hier ist was faul Senftenberg, dein Studienort Tatort Mensa Fünf Wochen Pura Vida Die Würde des Menschen ist Relativ

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1 hier ist was faul Senftenberg, dein Studienort Tatort Mensa Fünf Wochen Pura Vida Die Würde des Menschen ist Relativ

2 3 Taadaaa! Das was du gerade in deinen Händen hältst, ist die neueste Ausgabe von TheCactus. Wie immer haben wir keine Kosten und Mühen gescheut Euch einiges über das Studentenleben und alles was dazu gehört zu präsentieren. Diesmal geht es von A wie Amerika über K wie KuBra aus unserer neuen Rubrik Praxis bis hin zu W wie Was passiert mit dem Semesterbeitrag? 5 Das grüne Sofa We proudly present: TheCactus 12 Warum ist am Ende des Beitrags noch so viel Semester übrig? 12 Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur auf Russisch 14 Es ist nicht alles Gold was glänzt 17 Tatort Mensa 21 Fünf Wochen Pura Vida Viel Spaß beim Lesen wünscht euch das TheCactus-Team! 7 Lex Existenzgründerwettbewerb 8 Heute schon denunziert? 10 Was machen eigentlich 13 Hier ist was faul 18 Die Würde des Menschen ist Relativ 19 Neue Uni - neues Glück 20 Die Kunst vom Kritzeln 23 Betrunkener Sand Das TheCatus-Team 9 schwimmende Vorlesungssäle 16 Senftenberg, dein Studienort 4 News 24 Klassik des 21. Jahrhunderts 24 Gutes von der Insel 24 Muttertag 25 Tiziano Terzani: Das Ende ist mein Anfang 25 Tony Parsons: Als wir unsterblich waren 25 Far Cry2 26 Bilderrätsel 11 Studicup präsentiert von TheCactus 11 Kampf der Könige 22 Kubra e.v. Das Kunststoffnetzwerk Berlin- Brandenburg Das Studentenmagazin der Lausitz

3 4 Ulmen.TV Der Name Christian Ulmen ist sicherlich vielen bekannt. Ob früher auf MTV, in Unter Ulmen, als Herr Lehmann auf der Kinoleinwand oder als Kandidatenschreck für die Reality-Spielshow Mein neuer Freund. Und da genau diese Spielshow im Netz von mehr Zuschauern gesehen wurde als bei der Ausstrahlung im TV, gibt es den vielseitigen Herr Ulmen ab jetzt auch im Internet zu sehen. Mit 3 ausgewählten Charakteren treibt er sein Unwesen und verkleidet sich als Freak, Schnösel oder Vollspacken, benimmt sich total daneben und lässt sich dabei filmen. Also einfach mal klicken und köstlich amüsieren: schon verplant? Da so manch ein Kurz- oder Langzeitgedächtnis im Laufe des Jahres schwächelt, sollte man sich einen Terminkalender zulegen. Aber nicht irgendeinen. Sondern einen Prinz Apfel Terminkalender! Prinz Apfel ist ein Kalender. Tanzen kann er nicht, aber dir den Tag versüßen., heißt es unter Der nun mittlerweile dritte Kalender der jungen Lauchhammeranerin Jasmin Herz mit individuellen Zeichnungen und bunten Farben sollte in keiner Tasche fehlen! Die 15 Euro sind über die 365 Tage eine wirklich gute Investition. Braucht Brandenburg die EU? Studienfinanzierung Auf der Suche nach einer BAföG-unabhängigen Studienfinanzierung stoßen viele Studenten auf Studienkredite verschiedenster Kredit-Institute. Wichtig ist es, die Angebote v.a. hinsichtlich der Konditionen und Zinsen zu prüfen. Die Deutsche Bildung bietet euch eine Kombination aus Studienfinanzierung und inhaltlicher Unterstützung und koppelt die Rückzahlung des Darlehens an das künftige Gehalt, nicht an einen Zinssatz. Weitere Informationen findet ihr auf Einladung zur studentischen Vortragsund Diskussionsveranstaltung Studenten aus dem Studiengang BWL Fach Europa bei Prof. Dr. Gabriel und Prof. Dr. Schröder, stellen ihre Exkursionsberichte aus Brüssel vor und diskutieren über die Lage und Chancen Brandenburgs innerhalb der EU. Jeder Interessierte ist herzlich zum Vortrag am ab 16 Uhr und zur anschließenden Diskussionsrunde eingeladen an der FHL Senftenberg. Information aus der Hochschulbibliothek Während der Semesterferien erfolgt die Umstellung des bisherigen Bibliothekssystems SISIS-ONL auf den Nachfolger SISIS-SUNRISE. In dem Zusammenhang fallen umfangreiche Systemarbeiten an und es werden Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hochschulbibliothek durchgeführt. Wir bitten daher um Verständnis, dass die Hochschulbibliothek an beiden Standorten in der Zeit vom 23. Febr. bis 09. März 2009 geschlossen bleibt. Die Ausleihfristen, die in diesem Zeitraum fällig wären, werden um diesen Zeitraum automatisch verlängert. Das Bibliotheksteam Spotlight-Verlag Mal ehrlich, mit den Storys in Englisch-Lehrbüchern kann sich keiner wirklich identifizieren. Sie sind oft unaktuell und langweilig. Für das Lernen nebenbei veröffentlicht der Spotlight-Verlag monatlich Zeitungen mit aktuellen Themen, deren Artikel in verschiedene Sprachniveaus unterteilt sind und mit Vokabellisten und Übungen versehen werden. Es erscheinen folgende Magazine: Spoton (Easy English), Spotlight, Business Spotlight, Deutsch perfekt, ADES- SO (italienisch), ECOS (spanisch) und écute (französisch). Die Spotlight gibt es auch in unserer Bibliothek.

4 5 Prof. Dr. Matthias Suckow Studiendekan Chemieingenieurwesen 1. Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an die FHL denken? Die Mitte der 90er Jahre, als noch Aufbruchstimmung an der Hochschule herrschte und fast alle Vorstellungen umgesetzt werden konnten. 2. Wo sehen Sie sich in 10 bis 20 Jahren? In Pension, wenn ich so lange durchhalte. 3. Was war Ihr Berufswunsch als Sie noch ein Kind waren? In der Unterstufe wollte ich wahrscheinlich mangels anderer Erfahrungen Lehrer werden. Mit der zunehmenden Affinität zu Mathematik und Naturwissenschaften konnte ich mir dann so etwas wie Forschung gut vorstellen. Überraschend hat sich das jetzt in meiner Tätigkeit vereint. 4. Was machen Sie um Stress abzubauen? Tätigkeiten, bei denen ich mich so konzentrieren muss, dass ich meine eigenen Probleme vergesse. 5. Wer war Ihr Lieblingskünstler in Ihrer Jugend? Da hörte ich wie alle am liebsten aktuelle Musik und wenn ich jemanden hervorheben kann, dann wahrscheinlich die Brothers Gibb. 6. Was würden Sie als erstes aus Ihrer brennenden Wohnung retten? Meine Frau und andere Personen; Sachwerte sind bis auf einige wichtige Dokumente ersetzbar. 7. Was schätzen Sie an einem Studenten am meisten? Das Bemühen, die von uns Lehrkräften angebotenen Fakten nicht auswendig zu lernen, sondern in das eigene Wissensgebäude einzubauen und durch gezielte Rückfragen die richtigen Verankerungspunkte zu finden. 8. Was macht Sie zu einem guten Dozenten? Ich habe schon Verschiedenes probiert, aber die Bewertungen der Studenten sowie deren abgelieferte Leistungen blieben immer gleich schlecht. Da könnte ich jetzt verzweifeln, werde aber weiterhin stets mein Bestes geben. 9. Was bringt Sie so richtig auf die Palme? Unlogik gepaart mit Rechthaberei 10. Was sollte unbedingt mal erfunden werden? Die dynamische Absorption von Lärm, der von vielen Umweltfrevlern nur zum eigenen Vergnügen erzeugt wird. 11. Welche CD haben Sie als letztes gekauft? Andrej Hermlin: Live in New York Elke Cierzniak Mitarbeiterin im Zentralen Prüfungsamt 1. Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an die FHL denken? Ich arbeite dort und es macht mir Spaß, denn ich bin stets von netten Kollegen und jungen Leuten umgeben. 2. Wo sehen Sie sich in 10 bis 20 Jahren? Ich hoffe doch sehr, dass ich in 20 Jahren noch gesund und munter mit Frau Walther im ZPA arbeite. 3. Mit welcher berühmten Persönlichkeit würden Sie gern mal zu Abend essen? Die Persönlichkeit, mit welcher ich gerne mal zu Abend essen wollte, lebt leider nicht mehr. Es wäre Ferdinand Sauerbruch gewesen. 4. Was war Ihr Berufswunsch als Sie noch ein Kind waren? Kellnerin 5. Wer war Ihr Lieblingskünstler in Ihrer Jugend? Einen speziellen Lieblingskünstler hatte ich nicht. Doris Day fand ich Klasse, ihre Lieder und Filme fand ich gut. 6. Was würden Sie als erstes aus Ihrer brennenden Wohnung retten? Meine Familie und alle anderen Personen, die gerade bei uns sind sowie die Katze meiner Tochter, ein paar Fotos und wenn die Zeit noch reichen sollte, auch den Versicherungsordner. Hoffe jedoch sehr, dass unsere Wohnung niemals brennt. 7. Welches Buch haben Sie als letztes gelesen? Die Leber wächst mit ihren Aufgaben von Dr. Eckhart von Hirschhausen (meine Tochter hat mir dieses Buch empfohlen). 8. Ist Ihnen schon einmal etwas Peinliches oder Absurdes in Verbindung mit der FH passiert? Leider ja, denn ich habe mich, da ich irgendwie in Gedanken war, am Telefon mit dem Namen meiner Kollegin gemeldet, mit der ich mir vor Jahren mal ein Büro geteilt habe und sie mir genau gegenüber saß. 9. Was bringt Sie so richtig auf die Palme? Obwohl mein Toleranzbereich sehr hoch ist, bringen mich Überheblichkeit und Ungerechtigkeit ab und zu schon mal auf die Palme. 10. Was sollte unbedingt mal erfunden werden? Ein Mittel gegen jede Art von Krebserkrankungen. 11. Welche CD haben Sie als letztes gekauft? Das Jubiläumsalbum von Cora Traum von Amsterdam Das Studentenmagazin der Lausitz

5 6 We proudly present: TheCactus Aller Anfang ist schwer, doch setzt sich einmal eine Idee in den Köpfen kreativer Studenten fest, sieht manch eine Hürde nur noch halb so hoch aus und lässt sich mit dem richtigen Biss bewältigen. Der Cactus beweist den nötigen Biss seit etwas mehr als drei Jahren und informiert die Studenten der FH Lausitz mittlerweile mit seiner 14. Ausgabe. Begonnen hat alles mit einem kleinen Heft namens Agent S, das in Eigeninitiative von drei Studenten ins Leben gerufen wurde. Mit der zweiten Ausgabe sollte die Zeitung ein anerkanntes studentisches Projekt sein und in Verbindung mit einem Seminar unter der Obhut eines Professoren stehen. Dafür galt es weitere motivierte Studenten zu begeistern um tatkräftige Unterstützung zu erhalten. Doch was nützt Tatendrang, dessen Ausmaß zum Wiederaufbau des römischen Reiches genügen würde, wenn das Ziel noch keine klaren Formen hat? Also musste ein Konzept her! In den ersten Sitzungen befasste man sich mit dem bürokratischen Teil, welcher grundsätzliche Fragen von Akquise, Aufbau und Ziel der Zeitung klären sollte. Wollte man das alte Konzept beibehalten? Sollte der Name geändert werden? Es wurde diskutiert, debattiert, entworfen und verworfen. Letztendlich entschied man sich für einen kompletten Neuanfang, was einherging mit einer neuen Namensfindung. Die finalen Vorschläge waren StuZ und. Ratet einmal, welcher gewonnen hat. Der nächste Schritt bestand darin Ausschau nach interessierten Werbepartnern zu halten um die Finanzierung des Druckes zu sichern. Dank des Engagements aller Mitwirkenden und der Unterstützung von Prof. Dr. Grawert May war es im März 2005 dann so weit. Der Cactus feierte Premiere und erscheint seit dem viermal im Jahr. Mit jeder Ausgabe lernte man dazu und variierte das Layout ein wenig, bis das heutige Erscheinungsbild erreicht hatte. Doch da das Leben ein ständiger Prozess von Veränderungen ist, wird auch der Cactus nie ganz stillstehen. In den vergangenen Lebensjahren des Cactus konnten immer wieder neue Mitglieder in seiner Mitte begrüßt und manchmal auch verabschiedet werden. Da für alle einmal der Zeitpunkt kommt an dem das Studium ein Ende nimmt, freuen wir uns über jeden kreativen Studenten der uns tatkräftig unterstützen und den Cactus an der FH Lausitz erhalten möchte. Ihr habt die Möglichkeit praktische Erfahrungen bei der Organisation (Marketing und Akquise), beim Umsetzen der Zeitung im Layout und als fleißiger Schreiberling zu sammeln. Nebenbei werden noch Aktionen wie Cactus-Partys, der studienbegleitende Fremdsprachenunterricht oder das Stuk-Quiz von uns initiiert. Die Ideenmaschine steht nie still. Außerdem bietet sich die Mitarbeit bei einer Studentenzeitung immer als interessante Referenz für den Lebenslauf an. DH Wieso? Wenn du offen für Neues bist, Spaß am Gestalten, Schreiben und Organisieren hast, ist der Cactus genau das richtige für dich. Zudem ist er eine gute Möglichkeit um eine Menge netter Leute kennen zu lernen und auf dem Campus aktiv zu werden. Wann? Wir treffen uns jeden Mittwoch um Uhr Wo? Unsere Redaktionssitzungen finden im Haus 22 über dem Stuk statt. Informationen?

6 7 - Anzeige - Marktfähige Ideen beim 5. Lausitzer Existenzgründer Wettbewerb (LEX) Am 1. Mai fiel der Startschuss für den länderübergreifenden Wettbewerb für Existenzgründer und Jungunternehmer um den besten Businessplan. Die Unternehmenskonzepte konnten bis zum 08. Oktober im LEX Wettbewerbsbüro eingereicht werden. Für die besten Wettbewerbsbeiträge wurde ein Preisgeld in Höhe von insgesamt Euro sowie ein Sonderpreis für das beste Unternehmensnachfolgekonzept in Höhe von Euro vergeben. Neben zahlreichen Partnern aus der regionalen Wirtschaft sowie kommunalen und gesellschaftlichen Einrichtungen und Institutionen unterstützt der Bergbau- und Energiekonzern Vattenfall Europe Mining & Generation als Hauptsponsor auch die fünfte Auflage des Gründerwettbewerbes im Rahmen des Netzwerkes Lausitz der bundesweiten Initiative für Beschäftigung! Der Wettbewerb richtet sich an alle, die eine Unternehmensgründung planen: An Gewerbetreibende, Handwerker und Freiberufler sowie an Studierende und Hochschulabsolventen. Gesucht wurden wiederum zündende Produktionsund Dienstleistungsideen. Am 8. Dezember wurden die Preisträger auf der feierlichen Abschlussveranstaltung im Kunstmuseum Dieselkraftwerk bekanntgegeben. Den 1. Preis in Höhe von Euro erhielt Frau Silvia Siermann. Ab Mai 2009 will die aus Hoyerswerda stammende Gründerin auf dem Geierswalder See mit ihrem Unternehmen Grill & Chill durchstarten. Mit sogenannten Grill-Donuts, kleinen runden Booten mit Elektromotor und Sonnenschirm, soll bedächtiges Wasserwandern mit kullinarischem Vergnügen verbunden werden. Den 2. Preis erhielt das Unternehmen Robert Philipp Buchund Spielwarenhandlung aus Großröhrsdorf. Die Gründerin erhält Euro für ihre Geschäftsidee. In ihrem Geschäft sollen u.a. Autorenlesungen sowie Spieleabende für Jung und Alt stattfinden. Das Unternehmen Revocell mit einem Gründerteam von 9 Personen aus der BTU Cottbus erhielt den 3. Preis in Höhe von Euro. Mit der Anwendung eines patentierten Freefoam- Verfahrens zur Herstellung freigeformter beliebig großer und komplexer Körper will das Unternehmen den Markt erobern. Der Sonderpreis Unternehmensnachfolge wurde an das Unternehmen Metall-Form-Technik GmbH aus Kolkwitz vergeben. Das Unternehmen plant die Nachfolge bereits seit 2 Jahren und hat mit ihrem Nachfolgekonzept die Jury überzeugt. In diesem Jahr haben 103 Jungunternehmer aus der brandenburgischen und sächsischen Lausitz 60 Wettbewerbsbeiträge eingereicht so viele wie noch nie. Davon kamen 39 aus Brandenburg und 21 aus Sachsen. Mit 16 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen waren die Gründer im Landkreis Spree-Neiße am fleißigsten. Es folgten 15 aus Cottbus sowie die Kreise Bautzen mit 11, Görlitz mit 10, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit 7 und der Landkreis Elbe-Elster mit 1 Wettbewerbsbeitrag. In diesem Jahr wurde von den Organisatoren des LEX die noch engere Zusammenarbeit mit den Hoch- und Fachschulen in der Lausitz angestrebt. Aus der BTU Cottbus wurden daher 4 Wettbewerbsbeiträge eingereicht. Leider konnten aus der Fachhochschule Görlitz/Zittau und der Fachhochschule Senftenberg/Cottbus keine Wettbewerbsbeiträge registriert werden. Besonders erfreulich ist die Teilnahme von 12 Gründerteams aus den Projekten Zukunft Lausitz und Gründerwerkstatt Ostsachsen. Den Lausitzer Existenzgründer Wettbewerb (LEX) wird es auch 2009 geben. Start ist der 1. Mai. Weitere Informationen unter: LEX 2008 Preisträger LEX 2008 Nominierte LEX 2008 Gewinner Sonderpreis Das Studentenmagazin der Lausitz

7 21 8 Heute schon denunziert? Fünf Wochen Pura Vida Videoüberwachung, Senfbomben und tote Fische in fremden Briefkästen waren gestern. Der moderne Nachbarschaftsstreit wird um eine Attraktion reicher: die virtuelle Schrotflinte der modernen Denunziation. Das pure Leben - oder eher alles ist super - ist die Lebensphilosophie der Costa Ricaner. Diese durfte ich fünf Wochen lang in den Semesterferien miterleben. Es bedeutet, das Leben so zu genießen wie es ist. Wirklich schlecht geht es in Costa Rica niemandem, auch wenn jeder Europäer das wohl anders sehen würde. A uf der Internetseite von Rottenneighbour fliegen die Fetzen wie noch nie. Da wird angeklagt und virtuell beschimpft, dass sich die Balken biegen, natürlich alles anonym. Für alle, die es noch nicht kennen: Rottenneighbour.com ist eine Internetseite, auf der man Nachbarn bewerten kann. Das ganze System beruht auf der Basis von Google-Streetmap. So werden Straße und Haus in dem die schlechten Nachbarn wohnen mit einem roten Haus gekennzeichnet, gute Nachbarn hingegen grün und Sextäter mit blau. Hinter jedem dieser lustig aussehenden, farbigen Häuschen verbirgt sich ein Kommentar. Der Schuljunge, der eine schlechte Note in Mathe bekommen hat, beschimpft seine Lehrerin als Schlampe. Der Ex- Freund lädt ein Sexbildchen seiner Verflossenen hoch. Man hat das Gefühl, dass diese Seite als Racheportal missbraucht wird. Um es mal mit den Worten von Rio Reiser zu sagen: Haben die da nur Stroh oder Scheiße in ihrem Kopp? Die Idee, die einmal dahinter stand war, dass man über seine Nachbarschaft bescheid wissen müsse. Natürlich laufen die Datenschützer, Blogger und Medien gegen die Seite Sturm und das schon seit Monaten. Betreiber der Server sowie Google selbst hatten sich geweigert etwas gegen die Racheseite zu unternehmen. Gegen die roten Häuschen und fiesen Kommentare kann man sich nur wehren, indem man Removal Flags auf Einträge setzt. Diese werden dann vielleicht gelöscht. Vor einigen Monaten war es dann soweit. Rottenneighbour war nicht mehr zu erreichen und das für Wochen. Schon kursierten Gerüchte, dass die Seite für Europa gesperrt wäre. Sofort ging das Gespenst der Zensierung durch die Bloggerund Forenwelt. Da wurden virtuelle Zeigefinger gereckt und von Polizeistaat und Bevormundung war die Rede. Aber Fehlanzeige. Die Seite ist wieder zu erreichen und das im neuen Gewand. Die Frage ist, wie man moralisch damit umgeht. Ignorieren? Oder lieber anmelden, um als virtueller Reich-Ranicki alles Sinnige und Unsinnige zu kommentieren, sowie Removal Flags zu verteilen wie Süßigkeiten zu Halloween. Das bleibt jedem selbst überlassen. Nur ernst nehmen kann man diese Seite wohl eher nicht. HW E ndlich mal raus aus Europa. Diesen Wunsch hatte ich schon lange, aber was soll man außerhalb Europas sinnvolles machen? Ein Praktikum, Work and Travel oder ähnliches ist nur mit ausreichender Sprachkenntnis zu bewältigen. Da ich diese aber nur in Englisch besitze und nicht in ein englischsprachiges Land reisen wollte, fielen diese Optionen also aus. Allerdings hatte ich zwei Semester Spanischkenntnisse, nicht viel, aber ausbaufähig. Und da war sie dann: die Idee vom Sprachkurs in Südamerika. Das richtige Land war nach einiger Recherche schnell gefunden. Meine Wahl fiel auf Costa Rica, ein kleines, demokratisches und verhältnismäßig sicheres Land in Zentralamerika. Nun begann die Suche nach einer passenden Sprachschule im Internet. Ich entschied mich für COSI, da die Schule mir die Möglichkeit bot sowohl in der Hauptstadt Costa Ricas, San Jose, als auch in der Nähe des Nationalparks Manuel Antonio in Quepos am Pazifik meinen Kurs zu besuchen. Ich buchte zwei Wochen Sprachkurs in San Jose und zwei Wochen in Quepos. Blieb noch die Frage nach einer Unterkunft. Da ich für das Leben in einer Gastfamilie nicht geschaffen bin, buchte ich mit Hilfe meiner Sprachschule ein Zimmer in einer Studenten WG in San Jose und ein Hostel in Quepos. Außerdem plante ich noch eine Woche Abschlussurlaub in Quepos ein. Ein günstiges Hotel für die letzte Woche und den Flug buchte ich der Einfachheit halber im Reisebüro. Blieben noch die restlichen wichtigen und unwichtigen Reisevorbereitungen wie einen Besuch beim Gesundheitsamt für alle benötigten Impfungen, den Kauf einer größeren Reisetasche, das Zusammenstellen einer Reiseapotheke und all die anderen Dinge. Nach knapp einem halben Jahr Vorbereitungen ging es am 20. Juli endlich los. So lang sich 18 Stunden Flug auch anhören mögen, ehe ich mich versah landete ich in San Jose und fragte mich nur noch: Was verdammt nochmal mache ich hier eigentlich?. Immerhin wurde ich am Flughafen wie vorgesehen abgeholt. Da es Montagmorgen war ging es nur kurz in mein gebuchtes Apartment und dann auch gleich in die Schule, wo ich mich zwischen knapp zwanzig amerikanischen Mitschülern wiederfand. In der ersten Woche fiel mir die Umstellung recht schwer. Das fremde Land mit den dreckigen Straßen, den vergitterten Häusern und den übermäßig offen-herzigen Das Studentenmagazin der Lausitz Latinos, keiner der Deutsch mit mir spricht, die Eigenarten meiner amerikanischen Mitschüler etc. Als am Wochenende aber mein erster Ausflug in den Regenwald anstand, hatten sich alle anfänglichen Ängste und Probleme bereits in Luft aufgelöst. Es ging auf den Poás Volcano. Der Blick in dessen Krater soll angeblich wunderschön sein. Da der Regenwald an diesem Tag seinem Namen aber alle Ehre machte, habe ich nichts außer Nebel gesehen. Der anschließende Be-such bei den La Paz Wasserfällen machte aber alles wieder gut. Der Regenwald mit seinen moosbewachsenen, riesengroßen Bäumen, den Lianen und den unzähligen Tieren lässt sich eigentlich überhaupt nicht beschreiben. Für mich waren dieser und alle weiteren Ausflüge in den Urwald eine einmalige Erfahrung. Nach zwei Wochen Großstadt ging es mit dem öffentlichen Bus für knapp zwei Dollar weiter nach Quepos. Die vierstündige Fahrt über kaputte Straßen und uralte knarrende Brücken war ebenfalls ein einmaliges Erlebnis. Nach zwei Wochen unter Amerikanern, mit deren Mentalität ich, wie ich feststellen durfte, nicht ganz so gut klar komme, freute ich mich umso mehr jetzt fünf Mitschüler aus der Schweiz und Deutschland kennenzulernen. Unsere tägliche Nachmittagsbeschäftigung bestand darin an den Strand zu gehen und uns dort von Waschbären und Affen die Taschen durchwühlen und das Essen stehlen zu lassen. Das klingt süß und lustig, ist es aber nur, wenn es anderen passiert. Neben vielen weiteren Regenwald- und Strandausflügen zu Wasser und zu Land, bei denen ich viele Faultiere, Schlangen, Echsen, Affen und jede Menge andere Tiere zu Gesicht bekam, standen natürlich auch jede Menge Partys auf dem Plan. Neben dem Spanisch lernen darf der Spaß ja nie zu kurz kommen. Doch letztendlich setzt bei all den Erlebnissen auch irgendwann der Alltag ein und nach fünf Wochen wich das anfängliche Was verdammt nochmal mache ich hier eigentlich? einem Willst du hier wirklich schon wieder weg?. Aber um viele Souvenirs, neue Freunde und natürlich Erfahrungen reicher, machte ich mich wieder auf den Heimweg. Alles in allem kann ich Costa Rica, das naturbelassenste Land auf der Erde, jedem als Reiseziel empfehlen. Das Land ist arm an Geld, aber reich an Herzlichkeit und Aufgeschlossenheit. Auch wenn meine Reise im Nachhinein betrachtet etwas vage organisiert war, hat doch alles ohne Probleme funktioniert und sowohl mein Spanisch als auch mein Englisch haben sich wesentlich verbessert. TS

8 9 Schwimmende Vorlesungssäle Wieder ist es kurz vor acht und man hetzt zur Vorlesung, den letzen Schluck Kaffee musste ich noch in der Tasse lassen, denn heute gibt es kein Zu Spätkommen. Wie jeden Mittwoch biege ich ums Pier1 und sehe meine Kommilitonen schon reingehen. Gerade noch geschafft. Ich setze mich und schaue aus dem Fenster wie der Hafen an mir vorbeizieht. So oder so ähnlich könnte in Zukunft das Studium in der Lausitz ablaufen. Ob der Chinaimbiss der vor dem Fenster halt macht, Bücherboote mit Zeitungslieferservice oder vielleicht hat die Post auch bald eine eigene Jet-Ski Staffel in ihrem Fuhrpark. Die Möglichkeiten der momentanen Entwicklung scheinen grenzenlos zu sein zumindest was die schwimmende Architektur im Lausitzer Seenland angeht, vor allem wenn sie dazu auch noch mobil wird. Dieses Jahr wurde unter anderem ein Wettbewerb zur mobilen schwimmenden Architektur von der Internationalen Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land ausgelobt und mit beeindruckenden Ergebnissen abgeschlossen. Ziel des Wettbewerbs war es, ein schwimmendes Haus zu planen, das einen möglichst hohen Grad an Mobilität und Autarkie bei der Versorgung mit Energie und Wasser erreichen soll sowie an die Bedingungen im Lausitzer Seenland angepasst ist. Im Fokus standen daher nicht nur Anforderungen an ein besonderes Design, das imagebildend für die Seenlandschaft werden könnte, sondern auch technische Fragen mit Blick auf das Passieren der schiffbaren Kanäle, das Versorgungs- und Entsorgungskonzept und das Energiemanagement. Um dieses Thema weiter zu bearbeiten und nach vorn zubringen wurde mit der LMBV, der IBA und der FH-Lausitz ein Kompetenzzentrum für schwimmende Architektur gegründet. Da könnte man also auch als kreativer Student seine Ideen schweifen lassen und sich in den Entstehungsprozess des Lausitzer Seenlandes mit einbringen. Für die Preisträger des Wettbewerbes gab es diese Auszeichnung schon, schließlich sollen die Entwürfe als Vorlage für die künftigen schwimmenden Häuser dienen sowie als Grundlage für künftige Entwicklungen. Eine gewisse Flexibilität bietet es ja auch, wenn man nicht jeden Tag pendeln muss sondern einfach mit seinem Hab und Gut zur neuen Arbeitsstelle schwimmt und das Wochenende zum Beispiel in Lichterfelde bei der F60 verbringt und gleich an dem schwimmende Erlebniscenter Sonne anlegt. Dieses ist bereits in Planung und soll seinem Namen alle Ehre machen. Als Kuppel auf dem Bergheider See erinnert sie in den nächtlichen Stunden an die untergehende Sonne und jede Menge Unterhaltungwert bieten. Von einer Lounge, über ein Restaurant bis zu Musikveranstaltungen oder Partys, kann man wie Jesus nicht nur übers Wasser gehen, sondern auch tanzen und früh morgens erschöpft sich mit den Wellen in den Schlaf wiegen lassen. Wenn die Sonne erstmal schwimmt wird es nicht lange dauern bis sich weitere Konzepte entwickeln und umgesetzt werden. Eine Strandbar muß ja auch nicht immer auf dem Strand stehen, sondern kann auch daran entlang schwimmen. Sogar eine schwimmende Loveparade wäre denkbar, angeführt von den schwimmenden Clubbetreibern und begleitet von den Ichthyo Sapiens der neuen Seenkette. Die geplanten und schon bereits umgesetzten Projekte lassen bereits erahnen das es ungewöhnlich und einmalig werden wird. Bedenkt man die Schwierigkeiten was behördliche Genehmigungen angeht wenn es um einen normalen Anbau zum Haus geht kann man sich gut vorstellen wie es ist etwas in Deutschland zu bauen was in keiner Norm oder Gesetzesvorschrift enthalten ist. Aber Innovation lebt ja nicht in der Vergangenheit und es freut zu sehen das Neuerungen und ungewöhnliche Wege immer noch erfolgreich beschritten werden können. Das die schwimmende Architektur und das Lausitzer Seenland nicht nur Lückenbüßer der Bergbaufolgelandschaft sind, wie manch ein Tourismusgegner denken könnte, zeigt sich auch durch die direkt verwertbaren Vorteile dieser Entwicklung. Nicht nur weltweit einzigartige Fortbewegungs- und Wohnformen werden geschaffen sondern auch im Fall des schwimmenden Vorlesungssaales macht es für die Landschaftsarchitekturstudenten durchaus Sinn ihre Versuchsflächen vor Ort anzuschauen und zu studieren und nicht nur über den Bildschirm so wie auch der Maschinenbauer die Konstruktion am entstehenden Modell besser nachvollziehen kann als im CAD-Programm. Letztendlich wird es für die Lausitzer und die künftigen lausitzer Studenten normal werden, sich über das Wasser bald so zu bewegen wie über das Land. RG Bild 1-5: Preisträger des Wettbwerbs mobile schwimmende Architektur Das Studentenmagazin der Lausitz 6 Fotonachweise siehe Impressum.

9 10 Was machen eigentlich......die Amerikaner? Eine Frage, die viele Studenten auf dem Campus momentan mehr als unruhig stimmt. Oder noch schlimmer: Was machen die Amerikaner mit meinem Geld, sofern vorhanden? Und wer hat da gerade wieder meinen Kredit gekauft? Und wieso habe ich überhaupt einen Kredit? Ich bin auch nicht nur Student an der FH Lausitz, sondern war zusätzlich Anfang November in New York und versuche daher, das alles ein bisschen aufzuklären. Aber der Reihe nach. Gerade mal vier Tage nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl gab es in New York von selbiger noch einige Spuren zu sehen. Zu den auffälligsten gehörten Obama-Schaufensterpuppen in mehreren kleinen Läden, Thank-You-Obama Torten beim Bäcker, Stände die neben den bekannten I love NY T-Shirts auch welche mit Obama vorn drauf verkauften, aber auch mächtig gruselige Sarah Palin Plakate. An bekannten Plätzen wie dem Times Square oder dem Central Park herrschte dagegen business as usual - gewöhnliche Geschäfte. Nur vor der New York Stock Exchange war die Straße aufgerissen, da wahrscheinlich noch ein paar Milliarden versenkt werden mussten. Auf den funktionstüchtigen Straßen fuhren schon eine Menge kaum hörbare Taxen mit Hybridantrieb, die für die notorisch bei Rot über Kreuzungen laufenden New Yorker eine Belastung am oberen Ende der Nervskala sind. Was das Geld im konkreten Fall anbelangt, wird die Sache noch ein wenig unangenehmer. Die Engagements der Hessischen Landesbank sind mir mehrfach aufgefallen, durch die deutschsprachigen Plakate an Baugerüsten mit Helaba-Aufschrift und dem roten S-Punkt-Symbol der Sparkasse. Dabei ist aber ein Hochhaus in New York mit Sicherheit wertstabiler als ein Holzhaus in der Steppe. Für die Shoppingtouristen kommt der gestiegene Wert des Dollars noch als weiterer Tiefschlag dazu. Da materieller Besitz aber sowieso nicht glücklich macht, ist das alles komplett egal, denn mit derartigen Information wollen wir uns nicht den Tag vermiesen, nein, wir wollen doch Spaß haben und die Welt sehen! Die New Yorker sind trotz ihrer rumpeligen U-Bahn und überfüllter Gehwege auffallend freundlich. Stand ich mal etwas unwissend in eine Karte guckend auf dem Fußweg, dauerte es keine zehn Sekunden, bis irgendjemand seine Hilfe anbot oder direkt die Auskunft anrief. Besonders schön war eine Begegnung auf City Island, im Nordosten der Stadt. Das kleine Fischerörtchen war nahezu komplett verlassen und mir wurde noch vor Ort versichert, dass es incredible sei, zu dieser Jahreszeit Touristen anzutreffen. Anstelle auf Sitzgelegenheiten sitzender Besucher gab es aber recht ansehnliche grüne Papageien, die auf Stromleitungen hockend gedanklich vollständig in ihren Nestbau verstrickt waren und in mir einen interessierten Beobachter fanden. Große Freude gab es zum Beispiel beim Essen und da ist New York dank der vielfältigen Herkunft seiner Einwanderer empfehlenswert. Ich konnte mich von mexikanischen Gerichten über salvadorianische Pupusas zu jamaikanisch-veganen Portionen durchessen. Das mit Abstand schlechteste war ein amerikanischer Gourmet Burger. Der drei Zentimeter dicke, grob gewolfte Fleischbatzen war das Einzige, was jemals einen Anflug von Übelkeit und Gedanken von Schmorschwitze in mir hervorrief. Ich habe amerikanisches Essen dann gemieden. Die Angewohnheit von Geschäften und Restaurants die Preise ohne Steuern anzugeben ist zunächst nicht erhellend und wird es auch später nicht, da für verschiedene Gewerke die unterschiedlichsten Sätze berechnet werden. Aber besonders finster wurde es im Zoo der Bronx, in der World of Darkness. In diesem stockfinsteren Bau gab es nicht nur jede Menge niedlicher Fledermäuse, sondern auch Nacktmulle (naked mole rat). Dieses größtenteils unbehaarte, untertage lebende, sich durch die Erde grabende kleine Tierchen mit zwei hervorstehenden Nagezähnchen hat die ungewöhnliche Eigenschaft keine Schmerzen spüren zu können. Ich möchte daher diesen kleinen Text jenen, in ganzen Landstrichen unbekannten, Nagern widmen. Was kann ich nun abschließend feststellen? In New York gibt es unglaublich viel zu sehen. Museen, wie Guggenheim oder MoMA, aber auch die spannenden Ausstellungen, z.b. im P.S.1 Contemporary Art Center, einer Außenstelle des MoMA, sind ein Muss. Aber gerade die eher verborgenen Ecken wie City Island oder Staten Island sollte man als Besucher nicht vergessen, wenn man genügend Zeit hat. Denn trotz Finanzkrise - New York bleibt New York. OJ

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