Weiterbildungskonzept zur Erlangung der Bezeichnung Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie

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1 Weiterbildungskonzept zur Erlangung der Bezeichnung Fachärztin/Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie Medizinische Klinik II Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck Direktor: Prof. Dr. H. Schunkert Das Weiterbildungskonzept zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung wurde im März 2009 für die Medizinische Klinik II vorgelegt. Es basiert auf den aktuellen Anforderungen an die Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie gemäß der Weiterbildungsordnung von Dieses Ausbildungskonzept ist Ausdruck unserer verstärkten Anstrengungen auf dem Gebiet der Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin. In Zukunft sind Kliniken mehr denn je auf hochqualifizierte und motivierte Ärzte angewiesen. Der Wissensstand des Weiterzubildenden soll in jährlichen abteilungsinternen Weiterbildungsgesprächen überprüft und in den hierfür vorgesehenen Weiterbildungsnachweisen der Landesärztekammer dokumentiert werden. Mit der vorliegenden Ausarbeitung wird erstmals ein strukturiertes Ausbildungskonzept am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, vorgestellt. Nachfolgend werden die theoretischen Weiterbildungsinhalte aufgeführt, die das Curriculum für die Weiterbildungsgespräche bilden. Um zum einen den Anforderungen an einen flexiblen und effizienten Personaleinsatz und zum anderen den unterschiedlichen Vorkenntnissen des jeweiligen Facharztkandidaten gerecht zu werden, kann von der Reihenfolge der praktischen Ausbildungsstationen, wie sie in der vorliegenden Ausarbeitung dargelegt wird, abgewichen werden. Dieses Ausbildungskonzept soll unter ausdrücklicher Einbeziehung der Weiterbildungsassistenten permanent fortentwickelt und an die Besonderheiten unserer Klinik angepasst werden. Lübeck, den Prof. Dr. H. Schunkert Prof. Dr. J. Weil Prof. Dr. P. Radke 1

2 I. Allgemeine Vorbemerkungen Das Curriculum orientiert sich an der Weiterbildungsverordnung der Ärztekammern (Abbildung 1) Jedem Berufsanfänger in der Medizinischen Klinik II, der sich in der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie befindet, wird ein Mentor/ eine Mentorin (in der Regel ein Oberarzt/ eine Oberärztin oder erfahrener Assistent) für das erste Ausbildungsjahr zugewiesen. Der Mentor dient dem Mitarbeiter bei organisatorischen Fragen und bei theoretischen sowie praktischen Fragen des Fachgebiets als primärer Ansprechpartner, sofern diese Fragen nicht während des laufenden, klinischen Betriebs von dem aufsichtführenden Oberarzt beantwortet werden können. Prinzipiell kann eine klinisch oder akademisch orientiert Laufbahn eingeschlagen werden (Abbildung 2). Mitarbeiter, die sich für eine akademische Laufbahn entscheiden, erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung entsprechende Freiräume wissenschaftliche Abreiten durchzuführen. Am ersten Arbeitstag wird dem neuen Mitarbeiter eine Einarbeitungsmappe ausgehändigt. Diese enthält neben Informationen zum Universitätsklinikum Lübeck sowie zur medizinischen Klinik II. auch den Namen des zugewiesenen Mentors. Ferner sind hierin auch die für die Klinik geltenden standard operating procedures (SOPs) sowie alle wichtigen Dienstanweisungen enthalten. An den ersten Arbeitstagen findet eine Einweisung durch MitarbeiterInnen der Verwaltung in die EDV, das Zeiterfassungssystem, etc. statt. Daran schließt sich eine Einführung des neuen Mitarbeiters/der neuen Mitarbeiterin in die Medizinische Klinik II und operative Intensivmedizin mit einer Vorstellung der Räumlichkeiten (OP, Aufwachraum, Notaufnahme, Prämedikationsambulanz, Schockraum, etc.) und einer umfassenden Geräteeinweisung an. Ebenso wird der Mentor vorgestellt. Abbildung 1 Muster der Weiterbildungsverordnung 2

3 Abbildung 2 Prinzipielle Gliederung der Ausbildung II. Ziele der Ausbildung strukturierte Ausbildung der Assistenzärzte in der Med. II Ausbildung in Anlehnung an den Facharzt-Katalog der Ärztekammer Berücksichtigung von wissenschaftlichen Interessen Einführungswoche für neue Mitarbeiter Kennenlernen der kardiologischen Diagnostik mit Indikation, Durchführung, Risiken (z.b. Voraussetzungen für Ergometrie, Indikation für Echokardiographie, Risiken und Komplikationen der invasiven Untersuchungen (Aufklärungsbögen), Vorbereitungen für Koronarangiographie) III. Lern-/ Wissensinhalte der Ausbildungsabschnitte 1. Jahr Stationsarbeit (6 Monate) Basiskenntnisse in der allg. internistischen und Schwerpunktmedizin wie Anamneseerhebung, Beurteilung der Klinik, Diagnostik, Therapie. Indikationsstellung zur erweiterten Therapie. Einführung in die Basiskenntnisse kardiale / angiologische Sonographie. Begleitend nach 3 Monaten Einsätze als zweiter Internist in der Notaufnahme im Tagdienst, in der 2. Jahreshälfte Teilnahme am Nachtdienst. Funktionsdiagnostik (3 Monate) EKG, Ergometrie, Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruckmessung, Spirometrie DRG-Büro (3 Monate) Einführung in die Verschlüsselung und Vergütung von internistischen Fällen Eingliederung in eine Arbeitsgruppe, Entscheidung bezüglich einer akademischen Laufbahn 2. Jahr Wissenschaftsrotation oder Stationsdienst (6 Monate) Rotation in die Medizinische Klinik I (6 Monate) Basiskenntnisse wie Anamnese, Klinik, Diagnostik, Therapie und Indikationsstellung zur erweiterten Therapie in der allg. Inneren Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie mit Hepatologie, Nephrologie, Diabetologie und Endokrinologie. 3

4 3. Jahr Kardiologische Ambulanz (3 Monate) Diagnostik, Therapie und Begleitung ambulanter kardiologischer und angiologischer Patienten Kreislauflabor (3 Monate) Dopplersonographien der extremitätenversorgenden und der extracraniellen hirnversorgenden Gefäße. Echokardiographie (6 Monate) 4. Jahr Intensivstation/IMC (6 Monate) Infusions-, Transfusions- und Blutersatztherapie, enterale und parenterale Ernährung, Notfallmedizin, Erkennung bedrohlicher Krankheitszustände, Notfallversorgung, Punktionsund Katheterisierungstechniken sowie intensivmedizinische Basisversorgung Notaufnahme (6 Monate) Erstuntersuchung und Erstbehandlung, Erkennung bedrohlicher Krankheitszustände und Notfallversorgung in der interdisziplinären Notaufnahme 5. Jahr Sonographie (6 Monate) Ultraschalluntersuchung des Abdomen, des Retroperitoneums einschl. Urogenitalorgane, Schilddrüse, ultraschallgesteuerte Gewinnung von Untersuchungsmaterial Stationsdienst/Poliklinik (6 Monate) Vorbereitung auf die Übernahme von leitenden Positionen 6. Jahr Funktionsdiagnostik im Rahmen der Weiterbildung zum Kardiologen Schrittmacherambulanz Herzkatheterlabor Elektrophysiologie 4

5 5

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7 Abbildung 3 Lehrinhalte der einzelnen Ausbildungsabschnitte 7

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