Was ist Zugsicherung.

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2 Was ist Zugsicherung. Die SBB ist die Betreiberin des am stärksten genutzten und belasteten Schienennetzes der Welt. Auf dem mehr als 3000 Kilometer langen Netz verkehren täglich zwischen 8000 und 9000 Züge, die rund 950'000 Reisende an ihr Ziel bringen. Zusätzlich transportiert die SBB auf ihren Schienen ein Gütervolumen von 200'000 Tonnen pro Tag. Die Zugsicherung, auch Zugbeeinflussung (Train Control System) genannt, spielt eine bedeutende Rolle für einen jederzeit pünktlichen und sicheren Personen- und Güterverkehr in diesem dicht befahrenen Netz. Die Anlagen der Zugbeeinflussung überwachen die Fahrt von Zügen und lösen unter anderem ein automatisches Abbremsmanöver aus, wenn der Lokführer ein Haltsignal missachtet oder die zulässige Geschwindigkeit überschreitet.

3 Europa wächst im Schienenverkehr zusammen. Mit dem wirtschaftlichen und politischen Zusammenschluss in Europa fallen die Grenzen. Damit die europäischen Bahnen ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber der Strasse erhalten und weiter ausbauen können, müssen sie ihre nationalen Netze öffnen und vereinheitlichen. Gegenwärtig gibt es in Europa rund 20 unterschiedliche Signalisierungs- und Zugsicherungssysteme, die meist auf nationaler Ebene entwickelt wurden und untereinander nicht kompatibel sind. Die Folgen im grenzüberschreitenden Verkehr sind teure Mehrfachausrüstungen oder zeitaufwändige Lok- Wechsel an den Grenzen. Der zwischen Paris und Brüssel sowie zwischen Amsterdam und Köln verkehrende Hochgeschwindigkeitszug Thalys muss beispielsweise mit sieben verschiedenen Zugsicherungssystemen ausgerüstet sein das ist teuer und für das Lokpersonal aufwändig in der fehlerfreien Bedienung. Um diese Hürden im internationalen Schienenverkehr abzubauen, wurde anfangs der 1990er Jahre das Europäische Zugsicherungs- und Leitsystems ERTMS (European Rail Traffic Management System) spezifiziert. ERTMS soll die Vielzahl der in den europäischen Ländern eingesetzten Zugsicherungssysteme ablösen und so den Schienenverkehr in Europa vereinfachen und vereinheitlichen. Die Verkehrspolitik der EU setzt klar auf die Bahn und strebt eine Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene an. ERTMS ist dazu eine der wichtigsten technischen Voraussetzungen. Die Hauptbestandteile von ERTMS sind das Signalisierungsund Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) und das digitale Mobilfunk-Kommunikationssystem GSM-R (Global System for Mobile Communication for Railways).

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5 Die Technologie ETCS. Mittels ETCS und GSM-R werden Informationen an den Zug übermittelt. Ein Computer im Zug vergleicht die aktuelle Geschwindigkeit laufend mit der maximal erlaubten Geschwindigkeit und bremst den Zug, falls notwendig, ab. Um die Anforderungen der unterschiedlichen Bahnen zu erfüllen, wurden mehrere Anwendungsstufen, so genannte Levels, definiert. Je nach Level kommen unterschiedliche technische und betriebliche Verhältnisse zwischen der Strecke und dem Zug zum Einsatz: Bei ETCS Level 1 erfolgt die Informationsübertragung von der Strecke auf das Fahrzeug punktuell über ortsfeste Datenträger, den EuroBalisen und EuroLoops. Die Informationen werden auf einem Display im Führerstand angezeigt. Während der normale ETCS Level 1 eine Vollüberwachung darstellt, spricht man bei ETCS Level 1 Limited Supervision (L1LS) von einer Hintergrundüberwachung. Dank diesem Modus ist es möglich, ETCS ohne markante Modifikationen an den bestehenden Sicherungsanlagen einzuführen. Der Lokführer fährt weiterhin mit den herkömmlichen Bahnprozessen und den bestehenden Aussensignalen. Bei ETCS Level 2 erfolgt die Übertragung der Fahrinformationen kontinuierlich von der Streckenzentrale (RBC) via Funksystem GSM-R auf das Fahrzeug. Die EuroBalisen im Gleis dienen lediglich zur genauen Positionsbestimmung des Zuges. Der Lokführer fährt nun vollständig nach der Anzeige im Führerstand, der so genannten Führerstandsignalisierung. Es werden keine Aussensignale mehr gebraucht. Im Gegensatz zu Level 1 Limited Supervision stellt der Level 2 immer eine Vollüberwachung dar und erfüllt damit die höchsten Sicherheitsanforderungen. Zudem kann mit ETCS Level 2 auch die Zugfolgezeit und daher die Kapazität optimiert werden.

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