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1 Bewegung fördert Körper und Geist Impulsreferat im Rahmen der Fachtagung Im Alter IN FORM Gesunde Lebensstile fördern für Menschen aus nah und fern Gelsenkirchen, Prof. Dr. Herbert Hartmann Deutscher Turner-Bund

2 Es ist nie zu spät und selten zu früh! (Motto der 2. Bundeskonferenz der BZGA; Berlin6.6.13) Vor mehr als Jahren empfahl bereits Hippokrates ( v. Chr.) Regeln für eine gesunde Lebensführung, die ein hohes Lebensalter garantieren: Alle Teile des Körpers, die zu einer Funktion bestimmt sind, bleiben gesund, wachsen und haben ein gutes Alter, wenn sie mit Maß gebraucht werden und in den Arbeiten, an die jeder Teil gewöhnt ist, geübt werden. Wenn man sie aber nicht braucht, neigen sie eher zu Krankheiten, nehmen nicht zu und altern vorzeitig. (Hippokrates: de articulis responendis 56; vgl. Müri, 1962, S. 361)

3 Biologisches Grundprinzip: Bewegung erhält Funktionen! Die körperlichen und geistigen Funktionen, die wir nicht einsetzen, werden automatisch abgebaut. Der Körper erhält nur die Funktionen, die wir auch regelmäßig einsetzen und trainieren!

4 Körperlich-sportlich Trainierte erreichen ihren Leistungshöhepunkt erst 5-10 Jahre später als Untrainierte! D.h. der Übergang vom frühen zum mittleren Erwachsenenalter tritt später ein! Das gilt noch mehr für den Übergang vom mittleren ins spätere Erwachsenenalter. Bei Inaktivität beschleunigt sich der Abbau der körperlichen Leistungsfähigkeit, verbunden mit der Zunahme an Risikofaktoren, Beschwerden und Krankheiten.

5 Effekte von Bewegung & Sport: - Verringerung des Risikos kardiovaskulärer Erkrankungen - Senkung des Blutdrucks - Verbesserung der Blutfette - Optimierung des Körpergewichtes - Verbesserung des Blutzuckers - Stärkung des Knochens (Vorbeugung Osteoporose, weniger Beschwerden durch Arthrose) - Vermindertes Krebsrisiko (Dickdarmkrebs) - Verminderung von Depressionen - bessere Belastbarkeit und Stressbewältigung (Dr.med.Eleni GLANNAKIDOU-JORDAN, 2009; nach Lehr 2013: Älter werden aktiv bleiben.2. Bundeskonferenz BZgA)

6 Erhaltung und Stärkung der physischen Ressourcen Herz-Kreislauf :Infarktvorbeugung; Ökonomisierung aller Herzfunktionen (Blutdruck, Puls; Koronardurchblutung); Stoffwechsel: Ökonomisierung; Senkung Harnsäurerspiegel; Verbesserung Cholesterinhaushalt; Blutzuckerstabilisierung; Verbesserung der Appetitregulation; ) Bewegungsapparat: Stärkung der Muskulatur; Verbesserung der Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit; Auffangen von Haltungsschwächen u. Überlastungsschäden;. Atmungsorgane: Verbesserte Sauerstoffversorgung; Schutz vor Erkältungskrankheiten;.

7 Stärkung der psycho-sozialen Ressourcen Gesteigertes Selbstwertgefühl Positive Grundstimmung (Wohlbefinden; Zufriedenheit; positiver Zukunftsbezug) Gesteigertes Aktivitätsniveau Freude an Sozialkontakten (sich gemocht und gebraucht fühlen) Verminderung von Depressionen Stärkung der mentalen Ressourcen: Erhaltung und Stärkung der Gedächtnisleistung Vorbeugung von Demenzerkrankungen?

8 Kernziel: Erhaltung der Selbständigkeit und Mobilität durch körperliches Training Kernkompetenzen der Alltagsbewältigung: Muskelkraft: Aufstehen, Gehen, Treppen steigen, Tasche tragen. Gehfähigkeit und Mobilität: Gehtraining. Balance und Standsicherheit: Stürze verhindern. Beweglichkeit: Sich allein anziehen, waschen, Haushalt versorgen. Gehirngesundheit: Bewegung und Aktivierung Soziale Aspekte: Dazugehören statt Isolation, Austausch, regelmäßiger Termin als soziales Highlight. 6

9 Die enorme Bedeutung von Bewegung für Gesundheit älterer Menschen ist heute unumstritten und überall anerkannt; mehr noch: Bewegung ist eine (absolut) notwendige Voraussetzung, um die Gesundheit, die Lebensqualität und die körperlichen Voraussetzungen zur selbständigen Alltagsbewältigung bis ins allerhöchste Alter auf einem möglichst hohen Level zu erhalten. Durch die Zunahme an Hochaltrigkeit, an Pflegebedürftigkeit und an demenzkranken Menschen bekommt ein gezieltes Bewegungstraining im hohen Alter einen ganz neuen senioren- und gesundheitspolitischen Stellenwert.

10 Herausforderungen für Bewegung & Sport mit älteren Menschen: Zu wenige Ältere sind bewegungsaktiv (wöchentlich mehr als 2 Stunden): ca. 35% der über 60-70jährigen; ca. 20% der 70-80jährigen (nach RKI); noch viel weniger bei den über 8ojährigen. Im DOSB organisiert sind bei den über 60jährigen lediglich 26,5% bei den Männern und 13,8% bei den Frauen (ges. ca.20%!). Im Vergleich: Jugendliche 7-14 Jahre 75% Erwachsene Jahre 25%

11 Barrieren für den Zugang zu Bewegung & Sport: noch fehlendes Bewusstsein für die Steigerung des Wohlbefindens durch Bewegung &Sport die Einstellung, für sportliche Aktivität zu alt zu sein (... das kann ich nicht mehr!) ein traditionelles Sportverständnis (wettkampf- und leistungsorientiert) fehlende Partner/Bekannte/ Paten, um gemeinsam etwas zu tun; Hemmungen, sich einer Gruppe anzuschließen ungünstige räumliche Lage der Angebote fehlende bzw. ungeeignete Angebote für Ältere.

12 Aktuelle Herausforderungen für Anbieter: Angebotserweiterung; Inhaltliche Angebotsentwicklung für eine höhere Passgenauigkeit der Angebote; Zielgruppenspezifischere Qualifizierung von Übungsleitern; Interne Optimierung der organisatorischen Rahmenbedingen (Wohnortnähe; Fahrdienste; Zugänglichkeit der Übungsstätte; Mehr und zielgenauere Öffentlichkeitsarbeit; Kooperation und Netzwerkarbeit mit Partnern von Gesundheits-, Sozial- und Seniorenverbänden und in neuen Settings, um bislang nicht bewegungsaktive ältere Menschen zu erreichen.

13 Wie lassen sich noch mehr ältere Menschen (insbes. Hochaltrige) für Bewegung und Sport motivieren? Ein Beispiel: <Aktiv bis 100> Ein Netzwerk aus Sport- und Seniorenorganisationen bringt betagte Bürger in Bewegung!

14 Kommunale Netzwerke Aktiv bis 100 Turnvereine, Ambulante Seniorenbegegnungszentren (Frankfurter Verband),, Kommunale Ämter (Gesundheits-, Sozial-, Sportamt), Sozial- und Wohlfahrtsverbände (AWO, VDK, Caritas), Nachbarschaftsinitiativen, Stiftungen, Gemeinsames Ziel: Über 80-Jährige mobilisieren, sich zu bewegen!!! Langfristige Bindung durch Vereinsmitgliedschaft.

15 Wie lassen sich noch mehr ältere Menschen (insbes. Hochaltrige) für Bewegung und Sport motivieren? Mehr dazu in der Arbeitsgruppe 3: Motivation zur Bewegung auch zu Hause eine Herausforderung für Seniorengruppen und lokale Sportvereine.

16 70 ist nicht gleich 70! Aber Bewegung tut allen gut! Danke für Ihre Aufmerksamkeit!

17 Nachgewiesene Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität, Bewegung und Sport einerseits und körperlichem Wohlbefinden... psychischem Wohlbefinden... höherer Zufriedenheit... besserer subjektiver Gesundheit... generell höherer Aktivität in verschiedenen Bereichen... schnellerer Reaktionsfähigkeit... besserer Konzentrationsfähigkeit... besserer Merkfähigkeit (erfolgreicheres Gedächtnistraining)... rhythmisiertem Tages- und Wochenablauf... positiverem Zukunftsbezug

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