Demographischer Wandel als Herausforderung für das Zusammenleben

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1 Prof. Dr. Sonja Haug Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften Professur für Empirische Sozialforschung Demographischer Wandel als Herausforderung für das Zusammenleben Baden-Württemberg im Wandel. Religiöse und kulturelle Prägungen im Zusammenleben der Generationen, , Stuttgart 1

2 Inhalt Thesenpapier Teil I: Demographischer Wandel, Migration und Religion Teil II: Konsequenzen und Herausforderungen 2

3 Teil I Demographische Entwicklung 1. Die Gesellschaft in Deutschland ist bedingt durch die Wanderungsbewegungen der letzten Jahrzehnte von wachsender kultureller und religiöser Vielfalt geprägt. 2. Zunehmender Teil der Bevölkerung in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. 3. In den jüngeren Alterskohorten hat ein Drittel einen Migrationshintergrund. 3

4 Zu- und Fortzüge Quelle: Statistisches Bundesamt, Wanderungsstatistik , eigene Darstellung Zuzüge Fortzüge Wanderungssaldo

5 Altersstruktur nach Migrationshintergrund 100% 90% 80% 70% 60% % 40% 30% % 10% 0% und mehr ohne Migrationshintergrund Ausländer 1. Zuwanderergeneration Ausländer 2. Zuwanderergeneration Deutsche 1. Zuwanderergeneration Deutsche 2. Zuwanderergeneration Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2010, eigene Berechnung 5

6 4. Nicht alle Zuwanderer aus muslimischen Herkunftsländern sind Muslime. 5. Die muslimische Bevölkerung in Deutschland umfasst etwa 4 Millionen. 6. Muslime in Deutschland kommen aus einer Vielzahl von Herkunftsländern. 7. Die Mehrheit der Muslime ist religiös. 6

7 Glaubensgemeinschaft Südost- Europa Türkei Zentrala sien/gu S Iran Südost- Asien Naher Osten Nordafrika Sonstig es Afrika Gesamt Muslim e Christ Jude Andere Keine Gesamt Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, 7

8 Altersstruktur Datenquelle MZ Bevölkerung in D insgesamt Bevölkerung in D mit MigHg Datenquelle MLD 2008 Personen aus muslimischen Ländern Muslime aus muslimischen Ländern % 20% 40% 60% 80% 100% 0 bis 15 Jahre 16 bis 24 Jahre 25 bis 64 Jahre 65 Jahre und älter Quellen: Mikrozensus 2007 und Studie Muslimisches Leben in Deutschland 2008, eigene Berechnung 8

9 Herkunftsregion der Muslime Herkunftsregion Anzahl Herkunftsregion Anzahl Türkei Süd-/Südostasien Südosteuropa Iran Naher Osten Sonstiges Afrika Nordafrika Zentralasien/GUS Summe Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, eigene Berechnung, mittlere Variante 9

10 Religiosität bei Muslimen Zentral gläubisüdost g -europa Türkei asien/ GUS Iran Süd-/ Südost asien Naher Osten Nordafrika sonst. Afrika Gesamt Sehr stark Eher Eher nicht Gar nicht Anzahl Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, Fallzahl:

11 Teil II: Konsequenzen 8. Chancen der Zuwanderung ergeben sich im Kontext des demographischen Wandels durch die kurzfristige Verjüngung der Gesellschaft 9. Herausforderung der zivilgesellschaftlichen Integration besteht in der zunehmenden Öffnung und Anpassung von Angeboten 10. Weitere Intensivierung von Alltagskontakten in unterschiedlichen Bereichen 11

12 Mitgliedschaft Sportverein männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich Gesamt Muslimisch andere Religionsgemeinschaft keine Religionsgemeinschaft Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, eigene Berechnung 12

13 11. Akzeptanz interreligiöser Partnerschaften ist hoch Ausübung von Toleranz bei Umsetzung erforderlich 12. Geschlechterunterschiede und abnehmende Häufigkeit muslimisch-christlicher Eheschließungen verweist auf Herausforderung zu interreligiösem Dialog 13

14 Einstellung zu interreligiöser Heirat Alter Ja, ich kann mir eine interreligiöse Heirat vorstellen (%) Männlic Muslime weiblich männlic Christen/ andere Religion weiblich männlic keine Religion weiblich h h h Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, eigene Berechnung 14

15 Interreligiöse Eheschließung bei Muslimen Muslimische Frau - christlicher Mann Muslimische Frau - muslimischer Mann Muslimische Frau - Mann sonstige Religion/Gemeinschaftslos Muslimischer Mann - christliche Frau Muslimischer Mann - muslimische Frau Muslimischer Mann - Frau sonstige Religion/Gemeinschaftslos Quelle: Eheschließungsstatistik, Statistisches Bundesamt 15

16 13. Geschlechterunterschiede im Bildungsbereich treten vor allem in erster Generation auf. In der zweiten Generation stellt sich die Problematik der Schulabbrecher als Herausforderung 14. Herausforderung für vorschulische, schulische und außerschulische Förderung. 16

17 Schulabschluss Herkunftsland Männlich Weiblich Schule Alle 49 Südost- Türkei Nord- Alle 49 Südost- Türkei Nord- Herkunftsl Länder europa afrika Länder europa afrika and Ohne Ab Pflichtschul Weiterf. Schule Hochschulreife Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, eigene Berechnung 17

18 Schulabschluss Deutschland Männlich Weiblich Alle 49 Südost- Türkei Nord- Alle 49 Südost- Türkei Nord- Länder europa afrika Länder europa afrika Ohne Abschluss Hauptschule Mittlere Reife Hochschulreife gesamt Quelle: Studie Muslimisches Leben in Deutschland, eigene Berechnung 18

19 Zukunft 15. Viele Zuwanderer haben Rückkehrabsichten und wollen im Alter ins Herkunftsland zurückkehren, wenige realisieren dies. Aufhebung des Rückkehrmythos erforderlich. 16. Die zunehmende Gruppe von Migranten der ersten Zuwanderergeneration in höherem Alter stellt eine Herausforderung im Bereich der Altenhilfe 19

20 Danke für die Aufmerksamkeit! Kontakt: 20

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