Energieeffizienz-Maßnahmen in der Druckindustrie

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1 Energieeffizienz-Maßnahmen in der Druckindustrie Notwendigkeit und Förderung Maximilian Ondrusch Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.v. Maximilian Ondrusch

2 Agenda 1. Ausgangslage (Motivation) 2. Top-Down: Welche Maßnahmen gibt es? 3. Öffentlich-rechtliche Pflichten 4. Freiwillige Leistungen 5. Fördermaßnahmen und -Stellen 6. Schwerpunkt: Energiemanagement / ISO was machen die Zeitungsdrucker? 8. Beispiele für Energieeffizienzmaßnahmen 9. Zusammenfassung und Empfehlungen Maximilian Ondrusch

3 1. Ausgangslage (Motivation) [1] Ideologie Kostenreduzierung Umsatzsteigerung Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen Maximilian Ondrusch

4 1. Ausgangslage (Motivation) [2] Priorität 3 In der 80/20-Welt : Ideologie Priorität 2 Kostenreduzierung Umsatzsteigerung Reduzierung der negativen Umweltauswirkungen Priorität 1 Maximilian Ondrusch

5 1. Ausgangslage (Motivation) [3] Unternehmen wollen die Umwelt schonen wenn es für Sie wirtschaftlich von Vorteil ist (oder zumindest nicht nachteilig). Elektrische Endenergie hat den höchsten Primärenergiefaktor (Qp) und stellt gleichzeitig den größten Energiekostenfaktor bei industriellen Prozessen dar Tendenz steigend! Energieträger Qp* Heizöl 1,1 Erdgas, Flüssigas Steinkohle, Braunkohle 1,1 1,1 Strom 2,6 Umweltenergie 0,0 Quelle: *Quelle: Energie-Einsparverordnung 2009 Welche Maßnahmen können ergriffen werden? Maximilian Ondrusch

6 2. Top-Down: Welche Maßnahme gibt es? Steigerung der Energieeffizienz Öffentlich-rechtliche Pflichten Freiwillige Leistungen Gesetze, Verordnungen (insbesondere EnEV 2009) Das müssen Sie tun, sonst begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit (u. U. Bußgeldverfahren). Priorität: Rechtskonformität Wirtschaftlichkeit? Branchenunabhängige und abhängige Systematiken Externe Dienstleistungen Das sollten Sie tun Fördermodelle möglich Priorität: Steigerung der Energieeffizienz Wirtschaftlichkeit Maximilian Ondrusch

7 3. Öffentlich-rechtliche Pflichten Die EnEV 2009 definiert unter anderem: Nachrüstpflichten für Anlagen und Gebäude Energetische Inspektion von Klimaanlagen Achtung: Ordnungswidrigkeiten nach 27 (Verweis auf 8 Abs. 1 Nr. 1 des Energieeinsparungsgesetzes) Quelle: Maximilian Ondrusch

8 4. Freiwillige Leistungen Motivation 1: Energiebedarf senken Energiekosten direkt senken Steigerung der Effizienz bestehender Prozesse Investitionen in Hardware Motivation 2: Steuererleichterungen (Spitzenausgleich) weiterhin nutzen Energiekosten über Steuerrückerstattung indirekt senken Einführung standardisierter Systeme Für Großbetriebe: Energiemanagementsystem nach ISO EMAS III (Verordnung EG Nr. 1221/2009) Für KMU (Sonderregelung): Energieaudit DIN Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung, Anlage 2 Fördermöglichkeiten beachten! Maximilian Ondrusch

9 5. Fördermaßnahmen und Stellen [1] EU Europäischer Sozialfond ( Europäische Investitionsbank ( Europäischer Fonds für regionale Entwicklung ( EU-Förderung in Bayern ( Bundesebene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ( Bundesministerium für Umwelt (BMU) ( Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) ( Landesebene LfA Förderbank Bayern ( Maximilian Ondrusch

10 5. Fördermaßnahmen und Stellen [2] Förderprogramme (Beispiele) für Energieeffizienz in Deutschland KfW Programm 230: BMU-Umweltinnovationsprogramm (Kredit, Zuschuss) Programm 242: KfW-Energieeffizienzprogramm (Kredit) Programm 291: KfW-Finanzierungsinitiative Energiewende (Kredit) BMU Programm EBM: Energieberatung Mittelstand (Zuschuss) BMU-Umweltinnovationsprogramm BMWi Förderprogramm Investitionszuschüsse zum Einsatz hocheffizienter Querschnittstechnologien im Mittelstand Förderprogramm Zertifizierung von Energiemanagementsystemen" Maximilian Ondrusch

11 5. Fördermaßnahmen und Stellen [3] Quelle: Maximilian Ondrusch

12 6. Energiemanagement / ISO [1] Die Einführung eines standardisierten Systems zur Reduzierung des Energiebedarfs ist für Druckdienstleister jetzt der wichtigste Schritt: Senkung des Energiebedarfs über die Umsetzung von Effizienz- Maßnahmen (systematische Ermittlung) Motivation 1 Berechtigung für Spitzenausgleichsregelung Motivation 2 Fokus: Energiemanagement, sofern bisher kein Umweltmanagement vorhanden (Aufwand) Aber: Wer jetzt anfängt ist zu spät dran ( für 2013) Systemeinführung ab 2015 Pflicht Übergangsregelung für 2013 und 2014: Begin der Einführung muss testiert werden Maximilian Ondrusch

13 6. Energiemanagement / ISO [2] Quelle: default/files/medien/publikation/long/3959.pdf Maximilian Ondrusch

14 6. Energiemanagement / ISO [3] Quelle: Maximilian Ondrusch

15 6. Energiemanagement / ISO [4] Quelle: Maximilian Ondrusch

16 6. Energiemanagement / ISO [5] Quelle: Maximilian Ondrusch

17 6. Energiemanagement / ISO [6] Nachweis über vertikalen Ansatz : Erfüllung aller der in 5 Abs. 1 Nr. 3 SpaEfV genannten Anforderungen: Schriftliche / elektronische Erklärung der Geschäftsleitung: Verpflichtung zur Einführung und zum Betrieb eines Energiemanagementsystems nach ISO Bestellung eines Energiemanagement-Beauftragten mit entsprechenden Befugnissen und Verantwortungen Umgesetzte Maßnahmen: Für 2013: Umsetzung ISO 50001, a (Energiequellen und Energieeinsatz) Für 2014: Umsetzung ISO 50001, a und b (Energiequellen und Energieeinsatz + Analyse und Bewertung) Maximilian Ondrusch

18 6. Energiemanagement / ISO [7] Die Einführung eine Energiemanagementsystem bedeutet einen nicht unerheblichen Aufwand (Personalressourcen, Kosten für externe Dienstleistungen) Wirtschaftlichkeit (auch bei Förderung) prüfen: Vergleich der voraussichtlichen Aufwände mit dem Rückerstattungsbetrag aus 2012 Literaturtipps : Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV) Merkblatt 1449 der Zollverwaltung Energiemanagementsysteme in der Praxis ISO 50001: Leitfaden für Unternehmen und Organisationen Maximilian Ondrusch

19 7. was machen die Zeitungsdrucker? [1] Analyse der Website-Inhalte von 27 Zeitungsdruckunternehmen aus Deutschland Die Bedeutung von ökologischem Handeln wird oft deskriptiv behandelt, teilweise jedoch gar nicht erwähnt konkrete Maßnahmen findet man eher selten Suche nach relevanten Inhalten: Zertifizierungen, Labels, aktuelle Bestrebungen, Umwelterklärungen etc. Überraschend: Anteile ISO oder EMAS kleiner 10 % Möglichkeit A: Die Brisanz der Thematik ist noch nicht angekommen Möglichkeit B: Die Bestrebungen und Unternehmungen werden nicht öffentlich dargelegt Tue Gutes und sprich darüber (?) Maximilian Ondrusch

20 7. was machen die Zeitungsdrucker? [2] n = 27 Nach Internetrecherche, Stand: , kein Anspruch auf Vollständigkeit Maximilian Ondrusch

21 7. was machen die Zeitungsdrucker? [3] (Typische) Maßnahmen in Bezug auf Energieeffizienz, die aus den Umwelterklärungen bzw. Web-Auftritten herauszulesen sind: Modernisierung der Gebäudeleittechnik Heizungsunterstützung über Wärmerückgewinnung Installation eines BHKWs Persönliche Erfahrung hinsichtlich Energieeffizienzmaßnahmen im Bereich Zeitungsdruck Bedarfsgerechte Optimierung von Versorgungsleistungen Erneuerung von Kältetechnik Lichttechnik Energiemanagementsystem (Einführung) Fördermodelle Maximilian Ondrusch

22 8. Zusammenfassung, Empfehlungen Berücksichtigen Sie die bestehenden (und zukünftigen) öffentlichrechtlichen Verpflichtungen. Setzten Sie sich gegebenenfalls unverzüglich mit den Regelungen der Steuererleichterungen auseinander und leiten Sie die notwendigen Maßnahmen ein. Durch die Einführung eines Energiemanagementsystems erarbeiten Sie sich systematisch Effizienzsteigerungen und stellen die Gewährung der Steuererleichterungen weiterhin sicher. Nutzen Sie Förderungen, gerade bei Hardware. Achten Sie im Falle externer Beratungen aber auf Branchenbezug und Flexibilität und nicht ausschließlich auf Förderaspekte. Es sind aber nicht immer große Investitionen notwendig: die Optimierung in der Steuerung bestehender Prozesse kann bereits viel bewirken. Nutzen Sie externe Partner für einen schnellen Einstieg. Bauen Sie eigene Kompetenzen im Unternehmen auf. Maximilian Ondrusch

23 Kontakt Maximilian Ondrusch Fogra Forschungsgesellschaft Druck e.v. Streitfeldstraße München, Germany Tel Maximilian Ondrusch

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