13. Jahrgang Oktober/November 2012 UNIVERSITY JOURNAL. Das unabhängige Magazin für Nachwuchswissenschaftler und Hochschulentscheider

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1 13. Jahrgang Oktober/November 2012 UNIVERSITY JOURNAL Das unabhängige Magazin für Nachwuchswissenschaftler und Hochschulentscheider SPIN-OFF Die besten Gründerzentren im Norden der Republik IT AM CAMPUS Eigengeräte an der Hochschule INKL. YOUNG PROFESSIONAL Leidenschaft für die Forschung die Karriere von Dr. Cora Mund Herausforderung Innovationsmanagement

2 Zwei für Ihre Karriere Mehr als Jobs für Absolventen

3 INHALT 003 Editorial Termine, Preise & News f-cell, Solar Summit und mehr 4 IT am Campus Eigengeräte an der Hochschule 6 Desktop-Virtualisierung 8 Raum für lebenslanges Lernen 14 Gebäudemanagement 15 Hochschule Das Studentenlabor der RWTH Aachen 10 Innovationsmanagement an der Hochschule 12 Strategieentwicklung als Aufgabe 16 Wissenschaft Wie eine Feder im Spielzeugauto 18 Das Radar für die Westentasche 20 YOUNG PROFESSIONAL Leidenschaft für die Forschung 22 Die besten Karrieretermine für den Herbst 26 Spin-Off Gründerzentren im Norden 28 Auf was Biotech-Gründer achten sollten 30 Leben Liebe Leserinnen und Leser, gerade erst hat Apple die neueste Generation seines iphones vorgestellt. Vermutlich kann es nicht vieles wirklich besser als die bisherigen Modelle, aber natürlich werden viele Trendsetter spontan zuschlagen. Wieder ein Gerät mehr also, das in den Alltag auch an den deutschen Hochschulen Einzug halten wird. Der schnelle Modellwechsel bei Smartphones & Co. stellt die Campus-IT vor echte Probleme. Warum das Ganze? Naja, es hat den Anschein, dass statt des Autos immer mehr die elektronischen Wegbegleiter zum persönlichen Statussymbol werden. Und so will man die Neuanschaffungen natürlich auch beruflich einsetzen und zeigen. Hinzu kommt, dass es am Arbeitsplatz Hochschule seit jeher schwierig ist, zwischen Privatem und Geschäftlichem zu trennen, weil man eben nicht den klassischen nine-to-five -Job hat. Eigentlich wäre immer noch schnell etwas zu erledigen. Da ist die Verlockung groß vom Sofa aus über das private Smartphone eine zu beantworten oder mal eben noch mit dem Tablet-PC einen Satz im aktuellen Fachaufsatz, der einem ohnehin durch den Kopf schwirrt, zu ändern. Dass aber das Thema Sicherheit nicht immer auf jedem Gerät allzeit garantiert ist, scheint vielen gar nicht klar zu sein. Dabei kann so ein kleiner Virus großen Schaden anrichten, wenn er sich erst einmal im weitverzweigten System eingenistet hat. Besser: Mithilfe der Kollegen aus dem Rechenzentrum die Datensicherheit erhöhen oder aber einfach mal die Arbeit, Arbeit sein lassen und die Couch nicht zum Büro umfunktionieren. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine unterhaltsame und anregende Lektüre ganz altmodisch auf gedruckten Seiten. Garantiert virusfrei! Gisela Stummer, Redaktionsleiterin UNIVERSITY JOURNAL Kultur für die kalte Jahreszeit 32 Auf ein Wort mit Manja Malchau 34 Impressum 34 Anmerkung des Verlags: Sollten Sie Änderungswünsche im Bezug Ihres Exemplars haben, so teilen Sie uns dies bitte unter der -Adresse: mit.

4 004 TERMINE, PREISE &NEWS Science4Life Venture Cup 2013 Ideen werden wahr Solar Summit Freiburg 2012 Highlights und Trends in der Solarenergie Rainer Sturm / pixelio.de Im September 2012 ist der Science4Life Venture Cup in die 15. Runde gestartet. Neu beim bundesweit größten Businessplan-Wettbewerb für Existenzgründer aus Life Sciences und Chemie ist die Ideenphase. Sie richtet sich in erster Linie an Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder aus Unternehmen in ganz Deutschland, die eine innovative Idee für eine Unternehmensgründung haben. Science4Life bietet einen Check-up dieser Ideen in Hinblick auf ihre Umsetzbarkeit. Entwicklungsprozesse erleichtern Mit fachkundiger Unterstützung unserer Science4Life- Experten wird der Entwicklungsprozess von der Idee zu einem tragfähigen Geschäftskonzept wesentlich erleichtert beziehungsweise beschleunigt. Wir sprechen damit all diejenigen an, die sich trotz guter Einfälle noch nicht an die Realisierung gewagt haben, erklärt Dr. Stefan Bartoschek, der wissenschaftliche Leiter des Science4Life-Teams. Die Teilnahme an der Ideenphase beziehungsweise am Businessplan-Wettbewerb ist unter Beachtung der Einsendeschlüsse zu jedem Zeitpunkt möglich und kostenfrei. Als direkten Ansporn gibt es beim Science4Life Venture Cup, der vom Land Hessen und dem Gesundheitsunternehmen Sanofi gesponsert wird, Preisgelder von insgesamt Euro zu gewinnen. Einsendeschluss für die Ideenphase ist der 26. Oktober Ab Oktober werden außerdem Online-Seminare zu wichtigen Aspekten der Existenzgründung angeboten. Mehr als 500 Firmengründungen, etwa 3000 neue Arbeitsplätze und 14 Jahre Erfahrung sprechen für Science4Life als kompetenten Partner bei der Existenzgründung. Da heißt es einfach: mitmachen und gewinnen! Weiterführende Informationen, Termine und Anmeldung sowie eine Mustervorlage für die Ideenskizze und das Handbuch zur Businessplanerstellung unter: science4life.de Bereits zum fünften Mal findet am 18. und 19. Oktober 2012 die internationale Konferenz Solar Summit Freiburg Highlights and Trends in Solar Energy im Freiburger Kongresszentrum Konzerthaus Freiburg statt. Die Konferenz vermittelt einen Überblick über Technologien solarer Energiewandlung. Ergänzend zu aktuellen Forschungs- und Entwicklungsergebnissen werden auch Markt- und Politikgeschehen im Fokus der Diskussion stehen. Das Schwerpunktthema dreht sich in diesem Jahr um die nachhaltige Stadtentwicklung und steht unter der Überschrift The Future Sustainable City. The Future Sustainable City Das Programm des Solar Summit Freiburg 2012 ist aufgefächert in die Themenbereiche: Intelligente Transformation unserer Energieversorgung, das genannte Schwerpunktthema The Future Sustainable City sowie Solartechnologietrends, untergliedert in Heizen und Kühlen, Speichertechnologien und Photovoltaik. Renommierte internationale Referenten sowie Experten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE werden die Themen präsentieren und mit den Teilnehmern diskutieren. Diskussion erwünscht Wir freuen uns erneut auf angeregte Diskussionen sowie das Networking mit den Teilnehmern, die aus unterschiedlichen Branchen kommen, von der Industrie über Politik, Forschung und Technologie bis hin zu Investoren, Banken und Medien, so Professor Eicke R. Weber, wissenschaftlicher Leiter der Konferenz und Institutsleiter des Fraunhofer ISE.»Der Solar Summit ist für uns eine hervorragende Plattform für den so notwendigen Austausch aller relevanten Branchen im Kontext der Energiewende, für die das Fraunhofer ISE eine breite Palette an Themen im Portfolio hat. Gastgeber der Solar Summit Freiburg -Konferenzen ist das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Veranstaltung wird neben der FWTM von der Messe München unterstützt, Organisator ist die PSE AG, Freiburg. Mehr Informationen: solar-summit-2012.org

5 f-cell und Battery+Storage Serienproduktion von Brennstoffzellen ZBT Für die Elektromobilität der Zukunft und eine neue nachhaltige Energiewirtschaft sind sie unverzichtbar: Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Batterien. Fachleute treffen sich zu den Konferenzen und Messen f-cell und Battery+Storage vom 8. bis 10. Oktober 2012 auf dem Stuttgarter Messegelände. Eines der Themen ist die Senkung der Kosten bei der Herstellung. Kosten reduzieren, Nachfrage ankurbeln Batterien und Brennstoffzellen sind Schlüsseltechnologien für die nachhaltige Energiewirtschaft der Zukunft. Ihre Praxistauglichkeit haben sie bereits unter Beweis gestellt. Im Rahmen der Konferenzen f-cell und Battery+Storage werden Brennstoffzellensysteme zur Nutzung in Autos, zur Hausenergieversorgung oder als Kraftwerke betrachtet sowie Lithium-Ionen-Batterien für Fahrzeuge und als stationäre Speicher. Brennstoffzellen und Lithium-Ionen-Batterien sind im Vergleich mit herkömmlichen Technologien in diesen Anwendungsgebieten noch deutlich teurer. Das bremst die Nachfrage. Wie lassen sich Komponenten und komplette Systeme künftig kostengünstiger produzieren? Unter anderem dieser Frage gehen die Referenten der Konferenzen in Stuttgart nach. Parallel zu den internationalen Konferenz-Veranstaltungen mit insgesamt 120 Vorträgen in 19 Themenforen finden gleichnamige Messen im ICS Internationales Congresscenter statt. Henne-Ei-Problem durchbrechen Brennstoffzellen werden im Moment noch quasi in Handarbeit hergestellt, beschreibt Professor Dr. Angelika Heinzel vom Zentrum für Brennstoffzellentechnik (ZBT) an der Universität Duisburg-Essen den Status. Automatisierung finden wir im Moment vorwiegend bei der Komponentenherstellung. Die Technologie habe jedoch den Reifegrad für die Serienproduktion erreicht, sagt Edgar Lederer von Fix Maschinenbau. Noch sei die Nachfrage auch auf Grund der hohen Preise aber so überschaubar, dass sich entsprechende Produktionsanlagen, die zur Kostensenkung beitragen könnten, nicht finanzieren ließen ein Henne-Ei-Problem, das auch die Batteriehersteller umtreibt. Informationen unter f-cell.de beziehungsweise battery-storage.de

6 006 IT AM CAMPUS Das eigene Technikequipment ist la ngst Statussymbol geworden, das will man auch an Studien- und Arbeitsplatz pra sentieren und nutzen. Mit diesem Trend gehen aber ganz neue Herausforderungen an die Sicherheit der Hochschul-IT einher, doch an Lo sungen wird gearbeitet. Meins, deins, unseres Eigengeräte an der Hochschule Microsoft Eine träge IT mögen sich da ja viele Branchen bewusst leisten, an den Hochschulen wird man mit so einer Einstellung nicht weit kommen. Während im Extremfall der Informatiker die neuen Technologien ja schon allein Unterrichtsgegenstand sind und daher auch greifbar sein müssen, sind auch in den anderen Fachbereichen viele junge Wissenschaftler beschäftigt. Forscher, die von Natur aus neugierig sind und zudem der Generation derer angehören, die eben mit den immer kürzer werdenden, technischen Innovationszyklen aufgewachsen sind. Lehrende, die neuen Möglichkeiten der Wissensvermittlung aufgeschlossen gegenüberstehen, aber auch privat stets technisch auf dem neuesten Stand sind. In diesem Moment greifen Standardlösungen, wie sie an vielen Hochschulen aktuell bevorzugt werden, nicht mehr. Hinzu kommt die starke Fluktuation beim Personal. Wissenschaftliche Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte wechseln fast mit jedem Semester und jeder Neue hat andere Ansprüche und Bedürfnisse an die Technik. Da liegt die Lösung nahe, jeden seine eigenen Gerätschaften nutzen zu lassen. Die Grenze verwischt Der Arbeitsplatz ist dank neuer Technologien flexibler geworden. Längst nicht mehr alles muss am Desktop-PC erledigt werden. Das sorgt für mehr Mitarbeiterzufriedenheit. Die Zeiten des Desktop-PCs sind Geschichte. BYOD heißt die Geheimformel für Eingeweihte. Was sich dahinter verbirgt ist die Abkürzung für ein Phänomen. Bring Your Own Device nennt man es im Englischen übersetzt in etwa Bring deine eigenen Geräte mit, wobei mit Geräten hier vor allem technisches Equipment, speziell Klein- und Mobilgeräte wie Laptop, Smartphone, BlackBerry oder Tablet-PC, gemeint sind. Mit diesen wird auf die zentralen Server zugegriffen und hier werden auch geschäftliche Daten auf persönlichen Geräten verarbeitet und gespeichert. Wobei die abwechselnde Arbeit mit drei oder vier verschiedenen Geräten schon fast als normal angesehen wird. Die mittlerweile als nahezu unverzichtbar betrachteten elektronischen Helferlein werden mit so viel Wertschätzung bedacht, dass ein Verzicht auf sie im beruflichen Umfeld fast als Strafe erscheint. In den USA ist es mittlerweile für über 60 Prozent der Collegeabsolventen für die Wahl des Arbeitgebers entscheidend, ob dieser genau das zulässt. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner rechnet damit, dass BYOD das Client-Computing ähnlich revolutionieren wird wie seinerzeit die Einführung der PCs. Allerdings werde sich die Ausbreitung stark unterscheiden je nach Branche und Unternehmen. Träge IT trägt nicht mehr Außerdem ist gerade die aktuell und zukünftig in den Arbeitsmarkt und an die Hochschulen drängende Generation derer, die mit Internet, Handy & Co. aufgewachsen ist, nicht mehr ohne Weiteres bereit, eine klare Grenze zwischen Berufs- und Privatleben zu ziehen. Sie sind durchaus damit einverstanden, am Wochenende oder nach Feierabend auf berufliche s zu antworten, wollen dafür aber auch während der Arbeitszeit die Aktivitäten auf den favorisierten sozialen Netzwerken im Auge behalten. Und all das am liebsten stets auf dem gleichen, topaktuellen Device ihrer Wahl Smartphone und Tablet-PC als Teil der ureigensten Selbstdarstellung. Vielen Vorgesetzten fehlt dafür aktuell noch das Verständnis. Dabei kann diese Entwicklung durchaus für die Arbeitgeber Vorteile haben, auch wenn diese Hochschule heißen. Denn mit der richtigen BYOD-Strategie steigern die Angestellten durch verstärkte Mobilität und Zufriedenheit ihre Produktivität, gegebenenfalls können zudem Kosten bei der Anschaffung von Endgeräten eingespart

7 - - BERATER (M/W) junior und senior

8 008 IT AM CAMPUS Mel Stoutsenberger/istockphoto.de Systemintegrator Bechtle lieferte diesen Sommer mit seiner Roadshow vor Ort Informationen fu r die Hochschulen zum Thema BYOD. On the Road mit Bechtle Überblick über die Problematik Bring your own device (BYOD) zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Lösungsmöglichkeiten abzuwägen noch weniger. Da hilft es, wenn man an einem Termin sowohl den Stand der Dinge präsentiert bekommt als auch die Probleme angesprochen sowie Lösungsanstätze vorgestellt werden. Diese Kombination bot sich den interessierten Rechenzentrumsangestellten und IT-Verantwortlichen deutscher Hochschulen auf der sommerlichen Roadshow des unabhängigen Systemintegrators Bechtle. Dieser bündelte nämlich das eigene Branchenwissen mit dem von VMware und Citrix, um auf Informationsveranstaltungen in Mannheim, Nürnberg, Düsseldorf, München, Hannover und Leipzig mittels Praxisbeispielen und Live-Demonstrationen perfekt auf das Thema Client-Virtualisierung und BYOD vorzubereiten. verbessern als auch die Cloud realisieren und klassische Modelle aufbrechen kann. Im Anschluss daran stellte Thomas Scheitner von Citrix Referenzen und Lösungsansätze aus dem Bereich Forschung & Lehre vor und demonstrierte die Einbindung lokaler Daten auf einem virtuellen Desktop. Beide behielten dabei stets im Fokus, worauf die Rechenzentren viel Wert legen: Die zentrale Festlegung, wer was bekommt und worauf Zugriff hat, bleibt in einer Hand in der des Rechenzentrums. Abgerundet wurde das Thema dann von zwei Bechtle-Vorträgen, die sich den Aspekten Mobile Device Management und BYOD-Strategie" sowie Von der Anforderung über ein Proof of Concept zur produktiven Umgebung" widmeten. Rege Diskussionen und gut besuchte Termine belegten, dass man bei Bechtle auf den richtigen Schwerpunkt gesetzt hat. werden. Außerdem werden Eigengeräte oft pfleglicher behandelt, als Organisationseigentum. Nichtsdestotrotz ist BYOD gerade für die IT-Verantwortlichen eine Albtraumvision. Sie haben Angst einerseits die Kontrolle über Daten und Zugriffsrechte zu verlieren und andererseits die firmeneigene Technik der beständigen Gefahr von Viren, Trojanern und Datenklau auszusetzen. Viele Softwarelösungen versagen schon allein aufgrund der enormen Vielfalt der Endgeräte. Die so entstehende vermehrte Komplexität sowie die anfallenden Kosten für die Beseitigung der Sicherheitslücken müssen natürlich gegen die erhoffte Ersparnis bei den Anschaffungskosten abgewogen werden. Hier sollten die bestehenden Konzepte auf jeden Fall angepasst werden. Was schon bei Firmeninterna zum Albtraum in punkto Datenschutz werden kann, dürfte auch bei sensiblen Forschungsdaten von Hochschulen und Forschungsinstitutionen hinreichend Schadenspotenzial haben. Daher ist entscheidend, dass jederzeit und allerorts die Datensicherheit gegeben ist, möglichst viele verschiedene Geräte(typen) unterstützt werden können und private von geschäftlichen Daten sauber getrennt bleiben. Lösungsvorschlag Virtualisierung Eine gute Lösung für einige der drängendsten Probleme stellen Virtualisierungstechnologien dar. Der virtuelle, abgekapselte und voll verwaltete Firmendesktop auf den verschiedenen physikalischen privaten und dienstlichen Endgeräten eine Vision, die etwa das Softwareunternehmen VMware verwirklichen hilft. So kann man eine sichere (geschäftliche) Umgebung auf einem unsicheren (weil privat genutzten) Gerät schaffen. Und zudem kann die Campus-IT leichter die Oberhoheit über Nutzung und Nutzer bewahren. Damit es auch mit Lizenzen und Datenrichtlinien keine Probleme gibt. Neue Herausforderungen meistern VMware widmete sich dabei dem Thema Post-PC-Ära Der Weg zu einem neuen IT-Zeitalter. Martin Rhode berichtet davon, wie man mit Produkten von VMware sowohl den Status quo Übrigens: Auch im nächsten Jahr wird Bechtle wieder mit einem aktuellen Thema auf Tour gehen. Am King s College London hat man sich aufgrund der neuen Gegebenheiten in die Wolke begeben. Die Universität hat in eine private Cloud Plattform investiert, die es den etwa Angestellten und fast Studenten aus 150 Ländern erlaubt, mit eigenen Geräten nicht nur an

9 IT AM CAMPUS 009 Für den Zugriff auf betriebliche Anwendungen verwendete Geräte 69.3 % Geschäfts-PC und -Smartphone % Privat-PC und -Smartphone den fünf über die Stadt verteilten Standorten der Hochschule, sondern weltweit auf universitäre Anwendungen zuzugreifen virtuellen Desktop eingeschlossen. Ob das aber auch für andere Hochschulen die richtige Lösung ist schwierig zu sagen. Herstellerneutrale Partner, wie der IT-Dienstleister Bechtle, versuchen 59.3 % Geschäfts-PC, -Smartphone und -Tablet Quelle: IDC information worker custom survey, sponsored by Unisys, Mai 2011 und Mai % Privat-PC, -Smartphone und -Tablet aber die effektivste Lösung für den Einzelfall zu finden, wie Markus Jung aus dem Bechtle Competence Center Mobile Solutions verspricht. Schließlich sei der Spagat zwischen Usersicherheit, Produktivitätssteigerung und Innovation einerseits, sowie Informations- und Rechtssicherheit andererseits ein sehr individueller. Von der Frage Kostenersparnis oder -explosion einmal gänzlich abgesehen. Letztendlich muss wohl individuell abgewogen werden, ob die Erlaubnis Eigengeräte zu nutzen, sinnvoll ist. Viele Fachbereiche, Fächer und Hochschulen, die mit finanziellen Mitteln nicht im Übermaß gesegnet sind, haben ein stillschweigendes Einverständnis längst gegeben, beziehungsweise kapitulieren vor dem Kontrollverlust. Der wissenschaftliche Mitarbeiter in Teilzeit beschäftigt, aber meist Vollzeit engagiert, kann einfach auch nur schwer die Bereiche trennen, ist oft darauf angewiesen jederzeit an Forschungsdaten und Präsentationen für die Lehre zu arbeiten. BYOD also weniger als zusätzlicher Bonus, sondern als Notwendigkeit. Wobei klar sein muss: Der Einzelne trägt die Verantwortung für die Sicherheit seiner Geräte, nicht die Organisation. Citrix VDI-in-a-Box ist eine All-in-one-Lo sung zur Bereitstellung hochperformanter und benutzerfreundlicher VDI-Desktops, die weniger kosten als herko mmliche PCs. VDI-in-a-Box la sst sich auf jedem Standard-Server ausfu hren, ohne dass eine teure Rechenzentrumsinfrastruktur erforderlich ist. Zu jeder Zeit, an jedem Ort, mit jedem Endgerät Speziell für Desktop-IT-Umgebungen entwickelt, lässt sich VDI-in-a-Box einfacher und kostengünstiger implementieren sowie managen als herkömmliche PCs und sorgt so für einen umgehenden Return on Investment. Die All-in-one-Lösung bietet einen hohen Benutzerkomfort. Die Vorteile sind: Bereitstellung von virtuellen Desktops zu geringeren Kosten als PCs Reduzierung der Infrastrukturkosten um bis zu 60 Prozent Verbesserte Service Levels durch integrierte Hochverfügbarkeit Skalierbarkeit nach Bedarf Implementierung in unter einer Stunde Benutzerzugriff zu jeder Zeit, an jedem Ort und über jedes Endgerät Wahl zwischen marktführenden Hy-pervisoren Überragender Benutzerkomfort auf Basis der Citrix HDX-Technologie VDI-in-a-Box läuft auf Standard-Servern mit Direct Attached Storage und benötigt keine speziellen Server-Systeme. Alle relevanten Funktionen für Management und Provisioning, ein softwarebasierter Lastausgleich sowie entsprechende Technologien für das Connection Brokering sind in VDI-in-a-Box integriert und machen externe Management-Server, Load Balancer und Connection Broker überflüssig. Dadurch können die Infrastrukturkosten um bis zu 60 Prozent gegenüber herkömmlichen VDI-Lösungen gesenkt werden. Durch ein zentrales Management können darüberhinaus die Kosten für das Desktop-Management und den Desktop- Support stark gesenkt werden, weil Updates und Patches nur einmal auf den Master-Images installiert werden müssen. Die Architektur des Ganzen sorgt für integrierte Hochverfügbarkeit auch ohne gemeinsam genutzten Speicher. Für einen nahtlosen Benutzerzugriff zu jeder Zeit, an jedem Ort und mit jedem Endgerät sorgt die integrierte HDX-Technologie. Das IT-Personal muss nicht viele Endgeräte verwalten, sondern kann sich auf das Management der zentralisierten Desktop-Images konzentrieren. Die intuitive Benutzeroberfläche bietet einen optimalen Überblick über alle Virtualisierungsdetails, sodass auch ein Windows- Administrator ohne Erfahrungen mit Virtualisierungs- oder Rechenzentrumsumgebungen per Mausklick virtuelle Desktops einrichten und verwalten kann. Von Vorteil ist zudem, dass die Lösung technologie- und protokollunabhängig ist. Da auf den Endgeräten keine Daten gespeichert werden, erhöhen sich Sicherheit und Datenschutz. Mehr zu Positionierung und Einsatzmöglichkeiten finden Sie unter citrix-vdi.de

10 010 HOCHSCHULE Zusammen mit Partnern aus der Industrie hat man an der RWTH Aachen mit dem Studentenlabor Faszination Umwelt die richtige Nische fu r studentische Praxiserfahrungen geschaffen zum Wohle der Umwelt. Faszination Umwelt Die Anschaffungen, die ein wissenschaftliches Labor benötigt, sind natürlich nicht gerade kostengünstig. Deswegen wurde von Anfang an gezielt Sponsoren-Akquise betrieben. Zunächst einmal sprach man bei den Herstellern der Geräte vor, die man auf jeden Fall benötigte. So hat das Team um Leiter Professor Henner Hollert etwa Nikon bei einer Ausstellung an der RWTH Aachen einfach einmal angesprochen. Dort war man schnell überzeugt und einige Dauerleihgaben konnten im Labor Einzug halten. Schon bald folgten Agilent mit einer HPLC-Anlage und der SpeedExtractor von Büchi. Bei manch anderem Sponsor gab es günstige Konditionen auf Dauer oder auch nur für einmalige Anschaffungen. Im Laufe der Zeit hat sich die Existenz des Studentenlabors so weit herumgesprochen, dass sogar Firmen von sich aus auf die Leitung zukamen, weil sie sich gerne beteiligen wollten. Peter Winandy Das kreuzförmige Gebäude im Worringerweg Nummer 1 in Aachen breitet seine Flügel um einen zentralen Turm herum aus. Im zweiten Stock des D-Flügels findet man auf der linken Seite die Spielwiese der Ökotoxikologie-Studenten. Dort befindet sich nämlich das Studentenlabor Faszination Umwelt. Fast einen halben Flügel groß findet sich dort alles, was der Umweltforschung dient. Jede der vier Labortaschen jeweils etwa drei auf fünf Meter groß ist dabei mit anderer Ausrüstung versehen. So kann man in einer eher grob mit Sedimenten und Böden arbeiten. Daher steht dort auch der Rotationsverdampfer. In der nächsten befindet sich dann die von Nikon als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellte optische Ausrüstung also Mikroskope & Co. In Nummer drei werden Zellkulturen kultiviert und steril mit ihnen gearbeitet. Schließlich gilt es Kontamination zu vermeiden. Die letzte Labortasche ist dann etwas freier zu verwenden. Insgesamt können gut 20 Leute gleichzeitig dort arbeiten und das ist auch nötig. Der Belegungsplan ist gut gefüllt. Kooperationen Das ist aber beileibe noch nicht die einzige Form, in der das Labor, das sich auch als Plattform für Produktentwicklungen der Industrie sieht, mit der Wirtschaft in Kontakt kommt. Zum Einen schicken Partner bisweilen Produkte also etwa technische Gerätschaften die hier dann unter Laborbedingungen getestet werden. Anschließend dürfen die Wissenschaftler dann schon einmal Tipps geben, was man daran noch verbessern könnte. Oder aber die Firmen kommen mit der bloßen Idee einer Entwicklung und fragen nach dem Bedarf dafür oder auch andersherum: Das Labor tritt mit eigenen Entwicklungsvorschlägen an die Industrie heran. Vom ein oder anderen Sponsor wurden diese Möglichkeiten schon interessiert aufgenommen, erzählt Dr. Thomas-Benjamin Seiler, wissenschaftlicher Assistent des Leiters Prof. Hollert.. Erfahrung sammeln Zwar steht das Labor grundsätzlich der gesamten Fachgruppe Biologie für Abschlussarbeiten und Forschungspraktika offen, aber hauptsächlicher Nutzer sind die Ökotoxikologen und Umweltchemiker. Die an Umweltforschung interessierten Biologen können hier praktische Erfahrungen sammeln und im Idealfall einfach mal drauf los forschen, wie

11 Seiler erklärt. So können die Studierenden schon sehr früh an die wirkliche Forschung herangeführt werden. Schließlich entstehen gute Wissenschaftler nur dort, wo man auch tatsächlich wissenschaftlich arbeiten kann und nicht nur Fakten auswendig lernt und rezitiert. Daher sind die Forschungspraktika so entscheidend, in denen die Studenten eine vorgegebene Aufgabe drei oder vier Wochen eigenständig bearbeiten. Wobei viele, wie Seiler berichtet, auch Feuer fangen und länger dabei bleiben. Es sind sogar schon gut ein Dutzend internationale Publikationen aus studentischer Forschungsarbeit im Labor entstanden. Außerdem wurden neun Abschlussarbeiten erstellt, über 50 Vorträge erarbeitet, eine Vielzahl von Laborcamps abgehalten und vieles mehr. Das Schöne dabei ist, dass in einer jungen und praxisnahen Disziplin wie der Ökotoxikologie nicht für die Schublade gearbeitet wird. Fast alle Abschlussarbeiten werden publiziert, vieles auch direkt umgesetzt. Wenn zum Beispiel in einer Bachelorarbeit ein Biotest maßgeblich verbessert wird, er etwa schneller durchgeführt werden kann oder sensitiver ist, dann kann es sein, dass die Industrie das schon allein aus Kostengründen zügig aufgreift. Auch das macht die Faszination Umwelt aus. Prof. Dr. Henner Hollert war der Initiator hinter dem Projekt Studentenlabor Faszination Umwelt. Wir haben beim Leiter des Lehrund Forschungsgebietes O kosystemanalyse nachgefragt. Woher kam eigentlich die Idee zum Studentenlabor? Durch die Umstellung von den Diplomstudiengängen auf Bachelorund Masterstudiengänge fertigen fast alle Studierende ihre Abschlussarbeiten zur gleichen Zeit an, so dass extreme Engpässe in der Laborkapazität entstehen. An anderen Exzellenzuniversitäten und -zentren, wie etwa am Recetox-Center und an schwedischen Universitäten wurden mit großem Erfolg Labore für die Lehre eingerichtet. Davon wurden wir inspiriert und können so den Studenten und Kandidaten von Abschlussarbeiten mittlerweile eine hervorragend ausgestattete Infrastruktur anbieten. So konnte eine deutliche Verbesserung der Forschungs- und Lehrumgebung erreicht werden. Eine praxisnahe Ausbildung ist uns sehr wichtig. Wie schwierig war die Gewinnung der ersten Sponsoren? Die Idee wurde mit Begeisterung aufgenommen, aber die Sponsorengewinnung erwies sich zunächst als schwierig. Die Initialfinanzierung kam aus Studiengeldern, meinen Berufungsmitteln und dem Rektorat. Später konnten auch Gelder aus der Exzellenzinitative, dem Fonds der Chemischen Industrie und dem Innovationsfonds des Landes NRW gewonnen werden. Zudem konnten mit der Grundausstattung Sponsoren aus der Industrie geworben werden, die inzwischen Dauerleihgaben im Wert von über einer Million Euro zur Verfügung gestellt haben. Wie sieht es im Moment aus? Die Organisation wurde noch weiter verbessert. In der nächsten Zeit sollen noch einige wichtige Geräte für die chemische Spurenanalyse und Bioanalytik angeschafft werden. Im September werden wir zunächst für vier Wochen Komponenten zur automatisierten Auswertung von Proben aus Biotests auf Gentoxizität mit Fluoreszenzmikroskopie testen. Die Ausstattung stellt uns unser neuster Kooperationspartner Prior Scientific zur Verfügung, um die vorhandenen Nikon-Mikroskope zu erweitern.

12 012 HOCHSCHULE Das Innovationsmanagement ist eine junge Disziplin, aber mit starkem Wachstum und grossem Potenzial. Peter E. Harland, Juniorprofessor fu r Innovationsmanagement und Entrepreneurship an der IHI Zittau stellt die Disziplin vor. Innovationsmanagement eine junge Disziplin Ein neues iphone, Blu-ray-Discs als neuer CD-Standard, Hybridfahrzeuge, Mobilfunk-Flatrates, soziale Netzwerke im Internet: Neue Technologien, neue physische Produkte und neue Dienstleistungen durchdringen unser Leben. In Medien, Werbung und der politischen Diskussion spielt der Begriff Innovation in den letzten Jahren eine große Rolle. Das Hervorbringen von Innovationen wird gerade in Deutschland mit großen Erwartungen verbunden: Auf Unternehmensebene werden Wettbewerbsvorteile durch attraktive Produkte gesehen und auf volkswirtschaftlicher Ebene die Stärkung der Wirtschaftskraft mit einem positiven Arbeitsmarkteffekt. Eine Aufgabe für alle Vom Wortursprung (lateinisch innovare = erneuern) her bedeutet Innovation Erneuerung. In der Betriebswirtschaft versteht man etwas enger gefasst unter einer Innovation die erfolgreiche Einführung neuer Produkte (Sach- und/oder Dienstleistungen), neuer Produktionsprozesse oder neuer Geschäftsmodelle eines Betriebes. Das Innovationsmanagement steuert demnach alle Aufgaben im Unternehmen, die dazu geeignet sind, Innovationen hervorzubringen. Innovationsmanagement kann die Aufgabe spezialisierter Manager sein. Häufig wird es aber als Querschnittsfunktion gesehen, also als Aufgabe des Managements und aller Mitarbeiter. Das Hervorbringen von Innovationen war lange Zeit Domäne der Ingenieurdisziplinen. Zentrale Forschungs- und Entwicklungsabteilungen hatten in der Regel feste Budgets und konnten relativ frei entscheiden, welche Technologie- und Produktentwicklungen vorangetrieben werden. Produktentwicklung war primär an der technischen Lösungsfindung orientiert. Innovationen als Gegenstand wirtschaftswissenschaftlicher Betrachtungen hat Schumpeter bereits 1911 in seiner Wichtige Bereiche sind: die Entwicklung von Innovationsstrategien, die gesamtheitliche Betrachtung von Auswahlentscheidungen, die Gestaltung der Innovationsprozesse, die Gestaltung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen, der Aufbau neuer Geschäftsfelder und die Gestaltung von Kooperationen und Allianzen. Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung aufgegriffen. Die Durchsetzung neuer Kombinationen von Produktmitteln dient aus seiner Sicht der Herstellung neuer Güter für bestehende Kunden, der Entwicklung neuer Produktionsmethoden, der Erschließung neuer Absatzmärkte, der Eroberung neuer Bezugsquellen für Rohstoffe und Halbfabrikate und einer Neuorganisation. Nach dem Krieg stand zunächst die Befriedigung der großen Nachfrage bei gleichzeitig knappen Ressourcen durch Optimierung der Produktion im Mittelpunkt der betriebswirtschaftlichen Forschung. Mit zunehmender Nachfragemacht rückte der Kunde in den Fokus der Betrachtung. Das Teilgebiet Marketing fokussierte sich auf die Entwicklung absatzpolitischer Instrumente. Mithilfe von Produktdefinitionen, Preispolitiken, Werbemaßnahmen und der Auswahl von Distributionskanälen wurde Einfluss auf das Marktgeschehen genommen. Das Forschungsfeld Forschung und Entwicklung wurde in den 70er Jahren Gegenstand einzelner Abhandlungen (Geschka: Forschung und Entwicklung als Gegenstand betrieblicher Entscheidungen, 1970; Witte, Organisation für Innovationsentscheidungen, das Promotoren-Modell, 1973). Nach einem ersten umfassenden Buch von Kern und Schröder (Forschung und Entwicklung in der Unternehmung, 1977) entstanden Anfang der 90er Jahre eine Reihe von Lehrbüchern (Hauschildt: Innovationsmanagement, 1993; Brockhoff: Forschung und Entwicklung, 1994; Specht/ Beckmann: F&E-Management, 1996; Bürgel: F&E-Management, 1996). Ausgehend von Marketing-, Organisationsund Controlling-Lehrstühlen wurden Vertiefungsrichtungen für Studenten und später ganze Studiengänge eingerichtet. Ein langjähriges Graduiertenkolleg in Kiel hat zu zahlreichen Dissertation geführt. Inzwischen sind fast 200 Universitätsprofessoren der Kommission Technologie, Innovation und Entrepreneurship des Verbands der Hochschullehrer für Betriebswirtschaftslehre e.v. beigetreten. Ein erstaunliches Wachstum für eine junge Teildisziplin. Weshalb hat Innovationsmanagement eine solche Relevanz? Nahezu jedes am Markt angebotene Produkt hat einen Lebenszyklus: Das Produkt wird einge- (Quelle:

13 HOCHSCHULE 013 führt, hat eine Wachstumsphase und verliert dann wieder an Umsatz. Durch Marketingaktivitäten kann der Lebenszyklus gestreckt, nicht aber aufgehalten werden. Stehen Unternehmen mit ähnlichen Produkten im Wettbewerb, führt das meist zu sinkenden Preisen und damit zu sinkenden Renditen. Innovationen ermöglichen einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerber, der es dem Innovationsführer (gegebenenfalls zusätzlich durch Patente unterstützt) ermöglicht, Produkte in dieser temporär monopolartigen Situation zu für ihn attraktiven Preisen anzubieten. Unternehmen müssen demnach immer wieder Innovationen hervorbringen, um künftige Wertschöpfungspotenziale aufzubauen. In vielen Unternehmen laufen derartige Prozesse zufallsgesteuert. Gute Ideen sind jedoch eine zu wichtige Ressource, um sie den Zufall zu überlassen. Systematische Ansätze sind gefordert, um den Umsatz zu steigern und zu verhindern, dass vorhandene Innovationsbarrieren nicht überwunden werden. Die Durchsetzung von Innovationen ist nicht trivial, denn Neuerungen im Unternehmen führen häufig auch zu Veränderungen für den Einzelnen. Wenn sich etwa ein Forschungsgruppenleiter langjährig ein profundes Wissen in einer konventionellen Technologie und damit eine faktische Machtbasis aufgebaut hat, ist er eventuell weniger offen für alternative Technologien als ein Hochschulabsolvent. Zu häufig reagiert das mittlere Management mit Abwehr, statt Querdenker zu fördern. Nachhaltige Unterstützung gefragt Eine nachhaltige Unterstützung der Geschäftsführung und eine glaubhafte Ankündigung, dass Innovationen gewünscht werden, ist meist eine unabdingbare Voraussetzung für ein erfolgreiches Innovationsmanagement. Glaubhaft wird eine solche Ankündigung, wenn es etwa auf jede eingereichte Idee ein qualifiziertes Feedback gibt. Monetäre Belohnungen werden in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Es besteht die Gefahr, dass die Teamarbeit leidet, wenn einzelne in Erwartung von Prämien Ideen zurückhalten. Günstig hingegen sind nicht-monetäre Belohnungen wie die Übertragung der Projektleitung für das resultierende Projekt. Im betrieblichen Alltag können auch einfache Dinge Veränderungen hervorrufen. Ein Raum mit Ideen-Zetteln an der Wand, in dem sich treibende Mitarbeiter regelmäßig treffen, um Ideen zu besprechen, kann erfolgreicher als ein komplexes IT-System sein. Entscheidend sind die Bereitschaft zur Veränderung und die Konsequenz der Anwendung. In den letzten Jahren sind Kooperationen interessanter geworden. Motive sind die Verkürzung von Entwicklungszeiten durch Einbindung von Ressourcen des Partners, die Verteilung von Investitionskosten und Risiken sowie die Nutzung von Kompetenzen des Partners, um an Spezialwissen zu gelangen. Unter dem Begriff Open Innovation öffnen sich viele Unternehmen mehr als in der Vergangenheit. Innovationsmanagement ist daher sowohl für die betriebswirtschaftliche Forschung interessant als auch für andere Disziplinen, die mit Unternehmen kooperieren. Stellen Sie sich vor, Sie hätten Science4Life Venture Cup Ideen gesucht! Businessplan-Wettbewerb für Life Sciences und Chemie fördern können. Die Welt wäre um einige Erfindungen reicher. Unterstützen Sie die da Vincis von morgen: mit einer Spende an den Stifterverband, den großen privaten För derer von Wissenschaft, Forschung und Bildung in Deutschland. Mehr unter Sie haben eine Geschäftsidee? Wir unterstützen Sie! Weitere Informationen und Anmeldung unter: +++ Teilnahme kostenfrei +++ Teilnahme kostenfrei Eine Initiative von: PREISGELD

14 014 IT AM CAMPUS Der Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung steht fu r eine neue Form der Partnerschaft zwischen privaten und staatlichen Hochschulen in Deutschland. Mit seinem Cisco-Netzwerk sorgt er organisationsu bergreifend fu r erstklassige Studienbedingungen. Raum für lebenslanges Lernen Der kürzlich eröffnete Bildungscampus in Heilbronn steht für eine neue Form der Partnerschaft zwischen privaten und staatlichen Hochschulen in Deutschland. Zugleich illustriert die einzigartige Initiative, wie innovative Netzwerktechnologie von Cisco hilft, rechtliche und organisatorische Barrieren zu überwinden. Seit dem vorigen Jahr ist die Heilbronner Innenstadt um ein imposantes Gebäudequartett reicher: Am 30. September öffnete der Bildungscampus nach nur 20 Monaten Bauzeit seine Pforten. Ihr neues Domizil finden hier eine Außenstelle der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach (DHBW), die Akademie für Innovative Bildung und Management (aim) und die German Graduate School of Management and Law (GGS). Drei in eins Innovativ ist nicht nur die Architektur, sondern auch die kommunikationstechnische Ausstattung des neuen Campus: Vom Netzwerkkern bis zu den Endgeräten setzen die Nutzer durchgängig Cisco-Technologie ein, die eine absolut homogene Netzwerklösung ermöglicht. Das bietet zum einen den Vorteil, dass keine Inkompatibilitäten zwischen Komponenten unterschiedlicher Hersteller entstehen. Zum anderen existieren für die homogene Cisco-Lösung einheitliche Managementwerkzeuge, die den Betrieb vereinfachen, Fehler vermeiden helfen und damit die Verlässlichkeit der gesamten Infrastruktur erhöhen, sagt Loreno Calisse, IT-Leiter der GGS. Zudem garantiere die hohe Skalierbarkeit einen Investitionsschutz bei künftigem Wachstum. Die Kooperation zwischen einer staatlichen und privaten Hochschule auf einem gemeinsamen Campus ist in Am Bildungscampus der Dietrich Schwarz Stiftung in Heilbronn kommt vieles zusammen da steigen die Anforderungen, auch an die Technik. Deutschland eine Rarität. Damit setzen wir Synergien frei, die uns helfen, die Ausbildung zu verbessern und dem Fachkräftebedarf in Wirtschaft und Verwaltung präziser als bisher zu entsprechen, kommentiert Dr. Nicole Graf, Managementprofessorin und DHBW- Außenstellenleiterin in Heilbronn. Ein Beispiel für die erwarteten Kooperationssynergien ist der neue gemeinsame Masterstudiengang von DHBW und GGS mit dem Schwerpunkt Marketing. Dazu GGS-Präsident Prof. Dirk Zupancic: Unter Rückgriff auf unser Knowhow kann die DHBW zusätzliche Master-Studiengänge anbieten, während sich gleichzeitig die Zielgruppe für unser eigenes Bildungsspektrum verbreitert. So vielfältig das Ausbildungsangebot auch ist attraktiv wird ein Campus für Studierende erst, wenn er auch einen hohen Kommunikationskomfort bietet. Die Planung einer entsprechenden Infrastruktur setzte daher schon zu Beginn der Bauarbeiten ein. Die große Herausforderung bestand darin, dass wir zwar ein gemeinsames Campusnetzwerk haben wollten, zugleich aber organisatorische Abgrenzungen und rechtliche Eigenständigkeiten der drei Einrichtungen innerhalb dieser Netzinfrastruktur abbilden mussten, so Loreno Calisse. Gelungen sei dies nicht zuletzt dank der konzeptionellen Unterstützung durch Cisco. Das redundant und daher ausfallsicher ausgelegte Netzwerk in Heilbronn gliedert sich grob in drei Bereiche: einen Gemeinschafts-, einen GGS- und einen DHBW-Bereich, wobei die aim in kommunikationstechnischen Belangen von der GGS mitversorgt wird. Das Zentrum dieses dreigeteilten Netzwerks bildet ein Cisco-Switch Catalyst Angela Ochsenreither, zuständige Cisco- Account-Managerin, meint: Der Bildungscampus in Heilbronn zeigt eindrucksvoll, wie eine durchdachte Netzwerklösung den Spagat schafft, hohe fachliche Anforderungen zu erfüllen und rechtlich schwierige Herausforderungen bei der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit im Bildungssektor zu meistern. Der ganze Artikel auf: university-journal.de

15 IT AM CAMPUS 015 Ab sofort ist in allen Crestron Steuerzentralen der Serie 3 das weit verbreitete BACnet/IP Geba udeautomations-protokoll enthalten. Fu r Systemintegratoren und Programmierer erleichtert sich so die Einbindung der Lu ftungs- und Klimasteuerung in das Gesamtsystem, da alle Einzelkomponenten dasselbe Protokoll nutzen. Intelligente Gebäudesteuerung dank einheitlichem Protokoll Der integrierte BACnet/IP-Support ermöglicht künftig eine nahtlose Integration bereits installierter Gebäudemanagementsysteme sowie weiterer BACnet Geräte. Die Einzelsysteme funktionieren unabhängig voneinander, kommunizieren aber alle mit der Crestron Plattform. Da die BACnet Anbindung bidirektional ist, sind auch alle von Crestron steuerbaren Komponenten angebunden. Egal ob Beleuchtung, Jalousien, Heizung/ Lüftung/Klima, Audio/Video, Gebäudemangement, Sicherheitseinrichtungen oder IT integriert werden sollen die Steuerungen der Serie 3 können alle BACnet Geräte fernsteuern und ermöglichen dem Anwender einen schnelleren, einfacheren und effizienteren Zugriff auf das Gebäude über verschiedene Bedienschnittstellen wie Touchpanels, ipad, iphone und dergleichen. Der Grundstein ist gelegt Die Einbindung des BACnet Supports in die Steuerungen der Serie 3 legt den Grundstein für eine intelligente Gebäudesteuerung, so Robin van Meeuwen, Verkaufs- und Marketingleiter bei Crestron. Wir bieten nun die Möglichkeit, alle Einzelsysteme zur Gebäudeautomation, sowie HLK auf einem Campus zusammenzuführen und vereinfachen so die Integration verschiedener Systeme. BACnet ist ein Netzwerkprotokoll zur Gebäudeautomation und Netzwerksteuerung, ein weltweiter Standard, der sich nicht nur auf Heizung, Lüftung und Klima beschränkt. Das Protokoll kann auch für Sicherheitssysteme, Gebäudeautomationslösungen und Lichtsteuerung eingesetzt werden. Die gesamte Gebäudetechnik und die dazugehörigen Einzelgeräte lassen sich über eine effiziente Plattform mit zentraler Bedienschnittstelle steuern, verwalten und überwachen. Intelligente Gebäude? Die Steuerungen der Serie 3 machen es möglich. Sie erleichtern Facility-Managern die Arbeit und helfen, Energie zu sparen, so van Meeuwen. Wir verbinden Kompetenz Kennen Sie schon die VDI-Community bei XING? In der offiziellen VDI-Community treffen sich bereits jetzt über VDI-Mitglieder, um Kontakte zu knüpfen, vielfältige Themen zu diskutieren und Ideen auszutauschen. Die VDI-Community ist exklusiv und kostenlos für VDI-Mitglieder fördert das Netzwerken und den Austausch der VDI-Mitglieder untereinander im In- und Ausland liefert aktuelle Informationen rund um die VDI-Gruppe bietet exklusiv tagesaktuellen Überblick über alle VDI-Veranstaltungen in Ihrer Region Schauen Sie doch gleich mal vorbei:

16 016 HOCHSCHULE Moderne Managementmethoden, wie zum Beispiel die verschiedenen Scorecard-Ansa tze, verwenden immer mehr Kennzahlensysteme zur Steuerung der Betriebsvorga nge. Dieser Trend wird durch neue, externe Anforderungen, wie Basel II/III, noch weiter versta rkt. Ein Beitrag von C.-Andreas Dalluege. Strategieentwicklung als konkrete Aufgabe Zudem gilt es, den Einfluss der Organisation auf das gesellschaftliche Umfeld und damit das Image als wichtigen Marketingfaktor bewusst zu gestalten. Diese Werte werden regelmäßig überprüft, um zu sehen, in welchen Teilbereichen ein hohes Verbesserungspotenzial besteht, sowie die Nachhaltigkeit der gewählten Ansätze zu messen. Eines der bekanntesten und ver-breitetesten Beispiele für einen solchen Ansatz ist das Exzellenz- Modell der EFQM (European Foundation for Quality Management), das die Organisation mittels neun miteinander verknüpfter Kriterien betrachtet. Doch wie kommt die Organisation von den auf dem EFQM Excellence Modell basierenden Managementüberlegungen im Einzelfall zu den operativen Messgrößen und Schlüsselindikatoren? Ein Managementsystem ist ein Netzwerk von Prozessen. Ein Prozess liefert an seinem Output Material, Service, Daten. Das Ergebnis kann das Ziel erreichen (oder nicht) und dort gemessen und mit dem Input vor dem Prozess verglichen werden. Dies ist somit ein Indikator für die Prozessleistung. Über diese Grundbetrachtung aller Exzellenz-Modelle hinaus vertieft das EFQM Modell die Unternehmensanalyse durch die Verwendung der RADAR-Logik. Diese fordert, die Ergebnisse im Einklang mit Politik und Strategie zu bestimmen, die Vorgehensweise zu planen sowie systematisch umzusetzen und eine Bewertung der Vorgehensweise und Umsetzung vorzunehmen. Hierdurch unterscheidet sich der Ansatz deutlich von anderen Methoden, da eine klare Ableitung aller Prozesse und Kennzahlen von der Strategie der Organisation gefordert und unterstützt wird. Dies erleichtert den Einsatz von Scorecards zur Unternehmenssteuerung. Erst diese Kombination optimiert die Führung einer Organisation. An der Hochschule Fulda wurde das strategische Management aufgebaut. Die Erhebung und Berechnung reiner Finanz- und Produktionsdaten reicht längst nicht mehr, um ein zuverlässiges Abbild der Zukunftsfähigkeit einer Organisation zu geben. Die Kennzahlen müssen deshalb um weiche Faktoren ergänzt werden, also Daten, die Merkmale beschreiben, die sich nicht objektiv erheben lassen, sondern immer subjektive Informationen enthalten. Einen gut geeigneten Einstiegspunkt stellen hier vereinfachte Umsetzungen der sogenannten Excellence Modelle dar, das heißt Methoden, die helfen, festzustellen, wie weit man vom idealen Abbild seiner Organisation entfernt ist. Diese Modelle betrachten neben Produkten, Dienstleistungen und Prozessen auch die Interessen sämtlicher beteiligter Personen und Einrichtungen. Dieses Vorgehen geht in seiner Betrachtungsweise weit über eine ISO-Zertifizierung hinaus und beinhaltet unter anderem, dass neben der Erfüllung der Kundenbedürfnisse auch die Vorstellungen und Meinungen der Mitarbeiter kontinuierlich erhoben und berücksichtigt werden. Strategie übersetzen Doch wie kommt man zur Übersetzung der Strategie in Prozesskennzahlen? Jede Organisation kann aufbauend auf ihrem Leitbild, ihren Werte oder ihren strategischen Zielen eine zwei- bis dreidimensionale Matrix aufbauen. Diese lassen sich in einer Tabelle auflisten und erzeugen so eine Matrix, in der jedem Strategiefeld der Wert einzeln zuordenbar ist. In diese Tabelle lassen sich im nächsten Schritt Schlüsselindikatoren zuordnen, die messbar machen, wie der jeweilige Wert in dem einzelnen Strategiefeld operationalisiert werden kann. Danach können die existierenden Kernund Schlüsselprozesse auf diese Matrix gespiegelt werden, um aufzuzeigen, welcher Prozess welche Schlüsselkennzahlen liefert. Dabei wird auffallen, dass manche Kennzahlen doppelt verwendet oder geliefert und andere gewünschte Kennzahlen bislang aus keinem einzigen der vorhandenen Prozesse bedient werden. Dies erlaubt eine Korrektur, beziehungsweise Ergänzung der existierenden Prozesslandschaft, um diese Indikatoren ebenfalls einzubinden. Unter Umständen kann es auch passieren, dass die Organisation feststellt, dass eine

17 HOCHSCHULE 017 bestimmte Strategie/Werte-Paarung nur auf dem Papier Sinn ergibt und in der Realität nicht sinnvoll umgesetzt werden kann. Soweit der vereinfachte Denkansatz, dessen Umsetzung in der Realität durch das Beispiel der Hochschule Fulda dargestellt werden soll. Beispiel Fulda Basierend auf dem vom Senat verabschiedeten Leitbild wird an der Hochschule Fulda (HFD) das strategische Management ausgehend vom vorhandenen Qualitätsmanagement (QM) aufgebaut. Als operatives Instrument zum Umsetzen der hochschulweiten Strategien wurde dabei der Ansatz der BalancedScoreCard gewählt. Grundsätzlich ist das Instrument der BSC auf Hochschulen übertragbar, erfordert jedoch bei der Wahl der Perspektiven eine sehr individuelle Anpassung an die spezifischen Gegebenheiten und Ziele. Das Erreichen der Finanzziele ist an Hochschulen nicht höchstes Ziel, sondern lediglich Grundlage der Arbeit. Insofern wurden an der HFD zwei Anpassungen am Grundmodell der BSC vorgenommen. Die Erarbeitung von StrategyMap und Quality Scorecard erfolgt in Zusammenarbeit von Präsidium und Fachbereichen (durch Vertreter einzelner Gremien etwa aus der Forschungskommission). Für die HFD ermöglicht die Kombination von StrategyMap und Quality Scorecard eine effektive und effiziente Gesamtsteuerung der Hochschule. dafür, dass die Vision auch von den Statusgruppen mitgetragen wurde. SWOT-Analysen: Für die einzelnen Aussagen der Vision wurde auf der Grundlage sorgfältiger Datenerhebungen unter Einbindung vielfältiger Stakeholder eine SWOT-Analyse im Rahmen eines Workshops durchgeführt. Ableitung der Strategien: Die Strategien wurden auf der Grundlage der SWOT-Analyse vom Präsidium unter Mitwirkung der Fachbereiche, der zentralen Einheiten und der Verwaltung abgeleitet. Wesentliches Merkmal ist das Herstellen einer Beziehung zwischen Chancen und Risiken einerseits und Stärken und Schwächen andererseits. StrategyMap: Die Ableitung von Ursache-Wirkungs-Beziehungen zwischen den strategischen Zielen der verschiedenen Perspektiven wird in sogenannten StrategyMaps dargestellt. Die Kenntnis über diese Beziehungen ermöglicht es, die notwendigen Maßnahmen zur Verbesserung der Ergebnisse dort zu ergreifen, wo sie ihre größte Wirkung entfalten. Mit der Identifizierung der Ursache-Wirkungs-Ketten erfolgt auch die Festlegung eines Ist- und Soll-Wertes. Es wird herausgearbeitet, welche Kennzahl welche andere mit welchem Zeitverzug und in welchem Ausmaß beeinflusst. Zugleich wird dabei deutlich, in welchem Maße eine Kennzahl zum Erreichen der strategischen Zielsetzungen beiträgt. die Hochschulleitung in die Lage versetzen, die Ziele hinsichtlich Umsetzungsgrad und Aktualität zu überprüfen. Die gesamte Prozesskette unterliegt dabei einem Prozessmanagement, das eine kontinuierliche Verbesserung aller in der Kette liegenden Prozesse bewirkt und dadurch langfristig die Qualität der Ergebnisse auf ein höheres Niveau hebt. Anstelle des Begriffes Kennzahl nutzt die HFD den Begriff Ergebniskriterium, da besonders an Hochschulen nicht alles in Zahlen darstellbar ist. Insgesamt ergibt sich hierdurch ein integriertes Verfahren zur Strategieentwicklung und -umsetzung für die HFD, das vollständig im QM-System abgebildet ist. Um zu gewährleisten, dass festgehaltene Ziele auch erreicht werden, ist es erforderlich, diese regelmäßig auf ihren Zielerreichungsgrad hin zu überprüfen. Dies geschieht über strategische und operative Regelkreise, die im Rahmen des Aufbaus des QM-Systems implementiert wurden. Innerhalb derer werden die Prozesse geplant, gelenkt, bewertet und verbessert. Die Verknüpfung eines prozessorientierten QM mit einem strategischen Management kann die Umsetzung der hochschulweit erarbeiteten Strategien leisten und dort an die BSC anknüpfen, wo es im Rahmen der Prozessperspektive einen logischen und inhaltlichen Abgleich zwischen Prozessziel einerseits und strategischem Ziel andererseits herstellt, fasst Elke Sass, QMB der HFD, zusammen. Die HFD unterteilt das strategische Gesamtkonzept in zwei Phasen: Erstens die Entwicklung von Strategien, ausgehend von einer Vision unter Einsatz von SWOT-Analysen, und zweitens die Umsetzung von Strategien unter Einsatz von StrategyMaps und Quality Scorecards. Bei der Strategieentwicklung wählte die Hochschule dann eine pragmatische Lösung und baute auf vorhandenen Ansätzen auf. Dabei sind die wesentlichen Elemente des Strategieentwicklungs- und -umsetzungsprozesses: Vision: Die Vision wurde von der Hochschulleitung bewusst offen formuliert, um den Gremien Mitgestaltungsmöglichkeiten zu eröffnen und eine größtmögliche Akzeptanz zu erreichen. Diese breite Mitwirkung legte die Grundlage Quality Scorecard: Die einzelnen Komponenten der QSC sind: Das Ziel aus der StrategyMap etwa hohes Niveau der Studierenden, ein Ergebniskriterium, beispielsweise der Anteil der bestandenen Prüfungen, die Ergebnisausprägung (Ist- Wert), die Ergebnisausprägung (Soll-Wert mit Zeitangabe) sowie ein Zielpate, der die Beteiligten koordiniert. Maßnahmenplan: Schließlich werden im Bereich der zentralen Einrichtungen und der Verwaltung konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung abgeleitet. Mit den Fachbereichen werden Ziel- und Leistungsvereinbarungen abgeschlossen, jedoch keine Maßnahmen vereinbart. Strategisches Feedback: Es werden Informationsrückflüsse organisiert, die C.-Andreas Dalluege Dalluege ist Geschäftsführer der IBK Management Solutions GmbH in Wiesbaden, die Softwaretools zur Einführung und Unterstützung des Exzellenzgedankens herstellt und vertreibt. Die methodischen Inhalte hierzu entstehen in Hochschulkooperationen und Forschungsprojekten, sowie durch die Aktivitäten im Umfeld der EFQM, wo er unter anderem als Assessor für den European Excellence Award tätig ist. Aktuell werden die Ansätze in mehreren Leonardo da Vinci Projekten weiter untersucht. Informationen unter saeto.eu

18 018 WISSENSCHAFT Forscher der Ruhr-Universita t Bochum kla ren Katalyse-Mechanismus des Zellwachstumsproteins Ras auf. Die Nutzung in der Krebstherapie ist denkbar. Wie eine Feder im Spielzeugauto Phosphatgruppe so zueinander, dass sich die Kette spannt. Ähnlich wie man eine Feder in einem Spielzeugauto durch Drehen einer Schraube aufzieht, erklärt Gerwert. Ras ist die Schraube, die Phosphatgruppen bilden die Feder. Das Protein GAP spannt die Feder noch weiter, indem es auch die erste Phosphatgruppe gegen die zweite dreht. Damit gelangt das GTP in einen so energiereichen Zustand, dass sich die dritte Phosphatgruppe leicht von der Kette lösen kann so wie das Spielzeugauto nach Aufziehen der Feder spontan losfährt. Quantenchemische Simulation Proteine spannen eine Phosphatkette. Die Proteine Ras (blau) und GAP (grün) interagieren mit Guanosintriphosphat (GTP, gelb) und Magnesium (rosa). Sie spannen die Kette aus drei Phosphatgruppen Schritt für Schritt so stark (rechts), dass sich die dritte Phosphatgruppe leicht von dem Rest der Kette löst. Proteine beschleunigen bestimmte chemische Reaktionen in Zellen um ein Vielfaches. Den molekularen Mechanismus, mit dem das Protein Ras beschleunigt wird und somit das Zellwachstum bremst, beschreiben Biophysiker der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Klaus Gerwert in der Online-Early Edition der Zeitschrift PNAS. Mit einer Kombination aus Infrarotspektroskopie und Computersimulationen zeigten sie, dass Ras eine Phosphatkette derart unter Spannung setzt, dass sich eine Phosphatgruppe besonders leicht ablösen lässt die Bremse für das Zellwachstum. Mutiertes Ras ist an der Tumorbildung beteiligt, weil sich diese Reaktion verlangsamt und die Bremse für das Zellwachstum versagt. Unsere Ergebnisse könnten helfen, kleine Moleküle zu entwickeln, die Ras-Proteine auf die richtige Geschwindigkeit zurücksetzen, sagt Gerwert. Solche Moleküle wären dann auch für die Krebstherapie interessant. An/Aus: Der Ras-Code Ras schaltet das Zellwachstum ab, indem es eine Phosphatgruppe von dem kleinen gebundenen Guanosintriphosphat, kurz GTP, ablöst. GTP besitzt drei miteinander verkettete Phosphatgruppen. In Wasser kann sich die dritte Phosphatgruppe spontan abspalten auch ohne Hilfe von Ras. Dieser Prozess ist allerdings sehr langsam. Ras beschleunigt die Abspaltung um fünf Größenordnungen, ein zweites Protein, GAP, um weitere fünf. Wie es dazu kommt, haben die Bochumer herausgefunden. Ras bringt die Kette der drei Phosphatgruppen am GTP in eine bestimmte Form. Es dreht die dritte und zweite Die Ergebnisse erzielten die Bochumer Forscher mit der am Lehrstuhl Biophysik entwickelten zeitaufgelösten Fourier- Transform-Infrarot (FTIR)-Spektroskopie. Mit dieser Technik verfolgen die Wissenschaftler Reaktionen und Interaktionen von Proteinen mit hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung; sehr viel präziser als mit einem Mikroskop. Allerdings liefert die Spektroskopie nicht so schöne Bilder wie ein Mikroskop, sondern nur sehr komplexe Infrarotspektren, erklärt Dr. Carsten Kötting. Wie eine Geheimschrift muss man sie dekodieren. Dazu simulierte Till Rudack die Proteinreaktionen auf modernsten Computerclustern und berechnete die dazugehörigen Infrarotspektren. Die molekulare Krebstherapie wird bereits bei Erkrankungen wie der chronisch myeloischen Leukämie in Form des Medikaments Gleevec angewandt. Ähnlich wirksame Moleküle sind gegen das mutierte Ras-Protein bisher nicht gefunden worden. Da wir die Reaktionen des Ras-Proteins nun mit deutlich besserer Auflösung untersuchen können, keimt neue Hoffnung auf, das mutierte Molekül entschärfen zu können und den richtigen Rhythmus der Zelle wiederherzustellen, so Gerwert.

19 ADVERTORIAL 019 Neue Herausforderungen verlangen nach neuen Strukturen. Mit den Lo sungen von Citrix wird die Welt der Mobile Devices ein Stu ck sicherer und effizienter. Der Arbeitsplatz der Zukunft Statt dem Desktop-PC im Arbeitszimmer, kann auch der Flugzeugsitz oder der Liegestuhl zum Büro werden ohne jegliche Einschränkungen. Wer häufig geschäftlich mit Zug oder Flugzeug unterwegs ist, lässt die Zeit nur noch selten ungenutzt verstreichen. Das Arbeiten mit Laptop oder Smartphone ist zur Reiseroutine geworden. Und auch sonst wird der Schreibtisch zu Hause oder im Hotel immer häufiger zum Büroersatz. Die IT steht damit vor gewaltigen Herausforderungen. Eine Vielzahl an unterschiedlichsten mobilen Endgeräten will möglichst sicher und effizient ins Unternehmensnetz eingebunden werden und das am besten ohne Komfortverlust für die Nutzer. Mobilität und Flexibilität sind also nicht nur vom Menschen, sondern auch von Daten gefordert. Damit Mitarbeiter auf alle benötigten Informationen schnell und einfach zugreifen können, ist eine zentralisierte IT-Umgebung unerlässlich. Mit den virtuellen Infrastrukturen von Citrix Systems beispielsweise, werden die Anwendungen auf dem Server im Rechenzentrum bereitgestellt und dort auch verarbeitet. Der Anwender bekommt also lediglich eine virtuelle Version seines Desktops auf dem Endgerät angezeigt, die eigentlich auf einem Server läuft. Da der Server die volle Arbeitsleistung erbringt, ist es beinahe egal, welches Endgerät sich auf der Seite des Nutzers befindet: PC, Tablet oder Smartphone. Daten und Gerät trennen Auch so genannte BYOD-Programme (Bring-your-own-Device) lassen sich häufig erst mithilfe einer virtualisierten Umgebung wirklich effizient und sicher gestalten: Denn hier wird das Endgerät vom Betriebssystem, den Anwendungen und den Daten entkoppelt, während auf dem Gerät selbst keinerlei sensible Daten mehr gespeichert sind. Diese liegen im sicheren Rechenzentrum des Arbeitgebers. So steht dem großflächigen Einsatz mobiler Endgeräte und somit neuen mobilen Arbeitsmodellen auch aus Sicht der IT-Sicherheit nichts mehr entgegen. Dies sind nur einige von vielen Beispielen, wie die IT das mobile Arbeiten durch die richtige Infrastruktur vorantreiben und gezielt fördern kann, ohne dabei an Kontrolle oder Einfluss zu verlieren. Weitere Informationen sind zu finden unter: citrix.de

20 020 WISSENSCHAFT Das Forschungskonsortium SUCCESS entwickelt einen innovativen Entfernungs- und Bewegungssensor in der Gro sse eines Reissnagels. Die geha uste Hochfrequenztechnik erleichtert den Einbau in Mikroelektronik. Das Radar für die Westentasche Millimeter groß, enthält aber alle notwendigen Hochfrequenz-Komponenten. Die Ausgangssignale sind niederfrequente Signale, die mittels Standardelektronik weiter verarbeitet werden können. Neue Anwendungen erschließen Robert Bosch GmbH / SUCCESS Der neue Radar-Sensor ist nur halb so groß wie eine Eurocent-Münze, aber beinhaltet alle notwendigen Hochfrequenzkomponenten. Parkassistenten im Auto erlauben es mittlerweile, auch in engste Parklücken gefahrlos einzufahren. Eine exakte Ab- - standsvermessung zu allen Seiten mittels Radarwellen bildet dafür die notwendige Voraussetzung. Auch in vielen Industrieprozessen müssen Fertigungsroboter in unbekanntem Umfeld millimetergenau gesteuert werden. Das Konsortium SUCCESS hat nun unter Beteiligung des Karlsruher Institutes für Technologie eine Innovation vollzogen und die notwendige Radar-Technik in millimetergroße Chip-Gehäuse integriert. Erstmals ist es nun gelungen, alle Hochfrequenzkomponenten in einem Chip-Gehäuse unterzubringen, unterstreicht Thomas Zwick den Vorteil der neuen Technikinnovation. Der Anwender kann den Chip auf seiner Standard- Platine auflöten und erhält niederfrequente Signale, welche er problemlos weiterverarbeiten kann, erklärt der Leiter des Instituts für Hochfrequenztechnik und Elektronik am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dopplereffekt nutzen Der Sensor sendet und empfängt elektromagnetische Wellen mit einer Frequenz von 122 Gigahertz, also einer Wellenlänge von etwa zweieinhalb Millimetern. Aus der Laufzeit der Welle zu einem Objekt in mehreren Metern Entfernung wird der Abstand mit einer Genauigkeit von bis zu unter einem Millimeter berechnet. Über den Dopplereffekt lässt sich sogar die Geschwindigkeit des Objekts messen. Dabei ist der innovative Sensor selbst nur acht mal acht Diese kompakte Technik wird eine Menge neuer Anwendungen erschließen, ist sich Zwick sicher. Langfristig könnte eine Serienproduktion die Stückkosten für den Radarsensor unter einen Euro drücken. Neben Umfelderkennung in Autos und der Steuerung von Industrierobotern lassen sich viele weitere Anwendungen und Innovationen denken, etwa extrem flache Bewegungssensoren für Türen und Tore, die hinter der Tapete verschwinden oder Bohrmaschinen, die eigenständig bei der gewünschten Bohrtiefe abschalten. Die komplexe Integration der Technik war nur durch das breite Spektrum an Kompetenzen der SUCCESS-Mitglieder möglich, freut sich Zwick. Der Chip basiert auf der SiGe-BiCMOS-Technologie des IHP-Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik, die für höchste Frequenzen geeignet ist. Das Design des Chips wurde vom IHP und von der Silicon Radar GmbH entwickelt. Am KIT wurde das Design der Sende- und Empfangsantennen und die Integration von Chip und Antennen auf der kleinen Fläche durchgeführt. Das dünne, flexible organische Trägermaterial der Antennen wurde von der Hightec MC AG aus dem schweizerischen Lenzburg entwickelt. Das finnische Unternehmen SELMIC hat das keramische Gehäuse hergestellt, sowie die Einzelteile zusammengefügt. Die Robert Bosch GmbH hat eine Vielzahl möglicher Anwendungen untersucht und darauf basierend die Systemauslegung des Sensors erstellt, die Integration der Ansteuerelektronik durchgeführt und den Funktionstest übernommen.

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