Geschäftsprozesse: Modellierung und Analyse

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1 Geschäftsprozesse: Modellierung und Analyse. Ausgangssituation 2. Begriffe 3. Modellierungsmethoden 4. Modellarten 5. orgehensprinzipien 6. Analyse 7. Werkzeuge Seite

2 Klassische Unternehmensmodelle Unternehmensmodell: abstrahierende Beschreibung der statischen und dynamischen Strukturen und Prozesse eines Unternehmens. Statische Sicht auf die Aufbauorganisation Stellen, Abteilungen, Bereiche Stellenbeschreibungen Über- und Unterordnungsverhältnisse Modellierung meist als Organigramm Dynamische Sicht auf die Ablauforganisation Aufgaben, Aktionen oder Aktivitäten und deren Beschreibung Reihenfolge der Aufgabenbearbeitung Ressourcenbedarf und ausführende Stellen für die Aufgabenbearbeitung Modellierung als Arbeitsablauf- oder Prozessdiagramm (innerhalb der hierarchischen Aufbauorganisation) Übersicht wichtiger Modellarten Modellart Prozessmodell Funktionsmodell Datenmodell Objektorientierte Modelle Geschäftsprozessmodell Organisationsmodell Beschreibung Beschreibung der Organisationseinheiten und deren fachlicher und disziplinarischer Über-/Unterordnung Beschreibung der Aufgabenstruktur: welche Aufgaben in welcher Anordnung und Ebene Beschreibung der Informationsobjekte und ihrer Beziehungen untereinander Erfassung von Objekten der Realität in einer Sicht, die Daten und Funktionen miteinander verbindet Prozessorientierte Organisationsmodelle zur Beschreibung des Ablaufs von Aktivitäten (Funktionen) Explizite Modellierung der bwl. Geschäftsprozesse, orientiert an der betrieblichen Wertschöpfung Quelle: nach Müller Seite 2

3 Beispiel eines Organisationsmodells Geschäftsleitung Marketing/ ertrieb Produktion Beschaffung Absatzplanung Marktforschung Produktionsvorbereitung Lager Einkauf Disposition Quelle: Scheer Beispiel eines Funktionsmodells ertrieb Kundenbetreuung Stammdatenverwaltung Auftragsverfolgung ersand Fakturierung Angebotserstellung Anfragenbearbeitung Auftragsannahme Rechnung stellen Rechnung buchen Angebot anfertigen Angebot überwachen Quelle: Schwarzer/Krcmar Seite 3

4 Beispiel eines Datenmodells als Entity-Relationship Model (ERM) Abteilungsleiter führt Mitarbeiter Personalnr. Name Anschrift betreut n Kunde n m gehört zu bestellt n Abteilung Artikel m Sachbearbeiter Positionsbeschr. Abteilungsbeschr. Lager n lagert in Kundennr. Bestellmenge Artikelnr. Menge Name Beschr. Anschrift Preis Quelle: Schwarzer/Krcmar Elemente der Datenmodellierung als ERM Element Entities Beschreibung Reale oder abstrakte Dinge der betrieblichen Welt Entitityp Attribute Beziehungen Beziehungstypen Zu einer Menge zusammengefasste, gleichartige Entities Die einzelnen Ausprägungen sind die Entities Eigenschaften von Entities Alle Entities eines Entitityp werden durch dieselben Attributstypen beschrieben Logische erknüpfung zwischen zwei oder mehr Entitytypen Unterscheidung von :, :n und n:m Beziehungen : - Jedem Entity der. Menge kann genau ein Entity der 2. Menge zugeordnet werden und umgekehrt :n - Ein Entity der. Menge kann mit keinem, einem oder mehreren Entities der 2. Menge in Beziehung stehen; umgekehrt kann nur genau Entity zugeordnet werden n:m - Ein Entity der. Menge kann mit keinem, einem oder mehreren Entities der 2. Menge in Beziehung stehen und umgekehrt Seite 4

5 Ereignisgesteuerte Prozessketten (EPK) Ereignisgesteuerte Prozessketten sind das Ergebnis aufeinander folgender Ereignisse und Funktionen, wobei der logisch zeitliche Ablauf eines Geschäftsprozesses zum Ausdruck kommt. EPK stellen somit eine Beschreibungssprache für Geschäftsprozesse dar. Spricht man von Ereignissteuerung, so meint man folglich die Beschreibung des dynamischen Ablaufs eines Geschäftsprozesses. Es wird also festgelegt, auf welche Weise und zu welcher Zeit eine Reaktion, die eine eränderung zur Folge hat, stattfinden soll. Petri-Netze (Basis der EPK) Eingangsstelle (orbedingung) Kante Transition Kante Ausgangsstelle (Folgebedingung) Ausgangszustand. Schaltfolge 2. Schaltfolge Quelle: Köster Seite 5

6 Ereignis - Funktion Ereignisse Funktionen Auftreten eines Objekts oder Änderung einer bestimmten Attributsausprägung. lösen Funktionen aus und sind deren Ergebnis sind auf einen bestimmten Zeitpunkt bezogen werden in der Datensicht erfasst Tätigkeit an einem Objekt, um ein oder mehrere Unternehmensziele zu unterstützen. sind auf ein zeitverbrauchendes Geschehen bezogen werden in der Funktionssicht erfasst Logische Beziehungen (erknüpfungen) UND - erknüpfung ODER - erknüpfung - erknüpfung (exklusives ODER) Unterschied zwischen den erknüpfungen: Die UND erknüpfung bedeutet, dass die verknüpften Ereignisse/Funktionen eintreten müssen. Die ODER erknüpfung bedeutet, dass ein Ereignis/Funktion UND/ODER ein anderes Ereignis/Funktion eintreten müssen. Die erknüpfung bedeutet, dass entweder ein Ereignis/Funktion oder ein anderes Ereignis/Funktion eintreten müssen. Seite 6

7 Eingangsverknüpfungen UND ODER Ereignisverknüpfungen Funktionsverknüpfungen Beide Ereignisse müssen eingetreten sein, bevor die Funktion ausgeführt werden kann. Beide Funktionen müssen ausgeführt sein, bevor das Ereignis eintritt. Eines der Ereignisse muss eingetreten sein, bevor die Funktion ausgeführt werden kann. Eine der Funktionen muss ausgeführt sein, bevor das Ereignis eintritt. Eines und genau nur eines der Ereignisse muss eingetreten sein, bevor die Funktion ausgeführt... Eine und genau nur eine der Funktionen muss eingetreten sein, bevor das Ereignis eintritt. Ausgangsverknüpfungen UND ODER Ereignisverknüpfungen Die Ausführung der Funktion erzeugt zwei Ereignisse. Abhängig vom Ergebnis der Funktion tritt mindestens eines der beiden Ereignisse ein. Abhängig vom Ergebnis der Funktion tritt eines und nur eines der Ereignisse ein. Funktionsverknüpfungen Ein Ereignis initiiert zwei parallele Funktionen. Unzulässig, da Ereignisse als passive Elemente keine Entscheidungen beinhalten können. Unzulässig, da Ereignisse als passive Elemente keine Entscheidungen beinhalten können. Seite 7

8 Beispiele kombinierter erknüpfungen 2 Ereignisse 2 Funktionen 3 Ereignisse 2 Funktionen Beispiel einer EPK eingegangen ersandtermin erreicht 2 Erzeugnis im ersandlager geliefert erfassen Lieferung fakturieren angelegt Primärbedarf Erzeugnis entstanden Lieferung anlegen und kommissionieren Lieferung kommissioniert Debitoren- Einzelposten erzeugt Zahlung des Kunden eingegangen Produktionsplanung und -steuerung Warenausgang buchen Zahlungseingang buchen Erzeugnis im ersandlager geliefert 2 abgeschlossen Seite 8

9 Notation und Beispiel einer erweiterten EPK Notation Beispiel Organisationseinheit Daten Auftragsdaten Lieferschein geliefert Lieferung fakturieren Debitoren- Einzelposten erzeugt Zahlung des Kunden eingegangen erkauf Dokument Kontobewegungen Zahlungseingang buchen Buchhaltung abgeschlossen Seite 9

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