GK 116 Sicherheitstechnik

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1 GK 116 Sicherheitstechnik Stand: 04/2014

2 Inhalt 1 Markt 2 Leistungsprofil 3 Betriebsaufbau 4 Anerkennung durch Versicherer 5 Kalkulationshilfen 6 Finanzierung 7 Spezielle Gründerinfos 8 Recht 9 Gründerkontakte / -informationen 10 Fachkontakte / -informationen

3 VR-GründungsKonzept GK Markt NOTIZEN Die Branche auf einen Blick: Branche / Metallbauer rund Betriebe lt. Handwerksrolle (2013) / Schlosserei rund Betriebe (2008) / Sicherheitsfachbetriebe ca Unternehmen (2008, Interkey) Marktvolumen ca. 30 Mrd. EUR (schätzungsweise, 2010) Umsatzstruktur: Kleinbetriebe Branchendurchschnitt Metallbau 54 % 57 % v. Umsatz Service 21 % 15 % v. Umsatz Der wichtigste Kundenkreis liegt nicht direkt im Privatbereich, sondern bei Hausverwaltungen, Architekten und Bauunternehmern, die Aufträge zur Sicherung ganzer Wohnanlagen vergeben können. Ohne Beziehungen zu solchen Großkunden lässt sich heute kaum ein Fachbetrieb für Sicherheitstechnik betreiben. Nach einer Branchenfaustregel sollte ein sicherheitstechnischer Betrieb einen Einzugsbereich von mindestens Menschen haben, um hinreichend ausgelastet zu sein. Branche: Metallbauer, insgesamt rund Betriebe lt. Handwerksrolle (2013) Schlosserei *) rund Betriebe (2008) Sicherheitsfachbetriebe **) rund Unternehmen (2008) sowie rund Informationstechnik-Betriebe lt. Handwerksrolle (2013) NOTIZEN *) inkl. Schweißerei; **) laut Interkey Die Branche besteht vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen, im Zuge konjunktureller Krisen drängen aber verstärkt große Hersteller mit ihrem Direktvertrieb, nach Beobachtung von Branchenexperten auch Facility-Manager ins Endkundengeschäft. Vorliegende Daten zu Metallbauern: Die Branche besteht vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen, rund drei Viertel der Metallbauer beschäftigen weniger als 10 Mitarbeiter, gut die Hälfte nur bis zu 4 Mitarbeitern. Knapp 30 Prozent der Handwerksbetriebe im Metallbau setzen weniger als EUR im Jahr (netto) um, ein Drittel weist einen Jahresumsatz zwischen EUR und 5 Mio. EUR auf (letzte Handwerkszählung 2011)... Vorliegende Daten zu Handwerksbetrieben in der Informationstechnik: Knapp 70 Prozent der Unternehmen haben maximal 4 Beschäftigte, nur gut 13 Prozent beschäftigen 10 und mehr Mitarbeiter. Über 55 Prozent bleiben unter einem Jahresumsatz von EUR im Jahr, dabei erzielt ein Beschäftigter im Schnitt der Branche rund EUR Jahresumsatz, in Kleinbetrieben (bis 4 Beschäftigte) rund EUR (Handwerkszählung 2011). Vorliegende Daten zu Handwerksbetrieben in der Elektrotechnik: Einem guten Drittel von Unternehmen, deren Jahresumsatz EUR nicht übersteiegt, stehen als zweite größere Gruppe Unternehmen gegenüber, die zwischen EUR und 5 Mio. EUR im Jahr erzielen. Dabei beschäftigen lediglich 8 Prozent der Handwerksbetriebe 20 und mehr Mitarbeiter, während 60 Prozent Kleinbetriebe mit weniger 5 Mitarbeitern (inkl. Inhaber) sind (Handwerkszählung 2011).

4 VR-GründungsKonzept GK116 4 Zur Abschätzung des Marktvolumens (Statistisches Bundesamt, BHE) / Produktion Schlösser, Beschläge rund 6,4 Mrd. EUR (2012 *) / elektronische Sicherungstechnik rund 3,0 Mrd. EUR (2013) / Schlosserei rund 8,9 Mrd. EUR (2010) NOTIZEN *) davon ca. 55 % Inlandsabsatz Gesamter Sicherheitsmarkt (BDSW) rund 12 Mrd. EUR (2013) / davon Dienstleistungen rund 5,2 Mrd.. EUR / davon elektronische Gefahrenmeldung rund 2,0 Mrd. EUR / davon sonst. elektronische Anlagen rund 1,0 Mrd. EUR / davon Schlösser, Beschläge rund 800 Mio. EUR *) / davon sonst. Sicherheitstechnik rund 1,6 Mrd.. EUR *) *) Daten von 2012 Markt. Laut internationaler Studie kann die Sicherheitsbranche mittelfristig (bis 2017) ein weltweites Umsatzwachstum von 3,7 Prozent jährlich erwarten (Memoori, 2011). Für die deutschen Unternehmen im Bereich elektronische Sicherungssysteme meldet der BHE für 2013 ein Marktwachstum von 2,8 Prozent, überdurchschnittlich im Segment Sprachanalysesysteme und Zutrittssteuerung. Die bedeutendsten Segment in der elektronischen Sicherung bleiben allerdings die Brandmeldetechnik mit rund 1,3 Mrd EUR und die Videoüberwachung mit rund 690 Mio. EUR. Die Zuwachsratenraten der letzten Jahre beruhen in erster Linie auf Investitionen der gewerblichen Kunden, weniger auf dem Privatkundengeschäft oder Aufträgen der öffentlichen Hand. Positive Impulse kommen in der traditionellen Schließ- und Sicherungstechnik vor allem aus dem Bauen im Bestand, also Nachrüstungen der Privatkundschaft. Überzeugendes Argument: Nach Angaben des BKA nahm die Zahl der Wohnungseinbrüche allein 2012 um 8,7 Prozent zu aber es scheitern rund 40 Prozent der Einbruchsversuche an der Sicherheitstechnik. Noch ist dieser Bereich der Hauptsektor für die Branche, investieren doch kleine Firmen und Privathaushalte (noch) nicht in die modernen elektronischen Systeme. So verfügen erst 0,7 Prozent der deutschen Haushalte über eine Alarmanlage, in den USA sind 15,5 Prozent, in Frankreich immerhin 4,5 Prozent (BHE, 2013). Der Einbau elektronischer Sicherungsanlagen erfordert von den Betrieben zweifellos ein gewisses Know-how und zieht zusätzliche Kosten bei der Bewältigung von Service / Wartung nach sich. Im gewerblichen Bereich wird von Versicherungen bei Neuverträgen ab einer bestimmten Größenordnung die Installation einer Alarmanlage verlangt, und ist ein Geschäftsinhaber erst einmal zum Opfer eines Einbruchs geworden, steigen im allgemeinen auch die Auflagen der Versicherung hinsichtlich der technischen Sicherheitsvorkehrungen. Auf die wachsende Kriminalitätsrate, vor allem bei Einbruchsdelikten, die entsprechende Berichterstattung in den Medien und nicht zuletzt eigene unangenehme Erfahrungen reagieren Privatleute wie Unternehmen mit Präventivmaßnahmen. Die Baukonjunktur ist wichtiger Indikator für die Aussichten der Branche Im Jahr 2011 erreichten die Umsätze des Bauhauptgewerbes wieder das Niveau von 2001 und verharrte 2012 auf hohem Niveau, der gesamte Hochbau legte noch 2,2 Prozent zu (besonders deutlich dabei der Wohnungsbau, + 5 %). Für das vergangene Jahr meldet der ZDB erneut ein Wachstum im Bauhauptgewerbe von 2,5 Prozent, die Hochbauumsätze sollen 2013 bei 60,8 Mrd. EUR liegen (ZDB).

5 VR-GründungsKonzept GK116 5 Auch 2014 lässt die Zunahme der Baugenehmigungen im Wohnungsbau aus dem Vorjahr konstante Auftragseingänge erwarten; ob diese Vorhaben alle realisiert werden, hängt allerdings von der wirtschaftlichen Entwicklung übers Jahr ab. Der ZDB rechnet 2014 mit einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe um 3,5 Prozent auf 98,6 Mrd. EUR, davon sollen rund 35,3 Mrd. EUR in den Wohnungsbau fließen, die gleiche Summe in den Gewerbebau. NOTIZEN Der Baumarkt in Zahlen (gerundete Werte): 2012 Baufertigstellungen rd Wohneinheiten + 9,5 % Nicht-Wohngebäude rd. 188 Mio. cbm umbauter Raum + 7,1 % Stärkstes Segment im Wohnungsbau war mit rund 42 Prozent Anteil wieder der Bau von 1-Familien-Häusern; nach dem deutlichen Zuwachs 2011 stieg die Zahl der Fertigstellungen 2012 aber nur mehr um 4 Prozent. Anders bei den Mehrfamilienhäusern (nochmals plus 16 %), die getrieben wurden von der Errichtung neuer Eigentumswohnungen (plus 23,3 %); dies waren 20 Prozent aller fertig gestellten WEs bzw. die Hälfte der WEs in mehrgeschossigen Gebäuden. Im Wirtschaftsbau reduzierten die öffentlichen Bauherren 2012 ihre Bautätigkeit deutlich (-13,8 %), während private bzw. gewerbliche Investitionen insbesondere in Handel und Logistik (+ 18,7 %) sowie Fabrik- und Werkstattgebäude (+10,4 %) deutlich anstiegen. Für das Gesamtjahr 2013 rechnet der ZDB mit der Fertigstellung von rund WEs, darunter WEs in Ein- und Zweifamilienhäusern, und erwartet, dass sich auch die Fertigstellungen im Wirtschaftsbau 2013 nur leicht abschwächen werden Baugenehmigungen rd Wohneinheiten + 12,9 % Nicht-Wohngebäude rd. 200 Mio. cbm umbauter Raum - 4,8 % Die Zahl der Baugenehmigungen ist für Existenzgründer interessant, gibt sie doch einen Hinweis auf zukünftige Aufträge. In diesem Sinne war 2013 ein exzellentes Jahr, für das Bauhauptgewerbe (+ 11,7 % neu errichtete Wohngebäude wie auch für das Ausbaugewerbe (Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden + 23,2 % im Wohnsegment). Insbesondere der Geschosswohnungsbau legte noch einmal deutlich zu (+ 22,3 %, dabei ETW + 15,3 %), während für Einfamilienhäuser nur gut 1 Prozent mehr Baugenehmigungen beantragt wurden. Das genehmigte Volumen umbauten Raums im Wirtschaftsbau betrug fast 5 Prozent weniger als 2012, lediglich für die beiden eher kleinen Segmente Büro- und Verwaltungsgebäude (+ 11,2 %) und Anstaltsbauten (+ 31,1 %) liegen mehr Bauanträge vor. Auch öffentliche Bauherren planen offenbar wieder mehr Bauinvestitionen (+ 18,8 %). Marktfaktor Modernisierung: Rund 11 Prozent der Baugenehmigungen im Wohnungsbau betreffen das Bauen im Bestand 82013, destatis). Altbaumodernisierung bzw. Aus- und Anbauten bringen mittlerweile rund drei Viertel des Bauvolumens im Jahr 2000 lag der Anteil unter 60 Prozent (RWI 2008; Forschungszentrum Jülich 2011). Mittelfristig wird diese Konjunktur auch von Investitionen in den altersgerechten Umbau von Einfamilienhäusern und im Geschosswohnungsbestand getragen. Förderprogramme begünstigen diese Entwicklung, betroffen sind neben Maßnahmen innerhalb der Wohnungen (bis hin zu Fenstern, Türen und Schließsystemen) auch Außenanlagen und Treppenhäuser.

6 VR-GründungsKonzept GK Leistungsprofil NOTIZEN Umsatzstruktur / Metallbau Kleinbetriebe Branchendurchschnitt eigentlicher Metallbau 62 % 69 % v. Umsatz Service 11 % 3 % v. Umsatz lgh 2012 Fachbetriebe für Sicherheitstechnik stützen sich auf drei Umsatzträger: den Handel mit den verschiedensten Anlagen, Safes, Schlössern etc., die Anfertigung von Schlüsseln und die Montage von Sicherheitsanlagen vor Ort. Anteil des Privatkundengeschäfts *) rund % *) Schätzung BHE, 2008 Die Angebotspalette ist vielfältig und entwickelt sich mit dem Stand der Sicherheitstechnik. Bei den meisten Betrieben stellt die Montage den wichtigsten Geschäftsbereich dar, in dem der Hauptteil des Umsatzes erwirtschaftet wird. Auch wenn die Kunden nach wie herkömmliche Schließanlagen und Tresore nachfragen das Angebot bewegt sich mehr und mehr zu elektronischer Sicherungstechnik hin, vor allem im gewerblichen Bereich: Funkschlüssel auch in der Gebäudetechnik, Videoüberwachung, Brandschutzsysteme und mechatronische Zugangskontrollsysteme waren in den vergangenen Jahren wichtige Umsatzträger der Branche. Es ist daher wichtig, detaillierte Informationen über neue Produkte und Techniken vom Hersteller zu bekommen. Für die Wettbewerbsfähigkeit ist es unerlässlich, dass Inhaber und / oder angestellte Techniker an Schulungen teilnehmen, die Hersteller für größere Anlagen immer wieder anbieten. Der Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE) veranstaltet regelmäßig Fachseminare (zu Themen wie Facility Management, Alarmfernübertragung, CCTV-Überwachung in Kreditinstituten, Grundlagen der mechanischen Sicherungstechnik, Rauch- und Wärme-Abzugsanlagen, Einbruchmeldetechnik), die zumeist mit einer Fachkundeprüfung und der Verleihung eines Zertifikats abgeschlossen werden. Dabei stellt jede Branche, mitunter schon jeder neue Kunde, neue Anforderungen an die Technik der Vorkehrungen. Neben dem Know-how zur mechanischen und elektronischen Sicherungstechnik gehören deshalb auch die Konzeption und Planung angemessen dimensionierter Sicherungs-Systeme zu den Aufgaben der Sicherheits-Anbieter. Im Bereich der Videoüberwachung, aber auch elektronischer Zutrittskontrollen benötigen die Kunden zudem qualifizierte Antworten zu Fragen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte Dritter, etwa von Mitarbeitern oder Kunden. Schlüsseldienst. Gerade Existenzgründer, die sich ihren Platz auf dem Markt erst noch erobern müssen, überlegen, ob sie nicht einen Rund-um-die-Uhr- Service anbieten können, einen Schlüsselnotdienst, der auch abends und am Wochenende Wohnungs- oder Autotüren öffnet usw. Ein solcher Service kann Sie unter Umständen mit wichtigen neuen Kunden in Kontakt bringen.

7 VR-GründungsKonzept GK116 7 Problematisch für den einzelnen Betrieb: Hohe Lohnzuschläge für Nacht- oder Feiertagsarbeit. Sie sollten also gut durchkalkulieren, ob Sie daran verdienen können, bevor Sie ein derartiges Angebot wagen. NOTIZEN Zunehmende Konkurrenz von überregional agierenden Schlüsseldienst- Zentralen, die mit örtlichen Subunternehmen arbeiten: Manche dieser Betriebe operieren offenbar am Rande der Legalität, wie ein Urteil des Oberlandsgerichts Frankfurt/M /Az.: 6 W 218/01) zu überhöhten Preisen eines solchen Unternehmens zeigt. Mit aggressiven Werbestrategien schaden diese Vermittlungsunternehmen dem Ruf der Branche. Wartungsverträge. Für größere Alarmanlagen oder Brandmeldeanlagen werden im Allgemeinen Wartungsverträge abgeschlossen. Falls die Anlagen im Rahmen eines Versicherungsvertrages eingebaut werden müssen, schreibt der Verband der Sachversicherer solche Verträge bindend vor. Da Wartungsverträge in der Regel zu festen Pauschalen abgeschlossen werden, sollten Sie darauf achten, mit welchen Herstellern Sie sich vertraglich zusammentun. Denn je störanfälliger dessen Produkte sind, desto weniger kann bei der Wartung verdient werden. Allerdings ist es auch möglich, zusätzlich zu den Pauschalen Reparatur- bzw. Wartungskosten zu berechnen, wenn Ihr Aufwand die vertraglich vereinbarten Leistungen erheblich überschritten hat. Elektronische Sicherungssysteme. Spätestens seit der Fußball-WM 2006 haben Transponderchips in Eintrittssicherungssystemen ihre Exotik verloren. Die berührungslose Technik kann mittelfristig Geld sparen: Verlorene Schlüsselkarten erfordern keine kompletten Austausch von Schließsystemen, die Abnutzung der Schlüssel und Schlösser ist kein Thema, die Wartung entfällt bzw. beschränkt sich auf die Kontrolle der Datennetzwerke, die in vielen Firmen ohnehin stattfinden muss. Neuere Themen: in der Zutrittssteuerung die Integration der neue Personalausweise in der Videoüberwachung die Nutzung der Cloud Umsatzstruktur in der elektronischen Sicherungstechnik (2011, BHE, gerundete Werte Einbruchmeldetechnik rund 24 % Brandmeldetechnik rund 44 % Videoüberwachung rund 15 % Zutrittsteuerungssysteme rund 9 % Sonstiges rund 8 % Allerdings: Im Bereich der Privatkundensicherung ist dieses Feld noch auf wenige exklusive Wohnprojekte beschränkt, geben viele deutsche Hausbesitzer doch noch kaum nennenswert Geld für Alarmanlagen aus.

8 VR-GründungsKonzept GK Betriebsaufbau NOTIZEN Werbung. Ein großer Teil der Branchenwerbung wird den Sicherheitstechnikbetrieben abgenommen. Die Kriminalpolizei weist immer wieder in Broschüren, Plakataktionen und Fernsehsendungen auf die Wichtigkeit der vorsorglichen Verbrechensbekämpfung hin. Für Werbung müssen Sie aber auch selbst sorgen. Eine hervorgehobene Anzeige im Branchenfernsprechbuch kann erfahrungsgemäß gute Dienste leisten. Falls Sie ein Ladengeschäft betreiben, nutzen Sie das Schaufenster zu Werbeund Demonstrationszwecken. Auch Ihr Geschäftswagen bietet eine kostenlose Werbefläche, die überall gesehen wird. Privatkunden in der näheren Umgebung können auch mit Visitenkarten, Postwurfsendungen oder Flyern angesprochen werden. Zunehmend wichtig ist auch die Präsenz im Internet. Akquisition. Über klassische Werbung hinaus ist es wichtig, große Kunden wie Hausverwaltungen etc. gezielt anzusprechen. Bei Adressverlagen kann man Anschriften potentieller Kunden erhalten und diese mit einem Werbeschreiben über den Betrieb und seine Leistungen informieren. Machen Sie auf neue Entwicklungen aufmerksam, bieten Sie z.b. kostenlose Beratung an. Einschränkungen von Werbeaktivitäten macht das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, vor allem bei der direkten Ansprache von (potentiellen) Kunden: Unverlangte s, Faxe oder Anrufe sind bei Privatpersonen gänzlich verboten, bei gewerblichen Abnehmern im Rahmen bestehender Geschäftskontakte erlaubt. Öffentliche Aufträge. Die Vergabe öffentlicher Aufträge wird zunehmend formalisiert. Das Mitbieten erfordert gerade bei Anfängern viel Zeitaufwand und den Erwerb von erheblichem Verfahrens-Know-how, auch was die Vergabe / Information über das Internet angeht. Auftragberatungsstellen können den Einstieg erleichtern und damit die Chance, zum Zuge zu kommen erhöhen. Es gibt drei Arten von Vergabe: Öffentliche Ausschreibungen in amtlichen Mitteilungsblättern, auf die sich jedes Unternehmen bewerben kann. bei Aufträgen ab EUR muss mit europäischen Mitbewerbern gerechnet werden Beschränkte Ausschreibungen für Leistungen, die nur ein kleiner Kreis von (Fach-) Firmen überhaupt erbringen kann nur bei Aufträgen bis zu einem Volumen von EUR erlaubt Freihändige Vergabe, bei der lediglich drei Anbieter aufgefordert werden, ein Angebot abzugeben (erfolgt z.b. bei patentgeschützten Leistungen / Lieferungen bzw. im Rahmen von zusammenhängenden Projekten) nur bei Aufträgen bis EUR Wichtig: Den Kriterienkatalog der Auftragsbeschreibung genau einhalten bei Abweichungen fällt auch ein sonst wirtschaftliches Angebot aus dem Wettbewerb. Das wirtschaftlichste Angebot erhält den Zuschlag wirtschaftlich bedeutet: ein günstige Relation von Preis und Qualität, die u.a. durch den Nachweis der fachlichen Eignung und/oder Zuverlässigkeit des Unternehmens beeinflusst wird. Letztere muss durch eine Reihe von Unterlagen nachgewiesen werden, und zwar erfordert jedes Bieterverfahren erneut (VOB/A 8), so u.a.:

9 VR-GründungsKonzept GK116 9 Auszug aus dem Handelsregister Bankauskunft Eintrag ins Gewerbezentralregister Auskunft über ggf. Einträge im Landeskorruptionsregister ggf. Eintrag in die Handwerksrolle Diese Papierflut, die auch jedes Mal mit Kosten verbunden ist), kann vermeiden, wer am Präqualifikationsverfahren des pq-vereins teilnimmt. Staatliche Stellen können auf die entsprechenden Internetseiten zugreifen und sich der Eignung und Seriosität eines Bieters vergewissern. NOTIZEN Internet. Nicht einmal mehr 15 Prozent aller Unternehmen zeigen keine Präsenz im Internet (ECC Handel, 2008). Und immer mehr Kunden private und gewerbliche suchen im Internet nach geeigneten Angeboten oder Spezialisten: Eine eigene Webpage ist daher mittlerweile für Bauhandwerker unverzichtbar, gerade, wenn man neu auf den Markt kommt. Im Einzelhandel ist bereits jedes zweite Kleinunternehmen im Internet vertreten, das Baugewerbe gehört zu den Nachzüglern : Kleinere Betriebe (bis 20 Beschäftigte) sind rund 42 Prozent Netzpräsenz eher zurückhaltend (destatis 2008). Die Branche nutzt das Medium vorwiegend für Produkt- / Preisinformationen. Wichtig: Die Seiten sind die elektronische Visitenkarte und sollten genauso aufgeräumt und übersichtlich wie Werkstatt oder Ladenräume daherkommen. Vorsicht: Auch die einfachsten Websites unterliegen mehr oder weniger umfänglich dem Telemediengesetz vor allem ein fehlerhaftes Impressum kann Abmahnprofis in die Hände spielen. Der Teufel steckt dabei im Detail, neben (Firmen-) Namen und ladungsfähiger Anschrift, ggf. Umsatzsteuer-ID sowie -Adresse muss auch eine zweite Kontaktmöglichkeit angeboten werden; dabei ist noch nicht höchstrichterlich geklärt, ob eine Telefonnummer genügt, die nur auf einen Anrufbeantworter aufläuft. Bei gesetzlich geschützten Berufsbezeichnungen muss nicht nur diese aufgeführt sein, sondern auch der Staat, in dem sie erworben wurde. Räume. Städte und Gemeinden werden aufgrund der Baunutzungsverordnung in verschiedene Gebiete aufgeteilt, wie beispielsweise "reines Wohngebiet" oder "Industriegebiet". Schlüsseldienste werden zumeist als wohnnahe Versorgung klassifiziert und darf dann in Wohngebieten angesiedelt werden. Detailfragen zu Standortproblemen sollten Sie mit Ihrer Kammer oder Innung besprechen; dort liegen Erfahrungen mit der Handhabung der behördlichen Auflagen, aber auch Untersuchungen zur Kaufkraft in Ihrem Zielgebiet und Konkurrenzdichte schon vor. Routinemäßig sind folgende Punkte zu prüfen: Größe und Reichweite des Einzugsgebietes (hängt auch von der Spezialisierung Ihres Angebotes ab) Zahl, Größe, Entfernung vergleichbarer Betriebe in der Umgebung örtliche Bauplanung und andere rechtliche Aspekte der Ansiedlung Ihres Gewerbes wie z.b. Lärmbelästigung Mietverträge von Gewerberäumen - ob Laden oder Werkstatt - unterliegen anderen Bestimmungen als etwa Wohnungen. Sie müssen alle Vereinbarungen mit dem Hausbesitzer gesondert treffen und möglichst schriftlich fixieren, angefangen von der Höhe und Steigerungsrate der Miete über die Dauer des Vertrages bis zur etwaigen Parkplatznutzung durch Ihre Kunden auf dem Grundstück des Hausherrn. Da es dabei oft um hohe Investitionskosten geht, ist es empfehlenswert, den Rat eines Fachmanns, z.b. eines Rechtsanwalts, einzuholen. Beschaffung. Im Allgemeinen können Sie nicht mit viel Unterstützung von Seiten der Herstellerfirmen rechnen. Gelegentlich wird der Fachbetrieb sogar ausgespielt, wenn in Handelsketten oder Kaufhäusern bestimmte Markenartikel

10 VR-GründungsKonzept GK unter anderem Namen bedeutend billiger angeboten werden. Bei den Verhandlungen mit den verschiedenen Lieferanten sollten Sie darauf achten, dass Ihnen die üblichen Lieferbedingungen eingeräumt werden. Als Neuling werden Sie allerdings anfangs kaum mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen rechnen können; auf schnelle und pünktliche, je nach vereinbarten Geschäftsbedingungen auch portofreie Lieferung können Sie dennoch bestehen. NOTIZEN

11 VR-GründungsKonzept GK Anerkennung durch Versicherer NOTIZEN Ein interessanter Kundenkreis ergibt sich aus der Forderung von Versicherungen, die bei hohem Risiko vor Abschluss eines Vertrages die Installation einer Alarmanlage oder anderer Sicherungen verlangen. Die zuständige VdS Schadenverhütung GmbH hat für diesen Bereich bestimmte Sicherheitsnormen für die Anlagen und Auflagen an die Einbaubetriebe festgelegt. Wer diese Normen und Auflagen erfüllt, bekommt eine Anerkennungsnummer und wird in das offizielle Errichterverzeichnis aufgenommen. Nur Firmen, die dort geführt sind, werden von den Versicherungen akzeptiert. In dieses durchaus lohnende Geschäft einzusteigen, stellt allerdings hohe Anforderungen an Sie bzw. Ihre Mitarbeiter. Das Anerkennungsverfahren, Ihre Eintrittskarte in dieses Geschäft, ist kostspielig. Es wird für Einbruchmeldeanlagen und Brandmeldeanlagen getrennt durchgeführt. Die Kosten liegen bei etwa EUR, wenn der Antragsteller noch nicht über zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 (internationaler Qualitätsstandard) verfügt. Anhand der Eintragung im Handelsregister oder in der Handwerksrolle, einer Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und eines polizeilichen Führungszeugnisses wird die Zuverlässigkeit des Betriebs und der verantwortlichen Mitarbeiter überprüft. Jeweils ein Verantwortlicher muss über eine Ausbildung als Ingenieur und umfassende Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Einbruchmelde- oder Brandmeldeanlagen verfügen. Diese Qualifikation muss durch eine Prüfung beim VdS nachgewiesen werden. Die Anerkennung bei der VdS erfordert auch die Verpflichtung, einen Wartungsvertrag für die eingebaute Anlage abzuschließen und Reparaturen innerhalb von 24 Stunden auszuführen. Damit verpflichtet sich der Betrieb, ausreichendes Personal und ein umfangreiches Ersatzteillager für etwaige Störfälle bereit zu halten.

12 VR-GründungsKonzept GK Kalkulationshilfen NOTIZEN Auch wenn die eigene Kalkulation von den konkreten Kosten im neuen Betrieb und den aktuell am Markt erzielbaren Preisen bestimmt wird, können Vergleichswerte wie die oben vom Statistischen Bundesamt oder aus Betriebsvergleichen eine realistische Planung des Unternehmens erleichtern. Vergleichsdaten liegen nicht für die Sicherheitsbranche vor, allerdings für Schlossereien und Metallbaubetriebe sowie für Elektro- und Informationstechniker mit ihren jeweils ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Handwerksbetriebe lt. Handwerkszählung 2011: Metallbauer: Umsatz pro Jahr und Unternehmen rund 1,2 Mio. EUR Umsatz pro Jahr und Beschäftigter rund EUR / in Kleinbetrieben bis 4 Beschäftigte rund EUR Informationstechniker: Umsatz pro Jahr u. Unternehmen rd EUR Umsatz pro Jahr und Beschäftigter rund EUR / in Kleinbetrieben bis 4 Beschäftigte rund EUR Elektrotechniker: Umsatz pro Jahr und Unternehmen rund 1,0 Mio. EUR Umsatz pro Jahr und Beschäftigter rund EUR / in Kleinbetrieben bis 4 Beschäftigte rund EUR Praxisdaten Metallbau. Detaillierte Werte und Erläuterungen bei der Landes- Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks; hier einige Werte aus Betriebsvergleichen aus dem Jahr 2012 (gerundete Zahlen) / kleinere Betriebe: bis 20 Beschäftigte inkl. Inhaber und mithelfende Familienmitglieder Jahresbetriebsleistung / Unternehmen Jahresbetriebsleistung je handwerklich Beschäftigtem handwerklicher Umsatz je handwerklich Beschäftigtem *) Kostenstruktur: Lohn- und Lohnnebenkosten Materialeinsatz für die Aufträge Fremdleistungen Raum- und Energiekosten Fahrzeugkosten Steuerliche Abschreibungen von Investitionen Weitere Kosten Steuerliches Betriebsergebnis jährlich EUR EUR EUR 31 % v. Umsatz 29 % v. Umsatz 7 % v. Umsatz 5 % v. Umsatz 2 % v. Umsatz 2 % v. Umsatz 13 % v. Umsatz 11 % v. Umsatz *) nach Abzug von Materialkosten und Fremdleistungen Zusatzinfos Preisgestaltung. Laut Betriebsvergleich ergeben sich dazu folgende Daten: Gemeinkostenzuschlag auf Fertigungslohn rund 213 % Kostendeckender Stundensatz 44,55 EUR Produktive Stunden pro Handwerker 1.500

13 VR-GründungsKonzept GK Das für die einzelnen Aufträge eingesetzte Material und die Fremdleistungen werden mit Aufschlägen von durchschnittlich 25 Prozent respektive 19 Prozent verrechnet. NOTIZEN Praxisdaten Elektrotechnik (Kleinbetriebe bis EUR Umsatz, LGH 2012): Elektrotechnikbetriebe beziehen rund 16 Prozent ihrer Umsätze aus Spezialarbeiten. Die Kosten der Branche mit ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen verteilen sich so: Materialeinsatz für die Aufträge 34 % v. Umsatz Lohn- und Lohnnebenkosten 30 % v. Umsatz Fahrzeugkosten 4 % v. Umsatz Steuerliche Abschreibungen von Investitionen 2 % v. Umsatz Raumkosten 2 % v. Umsatz Fremdleistungen 2 % v. Umsatz Weitere Kosten 10 % v. Umsatz Steuerliches Betriebsergebnis jährlich 16 % v. Umsatz Kalkulationsdaten: Gemeinkostenzuschlag auf Fertigungslohn rund 169 % Kostendeckender Stundensatz rund 38,60 EUR Produktive Stunden pro Handwerker Jahresbetriebsleistung je handwerklich Beschäftigtem handwerklicher Umsatz je handwerklich Beschäftigtem *) EUR EUR *) nach Abzug von Materialkosten und Fremdleistungen Praxisdaten Informationstechnik. Laut RG Handwerk ergab die letzte Erhebung von Betriebsdaten (2011) im Informationstechniker-Handwerk diese Kalkulationsdaten: Gemeinkostenzuschlag rund 330 % Handwerkliche Wertschöpfung/Stunde 51,00 EUR Handelsspanne 28,4 % Produktive Stunden pro Handwerker Die durchschnittlichen Kosten für Material liegen mit 14 % vom Umsatz deutlich unter denen für Beschaffung für Handelswaren (knapp 42 %). Dies weist darauf hin, dass die teilnehmenden Betriebe sich nicht auf Reparatur und Wartung beschränken. Betriebliche Versicherungen. Unabdingbar sind Haftpflichtversicherungen für Schäden, die Inhaber oder Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Tätigkeit verursachen (Wahl falscher Materialien, fehlerhafte Ausführung). Wichtig sind Betriebsunterbrechungsversicherungen, die zusätzlich zu den entsprechenden Sachversicherungen wie Feuer, Sturm oder Vandalismus die Ausfallzeit abdecken. Arbeitslosenversicherung. Selbständige können freiwillig (gegen einen pauschalen Monatsbeitrag) Mitglied der Arbeitslosenversicherung bleiben (Kündigung erstmals nach 5 Jahren möglich, dann mit jeweils 3 Monaten Frist). Wesentliche Voraussetzungen: mind. 15 Wochenstunden selbständige Tätigkeit; innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der selbständigen Tätigkeit mind. 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt oder Bezieher von Arbeitslosengeld; Antragstellung innerhalb von 3 Monaten nach Existenzgründung. Krankenversicherung. Wer selbständig ist, kann wählen, ob er in der gesetzlichen Krankenkasse bleibt oder sich privat versichert. Die Beiträge der gesetzli-

14 VR-GründungsKonzept GK chen Krankenversicherung sind von Alter, Geschlecht und Anzahl der nicht erwerbstätigen Familienangehörigen unabhängig, während die Privatversicherer für jedes Mitglied einen eigenen Beitrag berechnen. Für junge, gesunde Einsteiger ohne mitzuversichernde Familienangehörige ist eine Privatversicherung meist günstiger. NOTIZEN Alters- / Risikovorsorge. Bei der Altersvorsorge gibt es für Selbständige meist die Möglichkeit zwischen gesetzlicher Rentenversicherung, Versorgungswerken bei einigen Berufsgruppen und/oder privaten Versicherungen zu wählen. ACHTUNG: Selbständige Handwerksmeister in einem zulassungspflichtigen Gewerk (Eintragung in die Handwerksrolle laut Anlage A) sind in der Gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig. Über etwaige Ausnahmen sollte man sich bei der Deutschen Rentenversicherung über die Einzelheiten sachkundig machen. Berufsunfähigkeit ist in der gesetzlichen Rentenversicherung für alle, die ab geboren sind, nur äußerst unzureichend abgesichert (Erwerbsminderungsrente); eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte zusätzlich privat abgeschlossen werden. Derzeit gilt eine private Vorsorge als günstiger, doch Prognosen über lange Zeiträume sind immer mit Unsicherheiten behaftet.

15 VR-GründungsKonzept GK Finanzierung NOTIZEN Kredithilfen. Neben den Kredithilfen des Bundes bzw. der KfW- Mittelstandsbank (z.b. ERP-Gründerkredit-StartGeld bis EUR, ERP- Gründerkredit-Universell für höhere Kreditsummen bis 10 Mio. EUR oder ERP- Kapital für Gründung mit Eigenkapitalfunktion bis EUR) können Existenzgründer auch Förderung aus Landesprogrammen beantragen. Dazu gehören zinsgünstige Darlehen, in mehreren Ländern aber auch zusätzliche Beratungsmittel, in einigen Regionen und Branchen auch direkte Zuschüsse. Das aus eigenen Mitteln aufgebrachte Kapital sollte 15 bis 20 Prozent des Gesamtbedarfs nicht unterschreiten. Zu beachten: Öffentliche Förderkredite für Existenzgründer erhält nur, wer den Antrag darauf stellt, bevor er Investitionen tätigt, Räume mietet oder das Gewerbe anmeldet. Haftungsfreistellung: Förderkredite werden in aller Regel über die Hausbank ausgeliehen, die ihrerseits für die Rückzahlung des Darlehens gegenüber der Förderbank haftet. Diese Haftung wird für einige Programme, wie z.b. das StartGeld der KfW, mit der Haftungsfreistellung für einen Teil des Kredits (um max. 80 %) reduziert, Hausbank und Förderbank teilen sich also das Kreditrisiko. Der Gründer profitiert hiervon indirekt, weil dies der Hausbank die Gewährung des Kredits auch bei geringeren Sicherheiten erleichtert. Ausfallbürgschaft: Die Bürgschaftsbanken der Länder ersetzen mit öffentlichen Bürgschaften fehlende bankübliche Sicherheiten des Gründers für Bank- und/oder Förderkredite. Bei einem Scheitern des Vorhabens zahlen sie den besicherten Anteil der Finanzierung (max. 80 %, zwischen EUR und 1 Mio. EUR) an die Hausbank. Der Gründer haftet für diesen Anteil gegenüber der Bürgschaftsbank, für den Rest gegenüber der Hausbank. Der Antrag auf eine öffentliche Bürgschaft wird über die Hausbank gestellt (bis EUR in einigen Ländern auch direkt). Die Bürgschaftsbanken holen i.d.r. eine Stellungnahme der zuständigen Kammer oder Branchenvereinigung ein. Wesentlich ist eine absehbar ausreichende Rentabilität des Vorhabens. Ausfallbürgschaften gibt es nicht für Förderkredite mit Haftungsfreistellung. Förderprogramme der Länder Ausführliche Informationen bei den Landesförderinstituten. Adressen und Webadressen siehe unter Gründerkontakte / -informationen. Baden-Württemberg u.a.: Gründungsfinanzierung - Kredite ab EUR bis 5 Mio. EUR (stille Beteiligung bei Vorhaben bis max EUR möglich) + Startfinanzierung 80 - Kredite für Vorhaben bis max EUR Gesamtvolumen (Darlehensbetrag bis max EUR zu 100 % des Finanzierungsbedarfs) + Exi-Gründungs-Gutscheine für kostenlose Gründungsberatungen, bis 10 Tage Intensivberatungen zu reduzierten Kosten (bis zu 80 % verbilligt) Bayern u.a.: Startkredit bis 40 % der förderfähigen Kosten (vorwiegend Investitionen, ohne Pkw) zwischen EUR und EUR Darlehenssumme + Startkredit 100 zur Aufstockung auf höhere Finanzierungsanteile, mind EUR

16 VR-GründungsKonzept GK Darlehen, max. 10 Mio. EUR Gesamtfinanzierung + Universalkredit bis 100 % Finanzierung (inkl. Betriebsmittel), mind EUR, höchstens 10 Mio. EUR Darlehensbetrag + stille Beteiligung zwischen EUR und EUR + Existenzgründercoaching bis 70 % Zuschuss zum Beraterhonoraren bis 800 EUR pro Tagewerk, max. 10 Tagewerke Berlin u.a.: Berlin Start - Darlehen für Investitionen, ggf. den Übernahmepreis oder ein erstes Warenlager sowie Betriebsmittel zwischen EUR und EUR + Meistergründungsprämie als ggf. nicht rückzahlbarer Zuschuss von EUR plus EUR für Schaffung eines Arbeitsplatzes + Gründungsfinanzierungen bis max. 10 Mio. EUR aus KMU-Fonds, ab EUR i.d.r. nur in Kooperation mit der Hausbank Bremen u.a.: BAB-Starthilfekredit (als Eigenkapitalaufstockung) bis max EUR (bei max EUR Finanzierungsbedarf) + Ergänzungsdarlehen ab EUR (max. 50 % des Hausbankdarlehens) + Bremer Gründerkredit bis 5 Mio. EUR + Beratungsförderung als Zuschuss bis max. 80% bei max. 700 EUR Honorar pro Tagewerk (insgesamt max EUR Zuschuss) Hamburg u.a.: Gründungsdarlehen für Handwerksmeister zwischen und EUR, davon können bis zu EUR Restschuld bei Schaffung von Arbeitsplätzen erlassen werden + Darlehen bis max EUR ( EUR bei Gemeinschaftsgründung) für erwerbslose oder von Erwerbslosigkeit bedrohte Existenzgründer Mecklenburg-Vorpommern u.a.: Kleindarlehen zwischen EUR und EUR + Meisterprämie bei Betriebsübernahmen im Handwerk (auch für Industriemeister), einmaliger Zuschuss von EUR + 50 % Zuschuss zur Unternehmensberatung von max. 500 EUR pro Tagewerk, im Rahmen von Unternehmensnachfolgen insgesamt max EUR Niedersachsen u.a.: Niedersachsen-Gründerkredit zwischen EUR und EUR für Investitionen sowie bis zu EUR für Betriebsmittel und ggf. ein erstes Warenlager + Gründercoaching von 3-20 Tagewerken, je nach Region bis 75 % Zuschuss zu max. 600 EUR pro Tag (nur bei NBank akkreditierte Berater; Sonderkonditionen für bestimmte Regionen bzw. Gründungen) Nordrhein-Westfalen u.a.: NRW.BANK Gründungskredit, mind EUR, max. 10 Mio. EUR Kreditvolumen (zu 100 % der förderfähigen Kosten) + Meistergründungsprämie NRW von EUR (Voraussetzung: mind. 1 Arbeitnehmer/Lehrling, mind EUR Finanzierungsbedarf bei Männern / EUR bei Frauen) + Gründungsberatung (max. 50% / 400 EUR pro Tagewerk Zuschuss, i.d.r. für 4 Tagewerke) Rheinland-Pfalz u.a.: Darlehen aus dem Mittelstandsförderungsprogramm bis zu 100% der Investitionen (max. 2 Mio. EUR, dabei Betriebsmittel bis EUR) + Existenzgründungsberatung bis 50% Zuschuss für max. 9 Tagewerke zu 800 EUR Schleswig-Holstein u.a.: Starthilfedarlehen bis EUR Investitionsbedarf und/oder EUR Betriebsmittelbedarf (je Gründer, ab EUR Finanzierungsbedarf 15 % Eigenkapital erforderlich) + Zuschuss aus dem Zukunftsprogramm NOTIZEN

17 VR-GründungsKonzept GK Arbeit zur Gründungsberatung / -schulung von 50 % der Kosten / max. 300 EUR für max. 5 Tagewerke NOTIZEN Meister-BaföG (Gesetz zur Förderung der beruflichen Aufstiegsfortbildung - AFBG). Der Meisterkurs muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen. Die Förderung erfolgt zu rund 70 Prozent als zinsgünstiges Darlehen, zu 30 Prozent als Zuschuss. Unterhaltsförderung bis 675 EUR monatlich (erhöhte Fördersätze für Verheiratete bzw. Eltern), zusätzlich für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu EUR sowie Förderung des Meisterstücks. Bei bestandener Prüfung werden 25 Prozent des Darlehens erlassen, Existenzgründern unter bestimmten Voraussetzungen die Rückzahlung von weiteren 66 Prozent. Die Förderung wird in der Regel nur einmalig gewährt. Nähere Einzelheiten erläutert die zuständige Handwerkskammer (bzw. die kommunalen Ämter für Ausbildungsförderung). Gründungszuschuss für ALG-I-Bezieher. Kann -Leistung in Höhe des individuellen Arbeitslosengeldes I plus 300 EUR pauschal zur sozialen Absicherung für 6 Monate, danach pauschal 300 EUR zur sozialen Absicherung für weitere 9 Monate, sofern inzwischen eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivitäten dargelegt werden können; Verbrauch der Ansprüche auf ALG I; Voraussetzungen: Arbeitslose mit (Rest-)Anspruch auf mind. 150 Tage ALG I. Förderanspruch nur mit Bescheinigung von IHK, Handwerkskammer oder Bank, dass die Existenzgründung eine wirtschaftlich tragfähige Vollexistenz ermöglicht; dazu erforderlich Beschreibung des Konzepts (Businessplan), Kapital- und Finanzierungsplan sowie Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, Lebenslauf; Antrag beim zuständigen Arbeitsamt. Achtung: Grundsätzlich hat der Job-Berater im Rahmen seiner Ermessensausübung individuell zu prüfen, ob die Vermittlung in Ausbildung und Arbeit Vorrang vor der Gewährung des Gründungszuschusses hat. Geno-Star: Finanzierungsplaner im Internet. Wie eine auf Ihren Kapitalbedarf zugeschnittene Finanzierung mit dem vorhandenen Eigenkapital, öffentlichen Mitteln und Bankdarlehen im Idealfall aussehen könnte, ermitteln Sie im ersten Schritt selbst mit GENO-Star. Das DV-gestützte Beratungssystem der Volksbanken, Raiffeisenbanken und Spar- und Darlehenskassen errechnet aufgrund Ihrer Angaben ganz unverbindlich einen optimalen Finanzierungs- und Kapitaldienstplan. So können Sie erst einmal verschiedene Modelle durchspielen. Damit erhalten Sie erste konkrete Zahlen für Ihren Businessplan, die dann im Gespräch mit Ihrer Hausbank verfeinert und noch besser auf Ihr Vorhaben zugeschnitten werden können. Internet-Service unter Förderrechner mit optimalem Finanzierungsplan und Kapitaldienstplan sowie Hinweisen auf einzureichende Unterlagen Förderprogramme und Förderlexikon Adressen der lokalen genossenschaftlichen Bank(en)

18 VR-GründungsKonzept GK Spezielle Gründerinfos NOTIZEN Gründerqualifikation. Vielfältig müssen Ausbildung und Erfahrung eines Existenzgründers auf diesem Feld sein: Metallbau, Elektronik, Videotechnik gehören selbstverständlich dazu. Auch durch die Novellierung des Handwerksrechts ändert sich daran nicht viel, weder rechtlich noch fachlich (siehe unten: Rechtliche Voraussetzungen). Ohne langjährige Branchenerfahrung und hohe fachliche Kompetenz bestehen kaum Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in den Markt. Zur fachlichen Qualifikation müssen kaufmännische und betriebswirtschaftliche Fähigkeiten hinzukommen. Neben dem Baurecht muss der Handwerker auch die Datenschutzvorschriften kennen, wenn Überwachungssysteme installiert und ggf. betrieben werden. Businessplan. Ein Gründungs- bzw. Investitionskonzept für die Finanzierung sollte u. a. folgende Informationen enthalten: Marktbedingungen und voraussichtliche Entwicklung der Branche Angebotspalette, Spezialisierungen, Preise, Service Kundenpotenzial im Einzugsgebiet und ggf. daraus begründete Standortwahl Konkurrenzsituation notwendiger Mitarbeiterstamm Erfolgsaussichten des Unternehmens als Vollexistenz: Die oben genannten Themen müssen mit einer Umsatz-, Kosten- und Ertragsvorschau quantifiziert bzw. untermauert werden, um von der Wirtschaftlichkeit des jeweiligen Vorhabens zu überzeugen. Gründungsplaner der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Bei der Erstellung von ersten professionellen Businessplänen unterstützt Sie der Gründungsplaner der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Mit Hilfe dieses umfangreichen und effizienten Planungsinstruments schärfen Sie den Blick für die Chancen Ihres zukünftigen Unternehmens, senken durch genaue Kalkulation die Risiken und betrachten ganz realistisch die Erfolgsaussichten aus verschiedenen Blickwinkeln. Zentrale Bestandteile des Gründungsplaners, den interessierte Gründer bei jeder Volksbank und Raiffeisenbank erhalten: Das Simulationsprogramm: Unternehmensgründung" für Ihren heimischen PC bildet den Gründungsprozess in betriebswirtschaftlich logischer Reihenfolge ab. Im Ergebnis erarbeiten Sie schrittweise Ihren individuellen Businessplan, der eine detaillierte Grundlage für das Finanzierungsgespräch mit Ihrer Hausbank bildet. Im Gründerplanspiel planen Sie gemeinsamen mit anderen (max. 20) Unternehmensgründern einen ganzen Tag lang Ihre eigene Firma, unter kompetenter Leitung, über einen Zeitverlauf von drei Jahren. Fragen Sie in Ihrer Genossenschaftsbank nach den nächsten Terminen. Unternehmenskauf. Besonders die ersten Monate, oft auch Jahre der Anlaufzeit bringen finanzielle Probleme mit sich - wenn nämlich die Betriebsausgaben noch nicht durch regelmäßige Einnahmen gedeckt sind. Dieses Risiko lässt sich auch durch die Übernahme eines bestehenden Betriebs nicht ganz vermeiden, aber doch verringern. Auch eine bestehende gute Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen kann den Start erleichtern. Der Arbeitsablauf ist eingespielt.

19 VR-GründungsKonzept GK Prüfpunkte. Der zum Verkauf stehende Betrieb sollte einer gründlichen betriebswirtschaftlichen Prüfung unterzogen werden. Die ungünstige Ertragssituation der kleinen und mittleren Unternehmen ist häufig eine Folge der Überalterung der Handwerksmeister. Zahlreiche ältere Meister ziehen sich immer mehr aus dem aktuellen Geschäft zurück. Sie halten sich oft noch sehr lange am Markt und geben erst bei anstehendem Generationswechsel oder bei hohen Substanzverlusten auf. NOTIZEN Prüfpunkte: Verkaufsgründe des bisherigen Inhabers alle betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Personaldaten, Verträge, Verbindlichkeiten und Außenstände; die Jahresabschlüsse der letzten 3 bis 5 Jahre (Bilanzen / Gewinn- und Verlustrechnungen), laufende Verbindlichkeiten laufende Verträge mit Herstellern und Lieferanten und die Berechtigung, als Nachfolger in diese Verträge eintreten bzw. sie kündigen zu können (Rest-)Laufzeit des Mietvertrags und ggf. neue Auflagen oder Bauplanungen der Behörden Kaufpreis. Der Unternehmenswert setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Zeitwert für den Maschinenpark und Fahrzeuge Wert des Lagerbestandes, soweit vorhanden; Geschäftswert, der sich aus den Umsatzzahlen, der Geschäftslage und dem Kundenstamm ergibt. Die Finanzierung des Kaufpreises sowie der erforderlichen Zusatzinvestitionen kann - wie jede Existenzgründung - vom Staat mit zinsgünstigen Mitteln erleichtert werden. Haftung gegenüber dem Finanzamt: Bei einer Geschäftsübernahme haften der Käufer gegenüber dem Finanzamt für alle betrieblichen Steuern wie Gewerbesteuer, Umsatzsteuer und Lohnsteuer, die ein Jahr vor und ein Jahr nach der Geschäftsübergabe anfallen. Begrenzt ist diese Haftung auf den Unternehmenswert. Das Haftungsrisiko kann eingeschränkt werden, indem man sich vom Veräußerer eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes vorlegen lässt, die besagt, ob betriebliche Steuern auf dem Unternehmen lasten.

20 VR-GründungsKonzept GK Recht NOTIZEN Im Bereich der Sicherheitstechnik vereinigen sich mehrere Berufe, zu deren selbständiger Ausübung Sie in die Handwerksrolle eingetragen sein müssen. Der Meisterzwang im Metallbauerhandwerk wie auch in der Elektrotechnik und in der Informationstechnik bleibt auch nach der Handwerksreform erhalten ("zulassungspflichtig" laut Anlage A der Handwerksordnung), ebenso die Abgrenzung der Tätigkeit gegenüber anderen Gewerken. Bei überwiegender Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe muss die Qualifikation in der Informationstechnik vorhanden sein. Als Metallbauer oder Ingenieur einer vergleichbaren Fachrichtung (Maschinenbau, Verfahrenstechnik) benötigen Sie zusätzlich eine Ausnahmegenehmigung der Handwerkskammer zum Einbau von Alarmanlagen. Elektromeister oder Ingenieure der Elektrotechnik oder -mechanik brauchen die Ausnahmegenehmigung für den Schlüsseldienst und die Montage von Schlössern. Ein zulassungspflichtiges Handwerk darf nur selbständig ausüben, wer in die Handwerksrolle eingetragen ist. Der Regelfall ist die Eintragung aufgrund einer Meisterprüfung. Ausnahmeregelungen: Auch Gesellen mit mindestens sechs Jahren Berufserfahrung, vier Jahre davon in leitender Funktion, dürfen einen Betrieb selbständig führen. Das Inhaberprinzip wird grundsätzlich abgeschafft, d.h. auch branchenfremde Einzelpersonen dürfen einen Handwerksbetrieb gründen, wenn sie einen entsprechend qualifizierten Meister beschäftigen. Ausnahmebewilligung: Kann bei der Handwerkskammer beantragt werden, wenn die Ablegung der Meisterprüfung eine unzumutbare Belastung bedeuten würde und die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten nachgewiesen werden können. Die Eintragung in die Handwerksrolle durch Ausnahmebewilligung führt nicht automatisch zum Recht, den Meistertitel zu führen oder Lehrlinge auszubilden. Einfache handwerkliche Tätigkeiten innerhalb des Gewerks dürfen ohne weiteres von allen Existenzgründern ausgeübt werden. Dies sind Tätigkeiten, die in kurzer Zeit (bis zu 3 Monate) erlernt werden können, oder bei längerer Anlernzeit für das Gewerk nebensächlich sind, oder nicht aus einem Gewerk der Anlage A der Handwerksordnung entstanden sind. Diese Tätigkeiten gelten als handwerksähnliches Gewerbe (keine Meisterprüfung). Starten Sie aber nicht ohne Rücksprache mit der Handwerkskammer. Ob im Einzelfall die IHK zuständig ist, entscheidet eine Schlichtungskommission. Informationen über alle einen Schlosserbetrieb betreffenden Verordnungen (beispielsweise Lärmschutz der Anwohner, Arbeitsstättenverordnung) sind bei der Betriebsberatungsstelle der Handwerkskammer erhältlich.

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