Endbericht KMU FORSCHUNG AUSTRIA. Teil 2: EU-Erweiterung Monitoring der Marktentwicklung im Burgenland und in Westungarn

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1 KMU FORSCHUNG AUSTRIA Austrian Institute for SME Research Betriebliche Strategien von KMU unter veränderten Bedingungen in Folge der EU-Erweiterung und Monitoring der regionalen, sektorspezifischen Marktentwicklung (STRATEEC) Teil 2: EU-Erweiterung Monitoring der Marktentwicklung im Burgenland und in Westungarn Endbericht Wien, März 2004

2 Dieses Projekt wird auf Initiative der Wirtschaftskammer Burgenland durchgeführt und im Rahmen der EU-Gemeinschaftsinitiative INTERREG IIIA von der Europäischen Union, von Bund und Land Burgenland kofinanziert. KMU FORSCHUNG AUSTRIA Austrian Institute for SME Research (Präsident: o. Univ.-Prof. Dr.Dr.h.c. J. Hanns Pichler, M.Sc.) Für den Inhalt verantwortlich: Walter Bornett Verfasser des Berichts: Wolfram Rhomberg Walter Bornett Karin Gavac Ernst Gittenberger Isabella Kamptner Irene Mandl Ingrid Pecher Alfred Radauer Nadia Steiber Layout: Andreas Haunold Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Art von Nachdruck, Vervielfältigung, Übersetzung oder Einspeicherung und Verwendung in Datenverarbeitungssystemen ist ohne ausdrückliche schriftliche Zustimmung der KMU FORSCHUNG AUSTRIA verboten. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Verbreitung, der Vervielfältigung, der Übersetzung, des Nachdrucks und die Wiedergabe auf fotomechanischem oder ähnlichem Wege, durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere elektronische Verfahren sowie die Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, der KMU FORSCHUNG AUSTRIA vorbehalten. Die Studie wurde nach allen Maßstäben der Sorgfalt erstellt, jedoch übernimmt die KMU FOR- SCHUNG AUSTRIA keine Garantie dafür, dass die bereitgestellten Informationen im Kapitel "Rechtliche Rahmenbedingungen" sowie in allen anderen Kapiteln der Studie vollständig, richtig und in jedem Fall aktuell sind.

3 STRATEEC I Inhaltsverzeichnis 1 Zusammenfassung Die Region Geographische und demographische Merkmale Geographie und Fläche Burgenland Westungarn Kurzgeschichte Burgenland Westungarn Bevölkerung - Struktur und Dynamik Bevölkerungsstruktur und entwicklung Bildung Bildungsniveau Exkurs: Lehrlingsausbildung im Burgenland Schulwesen Höhere Schulen und Forschung Infrastruktur Verkehrsinfrastruktur Technologiezentren und Wirtschaftsparks Telekommunikation Die Wirtschaft Bruttoinlandsprodukt Bruttowertschöpfung zu Basispreisen Sektorale Struktur Entwicklung Unternehmensdemographie Burgenland Westungarn Zusammenfassender Vergleich Burgenland/Westungarn Exkurs: Unternehmensgründungen und Unternehmensübergaben und nachfolgen im Burgenland Beschäftigung und Arbeitsmarkt Beschäftigungs- und Arbeitslosenquoten Branchenspezifische Beschäftigungssituation Investitionen Entwicklung der Investitionen im Burgenland... 54

4 II STRATEEC Entwicklung der Investitionen in Westungarn Zusammenfassender Vergleich Burgenland/Westungarn Ausgewählte Förderungen für burgenländische KMU Wirtschaftpolitische Zielsetzungen für das Burgenland Wirtschaftsbeziehungen Direktinvestitionen Direktinvestitionen aus österreichischer Sicht Direktinvestitionen aus ungarischer Sicht Entwicklungstendenzen Außenhandel Entwicklung des Wechselkurses Österreichische Exporte nach Ungarn Ungarische Exporte nach Österreich Grenzüberschreitende Kooperationsnetzwerke Faktorkosten Löhne/Gehälter Burgenland Westungarn Vergleich Burgenland/Westungarn Immobilienpreise Mieten für Büroflächen Grundstückspreise für Betriebsansiedelung Vergleich Burgenland/Westungarn Energie Gas Strom Heizöl Transport Kfz - Steuern Transportkosten Kommerzkredite und Verbraucherpreise... 93

5 STRATEEC III 6 Kaufkraft und Konsum Preisniveau Grenzüberschreitender Kaufkraftfluss Kaufkraftfluss nach Warengruppen Kaufkraftfluss nach Dienstleistungsgruppen Kaufmotive und Einkaufsdestinationen Einkommenssituation Privatausgaben der Haushalte Ausstattungsgrad der Haushalte Rechtliche Rahmenbedingungen Unternehmensformen Gesellschaftsformen Einzelunternehmen Europäische Aktiengesellschaft Niederlassung ausländischer Unternehmen Steuerrecht Körperschaftsteuer Einkommensteuer Umsatzsteuer Abgaben Sonstige Steuern in Ungarn Doppelbesteuerungsabkommen Ungarn Österreich Rechtsschutz Gerichtsbarkeit und Schiedsgerichtsbarkeit Wettbewerbsrecht Gewerblicher Rechtschutz Investitionsschutzabkommen Zölle Berufausübungsvorschriften Arbeitsrecht Ladenöffnungszeiten Fenstertage Abkommen im Bereich der Beschäftigung Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte in Ungarn Übergangsfristen Freier Personenverkehr Freier Dienstleistungsverkehr Freier Kapitalverkehr Verkehrspolitik

6 IV STRATEEC 8 Perspektiven und Strategien für burgenländische KMU Chancen und Gefahren Grundstrategien Verbesserung der Marktposition Erhöhung der Ertragskraft und Verbesserung der Qualität der Finanzierung Intensivierung der Information und Kommunikation Erhöhung der Qualität der Unternehmensführung Auf- und Ausbau von Kooperationen Literatur- und Quellenverzeichnis Anhang Quick-Check Systematik für das Monitoring der weiteren Entwicklung im Burgenland und in Westungarn Fragebogen Kaufkraftfluss Abbildung 1 Abbildungsverzeichnis Portfolio der Chancen und Risiken für burgenländische KMU im Rahmen der Erweiterung der Europäischen Union Abbildung 2 Attraktivitätsmerkmale und Ressourcen Abbildung 3 Ressourcen/Attraktivitäts-Portfolio Grafikverzeichnis Grafik 1 Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung im Burgenland (1991/2001) und in Westungarn (1990/2001) in Prozent-Punkten Grafik 2 Grafik 3 Grafik 4 Grafik 5 Altersstruktur der Bevölkerung im Burgenland und in Westungarn in Prozent der Gesamtbevölkerung, Abgeschlossene Schulbildung (Mittelschulen und Universitäten/Hochschulen), in Prozent der Bevölkerung nach Altersgruppen, Anzahl der Lehrlinge in den zehn häufigsten Lehrberufen im Burgenland, Geographische Verteilung der Technologiezentren und Wirtschaftsparks im Burgenland, Grafik 6 Industrieparks und innovationsuntertützende Anlagen in Westungarn, Grafik 7 Grafik 8 Grafik 9 Grafik 10 Reale Veränderung des Bruttoinlandproduktes gegenüber dem Vorjahr in Prozent, , Österreich und Ungarn Nominelle Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, 2001, Burgenland Nominelle Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, 2001, Westungarn Nominelle Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, 2001, Burgenland und Westungarn... 34

7 STRATEEC V Grafik 11 Grafik 12 Grafik 13 Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, , Burgenland und Westungarn Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen in den NUTS 3 Regionen nach Sektoren in Prozent, 1996/2001, Burgenland Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen in den Komitaten nach Sektoren in Prozent, 1996/2001, Westungarn Grafik 14 Anteil der Arbeitsstätten* nach Regionen in Prozent, 2001, Burgenland Grafik 15 Anteil der Arbeitsstätten* nach Sektoren und Regionen in Prozent, Grafik 16 Anteil der Unternehmen* nach Regionen in Prozent, 2002, Westungarn Grafik 17 Anteil der Unternehmen* nach Sektoren und Regionen in Prozent, Grafik 18 Grafik 19 Veränderung der Zahl der Unternehmen* nach Sektoren in Prozent, 1995/2002 (Burgenland) bzw. 1996/2002 (Westungarn) Anteil der Unternehmen* nach Sektoren im Burgenland bzw. Westungarn in Prozent, Grafik 20 Anteil der Neugründungen nach Sparten in Prozent, 2002, Burgenland Grafik 21 Grafik 22 Grafik 23 Anteil der Übergabefälle im Zeitraum nach Bundesländern in Prozent der Unternehmen insgesamt Anteil der Übergabefälle im Zeitraum nach Sparten in Prozent der Unternehmen insgesamt, Burgenland und Österreich Anzahl der von der Unternehmensnachfolge betroffenen Arbeitsplätze im Zeitraum nach Bundesländern Grafik 24 Beschäftigungsquoten, 2002, Burgenland und Westungarn Grafik 25 Grafik 26 Grafik 27 Grafik 28 Arbeitslosenquote und Jugendarbeitslosenquote*, 2002, Burgenland und Westungarn Entwicklung der unselbstständig Beschäftigten in ausgewählten Branchen* der burgenländischen Produktion und Bauwirtschaft in Prozent, 1995/ Entwicklung der Investitionen von burgenländischen und westungarischen Unternehmen nach Sektoren* in Prozent, Entwicklung der Gesamtinvestitionen von Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft* im Burgenland und in Westungarn (Index: 1995 = 100) Grafik 29 Entwicklung des Wechselkurses Forint/Euro, Grafik 30 Grafik 31 Mittleres monatliches Bruttoeinkommen (Arithmetisches Mittel) der unselbstständig Beschäftigten in ausgewählten Branchen in, 2002, Burgenland* und Westungarn** Westungarische Löhne (arithmetisches Mittel) in Prozent der burgenländischen Löhne (Median) nach Wirtschaftsbereichen, 1995 und Grafik 32 Büroflächen Mieten in /m², 2001 und Grafik 33 Netto-Preise für Grundstücke, in /m², 2001* und Grafik 34 Indexvergleich: Immobilienpreise Burgenland Westungarn*, Grafik 35 Erdgaspreis* im Burgenland, in Cent/kWh, Grafik 36 Erdgastarif in Westungarn, in Cent/kWh, Grafik 37 Vergleich Gastarif Burgenland Westungarn*, in Cent/kWh, Grafik 38 Vergleich der Strom-Arbeitspreise* Burgenland Westungarn**, in Cent/kWh,

8 VI STRATEEC Grafik 39 Nettopreise für Heizöl leicht (Industrie) in US-Cent/kWh, Grafik 40 Kfz-Steuern für einen repräsentativen 40 t LKW, in /Jahr, Grafik 41 Transportkosten/km in (Kostenstruktur im internationalen Straßengüterverkehr) Grafik 42 Kreditzinsen, Österreich Ungarn, * Grafik 43 Verbraucherpreisindex, Österreich Ungarn, (Vorjahr = 100) Grafik 44 Grafik 45 Grafik 46 Grafik 47 Grafik 48 Grafik 49 Grafik 50 Grafik 51 Grafik 52 Ungarische Durchschnittspreise in Prozent des österreichischen Niveaus, nach Ausgabengruppen, Motive für den Kauf von Waren: Nennungen in Prozent der burgenländischen und westungarischen Wareneinkäufer/innen Motive für die Inanspruchnahme von Dienstleistungen: Nennungen in Prozent der burgenländischen und westungarischen Dienstleistungseinkäufer/innen. 100 Ranking der burgenländischen Einkaufsorte: Nennungen in Prozent der westungarischen Einkäufer/innen Ranking der westungarischen Einkaufsorte: Nennungen in Prozent der burgenländischen Einkäufer/innen Jährliches Nettoeinkommen pro Kopf 2003* in Relation zur Kaufkraft ( in KKS), im Burgenland, Westungarn und Ungarn sowie in Prozent- Anteilen der ungarischen Haushalte Entwicklung des jährlichen pro Kopf Nettoeinkommens in Österreich und Ungarn im Vergleich zum Basisjahr 1995 (Index = 100) Infrastrukturausstattung der bestehenden Wohneinheiten in Ungarn und Westungarn (2002), Anteile in Prozent Entwicklung des Neuwohnbaus in Westungarn nach Größe und Art der errichteten Wohneinheiten und gesamt, Grafik 53 Anteil der burgenländischen Betriebe mit einer Umsatzrendite > 3 %, 2001/2002, nach Sparten Grafik 54 Anteil der burgenländischen Betriebe mit einer Eigenkapitalquote > 20 %, 2001/2002, nach Sparten Grafik 55 Anteil der burgenländischen Betriebe mit einer Umsatzrendite > 3 %) und einer Eigenkapitalquote > 20 %, 2001/2002, nach Umsatzgrößenklassen

9 STRATEEC VII Tabellenverzeichnis Tabelle 1 Die Politischen Bezirke des Burgenlandes... 4 Tabelle 2 Burgenland, Gliederung nach NUTS 3 Klassifikation... 4 Tabelle 3 Die politischen Komitate der Region Westungarn bzw. die Region Westungarn nach NUTS 3 Gliederung... 5 Tabelle 4 Bevölkerung Burgenlands Tabelle 5 Bevölkerung 1991 und 2001 im Burgenland, Gliederung nach politischen Bezirken... 8 Tabelle 6 Bevölkerung 1991 und 2001 im Burgenland, nach NUTS 3 Gliederung... 8 Tabelle 7 Orte im Burgenland mit mehr als Einwohner/innen, Bevölkerungsentwicklung 1991 und Tabelle 8 Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen 1991 und Tabelle 9 Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung 1991 und 2001, in Prozent Tabelle 10 Bevölkerungsprognose nach Altersgruppen Tabelle 11 Bevölkerung Westungarns, Tabelle 12 Tabelle 13 Tabelle 14 Tabelle 15 Tabelle 16 Tabelle 17 Tabelle 18 Bevölkerung Westungarns , nach Komitaten (NUTS 3 Gliederung) Entwicklung der Bevölkerung nach Altersgruppen in Westungarn und Ungarn gesamt Anteil der Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung in Westungarn, nach Komitaten (NUTS 3 Gliederung), in Prozent Höchste abgeschlossene Schulbildung, 2001, in % der Wohnbevölkerung ab Abgeschlossene Schulbildung in Prozent der Wohnbevölkerung nach Altersgruppen, 1996 und Abgeschlossene Schulbildung in Prozent der Wohnbevölkerung nach Altersgruppen, 1996 und Entwicklung der Lehrbetriebe und der Lehrlingszahlen im Burgenland, 1991 und Tabelle 19 Das Burgenländische Schulwesen, Schuljahr 2002/ Tabelle 20 Mittelschulen in Westungarn, Schuljahr 2002/ Tabelle 21 Tabelle 22 Studierende an ausgewählten Fachhochschulen im Wintersemester 2003/ Realisierungszeitraum von Straßenprojekten im Burgenland mit gesicherter Finanzierung Tabelle 23 Aufteilung der Investitionen im Generalverkehrsplan Tabelle 24 Technologiezentren im Burgenland Tabelle 25 Wirtschaftsparks im Burgenland Tabelle 26 Industrieparks in Westungarn, Februar Tabelle 27 BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (KKS), , Burgenland und Österreich... 31

10 VIII STRATEEC Tabelle 28 BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (KKS), , Westungarn und Ungarn Tabelle 29 BIP pro Kopf in Kaufkraftstandards (Index: EU-15=100), , Burgenland und Westungarn, Ranking nach Tabelle 30 Tabelle 31 Tabelle 32 Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, , Burgenland und Westungarn Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, , Burgenland Veränderung der nominellen Bruttowertschöpfung zu Basispreisen nach Sektoren in Prozent, , Westungarn Tabelle 33 Anzahl der Betriebe in der marktorientierten Wirtschaft, , Burgenland Tabelle 34 Anteil der Arbeitgeberbetriebe nach Beschäftigtengrößenklassen in Prozent, 1995 und 2002, Burgenland Tabelle 35 Anzahl der Unternehmen in der marktorientierten Wirtschaft, , Westungarn Tabelle 36 Tabelle 37 Anteil der Unternehmen nach Beschäftigtengrößenklassen in Prozent, 1996 und 2002, Westungarn Unternehmen je Einwohner/innen, 2002, Burgenland und Westungarn Tabelle 38 Veränderung der Unternehmen je Einwohner/innen, 1995/2002 (Burgenland) bzw. 1996/2002 (Westungarn) Tabelle 39 Anteil der Unternehmen nach Beschäftigtengrößenklassen in Prozent, 2002, Burgenland und Westungarn Tabelle 40 Gründungsintensität, , Burgenland und Österreich Tabelle 41 Beschäftigungs- und Arbeitslosenquoten im Burgenland ( ) bzw. in Österreich (2002) Tabelle 42 Beschäftigungs- und Arbeitslosenquoten in Westungarn ( ) bzw. in Ungarn (2002) Tabelle 43 Tabelle 44 Tabelle 45 Tabelle 46 Tabelle 47 Tabelle 48 Anzahl der Beschäftigten in burgenländischen Betrieben der marktorientierten Wirtschaft, Anzahl der Beschäftigten in Unternehmen (mit 20 und mehr Beschäftigten) der marktorientierten Wirtschaft, , Westungarn Investitionen von Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft in Mio, Investitionen von burgenländischen Unternehmen nach Sektoren in Mio, 1995 und Gesamtinvestitionen der Sparte Gewerbe und Handwerk je Beschäftigten in 1.000, Österreich und Burgenland, Gesamtinvestitionen je Beschäftigten in 1.000, im burgenländischen Gewerbe und Handwerk nach Sektoren, Tabelle 49 Investitionen je Beschäftigten im Gewerbe und Handwerk in 1.000, nach Art der Investition, Österreich und Burgenland, Tabelle 50 Investitionen ungarischer bzw. westungarischer Unternehmen der marktorientierten Wirtschaft in HUF Mio,

11 STRATEEC IX Tabelle 51 Tabelle 52 Tabelle 53 Tabelle 54 Tabelle 55 Tabelle 56 Tabelle 57 Tabelle 58 Tabelle 59 Tabelle 60 Investitionen westungarischer Unternehmen im produzierenden Bereich nach Branchengruppen in HUF Mio, Investitionen westungarischer Unternehmen im produzierenden Bereich nach Investitionsart in HUF Mio und Mio, Investitionen westungarischer Unternehmen im Bereich Handel und Dienstleistung nach Branchengruppen in HUF Mio, Investitionen westungarischer Unternehmen im Bereich Handel und Dienstleistung nach Investitionsart in HUF Mio und Mio, Quantifizierbare wirtschaftspolitische Ziele für das Burgenland, Direktinvestitionen österreichischer Betriebe in Ungarn, Anteil an den gesamten Direktinvestitionen in Prozent, Beteiligungen österreichischer Betriebe in Ungarn, Anteil an den gesamten Beteilungen an ausländischen Unternehmen in Prozent, Österreichische Investitionen in Ungarn sowie Anteil der österreichischen Investitionen an den gesamten Auslandsinvestitionen in Ungarn in Prozent, Ausländische Direktinvestitionen in Ungarn, Anteil nach Herkunftsland in Prozent, Anzahl der Unternehmen mit ausländischer Beteiligung in Westungarn und Ungarn sowie Eigenkapital und Ausmaß der Auslandsinvestitionen, Tabelle 61 Österreichische Exporte nach Regionen, 2001 und 2002, I. Halbjahr Tabelle 62 Österreichische Exporte in ausgewählte osteuropäische Staaten, 2001 und 2002, I. Halbjahr Tabelle 63 Österreichische Importe nach Regionen, 2001 und 2002, I. Halbjahr Tabelle 64 Österreichische Importe aus ausgewählten osteuropäischen Staaten, 2001 und 2002, I. Halbjahr Tabelle 65 Tabelle 66 Mittleres monatliches Bruttoeinkommen (Median) der unselbstständig Beschäftigten nach Branchen (Gesamte Wirtschaft) in, , Burgenland Mittleres monatliches Bruttoeinkommen (Arithmetisches Mittel) der unselbstständig Beschäftigten nach Branchen (Gesamte Wirtschaft) in, , Westungarn Tabelle 67 Lohnnebenkosten in Österreich und Ungarn Tabelle 68 Strom-Energietarife im Burgenland in Cent/kWh, mit Partnervertrag, Tabelle 69 Tabelle 70 Transportkosten/km in (Kostenstruktur im internationalen Straßengüterverkehr) Preisvergleich im Lebensmitteleinzelhandel im Burgenland und Westungarn (November 2002) Tabelle 71 In Westungarn gekaufte Warengruppen und Ausgaben pro Jahr in Tabelle 72 Im Burgenland gekaufte Warengruppen und Ausgaben pro Jahr in Tabelle 73 Tabelle 74 In Westungarn gekaufte Dienstleistungsgruppen und Ausgaben pro Jahr in Im Burgenland gekaufte Dienstleistungsgruppen und Ausgaben pro Jahr in... 99

12 X STRATEEC Tabelle 75 Jährliches Nettoeinkommen pro Kopf in, Tabelle 76 Tabelle 77 Tabelle 78 Tabelle 79 Tabelle 80 Jährliches durchschnittliches ungarisches Nettoeinkommen pro Kopf und pro Haushalt in 2003, in Dezilen bzw. Quintilen der Haushalte Durchschnittliche jährliche Ausgaben pro Haushalt in Westungarn und Burgenland, Veränderung der jährlichen Privatausgaben (in HUF pro Kopf) in Westungarn, Ausstattungsgrad der Haushalte in Westungarn und Ungarn 2002 sowie Burgenland und Österreich Veränderung im Ausstattungsgrad der Haushalte in Westungarn und Ungarn 1995/2002, je 100 Haushalte Tabelle 81 Einkommensteuer in Prozent, Österreich Ungarn Tabelle 82 Einkommenssteuer in Prozent, Österreich ab Tabelle 83 Dienstgeberabgaben des versicherungspflichtigen Dienstnehmereinkommens in Prozent Tabelle 84 Grenzzonen des Grenzgängerabkommens Tabelle 85 Kontingentplätze, Stand mit Stichtag (Burgenland) Tabelle 86 Umsatzrendite burgenländischer Betriebe 2001/2002 nach Sparten Tabelle 87 Eigenkapitalquote burgenländischer Betriebe 2001/2002 nach Sparten Tabelle 88 Tabelle 89 Umsatzrendite burgenländischer Betriebe 2001/2002 nach Umsatzgrößenklassen Eigenkapitalquote burgenländischer Betriebe 2001/2002 nach Umsatzgrößenklassen

13 STRATEEC Zusammenfassung 1 1 Zusammenfassung 1 Für die burgenländische Wirtschaft und vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ergeben sich durch den bevorstehenden Beitritt Ungarns zur Europäischen Union äußerst attraktive Marktchancen. Die Ergebnisse des Marktmonitorings im Burgenland und in Westungarn zeigen sehr dynamische Investitionen in Westungarn, einen großen Aufholbedarf bei Konsumgütern und eine hohe Attraktivität des Burgenlands als Einkaufsziel für westungarische Konsumenten. Unter Berücksichtigung der regionalen Kaufkraft liegt das Burgenland beim BIP/Kopf bei 76 % des EU Durchschnitts, Westungarn bereits bei 54 %. Damit ist der Unterschied beider Regionen kleiner als z. B. zwischen dem Burgenland und Oberösterreich lag die Region Györ- Moson-Sopron noch deutlich hinter dem Südburgenland und hat dieses jetzt praktisch erreicht. Die Wertschöpfung der Betriebe in Westungarn wuchs zwischen 1996 und 2001 knapp fünf Mal so schnell wie im Burgenland. Ein gesamtwirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Vorsprung zeigt sich an der im Burgenland höheren Beschäftigungsquote. Im Jahresdurchschnitt 2002 entsprach die Arbeitslosenquote Westungarns annähernd der burgenländischen (4,2 % laut Eurostat), die Jugendarbeitslosigkeit war etwas höher. Die langfristige demographische Entwicklung (seit Anfang der 90er Jahre) zeigt vor allem einen in Westungarn stärkeren Rückgang der Jugendlichen bei gleichzeitigem Anstieg der Erwerbsfähigen. D. h. unter anderem, dass auch Westungarn in absehbarer Zeit unter zunehmendem Arbeitskräftemangel leiden wird. Der im Burgenland höhere Anteil der Bevölkerung mit mittlerem Ausbildungsniveau (Lehre und Mittelschule) stellt vor allem für die KMU einen Vorteil dar. Der Anteil der Kleinstbetriebe mit weniger als 10 Beschäftigten ist in Westungarn deutlich größer als im Burgenland. Einerseits ein Hinweis dafür, dass gewisse Marktpotenziale aufgrund fehlender Kapazität gar nicht genutzt werden können, andererseits aber auch ein Gefahrenpotenzial vor allem für wenig spezialisierte, preissensible Kleinstbetriebe im Burgenland. Im Burgenland dominiert der Handel gefolgt vom Tourismus; in Westungarn ist fast jeder dritte Betrieb im weitesten Sinne den Wirtschaftsdienstleistungen zuzurechnen (v. a. Realitätenhändler und unternehmensbezogene Dienste), der Anteil der Handelsbetriebe liegt in Westungarn bei 27 % und jener des Bauwesens bei 12 %. Im Jahr 2002 lagen die westungarischen Durchschnittslöhne bei 27 % des burgenländischen Niveaus, nachdem sie im Jahr 1995 nur 15 % ausmachten. Im Bauwesen und Handel ist die anteilsmäßige Differenz der Löhne und Gehälter im Jahr 2002 am höchsten gewesen. Zur größten Angleichung kam es zwischen 1995 und 2002 in der Produktion sowie bei den Wirtschaftsdiensten. Mitte 2003 kosteten Waren und Dienstleistungen in Ungarn im Durchschnitt rd. 56 % des heimischen Niveaus. In den einzelhandelsrelevanten Sparten betrugen die ungarischen Preise im Jahr 2003 rd. 70 % des österreichischen Niveaus, bei den alkoholischen Getränken und Tabakwaren bereits 80 %. Ausgaben im Bereich Verkehr lagen bei rd. 90 % und die Wohnfixkosten bei rd. 43 %. 1 Die Beschreibung des Projektvorhabens findet sich in der Einleitung im Teil 1 der Studie.

14 2 STRATEEC Zusammenfassung Die Investitionen der Betriebe haben sich in Westungarn im Zeitraum 1995 bis 2002 mehr als verdreifacht (+216 %). Ein Indikator für die relative Wettbewerbsfähigkeit bzw. den Aufholprozess der westungarischen Betriebe einerseits und für ein gestiegenes Marktpotenzial für burgenländische Anbieter andererseits. 20 % der westungarischen Haushalte liegen bei ihrem Einkommen in Relation zur Kaufkraft bei rd. drei Viertel des Burgenlanddurchschnittes und 10 % haben ihn beinahe erreicht. Während im Österreichdurchschnitt die Nettoeinkommen im Zeitraum 1995 bis 2003 um lediglich 18 % gestiegen sind, waren es in Westungarn rd. 240 %. Die große dynamische Entwicklung in Westungarn bzw. der Nachholbedarf zeigt sich auch an der Entwicklung der Privatausgaben, die sich von 1995 bis 2002 verdreifacht haben. Diese gestiegene Nachfrage in Westungarn wird dabei in erster Linie durch Importe befriedigt. Bei der Ausstattung der Haushalte mit Konsumgütern bestehen zwischen dem Burgenland und Westungarn zum Teil sehr große Unterschiede, was ein großes Marktpotenzial für burgenländische Betriebe darstellt. Insgesamt sind in den Monaten Oktober 2001 bis September 2002 von privaten Haushalten etwa 20 Mio vom Burgenland nach Westungarn geflossen, aber mindestens 40 Mio von Westungarn ins Burgenland. Die burgenländische Wirtschaft profitiert somit schon gegenwärtig vom grenzüberschreitenden Kaufkraftfluss und vom Zusammenwachsen der Wirtschaftsräume. 68 % der burgenländischen Haushalte haben in diesem Zeitraum (absolut: ) Waren und Dienstleistungen in Westungarn gekauft. Umgekehrt waren es 36 % (absolut: ). Gekauft wird in allen Produktbereichen, wobei sowohl die Westungarn als auch die Burgenländer in erster Linie Lebensmittel und Bekleidung im Nachbarland nachfragen. Der von westungarischen Käufern im Burgenland ausgegebene Betrag für einzelne Warengruppen ist dabei in der Regel höher, wobei durchschnittlich am meisten für Möbel, CDs und Videos ausgegeben wird ( 160,- je einkaufenden Haushalt und Jahr). Von der auch in Zukunft schnell wachsenden Wirtschaft und dynamisch zunehmenden Kaufkraft in Westungarn werden vor allem die aktiven burgenländischen KMU profitieren, während Betriebe mit geringer Attraktivität, unzureichenden Ressourcen sowie mangelnder Innovationsfreudigkeit Marktanteile am Heimmarkt verlieren könnten bzw. Chancen im Nachbarland nicht nutzen werden können.

15 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region 3 2 Die Region Geographische und demographische Merkmale Die Region Burgenland/Westungarn und ihre wichtigsten Städte und Siedlungen Nordburgenland Mattersburg Mittelburgenland Eisenstadt Janossomorja Csorna Sopron Kapuvár Mosonmagyaróvár Györ-Moson-Sopron Gyõr Pinkafeld Südburgenland Oberwart Köszeg Celldömölk Sárvár Szombathely Vasvar Zala Vas Körmend Zalaegerszeg Keszthely Nagykanizsa Österreich Ungarn über Einwohner Einwohner Einwohner Einwohner Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA 2.1 Geographie und Fläche Burgenland Das Burgenland ist das östlichste, der Fläche nach das drittkleinste Bundesland Österreichs. Es umfasst km 2 und grenzt im Westen an Niederösterreich und die Steiermark, im Osten an Ungarn sowie auf kurzen Strecken im Norden an die Slowakische Republik und im Süden an Slowenien. Das Burgenland ist historisch und geographisch ein Grenzland; es ist langgestreckt und in der Mitte abgeschnürt (bei Sieggraben nur ca. 4 km breit). Von seinen Staatsgrenzen mit einer Gesamtlänge von 397 Kilometern entfallen allein 356 Kilometer auf die gemeinsame Grenze mit Ungarn. Mit seiner Einwohnerzahl 2 von oder rd 3,5 % der österreichischen Bevölkerung ist das Burgenland einwohnermäßig das kleinste aller österreichischen Bundesländer. Es ist verwaltungsmäßig in sieben politische Bezirke mit insgesamt 171 Gemeinden gegliedert. Die beiden Städte Eisenstadt und Rust haben als Freistädte eigene Verwaltungseinheiten. Mit km 2 ist Neusiedl mit Abstand der größte Bezirk des Burgenlandes, wenn auch mehr als ein Viertel der Bezirksfläche Wasserfläche (v.a. Neusiedler See) ist. Neusiedl besteht aus 27 Gemeinden mit insgesamt fast Einwohner/innen. 2 Die Einwohner/innenzahlen stammen aus der Volkszählung von Auf die Darstellung aktuellerer Daten aus dem Mikrozensus wird auf Grund mangelnder Vergleichbarkeit verzichtet.

16 4 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region Tabelle 1 Die Politischen Bezirke des Burgenlandes Fläche in km 2 Hauptwohnsitz- Zahl der Gemeinden Einwohner/innen 2001 Eisenstadt-Umgebung Güssing Jennersdorf Mattersburg Neusiedl Oberpullendorf Oberwart Eisenstadt -Stadt Rust-Stadt Burgenland Quelle: Amt der Bgld. Landesregierung, Statistik Austria Auf NUTS 3 Ebene 3 besteht das Burgenland aus den Regionen Nord-, Mittel- und Südburgenland. 4 Flächenmäßig am bedeutendsten ist das Nordburgenland, das auch die meisten Einwohner/innen zählt. Mittelburgenland ist mit einer Fläche von 702 km 2, insgesamt 28 Gemeinden und rd Einwohner/innen die kleinste NUTS 3 Region. Das Südburgenland ist kleiner und hat weniger Einwohner/innen als das Nordburgenland, weist aber eine ähnliche Anzahl an Gemeinden (72 im Vergleich zu 71 im Nordburgenland) auf. Tabelle 2 Burgenland, Gliederung nach NUTS 3 Klassifikation Fläche in km 2 Hauptwohnsitz- Zahl der Gemeinden Einwohner/innen 2001 Nordburgenland Mittelburgenland Südburgenland Burgenland Quelle: Amt der Bgld. Landesregierung, Statistik Austria Die für das Burgenland wichtigen Ballungszentren liegen alle außerhalb des Bundeslandes: Wien im Norden, Graz im Westen, Bratislava und die westungarischen Zentren Györ, Szombathely und Zalaegerszeg im Osten nahe der Grenze Westungarn Die westungarische Region ist jene planungsstatistische Region Ungarns, die an Österreich grenzt. Die insgesamt sieben ungarischen planungsstatistischen Regionen entsprechen nach EU Klassifikation der NUTS 2 Ebene, werden aber nicht durch eigene Körperschaften verwaltet. Die regionale Verwaltung erfolgt auf NUTS 3 Ebene in sog. Komitaten und auf Gemeindeebene in insgesamt 648 Gemeinden. 3 4 NUTS ist eine statistische Klassifikation der EU für Regionen. In Österreich entspricht die NUTS 2 Ebene den Bundesländern und die NUTS 1 Ebene den großen geographischen Regionen, wie z. B. Westösterreich etc. Die NUTS 3 Ebene umfasst die Regionen innerhalb eines Bundeslandes. Nordburgenland umfasst die Bezirke Eisenstadt und Eisenstadt-Umgebung, Mattersburg, Neusiedl am See (inkl. Rust -Stadt), Mittelburgenland den Bezirk Oberpullendorf und Südburgenland die Bezirke Güssing, Jennersdorf und Oberwart.

17 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region 5 Westungarn umfasst drei Komitate: Im Norden das Komitat Györ-Moson-Sopron, sowie weiter südlich die Komitate Vas und Zala. Die Gesamtfläche Westungarns beträgt km 2, was rd. 12 % der Gesamtfläche Ungarns entspricht. Unter den Komitaten ist das Komitat Györ- Moson-Sopron mit einer Fläche von km 2 das größte, Vas mit einer Fläche von km 2 das kleinste. Die Region Westungarn grenzt an insgesamt vier Staaten: im Nordosten an die Slowakei, im Westen an Österreich, im Südwesten an Slowenien und im Süden auch teilweise an Kroatien. Am längsten sind die Grenzabschnitte zu Österreich (356 km) und Slowenien (102 km). Die lange Grenze zu Österreich brachte der Region auch den Titel Tor zum Westen ein. Im Osten grenzt Westungarn an die Regionen Mittel Transdanubien und Süd Transdanubien. Die geographische Ausdehnung Westungarns ist durch eine lang gestreckte Nord-Süd und eine schmale West-Ost Achse gekennzeichnet. Das Komitat Györ-Moson-Sopron ist mit insgesamt rd Einwohner/innen das bevölkerungsreichste Komitat der Region. In den Komitaten Vas und Zala wurden rd Einwohner/innen bzw. rd Einwohner/innen gezählt. Insgesamt leben in der Region Westungarn etwa 1 Mio Menschen. Tabelle 3 Die politischen Komitate der Region Westungarn bzw. die Region Westungarn nach NUTS 3 Gliederung Fläche in km 2 Zahl der Gemeinden Einwohner/innen 2002 Györ-Moson-Sopron Vas Zala Westungarn Quelle: Staatliche Zentralverwaltung für Statistik, Ungarn Unter den Städten bzw. Gemeinden sind (gemessen an der Zahl der Einwohner/innen 2001) Györ (rd ), Szombathely (rd ), Zalaegerszeg (rd ), Sopron (rd ) und Nagykanizsa (rd ) die bedeutendsten. In diesen fünf sogenannten Komitatsstädten leben an die 40 % der gesamten Bevölkerung der Region. 2.2 Kurzgeschichte Burgenland Die Tatsache, dass das Burgenland bis 1921 kein autonomes Land mit fest umrissenen Grenzen war, erschwert eine sukzessive Gesamtschau des Ablaufs der historischen Ereignisse. Die Geschichte des Burgenlandes im eigentlichen Sinn begann mit der Eingliederung der Donauländer und damit des Burgenlandes als Teil Panonniens in das römische Imperium. Der frühgeschichtliche Verkehrsweg Bernsteinstraße später eine römische Reichsstraße von Aquileia nach Carnuntum durchquerte das Land. In der Völkerwanderungszeit siedelten hier Hunnen, Goten, Langobarden und Awaren. Um 800 wurden die Awaren von Karl dem Großen besiegt, und das Land kam bis zur ungarischen Landnahme um 900 unter fränkisch-bayrische Oberherrschaft. Nach der Festsetzung der Magyaren war die Grenze lange strittig. Im 11. Jahrhundert begann die deutsche Besiedelung, die das ganze Mittelalter hindurch andauerte. Leitha und Lafnitz, heute die Landesgrenze gegen Niederösterreich und die Steiermark, bildeten die Grenze zwischen Österreich und Ungarn.

18 6 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region Vom 16. bis zum 17. Jahrhundert stand ein beträchtlicher Teil der Grundherrschaft unter der Verwaltung der Habsburger. Das deutschsprachige Bauern- und Bürgertum hielt stets enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zu Österreich, dem das Gebiet 1526 mit der ungarischen Krone zugefallen war. Spätmittelalterliche Grenzkämpfe und die Türkenkriege (1529 und 1532) verwüsteten große Teile des Landes. Es wurden kroatische Bauern angesiedelt. Im 17. Jahrhundert wurden die Esterházy die mächtigsten Herren im Nord- und Mittelburgenland. Sie schufen in Eisenstadt ein über die Grenzen des Landes wirkendes Kulturzentrum der Musik und der Baukunst. Im Süden des Landes besaßen die Batthyány den größten Besitz. Ab 1526 unter einem gemeinsamen Herrscherhaus stehend, verdichteten sich in den folgenden Jahrhunderten die wirtschaftlichen und kulturellen Bindungen an das benachbarte österreichische Gebiet, insbesondere zur Residenzstadt Wien. Mit der magyarischen Nationalitätenpolitik Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu ersten Spannungen. Im Friedensvertrag von St. Germain (1919) wurde Österreich der größte Teil der deutschsprachigen Gebiete der westungarischen Komitate Wieselburg, Ödenburg (Sopron) und Eisenburg zugesprochen, die mit Westungarn bis dahin eine gemeinsame Region gebildet hatten wurde dieses Gebiet das österreichische Bundesland Burgenland, allerdings ohne die Stadt Ödenburg, die auf Grund einer Volksabstimmung bei Ungarn verblieb. In der nationalsozialistischen Zeit wurde das Burgenland auf Niederdonau (Niederösterreich) und die Steiermark aufgeteilt erfolgte die Wiederherstellung der Landessouveränität bis 1955 unter sowjetischer Besatzung. In den 60er und 70er Jahren erlebte das Burgenland einen großen wirtschaftlichen Aufschwung. Die geopolitischen Veränderungen der vergangenen Dekade der Transformationsprozess der östlichen Nachbarstaaten, die Mitgliedschaft Österreichs im EWR, der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union und nicht zuletzt die Anerkennung des Landes Burgenland als ein Ziel 1 Gebiet, haben diese Regionen von einer Grenzlandlage ins Zentrum Europas gerückt Westungarn Westungarn kann auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken, die bis in die Zeit des Römischen Imperiums zurückdatiert. Die Region bildete damals einen wichtigen und großen Teil der Region Pannonien. Insbesondere entlang der Bernsteinstrasse befand sich eine Vielzahl von Siedlungen, die als Vorläufer heutiger Städte gelten. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang vor allem Sale (nun Zalalövö), Savaria (heute Szomabethly), Scrbantia (heute Sopron), Arrabona (nun Györ) sowie Ad Flexum (nun Mosonmagyarovar). Die Verwaltungsgrenzen der drei Komitate Westungarns haben sich in etwa im 11. Jahrhundert herausgebildet und, im Vergleich zu den Grenzen anderer ungarischer Komitate, über Jahrhunderte hinweg wenig verändert. Im Mittelalter umfasste das Gebiet der damaligen Komitate Györ, Moson, Sopron, Vas und Zala das Gebiet der heutigen Komitate, weiterhin das Grenzgebiet des heutigen Burgenlands und Sloweniens sowie einen Teil der Komitate Pozsony (Pressburg), Komarom (Komorn), Veszprem und Varasd (Warasdin). Diese Struktur blieb auch im 16. Jahrhundert, in der Zeit der osmanischen Angriffe und im Rahmen der Verwaltung des ungarischen Königsreiches weitgehend erhalten. Faktisch bildete die Region Westungarn mit dem Burgenland bis zum ersten Weltkrieg eine gemeinsame zusammenhängende Region mit Sopron als zentraler Stadt. Auch heute wird Sopron vielfach als die eigentliche Hauptstadt des Burgenlands bezeichnet, während Eisenstadt als Hauptstadt aus faktischem Zwang heraus geboren wurde. In der Zeit des auslaufenden 19. Jahrhunderts galt die Region Westungarn (und auch das Burgenland) als strukturschwach, sodass eine Abwanderungsbewegung einsetzte. Tausende zogen entweder in die großen Städte nach Wien und Budapest oder wanderten nach Übersee aus.

19 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region 7 Mit Ende des ersten Weltkrieges wurden die Landes- und Komitatsgrenzen versetzt. Richtig erlebbar wurden die Grenzen aber erst nach 1945 in der Zeit des kalten Krieges. Bis 1989 trennte ein Grenzstreifen (zunächst 20 km breit und im Jahr 1975 schließlich auf 2 km Breite reduziert), nicht nur die Bevölkerung der angrenzenden Staaten, sondern behinderte auch die Versorgung und die Entwicklungsmöglichkeiten der Region. Der Wegfall des eisernen Vorhangs im Jahr 1989 läutete den Beginn einer Phase des Näherrückens der ehemals kulturell und geschichtlich verwobenen Regionen des Burgenlands und Westungarns ein. Im Jahr 1998 wurde die Region Westungarn erstmals als solche in der durch die Regierung verabschiedeten Landeskonzeption für Raumentwicklung erwähnt und im darauf folgenden Jahr als eine der sieben planungs-statistischen Regionen festgelegt. Ebenfalls in diesem Jahr haben sich die drei westungarischen Komitate und das Burgenland zur Euregio Westpannonien zusammengeschlossen, in der eine gemeinsame Region verwaltungstechnisch vorbereitet werden soll. Die letzten Verschiebungen der Komitatsgrenzen fanden im Jahr 2000 und im Jahr 2002 statt, als sich zunächst zwei und später sechs weitere kleine Gemeinden aus dem Komitat Veszprem (Mittel Transdanubien) dem Komitat Györ-Moson-Sopron angeschlossen haben. 2.3 Bevölkerung - Struktur und Dynamik Bevölkerungsstruktur und entwicklung Burgenland Auf das Burgenland fallen mit rd Einwohner/innen etwa 3,5 % der Gesamtbevölkerung Österreichs. Die Einwohnerdichte ist mit 70 Einwohner/innen je km 2 deutlich geringer als im Österreichschnitt. Tabelle 4 Bevölkerung Burgenlands Bevölkerung in VÄ 1971/2001 in % Bevölkerungsdichte je km² Fläche Burgenland ,9 70,0 Österreich ,2 95,8 VÄ = Veränderung Quelle: Statistik Austria In den letzten zehn Jahren ( ) ist die Bevölkerung des Burgenlandes um rd. 2,5 % oder Einwohner/innen gewachsen. Diese Steigerung ist schwächer als jene für Gesamtösterreich (+3,0 %). Vor allem in der Hauptstadt Eisenstadt (+9,5 %) als auch in deren Umgebung (+7,4 %) sowie in den Bezirken Mattersburg (+6,8 %) und Neusiedl am See (+4,7 %) verlief die Einwohnerveränderung in diesem Zeitraum sehr dynamisch, während das Südburgenland und hier vor allem der Bezirk Güssing (-2,8 %) einen Bevölkerungsverlust hinnehmen musste.

20 8 STRATEEC Marktmonitoring Burgenland/Westungarn: Die Region Tabelle 5 Bevölkerung 1991 und 2001 im Burgenland, Gliederung nach politischen Bezirken VÄ in % Bevölkerungsdichte je km 2 Fläche Eisenstadt (Stadt) ,5 - Rust (Stadt) ,1 - Eisenstadt- Umgebung ,4 100,4* Güssing ,8 56,1 Jennersdorf ,6 70,9 Mattersburg ,8 157,3 Neusiedl am See ,7 49,8 Oberpullendorf ,0 54,3 Oberwart ,8 72,8 Burgenland ,5 70,0 VÄ = Veränderung *) inklusive Eisenstadt-Stadt und Rust-Stadt Berechnungen der KMU FORSCHUNG AUSTRIA Quelle: Statistik Austria; Amt der Bgld. Landesregierung Tabelle 6 Bevölkerung 1991 und 2001 im Burgenland, nach NUTS 3 Gliederung Während also Nordburgenland ein zum Teil sehr dynamisches Bevölkerungswachstum aufweist, stagniert bzw. geht die Einwohnerzahl in den südlich gelegenen Regionen (Mittel- und Südburgenland) zurück und folgt damit einem bereits seit Jahrzehnten anhaltenden Entwicklungstrend VÄ in % Bevölkerungsdichte je km 2 Fläche Nordburgenland ,3 78,6 Mittelburgenland ,0 54,3 Südburgenland ,3 67,0 Burgenland ,5 70,0 VÄ = Veränderung Quelle: Statistik Austria Einen Zuwachs an Einwohner/innen von mehr als 20 % im Zeitraum zwischen 1991 und 2001 verzeichneten die Gemeinden Steinbrunn, Wimpassing an der Leitha und Zillingtal im Bezirk Eisenstadt Umgebung sowie Bruckneudorf und Parndorf im Bezirk Neusiedl am See. Um mehr als 10 % weniger Einwohner/innen melden hingegen Rauchwart, Sankt Michael und Tschanigraben im Bezirk Güssing, Heiligenkreuz im Lafnitztal und Neuhaus am Klausenbach im Bezirk Jennersdorf, Markt Neuhodis und Mischendorf im Bezirk Oberwart sowie Deutsch Jarndorf im Bezirk Neusiedl am See. Im Durchschnitt verlief das Bevölkerungswachstum in größeren Orten dynamischer. So wuchsen Orte mit bis zu 1000 Einwohner/innen durchschnittlich um weniger als 1 %, während das Wachstum bei Orten zwischen 2000 und 3000 Einwohner/innen rd. 4 % bzw. bei Orten mit mehr als 3000 Einwohner/innen sogar ca. 8 % betrug.

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