Modulbeschreibung. Heiliger Nikolaus. Schulart: Fächer:

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1 Modulbeschreibung Schulart: Fächer: Zielgruppe: Autorin: Zeitumfang: Grundschule Katholische Religionslehre (GS); Evangelische Religionslehre (GS) 2 (GS) Veronica Stella Rutmayer Fünf Stunden Das Nikolausfest und seine Ursprünge sind Thema dieser Unterrichtseinheit: Wer war die Person des Nikolaus und was hat er Bedeutendes in seinem Leben gemacht, sodass sein Fest heute immer noch gefeiert wird? Angeregt durch eine Geschichte, in welcher Nikolaus, der Bischof von Myra, Menschen geholfen hat, setzen sich die Kinder handlungsorientiert mit Situationen auseinander, in welchen andere Menschen Hilfe benötigen. Sie machen sich Gedanken darüber, ob und wann sie für sich selbst und für andere Hilfe wünschen. (Modulbild: Wici/Wikimedia Commons, Creative Commons-BY-SA) Vorauszusetzende Kompetenzen fachlich: Bilder betrachten und beschreiben; anhören und lernen; über andere Personen nachdenken und Meinungen äußern; von Erfahrungen und Ereignissen aus dem eigenen Leben berichten und anderen beim Berichten zuhören; kleine Szenen spielen und Gedanken schriftlich oder in Bildsprache darstellen; Arbeitsanweisungen verstehen und ausführen. Vorauszusetzende Kompetenzen methodisch: Gemeinsam arbeiten und Aufgaben untereinander aufteilen; Einzel- und Gruppenarbeit, Sitz- und Stuhlkreis sind bekannt. 1

2 Unterrichtsverlauf Vorbemerkung: Die Schülerinnen und Schüler machen sich Gedanken darüber, in welchen Situationen Menschen Hilfe zuteil werden kann und welche Hilfen sie für sich und für andere Menschen wünschen. Außerdem erfahren sie, woher die Tradition des Schenkens am Nikolausfest stammt und wer Nikolaus eigentlich ist. Diese Unterrichtseinheit ist für die erste und zweite Klasse geeignet. In der zweiten Klasse können die Kinder ihre Gedanken bereits vermehrt schriftlich ausdrücken. Die Bezeichnung Schülerinnen und Schüler ist im Folgenden als SuS abgekürzt. 1.Stunde: Wer ist der Nikolaus? Die Kinder sitzen im Stuhl- oder Sitzkreis. Die Lehrperson spielt ihnen das Lied Lasst uns froh und munter sein (DVD-Von Advent bis Weihnachten 2008 Verleihnummer: ) Viele Kinder kennen dieses Lied meistens schon und auch die, die es noch nicht kennen, singen erfahrungsgemäß durch den eingängigen Refrain gleich mit. Die Lehrperson regt ein Gespräch darüber an, worum es in diesem Lied geht. Die Kinder erzählen von ihren eigenen Erfahrungen vom Nikolausabend und tauschen sich aus, wie bei ihnen das Nikolausfest begangen wird. Jedes Kind bekommt ein DinA5 Blatt schwarzes Tonpapier. Auf dieses malen die Kinder mit farbiger Tafelkreide ein Bild vom Nikolaus, wie sie ihn sich vorstellen. Die Kreidestücke sollten vorher für ungefähr acht Stunden in Zuckerwasser gelegt werden dies verhindert, dass sie pulverisieren und erzeugt leuchtende Farben. Die Kinder präsentieren ihre Bilder im Sitzkreis und kleben die einzelnen Bilder auf ein großes Plakat. Darüber schreiben sie oder die Lehrperson Nikolaus. Dieses Plakat hängt die Lehrperson an geeigneter Stelle so auf, dass sie es in der 3. Stunde für eine weitere Aktion wieder abnehmen kann. Die Lehrperson fragt die Kinder, ob es diesen Nikolaus wirklich gab. Die Kinder äußern ihre Gedanken. An eine geeignete Fläche mit Overheadprojektor projiziert betrachten die SuS das Foto Thronender Bischof, Relief über dem Südportal, Münster zu Freiburg, 13.Jahrhundert, LMZ Sie beschreiben, was sie sehen. Die Lehrperson erläutert, dass dieses Steinbild einen Bischof darstellt. Die Kinder klären diesen Begriff gemeinsam mit der Lehrperson. Diese erzählt, dass dieser Bischof der Nikolaus ist, auf den unser Nikolausfest gegründet wurde und dass er vor langer Zeit gelebt hat. Die SuS singen noch einmal Lasst uns froh und munter sein. Die Lehrperson regt ein Gespräch über die Verszeilen an, insbesondere über die, in denen Nikolaus gewiss etwas auf die Teller legt und dass Nikolaus ein guter Mann sei, dem man nicht genug danken kann. Die SuS äußern ihre Gedanken dazu, warum Niokolaus den Kindern Geschenke bringt. Die Lehrperson beendet die Stunde, indem sie den Kindern erzählt, dass sie in der nächsten Stunde erfahren werden, was dieser Nikolaus in seinem Leben gemacht hat. 2. Stunde: Nikolaus hilft den Menschen seiner Stadt 2

3 Einzelne Kinder berichten kurz, worum es in der vorangegangenen Stunde ging. Sie sehen sich das Bilderbuchkino Brot für Myra an (Leben und Feiern im Kirchenjahr Brot für Myra (Bilderbuchkino) Verleihnummer: (DVD-Video) Dauer: 14:09 min f; Produktionsjahr: 2004) Im Stuhlkreis erzählen sie die Geschichte nach und beschreiben, wie Nikolaus den Menschen in seiner Stadt geholfen hat. Die SuS klären durch dieses Gespräch, dass von Taten des Nikolaus wie dieser der Brauch stammt, dass Kinder am Nikolausfest Geschenke bekommen. Die Kinder schreiben auf eine Seite in ihrem Heft Nikolaus hilft. Zu dieser Überschrift malen sie ein Bild und/oder schreiben in Bezug auf die Geschichte, wie Nikolaus den Menschen seiner Stadt geholfen hat. Die SuS betrachten die Bilder ihrer Mitschüler in einem Museumsrundgang, das heißt, die gestalteten Heftseiten werden auf den Tischen ausgelegt und alle Kinder dürfen wie in einem Museum herumgehen und sich die Werke der anderen betrachten und sich über das Dargestellte unterhalten. 3. Stunde: Einander Helfen Die Kinder erzählen zusammenfassend, was sie in der vorangegangenen Stunde über Nikolaus erfahren haben und wie dieser Menschen geholfen hat. Die Lehrperson regt ein Gespräch an, in dem die Kinder sich darüber austauschen, wie sie anderen helfen können. Dies dient dazu, dass sich die SuS diese Situationen ins Gedächtnis rufen. Die Kinder finden sich nun in Dreier- oder Vierergruppen zusammen. Sie ziehen verschiedenfarbige Papierzettel, die die Lehrperson vorbereitet hat. Die Kinder, die die gleiche Farbe gezogen haben, bilden eine Gruppe. Die Lehrperson erläutert, dass sich jede Gruppe eine Situation überlegen soll, in der jemandem geholfen wird. Dies kann ein Erlebnis darstellen, das eins der Kinder gehabt hat, oder es kann auch eine fiktive Situation sein. Dann sollen sich die Kinder überlegen, wie sie diese Situation nachspielen können. Sie verteilen die Rollen der Akteure und üben eine kleine Szene ein. Erfahrungsgemäß finden die Kinder schnell ein Thema und spielen recht unbeschwert eine Situation nach. Die SuS dürfen Gegenstände aus dem Klassenzimmer als Requisiten benutzen. Die Kinder richten das Zimmer so ein, dass eine Spielfäche für die Präsentation der einzelnen Szenen entsteht. Sie setzen sich vor diese Bühne als Zuschauer. Jede Gruppe spielt ihre Szene zum Thema Helfen vor. Vor Beginn des Spiels stellt sich jedes Kind als die Person vor, die sie in der Szene spielt. Sie sollten diese Vorstellung mit den Worten Ich bin... beginnen, nicht mit Ich spiele.... Dies bringt die SuS eher in Spiellaune und ermöglicht eine einfachere Identifikation mit der Person. Nach jeder Szene bleiben die Spieler der Szene auf der Bühne und die Zuschauer reflektieren direkt mit den Spielern, was sie gesehen haben. Mit Hilfe der Lehrperson erzählen die Kinder, was sie gesehen haben und wem auf welche Weise in der gespielten Szene geholfen wurde. Die Zuschauerkinder geben den Kindern, die die Szene gespielt haben, Rückmeldung, zunächst darüber, was sie als gut dargestellt empfunden haben und dann darüber, was ihrer Meinung noch besser hätte sein können. 3

4 Nach der Präsentation der Szenen erhält jedes Kind einen Zettel auf dem der Satzanfang vorgedruckt ist: Ich wünsche mir Hilfe, wenn.... Ein Kind oder die Lehrperson lesen diesen Satzanfang vor. In Einzelarbeit überlegen die SuS, in welcher Situation sie sich Hilfe wünschen. Sie schreiben den Satz zu Ende oder zeichnen oder malen die Situation. In die Mitte des Sitzkreises stellt die Lehrperson eine brennende Kerze neben die sie das gestaltete Nikolaus -Plakat aus der ersten Stunde legt. Jedes Kind vervollständigt nun den Satz Ich wünsche mir Hilfe, wenn..., indem es vorliest, was es geschrieben hat oder das gezeichnete oder gemalte Bild als Grundlage für diesen Satz verwendet. Die Zettel kleben die Kinder zu den Bildern auf dem Nikolaus -Plakat, das sie in der ersten Stunde gestaltet haben. Auf einfache Weise erkennen die Kinder dadurch, dass sie ihre Wünsche an den Heiligen Nikolaus richten können. 4. Stunde: Nikolausstiefel basteln und verschenken In der Mitte des Stuhlkreises liegt das in der vorangegangenen Stunde gestaltete Plakat. Die Kinder erinnern sich daran, wofür sie sich Hilfe wünschen können. Jedes Kind bastelt nun einen Nikolausstiefel. (siehe Bastelanleitung). Die SuS basteln diesen Nikolausstiefel nicht für sich selbst, sondern für ein anderes Kind in der Klasse als Geschenk. Die Namen aller Kinder schreibt die Lehrperson auf kleine Zettel, und jedes Kind zieht einen, so wissen die SuS, für welches Kind sie dieses Geschenk gestalten. Nach der Bastelarbeit versammeln sich die Kinder im Sitzkreis und überreichen sich nacheinander die Nikolausstiefel. Bei der Überreichung werden sie von der Lehrperson ermuntert, zu dem Kind, dem der Stiefel überreicht wird, Wunschsätze zu sagen. Zum Beispiel: Ich wünsche Dir, dass Dir immer jemand hilft, wenn Du traurig bist. Ich wünsche Dir, dass Dir immer jemand hilft, wenn Du Dich alleine fühlst. Möglichkeiten für diese Wunschsätze bespricht die Lehrperson mit den Kindern und fordert sie auf, sich zu überlegen, was für eine Art der Hilfe man anderen wünschen kann. Die Kinder müssen die Wunschsätze natürlich nicht in dieser Satzform ausdrücken, sondern können sie frei auf ihre eigene Art formulieren. 5. Stunde: Das Leben des Nikolaus, Bischof von Myra In der letzten Stunde dieser Einheit sehen sich die SuS die Lebensgeschichte des Heiligen Nikolaus an: Die Erzählung vom Heiligen Nikolaus (Bilderbuchkino) an. (Von Advent bis Weihnachten - Die Erzählung vom heiligen Nikolaus Dauer: 09:47 min f; Produktionsjahr: 2008, (DVD-Video) Verleihnummer: ) Es bietet sich an, die Geschichte an der Stelle zu beenden, bis der Bischof von Myra auf die Schiffe mit der Kornladung trifft und die Hungersnot stillt, da dies anders dargestellt wird als im vorangegangenen Bilderbuchkino. Im Anschluss reflektieren die SuS das Leben des Heiligen Nikolaus im Gespräch. Sie 4

5 berichten, was ihnen im Gedächtnis geblieben ist und bemerken, was sie besonders beeindruckt hat. Sie sehen sich noch einmal das Nikolaus -Plakat an, dass sie gestaltet haben und überlegen sich, wer dieser Nikolaus eigentlich wirklich war und was das Besondere in seinem Leben ausmachte. Sie reden darüber, mit Hilfe von Denkanstößen der Lehrperson, warum er bei den Menschen zu seinen Lebzeiten beliebt war und dass sich dies bis heute in der Vorfreude auf das Nikolausfest wiederspiegelt. Zum Abschluss singen die Kinder alle Strophen des Liedes Lasst und froh und munter sein. 5

6 Bildungsplanbezug Grundschule Katholische Religionslehre 3. BIBEL UND TRADITION Die Schülerinnen und Schüler kennen Heilige als Menschen, die in ihrem Leben die Liebe Gottes weiter gegeben haben. 6. KIRCHE, DIE KIRCHEN UND DAS WERK DES GEISTES GOTTES Die Schülerinnen und Schüler kennen zentrale Feste des Kirchenjahres und das jeweilige Brauchtum (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg Grundschule; Kompetenzen und Inhalte für Katholische Religionslehre, Klasse 2; Seite 36) Evangelische Religionslehre FESTE IM KIRCHENJAHR Wie Martin und Nikolaus können wir Freude bereiten, wie die Weisen aus dem Morgenland machen wir Geschenke, Mt 2. (Aus: Bildungsplan Baden-Württemberg Grundschule; Kompetenzen und Inhalte für Evangelische Religionslehre, Klasse 2; Seite 27) Ausführliche Informationen zum Bildungsplan Baden-Württemberg 2004 gibt es unter Bildung stärkt Menschen. 6

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