Kommunalwahlprogramm Erlangen

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1 Kommunalwahlprogramm Erlangen #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

2 Inhalt 1. MOBILITÄT IN ERLANGEN 7 1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) Mehrspurigkeit zu gunsten einer Busspur aufgeben Verkehrsberuhigte Bereiche schaffen Autofreie Innenstadt Falschparken verhindern Ausbau des Frankenschnellwegs Mehr Ladestationen für Elektro-Mobilität im Erlanger Stadtgebiet 8 2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) ÖPNV-Kosten senken Förderung und Ausbau des ÖPNV Sicherheit erhöhen Park&Ride Klimaneutraler ÖPNV 10 3 Radverkehr Ausbau der Radinfrastruktur Striktere Trennung von Geh- und Fahrradweg Erhöhung der Sicherheit im Radverkehr Fahrradstellplätze Digitaler Kontakt zu Ansprechpartner*innen Leihräder 13 4 Neue Mobilitätslösungen und Sharing E-Scooter Mitfahrbänke in und um Erlangen DIGITALISIERUNG UND BÜRGERBETEILIGUNG 15 1 Erlangen App - Die Plattform der Zukunft Plattform für Vereine und Veranstaltungen Plattform für Behördengänge Digitaler Stadtplan 15 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

3 1.4 Plattform für Smart-City-Development 16 2 Digitale Infrastruktur Breitband-Anschluss für alle Haushalte und Unternehmen Schnellen Glasfaserausbau fördern Öffentliche Hotspots ausweiten 17 3 Digitale Verwaltung Zeitliche Entlastung der Bürger Persönlicher Besuch in Bürgerbüro nicht mehr zwingend notwendig Erlanger E-Government Applikationen vereinfachen Bürgerbüro jetzt auch online Erlangens Ausbau nationaler und europäischer digitaler Partnerschaften für gemeinsame Strategien und Standards bei der kommunalen Digitalisierung Mitgestaltung der Umstellung durch die Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes 18 4 Smart City Mehrwert schaffen durch Vernetzung Entwicklung neuer Lösungen für die Bereiche Verkehr, Umwelt und Klima Durch Kooperation und Bürgerbeteiligung die Entwicklung zur Smart City beschleunigen 19 5 Bürgerbeteiligung mehr Demokratie wagen Mit der Erlangen.de-Plattform als App mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen Bürger*innen umfassender über lokale Themen informieren 20 6 Digitale Sicherheit kompromisslose Privatsphäre Persönliche Daten vor Hacker-Zugriff schützen Der digitalen Überwachung der Bürger*innen klare Grenzen setzen 21 7 Digitalisierung eine Chance für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Digitale Innovationen fördern Nachhaltigkeit in der Wirtschaft fördern ERLANGEN UND UMWELTSCHUTZ 23 1 Klimanotstand - Konsequenzen Finanzielle Förderprogramme für energetische Sanierungen und Photovoltaik Grünes Wohnen - Bestehende Flächen effizient nutzen Erhöhung des Haushalts für Klimaschutz Erlangen als Wissenschaftsmotor für Innovationen des Klimaschutzes 24 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

4 2 Abfall und Konsumbewusstsein Regional und Nachhaltig - Wir schaffen ein Bewusstsein für Konsum Regional und Nachhaltig - Wir schaffen ein Bewusstsein für Abfall 25 3 Wohnenswertes Umfeld Komfort und Umweltschutz Lichtverschmutzung Lärmschutz Grünes Erlangen Fußgängerverkehr fördern Sauberkeit im öffentlichen Raum FÜR RESPEKT UND MITMENSCHLICHKEIT 29 1 Konsequenter Kampf gegen Rechtspopulismus, Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit 29 2 Ausbau des Angebots vom Diversity - Büro für Chancengleichheit und Vielfalt 30 3 Erlangen als sicherer Hafen für Flüchtlinge: Gegen jegliche Abschiebungen nach Afghanistan und Syrien! 30 4 Interreligiöser Dialog SOZIALES 32 1 Menschen in höherem und hohem Lebensalter Gemeinsam für ein ausgewogenes Altersbild und gegen Ageism Sexualität in höherem und hohem Lebensalter enttabuisieren Intergenerativität ermöglichen und fördern Autonomie und Mobilität fördern - Bildungsangebote und Technikunterstützung stärken Den Herausforderungen des Alter(n)s begegnen - optimale Rahmenbedingungen schaffen und Unterstützung bieten (Pflegende) Angehörige stärken Einsamkeit im Alter begegnen 35 2 Hospiz- und Palliativversorgung Interdisziplinäre und multiprofessionelle Vernetzung fördern Palliative Geriatrie und einen frühen Miteinbezug von Hospiz- und Palliativversorgung stärken Gemeinsam das Sterben und den Tod als Teil des Lebens begreifen 37 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

5 2.4 Forschung fördern, um eine verbesserte Versorgung zu ermöglichen Angebote für begleitende Angehörige und Trauernde stärken 38 3 Forschung 38 4 Respekt für die Gastarbeiter -Generation! 39 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

6 Präambel Volt hat sich als nationenübergreifende Bewegung und Partei gegründet. Wir möchten verändern, wie Politik gemacht wird. Viele der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts - Finanzmärkte, Migration, soziale Ungleichheit, Meinungsfreiheit, Klimawandel, Artenschutz - verlangen nach einer gemeinsamen Haltung ganz Europas bei den internationalen Bemühungen, ihrer Herr zu werden. Mit Volt arbeiten Bürger aus ganz Europa an Ideen für eine nachhaltige und gerechte Gesellschaft, in der wir eine wirtschaftliche Erneuerung der EU ermöglichen und fördern. Gleichzeitig gibt es sehr viele Aspekte, die wir lokal verändern können. Herausforderungen wie zunehmender Verkehr, Digitalisierung in der Stadt, Integration von Migranten, Klimaschutz der Umgang mit Migration und kleiner werdender Wohnraum treten vor allem lokal auf und erfordern lokale Lösungen und Konzepte. Daher war es für uns als lokales Team keine Frage, dass wir uns für unsere Stadt engagieren und für den Stadtrat Erlangen antreten möchten. Als europäische Partei haben wir ein Netzwerk von Menschen in ganz Europa und dort gibt es bereits Lösungen für Probleme, welche uns auch in Erlangen beschäftigen. Wir möchten Erlangen lebenswerter machen, aber dafür müssen wir das Rad nicht neu erfinden, sondern können uns Vorbilder in Europa suchen und uns mit anderen Städten verbinden, um so gemeinsame Lösungen zu finden. #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

7 1. MOBILITÄT IN ERLANGEN 1 Motorisierter Individualverkehr (MIV) Für Volt ist der motorisierte Individualverkehr (MIV) - vor allem der Autoverkehr - wie er momentan in der Stadt Erlangen vorherrscht, nicht zukunftsfähig. Vielmehr muss grundlegend über unsere Möglichkeiten der Fortbewegung diskutiert werden. Neben einer besseren Klimabilanz und einer Verbesserung der innerstädtischen Luftqualität ist eine Reduktion des MIV auch für die Lebensqualität innerhalb der Stadt förderlich, indem sie Raum für andere Nutzungsmöglichkeiten frei gibt. 1.1 Mehrspurigkeit zu gunsten einer Busspur aufgeben Damit Busse nicht im Stau stecken bleiben und somit verspätet an den Haltestationen ankommen, ist es sinnvoll, Mehrspurigkeit zu Gunsten einer Busspur aufzugeben. So zum Beispiel an der Paul-Gossen-Straße. Der dadurch begrenzte Verkehrsraum für den MIV soll zudem für ein geringeres Verkehrsaufkommen sorgen. Dies soll dadurch erreicht werden, dass aufgrund der Staugefahr und den damit einhergehenden längeren Fahrzeiten die Attraktivität des MIV sinkt. 1.2 Verkehrsberuhigte Bereiche schaffen Verkehrsberuhigte Bereiche verringern Lärm, erhöhen die Sicherheit und machen das Autofahren aufgrund der niedrigen Geschwindigkeit und den damit einhergehenden längeren Fahrzeiten unattraktiv. Dies führt zu einer straßenräumlichen Aufwertung und steigert somit auch die Lebensqualität der Anwohner*innen. 1.3 Autofreie Innenstadt Da für eine lebenswerte und umweltgerechte Stadt der Autoverkehr hinderlich ist, soll die Innenstadt langfristig möglichst autofrei werden. Um das zu erreichen müssen außerhalb der Erlanger Innenstadt mehr Möglichkeiten geschaffen werden, vom Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) umzusteigen (siehe 2.4). Der so neu gewonnene Platz kann für breitere Radwege, Fußgängerzonen und zusätzliche Erholungsräume genutzt werden. Auch die Parkmöglichkeiten für Autos in der Innenstadt sollen sukzessive abgebaut und der freigewordene Raum für Fahrradstellplätze, Wohnraum und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden. Des Weiteren soll für Kurierdienste #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

8 1 vermehrt, wie bereits in Berlin gängige Praxis, auf Lastenfahrräder zurückgegriffen werden, um so die Straßen zu entlasten und die Zustellung von Post auch in verkehrsberuhigten Zonen möglichst klimaneutral zu gestalten. 1.4 Falschparken verhindern Unerlaubtes Parken im Halteverbot, auf Fahrradwegen, auf Gehwegen und in zweiter Reihe behindert sowohl den Verkehrsfluss als auch Einsatz- und Rettungsfahrzeuge und gefährdet unnötig andere Verkehrsteilnehmer*innen. Um Falschparken zukünftig zu verhindern soll die Parksituation in Erlangen grundlegend verbessert werden. Hierzu fordert Volt wie in 2.4 beschrieben, die Schaffung von deutlich mehr Park&Ride Parkplätzen. 1.5 Ausbau des Frankenschnellwegs Die Diskussionen um den Ausbau des Frankenschnellwegs haben in der Vergangenheit zu großen Verzögerungen des Baus und somit einer Verschwendung von Steuergeldern geführt. Volt setzt sich in großem Maße für den Umweltschutz ein, doch ebenso wichtig ist es, dass sich die Bürger*innen in Erlangen wohl fühlen und zügig ihre jeweiligen Fahrtziele erreichen. Die aktuelle Situation ist sowohl für Anwohner*innen als auch Pendler*innen unzumutbar. Aus diesem Grund fordert Volt ein schnelles Handeln und spricht sich für einen Ausbau des Frankenschnellwegs aus. Neben den von der Stadt bereits geplanten Maßnahmen fordert Volt von der Stadt zusätzlich einen Zuschuss für ÖPNV-Zeittickets für den Zeitraum von Bauarbeiten, um Anreize zu schaffen. Anreiz, nicht die Ausweichstrecken durch die Stadt zu nehmen, sondern stattdessen den ÖPNV zu nutzen und dadurch die Beeinträchtigungen für Anwohner*innen, Pendler*innen und die Natur möglichst gering zu halten. 1.6 Mehr Ladestationen für Elektro-Mobilität im Erlanger Stadtgebiet Um die Luftqualität innerhalb Erlangens zu verbessern ist es sinnvoll die Elektromobilität (weiter) zu fördern. In Erlangen ist das Angebot an Ladestationen momentan noch zu gering, um tatsächlich Anreize für einen Umstieg auf E-Mobilität zu bieten. Deshalb fordert Volt den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur innerhalb der Stadt und auf allen großen Parkplätzen. Dazu gehört der freie Zugang und die einfache Bedienbarkeit von Ladesäulen. Erlangen ist eine Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat. Volt fordert 1 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

9 deshalb, dass die Stadt Erlangen ihren Fuhrpark ausschließlich mit umweltfreundlichen Fahrzeugen ergänzt. 2 Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) Ein gut ausgebauter und attraktiver ÖPNV ist für die Stadt Erlangen der erste Schritt und eine der wichtigsten Voraussetzungen, um Teile der Stadt von der Vielzahl an Autos zu befreien. Die freien Räume können dadurch anderweitig genutzt werden - beispielsweise in Form von neuen Radwegen, Grünflächen oder auch neu zu schaffendem Wohnraum. 2.1 ÖPNV-Kosten senken 2 44% der Befragten in Erlangen gaben im Rahmen der Leben in Erlangen Statistik an, dass sie den ÖPNV als größtes Problem in Erlangen sehen. Ein Faktor hierfür ist die Bezahlbarkeit des ÖPNV, dahingehend dass... Um den Anteil der Fahrten, die mit dem ÖPNV getätigt werden zu erhöhen, müssen also vordringlich die Preise gesenkt werden und das Angebot vergrößert werden. Dies gilt insbesondere für Zeitfahrkarten, da nur so für regelmäßige Fahrten dauerhaft der ÖPNV genutzt wird. Der ÖPNV ist als Dienstleistung der Stadt für die Bürger*innen zu betrachten und somit zu einem großen Teil aus Steuermitteln zu finanzieren. Derzeit kostet ein derzeitiges Ticket der Tarifstufe C in Erlangen 498 im Jahr. Dies stellt für Volt keine rentable ÖPNV-Leistung für die Bürger*innen dar. Kindern und Jugendlichen, Senior*innen und Menschen mit Behinderungen soll ein kostenloser Zugang zu ÖPNV-Tickets ermöglicht werden. Das 365-Euro-Ticket ausschließlich für Schüler und Azubis anzubieten, das ab dem Schuljahr 2020/2021 im gesamten Großraum Nürnberg eingeführt werden soll, geht Volt nicht weit genug. Volt fordert ein 365-Euro-Ticket für alle Bürger*innen, für das gesamte VGN-Gebiet, um die Menschen dazu zu bewegen auf den ÖPNV umzusteigen. Jahrestickets für SchülerInnen, Azubis und auch Studierende dürfen nicht mehr als 300 im Jahr kosten und sollen sukzessive bis zur Kostenlosigkeit eingeführt werden. Neben dem Verbilligen und Vereinfachen der Tarife muss es ebenfalls eine deutlich attraktivere Lösung für Fahrradfahrer*innen im ÖPNV geben. Volt möchte die Bereitschaft sowohl zum Nutzen des ÖPNV als auch die Nutzung von Fahrrädern erhöhen. Dazu gehört auch, diese Punkte miteinander zu verbinden, weshalb Volt ein besonders vergünstigtes Fahrradticket oder gar die kostenlose Mitbeförderung von Fahrrädern in Verkehrsmitteln des ÖPNV fordert. 2.2 Förderung und Ausbau des ÖPNV Eine weitere Hürde, die die Menschen davon abhält den ÖPNV zu nutzen, sind die teilweise nur sehr unzureichend ausgebauten und schlecht getakteten Verbindungen. Kurzfristig 2 pdf #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

10 wird sich der ÖPNV mit zusätzlichen Buslinien und Taktverdichtungen der bereits bestehenden Linien verbessern lassen. Zu den Stoßzeiten halten wir eine Taktung von 5 Minuten bei den Linien im Großraum Nürnberg-Erlangen für sinnvoll und auch realisierbar. Mittel- und langfristig müssen aber neue schienengebundene Linien (S-/U-/Trambahn), die bisher nicht ausreichend im ÖPNV erschlossene Verkehrsleistungen abfangen. Dazu gehört unter anderem die bereits in Planung befindliche Stadtumlandbahn, die von der Haltestelle Am Wegfeld über Tennenlohe, das Südgelände der FAU, den Siemens Campus, den Bahnhof Erlangen und Büchenbach bis hin nach Herzogenaurach verlaufen soll. Wir fordern deshalb neben dem Bau der Stadtumlandbahn auch einen (weiteren) Ausbau der Busstrecken und Einführung von E-Rikschas. 2.3 Sicherheit erhöhen Um die Nutzung des ÖPNV zu erhöhen reicht es jedoch nicht die Preise zu senken und die ÖPNV-Verbindungen zu verbessern. Zusätzlich muss für die Sicherheit der Fahrgäste gesorgt und diese gewährleistet werden. Erreicht werden kann das durch eine regelmäßigere und dichtere Taktung auch in den späten Abendstunden bzw. bei Nacht sowie zuverlässigeren Verspätungsmeldungen über die VGN-App oder die Website. Dadurch kann unnötig langes Warten an den Haltestellen vermieden werden. Auch die Beleuchtung an den Haltestellen kann hierzu einen Beitrag leisten und muss verbessert werden, ohne dabei die Lichtverschmutzung zu steigern (siehe 3 3.2). 2.4 Park&Ride Um auch Besucher*innen, insbesondere Expert*innen, Kongressteilnehmer*innen etc. des Wissenschaftsstandorts Erlangen, die von außerhalb mit dem Auto nach Erlangen anreisen, ein stressfreie Anfahrt und Aufenthalt ohne Stau und sonstige Verzögerungen zu ermöglichen, ist ein Ausbau des Park&Ride Systems in Erlangen erforderlich. Dafür müssen an Stationen des ÖPNV, die sich am Rand von Erlangen befinden, ausreichend und günstige Parkplätze geschaffen werden sowie die Taktung an das Besucheraufkommen angepasst werden. Um die Nutzung möglichst unkompliziert zu gestalten, bietet sich ein Kombi-Ticket bestehend aus Parkplatznutzung und Fahrt per ÖPNV in die Stadt an. 2.5 Klimaneutraler ÖPNV Volt möchte den ÖPNV in Erlangen einer stetigen Dekarbonisierung, dies meint den niedrigeren Umsatz von Kohlenstoff, unterziehen. Busse können bereits heute, betriebswirtschaftlich sinnvoll und rentabel, mit elektrischem Strom oder Wasserstoff fahren. Deshalb unterstützt Volt eine Umrüstung des Erlanger ÖPNVs auf eine möglichst #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

11 klimaneutrale Fahrzeugflotte und fordert die Unterstützung von Werkstätten, die eine solche Umrüstung anbieten. 3 Radverkehr Erlangen belegt laut dem Fahrradklimarankings des Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ( ADFC) in Deutschland Rang 2. Dennoch erhält Erlangen von den Studienteilnehmer*innen? als 3 Gesamtnote der Fahrrahdfreundlichkeit nur eine 3,4. Bemängelt werden vor allem das Fehlen von öffentlichen Fahrrädern sowie ein hoher Anteil an Fahrraddiebstählen. Aus diesem Grund fordert Volt für die Fahrradstadt Erlangen umfassende Veränderungen für den Radverkehr. Durch eine fortgeführte Steigerung des Radverkehrsanteils in Erlangen kann auch den Problemen des Klimawandels und überfüllten städtischen Straßen effektiv begegnet werden. Volt will dafür die Hürden weiter beseitigen. Dies erfordert, dass Fahrradfahrer*innen im Verkehr gleichberechtigt mit motorisierten Verkehrsteilnehmer*innen sind. 3.1 Ausbau der Radinfrastruktur Der Ausbau der Radverkehrswege ist nach dem ÖPNV einer der wichtigsten Punkte, um die Mobilität in Erlangen auch in Zukunft nachhaltig und fair zu gestalten. Zur Verbesserung des Radwegenetzes fordert Volt deshalb eine Zusammenarbeit mit lokalen Expert*innen und Bürgerbefragungen, beispielsweise durch eine Erlangen-App, um so Stellen mit mangelhaften Radwegen und/oder Gefahrenstellen zu identifizieren. Besonder Wert soll dabei auch auf eine angenehme Radanbindung an Außenbereiche der Stadt Erlangen sowie angrenzende Orten gelegt werden. 3.2 Striktere Trennung von Geh- und Fahrradweg Um der Konkurrenz von Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen entgegenzuwirken ist eine striktere Trennung von Fuß- und Radweg nötig. Nutzen Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gemeinsam einen (Geh)weg, so muss dieser eine klar sichtbare Trennung für beide Verkehrsteilnehmer*innen erhalten. Hierdurch kann eine gegenseitige Beeinträchtigung und Gefährdung reduziert oder verhindert werden. 3.3 Erhöhung der Sicherheit im Radverkehr Um die Motivation zum Fahrradfahren weiter zu erhöhen, muss auch für mehr Sicherheit im Radverkehr gesorgt werden. Dies erreicht man unter anderem durch eine Verbreiterung bereits bestehender Radwege von XYm auf mindestens 1,70m, um ein sicheres Überholen 3 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

12 durch andere Radfahrer*innen zu ermöglichen. An größeren Straßen fordern wir eine Mindestbreite von 2,20m. Diese Zahlen orientieren sich an der Radwegbreite der Stadt Kopenhagen*, welche als besonders fahrradfreundlich bekannt ist. Des Weiteren sollen an Kreuzungen vorgelagerte Haltelinien für Radfahrer*innen und Fahrradampeln mit entsprechendem Vorlaufgrün angebracht sowie Radwege rot eingefärbt werden. Volt fordert außerdem, auf von Fahrrädern stark frequentierten Straßen, das Abstimmen von Ampelschaltungen auf Radfahrgeschwindigkeiten. Dazu können modernste Techniken wie die Benutzung einer App, wie sie bereits in Amsterdam und Kopenhagen verwendet wird, 4 zur Anwendung kommen. Eine große Gefahrenquelle für Fahrradfahrer*innen stellen falsch parkende Fahrzeuge dar, welche den Radweg blockieren. Um diese Gefahrenquelle zu reduzieren, muss eine konsequentere Kontrolle, Sensibilisierung und Sanktion von falschparkenden Autofahrer*innen erfolgen. Auch muss bei Baumaßnahmen an Straßen stets eine korrekte und sichere Fahrradwegführung mitgedacht und -geplant werden. 3.4 Fahrradstellplätze Mit der S-Bahn-Haltestelle Paul-Gossen-Straße wurde ein Vorbild geschaffen, das eine intelligente Verknüpfung von Rad- und ÖPNV-Nutzung zulässt. Dies muss zielstrebig fortgeführt und ausgebaut werden. Volt setzt sich deshalb dafür ein, in Erlangen noch mehr überdachte sowie stabile Abstellplätze für Fahrräder zu errichten. Diese Forderung umfasst auch sichere Abstellplätze für Fahrräder in Parkhäusern, die das Diebstahlrisiko deutlich verringern. Dazu muss es eine große Fahrradstation am Bahnhof und allen stark frequentierten Haltestellen sowie stadtnahen Park&Ride Plätzen geben. Diese Fahrradstationen müssen ergänzend über ein zuverlässiges Sicherheitssystem verfügen, um so der hohen Rate an Fahrraddiebstählen entgegenzuwirken. 3.5 Digitaler Kontakt zu Ansprechpartner*innen Für die Meldung von Falschparkern, Hindernissen (wie z.b. Glasscherben) und Schäden auf Radwegen sollte es eine Möglichkeit geben, diese direkt, mobil und unkompliziert an die Stadt zu melden. Diese Meldungen helfen nicht nur dabei die akute Gefahr zu beseitigen, sondern ermöglichen auch eine objektive Auswertung, die die Identifizierung von besonders gefährdeten Orten fördert und damit langfristig aktive Gegenmaßnahmen ermöglicht. Volt fordert deshalb die Etablierung einer offiziellen App in erheblich umfangreicherem Maße als sie derzeit z.b. schon in Erlangen-Höchstadt existiert. 4 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

13 3.6 Leihräder In Erlangen ist die Dichte an öffentlichen Leihrädern erschreckend niedrig, lediglich am 5 Hauptbahnhof gibt es einen Leihradstandort der Deutschen Bahn. Ein erhöhtes Angebot an kostengünstigen Leihrädern, vor allem an Haltestellen des ÖPNV und in verkehrsberuhigten Bereichen würde die Attraktivität der Nutzung des ÖPNV weiter steigern sowie die Anbindung zwischen Haltestellen verbessern. Volt fordert deshalb einen strukturierten und gut positionierten Ausbau des Leihrad-Angebots aller Größen und Anforderungen, wie z.b. Kinder- und Lastenräder, in ganz Erlangen. Ein weiterer Schritt wäre die Nutzung des Leihrad-Angebots für die ersten 30 Minuten kostenlos zu gestalten 6 was es für Berufstätige sehr attraktiv macht. Ein Ansatz hierfür liefert bereits Antwerpen. 4 Neue Mobilitätslösungen und Sharing Die meisten Privatwagen in Städten verbringen einen überwältigenden Anteil ihrer Lebenszeit stehend ungenutzt. Dies stellt aus unserer Sicht eine Verschwendung von Ressourcen, Geld und Fläche dar. Deswegen setzt sich Volt für neue Mobilitätslösungen und ein kostengünstiges und dabei effizientes Carsharing eins, so dass Privatwagen möglichst nicht mehr benötigt werden. 4.1 Carsharing Um der Bevölkerung weiterhin die Möglichkeit des Individualverkehrs zu bieten und dennoch die Anzahl der zugelassenen PKWs zu reduzieren, setzt Volt unter anderem auf Carsharing. Dabei ist es wichtig noch genauer herauszufinden und zu untersuchen, welches der verschiedenen Carsharing Modelle sich diesbezüglich als besonders erfolgreich erweist. Neben einer geringeren Anzahl an zugelassenen PKWs hat Carsharing den weiteren Vorteil, dass man nicht länger an eine bestimmte Fahrzeuggröße gebunden ist, wie es bei einem eigenen Auto der Fall ist, sondern die Möglichkeit hat, je nach Zweck unterschiedliche Fahrzeugtypen zu nutzen. Auch ist Carsharing für Urlauber*innen eine angenehme Möglichkeit das Erlanger-Umland zu bereisen und zu erkunden. 4.2 E-Scooter Generell steht Volt neuen Fortbewegungsmöglichkeiten, wie dem Fahren mit E-Scootern, aufgeschlossen gegenüber. Hierbei gilt es allerdings zu bedenken, dass der Umstieg auf #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

14 dieses Verkehrsmittel nur dann umweltschonend ist, wenn dadurch Fahrten mit dem Auto ersetzt werden und es nicht ausschließlich für kürzere Wege genutzt wird, die man ansonsten mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen würde. Das Umweltbundesamt 7 kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass dies momentan nur selten der Fall ist. Aus diesem Grund setzt Volt sich dafür ein, dass diese und auch alle zukünftigen Formen der individuellen Mobilität nach einer angemessenen Zeit auf ihren Nutzen und ihre Klimabilanz hin überprüft werden. Außerdem fordert Volt den Empfehlungen des 8 Umweltbundesamtes zu folgen und nur solche E-Scooter zum Verleih zu genehmigen, die Umweltkriterien wie die Austauschbarkeit und lange Lebensdauer von Akkus, sowie die Reparierbarkeit erfüllen. Damit es im Stadtverkehr, durch dieses noch sehr neue Verkehrsmittel, nicht zu Behinderungen und Unfällen kommt, müssen ergänzend die rechtlichen Rahmenbedingungen (zum Beispiel: Wo ist das Fahren mit E-Scootern erlaubt?) verstärkt in der Öffentlichkeit kommuniziert werden. 4.3 Mitfahrbänke in und um Erlangen Als Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot des ÖPNV und zur Förderung der Mobilität außerhalb der regulären Fahrzeiten oder -strecken, plant Volt das Aufstellen von Mitfahrbänken. Diese ermöglichen es, in und um Erlangen Mitfahrgelegenheiten zu nutzen. Das Ziel der MItfahrenden kann dabei sowohl über an der Bank angebrachte Schilder als auch über die neu zu entwickelnde Erlangen App bekannt gegeben werden #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

15 2. DIGITALISIERUNG UND BÜRGERBETEILIGUNG 1 Erlangen App - Die Plattform der Zukunft Immer mehr Städte - von Großstädten wie Wien bis hin zu Kleinstädten wie Röttenbach - etablieren eine eigene Städte-App. Diese zeugen von gelebtem Pragmatismus, sind progressiv erweiterbar und lassen eine Vielzahl von möglichen Nutzungen zu. Hierbei können multilinguale, einfach zugängliche und gar barrierefreie Inhalte zur Verfügung gestellt werden. 1.1 Plattform für Vereine und Veranstaltungen Die Bürger*innen der Stadt Erlangen, insbesondere Kinder und Jugendliche, erhalten mit der Plattform eine Übersicht über das Angebot aller Vereine der Stadt. Dies könnte insbesondere für Kinder und Jugendliche interessant sein. Diese Liste kann unter anderem die Standorte der jeweiligen Vereine anzeigen und mit der VGN-App verknüpft die optimalen Anbindungen vorschlagen. Auch kann in einer solchen App ein Kalender für die große und sehr breit gefächerte Masse an Veranstaltungen geführt und zusätzliche Infos wie Preise und Aktionen eingespeist werden. Dabei kann auch mit anderen Apps wie beispielsweise der Bergkirchweih-App kooperiert werden. 1.2 Plattform für Behördengänge Um die Beteiligung von Bürger*innen sowie die Barrierefreiheit zu steigern, sollte parallel zum persönlichen Behördengang auch eine Online-Möglichkeit entstehen, welche ebenfalls über die App koordiniert werden kann. So wäre ein Terminsystem für das Bürgerbüro oder eine weiterführende Digitalisierung der Behördengänge denkbar. Auch ist eine Integration der ESTW-Online-Angebote möglich, welche über die App den Bürgerinnen und Bürgern direkt zugänglich gemacht werden können. Dies ist zum Beispiel über ein Chatangebot denkbar, wodurch das Vertragsmanagement weiter digitalisiert und vereinfacht wird. #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

16 1.3 Digitaler Stadtplan In der Erlangen-App können eine Vielzahl an Informationen übersichtlich und nach Bedürfnis in einer oder mehreren Karten angezeigt werden. So können WLAN-Zonen gekennzeichnet werden und durch die Integration der App mit diesen kostenfrei verbunden werden. Das Einbinden verschiedenster Lokalitäten, Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Toiletten oder Fahrradstellplätzen sowie Car- und Bikesharing Angebote sind möglich. Auch das Sammeln zentraler Parkplatzdaten wie die Anzahl der parkenden Autos und das damit mögliche Anzeigen der augenblicklich verfügbaren Parkplätze sowie der Kosten sollen übersichtlich integriert werden. 1.4 Plattform für Smart-City-Development Die Einführung einer Stadtapp hat auch viele Vorteile in der Entwicklung einer Smart-City. So kann die Benutzung einer solchen App beispielsweise auch für ein smartes Fahrradampel- oder Lichtsystem verwendet werden. Dadurch ist über eine vom Nutzer vorher zugelassene GPS-Daten-Ortung ein automatisches (an)schalten der Ampel bzw. des Lichtes möglich, wenn dieser sich auf einem Fahrrad nähert. 9 2 Digitale Infrastruktur Breitband-Anschluss für alle Haushalte und Unternehmen Allen Haushalten und Unternehmen der Stadt soll der Zugang zu einem breitbandigen Internet-Anschluss ermöglicht werden. Ein schneller und zuverlässiger Internet-Zugang ist der Schlüssel für die Teilhabe am Stadt- und Arbeitsleben sowie in seiner Bedeutung vergleichbar mit einem Strom- oder Wasseranschluss. Lücken im Ausbau der digitalen Infrastruktur sollten deshalb möglichst rasch geschlossen werden. 2.1 Schnellen Glasfaserausbau fördern Volt fordert, beim Glasfaserausbau über den bis Ende 2021 geplanten Anschluss von 80,5% der privaten Haushalte hinaus, innerhalb der folgenden zwei Jahre 90% der privaten Haushalte und 100% der gewerblichen Standorte, an das Glasfasernetz anzubinden. Der Glasfaserausbau sollte nicht am Verteilerkasten enden - zukunftssicherer ist es stattdessen, im Zuge von Neubauten oder Renovierungen die Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnungen zu verlegen. Hierzu müssen finanzielle und/oder baurechtliche Anreize geschaffen werden. 9 fic-sibike.html #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

17 2.2 Öffentliche Hotspots ausweiten 10 Nach der jüngst erfolgten Verbesserung der Rechtssicherheit soll das Angebot an öffentlichen und kostenfreien WLAN-Hotspots sowohl in Bus und Bahn als auch im Gebiet der Universitäten und touristischen Attraktionen ausgeweitet werden. Ergänzend zu dieser Maßnahme soll ein stadtweit flächendeckendes, Erlangen-WLAN etabliert werden, das einen mobilen Internetzugang für Bürger*innen und Gäste erlaubt. Darüber hinaus soll erweitert in der Erlangen-App (s. Punkt 2.1) eine Karte mit den öffentlich zugänglichen WLAN-Spots erstellt und integriert werden. 3 Digitale Verwaltung Zeitliche Entlastung der Bürger Sowohl Bürger*innen als auch Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes sollen durch ein möglichst benutzerfreundlich und zukunftssicheres E-Government entlastet werden. Während viele Erlanger*innen die Kontakte mit der Stadtverwaltung gerne komplett online erledigen würden, ist dies derzeit nur bei einem kleinen Teil der Anliegen (wie beispielsweise ) möglich. So wurde bereits bei einer Bürgerbefragung 2015 eine deutlich stärkere/umfassendere 11 Digitalisierung gefordert. So überrascht es wenig, dass die Bürgerbüros immer noch stark frequentiert sind sowie mit langen Wartezeiten zu rechnen ist. An dieser Stelle könnte beispielsweise ein online-terminsystem Entlastung schaffen. 3.1 Persönlicher Besuch in Bürgerbüro nicht mehr zwingend notwendig Volt setzt sich für zusätzliche und einfachere Angebote für die Funktionen Identifikation und Bezahlung ein. Statt aufwändiger Eigenentwicklungen, wie der AusweisApp2, sollte auf einfach zu bedienende Standardverfahren umgestellt werden. Einheitliche Funktionen sind auf allen Ebenen zu realisieren vom Stadtportal über Landes- und Bundesportale bis hin zum europäischen Single Digital Gateway (SDG). 3.2 Erlanger E-Government Applikationen vereinfachen Volt fordert von der Stadt Erlangen, sich zur Sicherstellung der Bedienerfreundlichkeit u.a. an den Digitallabor -Projekten zu beteiligen. Die Bedienerfreundlichkeit ist aus Sicht aller EU-Mitbürger*innen in Erlangen zu betrachten. Die Umsetzung des E-Governments schließt eine Vereinfachung der Sprache in Bezug auf die Menüführung, das Ausfüllen von 10 Sort=3&nr=85948&pos=0&anz= pdf #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

18 Formularen und dem Lesen von Inhalten mit ein. Ein Beispiel dafür ist die Initiative Leichte Sprache der Stadt Köln. 3.3 Bürgerbüro jetzt auch online Die Online-Reservierung für Terminzeiträume in den Bürgerbüros soll für alle Bürger*innen der Stadt eingeführt werden. Hierzu sollten sich Interessent*innen in Wartelisten eintragen können und dann nach Freiwerden auch kurzfristiger Termine eine Mitteilung diesbezüglich erhalten. Hierfür ist aber eine Erweiterung der Sprachauswahl der Internetseite erlangen.de notwendig, welche nicht wie derzeit auf einer Google-Übersetzung basiert, sondern von Expert*innen für Fremdsprachen erstellt wurde. Auch sollten die Arbeitsplätze in den Bürgerbüros so ausgestattet werden, dass Gesprächstermine via Videomeeting stattfinden können. Anliegen online über ein E-Government Portal zu erledigen, ist dabei immer ein zusätzliches und paralleles Angebot, zum ansonsten weiterhin möglichen persönlichen Behördengang. 3.4 Erlangens Ausbau nationaler und europäischer digitaler Partnerschaften für gemeinsame Strategien und Standards bei der kommunalen Digitalisierung Die Verwendung von europaweit standardisierten Schnittstellen kann der Stadt Erlangen helfen, ihre IT- Kosten zu senken und dabei trotzdem ihr digitales Angebot (zügig) auszuweiten und zu verbessern. Hierfür sollten insbesondere die von der Europäischen Kommission 2017 definierten European Interoperability Reference Architecture ( EIRA) Standards des European Interoperability Framework (EIF) angewandt werden. Die Stadt Erlangen sollte ferner darauf hinarbeiten, dass für eine gemeinsame Spezifikationsarbeit geeignete Kooperationsformen mit technisch orientierten nationalen Digital-Gremien, wie z. B. dem IT-Planungsrat, definiert werden. Eine multilaterale Zusammenarbeit einzelner Städte gestaltet sich dabei als einen sinnvollen Schritt, bis umfassendere und tragfähige Kooperationsformen zur Verfügung stehen. Dabei gilt: Je mehr Städte eine gemeinsame Lösung verfolgen, desto besser. Denn dies verringert den eigenen Anteil an Aufwendungen und erhöht die Anstrengungen der Industrie, mit neuen Ideen und Produkten zu Lösungen beizutragen. Die rasche Entwicklung von Software-Technologien macht die Unterstützung durch IT-Fachkräfte mit Erfahrungen aus der freien Wirtschaft notwendig. Im Wettbewerb um gute Fachkräfte soll das E-Government-Center die Möglichkeit bekommen, für Spitzenkräfte Arbeitsbedingungen und Gehälter auf einem für die freie Wirtschaft üblichen Niveau zu bieten. 3.5 Mitgestaltung der Umstellung durch die Mitarbeitenden des öffentlichen Dienstes Die Erweiterung des E-Governments bringt für die Mitarbeiter*innen im öffentlichen Dienst erhebliche Veränderungen im Arbeitsablauf mit sich, so muss jeder für die neuen #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

19 digitalen Inhalte geschult werden. Volt erscheint deshalb die frühzeitige Einbindung des Personals, bereits in der Planungsphase sowie ausreichend Zeit für Schulungs- und Coachingmaßnahmen, als unabdingbar und als Schlüssel für eine am Ende für alle Beteiligten gelingenden Lösung und Verbesserung. 4 Smart City Mehrwert schaffen durch Vernetzung Mit digitalen Lösungen soll die Lebensqualität in Erlangen spürbar verbessert werden. Als Smart City entwickelt Erlangen neue digitale Funktionen zum Wohle aller Bürger*innen. 4.1 Entwicklung neuer Lösungen für die Bereiche Verkehr, Umwelt und Klima Für die Messung des Individualverkehrs und eine darauf aufbauende intelligente Verkehrssteuerung ist bis 2023 ein Lösungskonzept zu erarbeiten. Geeignete Sensorik ist bei der Neuanschaffung von Straßenbeleuchtung und Ampelanlagen langfristig einzuplanen. Die Messdaten sollen in Echtzeit, Navigationsgeräten und -applikationen, zur Verfügung gestellt werden. Die digitale Erfassung von Umweltdaten (Temperatur-, Feuchtigkeits-, Wind- und Schadstoffmessungen) muss im gesamten Stadtgebiet ermöglicht werden, um Änderungen des Stadtklimas sowohl bedingt durch den Klimawandel als auch durch andere Faktoren rechtzeitig erkennen zu können. Bei regelmäßiger Überschreitung von Grenzwerten müssen geeignete bauliche Gegenmaßnahmen eingeleitet werden sowie in ihrer kurz- und langfristigen Wirkung wissenschaftlich überprüft werden. Daten aus den Bereichen Verkehr, Umwelt und Energie sollen dabei zu einer objektiven Messung der Erreichung der städtischen Klimaziele verknüpft werden. Ergänzend soll die Umsetzung eines SmartCity-Projektes im Bereich der Abfallentsorgung bis 2021 etabliert werden. Hierbei sollen Methoden erprobt werden, welche die Vermeidung von Müll unterstützen sowie höhere Recyclingquoten ermöglichen. 4.2 Durch Kooperation und Bürgerbeteiligung die Entwicklung zur Smart City beschleunigen Smart City-Projekte erfordern die Zusammenarbeit von städtischen Betrieben mit Partner*innen aus Wirtschaft, Industrie (?) und oft auch Hochschulen/Universitäten oder wissenschaftlichen Instituten. Für diese Art der Kooperationen ist ein fester organisatorischer Rahmen zu definieren. IT-Kooperationen mit anderen europäischen Smart Cities sollen dabei verstärkt werden. Ziel ist die Einigung auf einheitliche Soft- und Hardware-Komponenten, sodass Smart City-Lösungen ohne aufwändige Anpassungen von Stadt zu Stadt weitergegeben werden können. Europäische Ansätze zur Standardisierung #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

20 werden dabei unterstützt und vollständig umgesetzt. Alle Erlanger Smart City-Projekte sollen bereits in der Pilotphase mit Beteiligung der Bürger*innen durchgeführt werden. Die Bewertung der Projekte durch Bürger*innen muss in die abschließende Erfolgsbewertung mit einfließen. 5 Bürgerbeteiligung mehr Demokratie wagen Mit besserer Information soll für Transparenz gesorgt und mehr Bürgerbeteiligung ermöglicht werden. Die Fortschritte in der Digitalisierung eröffnen den Bürger*innen völlig neue Möglichkeiten der Beteiligung an der städtischen Entwicklung. Schon heute bietet die Stadt Erlangen Portale mit Bevölkerungsstatistiken, Geodaten oder ausführlichen Informationen über die Arbeit im Stadtrat an. Über diese Informationen hinaus soll dieser Weg mit zusätzlichen aktiven Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung ausgebaut werden. 5.1 Mit der Erlangen.de-Plattform als App mehr Bürgerbeteiligung ermöglichen Volt fordert die Entwicklung von Umfrage- und Abstimmungsfunktionen für städtische Themen auch auf dem Smartphone. Bürger*innen sollen ihre Hinweise und Vorschläge an die Stadt weitergeben können und von der Stadt auch Feedback bekommen. Mit der Sag s Wien -App gibt es dafür ein gutes Vorbild, das in ähnlicher Form auch in Erlangen angeboten werden sollte. Die Bürger*innen sollen per Push-Nachricht informiert werden, wenn es Neuigkeiten zu einem abonnierten Thema gibt. Dies soll auch über die neu entwickelte Erlangen-App möglich sein. 5.2 Bürger*innen umfassender über lokale Themen informieren Volt fordert Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen im städtischen Bereich in der Planungsphase anschaulicher und transparenter zu kommunizieren sowie es den Bürger*innen auch online zu ermöglichen, ihre Sichtweisen und Ergänzungen einzubringen. Computer-Illustrationen sollen dabei helfen, sich über das vorher und nachher ein genaueres Bild zu machen. #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

21 6 Digitale Sicherheit kompromisslose Privatsphäre Persönliche Daten müssen gesichert und bei der digitalen Überwachung enge Grenzen gesetzt werden. 6.1 Persönliche Daten vor Hacker-Zugriff schützen Alle personenbezogenen Daten werden von der Stadt verschlüsselt gespeichert. Jegliche Kommunikation zwischen Bürger*innen einerseits und der Stadt andererseits muss durch eine End-to-End-Verschlüsselung geschützt werden. Dabei sollen lokale Cloud-Lösungen aufgrund einer höheren Datensicherheit bevorzugt werden. 6.2 Der digitalen Überwachung der Bürger*innen klare Grenzen setzen Die Stadt Erlangen respektiert in allen digitalen Anwendungen die Oberhoheit der Bürger*innen über ihre personenbezogenen Daten - so wie es auch in der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) festgelegt ist. Generell können neue digitale Überwachungs-Technologien innerhalb der Stadt erst dann genutzt werden, wenn gesichert ist, dass durch die Nutzung keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden sowie die Nutzung explizit gesetzlich erlaubt wurde. Volt spricht sich für ein klares Verbot des Einsatzes von Gesichtserkennungs-Software sowie weiterer biometrischer Verfahren und dem Ausbau von Kameraüberwachung im städtischen Raum aus. Erfasste und gespeicherte Daten, im Rahmen von Smart-City-Projekten, dürfen dabei keinerlei Rückschlüsse auf Einzelpersonen zulassen. Vor dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz durch städtische Sicherheitsorgane sind ethische Grundsätze auszuarbeiten und gesetzlich zu verankern. #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

22 7 Digitalisierung eine Chance für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Lokalen Unternehmen soll hinsichtlich nachhaltiger und digitaler Innovation unterstützt werden. Als Standort von verschiedenen Forschungsabteilungen weltbekannter Informationsund Kommunikationstechnik -Unternehmen und mit einer führenden Universität hat Erlangen viel Potential zum Ausbau der digitalen Wirtschaft. 7.1 Digitale Innovationen fördern Volt fordert sowohl den Ausbau von mehr als auch von besser/optimal ausgestatteten städtischen Coworking-Spaces, in denen Freiberufler*innen arbeiten und sich austauschen können. Auch eine gemeinsame Projektarbeit von Stadt, Behörden und lokalen Unternehmen soll dort ermöglicht werden. Darüber hinaus soll die Stadt die Ausrichtung von Wettbewerben, Foren oder Messen initiieren und fördern. Dadurch könnten auch lokale Start-ups, Universitäten/Hochschulen und Firmen aus Gründer- und Technologiezentren neue Ideen präsentieren und sich mit der etablierten Wirtschaft vernetzen. Ergänzend soll das Interesse an IT-Berufen und MINT-Fächern durch kreative Veranstaltungen, wie beispielsweise Projektwochen in städtischen Bildungseinrichtungen, gefördert werden. Ziel ist es dabei die Digitalisierung in enger Kooperation mit lokal ansässigen IT- und MINT-Firmen voranzutreiben. 7.2 Nachhaltigkeit in der Wirtschaft fördern Der effektivste Weg für eine Verringerung von Verkehrsaufkommen und Büroflächenbedarf ist ein höherer Anteil von Beschäftigten in verschiedenen Varianten des Homeoffice. Aus diesem Grund regt Volt die Förderung von dezentralen Arbeitskulturen durch finanzielle Anreize (beispielsweise über die Gewerbesteuer) an. Sowohl bei der Auftragsvergabe im IT-Bereich als auch bei der Auswahl von Partner*innen sollen ökologische Aspekte (Ökostrom, grüne Suchmaschine etc.) berücksichtigt werden. Die Bereitstellung der von der Stadt generierten Daten für die Öffentlichkeit soll auch in offenen Standards erfolgen (z. B. ckan, citysdk ), um die Weiterentwicklung lizenzfreier Anwendungen zu unterstützen. #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

23 3. ERLANGEN UND UMWELTSCHUTZ 1. Klimanotstand - Konsequenzen Die EU und Deutschland haben sich in der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und dem Pariser Abkommen zur Bekämpfung des Klimawandels bekannt. Fortschritte wurden erreicht, jedoch ist Deutschland nach wie vor auf einem Entwicklungspfad, auf dem es seinen Beitrag zum Erreichen des 2 C- oder gar 1,5 C-Zieles nicht ausreichend leistet. Die aktuelle Politik ist unzureichend. Das macht ein unverzügliches Umsteuern erforderlich. Volt befürwortet deshalb eine progressive und ambitionierte Politik sowohl auf europäischer, als auch nationaler und kommunaler Ebene. Volt möchte deshalb folgende Projekte vorantreiben: Eine deutlich ambitioniertere Klimapolitik, eine erfolgreiche Energiewende sowie eine schnellere Verkehrswende. Damit dies möglich wird, muss auf allen Ebenen auch auf lokaler Ebene etwas getan werden. Erlangen hat dazu am 27. Mai 2019 den Klimanotstand ausgerufen und erste Maßnahmen beschlossen. Volt möchte daran weiterdenken und aktiv werden. 1.1 Finanzielle Förderprogramme für energetische Sanierungen und Photovoltaik Der Solarausbau in Erlangen ist sehr niedrig und sukzessive zurückgegangen. Gab es 2010 noch eine zugebaute Leistung von über 3500 KWp war diese bereits bis 2015 auf 500 KWp 12 gesunken. Um die Klimaziele zu erreichen, muss jedoch die Gesamtleistung aller städtischen Solaranlagen mindestens verdoppelt werden. Dazu fordert Volt einen wirksamen finanziellen Anreiz mit Lenkungsfunktion für Privatpersonen und Unternehmen. Volt möchte des Weiteren das Divestment aus fossilen Energien fördern sowie alle Bürger*innen durch umfassende öffentliche Kampagnen über Förderprogramme informieren. Erlangen besitzt eine Vielzahl an energetisch schlecht sanierten Häusern. Für eine weitere Schonung der Umwelt müssen sowohl Wohn- als auch Gewerbebauten energetisch saniert werden. Dazu besteht bereits das Förderprogramm was an Attraktivität aus Sicht von Volt nur als unzureichend ansprechend angesehen wird. Volt fordert deshalb die Attraktivität des Förderprogramms mit den entsprechenden Mitteln deutlich zu steigern d_ pdf #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

24 1.2 Grünes Wohnen - Bestehende Flächen effizient nutzen Volt fordert die effiziente Nutzung von bestehenden Flächen im Sinne eines grünen Wohnens und die Begrünung der Innenstadt. Die Begrünung von bereits bestehenden Flachdächern und Fassaden wirkt im Sommer temperatursenkend, verbessert die Luftqualität und beugt durch eine geringere Versiegelung von Flächen möglichen Überschwemmungen vor. Durch eine energetische Sanierung der Gebäude mit Hilfe von Begrünungen unterstützt Volt sowohl die Artenvielfalt als auch Energieeinsparungen durch natürliche Isolierungen. Als Vorbild hierfür soll das Berliner Projekt GründachPlus dienen, welches seit 2019 innovative Dachbegrünungen fördert Erhöhung des Haushalts für Klimaschutz Klimaschutz kostet - und jede/r Einzelne muss seinen Beitrag dazu leisten. Um möglichst wenig einzelne Bürger*innen finanziell zu belasten fordert Volt deshalb eine Erhöhung des Budgets für Klimaschutz mittels einer Erhöhung der Gewerbesteuer. Außerdem fordert Volt die Erhöhung von Freibeträgen für Gewerbesteuern,um regionale Firmen und Privatpersonen, welche in den Klimaschutz investieren, nicht weiter zu belasten. Dies hat zwar erhöhte Kosten für die angesiedelten Unternehmen zur Folge, doch sollen diese auch bei Investitionen in den Klimaschutz eine erhöhte Förderung zurückerhalten. So werden sowohl finanzielle Anreize gleichzeitig geschaffen und finanziert. 1.4 Erlangen als Wissenschaftsmotor für Innovationen des Klimaschutzes Erlangen hat den Klimanotstand ausgerufen. Um diesen zu beheben, muss mit einer größtmöglichen Anzahl an Ideen ein Zeichen für den Klimaschutz gesetzt werden. Erlangen besitzt beispielsweise mit der FAU und vielen anderen führenden Institutionen eine große Denk-Fabrik und sollte deshalb als Leuchtturm für andere Städte fungieren. Diese geballte Kraft an Wissen, Kompetenzen und Ressourcen zu nutzen, ist das Ziel von Volt. Deshalb fordert Volt u.a. einen Ideenwettbewerb zum Thema Energiespeicherung und grünes Erlangen, welches innovative Entwicklungen sowie herausragende Persönlichkeiten fördern soll #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

25 2 Abfall und Konsumbewusstsein 2.1 Regional und Nachhaltig - Wir schaffen ein Bewusstsein für Konsum Angebot und Nachfrage. Es wird immer das produziert, was Bürger*innen kaufen wollen und sollen. Deshalb setzt sich Volt in Punkto Nachhaltigkeit für eine aufgeklärte Bevölkerung ein, die aus eigenem Interesse für einen Wandel einsteht. Ein Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und regionalen Produkten. Volt möchte deshalb auch in Schulen und Volkshochschulen das Angebot von Projekt-Unterricht in Form von Nachhaltigkeitskunde fördern. Darüber hinaus müssen Supermärkte- und Ladenkonzepte einen Anreiz dahingehend erhalten, verstärkt regionale und ökologische Produkte zu verkaufen. Plastik im Gemüsefach darf zukünftig nicht mehr sein. Dies gelingt zum einen durch die Identifizierung von Best-Practice-Strategien sowie zum anderen durch die Entwicklung neuer Lösungen und die Stärkung bürgerbasierter Initiativen. Konkrete Orientierung kann bspw. der Aktionsplan Kreislaufwirtschaft der EU-Kommission bieten. Volt möchte Wege finden, regionale und somit auch saisonal sinnvolle Kaufentscheidungen zu fördern. Volt befürwortet deshalb bspw. auch den Lebensmitteleinzelhandel mit einem regionalen Angebot, den Wochenmarkt sowie die Nutzung von wiederverwendbaren Behältnissen und to-go-bechern. Weitere Möglichkeiten bieten Nachbarschaftsbörsen zum Tauschen, Teilen und Verleihen sowie Unverpackt-Läden für zero-waste. Ein Beispiel wäre hierbei der bereits 14 bestehende Umsonst-Laden in Erlangen. Weiterhin fördert Volt die Sensibilisierung von Unternehmen hinsichtlich eines verantwortungsvollen Umgangs mit Verbrauchs- und Arbeitsmaterialien. Volt möchte praktikable und alltagstaugliche Konzepte aufzeigen sowie diese öffentlich bekannt machen. Hierfür können bspw. kurze Clips mit Verbrauchertipps über die Verkehrsmittelwerbung dienen. Ergänzend möchte Volt digitale Möglichkeiten, wie die Gestaltung einer kostenfreien Online-Plattform für die sinnvolle und nachhaltige Zusammenführung von Angeboten in der Region schaffen. 2.2 Regional und Nachhaltig - Wir schaffen ein Bewusstsein für Abfall Mülltrennung soll für alle Bürger*innen einfach und verständlich sein. Volt fordert die Anzahl und die Öffnungszeiten von Wertstoffinseln in und um Erlangen zu erweitern und an die Bedürfnisse der Bürger*innen anzupassen. Auf kommunaler Ebene möchte Volt bis 2026 ein breites öffentliches Bewusstsein für die Möglichkeiten schaffen, welche sich bereits anderswo bewährt haben. Langfristiges Ziel ist zero-waste für ein nachhaltiges Erlangen #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen

26 Um ein Bewusstsein für das Thema Abfall im öffentlichen Raum zu schaffen, sollen verstärkt sogenannte Clean-ups organisiert und öffentlichkeitswirksam beworben werden. Volt möchte darüber hinaus durch Informationen an Abfallbehältnissen die Bürger*innen für das Thema Müllvermeidung sensibilisieren und Aufklärungskampagnen unterstützen. 3 Wohnenswertes Umfeld Komfort und Umweltschutz 3.1 Lichtverschmutzung Lichtverschmutzung führt zu einhergehenden Störungen sowohl des ökologischen Gleichgewichts als auch der Biodiversität und gesundheitlichen Langzeitbeschwerden 15 bei/in der Bevölkerung. Darüber hinaus ist die ökonomisch und ökologisch bedenkliche Lichtverschwendung und der damit verbundene Stromverbrauch zu kritisieren. Insgesamt muss eine Modernisierung der nächtlichen Lichtkultur erfolgen. Volt unterstützt die Reduktion städtischer Lichtemissionen und befürwortet den Ausbau von nachhaltigen und zukunftsweisenden Konzepten im Zuge einer ausführlichen Lichtplanung für Erlangen, wie z.b. smart lighting. Zu berücksichtigen ist dabei die Energieeffizienz, der zielgerichtete und individualisierte Einsatz von modernen Lichttechnologien im Stadtbild sowie die gezielte und nachhaltige Kompensation von Abschaltungsmaßnahmen zur Reduktion des sog. skyglow-effekts. Individuelle Ansätze und Konzepte müssen in Diskussionen und am Beispiel vorbildlicher Städte wie Zürich ausgearbeitet werden. Bereits tätige Initiativen, wie etwa die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI), sollten thematisch berücksichtigt, eingebunden und unterstützt werden. Vielfältige Lösungsvorschläge werden aktuell diskutiert, so z.b. die Optimierung von Lichtkegeln und die Begrenzung des Lichtspektrums bei Nachtbeleuchtung. Auch eine teilweise Abschaltung innerhalb bestimmter Zeitfenster sowie die Ersetzung von Straßenbeleuchtung durch Reflektoren und/oder effizientere Lösungen, wie bspw. spezifische Fußgängerbeleuchtungen und eine durch Bewegungsmelder gesteuerte Beleuchtung - vor allem an Fahrradwegen. 3.2 Lärmschutz Menschengemachter Lärm ist ein omnipräsenter Stressfaktor sowohl für die menschliche Gesundheit als auch die Natur. Insgesamt wird durch Volt eine sukzessive Lärmreduktion 15 #VoteVolt Wahlprogramm Erlangen