«Potz Tuusig» für Lehrpersonen und Multiplikatoren Vertiefung

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1 «Potz Tuusig» für Lehrpersonen und Multiplikatoren Vertiefung Das Bilderbuch «Potz Tuusig» und das Kamishibai bilden den roten Faden für weiterführende Inhalte und Themen rund ums Geld, die sich für Projektwochen und/oder zum Einsatz über einen längeren Zeitraum verteilt eignen. Die folgenden Anregungen orientieren sich an den Lehrplänen. Die Nummerierung entspricht derjenigen der Bilder im Buch. Im Anhang finden Sie Quellenangaben und Beschreibungen von Zusatzmaterialien sowie Angaben zu Verbindungen mit den Lehrplänen des Kindergartens und der Primarstufe. 1. Einstieg Besuch auf dem Wochenmarkt Auf dem Markt einkaufen und selber kochen Portemonnaie herstellen/falten Mit den Ideen der Kinder einen Laden einrichten Sachen mitnehmen und «verkaufen» Mengen und Zahlen Was ist ein Supermarkt? Was hat es alles im Supermarkt? Montagsmaler Verschiedene Stockwerke/Abteilungen eines Warenhauses zeichnen (Sport, Lebensmittel, Möbel, Kleider) 2. Welche Wünsche kosten nichts? Witze erzählen? Spiele? Selber kochen? Blumen pflücken? Was heisst arm sein, was heisst reich sein? Was besitzt jemand, der reich ist? Was fehlt jemandem, der arm ist? Was heisst «Es ist knapp»? «Ich wünsche dir zum Geburtstag»: Einander schöne Dinge wünsche, die nichts kosten, z.b. eine Feder für schöne Träume usw. Collage mit Wünschen herstellen oder Wünsche an die Wandtafel zeichnen Lied «Hans im Schnäggeloch» singen Rate-Spiele: Ich wünsche mir etwas Rotes, Grosses Was ist es? 3. Was heisst bezahlen? Womit kann ich bezahlen? Bargeld, tauschen (Kaugummi gegen Bleistift), Plastikgeld, mithelfen (2 Mal Rasenmähen gegen einen Tattoo-Kleber) Was für Karten gibt es? Bringe eine Karte mit: Landkarte, Postkarte, Kreditkarte usw. Kreislauf Geld Arbeit, Bank, Bankomat, Geld, Einkauf usw. Was bezahlt man mit der Karte? Was bezahlt man bar? Verschiedene Zahlungsmittel anschauen Abriebe von Münzen herstellen, eigenes Spielgeld herstellen Lied von Polo Hofers Band Rumpelstilz «Kiosk» anhören Flohmarkt auf dem Pausenplatz veranstalten Seite 1 von 7

2 4. Was verführt dich? Werbung im Fernsehen; Sachen, die ich bei Freunden sehe; Süssigkeiten an der Kasse Werbeslogans aufzählen: «Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso», «Mit Ovi cha mer nöd besser, aber länger», «Bico für ä tüüfä gsundä Schlaaf» usw. Werbung nur hören, aber nicht sehen (Radiowerbung) Werbung in Zeitschriften oder Werbefilme anschauen und darüber reflektieren: Was spricht dich besonders an? Warum würdest du dieses Produkt kaufen/nicht kaufen? 5. Was machst du, wenn du etwas haben willst? Reden, weinen, jemanden anderen fragen, warten Was ist wirklich nötig? Essen, Trinken, Wohnen, Kleider, Schuhe, Bus-Abo Gegenstände in «lebenswichtig» oder «schön zu haben» aufteilen: Blumenkohl, Springseil, Zahnpasta, Salatsieb, Waschmittel, Ball, Glas Wasser usw. Eigene Bedürfnisse kennen: Was brauche ich? Was wünsche ich? Wünsche für die Allgemeinheit: grosse Turnhalle, im Park/auf der Wiese spielen dürfen usw. 6. Selber mit Papier und Plastikmäppli eine Brille herstellen Alte Sonnenbrillen mitnehmen, Zauberbrille, Prinzessinnenbrille usw. 7. Wie kommt Gemüse, Fleisch, Obst, das du zum Mittagessen isst, auf deinen Teller? Gras, Bauer, Kuh, Lastwagenchauffeur, Supermarkt, Kassiererin, Papa kauft ein, Mama kocht, Bruder deckt den Tisch Streifzug durch den Supermarkt machen und schauen, woher die Produkte stammen Etiketten an Kleider und Stofftieren prüfen Karten mit Begriffen: Was gehört alles zum Schaf (Gras, Schere usw.)? Fabrik besichtigen (z.b. Schoggifabrik) 8. Bekommst du Taschengeld? Wie viel und wofür ist das Sackgeld vorgesehen? Teilst du dein Geld ein? Einteilung: z.b. die Hälfte für Süsses, die andere Hälfte für etwas Grösseres, das du dir wünscht und zu einem späteren Zeitpunkt kaufen möchtest Kannst du sparen? Was spricht dafür/dagegen? Wofür wird Geld auf die Seite gelegt? Woher haben deine Eltern ihr Geld? Berufe beschreiben und erraten Weitere Anregung Liste erstellen: Taschengeld ist für Folgendes vorgesehen Seite 2 von 7

3 9. Was ist dir besonders viel wert? Reflexion über Aktivitäten, die einem wichtig sind Was heisst besitzen? Was hast du, das andere nicht haben? Was hast du oder kannst du, das man nicht bezahlen kann? (besonders gut Purzelbäume schlagen, viele Lieder kennen, schön malen usw.) Liste «Meine schönsten Sachen» erstellen Vorführen, was man besonders gut kann, oder erzählen, was einem an sich besonders gut gefällt 10. Was kauft deine Familie ab und zu ein, was nie und warum? Wichtiges von Unwichtigem trennen Spiel Kofferpacken: Ich gehe zum Grosi und fülle meinen Papiersack mit: einem Shampoo, einer Pfanne Einkaufswagen untersuchen: prall gefüllt, nur das Nötigste im Wagen Mit dem Krämerliladen Einkäufe erledigen, Einkaufsliste erstellen 11. Wer ist dir besonders wichtig und aus welchem Grund? Fotoalbum mitnehmen und über wichtige Menschen erzählen Von schönen Erlebnissen berichten 12. Selber Seifenwasser herstellen und gemeinsam auf dem Pausenplatz Seifenblasen in die Luft blasen Seite 3 von 7

4 Anhang 1 Vorlagen und Ideen Faltvorlage: Lied: Lernspiele: Portemonnaie Hans im Schnäggeloch De Hans im Schnäggeloch hätt alles was er will. Und was er will das hätt er nöd, und was er hätt das will er nöd, De Hans im Schnäggeloch hätt alles was er will. Auf dem Lande Vom Korn zum Brot Fördert: Erstes Wissen über den Ernährungskreislauf Haba, 4 10 Jahre, EAN Geisslein versteck dich Fördert: Gedächtnis, Farben erkennen und benennen, erstes Zählen Haba, 4 8 Jahre, EAN Wir spielen einkaufen Fördert: Selbständigkeit, erstes Umgehen mit Geld Ravensburger, 4 8 Jahre, EAN Zahlen-Zauber Schatzsuche mit den Zahlen 1 10 Fördert: Zahlen und Mengen, erstes Zählen, Wahrnehmung Ravensburger, 4 7 Jahre, EAN Rezepte: Spielanleitung: Kochen mit Kindern Betty Bossi Kinderküche: Rezepte sind unter abrufbar Seifenblasen Seite 4 von 7

5 Anhang 2 Verbindungen zum Lehrplan Kindergarten Deutschschweizer Kantone Identität, Selbstbild Das Kind kann in Ansätzen einen Perspektivenwechsel vollziehen; es erkennt in konkreten Situationen, dass andere Menschen (unter Umständen) andere Absichten, einen anderen Informationsstand, ein anderes Vorwissen und andere Vorstellungen, Gefühle und Motivationen haben als es selbst. Das Kind ist fähig, sowohl seine eigenen Emotionen verbal und nonverbal auszudrücken, als auch die Emotionen anderer Kinder wahrzunehmen und zu deuten. Das Kind weiss, dass schwierige Situationen und Misserfolge zum Leben gehören, und es kann angemessen damit umgehen. Soziales Handeln Das Kind begreift sich selbst als aktives Mitglied einer Gemeinschaft, das seine Bedürfnisse und Anliegen zum Ausdruck bringt, das Rechte und Pflichten hat und etwas bewirken kann. Das Kind ist fähig, die Regeln des Zusammenlebens und solche, die im Spiel gesetzt werden, einzuhalten und kann Meinungsverschiedenheiten und Konflikte auf konstruktive Art lösen. Werte und Normen Das Kind geht mit Personen, Tieren, Pflanzen und Materialien sorgsam und wertschätzend um. Wahrnehmung, sinnliche Erfahrung Das Kind kann einfache Alltagshandlungen beobachten, erkennen und nachmachen sowie einfache Handlungen aus der eigenen Erinnerung oder Erfahrung anwenden und vorzeigen. Gestaltung, kreatives Schaffen Das Kind kann Emotionen, Eindrücke, Erfahrungen und Vorstellungen mit dem Körper, mit der Stimme, verschiedenen Instrumenten, mit Materialien und mit der Sprache zum Ausdruck bringen. Mathematische Erfahrungen Das Kind kann die Zahlwortreihe vorwärts 1 bis 20 und rückwärts von 10 bis 0 aufsagen. Es kann Mengen bis zu 20 abzählen und verschieden grosse Mengen von bis zu 10 Gegenständen miteinander vergleichen. Kommunikation Das Kind kann Erlebnisse, Anliegen, Gefühle und Ansichten so mitteilen, dass seine Erfahrungen für andere nachvollziehbar werden, dies in verbaler, nonverbaler und symbolisierter Form. Sprache Das Kind kann einfache Geschichten erzählen (z.b. Reihenfolge beachten, Personen und Zeiten verständlich verwenden). Medien Das Kind kann Medienerlebnisse und damit verbundene Gefühle auf seine Art in symbolischem Spiel, durch Erzählen oder in der Kommunikation zum Ausdruck bringen. Das Kind weiss, dass Mitteilungen aus Medien wahr oder erfunden sein können, und ist in der Lage, stufengemäss solche Überlegungen im Zusammenhang mit den benutzten Medien anzustellen. Seite 5 von 7

6 Verbindungen zu den Lehrplänen der Primarstufe Deutschschweizer Kantone Wirtschaft Kenntnisse der drei Sektoren: Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistung Einfache Grundelemente der Wirtschaft kennen: Arbeit, Produkt, Geld, Nachfrage, Tauschhandel, Angebot und Nachfrage In Fragen der Wirtschaftskunde einführen, Beispiele: Rolle des Geldes, Einkaufen, Werbung, Verpackung und Abfall Im Spiel wirtschaftliche Handlungsweisen erproben; Rollenspiele: Markt, Restaurant, Standaktion Konsum Konsum als Mittel zur Befriedigung von unterschiedlichen Bedürfnissen kennen lernen Eigenes Konsumverhalten beobachten und Veränderungsmöglichkeiten erkennen Arbeit Bezug des Kindes zur Arbeitswelt, freiwillige/unfreiwillige Arbeit; Karrieremöglichkeiten; Arbeit als Lebensunterhalt: Lohn, Arbeitslosigkeit, Ruhestand Berufe kennenlernen, die an einer Dienstleistung oder an der Herstellung von Gütern beteiligt sind (ökologischer und wirtschaftlicher Aspekt) Die Gleichwertigkeit von Alltagsarbeit und Erwerbsarbeit kennenlernen Auf spielerische Weise mit Berufstätigkeiten vertraut werden, z.b. Ladeneinrichtung bauen (kaufen und verkaufen) Die Arbeitswelt der Angehörigen und der nächsten Umgebung kennen lernen: Bauern und Handwerker bei der Arbeit Ernährung Eigene Ess- und Einkaufsgewohnheiten kennen: Sackgeld, Einkaufszettel, Proviant fürs Klassenlager, auf dem Markt kaufen (Frischprodukte) Sich über Herkunft und Herstellung von alltäglichen Nahrungsmitteln informieren Kleidung Mode, Schmuck, Werbung, Herstellung und Beschaffung von Kleidung (Kaufen, Secondhand, Kleiderbörse, Kleidersammlung) Über die Bedeutung der Kleidung und über Mode sprechen Medien Präsenz der Werbung Sich kritisch mit den Medien auseinandersetzen Schule/Familie/Mitmensch Schule als gemeinsamen Arbeitsort erfahren, grössere Vorhaben vorbereiten und durchführen Werte erfahren und Konsequenzen für sich und andere prüfen (Leistung, Anerkennung, Gruppendruck) Verkehr Vor- und Nachteile des privaten und des öffentlichen Verkehrs (Billette am Schalter kaufen, am Automaten lösen, Vorgehen vergleichen) Sich in der Umgebung zurechtfinden: Wo kaufe ich ein, wo ist die Post? Mathematik Mit Messgeräten umgehen und alltägliche Masseinheiten kennenlernen; Rechnungen mit Geldbeträgen und Strecken ausführen; dezimale Masse; konkrete Beispiele für Grössen mit entsprechenden Massen; Münzen und Notenwerte: Fr., Rp.; Geldwert; Gesamtpreis ermitteln, einen Betrag genau herauszählen; Herausgeld geben Seite 6 von 7

7 Impressum Potz Tuusig wurde von Plusminus Basel in Zusammenarbeit mit Pro Juventute realisiert Plusminus, Budget- und Schuldenberatung Basel Plusminus ist eine Fachstelle der Christoph Merian Stiftung und der Caritas beider Basel. Das Kompetenzzentrum im Kanton Basel-Stadt bearbeitet die im Buch genannten Themen und gibt Hilfestellung zu Budget, Schulden und dem Umgang mit knappen Finanzen. Plusminus, Budget- und Schuldenberatung Basel Ochsengasse Basel Tel. +41 (0) Pro Juventute Pro Juventute ist in der Schweiz die erste Anlaufstelle, wenn es um Kinder- und Jugendfragen geht. Wir bieten Dienstleistungen in zentralen Jugendthemen an mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche auf dem Weg zu selbst- und sozialverantwortlichen Persönlichkeiten zu stärken und zu befähigen. Zum Thema Medien und Konsum gibt es verschiedene Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Pro Juventute führt unter anderem die in der Schweiz einzigartige Kindernotrufnummer Beratung + Hilfe 147, den Ferienpass und die Elternbriefe. Stiftung Pro Juventute Thurgauerstrasse 39 Postfach 8050 Zürich Tel. +41 (0) Für die fachliche Unterstützung bei der Erarbeitung dieses Leitfadens danken wir: Regula Bachofner, Kindergärtnerin, Thalwil Marie-Hélène Stäger, LCH, Präsidentin Stufenkommission 4-8 Redaktion: Eva Woodtli Wiggenhauser, Benken Stiftung Pro Juventute, 2010 Seite 7 von 7

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