Grundlagen der Informatik

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1 Ergonomie, Usability, Barrierefreiheit /1

2 Ergonomie /2

3 Ergonomie Der Begriff "Ergonomie" ist eine Zusammensetzung aus den griechischen Wörtern ergon = Arbeit, Werk und nomos = Gesetz, Regel Die Ergonomie beschäftigt sich mit der Gestaltung von Produktionsabläufen, Arbeitsplätzen, Maschinen, Geräten, Software etc. mit dem Ziel, den Menschen, die damit arbeiten, eine zeitlich lange, produktive Tätigkeit bei Erhalt ihrer Gesundheit zu ermöglichen /3

4 Ergonomie Definition Laut der offiziellen Definition der internationalen ISO-Norm verwendet Ergonomie wissenschaftliche Erkenntnisse, um Arbeitsaufgaben, Arbeitsumgebungen und Produkte an die physischen und mentalen Fähigkeiten und Grenzen von Menschen anzupassen. Hierbei soll Gesundheit, Sicherheit, Wohlbefinden und Leistungsvermögen verbessert werden /4

5 Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz Arbeitsschutzgesetz und EU-Richtlinie zur Ergonomie am Arbeitsplatz (-> Bildschirmarbeitsverordnung vom ). Ab 10 Arbeitsplätzen im Betrieb muss eine Arbeits- platzanalyse gemacht werden, darin u.a.: Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung Arbeitsmittel und Arbeitsabläufe Obligatorische Augenuntersuchung aller Beschäftigten an BAP alle 2-3 Jahre auf Betriebskosten /5

6 Bildschirmarbeitsplatz (BAP) Forderungen allgemeiner Art sind: Ausreichend Bewegungsfreiheit Arbeitstisch & Stuhl entsprechen ergonomischen Richtlinien Arbeitsmittel (Rechner ): Technisch einwandfrei, TÜV-Prüfsiegel vorhanden Ausreichende Raum- & BAP-Beleuchtung: Blend- & reflexionsfrei Seitenlicht (Kein Gegenlicht!) /6

7 BAP - Sitzen /7

8 BAP Körper-, Fußhaltung /8

9 BAP - Bildschirmabstand /9

10 Anforderungen an BAP Forderungen an die Arbeitsgestaltung sind: Der Arbeitsablauf ermöglicht einen Wechsel zwischen Sitzen, Gehen, Stehen. Die Arbeitsorganisation ist stressfrei. Es gibt Einweisungs- und Einarbeitungszeiten. Es herrscht ein angemessenes Raumklima. Der Geräuschpegel lässt Konzentration zu /10

11 Neuere Erkenntnisse Denn laut einer Studie wird die gesündeste Sitzhaltung nicht bei einer Beugung des Oberkörpers von 90 Grad erreicht - sondern locker zurückgelehnt bei 135 Grad. "Wenn Druck auf die Wirbelsäule kommt, wird sie gequetscht und gekrümmt", sagte der Leiter der Studie, Waseed Amir Bashir aus Edinburgh. "Aus biomechanischer Sicht ist deshalb die 135- Grad-Haltung die bessere, auch wenn die meisten Leute die 90-Grad-Haltung für normal halten." Auch Bandscheiben-Probleme könnten so leichter vermieden werden. [www.tagesschau.de, ] /11

12 Neuere Erkenntnisse HTWK-Leipzig, 2007 Grundlagen IT: BK, BV, MU Firewall, /12

13 Beschwerdenstatistik /13

14 Beschwerdenstatistik /14

15 Eigenes Verhalten In der Regel muss jeder selbst auf seine Gesundheit achten, deshalb: Öfter kurze Pausen machen Vom Bildschirm weg in die Ferne (~6m oder mehr) schauen, möglichst auf Grünpflanzen Streck- und Entspannungsübungen machen, gehen Bewusster Wechsel der Körperhaltung, entspannt vor dem Bildschirm sitzen (Rücken schräg und angelehnt, Kopf geradeaus auf den Bildschirm gerichtet) Essen und vor allem Trinken nicht vergessen Gute Hinweise: /grundbegriffe/belastungen_beanspruchungen.htm /15

16 Microsoft IntelliMouse HTWK-Leipzig, 2007 Grundlagen IT: BK, BV, MU Firewall, /16

17 MS Wireless IntelliMouse Optical Die Formgebung dieses Modells war für die damalige Zeit ein wenig ungewöhnlich und basierte auf Erkenntnissen der Ergonomie-Experten von MS über den Handballenbereich unterhalb der Fingerknöchel. Neben Form und Größe beeinflussen auch Softwareinnova- tionen die ergonomischen Vorteile einer Microsoft Maus. Die IntelliPoint Software verbessert zum Beispiel die Effizienz des beliebten Scroll-Wheels. Die Softwarelösung für das beschleunigte Scrollen erlaubt dem Anwender das schnellere Blättern in Dokumenten mit weniger Fingerbewegungen. Daraus resultiert ein Geschwindigkeitsvorteil von durchschnittlich 28% bei drei oder mehr Seiten /17

18 3M Ergonomie-Mouse 3M Ergonomie-Mouse (optical, graphit, USB und PS/2) /18

19 3M Ergonomie-Mouse Ergonomiefachleute weisen auf ein Gesundheitsrisiko für Hand, Handgelenk und Schulter aufgrund von sich häufig wiederholenden Bewegungen hin. Das ergonomische Design der 3M Ergonomie-Mouse hält den Arm in einer natürlichen Position für angenehmes Arbeiten, wobei durch die vertikale Haltung der Hand der Druck vom mittleren Nerv des Handgelenks genommen wird. Dadurch wird die Belastung von kleinen Muskeln in der Hand drastisch reduziert. Hierbei übernehmen größere Muskelgruppen des Armes nun diese Arbeit. Unabhängige Studien haben eine signifikante Linderung von Beschwerden bewiesen. Die Größe Small/Medium wird bis zu einer Handflächengröße von 8,8 cm (Breite zwischen Handkante und Zeigefinger) empfohlen /19 HTWK-Leipzig, 2007 Grundlagen IT: BK, BV, MU Firewall,

20 PenClic Mouse /20

21 PenClic Mouse Die PenClic Computermaus ist weltweit patentiert und für alle Größen konzipiert, sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Das Design macht es auch leicht, Ihre Bewegungen mit der Maus durch andere abwechselnde Haltungen während des Tages einzustellen. PenClic kann an Desktop als auch zu Laptop angeschlossen werden, und funktioniert auf fast allen Schreibtischunterlagen oder auf dem mitgeliefertem Mini-Mauspad /21

22 Handshoemouse HTWK Leipzig, 2012 Human Computer Interaction Barrierefreiheit II /22

23 HTWK Leipzig, 2012 Evoluent-Maus Rechtshand Linkshand /23 katalog.ch/schweiz/ergologik/ergologik-pc-maus-evoluent.php

24 Ergonomische Tastaturen /24

25 Usability /25

26 Beispiel Deutsche Bahn, Lounge, Hamburg Hbf., heute: Am Kaffeeautomaten zur Selbstbedienung hing ein Bild, das zur richtigen Aufstellungsrichtung der Tassen mahnte warum? (Ich habe auch zuerst eine Überschwemmung produziert...) Human Computer Interaction Einführung /26

27 Leipzig Eingang Parkhaus unter Breuninger, Leipzig-Zentrum 27

28 Usability Usability Benutzbarkeit, Benutzerfreundlichkeit, Gebrauchstauglichkeit eines interaktiven Systems. (Mehr als Ergonomie.) Web Usability Grad der Benutzerfreundlichkeit einer Website. Alle Maßnahmen, die dem User einen reibungslosen und effektiven Umgang mit einer Website ermöglichen /28

29 Angrenzende Fachbereiche Hardware-Ergonomie Benutzer- und anwendungsgerechte Gestaltung interaktiver Computersysteme Human/Computer Interaction (HCI/CHI) Mensch-Maschine-Interaktion Human Factors bzw. Menschliche Faktoren als Bereich der Psychologie /29

30 Usability Usability eines Produkts ist das Ausmaß, in dem es von einem bestimmten Benutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen. (ISO) /30

31 Usability Grundanliegen von Usability von Computern: Die Funktionalität der Software entspricht der Komplexität der zu lösenden Aufgaben Automatisierung von Arbeitsabläufen wo immer sinnvoll bzw. möglich Die intuitive Bedienbarkeit von Computer und Software ist zu gestalten Einbau von Fehlertoleranz um Abstürze und Datenverluste zu vermeiden Bildschirmgestaltung: Funktional, individuell anpassbar, ergonomisch /31

32 Wie wird verbessert? Um die Usability (= Benutzerfreundlichkeit) von Computerhard- und -software zu verbessern, müssen die Systeme von Nutzern getestet werden. Zu den zu nutzenden Testverfahren, zum Kreis einzubeziehender Testpersonen etc. gibt es unterschiedliche Auffassungen /32

33 Testlabor [www.useit.com] /33

34 Testlabor /34

35 Testaufbau [www.useit.com] /35

36 Barrierefreiheit (Barrierearmut!) /36

37 Barrierefreiheit Barrierefreiheit in Webauftritten, auf CD-ROMs, DVDs, ganz allgemein in Software heißt, dass kein Nutzer von der Nutzung ausgeschlossen wird. Was für manche Nutzergruppen eine Verbesserung der Nutzbarkeit bedeutet, ist für andere Nutzergruppen die Voraussetzung, dass sie überhaupt mit dem Medium arbeiten können. Barrierefreie Informationstechnik bedeutet die technische Zugänglichkeit der Software verbunden mit grundlegenden Prinzipien der Software-Ergonomie /37

38 Barrierefreiheit Barrierefreiheit von IT-Technik und Software ist ein Idealzustand, der von der EU seit 1999 und von der deutschen Gesetzgebung seit 2002 auf die Tagesordnung gesetzt wird. Wichtig ist vor allem das Setzen und die Realisierung von Normen. Der Weg ist das Ziel! Barrierefreiheit ist immer ein Idealzustand, Barrieren abbauen ist das tägliche Ziel /38

39 Behindertengerechtheit Behinderte nutzen zahlreiche Spezialbedienelemente. In Museen und Bibliotheken werden Sie sicher vor allem mit Hilfsgeräten für Blinde und Hörgeschädigte zusammentreffen. Im folgenden einige Beispiele, mehr finden Sie z.b. beim Spezialanbieter /39

40 Braille Braille besteht aus Buchstaben, die durch 6 Stifte in zwei Zuständen (erhaben, versenkt) dargestellt werden. Für die Computerwelt wurden zwei weitere Stifte hinzugefügt. ( 80 Zeichen je Zeile) HTWK-Leipzig, 2007 Grundlagen IT: BK, BV, MU Firewall, /40

41 2D- und 3D-Braille Prototyp Hyperbraille, Mai 2009, BMWT, Prototyp 3D-Display, 2011, TU DD /41

42 Die IntegraMouse Preis: 1499 brit. Pfund (2009) Lizenziert als medizinisches Gerät, in Europa /42

43 Die IntegraMouse Die IntegraMouse ist ein vollwertiger Maus- Ersatz, der von Windows über die USB- Schnittstelle per Plug-and-Play angenommen wird. Der Mauszeiger wird auf dem Bildschirm durch die horizontale Bewegung des Geräts mit dem Mund positioniert. Saugen und Blasen lösen Funktionen der linken und rechten Maustaste aus. Auch Doppelklick und Drag&Drop sind möglich /43

44 smartnav AT (trackir) Preis: 299 brit. Pfund (2009) /44

45 smartnav AT (trackir) Die Steuerung des Cursors mit dem Kopf wird von dem Gerät smartnav AT realisiert. Kernstück ist ein stationärer Infrarotsensor, der den Kopf des Bedieners im Blick hat. Ein Filzstück am Kopf dient als Navigationspunkt. Ringe an den Händen sind auch Navigationsmittel. Mit ihnen wird der Cursor gesteuert. Die Software realisiert ein virtuelles Keyboard und Gravitation von Schaltflächen und Links, d.h. eine Anziehung des Cursors zu ihnen. Geklickt wird durch Verweilen des Cursors /45

46 Steuerung mit den Augen Eye tracking systems, d.h. Augen-Steuerungssysteme, realisieren auch die Funktionen einer Standardmaus. Jedoch ist Spezialhard- und - software erforderlich. (Über Euro, 2012.) Eine Bildschirmtastatur macht diese Geräte zu noch besseren Eingabehilfen /46

47 Großfeldtastatur Die Großfeldtastatur, oft mit Vertiefungen am Ort der Zeichen, besitzt darüber hinaus eine Tastaturmaus im rechten Bereich. Einige Tasten sind frei belegbar, um Tastaturkürzel hinterlegen zu können. Der Anschluss erfolgt wie bei einer Standardtastatur. Beispiel: Wie sind im Lift die Tasten angebracht bzw. gestaltet? /47

48 Großfeldtastatur /48

49 Spracherkennung Das System Dragon NaturallySpeaking ist eine Spracherkennungssoftware (mit Hardware). Mit der menschlichen Sprache können Texte eingegeben und der Computer gesteuert werden. Die Software ist trainierbar und auf einen konkreten Menschen konditionierbar. Dann funktioniert auch Systemkonfiguration und Anwendungssteuerung damit /49

50 Quellen R. Scheffel, Vorlesung Grundlagen IT, WS 2003/2004, HTWK Leipzig, Vorlesung Ergonomie Ergonomie und Arbeitsschutz: Computer-Geräte für Behinderte: Software zur Sprachsteuerung von Computern: Vorlesung Web-Usability und Software-Ergonomie, Links verfolgen (SS 2004) Jakob Nielsen, Designing Web Usability, New Riders Publishing, Indianapolis, IN, USA, Steve Krug, Don t make me think, mitp-verlag, Bonn, Jakob Nielsen und Co. - gute Site mit Anleitungen und Erfahrungsberichten, Materialien für Tests /51

51 Quellen Jan Eric Hellbusch, Barrierefreies Webdesign. Praxishandbuch für Webdesign und grafische Programmoberflächen, dpunkt.verlag, Heidelberg, Oktober 2004 (laut Impressum: 2005). Dr. jur. Hajo Rauschhofer, Gleichstellung im Internet Gesetzlicher Auftrag und Konsequenz der Ignoranz, Forum Barrierefreies Internet, , Wiesbaden, Biebricher Schloss, PPT. R. Katrin Kaftan, Dr. Hans-Jürgen Kaftan; R. Zschoch Gestaltung barrierefreier Lehr- und Lerninhalte, Universität Leipzig, Institut für Wirtschaftsinformatik; itcampus Software und Systemhaus GmbH Leipzig, in der Vortragsreihe Neue Medien in der Bildung der Bildungsakademie Mittweida e.v. in Kooperation mit dem Verbundprojekt Bildungsportal Sachsen, , PDF. Prof. Dr. Andreas M. Heinecke, Vorlesung 11 im Vorlesungszyklus Mensch-Computer-Interaktion, SS 2004, Verbundstudium Wirtschaftsinformatik, FH Gelsenkirchen, Fb Informatik, PPT, /52

52 Quellen IMS Guidelines - IMS Guidelines - WCAG WCAG Gute Seite für Ältere ab 40 (also uhu s Unter Hundert) /53

53 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit bis zum nächsten Mal /54

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