Aus der Praxis der chemischen und mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchung

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1 Aus der Praxis der chemischen und mikrobiologischen Trinkwasseruntersuchung Versorgungstechnisches Kolloquium Trinkwasserhygiene Fachhochschule Erfurt, Dipl.-Chem. Andreas Raab, IWU Luisenthal

2 Motivation Überwiegender Teil der Einflussfaktoren auf die Wasserqualität findet im Bereich der Trinkwasserinstallation der Gebäude statt! Große Vielfalt von Beeinträchtigungsmöglichkeiten!

3 Arten von Beeinträchtigungen Organoleptische Parameter Mikrobiologische Parameter Chemische Parameter Färbung Trübung Geruch Geschmack Ablagerungen / Ausfällungen sonstige Partikel Bakterielle Beanstandung (spezifische Keime) Bakterielle Beanstandung (unspezifische Keime) Pilzwachstum Algenwachstum Korrosionsprozesse Migrationsprodukte Reduktion von Nitrat/Sulfat Fremdwassereinfluss

4 Themen des Vortrages Pflichtuntersuchungen bei Inbetriebnahmen Mikrobiologische Kontrollen von Kaltwasser Legionellen-Prüfung von Warmwasser Korrosionschemische Untersuchungen Gestaffelte Stagnationsbeprobung Pb/Cu/Ni Betrieb von Enthärtungsanlagen

5 VDI Wasseruntersuchungen

6 VDI Wasseruntersuchungen

7 VDI Wasseruntersuchungen Erst- und Wiederinbetriebnahme, Beginn des bestimmungsgemäßen Betriebs [ ] Dabei muss zum Nachweis einwandfreier Trinkwasserbeschaffenheit unmittelbar nach der Befüllung an repräsentativen endständigen Stellen eine Kontrolle der Wasserbeschaffenheit erfolgen. Dabei sind mindestens die Parameter nach Tabelle 1 zu untersuchen. Mit dem dokumentierten Nachweis der einwandfreien Trinkwasserbeschaffenheit nach der Befüllung geht die Verantwortung für den bestimmungsgemäßen Betrieb der Trinkwasser-Installation auf den Unternehmer und sonstigen Inhaber über. Bis zum Vorliegen des Nachweises, längstens jedoch bis zum Zeitpunkt der werkvertraglichen Abnahme, hat der Errichter den bestimmungsgemäßen Betrieb sicherzustellen und zu dokumentieren.

8 VDI 6023 Untersuchungsumfang (1)

9 VDI 6023 Untersuchungsumfang (2)

10 Probenahme in Trinkwasser-Installationen!

11 Kaltwasseruntersuchungen Bsp. 1 Anlage Pflegeheim Pflegeheim Pflegeheim Entnahmepunkt Pflegebad Pflegebad Pflegebad Kaltwasser Kaltwasser Kaltwasser Entnahmedatum Bezeichnung Einheit Escherichia coli KBE/100 ml Coliforme Bakterien KBE/100 ml Pseudomonas aeruginosa KBE/100 ml Koloniezahl bei 22 C KBE/ml > Koloniezahl bei 36 C KBE/ml > Erstuntersuchung ergibt unspezifische, aber hohe Kontamination -nach Spülung noch immer Grenzwertüberschreitungen, Koloniezahl 36 C deutlich höher als Koloniezahl bei 22 C Hinweis auf anthropogenen Eintrag

12 Kaltwasseruntersuchungen Bsp. 2 Anlage Klinikum Klinikum Klinikum Entnahmestelle Raum Raum Raum Entnahmepunkt Bad, WB Bad, WB Bad, WB Entnahmedatum Bezeichnung Einheit Wassertemperatur C 16,0 18,5 13,1 Escherichia coli KBE/100 ml Coliforme Bakterien KBE/100 ml Pseudomonas aeruginosa KBE/100 ml Koloniezahl bei 22 C KBE/ml Koloniezahl bei 36 C KBE/ml 0 > jährliche Unters. ergibt unerwartet unspezifische hohe Kontamination - Koloniezahl 36 C deutlich höher als Koloniezahl bei 22 C Hinweis auf anthropogenen Eintrag (Rückverkeimung von außen!) Ursache: Patientenzimmer wurde nicht mehr genutzt - nach Spülung keine Beanstandungen mehr (Spülregime festlegen!)

13 Kaltwasseruntersuchungen Bsp. 3 Anlage EWVA EWVA EWVA Entnahmepunkt Küche, Spüle Küche, Spüle Küche, Spüle Entnahmedatum Bezeichnung Einheit UV-Anlage Wassertemperatur C 9,7 8,9 8,0 Escherichia coli KBE/100 ml Coliforme Bakterien KBE/100 ml Koloniezahl bei 22 C KBE/ml Koloniezahl bei 36 C KBE/ml Elektrische Leitfähigkeit bei 25 C µs/cm Trübung NTU 0,33 0,67 0,18 ph-wert bei Wassertemperatur 6,16 6,08 6,31 - Inbetriebnahme einer Eigenwasservers. (Quelle) ergibt mikrobiol. Belastung - Koloniezahl 22 C deutlich höher als Koloniezahl bei 36 C - zusätzlich Nachweis von Coliformen Bakterien, jedoch kein E. coli Hinweis auf natürliche Ursachen, wahrscheinlich kein fäkaler Eintrag

14 Steckbrief Koloniezahl 22 C Indikatorfunktion: Kein direkter Nachweis von Krankheitserregern! Der Parameter Koloniezahl bei 22 C gibt Informationen über den Zustand des Wasserversorgungssystems. Ein plötzlicher Anstieg kann ein Hinweis auf eine Kontamination mit Mikroorganismen sein. Erhöhte Koloniezahlen können auf Verunreinigungen des Trinkwassers nach der Aufbereitung und/oder im Verteilungssystem bis zur Trinkwasser- Installation (z. B. mangelhafte Wirksamkeit von Aufbereitung/ Desinfektion, Fremdwassereinbrüche, zeit- und materialabhängige Einflüsse der Trinkwasser-Installation, Havarien/Rohrbrüche, Biofilmbildung, Stagnation des Trinkwassers im Verteilungssystem) oder auf Einflüsse auf die Rohwasserqualität hinweisen. Gesundheitliche Bedeutung: Eine erhöhte Konzentration der Koloniezahl bei 22 C ist nicht unmittelbar mit einer Gefährdung der menschlichen Gesundheit verbunden. Quelle: L e i t l i n i e n zum Vollzug der 9 und 10 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) Herausgeber: Bundesministerium für Gesundheit und Umweltbundesamt Bonn und Dessau-Roßlau 13. Februar 2013

15 Steckbrief Koloniezahl 36 C Indikatorfunktion: Kein direkter Nachweis von Krankheitserregern! Der Parameter Koloniezahl bei 36 C gibt Informationen über den Zustand des Wasserversorgungssystems. Ein plötzlicher Anstieg kann eine Warnung vor einer Kontamination mit Mikroorganismen sein. Erhöhte Koloniezahlen können auf Verunreinigungen des Trinkwassers nach der Aufbereitung und/oder im Verteilungssystem bis zur Trinkwasser- Installation hinweisen (z.b. [ ]). Bei erhöhten Koloniezahlen insbesondere in der Trinkwasser-Installation kann das Vorkommen von potenziell pathogenen Mikroorganismen (z. B. Aeromonaden, Pseudomonaden, Legionellen) nicht ausgeschlossen werden. Gesundheitliche Bedeutung: Eine erhöhte Konzentration der Koloniezahl bei 36 C ist nicht unmittelbar mit einer Gefährdung der menschlichen Gesundheit verbunden. Quelle: L e i t l i n i e n zum Vollzug der 9 und 10 der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) Herausgeber: Bundesministerium für Gesundheit und Umweltbundesamt Bonn und Dessau-Roßlau 13. Februar 2013

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18 Probenahme von Warmwasser nach DVGW W 551 Prüfung Legionellen Endständige Zapfstelle jedes Steigstranges (Bad, Waschbecken) WW-Station, Abgang Warmwasser WW-Station, Rücklauf Zirkulation Quelle: asko GmbH

19 Beispiel 1: Hot-Spot -Kontamination Messstelle Speicher Abgang 0 0 Zirkulationsrücklauf 0 0 Eingang 1, Strang 1 0 Eingang 1, Strang 2 0 Eingang 1, Strang 3 0 Eingang 2, Strang 1 0 Eingang 2, Strang 2 0 Eingang 2, Strang 3 0 Eingang 3, Strang 1 0 Eingang 3, Strang 2 0 Eingang 3, Strang 3 0 Eingang 3, Strang 4 0 Eingang 4, Strang 1 0 Eingang 4, Strang 2 0 Eingang 4, Strang 3 0 Eingang 5, Strang 1 0 Eingang 5, Strang (2.OG: 0) Eingang 5, Strang Eingang 5, Strang 4 0 (je 3.OG, Bad, WB) (Alle Angaben in KBE/100 ml)

20 Beispiel 2: Systemische Kontamination Kindergarten X; Wassertemp. Max. Temp. Legionellen Entnahmestelle Entnahmepunkt C C KBE/100 ml KG, HAR, Kaltwasser PN-Ventil nach Partikelfilter 14,4-200 Warmwasserbereiter Abgang Warmwasser 70,7 70,8 0 Warmwasserbereiter Rücklauf Zirkulation 66,4 66,4 0 A1, 1.OG, Waschraum Ausgussbecken, Kaltwasser 15,9-72 A1, 1.OG, Waschraum Ausgussbecken, Warmwasser 63,2 63,5 0 A1, 1.OG, Waschraum Kinderwaschbecken links, Kaltwasser 15,4-85 A1, 1.OG, Waschraum Kinderwaschbecken links, Warmwasser 38,0 39,3 200 A2, 1.OG, Waschraum Dusche, Warmwasser 63,4 65,9 0 A3, 1.OG, Waschraum Kinderwaschbecken rechts, Warmw. 39,2 39,5 24 A4, 1.OG, Sanitär Erzieher Waschbecken, Warmwasser 64,1 68,0 0 A5, 1.OG, Waschraum Dusche, Warmwasser 44,2 44,8 100 A6, 1.OG, Waschraum Waschbecken rechts, Warmwasser 40,8 41,2 182 B1, EG, Kita, Krippengruppe Dusche, Warmwasser 62,1 64,8 0 B1-1, EG, Kita, Krippengruppe Waschbecken, Warmwasser 44,5 44,8 46 B2, EG, Tagespflege, Friseur Dusche, Warmwasser 62,0 62,6 0 B3, EG, Tagespflege, Sanitär Waschbecken, Warmwasser 64,9 68,0 0 B4, EG, Kita, Kinderküche Spüle, Warmwasser 44,9 46,0 91 B5, EG, Kita, Waschraum Kinder-WB, mittig rechts, Warmwasser 44,9 45,0 142 C1, KG, Bewegungsraum Waschbecken, Warmwasser 37,0 38,5 7 C7, KG, Küche Handwaschbecken, Warmwasser 68,4 68,8 0 C8, KG, Sanitär Damen Waschbecken, Warmwasser 67,9 67,9 0

21 Temperaturempfindlichkeit der Legionellen Legionellen [KBE/100 ml] Wassertemperatur bei Probenahme (nach 3 Liter) [ C]

22 Korrosion Reaktion des Wassers mit seinem Verpackungsmaterial (Rohrleitung, Armaturen und Fittings, Lote) Veränderung der Oberfläche eines Werkstoffs Beeinträchtigung der Beschaffenheit des Wassers, u. U. Gesundheitsgefährdung Beeinträchtigung der Funktion der Installation

23 Korrosionswahrscheinlichkeit (1) Einfluss Netz und Betrieb - Mächtigkeit und Zusammensetzung der Inkrustationen/Deckschichten (Ist-Zustand) - Handwerkliche Qualität der Installation - Fließgeschwindigkeit - Stagnationszeit - Wassertemperatur

24 Korrosionswahrscheinlichkeit (2) Einfluss der Wasserqualität - Wassertemperatur - ph-wert, Säure- und Basenkapazität - Calcitlösekapazität - Salzgehalt (Sulfat und Chlorid) - Sauerstoffgehalt - Komplexbildende Stoffe (Huminstoffe, Phosphate, ) - Inhibierende Zusätze (Phosphate, Silikate) - Oxidierende Stoffe (Chlor, Chlordioxid und Chlorit)

25 Wasseranalysen nach DIN DIN : Korrosion der Metalle: Korrosion metallener Werkstoffe im Innern von Rohrleitungen, Behältern und Apparaten bei Korrosionsbelastung durch Wässer Teil 6: Bewertungsverfahren und Anforderungen hinsichtlich der hygienischen Eignung im Kontakt mit Trinkwasser aktuelle Ausgabe: Okt (DIN EN Teile 1 5: Beeinflussung der Werkstoffe) Bezeichnung der Probe: Ort der Probenahme: Datum der Probenahme: Parameter Einheit Verfahren Wassertemperatur C DIN a ph-wert DIN a ph-wert der Calcitsättigung DIN Spezifische elektrische Leitfähigkeit µs/cm DIN EN a Säurekapazität bis ph = 4,3 (K S4,3 ) mol/m³ DIN Basekapazität bis ph = 8,2 (K B8,2 ) mol/m³ DIN a Summe Erdalkalien mol/m³ DIN Calcium mol/m³ DIN Magnesium mol/m³ DIN EN ISO DIN DIN EN ISO Natrium mol/m³ DIN Kalium mol/m³ DIN Chlorid mol/m³ DIN Nitrat mol/m³ DIN Sulfat mol/m³ DIN Phosphorverbindungen b,c DIN EN 1189 g/m³ DIN EN ISO Siliciumverbindungen b,d DIN g/m³ DIN EN ISO Organischer Kohlenstoff (TOC) g/m³ DIN EN 1484 Aluminium g/m³ DIN DIN DIN EN ISO Sauerstoff g/m³ DIN EN a DIN EN a a Messung muss am Ort der Probenahme erfolgen. b Bei zentraler Dosierung von Phosphat- und Siliciumverbindungen ist eine differenziert Abgabe der Verbindungen notwendig. c Angabe als P d Angabe als Si

26 Korrosionskoeffizienten Verhältnis der Anionen zueinander hat größeren Einfluss auf die Korrosionswahrscheinlichkeit, als deren Einzelkonzentrationen Hydrogencarbonat (K S4,3 ): Inhibiert Korrosion durch Abpuffern der entstehenden Säure, Begünstigung der Deckschichtbildung Sulfat und Chlorid stimulieren die Korrosion S 1 c 2 Cl c( NO ) 2 c SO 3 K S 4,3 4 korrosionsfördernd korrosionshemmend

27 Anforderungen nach DIN EN 12502

28 Anforderungen an die Wasserqualität zur Minimierung der Korrosionswahrscheinlichkeit P a r a m e t e r Einheit unlegierte feuerverzinkte Kupfer nichtrostende Fe-Werkstoffe Fe-Werkstoffe Stähle ph-wert > 7 > 7,3 > 7,5 Calcitlösekapazität mg/l < 5 < 5 < 5 Säurekapazität K s4.3 mmol/l > 2 > 2 > 1 Basenkapazität K b8.2 mmol/l < 0,5 < 0,5 Calcium mg/l > 40 > 20 Chlorid mg/l < 200 TOC mg/l < 1,5 *) S > 1,5 S1 < 1 S2 <1 od. >3

29 Korrosion durch ungeeignete Wasserqualität Edelstahl Brunnenwasser, Chloridkonzentration ca. 400 mg/l

30 Korrosionsversuchsanlage nach DIN

31 Analysen nach DIN Beispiel 1 Wassertemperatur C 5,2 ph-wert 7,93 Elektrische Leitf. bei 25 C µs/cm 187 Calcitlösekapazität mg/l 4,3 Nitrat mg/l 5,6 Chlorid mg/l 7,8 Sulfat mg/l 22,3 Natrium mg/l 10,2 Kalium mg/l 1,5 Calcium mg/l 18,2 Magnesium mg/l 4,4 Gesamthärte dh 3,6 Säurekapazität bis ph 4,3 mmol/l 1,06 Basekapazität Kb 8,2 mmol/l 0,03 Sauerstoff mg/l 9,37 TOC mg/l 1,4 Korr.-koeff. S (Cu Warmw.) Soll: > 1,5 4,4 Korr.-koeff. S1 (Zn, Lochkorr.) Soll: < 0,5 3 0,8 Korr.-koeff. S2 (Zn, sel. Korr.) Soll: <1 od. >3 7,6 -Weiches kalkaggressives Wasser mit niedriger Säurekapazität --> keine Ausbildung von Deckschichten möglich -Leicht erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeit gegenüber schmelztauchverzinkten Eisenwerkstoffen (S1 leicht erhöht) (Analysenumfang gekürzt dargestellt)

32 Analysen nach DIN Beispiel 2 Wassertemperatur C 4,4 ph-wert 7,56 Elektrische Leitf. bei 25 C µs/cm 911 Calcitlösekapazität mg/l -2,4 Nitrat mg/l 21,0 Chlorid mg/l 27,4 Sulfat mg/l 286 Natrium mg/l 13,3 Kalium mg/l 1,8 Calcium mg/l 159 Magnesium mg/l 15,7 Gesamthärte dh 25,9 Säurekapazität bis ph 4,3 mmol/l 2,7 Basekapazität Kb 8,2 mmol/l 0,19 Sauerstoff mg/l 5,75 TOC mg/l 0,55 Korr.-koeff. S (Cu Warmw.) Soll: > 1,5 0,9 Korr.-koeff. S1 (Zn, Lochkorr.) Soll: < 0,5 3 2,7 Korr.-koeff. S2 (Zn, sel. Korr.) Soll: <1 od. >3 19,9 -hartes schwach kalkabscheidendes Wasser mit mittlerer Säurekapazität --> Ausbildung von Deckschichten möglich, aber Störung durch Sulfat (Grenzwertüberschreitung) -leicht erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeit gegenüber schmelztauchverzinkten Eisenwerkstoffen (S1 erhöht) sowie gegenüber Kupfer und Kupferlegierungen (S sulfatbedingt erniedrigt) (Analysenumfang gekürzt dargestellt)

33 Analysen nach DIN Beispiel 3 Wassertemperatur C 10,5 ph-wert 7,43 Elektrische Leitf. bei 25 C µs/cm 858 Calcitlösekapazität mg/l -20 Nitrat mg/l 18,6 Chlorid mg/l 28,7 Sulfat mg/l 97,7 Natrium mg/l 20,9 Kalium mg/l 4,6 Calcium mg/l 92,7 Magnesium mg/l 45,8 Gesamthärte dh 23,5 Säurekapazität bis ph 4,3 mmol/l 6,38 Basekapazität Kb 8,2 mmol/l 0,52 Sauerstoff mg/l 7,28 TOC mg/l 0,74 Korr.-koeff. S (Cu Warmw.) Soll: > 1,5 6,2 Korr.-koeff. S1 (Zn, Lochkorr.) Soll: < 0,5 3 0,5 Korr.-koeff. S2 (Zn, sel. Korr.) Soll: <1 od. >3 9,5 -hartes stark kalkabscheidendes Wasser mit hoher Säurekapazität --> Ausbildung von Deckschichten möglich Störung durch Sulfat gering -leicht erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeit gegenüber Kupfer und Kupferlegierungen (ph-wert < 7,5) (Analysenumfang gekürzt dargestellt)

34 Gestaffelte Stagnationsbeprobung

35 Gestaffelte Stagnationsbeprobung Vorgehen bei der Probenahme

36 Bewertung der Untersuchungsergebnisse S0-Probe Die Untersuchungsergebnisse dieser Probe spiegeln die Wasserqualität der Wasserversorgung des Ortsnetzes wider. Hausanschlüsse und Installationsteile aus Blei können diese Probe trotz Ablaufenlassen beeinflussen! S1-Probe Die Analysenwerte dieser Probe zeigen eine Beeinflussung durch die Entnahmearmatur (Wasserhahn, Verbindung zum Eckventil) und Materialien der unmittelbar folgenden Trinkwasser-Installation (Rohre und Formstücke). S2-Probe Gestaffelte Stagnationsbeprobung Diese Probe ist nur durch das Material der Leitungsrohre, Armaturen und Formstücke der Trinkwasser-Installation beeinflusst.

37 Gestaffelte Stagnationsbeprobung Beispiel 1 Vergleichsprobe Stagnation 1.Liter Stagnation 2.Liter S-0 S-1 S-2 Blei mg/l < 0,001 < 0,001 < 0,001 Grenzwert Blei nach TrinkwV2001: 0,010 mg/l Beprobung ergibt keinen Hinweis auf Bleileitungen oder auf Armaturen, die Blei freisetzen. kein Handlungsbedarf

38 Gestaffelte Stagnationsbeprobung Beispiel 2 Vergleichsprobe Stagnation 1.Liter Stagnation 2.Liter S-0 S-1 S-2 Blei mg/l 0,009 0,008 0,007 Grenzwert Blei nach TrinkwV2001: 0,010 mg/l nahezu konstante Konzentration in allen Proben ggf. erfolgt in der Installation ein Bleieinbau in Inkrustationen Beprobung ergibt Hinweis auf Bleileitungen im Hausanschluss Handlungsbedarf, obwohl Grenzwert eingehalten

39 Gestaffelte Stagnationsbeprobung Beispiel 3 Vergleichsprobe Stagnation 1.Liter Stagnation 2.Liter S-0 S-1 S-2 Blei mg/l 0,008 0,012 0,018 Grenzwert Blei nach TrinkwV2001: 0,010 mg/l -hohe Konzentrationen in Stagnationsproben -Bleifreisetzung aus der Trinkwasser-Installation im Gebäude -Bleileitungen im Hausanschluss können nicht ausgeschlossen werden, erneute Beprobung nahe Wasserzähler empfohlen akuter Handlungsbedarf, da Grenzwertüberschreitung

40 Gestaffelte Stagnationsbeprobung Beispiel 4 Vergleichsprobe Stagnation 1.Liter Stagnation 2.Liter S-0 S-1 S-2 Blei mg/l 0,014 0,150 0,023 Grenzwert Blei nach TrinkwV2001: 0,010 mg/l -extrem hohe Konzentrationen in Stagnationsproben -massive Bleifreisetzung aus der Entnahmearmatur oder Bauteilen in deren unmittelbarem Umfeld (Messing) -Bleileitungen im Hausanschluss können nicht ausgeschlossen werden, erneute Beprobung nach Austausch der Entnahmearmatur empfohlen akuter Handlungsbedarf, da Grenzwertüberschreitung

41 Betrieb von Enthärtungsanlagen VDI 6023, Punkt

42 Betrieb von Enthärtungsanlagen - Beispiel 1 Anlage Gasthof Gasthof Gasthof Entnahmepunkt Küche, WB Küche, WB Küche, WB Entnahmedatum Bezeichnung Einheit Wassertemperatur C 8,2 8,9 8,2 Elektrische Leitfähigkeit bei 25 C µs/cm ph-wert bei Wassertemperatur 7,23 7,18 7,25 ph-wert der Calcitsättigung 7,12 7,06 7,42 Calcitlösekapazität mg/l Nitrat mg/l 8,5 7,9 7,4 Chlorid mg/l 34,4 30,2 29,9 Sulfat mg/l 23,8 21,7 20,8 Säurekapazität bis ph 4,3 mmol/l 6,38 6,61 6,61 Natrium mg/l 15,8 15,1 138 Kalium mg/l 1,1 1,0 1,5 Calcium mg/l ,7 Magnesium mg/l 6,9 7,2 2,5 Gesamthärte dh 20,1 21,5 6,0 Karbonathärte dh 17,9 18,5 18,5 Korrosionskoeffizient S (Kupfer, Warmwasser) 25,6 29,0 30,3 Korrosionskoeffizient S1 (Zink, Lochkorrosion) 0,3 0,2 0,2 Korrosionskoeffizient S2 (Zink, selektive Korros.) 10,7 10,2 10,7

43 Betrieb von Enthärtungsanlagen - Beispiel 2 Entnahmestelle Kindergarten Kindergarten Kindergarten Entnahmepunkt Küche, WB Küche, WB Küche, WB Entnahmedatum Bezeichnung Einheit Wassertemperatur C 12,4 13,1 12,3 Elektrische Leitfähigkeit bei 25 C µs/cm ph-wert bei Wassertemperatur 7,39 7,38 7,37 ph-wert der Calcitsättigung 7,05 7,30 7,57 Calcitlösekapazität mg/l -47-6,2 21 Nitrat mg/l 6,8 7,6 6,3 Chlorid mg/l 30,1 31,0 26,3 Sulfat mg/l Säurekapazität bis ph 4,3 mmol/l 5,85 5,97 6,03 Natrium mg/l 19, Kalium mg/l 2,2 3,7 2,1 Calcium mg/l ,3 36,7 Magnesium mg/l 36,1 22,5 6,7 Gesamthärte dh 39,1 18,2 6,7 Karbonathärte dh 16,4 16,7 16,9 Korrosionskoeffizient S (Kupfer, Warmwasser) 1,4 1,7 1,8 Korrosionskoeffizient S1 (Zink, Lochkorrosion) 1,5 1,4 1,2 Korrosionskoeffizient S2 (Zink, selektive Korros.) 81,1 65,5 71,7

44 Häufige Ursachen der Beanstandungen ungeeignete Materialien/Materialkombinationen in der Trinkwasserinstallation geeignete Materialien, aber schlechte Chargen mangelhafte Sorgfalt bei der Installation (Verschmutzungen / Rückstände) Fehler bei der Inbetriebnahme nicht bestimmungsgemäßer Betrieb mangelhafte Wartung und Instandhaltung

45

46 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Dipl.-Chem. Andreas Raab Tel FAX GWA Gesellschaft für Wasser und Abwasserservice mbh NL Institut für Wasser und Umweltanalytik An der Ohratalsperre, Luisenthal

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