainer-Prüfung nicht bestanden, Oliver Gutenberg hat nicht einmal die Ausbildung in Angriff genommen. Auf der anderen Seite hat Pascal Bruhin die BTA bestanden und nimmt nun im Jahr 2012 den DTLG in Angriff. Marcel Arnosti wird voraussichtlich im November die BTA-Prüfung wiederholen. - Es existiert kein Lehrmittel Spitzensport. Das vorliegende Konzept kann helfen, gewisse Lücken zu schliessen. - Der Beruf Squashtrainer ist noch nicht etabliert (wie in etwa Tennislehrer), obwohl viel Potential vorhanden wäre. - Der Erfüllungsgrad (Qualität Trainer Qualität Athlet) in der J+S-Nachwuchsförderung ist infolge des breiteren Trainerstamms (und den noch nicht fertigen Ausbildungswegen) schwächer geworden. Die breitere Abstützung ist aber wichtig und gut. - Die Entschädigungen der Trainer muss in Zukunft neu aufgeschlüsselt werden. Pascal Bruhin leistet sehr viel Arbeit, einen grossen Teil davon nach wie vor ehrenamtlich. Diegos Staub hat weniger Interesse und wird dementsprechend in Zukunft reduzierter eingesetzt werden. Marcel Arnosti arbeitet nach wie vor ehrenamtlich. Michael Müller wird in Zukunft wieder mehr Zeit als Trainer arbeiten. - In den nationalen Stützpunkten werden die Nationalkadertrainings von Michael Müller im Sihltal und durch Pascal Bruhin in Kriens geleitet. Verweis: Siehe auch unter 2.5 (Seite 201). 185 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

33 2.3.5 Baustein 5: Soziale Betreuung Karriereplanung Die soziale Betreuung und Karriereplanung funktioniert beim Nachwuchs schon seit Langem sehr gut. An den internationalen Turnieren müssen die Trainer auch viel soziale Betreuungsverantwortung übernehmen. - Dank verbesserter Karriereplanung in den letzten 5-10 Jahren, folgen momentan endlich jüngere Spieler an die Schweizer Spitze, welche nach der Juniorenzeit den Squashsport mindestens halb- oder ganz professionell ausüben wollen. Nach wie vor ist der Übertritt von Nachwuchs zur Elite aber für viele das Ende der Liestungssport- Karriere. Einige hören dann mit der Sportart Squash sogar ganz auf (drop outs). - Die neu überarbeitete LTAD mit Rahmentrainingsplanung ist sein super Tool. Sie unterstützt die Kommunikation zwischen allen Parteien im Umfeld (Athleten, Trainer, Clubs, Centers, Eltern, Schule, Arbeit, Sponsoren). - Die gemeinsamen Reisen an internationale Turniere sind sehr wertvoll. Die Junioren lernen, für sich selber und andere Verantwortung zu übernehmen. - Die neuen Stützpunkttrainings verbessern den Austausch zwischen Trainern und Kaderathleten. - Zusätzlich zu den Nationaltrainern steht immer auch die Athletenbetreuerin zur Verfügung, um zu beraten oder zu helfen. - Es wäre sinnvoll, neben den Trainern Ehrenamtliche an die internationalen Juniorenturniere mitzunehmen, welche die soziale Verantwortung und die Betreuung der Spieler ausserhalb der Wettkampfzeiten übernehmen Baustein 6: Medizin, Sozialpädagogik, Psychologie Trotz vorhandenem Sportmedkonzept passiert im medizinischen Bereich sehr wenig via Verband; Grund ist das fehlende Budget. Ärztliche Check-ups liegen somit noch in der Verantwortung der Athleten. Die sozialpädagogischen und psychologischen Bereiche sind bei Swiss Squash kompetent abgedeckt. - An die internationalen Wettkämpfe reist nur selten ein Physiotherapeut mit. Dieses Jahr hatten viele u19-junioren Verletzungen, zwei davon wohl durch Über- und Fehlbelastungen verursacht. - Die guten vorhandenen Strukturen und Services (Fitness- und Kraftraum, Physiotherapie, Massage) im Leistungszentrum werden erst von wenigen Athleten benutzt. - Doping ist glücklicherweise kein grosses Thema, Dopingfälle bei Swiss Squash sind keine bekannt. Die diversen Präventionsmassnahmen, insbesondere die <<cool and clean>> Aktivitäten, scheinen zu greifen. Der Squash Nachwuchs ist nicht nur cool, sondern auch clean. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 186

34 2.3.7 Baustein 7: Regionalisierung und Regionalzentren Die Regionalisierung wurde in den letzten Jahren stetig verbessert. Die Trainingsinfrastruktur kann als gut bezeichnet werden, während die Zentralisierung noch in der Entwicklung steckt. Die Selbständigkeit der Romandie ist im Bereich Nachwuchsförderung ein grosser Nachteil. - Die Zuteilung und Label-Vergabe der nationalen Stützpunkte und regionalen Leistungszentren ist klar und einfach. - Bis anhin wurden keine Trainings der Förderzellen in der J+S Nachwuchsförderung angemeldet, bzw. abgerechnet. Die neuen Trainings werden die Qualität weiter verbessern (siehe ) Verweis: Siehe auch unter (Seite 163) für mehr Details Baustein 8: Kadersysteme Struktur des langfristigen Leistungsaufbaus Kaderstruktur Im Rahmen der Erarbeitung dieses Konzeptes sowie aufgrund der Erfahrungen der vergangen Jahre wurde die Kaderstruktur umgestellt. Hinweis: Kontingent von 30 Talent Cards N und 30 Talent Cards R wurde von Swiss Olympic kommuniziert Alt (bis 2011/12) 187 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

35 Diese Darstellung entsprach in einigen Belangen nicht ganz der Realität: - Das bisherige erweiterte Juniorenkader(erfasste die besten und/oder positiv auffälligen Athleten u13, u15, u17, u19, die nicht im Nationalkader waren) sowie das Auswahlkader der Elite (Übergangskader zum Elitekader) wurden nicht dargestellt. - Im Selektionsalltag wurde auf die Kartenvergabe an 10- und oft auch an 11-Jährige verzichtet, obwohl es gemäss Kaderpyramide vorgesehen war. - Des Weiteren hatte die bisherige Kaderstruktur folgende Nachteile: o Weniger Talent Cards Regional als Talent Card National (Pyramide) o Die Anzahl Talent Cards Regional war zu tief (Pyramide) o Jährige konnten keine Talent Card National auslösen (Frühzeitige Förderung) o Der Übergang von 12 zu 13-jährig sollte nicht in allen Fällen ein upgrade von der Talent Card Regional zur Talent Card National auslösen (Sinn) Um diese Mankos auszugleichen und die erwähnten Nachteile zu eliminieren, strebt Swiss Squash per Herbst 2012 eine Änderung der Kaderstruktur (wie in beschrieben) an: Neu (ab 2012/13) Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 188

36 Mit der neuen Darstellung werden die folgenden Änderungen aktiv: - Talent Cards o 30 Talent Cards National (bisher 25, aber für jährige) o 30 Talent Cards Regional (bisher 15 und nur für unter 13-jährige) - Das erweiterte Kader wird aufgelöst. Seine Funktionen werden von den kantonalen und regionalen Kadern (ohne Talent Cards) abgelöst (siehe nächste Seite) o Regionale Kader sollten die besten & förderungswürdigsten Athleten der Region zusammenfassen. Bisher wurden diese Kader noch nicht richtig etabliert. Sie hatten nur geringen Stellenwert und boten kaum strukturierte Aktivitäten. Kantonale Kader fehlten bisher ganz. Ab sofort übernehmen sie die Funktion des früheren erweiterten Kaders. Einige Athleten (Kontingent 20) werden im System als lokale Talente erfasst. - Das Auswahlkader Elite bleibt bestehen und wird nun auch abgebildet o Im Auswahlkader Elite werden die besten Nachwuchsathleten sowie die erwachsenen Athleten, welche den Sprung in das Elitekader noch nicht geschafft haben, gefördert. Neu (ab 2012/13) in anderer Darstellung: 189 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

37 Kommentare: - Die Pyramide ist als Modell zu verstehen. Die Realität soll Ausbuchtungen zulassen. - Die Anzahl Karten N und R soll je knapp 30 sein, mit einem Handlungsspielraum von jeweils Die Schiene der nationalen Talent Card soll eng und ziemlich gerade nach oben führen. Auf eine breite Pyramide wird bewusst verzichtet. Die Junioren, welche gemäss PISTE eine Talent Card National erhalten, sollten diese gemäss Prognose meist bis zum altersmässigen Ausscheiden aus dem Juniorenkader halten können jährige nur Talent Card Regional, Talent Card National ab 11-jährig möglich Trainersystem Das Trainersystem funktioniert bestens uns sollte so beigehalten werden. Der Ausbildungsgrad der Trainer und die Betreuung an internationalen Turnieren ausserhalb der Wettkampfzeiten soll noch weiter verbessert werden. - Die Kontinuität wird über das Trainersystem und die gemeinsame Planung / Administration gewährleistet. Die Trainer sind üblicherweise überschneidend für zwei Kadergruppen zuständig. - Die Förderung der Frühtalente muss konzeptionell erarbeitet werden. Momentan hat es da auf nationaler Ebene noch keine strukturierten Aktivitäten Langfristiger Leistungsaufbau Der langfristige Leistungsaufbau wurde in den letzten Jahren ständig verbessert. Die heutigen Systeme und Strukturen sind erfolgsversprechend, erste Erfolge der guten Arbeit der letzten Jahre sind schon zu verzeichnen. Swiss Squash hat sowohl bei den Herren als auch bei den Damen die besten Weltranglistenpositionen aller Zeiten. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 190

38 2.3.9 Baustein 9: Wettkampfsysteme Rolle der Wettkämpfe Die Wettkampfsysteme, sowohl in der Schweiz als auch in Europa, sind perfekt und dienen anderen Ländern (Kontinenten) als Vorbild. - Die altersangepassten Tests- und Wettkampfsysteme erfüllen für alle Stärke- und Altersklassen, bzw. in allen Phasen der LTAD, ihren Zweck bestens. - Der frühe und häufige internationalen Vergleich bringt entscheidende Vorteile. Swiss Squash ist gut organisiert. - Eine verbesserte Finanzlage würde ermöglichen, noch mehr internationale Turniere zu beschicken. So könnten Turniere auch selektiver besucht werden. - An nationalen Turnieren sind die Teilnehmerzahlen klein Baustein 10: Training Planung, Analyse und Steuerung Mit der überarbeiteten Rahmentrainingsplanung (LTAD) konnte die Qualität in der Planung erneut verbessert werden. Swiss Squash arbeitet innerhalb des Bausteins 10 ab 2012 somit noch professioneller als früher. Eine weitere Verbesserung wird die Trainings-App bringen. Die früheren Darstellungen der Stunden und Trainingsinhalte wurden überarbeitet und schöner dargestellt. 191 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

39 Alt (bis 2011): Neu (ab 2012): Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 192

40 Auch die trainingsinhaltlichen Prioritäten wurden früher weniger schön dargestellt: Alt (bis 2011): 193 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

41 Neu (ab 2012): Die Inhalte Was muss ich trainieren (siehe Markierung) werden im J+S-Trainingshandbuch identisch dargestellt. Somit kann auch die kurzfristige (Saison-)Trainingsplanung anhand der qualitativen Inhalte der Rahmentrainingsplanung erstellt werden. Damit wird sichergestellt, dass die relevanten Aspekte auch in den meisten Vereinstrainings umgesetzt werden. Förderzellen, Trainingssteuerung und Analyse Bis anhin wurden die Nachwuchskaderathleten nur im Rahmen der Nationalkader- Aktivitäten (Wettkämpfe, Trainingsweekends, Lager, Testings und Zusammenzüge) zusammengezogen. Neu werden alle Kaderjunioren 15-25% (Ziel ist 25%) ihres betreuten Trainings in einem nationalen Stützpunkt absolvieren. Dies ist eine grosse Verbesserung zu früher. Somit können nun regelmässige Trainings in der J+S-Nachwuchsförderung abgerechnet werden. Die neue Trainings-App (elektronisches Trainingstagebuch) wird die Inhalte und Zeitangaben der LTAD ebenfalls gespeichert haben. Der Trainer kann dann die Trainingsumfänge individuell auf den Athleten anpassen. Der Athlet erfasst seine Trainings dann regelmässig mit dem Handy und kann stets das Gemachte (Ist) mit der Planung (Soll) vergleichen. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 194

42 Baustein 11: Kritische Reflexion & wissenschaftliche Forschung Swiss Squash betreibt wenig Forschung. Die Lehrmittel und das vorliegende Konzept sind auf dem modernsten und neusten Stand. Mit Jamie Albert, Bewegungs- und Sportwissenschaftlerin ETH, könnte Swiss Squash mittelfristig eine Fachfrau zur Verfügung stehen, welche die Trainingsmethoden kritisch durchleuchtet und bei der Erstellung von Trainingsprogrammen und der Entwicklung oder Anwendung neuer Trainingsmethoden hilft Baustein 12: Finanzierung Förderungsmassnahmen Eine Verbesserung der finanziellen Mittel ist dringend nötig. Die knappen Finanzen sind zwar schwierig, aber Swiss Squash kann mit dem momentanen Budget funktionieren. Eine Gefahr stellt die Abhängigkeit von den Swiss Olympic Beiträgen (inklusive Sporthilfe und BASPO) und somit von der Swiss Olympic Einstufung dar. Es müssen Wege gesucht werden, um Swiss Squash finanziell stärker und unabhängiger zu machen. - Mitgliedergewinnung mittels FUNpass- und Breitensportförderung und verbesserten Marketingmassnahmen - Die J+S-Nachwuchsförderung könnte in Zukunft dank dem neuen System zusätzliche Einnahmen bringen, da endlich auch alle Trainings angemeldet werden. Das Geld soll zu einem grossen Teil zurück an die Nationalen Stützpunkte fliessen. - Der Gönnerverein Swiss Squash Juniors könnte deutlich mehr Mitglieder gebrauchen. Es muss mehr Werbung dafür gemacht werden. Auch andere Fundraising-Projekte wie beispielsweise der Swiss Squash Golf Day könnten die Juniorenförderung noch besser unterstützen. Verweis: Mehr Details zu den Swiss Squash Verbandsfinanzen werden in 1.8 (Seite 145), 2.8 (Seite 221) und 3.8 (Seite 249) sowie in den Detailplanungen der nächsten Jahre beschrieben. In vielen weiteren Kapiteln sind finanzrelevante Aspekte erläutert. 195 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

43 2.4 Die Spitzensportförderung in der Analyse Baustein 1: Spitzensportfreundliches Umfeld Gut ausgebaute Strukturen innerhalb des Verbandes ermöglichen ein leistungs- und lösungsorientiertes Arbeiten. - Swiss Squash hat im Spitzensport eine hohe Konstanz in Personal & Trainer: Alle Trainer und Angestellten bei SWISS SQUASH arbeiten seit mehreren Jahren für den Verband. Dadurch ist die Kontinuität gewährleistet und das Know-how bleibt erhalten. - Mit dem Kompetenzzentrum in Langnau am Albis steht seit Sommer 2007 eine ideale Wirkstätte bereit. Kurze Entscheidungswege garantieren ein optimales Arbeiten.Mit der Etablierung des nationalen Leistungszentrums, ebenfalls in Langnau, sowie der Labelvergabe an nationale Förderzellen, konnte ein weiterer wichtiger Schritt für die Spitzensportförderung getan werden. Im nationalen Stützpunkt in Kriens steht ein erfahrener und gut ausgebildeter Trainer ganztags zur Verfügung. - Um im Spitzensport mehr Erfolg zu haben, benötigt der Verband eine breitere Basis und die Übergänge vom Breitensport zum Vereinssport und von der Juniorenförderung zum Spitzensport müssen erleichtert bzw. gefördert werden. Von geschätzten 40'000 Squashspielern besitzen nur 900 eine Lizenz! - Gemäss dem vorliegenden neuen Sportförderkonzept müssen wir den Leistungssport in Zukunft allerdings auf allen Ebenen gezielter und qualitativ im Rahmen der beschränkten finanziellen Mittel noch besser fördern Baustein 2: Spitzensport und Beruf / Spitzensportförderung der Armee Vom Profisport Squash zu leben, ist erst ab einer Ranglistenposition Top 20 gut möglich. Somit ergibt es sich zwangsläufig, dass viele Spitzensportler ihren Karriereaufbau nur als Halbprofis finanzieren können. - Mit flexiblen Arbeits- und Urlaubszeiten ist bis zu einer 50%-Anstellung möglich. Swiss Squash unterstützt bis anhin in solchen Fällen nur beratend. Eine Vermittlung von spitzensport-freundlichen Teilzeitstellen könnte hilfreich sein und soll geprüft werden. - Für Swiss Squash ist das Gefäss Spitzensportförderung der Armee eine grosse Chance. Athleten können während einigen Wochen intensiv betreut professionell trainieren. Auch fallen sie in der Militärzeit nicht zurück. Momentan ist ein Athlet, Nicolas Müller, im Gefäss Spitzensportförderung der Armee und nutzt jährlich 68-WK- Tage für ein professionelles, betreutes Training. Die regelmässigen WKs finden entweder in Biel/Magglingen oder im nationalen Leistungszentrum Sihltal statt. Vereinzelt finden Trainings in den nationalen Stützpunkten oder regionalen Leistungszentren statt. Die guten Erfahrungen mit Nicolas Müller bestätigen die Analyse, dass Swiss Squash alles daran setzen muss, auch als (noch) nicht olympische Sportart von diesem exzellenten Fördergefäss profitieren zu können. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 196

44 2.4.3 Baustein 3: Talente: Sichtung, Selektion & Förderung Die bisherigen Selektions- und Nominationskriterien waren gut, aber wurden nicht immer konsequent genug angewendet. Im Damensquash fehlt Swiss Squash, mit Ausnahme der Top-Athletin Gaby Huber, kurzfristig das Potential. - Um ab Herbst 2012 in allen Kadern konsequenter zu selektionieren, wurden einige Kriterien klarer formuliert und das folgende Kriterium für Eventnominationen hinzugefügt: Der Beitrag bzw. Wert eines Spielers zur Erfüllung der verbandsstrategischen Zielsetzungen. Sinngemäss bedeutet dies, dass wir je nach Verbandszielsetzung nicht zwingend die besten Athleten für die Nationalteams nominieren müssen, sondern dass wir auch hier, ähnlich wie im Nachwuchs gemäss PISTE, die förderungswürdigsten Athleten nominieren. Dies natürlich in Abhängigkeit der erwähnten übergeordneten Zielsetzungen. - A-Kader bedeutet: International ausgerichtete Athleten mit mindestens Halbprofi- Status und potentieller Spieler des Nationalteams, also unsere Top-Athleten. - B-Kader bedeutet: International ausgerichtet Athleten mit Potential aufs A-Kader (und somit Potential auf zukünftiger Spieler des Nationalteams) und Committment zum Ziel Anschluss an die Spitze - C-Kader bedeutet: Nicht international und nicht professionell ausgerichtete Athleten, auf welche Swiss Squash, abhängig von den strategischen Verbandszielsetzungen, eventuell als Spieler des Nationalteam zurückgreifen kann. - Auswahlkader bedeutet: Förderungswürdigste Übergangs- und allenfalls auch bereits Nachwuchs-Athleten. - Swiss Squash fördert neben den Nachwuchskadern in der Elite alle A-, B- und AWK- Kaderathleten. C-Kaderathleten werden nur für Eventvorbereitungstrainings eingeladen. - Die jetzige Situation im Damen-Nationalteam mit nur einer A-Kader-Athletin ist besorgniserregend. Die Förderung der Damen muss generell überdacht werden und die jungen Potentiale sollen im Hinblick auf ein langfristig erfolgreiches Damenteam aufgebaut werden. 197 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

45 2.4.4 Baustein 4: Trainer: Aus- & Fortbildung Unser Team an Nationaltrainern zeichnet sich aus durch eine hohe Konstanz. Allerdings erfüllen nur die wenigsten die Ausbildungsanforderungen im Qualitäts-Controlling von Swiss Olympic und den Förderkriterien des BASPO. Dies bedeutet für Swiss Squash finanzielle Einbussen, da nur Trainer mit DTLG-Abschluss subventioniert werden. - Somit ist Swiss Squash gezwungen, die Trainer auf den geforderten Ausbildungsstand zu bringen, oder aber anderweitig Lösungen zu finden. Dies könnten Fundraising-Massnahmen oder Wechsel im Personal sein. Aus Sicht der Trainer ist der entstehende Druck ein Problem. Während eine 100%-Anstellung beim Verband diese zeitintensiven Ausbildungen rechtfertigen würde, sind die Nationaltrainer nur in einem kleinen Teilzeitpensum angestellt und der zeitliche Aufwand wird der Ausbildung lohnt sich nur dann, wenn auch anderweitig der Fokus auf dem Trainerberuf liegt. - Swiss Squash setzt Michael Müller wieder vermehrt als Trainer, namentlich Cheftrainer aller Teams, ein. Marcel Schranz übernimmt die Verantwortung als Chef Leistungssport. - Mittelfristig sollen junge, Schweizer Trainer ausgebildet werden und die Stellen der National- und Stützpunkttrainer attraktiver gestaltet werden. Der Beruf Squashtrainer ist noch nicht gross verbreitet und etabliert. Es gibt in der ganzen Schweiz bis heute nur ungefähr 10 Berufstrainer, die vom Squashunterricht leben können Baustein 5: Soziale Betreuung Karriereplanung Die Elite-Athleten werden von den Nationaltrainern und, falls gewünscht, von der Athletenbetreuerin sowie vom Chef Leistungssport unterstützt und beraten. Bis anhin war die Betreuung der Karriere nach dem Spitzensport noch kein Thema. - Mit der steigenden Anzahl Halb- und Vollprofis ist hier allerdings Handlungsbedarf angesagt. - Die Karriereplanung wird im Nachwuchsbereich mit der neuen LTAD mehr und mehr etabliert, die Informationen dazu werden noch zu schwach in der Öffentlichkeit kommuniziert. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 198

46 2.4.6 Baustein 6: Medizin, Sozialpädagogik, Psychologie Trotz vorhandenem Sportmedkonzept passiert im medizinischen Bereich sehr wenig via Verband; Grund ist das fehlende Budget. Ärztliche Check-ups liegen somit noch in der Verantwortung der Athleten. Die sozialpädagogischen und psychologischen Bereiche sind bei Swiss Squash kompetent abgedeckt. - An die internationalen Wettkämpfe reist nur selten ein Physiotherapeut mit. - Die guten vorhandenen Strukturen und Services (Fitness- und Kraftraum, Physiotherapie, Massage) im Leistungszentrum werden erst von wenigen Athleten benutzt. Doping ist glücklicherweise kein grosses Thema, Dopingfälle bei Swiss Squash sind keine bekannt. Die diversen Präventionsmassnahmen, insbesondere die <<cool and clean>> Aktivitäten, scheinen zu greifen. Die Schweizer Squashathleten sind nicht nur cool, sondern auch clean Baustein 7: Regionalisierung und Regionalzentren Die meisten Schweizer Anlagen sind im internationalen Vergleich auf einem guten bis sehr guten Niveau und werden gut unterhalten. Die Swiss Squash Leistungszentren und Stützpunkte werden laufend professionalisiert. Nach wie vor gibt es ein starkes Leistungsgefälle zwischen den geographischen Regionen. - Die besten Spieler der Schweiz treffen sich immer öfters im neu geschaffenen nationalen Leistungszentrum des Verbandes, um miteinander trainieren. Im nationalen Stützpunkt Kriens trainiert die Mehrheit des Herren-Nationalteams täglich zusammen. - Mittels der Schaffung von regionalen und kantonalen Verbänden sollen Talente auch regional besser und früher gefördert werden. Zudem können die regionalen Institutionen Swiss Squash in gewissen administrativen und organisatorischen Belangen unterstützen. 199 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

47 2.4.8 Baustein 8: Kadersysteme Struktur des langfristigen Leistungsaufbaus Das Swiss Squash Kadersystem bewährt sich gut. Die Selektions- und Nominationsrichtlinien wurden leicht angepasst (siehe 2.4.3). - Die theoretischen Kadergrössen sind gut und funktionieren im Herrensquash mittlerweile auch bestens. Immer mehr Herren versuchen sich als Profis oder Halbprofis. - Im Damensquash haben wir leider nur wenig professionell ausgerichtete Spielerinnen. Swiss Squash hat Mühen, die Talente der Nachwuchsarbeit in den Profisport überzuführen. - Zusätzlich zu den Trainings in den nationalen Stützpunkten werden die Nationalkader nur ca. 8 Mal jährlich zusammengezogen. - Die Trainer sollen motiviert werden, ihre Ausbildungswege in Richtung BTA und DTLG zu machen Baustein 9: Wettkampfsysteme Rolle der Wettkämpfe Das nationale und internationale Wettkampfsystem ist bestens organisiert und erfüllt die Bedürfnisse des Spitzensports zu einem grossen Teil. Eine höhere Leistungsdichte sowie mehr und grössere internationale Turniere in der Schweiz könnten die Voraussetzungen perfektionieren. - Das Schweizer Wettkampf- und Ranglistensystem funktioniert bestens. Dank einer modernen Turniersoftware wird jeder Wettkampf aller lizenzierten Spieler erfasst und ausgewertet. Dadurch sind unsere Ranglisten sehr präzise. - Seit längerem unterstützt Swiss Squash die Organisation kleiner Profiturniere. - Der nationale Stützpunkt Kriens kann mit Sekisui als Hauptsponsor eine langjährige Turnierserie planen und der GC-Cup, das momentan grösste PSA-Turnier der Schweiz, möchte ebenfalls seine frühere Regelmässigkeit zurück erhalten.- - Die NLA-Saison dauert von Oktober bis März. Es dürfen maximal 2 Ausländer pro Team eingesetzt werden. Es gibt ca. 10 Weltklassespieler, die in der Schweiz spielen. Dadurch sehen unsere Schweizer Spieler wöchentlich. wo sie im internationalen Vergleich stehen. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 200

48 Baustein 10: Training Planung, Analyse und Steuerung Die Gesamtanzahl Stunden welche unsere Kaderathleten ins Training (ohne Wettkämpfe) investieren entspricht im Schnitt den Vorgaben der Rahmentrainingsplanung. Allerdings variiert sie abhängig von Arbeit, Ausbildung und Zielsetzungen der Athleten stark. Die Anzahl Stunden an betreuten und nicht betreuten Wettkämpfe weicht stärker voneinander ab. Somit wird klar, dass A-, B- sowie die AWK-Athleten mehr trainieren, als die C-Kaderathleten und dass die Wettkampfaktivitäten sich der Karrierephase und Weltranglistenposition anpassen. Im nationalen Stützpunkt Kriens trainieren alle Athleten von Montag bis Freitag täglich mindestens 2 Stunden betreut, dazu kommen Einzelstunden, Solotraining, ergänzendes Training (Fitness, Beweglichkeit, regenerative Massnahmen) sowie die Wettkämpfe, welche in untenstehender Ansicht eingeschlossen sind. Auf der Profitour variieren die Trainings- und Wettkampfzeiten stark, da organisatorische und strategische Überlegungen immer wieder zu Flexibilität in der Trainingsplanung zwingen. Das Führen eines Trainingstagebuchs fällt vielen Athleten schwer. Da die meisten aber direkt von einem der Nationaltrainer betreut werden, ist dies auch nicht ganz so tragisch. Die Kontrolle des Verbandes ist erhalten. Trotzdem möchte Swiss Squash ein portables Trainingstagebuch etablieren, welches momentan in der Entwicklungsphase steckt. Die erwähnten Trainingsstunden sollten eingehalten werden. Wer am Minimum oder gar darunter trainiert, wird sein Potential nicht ausschöpfen können und seine internationalen Ziele nicht erreichen. 201 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

49 Baustein 11: Kritische Reflexion & wissenschaftliche Forschung Verweis: Siehe Ausführungen unter (Seite 193) Baustein 12: Finanzierung Förderungsmassnahmen Eine Verbesserung der finanziellen Mittel ist dringend nötig. Verweis: Siehe Ausführungen unter (Seite 193). Mehr Details zu den Swiss Squash Verbandsfinanzen werden in 1.8 (Seite 145), 2.8 (Seite 221) und 3.8 (Seite 249) sowie in den Detailplanungen der nächsten Jahre beschrieben. In vielen weiteren Kapiteln sind finanzrelevante Aspekte erläutert. Spieler/innen auf der PSA und WSA Tour erhielten bis anhin von Swiss Squash pro gewonnenem Spiel in der Qualifikation CHF 50, pro Sieg im Hauptfeld CHF 100.PSA / WSA Tour. Das System ist nicht durchdacht, da es die besten Spieler, welche es direkt in die Haupttableaus schaffen und dort ab und zu in Runde 1 verlieren, weniger unterstützt als schwächere Spieler, welche noch nicht so weit vorne sind und nicht so viel Geld in ihre Profikarriere stecken. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 202

50 2.5 Analyse der Traineraus- und Weiterbildung Projekt Future Das Projekt Future ist ein vielversprechendes Projekt. Das Detail-Konzept ist allerdings noch nicht sehr klar ausgearbeitet und somit ist das Projekt Future noch nicht so richtig lanciert. Die Arbeiten im Hintergrund allerdings funktionieren bestens. So konnten jährlich neue J+S Leiter ausgebildet werden und einige von ihnen kommen auf dem Ausbildungsweg gut voran. Oliver Gutenberg, einer der Mitinitianten des Projekt Future, möchte sich vermehrt auf einen Teil des Projektes konzentrieren. Mit der Swiss Squash School lancierte er ein privates, in Absprache mit Swiss Squash und in Zusammenarbeit mit Zürich Squash organisiertes Programm, in welchem einerseits Trainer für Arbeiten in Centers und Vereinen ausgebildet werden, andererseits werden interessierten Centers Leiter und Trainer vermittelt. Somit wird ein Teil des Projekt Future s bereits abgedeckt. Ob aus dem Projekt Future oder aus der Swiss Squash School eine (noch nicht vorhandene) offizielle Ausbildung zum Center- oder Erwachsenentrainer entstehen wird, ist noch unklar. Mit Abschluss des vorliegenden Sportförderkonzeptes werden innerhalb des Verbandes wieder zeitliche Ressourcen frei, das Projekt Future weiter voran zu treiben Der J+S Ausbildungsweg Der J+S Ausbildungsweg ist für die Bedürfnisse von Swiss Squash eine perfekte Grundausbildung. Im Rahmen des neuen Sportfördergesetzes wurden bzw. werden die Ausbildungsstrukturen leicht geändert. Die grösste Änderung wird die Lancierung des neuen Nachwuchstrainerkurses (NWT) sein, welcher die bisher höchste Verbandstrainerausbildung zum Swiss Squash Trainer ergänzt beziehungsweise teilweise ersetzt. Da auch das J+S Ausbildungswesen in der Sportart Squash in den letzten Jahren wieder neu aufgebaut und zur vollen Funktionalität entwickelt werden musste, mangelte es in vereinzelten Kursen an Massnahmen der Qualitätssicherung. So wurden keine Noten verteilt und es gab keine Qualitätskontrollen im Sinne von Eignungstests oder anspruchsvollen Prüfungen. Im Rahmen der Erarbeitung der neuen Kursweisungen hat die J+S-Fachleitung entsprechende Prüfungsmodule und Qualifikationsrichtlinien eingeführt. 203 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

51 Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 204

52 2.5.3 Swiss Squash Ausbildungsweg Der Swiss Squash Ausbildungsweg für Trainer wurde bereits in den letzten Jahren angepasst und funktionierte gut. Dank des neuen, oben erwähnten NWT als integrierten Bestandteil der Swiss Squash Trainer-Ausbildung kann die Qualität noch weiter gesteigert werden und bringt eine Vereinfachung mit: Der oben dargestellte J+S-Ausbildungsweg bildet nun auch gleich den Swiss Squash Ausbildungsweg ab. Fehlend ist einzig eine Ausbildung zum Squashlehrer. Für Personen, welche nicht mit Kindern oder Jugendlichen arbeiten wollen, sondern sich als Trainer in einem Center mit Kursen oder Privatlektionen für Erwachsene versuchen möchten, gibt es keine adäquate Ausbildung Die Aus-, Weiter-und Fortbildungskurse im Detail Die Inhalte und Programme aller Aus-, Weiter- und Fortbildungskurse sind gut. Obwohl die Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren gesteigert werden konnten, würden die Kurse immer noch mehr Teilnehmer vertragen. Sämtliche Modulweisungen der existierenden Kurse wurden im Rahmen der Einführung des neuen Sportfördergesetzes per 1. Oktober 2012 überarbeitet und sind somit auf dem neusten Stand. Mängel wie fehlende oder schwache Qualifikationsrichtlinien sowie allfällig nötige Prüfungsmodule wurden ergänzt. Total neu ist die Nachwuchstrainerausbildung NWT von J+S. Sie ersetzt teilweise beziehungsweise ergänzt die bisherige Ausbildung zum Swiss Squash Trainer. Neu muss man sich für die Spezialisierung Experte oder NWT über entsprechende Qualifikationen in den Weiterbildungsmodulen sowie eine Zulassungsprüfung qualifizieren. 205 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

53 Leiterkurs (Grundausbildung) Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 206

54 Fortgeschrittene unterrichten Das Modul wurde von Mittlere Spieler unterrichten auf Fortgeschrittene unterrichten umbenannt. Neerdings wird am Ende eine Empfehlung abgegeben. 207 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

55 Gemeinsame Module Rückschlagspiele Die neuen, gemeinsamen Module Rückschlagspiele bringen die folgenden Änderungen mit sich: - Änderung einiger Begriffe o Die Rückschlagsportarten werden neu als Rückschlagspiele geführt o Trainingslehre heisst neu Physis o Mental Stärke heisst neu Psyche - Vergabe der folgenden Zusätze in der Datenbank von J+S o Mit Bestehen des Moduls Physis: Zusatz Physis o Mit Bestehen des Moduls Psyche: Zusatz Psyche Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 208

56 Physis 209 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

57 Psyche Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 210

58 Spielformen 211 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

59 Coaching Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 212

60 Weiterbildung Gute Spieler unterrichten 213 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

61 Zulassungsprüfung Bisher gab es keine Zulassungsprüfung für die Swiss Squash Trainerausbildung oder die J+S Expertenausbildung. Mit der Einführung dieser Prüfung und der dafür notwenigen Empfehlungen aus den Weiterbildungsmodulen kann die Qualität der Ausbildung stark verbessert werden. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 214

62 Expertenkurs J+S, 1. Teil Expertenausbildung 215 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

63 Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 216

64 Expertenkurs J+S, 2. Teil Expertenausbildung 217 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

65 Fortbildungen Leiter & Experten J+S Anerkennungen Es gibt keine grossen Änderungen gegenüber dem früheren System Modul Fortbildung Leiter Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 218

66 Modul Fortbildung Experten Zusätzlich zum Modul Fortbildung und den Weiterbildungsmodulen gibt es auch sportartenübergreifende Module. 219 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

67 Ausbildung zum Swiss Squash Trainer (inklusive J+S NWT) Die bisherige Swiss Squash Trainerausbildung wird inhaltlich sehr ähnlich weitergeführt. Allerdings werden fünf Ausbildungstage und ein Prüfungstag von dem neuen J+S Nachwuchstrainerkurs abgedeckt. Somit wird es strukturelle Änderungen geben. Die genaue Form und die Modulweisungen sind in Erarbeitung. Swiss Squash sollte möglichst alle Trainer, welche leistungsorientiert arbeiten, auf diese Ausbildungsstufe bringen Berufstrainerausbildung BTA In der Berufstrainerausbildung gibt es keine grösseren Änderungen zum früheren System. Die Qualität der Inhalte wird ständig verbessern und die Prüfungen versuchen praxisgerechter gestaltet zu werden. Swiss Squash will alle Nationaltrainer auf dieses Ausbildungslevel bringen Diplomtrainerlehrgang DTLG Im Diplomtrainerlehrgang gibt es keine grösseren Änderungen zum früheren System. Die Qualität der Inhalte wird ständig verbessern und die Prüfungen versuchen praxisgerechter gestaltet zu werden. Swiss Squash will alle teil- und vollangestellten Nationaltrainer auf dieses Ausbildungslevel bringen Fortbildungen Trainer Ein neues Modul Fortbildung Nachwuchstrainer soll geplant werden. Für Nationaltrainer gibt es schon heute die nationale Trainerkonferenz (Trainerherbsttagung), welche der Verbesserung des Netzwerks und der Weiterbildung dient Ausbildungsunterlagen Die Swiss Squash und J+S-Ausbildungsunterlagen sind auf einem sehr guten Stand. Das vorliegende Konzept bildet einen Teil der Lehrunterlagen Kurse des europäischen Verbandes ESF Die Kurse von ESF scheinen in Ordnung zu sein. Swiss Squash hat allerdings kein Bedürfnis, vom Angebot zu profitieren. Das eigene Ausbildungssystem scheint besser zu sein und ist vor allem auf die Schweizer Kultur und Mentalität abgestimmt. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 220

68 2.6 Analyse des Schiedsrichterwesens Das Schiedsrichterwesen in der Schweiz funktioniert gut. Trotzdem könnte es, wie in vielen anderen Bereichen auch, mehr Aktivitäten vertragen. Noch nicht verfügen alle lizenzierten Spieler über die Grundausbildung und das durchschnittliche Niveau der Schiedsrichter muss erhöht werden. Auch sollten an allen NLA-Begegnungen offizielle Schiedsrichter im Einsatz stehen. 221 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

69 2.7 Ethik Analyse der Situation Es kann generell gesagt werden, das Swiss Squash im Bereich Ethik gut dasteht. Alle sieben Prinzipien der Ethik Charta sind Teil des Verbandsalltags. Das gesamte Swiss Squash Team kennt die Ethik-Charta im Sport und achtet auf ihre Werte. Fehlbares oder unkorrektes Verhalten, Probleme oder Gefahren werden sofort angesprochen und es wird ein anständiger, respektvoller Umgang miteinander gefördert. Funktionäre und insbesondere Trainer werden seitens des Chefs Leistungssport und Chefs Ausbildung immer wieder auf ihre Verantwortung auch in diesem Bereich hingewiesen und erhalten Feedback über ihre Arbeit und ihr Verhalten. - Die Präsenz von <<cool and clean>> am Swiss Junior Open sowie an den internationalen Nachwuchs-Grossanlässen ist wertvoll. - Die Tatsache, dass alle Spieler an Turnieren immer auch als Schiedsrichter amten fördert die Fairness und den korrekten Umgang. - Gleichbehandlung für alle ist selbstverständlich die Förderung im Leistungssport allerdings abhängig von Potential und Einsatz. - Die Mitglieder der Swiss Squash Nationalkader, insbesondere auch die Junioren des Nachwuchsnationalkaders respektieren sich gegenseitig und es entstehen clubübergreifende Freundschaften. Die Zusammenarbeit des Trainerteams ist konstruktiv. - Dopingfälle im internationalen Squash sind sehr selten. Die wenigen Ausnahmen bilden illegale Suchtmittel. Die Schweiz hat seit Jahren keine Dopingfälle im Squash und steht als sehr sauberes Squashland da. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 222

70 2.8 Analyse der Finanzsituation Die Erfolgsrechnung von Swiss Squash ist seit Jahren ähnlich ausgeglichen. Swiss Squash hat keine Reserven, keine Rückstellungen und auch keine Schulden. Swiss Squash ist, wie die meisten kleinen Verbände, stark von den Unterstützungsbeiträgen der öffentlichrechtlichen und privatrechtlichen Institutionen abhängig. Ungefähr 30% aller Mittel kommen von Swiss Olympic und dem BAPSO, inklusive J+S. Schwierigkeiten bereitet jeweils die Liquiditätsplanung, da die flüssigen Mittel knapp sind. Aus diesem Grund müssen Verluste in den kommenden Jahren vermieden werden. Aufgrund einer einmaligen Änderung in der Abgrenzungspolitik der Interclubgebühren vor Jahren scheint das ausgewiesene Eigenkapital zu hoch zu sein. Die Realität wird somit nicht korrekt abgebildet. Gemäss Revisionsstelle und Finanzchef von Swiss Squash, muss diese unglückliche Situation schnellstmöglich bereinigt werden. Sinnvollerweise sollte das Swiss Squash Geschäftsjahr vom Kalenderjahr (Januar Dezember) auf ein Saison-Jahr (Juli Juni) geändert werden. Die Korrektur der Abgrenzungspolitik und des Geschäftsjahres könnte mit einem Halbjahresabschluss per 30. Juni 2013 vollzogen werden. Zusammen mit dem budgetierten Verlust im Jahr 2012 würde das Eigenkapital aufgrund dieser Massnahmen stark reduziert werden. Mit den aktuellen verfügbaren finanziellen Mitteln kann sich der Verband zwar über Wasser halten und die administrativen und alltäglichen Aufgaben in den Bereichen Nachwuchs-, Elite und Breitensportförderung erledigen, allerdings sind Entwicklungs- und Verbesserungsprojekte, falls überhaupt, nur sehr langsam umsetzbar. Um die Verbandszielsetzungen in allen verschiedenen Bereichen zu erfüllen, müssen die finanziellen Möglichkeiten deutlich verbessert werden. Somit sind sämtliche Verbandsziele, welche mittelfristig oder langfristig mehr Einnahmen bringen, absolut prioritär anzugehen. Konkrete Möglichkeiten sind: - Swiss Olympic Einstufung. Kurzfristig Erhalt in Einstufung 3, mittelfristig Aufstieg in Einstufung 2. Letzteres wäre insbesondere bei Aufnahme von Squash ins Programm der olympischen Sommerspiele ein realistisches Szenario. - Verbesserung und Umsetzung der Konzepte FUNpass und Centermitgliedschaften im Breitensport. Denkbare Beteiligung der Squashanlagen an gemeinsamen Marketingaktivitäten. - Dank konsequenter Medienarbeit Erhöhung der Attraktivität für Sponsoren und Gewinnung neuer Mitglieder. - Sensibilisierung der Vereine auf die Wichtigkeit der Lizenz-, Mitglieder und Team- Meldungen. - Aktive Suche von Gönnern, Partnern und Sponsoren. - Erhöhung der Turnier-, Lizenz- und Mitgliedergebühren (keine angestrebte Lösung, nur als Absicherung der Verbandsexistenz). - Weitere, kreative Lösungsideen sind zu entwickeln. 223 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

71 2.9 SWOT und Fazit SWOT Fazit Swiss Squash ist als Verband einer kleinen Sportart sehr gut organisiert und aufgesetzt. Zudem sind dank dem aktuellen sportlichen Erfolg die Chancen auf eine Weiterentwicklung gegeben. Um diese Möglichkeit zu nutzen, ist es zwingend, die limitierenden Faktoren Manpower und finanzielle Mittel bestmöglich zu entschärfen. Swiss Squash Sportförderkonzept Analyse der Sportart und des Verbandes 224

72 225 Analyse der Sportart und des Verbandes Swiss Squash Sportförderkonzept

73 3 Zukünftige Strategie und Ziele Aufgrund der Analyse der Ausgangslage und mit Hilfe der SWOT werden die Strategien für die nächsten 4 8 Jahre definiert, welche dazu beitragen sollen, die strategischen Zielsetzungen zu erreichen. Output SWOT Fazit: Swiss Squash ist als Verband einer kleinen Sportart sehr gut organisiert und aufgesetzt. Zudem sind dank dem aktuellen sportlichen Erfolg die Chancen auf eine Weiterentwicklung gegeben. Um diese Möglichkeit zu nutzen, ist es zwingend, die limitierenden Faktoren Manpower und finanzielle Mittel bestmöglich zu entschärfen. Oberstes Ziel: Finanzielle und personelle Absicherung der Verbandstätigkeiten. Nur so können die Stärken weiter gefördert, die Schwächen eliminiert, die Chancen genutzt und die gefährliche Abhängigkeit der Risiken eingeschränkt werden. Output Analyse Swiss Squash Fazit: Swiss Squash arbeitet in den meisten Bereichen zufriedenstellend bis sehr gut. Limitierender Faktor für Verbesserungen ist die Finanzsituation. Wichtigste Ziele: Finanzierung der Fördermassnahmen und Bedeutung der Sportart verbessern. Durch gezielte Marketing- und Mitgliedergewinnungsmassnahmen soll der Verband breiter abgesichert werden. Daraus ergeben sich strategische Prioritäten und übergeordnete Ziele für Swiss Squash. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 226

74 3.1 Übergeordnete Verbandsziele Swiss verfolgt in den nächsten Jahren diese übergeordneten Ziele: Qualität sichern und Erfolge anstreben Swiss Squash will die Sportart Squash weiterhin breit abgestützt fördern. Der Nachwuchs soll nachhaltig und qualitativ betreut werden und im Spitzensport sollen Erfolge gefeiert werden können. Ein professioneller Auftritt gegenüber allen Partnern, die Einhaltung der sieben Prinzipien der Ethik Charta für Sport und die konsequente Verfolgung aller angestrebten Verbandsziele sind dafür grundlegend. Finanzen verbessern Swiss Squash ist gezwungen, sich mehr finanzielle Mittel zu erarbeiten. Fördergelder von Swiss Olympic, dem BASPO und der Sporthilfe sind zusammen mit den Beiträgen unserer Mitglieder existenziell. Weitere Geldquellen sollen bestmöglich erschlossen werden. Partner und unterstützende Institutionen müssen gepflegt und Subventionsbeträge im Rahmen der Möglichkeiten optimiert werden. Breitere Abstützung anstreben Swiss Squash will in der gesamten Schweiz aktiv sein. Dazu müssen mehr Mitglieder und dringend zusätzliche Ehrenamtliche gewonnen werden. Swiss Squash braucht mehr Manpower in den Gremien. Kinder sollen früher und Jugendliche sowie Breitensportler sollen vermehrt zur Sportart gebracht werden. Mitglieder des Verbandes sollen der Sportart in allen Regionen möglichst lange erhalten bleiben. Bekanntheit der Sportart verbessern Swiss Squash will unsere Sportart bekannter machen und die Marketing- und Medienaktivitäten verbessern. In allen Altersklassen sollen Events und Aktivitäten geplant und gefördert werden. Erfolge im Leistungssport müssen medial besser ausgeschlachtet werden. Squashanlagen und Vereine sollen mit in die Verantwortung genommen werden. 227 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

75 3.1.1 Einstufung Swiss Olympic Die Einstufung 3 zu halten ist ein grundlegendes, existenzielles Ziel. Swiss Squash möchte sogar die Swiss Olympic Einstufung 2 anstreben. Die finanzielle Situation von Swiss Squash hängt direkt von der Einstufung bei Swiss Olympic ab und unterstreicht die Wichtigkeit dieses Ziels. Dass Squash auch auf der Shortlist der olympischen Sportarten für 2020 steht, wird ebenfalls eine wichtige Rolle im Einstufungsprozess spielen. - Die Gewinnung von mehr Lizenzierten und mehr Erfolg bei Elite und Nachwuchs sowie die Erhöhung der nationalen Resonanz sind angestrebte Verbandsziele. - Swiss Squash unterstützt die Bemühungen des Weltverbandes, Squash als olympische Sportart zu promoten Medien und Bekanntheit der Sportart Medien Es wird prinzipiell angestrebt, Squash öfters in die Medien zu bringen. Zumindest in den Printmedien sollte regelmässig über Squash berichtet werden. - Die Clubs sollten diesbezüglich vom Verband angehalten werden, die lokale Presse mit entsprechenden Informationen zu versorgen. Alle Medienverantwortliche der Mitgliederclubs sollen dafür vom Verband geschult werden oder zumindest Unterlagen erhalten, welche aufzeigen, wie man mit einer aktiven Informationspolitik regelmässig in die Presse kommt. - Sendezeiten im TV sind schwierig, die Olympia-Kandidatur und das Schweizer Aushängeschild Nicolas Müller bieten im Moment ideale Aufhänger, die man zu nutzen versuchen sollte. Mit regionalen Fernsehanbietern (z.b. ZüriPlus) soll die Zusammenarbeit intensiviert werden. - Weiter wird angestrebt die Aufmerksam der Bevölkerung mit einem internationalen Grossanlass ab Saison 13/14 an einem attraktiven Standort zu erregen. Dieser Grossanlass soll zudem nochmals Nicolas Müller in Szene setzen. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 228

76 Marketing Mit gezielten Marketing-Massnahmen soll das Bewusstsein in der Bevölkerung für unsere Sportart gefördert werden. Die folgenden Möglichkeiten müssen geprüft und verbessert werden: - J+S-Kindersport Konzept erarbeiten: Die Kinder sollen früher an die Sportart Squash herankommen und langfristig dabei bleiben - Vereine müssen motiviert werden, sich am Marketing der Sportart aktiv zu beteiligen. Lokale Events wie Schülerturniere, FUNpass (Plausch-) Turniere und Schnupper- Abende o.ä. sollen von den Vereinen durchgeführt werden. Der Verband soll Hilfsmittel zur Verfügung stellen - Die erfolgreichen Junioren und das Junioren Nationalteam sollen aktiv vermarktetet werden. Der Verband muss ein Konzept erarbeiten und verantwortliche Personen für den Verkauf finden. - Die Elite Nationalteams sowie die Aushängeschilder der Szene müssen bestmöglich vermarktet werden. Ein Konzept muss sofort erarbeitet werden, die Möglichkeiten mit Nicolas Müller und dem jungen Herren Nationalteam sind momentan optimal. - Internationale Grossanlässe (Nachwuchs und Elite) in der Schweiz sollen besser vermarktet werden. Ein Konzept für die Ausführung eines PSA World Series (USD ) mit publikums- und TV-attraktivem Standort soll erstellt werden. Einen weiteren wichtigen Pfeiler bilden die Sportanlagen und Anbieter von Squashcourts. Gemeinsam soll versucht werden Geld zu generieren und in gemeinsame Marketing- Aktivitäten fliessen zu lassen. Mögliche Konzepte sollen bis Ende 2013 erarbeitet und mit den Sportanlagen besprochen werden Partnerschaften & Sponsoring Damit Swiss Squash gosse Sponsoren und Partner gewinnen kann, müssen vom Verband viel mehr Personen erreicht werden können. Das Formulieren von konkreten Zielen in diesem Bereich beschränkt sich vorerst darauf, die allgemeinen Verbandsziele in den Bereichen Mitglieder und Lizenzwesen, Medien und Marketing zu verfolgen. Für kleinere Sponsoren und Pool Partner sollen die folgenden Massnahmen eingeleitet werden: - Gewinnung einer zusätzlichen Person für die Promotion von Sponsoring- Möglichkeiten - Überarbeitung der vorhandenen Sponsoring- bzw. Partnerkonzepte sowie Ergänzung mit weiteren Möglichkeiten 229 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

77 3.2 Mittel- und langfristige Ziele (2016/2020) Neben den übergeordneten, strategischen Zielen im Zusammenhang mit der Förderung der Sportart Squash, müssen auch viele Ziele in den einzelnen Bereichen erreicht werden. Die folgenden Kapitel formulieren die mittel- und langfristigen Ziele und Strategien in den einzelnen Bereichen und bilden zusammen mit den übergeordneten Verbandzielen die Basis für die Detailplanungen des Verbandes in den nächsten Jahren Ziel in der Verbandsorganisation Die hohe Konstanz der Personen und die stabile Situation mit dem nationalen Kompetenzund Leistungszentrum im Sihltal sollen auch nach Ablauf der jetzigen Rahmenvereinbarung im Sommer 2017 erhalten bleiben. Zudem sollen das Personal und das Kader von Ehrenamtlichen vergrössert werden. - Aktive Suche von Ehrenamtlichen für Einsatz in Gremien, Vorstand und anderen Einsatzgebieten. Entscheidende Basis für das Erreichen sämtlicher Verbandszielsetzungen. - Vertragssituation mit dem nationalen Kompetenzzentrum frühzeitig analysieren und auf die Zukunft auslegen. Im Falle eines gegenseitigen Einverständnisses frühzeitig verlängern oder System neu aufgleisen Zielsetzung Mitglieder und Lizenzwesen Mitgliedschaften Swiss Squash muss in den nächsten Jahren konsequent die Erhöhung aller Mitglieder anstreben. - Den Mitgliederclubs muss nochmals aufgezeigt werden, wie wichtig eine korrekte Meldung der Mitgliederzahlen für den Verband ist. Es soll ein System aufgebaut werden, welches Anreize setzt, die Mitglieder korrekt anzumelden und abzurechnen oder allenfalls mit Sanktionen nachhilft. Zudem soll gemeinsam mit den Mitgliederclubs versucht werden, aktiv neue Mitglieder zu gewinnen. Der Verband soll den Clubs mögliche Massnahmen und Ideen aufzeigen. - Das Angebot für Centermitglieder soll ausgebaut und attraktiver gestaltet werden, um bestehende Mitglieder halten zu können. Zudem müssen neue Mitglieder aktiv angeworben werden. Bis 2020 sollen mind. 50 Squashanlagen Mitglied beim Verband sein. - In Zusammenarbeit mit den Clubs und den Centermitgliedern soll das Angebot für den Breitensport belebt werden. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 230

78 - Der Firmensport und dessen Wettkampfsystem (IC & Turniere) sollen in den Verband integriert werden. Erste wichtige Schritte hierzu wurden bereits gemacht. Durch diese Integration kann man einerseits die Attraktivität des Firmensport steigern und andererseits die Mitgliederzahl des Verbandes erhöhen. Zudem sind direkte Kontakte mit Squashspielern in den Firmen betreffend eines möglichen Sponsorings des Verbandes wichtig und hilfreich. - Nach Möglichkeit sollen die Gebühren für Mitgliedschaften reduziert werden Lizenzen Mehr Mitglieder in den Clubs, ein breiteres Angebot für Hobbyspieler sowie die Integration des Firmensports soll natürlich in mehr gelösten Lizenzen resultieren. Grundlegend scheint hier eine gezielte Zusammenarbeit aller Akteure (Verband, Clubs und Anlagen). - Gemeinsam mit den Clubs und Centermitglieder muss der Verband versuchen die Einsteigerlizenz (FUNpass) aktiv zu vermarkten und dessen Abverkauf zu fördern. - Ein Belohnungs- resp. Mitgliederabrechungssystem, welches Clubs honoriert, welche aktiv neue Mitglieder anwerben, soll erarbeitet und geprüft werden. - Die Annäherung an die Romandie durch Angleichung der Systeme, mit dem Endziel Reintegration, muss konsequent angestrebt werden. Bis 2020 sollen die Systeme angeglichen werden und der Betrieb der Swiss Squash Romandie wieder komplett in das Swiss Squash System integriert sein. Für die Spieler in den Grenzregionen soll das Spielen auf beiden Seiten ab sofort problemlos möglich sein. - Das Interclubsystem soll gegen unten verbreitert werden. In regionalen Ligen soll man mit geringen Kosten Interclub spielen können. - Innovative Konzepte zur gemeinsamen Generierung von finanziellen Mitteln, welche für gemeinsame Marketingmassnahmen eingesetzt werden können, müssen erarbeitet und dessen Umsetzbarkeit evaluiert werden. - Eine Zusammenarbeit mit einer Universität (Diplomarbeit) soll geprüft werden. 231 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

79 3.2.3 Personelle Zielsetzungen Verbandsadministration Die Verbandsadministration funktioniert gut, die Webpage ist informativ und meist aktuell. - Die gute Arbeit weiter führen und die Konstanz in Personal halten. Einbindung von Ehrenamtlichen zur Entlastung der Geschäftsstelle. - Möglichst viele Prozesse sollen automatisiert werden Verbandstrainer Das Trainersystem ist bestens aufgesetzt und die Positionen sind kompetent besetzt. Für die Sicherstellung der Zukunft müssen die Trainer sich allerdings dringend weiterbilden. - Möglichst viele Trainer sollen die höchste Verbandstrainerausbildung absolvieren (Ausbildung zum Swiss Squash Trainer, NWT 1). - Alle Nationaltrainer Nachwuchs und Elite müssen so bald wie organisatorisch möglich die BTA (Berufstrainerausbildung) absolvieren. - Alle von Swiss Squash bezahlten Nationaltrainer Nachwuchs und Elite müssen so bald wie organisatorisch möglich den DTLG (Diplomtrainerlehrgang) absolvieren. - Trainer, welche die BTA- oder DTLG-Prüfungen nicht absolvieren oder nicht bestehen, werden von Swiss Squash nur ehrenamtlich eingesetzt, beziehungsweise im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten nur so lange für ihre Arbeit entschädigt, bis es alternative Möglichkeiten gibt. - Swiss Squash will die Trainerqualität mittels Workshops und Weiterbildungen stetig verbessern. Schweizer Trainer oder Trainer mit langfristigen Absichten in der Schweiz werden externen Profitrainern mit kürzerem Horizont bevorzugt werden. - Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten sollen die Trainer der nationalen Stützpunkte, für ihre dortige Tätigkeit via Swiss Squash entschädigt werden. Mittels Subventionsbeiträgen von Swiss Olympic und der Weiterleitung von J+S-Nachwuchsförderungsgelder sollte dies ab Herbst 2014 finanzierbar sein. Um die Trainer, insbesondere an internationalen Juniorenturnieren, zu entlasten, sollen Ehrenamtliche gesucht werden, welche die soziale Verantwortung und die Betreuung der Spieler ausserhalb der Wettkampfzeiten übernehmen. Diego Staub wird ab nächstem Jahr deutlich weniger als Juniorennationaltrainer arbeiten. Auf der anderen Seite wird Michael Müller wieder mehr eingesetzt. Dank der Entlastung als Chef Leistungssport und der Fertigstellung des Förderkonzeptes ist dies wieder möglich. Des Weiteren möchte Swiss Squash mit Dominique Chiquet einen Trainer verpflichten, welcher in der Schweiz die Verantwortung für die vielseitige, kompetente Frühförderung von Talenten im Kindesalter kümmert. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 232

80 Verbandstechniker Die Verbandstechniker sind alle, mit Ausnahme der ehrenamtlich tätigen Athletenbetreuerin, vom Kompetenzzentrum Sihltal zu 100% angestellt. Im Kompetenzzentrum arbeitet neben den weiter vorne beschriebenen Verbandstechnikern mit Philipp Schaller eine weitere zu 100% angestellte Person, welche die Verbandsaktivitäten und Strategien auch gut kennt. Somit sind keine Änderungen nötig. Wichtigstes Ziel ist Erhalt und stetige Weiterentwicklung der angestrebten Ziele Sportmedizin & Psychologie Das Netzwerk in Sportmedizin und Sportpsychologie ist gross. Allerdings nutzen nur wenige Athleten regelmässig die Angebote der Physiotherapeuten und des Verbandsarztes. Das Kompetenzzentrum möchte einen eigenen Physiotherapeuten einstellen, welcher Swiss Squash in freien Zeiten, an Anlässen und allenfalls sogar für ausgewählte internationale Turniere zur Verfügung stehen könnte. - Konzept entwickeln für die bestmögliche Mitnutzung für Swiss Squash des via Kompetenzzentrum finanzierten Physiotherapeuten - Team der Fachspezialisten auf der Webpage von Swiss Squash vorstellen. Athleten mit Adresslisten beliefern. Mit der Bewegungs- und Sportwissenschaftlerin Jamie Albert steht dem Verband in Zukunft möglicherweise eine weitere Person zur Verfügung, um mit sportwissenschaftlich fundierten Methoden zu helfen und die Athleten in ihrer Trainingsplanung noch besser zu betreuen. Es solle ein Konzept für die Zusammenarbeit entwickelt werden. 233 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

81 3.2.4 Qualitative Verbandsziele innerhalb der relevanten Handlungsfeldern Anhang 9.7 Poster: Zielsetzungen innerhalb der Handlungsfelder nach Prioritäten. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 234

82 3.2.5 Ziele Wettkampf-Strukturen Da die nationale, europäische und internationale Szene sehr gut aufgesetzt ist, verfolgt Swiss Squash in diesem Bereich nur einige wenige Änderungsziele. Weiterhin soll viel und oft der internationale Vergleich ermöglicht werden. Klar ist auch, das im Rahmen der Möglichkeiten, die Bewerbung um die Aufnahme in die olympischen Sommerspiele 2020 unterstützt wird. Die folgenden Ziele sollen in Zukunft angepackt werden: - Nationale, zweitägige Turniere sollen dank dem Titel geschützter Event mehr Teilnehmer anlocken. Generell ist anzustreben, dank attraktiven Regelungen die Aktivität der Lizenzierten zu erhöhen. - Swiss Squash soll Kinder früher zum Wettkampf -Squash bringen. Die bereits vorhandenen, kindsgerechten Spieltests sollen öfters eingesetzt werden. Es soll geprüft werde, ob Kinder im Alter von 5-7 Jahren diese Spieltests an den Tagen der nationalen Juniorenturniere (Swiss Squash!t) absolvieren könnten. - Swiss Squash unterstützt die Bemühungen, europäische u23- Events zu lancieren und möchte selber einen u23-anlass organisieren. - Swiss Squash möchte weiterhin mit gewisser Regelmässigkeit Grossevents in den Nachwuchskategorien durchführen und ab dem Jahr 2016 soll auch mal ein Elite Event durchgeführt werden, wenn finanziell tragbar. - Die Junioren EMu19, organisiert vom Kompetenzzentrum, soll gewinnbringend organisiert werden. Der Gewinn geht hälftig an die Swiss Squash Juniorenförderung und hälftig, als Dank für ehrenamtliche Helfereinsätze, an den lokalen Verein. 235 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

83 3.2.6 Ziele Fördergefässe und Regionalisierung Die neuen Strukturen mit ihren Leistungszentren und Stützpunkten sowie die überarbeiteten Label-Prozesse sollen noch besser bekannt gemacht und etabliert werden. Die isolierten Regionen, insbesondere die Romandie, müssen wieder viel näher an den Verband gebracht werden. - Die Trainings in den nationalen Stützpunkten werden ab Herbst 2012 von allen Kaderspielern regelmässig besucht. Die Trainer der nationalen Stützpunkte sollen mittelfristig, dank Swiss Olympic Subventionen und der Weiterleitung von J+S Nachwuchsförderungsgeldern, über den Verband finanziert werden können. - Swiss Squash will pro Region eine verantwortliche Person finden, welche die Koordination der Aktivitäten übernimmt. Swiss Squash definiert / hilft beim Definieren eines Pflichtenheftes und unterstützt alle Anstrengungen des jeweiligen Koordinators. - Die Regionen sollen gemäss ihrer Einteilung weiterentwickelt werden. - Für die Grenzregion Deutschschweiz Romandie sollen Lösungen für Wettkampf und Trainingsstrukturen geschaffen werden. - Etablierung von kantonalen und regionalen Verbänden. Mit dem Kantonalverband Zürich Squash soll versucht werden, den nationalen Verband in einigen Bereichen zu entlasten und zu unterstützen. Besonders die Bereiche Regionaltrainings und Ausbildung sowie Unterstützung im Bereich von Sportanlagen könnten als wichtige Rolle von kantonalen Verbänden etabliert werden. - Mit dem Projekt Future und der privat organisierten Swiss Squash School sollen inaktive Centers in allen Regionen belebt werden und damit das Wachstum des Squashsports initiiert werden. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 236

84 3.2.7 Zielsetzungen im internationalen Vergleich Die Schweiz will sich im europäischen Vergleich in allen Bereichen noch weiter etablieren. Die Qualität in der Nachwuchsarbeit soll konsequent weiterverfolgt werden. Um auch im Leistungssport noch effizienter zu unterstützen, muss zuerst die finanzielle Situation verbessert werden. - Die Qualität und Konstanz im Personal soll erhalten bleiben. Damit können wir Leerläufe ersparen und entscheidenden Vorsprung gegenüber der Konkurrenz im Ausland erspielen. - Die Qualität im Ausbildungsbereich ist gut und soll auf höchstmöglichem Niveau gehalten werden. Es sollen noch mehr Trainer höhere Ausbildungsstufen erreichen. - Die Breite im Nachwuchsleistungssport ist für ein kleines Land beachtlich. Die Schweiz beschickt die internationalen Juniorenturniere mit sehr grossen Delegationen. Dank dieser Breite sollen mittelfristig und langfristig auch mehr Erfolge im Nachwuchs- und Eliteleistungssport gefeiert werden. Die Etablierung in den Top 5 von Europa ist angestrebt. - Mittels Grossanlässen und Medienpräsenz soll die Schweiz Beachtung als Squashland gewinnen. Die Voraussetzungen mit der jungen Herren-Nationalmannschaft rund um Teamleader Nicolas Müller sind dafür hervorragend. - Die Infrastruktur in der Schweiz ist hervorragend. Die Anlagen sollen von Swiss Squash beraten werden, um ihre Courts auch in Zukunft gut auszulasten und schön zu unterhalten. 237 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

85 3.2.8 Leistungsziele im Spitzensport (2012/2016/2020) Allgemeine Ziele bis 2016: - 3 Athleten im Gefäss Spitzensportförderung der Armee - 3 Athleten in den Top 50 der Welt - 1 Top 10 Spieler (2016) - EM Top 5 (konstant mit einer Mannschaft) - WM Top 10 (konstant mit einer Mannschaft) Ziele der Nachwuchsförderung im Kontext des Leistungssports - u15: Erfahrung sammeln - u17: Annäherung an Spitze - u19: Europäische Spitze als Ziel Übergangskategorie - u21: Vordere Hälfte der Welt als Ziel - u23: Europäisches Spitze als Ziel Meilensteine : EM Medaille Nicolas Müller : Squash bleibt in Swiss Olympic Einstufung 3. Squash wird ins Programm der olympischen Spiele aufgenommen : Nicolas Müller ist Top 10 Spieler & Europameister : CH Herren Team holt EM Medaille : WM Medaille Nicolas Müller : Olympia Medaille Nicolas Müller Anhang 9.7 Poster: Qualitative und quantitative Zielsetzungen im LS Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 238

86 3.2.9 Zielsetzungen der Athleten Die folgende Abbildung beschreibt die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele einiger ausgewählten Athleten. Die mit gelb markierten Athleten sind die Athleten des A-Kaders. Personenschutz Die Athleten sind weder alphabetisch noch nach Rangliste angeordnet. 239 Zukünftige Strategie und Ziele Swiss Squash Sportförderkonzept

87 3.3 Ziele in der Nachwuchsförderung Die Nachwuchsförderung von Swiss Squash kann als sehr gut strukturiert und organisiert beschrieben werden. Deshalb soll sie konsequent mit dem Elan der letzten Jahre weitergetrieben werden. Es sollen weiterhin möglichst viele Wettkämpfe besucht werden, der internationale Vergleich ist von zentraler Bedeutung. Verweis: Die allgemeinen Ziele in der Nachwuchsförderung sind in 1.3 (Seite 62) beschrieben Baustein 1: Bewegungsfreundliches Umfeld Allgemein sollen mehr Angebote im Squash entwickelt werden: Schnupperkurse Crashkurse Kindersportkurse Marketing- und Werbemassnahmen: Squash soll als cool, jung und dynamisch verkauft werden. Möglichkeiten: Badeanstalten Aircourt Radiowerbung Plakatwerbung Kontakt mit Schulen und Lehrern Tour de Kids Internationaler Grossevent Vermarktung der Superstars Die Sportart bekannter und beliebter zu machen ist eines der wichtigsten Verbandsziele. Auch sollen Neubauprojekte gezielt unterstützt werden. Swiss Squash bräuchte einen Vier- Wand-Glascourt für Medien- und Marketing-Belange. Die Mitgliedergewinnung via FUNpass und Breitensportkonzept muss schnell umgesetzt werden. Vereine müssen motiviert werden, für sich und Swiss Squash mehr Mitglieder zu gewinnen Baustein 2: Spitzensport und Ausbildung / Schule Die meisten Kaderjunioren sind sehr gut organisiert. Für alle anderen, die noch in einer normalen Schule sind, sollen Lösungen mit Sportschulen gesucht werden. Die Schul- und Trainingssituation soll in den Regionen Bern, Basel und in der Romandie qualitativ noch verbessert werden! Im Bereich Kindersport und Schulsport soll Squash mehr angeboten und bekannt gemacht werden. Die Zusammenarbeit mit den anderen Rückschlagspielen muss geprüft werden. Swiss Squash Sportförderkonzept Zukünftige Strategie und Ziele 240