Erkenne die unermessliche Grösse und Liebe Gottes 1767

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1 Erkenne die unermessliche Grösse und Liebe Gottes 1767 Einleitung/Ueberblick Der Epheserbrief lässt sich in zwei Teile unterteilen. Kapitel 1-3 und Kapitel 4- Schluss. Die Verse der heutigen Predigt bilden den Abschluss des ersten Teils und enden mit einem Segen und einem Amen. Der Predigttext beginnt mitten in einem ellenlangen Satz. Sozusagen ein Grundsatz heutiger Medien und Kommunikationsfachleute ist: Macht kurze einfache Sätze. Ich lese euch diesen Satz mal vor. Hier mal der Satz: Epheser 3, Deshalb beuge ich meine Kniee vor dem Vater unseres Herrn Jesu Christi, der der rechte Vater ist über alles, was da Kinder heisst im Himmel und auf Erden, dass er euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus wohne durch den Glauben in euren Herzen und ihr durch die Liebe eingewurzelt und gegründet werdet, auf dass ihr begreifen möget mit allen Heiligen, welches da sei die Breite und die Länge und die Tiefe und die Höhe; auch erkennen die Liebe Christi, die doch alle Erkenntnis übertrifft, auf dass ihr erfüllt werdet mit allerlei Gottesfülle. Und dann noch der Segen. Dem aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christus Jesus ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. Der HERR möge mir und uns allen helfen, die biblische Wahrheit in den Ausführungen dann besser zu verstehen: Im Kapitel 3 enthüllte Paulus ein Geheimnis Christi: Durch Jesu stellvertretendem Sterben und seine Auferstehung bilden Juden und an Jesus gläubige Nichtjuden gemeinsam einen Leib, sind also eine Einheit. Was bisher ein Geheimnis war, sollen jetzt alle hören. Diesen Auftrag nahm Paulus wahr. Er bescherte ihm aber Probleme. Man warf ihn ins Gefängnis. Hier kann er keine Missionsreisen machen. Aber beten kann er. Ein kurzer Link zu uns. Du bist zwar nicht im Gefängnis. Aber vielleicht kannst du aufgrund des Alters oder eines Gebrechens äusserlich gesehen nicht viel beitragen. Aber beten kannst du. Wenn du es tust, tust du einen äusserst wichtigen Dienst. Dafür danken wir dir ganz herzlich. Für uns interessant und lehrreich, wie Paulus betet. Es wird auch als Vaterunser von Paulus bezeichnet. Wie betest du? Beten wir überhaupt? Beten wir einseitig Herr mach, HERR gib? Lasst uns von der Vielfalt des paulinischen Gebetes lernen und es selber praktizieren in der Gebetsstunde, in unseren Gottesdiensten, in den Hauskreisen, in unserer persönlichen stillen Zeit und mitten in unserem Alltag.. Anbetung: Er kniet nieder und betet den Schöpfergott an, der Juden und Nichtjuden vereinen will und mit Gott versöhnen will. (3,14-15) Fürbitte für die Epheser: - um innere (nicht körperliche) Kraft durch den Geist Gottes (16) - darum, dass Christus durch den Glauben in den Herzen wohnen darf (17) - dass die Gläubigen in der Liebe eingewurzelt und gegründet sind 17 - Gott möge Erkenntnis der Breite, Länge, Höhe, Tiefe geben 18 1

2 - Die Liebe Gottes erkennen, die höher ist als alle Erkenntnis bis zur vollendeten Fülle Die letzten zwei Punkte schauen wir uns noch etwas genauer an. Es geht dabei einerseits um die Grösse Gottes und andererseits um die Liebe Gottes. Wenn wir beten, spielt es eine sehr wichtige Rolle, ob wir überzeugt sind, dass wir zu einem allmächtigen Gott beten. Was nützt mir aber ein allmächtiger Gott, der die Menschen gar nicht liebt? Deshalb ist auch der zweite Punkt sehr wichtiges. Gottes Liebe ist grösser als sich ein Mensch das vorstellen kann. So habe ich diese Predigt betitelt mit: Erkenne die unermessliche Grösse und Liebe Gottes s 1. Erkenntnis der Breite, Länge, Höhe, Tiefe 18 So werdet ihr befähigt, mit allen Heiligen zusammen die Breite und Länge und Höhe und Tiefe zu ermessen So könnt ihr mit allen Heiligen, mit allen, die auch zu Gottes heiligem Volk gehören erkennen Was nachfolgend beschrieben wird, soll nicht ein Solochristenerlebnis sein, sondern eine Erkenntnis, die Christen miteinander haben. Paulus tut somit hier auf- alle Heiligen, nicht nur eine Denomination. Gleichzeitig grenzt er aber auch ein. Er sagt nicht mit allen Menschen, sondern mit allen Heiligen also mit allen, die an den dreieinigen Gott glauben. Paulus bittet wiederholt, dass Menschen im Glauben wachsen. Der Start im Glaubensleben ist sehr wichtig. Der einzelne Mensch soll seine Schuld vor Gott und Menschen einsehen, Jesus für das stellvertretende Sterben danken und Vergebung aller Schuld erfahren. Dafür können wir Jesus nie genug danken. Zu Jesus können wir auch mit neuer Schuld immer wieder hingehen. Darum die Frage: Hast du all deine Fehler Jesus in einem Gebet gebracht. Hast du ihm gedankt, dass er sich stellvertretend für dich bestrafen liess und du einmal vor Gott stehen kannst, als hättest du nie etwas falsches getan? Wenn nein, lade ich dich herzlich ein, dies heute in einem Gebet zu tun. Es werden auch heute nach dem Gottesdienst Männer und Fragen hier vorne sein, die nehmen sie gerne Zeit um zuzuhören oder mit ihnen zu beten. Nach diesem Start im Glaubensleben wünscht sich Gott, dass wir uns von geistlichen Babys zu geistlichen Vätern und Müttern entwickeln. In mehreren Stellen des Epheserbriefes, so auch in unserem heutigen Predigttext wird der Fokus diesbezüglich auf Erkenntnis gesetzt. Um geistlich zu wachsen, müssen wir Gott immer besser kennen lernen. Paulus bittet, Gott möge Erkenntnis geben. Wir sollen die Breite, Länge, Höhe, Tiefe begreifen, erfassen. Wovon? Von der Grösse des Reiches Gottes. Da denken nicht nur Architekten schnell einmal an einen Bau. Wenige Verse zuvor brauchte Paulus bereits das Bild vom Bau und vom Eckstein. So liegt es sehr nahe, dass auch in unserem Predigttext vom Bau des Reiches Gottes die Rede ist. Die Breite: Das Reich Gottes ist breit ausgestreckt über die Völkerwelt nach Ost und West. Paulus betet dafür, dass wir Christen den ganzen Bau im Blickfeld haben, nicht nur unsere Denomination oder gar unsere Ortsgemeinde. Das fördert die Einheit und die 2

3 Liebe untereinander, die ja ein Markenzeichen der Jünger Jesu sein soll. Die grosse Unterstützung unserer Gemeinde für Mitarbeitende in der ganzen Welt zeugt bereits von einer Breite. Dafür danke ich allen ganz herzlich denen die geben und denen die sich für einen solchen Dienst rufen lassen. Die Länge: Das Reich Gottes dehnt sich in die Länge durch alle Zeiten hindurch (von Menschen, die bereits im AT auf den hofften, der dann kam bis in unsere Zukunft) Es geht ja um die Grösse des Reiches Gottes. Wenn einst alle jeder Generation, jedes Landes vor dem Thron Gottes wie aus einer Kehle Gott in Lied und Wort anbeten, dann wird das schon sehr imposant sein. Bist du bei dieser Schar auch dabei? Hilfst du auch mit, dass diese Schar noch grösser wird? Wir wollen aus vergangenen Zeiten lernen. Wunder Gottes in der Vergangenheit, Gebetserhörungen, Veränderungsprozesse in Menschen, finanzielle Durchtragen wollen wir nicht vergessen und möge uns für die Zukunft ermutigen. Für mich ist auch der Erweiterungsbau eine Investition für die Zukunft und ein Zeichen, dass wir daran glauben, dass der HERR auch in Zukunft Menschen in seine Nachfolge rufen wird. Die Tiefe und Höhe: Das Reich Gottes reicht in die Tiefe der Herzen der Gläubigen und bis in die himmlische Höhe, wo Jesus Christus heute lebt. Ich werde mir am ersten bewusst, wie unermesslich gross Gott ist, wenn ich daran denke, dass es ihn immer schon gab und dass wir eine Ewigkeit lang bei ihm sein werden. Das übersteig mein menschliches Erfassungsvermögen. Wie gross ist dein Gott? Ist er einfach nur dein Kumpel oder darf er HERR sein vor dem du ehrfürchtig niederkniest? Ist er so klein, dass du ihm genau Vorschriften machen willst, wie er handeln soll? Oder gibst du ihm innerlich die Freiheit, dich in seiner Grösse so zu führen, wie er es am besten findet? Ist er so gross, dass er auch für Menschen da ist, die ganz anders sind als ich, in einer ganz anderen Kultur leben, die gewisse Bibelstellen vielleicht anders als ich verstehen? Wenn wir an einen grossen Gott glauben, dann darf auch unser Herz weit werden. Dann sind verfolgte Glaubensgeschwister in irgend einem fernen Land mir nicht egal, dann sind sie eben meine Geschwister. Ich leide mit, ich freue mich mit, ich trage mit. 2. Liebe Gottes erkennen, die höher ist als alle Erkenntnis 19 und die Liebe Christi zu erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt, und so werdet ihr immer mehr erfüllt werden von der ganzen Fülle Gottes. Paulus betet hier eigentlich eine Unmöglichkeit. Er bittet darum, dass die Epheser die Liebe Christi erkennen und sagt im gleichen Satz, die Liebe Christi würde alle Erkenntnis übersteigen. Vielleicht denkst du, du würdest aus der Bibel und über den Glauben einiges nicht ist doch das, was jeder verstehen sollte. Ehrlich gesagt habe ich vor der Predigtvorbereitung auch gedacht, das Thema Gott liebt dich sei eher ein Anfängerthema. Das Wort Gottes belehrte mich hier eines Besseren: Die Liebe 3

4 Christi übertrifft, alle menschliche Erkenntnisfähigkeit. Deshalb benötigen die Epheser und auch wir, dass Gott durch das Gebet von Paulus das Wunder vollbringt und wir stückweise mehr und mehr von der Liebe Christi verstehen. Ein Teil des übermenschlich Grossen ist, dass Jesus bereit war für seine Feinde zu sterben. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab. Geliebt sein vom Schöpfergott, das möge unser Verhältnis zu Gott, zu Mitmenschen und zu mir selbst verändern. Auch wenn etwas passiert, das ich als Mensch nicht einordnen kann, will ich doch glauben, dass Gott mich unermesslich liebt. Dieser Liebe wollen wir nacheifern. Je tiefer und fester wir in der Liebe verwurzelt, gegründet sind, desto weiter wird unser Blick für sein Reich. Der Predigttext tut den Horizont nach allen Richtungen auf. Gleichzeitig zeigt er, dass wir nicht einmal die Liebe Christi von uns aus erkennen können. Gott und sein Reich sind viel grösser als wir denken. Andererseits zeigt uns der Text, wie klein der Mensch ist und wie wenig Erkenntnis er eigentlich hat er der sich manchmal über Gott erheben will, es besser als Gott wissen will. Wenn wir uns der menschlichen Schwachheit und Beschränktheit bewusst sind und gleichzeitig Gott in unserer Erkenntnis grösser werden darf, hat das eine Auswirkung auf unser Gebetsleben. Wir dürfen grosses von Gott erwarten. Aber wir wollen ihm nicht vorschreiben, wie und wann er es zu tun hat. 20 Ihm aber, der weit mehr zu tun vermag, als was wir erbitten oder ersinnen, weit über alles hinaus, nach der Kraft, die in uns wirkt, 21 ihm sei die Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Generationen dieser Weltzeit hindurch bis in alle Ewigkeit. Amen Lasst uns mal die folgende Aussage aus 20 Vers auf der Zunge vergehen: Gott kann mit seiner unerschöpflichen Kraft in den Menschen mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder begreifen können. Glaubst du das in Bezug auf dich und in Bezug auf sogenannt hoffnungslose Fälle? Vielleicht wissen wir gar nicht, wie wir konkret für uns, für unser Arbeitsteam für unsere Freunde, für unsere Familie, für die gesellschaftliche Entwicklung beten sollen. Wo wir gar nicht mehr wissen, wie zu bitten, wo wir uns gar nicht mehr vorstellen können, wie der dreieinige Gott eingreifen könnte: ER kann es tun. Diese Grösse und Liebe Gottes ergreift Paulus dermassen. Er kann er nur noch staunend und dankbar Gott durch Jesus Christus die Ehre geben. Auch hier wieder macht Paulus einen Bezug zur Gemeinde dem sei Ehre in der Gemeinde. Das Gebet beginnt in Vers 14 mit Anbetung und es endet mit Anbetung. Lob und Preis soll kein Ende haben. Es soll von Generation zu Generation weitergehen. So lasst uns freudig und dankbar in der nun folgenden Anbetungszeit Jesus die Ehre geben. Amen 4

5 Fragen für die Vertiefung in den Kleingruppen: 1. Das Unser Vater von Paulus: Was ist mir in der Betensart von Paulus neu bewusst geworden? Wie praktiziere ich es? Was fehlt bei mir? Was macht mir Mühe? 2. Anbetung zu Beginn, Anbetung zum Abschluss: Welchen Stellenwert hat Lob für mich a) in der Gemeinde b) im persönlichen Leben? Wie praktiziere ich es? 3. Breite, Länge, Höhe, Tiefe: Welche Dimension a) ermutigt mich am meisten b) macht mir am meisten Mühe? 4. Die Liebe Christi, welche alle Erkenntnis übersteigt Inwiefern übersteigt sie unsere menschliche Erkenntnis? 5

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