Taktvolle Gesundheitsförderung

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1 Taktvolle Gesundheitsförderung Belastungen und Ressourcen von Musiker(inne)n Berufsspezifische Gesundheitsförderung im Studium Masterarbeit im Rahmen des Universitätslehrgangs Public Health der Medizinischen Universität Graz zur Erlangung des akademischen Grades Master of Public Health Verfasserin: Astrid Werhahn, Dipl. PT, MManipPhysio, Matrikelnummer: Gutachter: Mag. a Doris Kuhness MPH Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Matthias Bertsch Graz, November 2010

2 Abstrakt Musizieren gehört zu den anspruchvollsten menschlichen Leistungen. Damit einher geht ein großes Risiko physischer und psychischer Belastungen. Zwischen 50 und 75% aller Musiker(innen) leiden unter medizinischen Problemen, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung stehen. Musiker(innen) verfügen aber auch über eine Reihe von gesunderhaltenden Ressourcen. Gesundheitsförderung versucht diese Gesundheitspotenziale bewusst zu machen und gezielt zu stärken. Die Hochschule stellt ein geeignetes Setting für Gesundheitförderung dar, sie ist ein Ort, an dem Gesundheit oder aber auch Krankheit entstehen kann. Diese Einflussmöglichkeit zu nutzen, bietet enorme Chancen für die Entwicklung eines verbesserten Gesundheitszustandes von Musiker(inne)n. Es gibt verschiedene Ansätze, gesundheitsfördernde Aktivitäten in Musikhochschulen zu etablieren. Zurzeit ist das Angebot jedoch noch uneinheitlich. Die vorliegende Literaturarbeit gibt einen Überblick über die Datenlage zur Gesundheit von Musiker(inne)n, deren Risiken und Ressourcen und den Status Quo von Prävention und Gesundheitsförderung an Musikhochschulen. Weiterhin beschreibt und interpretiert sie anhand der Prinzipien von Prävention und Gesundheitsförderung mögliche Interventionen. 2

3 Abstract Making music is one of the most challenging human achievements. It is closely connected to a great risk of physical and psychological stress. Between 50 and 75% of all musicians suffer from medical problems that are directly related to the practice of their profession. However, musicians also have a number of health-maintaining resources. Health promotion tries to create awareness of the potential for good health and to specifically strengthen it. The university is a suitable setting; it is a place where health but also disease can originate. The use of these influences offers great opportunities for the development of an improved health status of musicians. There are various approaches to establish health-promoting activities at conservatories. Currently however, what is on offer is still very heterogeneous. This literature research provides an overview of data regarding the health of musicians, their risks and resources. Furthermore it gives the status quo of prevention and health promotion at conservatories and describes possible interventions.. 3

4 Danksagung Für die Unterstützung bei der Erstellung meiner Masterarbeit bedanke ich mich bei: meiner Schwester Gesa, selbst Musikerin, die mich schon vor vielen Jahren für das Thema Gesundheit von Musiker(inne)n sensibilisiert hat und die, trotz übervollem eigenem Terminkalender noch Zeit fürs Korrekturlesen findet Mag. Doris Kuhness, meiner Betreuerin bei der Erstellung der Arbeit, die mit viel fachlicher Kompetenz, Herzlichkeit und Ausdauer zur Arbeit beigetragen hat Dr. Matthias Bertsch, dem Präsidenten der Österreichischen Gesellschaft für Musik und Medizin, der ganz unkompliziert, schnell und fachkompetent die Zweitbegutachtung dieser Arbeit übernommen hat meiner Freundin Kathryn, mit der ich viele gute private wie auch fachliche Gespräche geführt habe meinem Freund Thomas, ebenfalls Musiker, der mir während des Public Health Kurses und während der Erstellung der Masterarbeit viel Zeit und Liebe geschenkt hat und zuletzt meiner kleinen Frieda, die nun schon krabbeln kann und mich daran erinnert, dass es Zeit wird, mit der Arbeit fertig zu werden. 4

5 Eidesstattliche Erklärung Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne unerlaubte fremde Hilfe verfasst, andere als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel nicht benutzt bzw. die wörtlich oder sinngemäß entnommenen Stellen anderer Autorinnen und Autoren als solche kenntlich gemacht habe. Ort/Datum Unterschrift 5

6 1. Inhaltsverzeichnis Abstrakt...2 Abstract...3 Danksagung...4 Eidesstattliche Erklärung Inhaltsverzeichnis Einleitung Public Health Relevanz Gesundheit Definition Laienkonzepte von Gesundheit und Krankheit Dimensionen von Gesundheit Gesundheits- Krankheitskontinuum Die salutogenetische Sichtweise Kohärenzsinn / Sence of coherence (SOC) Einflussfaktoren auf die Gesundheit Zusammenfassung Die Gesundheit von Musiker(inne)n und Musikstudent(inn)en Die Gesundheit von Musiker(inn)en Der subjektive Gesundheitszustand von Musiker(inn)en Häufige Beschwerden und Erkrankungen von Musiker(inn)en Körperliche Beschwerden Psychische Beschwerden Hörbelastungen Die Prävalenz spielbezogener Beschwerden und Erkrankungen Die Verteilung von Beschwerden und Erkrankungen Die Verteilung nach Instrumentengruppen Die Verteilung nach Instrumentenart Die Verteilung nach körperlicher und psychischer Manifestation Lokalisation der Beschwerden im Körper Die Gesundheit von Musikstudent(inn)en Gesundheitszustand von Student(inn)en allgemein Gesundheitszustand von Musikstudent(inne)n Zusammenfassung

7 5. Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Musiker(inne)n und Musikstudent(inn)en Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Musiker(inn)en Risikofaktoren Personale Risikofaktoren Soziale und strukturelle Risikofaktoren Spezifische Risikofaktoren einzelner Krankheitsbilder Ressourcen Personale Ressourcen Soziale und strukturelle Ressourcen Der kerngesunde Musiker Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Musikstudent(inn)en Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Student(inn)en allgemein Belastungen Ressourcen Einflussfaktoren auf die Gesundheit von Musikstudent(inn)n im Speziellen Praktiken des Übens Berufliche Perspektiven Informations- und Wissensdefizite Bereitschaft zu präventivem Verhalten Zusammenfassung Förderung der Gesundheit von Musikstudent(inn)en Mögliche Interventionen zur Förderung der Gesundheit von Musikstudent(inn)en Gesundheitserziehung Gesundheitsaufklärung Gesundheitsberatung Prävention Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention Verhaltens- und Verhältnisprävention Gesundheitsförderung Die fünf Handlungsfelder der Gesundheitsförderung Handlungsstrategien der Gesundheitsförderung Handlungsprinzipien der Gesundheitsförderung Der Settingansatz in der Gesundheitsförderung Zielgruppen von Gesundheitsförderung Gesundheitsförderung im Setting Hochschule / Gesundheitsfördernde... Hochschule Förderung der Gesundheit von Musikstudent(innen) in der Musikhochschule Beispiele für Interventionen, Erfahrungen, Empfehlungen Gesundheitserziehung an der Musikhochschule Beispiele für Gesundheitserziehung

8 Gelingensbedingungen und Empfehlungen Erfahrungen und Empfehlungen zu Inhalten von Lehrveranstaltungen Gesundheitsaufklärung an der Musikhochschule Gesundheitsberatung an der Musikhochschule, Musikerberatung Prävention an der Musikhochschule Beispiele für Prävention an der Musikhochschule Gelingensbedingungen und Empfehlungen Gesundheitsförderung an der Musikhochschule Gelingensbedingungen und Erfolgsfaktoren Zusammenfassung Diskussion Beurteilung der Maßnahmen Empfehlungen für die Zukunft Kritische Reflexion Zusammenfassung Literaturverzeichnis Anhang

9 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Dimension der Gesundheit Abb. 2: Vereinfachte Darstellung des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums Abb. 3: Bedingungsfaktoren des Gesundheits- und Krankheitszustandes der Bevölkerung Abb. 4: Hauptdeterminanten der Gesundheit Abb. 5: Schalldruckpegel in einem Musikhochschulorchester gemessen während einer Probe Abb. 6: Verteilung der häufigsten Beschwerdegebiete bei Musiker(inne)n Abb. 7: Art der Beschwerden bei Musikstudent(inn)en Abb. 8: Verteilung der Beschwerden im Bereich des Bewegungsapparates Abb. 9: Mehrebenenmodell der Gesundheitsförderung Abb. 10: Umsetzung der Musikergesundheit am Beispiel der Hochschule für Musik Detmold Abb. 11: Verteilung auf die Bereiche Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention bei Musikstudenten zu Beginn des Studiums Abb. 12: Aufteilung der Musikstudent(inn)en in Freiburg bei Studienbeginn bzgl. gesundheitsrelevanter Merkmale Abb. 13: Public Health Action Cycle Tabellenverzeichnis Tab. 1: Epidemiologische Studien zur Häufigkeit spielbezogener Beschwerden bei Berufsmusiker(inne)n.35 Tab. 2: Epidemiologische Studien zur Häufigkeit spielbezogener Beschwerden bei Musikstudent(inn)en Tab. 3: Epidemiologische Studien zur Häufigkeit spielbezogener Beschwerden bei Musikschüler(inne)n Tab. 4: Ergebnisgestützte Aussagen der Studie des Freiburger Präventionsmodells Tab. 5: Interventionsziele, Strategien und Lehrinhalte des Freiburger Präventionsmodells

10 2. Einleitung Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum." Friedrich Nietzsche Seit Jahrtausenden begleitet uns Musik kultur- und gesellschaftsübergreifend durch alle Lebenslagen. Ihre Bedeutung für den einzelnen ist sehr unterschiedlich. Unvorstellbar ist eine Welt ohne diejenigen, die sie ausüben. Dass auch Musiker(innen) unter berufsspezifischen Beschwerden leiden können, wird leicht übersehen. Im Gegenteil wird die Berufsgruppe, die gleichsam ihr Hobby zum Beruf macht, von der Öffentlichkeit oftmals eher als privilegiert betrachtet und nicht mit berufsbedingten gesundheitlichen Problemen in Verbindung gebracht. Doch die Realität sieht anders aus. Hochdifferenzierte einseitige körperliche Belastung, ungünstige Arbeitsbedingungen (z. B. enger und schlecht beleuchteter Orchestergraben, schlechte Sitzgelegenheit, Lärmpegel mit Spitzen von über 110 Dezibel) sowie zum Teil hohe psychische Belastungen (z. B. Auftrittsangst, hoher künstlerischer Anspruch, kritische Zuhörer/innen, Perfektionsvorgaben der Medien) führen zu typischen Beschwerdebildern. Professionelles aber auch intensives Hobby-Musizieren weist durchaus Parallelen zum Spitzensport auf. Der Soulsänger und Journalist J. Odermatt ergänzt: Im Unterschied zum Spitzensport fehlt Berufsmusiker(inne)n aber fast immer ein Trainer (Odermatt 2008, S. 13). Ich bin zu 85% Musiker, nur 15% in mir sind Mensch, soll der russische Komponist und Pianist Rachmaninov gesagt haben (Blum 1995, S.2). Das wird nicht für jede(n) Musiker(in) zutreffen, gibt aber einen Einblick, wie eng Beruf und Instrument mit dem Leben eines Musikers verknüpft sein können. Diese enge Symbiose birgt einerseits die Gefahr berufsspezifischer Überlastungen, denn die Rahmenbedingungen für Musiker(innen) sind in den seltensten Fällen optimal, gleichzeitig ist sie aber auch eine starke Kraftquelle und gesundheitliche Ressource. In dieser Arbeit sollen diese beiden Seiten des Musikerdaseins genauer beleuchtet werden. Die zweite Personengruppe, der sich diese Arbeit widmet, sind Musikstudent(inn)en. Zum einen sollen sie im späteren Leben als Berufsmusiker(innen) einen möglichst beschwerdefreien Umgang mit ihrem Instrument haben. Zum anderen können sie als zukünftige Musikpädagog(inn)en Multiplikator(inn)en für gesundheitsförderliches Verhalten sein und damit eine sinnvolle Investition in die Zukunft darstellen. Die Hochschule ist ein Ort, an dem Gesundheit oder aber auch Krankheit entstehen kann. Diese Einflussmöglichkeit zu nutzen, bietet enorme Chancen für die Entwicklung eines verbesserten 10

11 Gesundheitszustandes von Musiker(inne)n. Dabei geht es um die Frage, welche Chancen und Risiken die Teilnahme am Hochschulbetrieb für ein gesundes und aktives Leben und die Entwicklung eines entsprechenden Lebensstils bietet und was getan werden kann, um die Chancen zu erhöhen und die Risiken zu senken. (Rosenbrock 2006, S.1) In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich der Setting-Ansatz etabliert, das heißt, Gesundheitsförderung dort zu betreiben, wo Menschen einen Großteil ihrer Lebenszeit verbringen, also in ihrem alltäglichen Lebensraum. Hochschulen sind Arbeits-, Lern- und Lebenswelt für Lehrende wie für Student(inn)en und ihr soziales Gefüge stellt einen wesentlichen Einflussfaktor auf die Gesundheit dar. In ihrer Doppelfunktion als Arbeitgeber und Bildungseinrichtung nehmen Hochschulen eine besondere Stellung ein und es ist verwunderlich, dass es noch wenig gesundheitsförderliche Aktivitäten an Hochschulen gibt. In Deutschland etwa sind es erst 60 von 383 Hochschulen, die sich diesem Thema gewidmet haben (Gerdes 2007). Eine Befragung und Internetrecherche aus dem Jahr 2007 kommt zu dem Schluss, dass an österreichischen Hochschulen das Thema Gesundheitsförderung kaum existent ist (Stummer 2007). In der vorliegenden Arbeit werden vorab einige Grundlagen zum Begriff Gesundheit erörtert. In Folge werden dann spezifische gesundheitsbezogene Probleme von Musiker(inne)n und Musikstudent(inn)en sowie die der Musik innewohnenden Ressourcen dargelegt. Der Focus dieser Arbeit liegt dabei insbesondere auf der Zielgruppe Studenten und Studentinnen. Weiterhin werden mögliche Interventionen zur Förderung der Gesundheit und Prävention von Erkrankungen bei Musiker(inn)en im Setting Musikhochschule gezeigt und eine Auswahl publizierter bestehender Programme vorgestellt und diskutiert. Abschließend werden einige Empfehlungen für Gesundheitsförderung von Musikstudent(inn)en gegeben. Ziel dieser Arbeit ist es, die Zusammenhänge zwischen Musik und Gesundheit bzw. Gesundheitsförderung zu veranschaulichen. Somit soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung für Musiker(inn)en und Musikstudent(inn)en im Setting Hochschule geleistet werden. 11

12 2.1. Public Health Relevanz Österreich gilt als Kulturland und wird weltweit vielfach über die Musik definiert. Gottfried Kraus schrieb: Ein bedeutender, der vielleicht wesentlichste Teil der Musikgeschichte ( ) hat sich auf dem Boden des heutigen Österreich abgespielt. ( ) (BPD 2000, S.6). Frühe Nachweise für Musik in Österreich reichen zurück bis in die Steinzeit (Knochenpfeifen). In den mittelalterlichen Universitäten galt Musik als eine der Sieben Freien Künste septem artes liberales, die Parameter für eine klassische, humanistische Bildung waren. Einen wesentlichen Beitrag zur hohen Reputation Österreichs als Musikland lieferten die Jahrzehnte um 1800, die Zeit der Wiener Klassik, mit den drei bedeutendsten klassischen Komponisten Haydn, Mozart und Beethoven. Später folgen Namen wie Liszt, Bruckner, die Dynastie Strauß in der Operettenära und viele mehr. Ein Blick auf die zahlreichen und gut besuchten Musikfestivals in Österreich belegt, dass der Stellenwert der Musik im kulturellen Selbstverständnis Österreichs bis heute ungebrochen ist. Die Gruppe der Musiker(innen) ist demzufolge keineswegs klein. Sie setzt sich zusammen aus Berufsmusiker(inne)n, Musikschüler(inne)n und -student(inn)en und der großen Anzahl von Laien- und Hobbymusiker(inne)n. Das internationale Renommee einheimischer Musikhochschulen zieht Student(inn)en ebenso wie Künstler(innen) und Professor(inn)en aus aller Welt nach Österreich, dem Geburtsland großer Komponisten. An den sechs österreichischen Universitäten der Künste stellt Musik mit knapp 60% die mit Abstand am häufigsten besuchte Studienrichtung dar (Statistik Austria 2006). Insgesamt werden an 16 Musikhochschulen und Konservatorien zukünftige Musiker(innen) ausgebildet. Laut der österreichischen Kulturstatistik von 2006 belief sich die Zahl der eingeschriebenen Diplomstudent(inn)en für das Fach Musik im Wintersemester 05/06 auf 5.075, davon kam gut die Hälfte aus dem Ausland. Aber auch die Zahl der Musikschulen, also Unterricht im nicht professionellen Bereich, zeigt den hohen Stellenwert der Musik in Österreich. So kamen im Jahr 2004 auf 1000 Einwohner(innen) im Alter von 5 bis 24 Jahren knapp 90 Musikschüler(innen). Insgesamt waren in Österreich etwa 6100 Komponisten, Musiker und Sänger erfasst und weitere 6780 Lehrende an Musikschulen. Hinzu kommen Personen im nicht weiter aufgeschlüsselten Bereich künstlerische und Unterhaltungsberufe (ohne Sportberufe) (ebenda). Die hohe Anzahl an Musiker(innen) bringt auch eine hohe Prävalenz von gesundheitlichen Beschwerden mit sich, deren Ursache in der Berufsausübung zu suchen ist, und die unter Punkt fünf noch näher erläutert werden. Als Berufsgruppe stellt sie damit auch eine Herausforderung für wirksame Public Health Strategien dar. Denn neben dem persönlichen Leid führen die Inanspruchnahme ärztlicher Dienstleistungen, Krankschreibungen sowie 12

13 Frührenten auch zu einem volkswirtschaftlichen Schaden. Im Sinne von Public Health versucht man sich heute nicht mehr nur mit der medizinischen Beherrschbarkeit dieser gesundheitlichen Probleme zu befassen, sondern auch nach im Menschen innewohnenden Ressourcen zu forschen, die dazu beitragen können, den Widrigkeiten des Alltags und Berufslebens zu trotzen. Prävention und Gesundheitsförderung werden immer mehr zu zentralen Feldern der Gesundheitspolitik. Mit ihren Instrumenten lassen sich Gesundheitsressourcen der Menschen stärken und damit sowohl Lebensqualität als auch Produktivität steigern. Lebensstil, Verhaltensweisen und Einstellungen sowie das soziale Umfeld prägen unseren Gesundheitszustand. Diese bilden sich zu einem erheblichen Teil bereits im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter aus. Ein wichtiger Teilbereich von Public Health ist es daher, den Beginn lebensstilbedingter Gesundheitsrisiken von jungen Menschen zu verhindern. Für effektive und effiziente gesundheitsförderliche Maßnahmen bietet sich eine Zielgruppe an, bei der gesundheitliche Risiken gehäuft auftreten und bei der gute Kenntnisse über die Lebensbedingungen vorliegen. Die Musikhochschule mit der Zielgruppe der Student(inn)en stellt ein Setting dar, in dem Public Health Strategien einen sinnvollen Ausgangspunkt nehmen können. Inwieweit sich Gesundheitsförderung und Prävention in die Hochschulausbildung sinnvoll integrieren lassen, hängt neben der grundsätzlichen Bereitschaft der Hochschule auch in stark davon ab, in welchem Maße Studium und Beruf aufeinander bezogen sind. Obwohl eine Tendenz zu mehr Praxis zu beobachten ist, wird in einem Großteil der Studiengänge immer wieder die Integration von Aspekten der reellen Berufswelt gefordert. Das Musikstudium stellt hier eine Ausnahme dar, denn Üben, Auftreten oder das Zusammenspiel in Orchestern oder Ensembles stellen gleichbleibende Tätigkeiten in Studium und Beruf dar. Oft besteht schon neben dem Studium ein großes Engagement außerhalb der Hochschule bezüglich Konzertieren, dem Unterrichten und der Teilnahme an Wettbewerben, so dass der Übergang vom Studium in den Beruf gleitend verläuft. Unter diesem Gesichtspunkt bietet sich die Musikhochschule auch zur Erprobung konkreter gesundheitsfördernder Interventionen in der Hochschulausbildung an. 13

14 3. Gesundheit Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist Alles nichts. Arthur Schopenhauer In diesem Teil wird ein Überblick über das Phänomen Gesundheit und seine verschiedenen Sichtweisen und Dimensionen gegeben. Anschließend wird die salutogenetische Perspektive von Antonovsky erläutert und es folgt ein kurzer Überblick über die Komplexität von verschiedenen Einflussfaktoren auf die Gesundheit Definition Vordergründig betrachtet könnte man meinen, dass Gesundheit und Krankheit klar zu unterscheiden sind. Mit Krankheit verbindet man spontan Einschränkungen, Schmerzen und Beschwerden, mit Gesundheit die Abwesenheit selbiger. Aber gerade die Definition von Gesundheit stellt sich bei näherer Betrachtungsweise als sehr viel komplexer dar. So gibt es sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Bereich sehr unterschiedliche Definitionen und Sichtweisen. Für den Einen bedeutet Gesundheit Freisein von körperlichen Beschwerden und Schmerzen, für den Anderen Wohlbefinden, Glück und Zufriedenheit oder die Fähigkeit, mit Belastungen umgehen zu können. Geprägt sind die unterschiedlichen Definitionen sowohl vom gesellschaftlichen Kontext als auch von individuellen Einschätzungen und der ganz persönlichen Sozialisation (BZgA 2001). Eine allgemeingültige Definition von Gesundheit oder Krankheit gibt es nicht, vielmehr sind ihre Vorstellungen und Bedeutungen abhängig vom jeweiligen Bezugssystem, in dem sie entstehen. So ein Bezugssystem kann die Gesellschaft mit ihrer Werteorientierung und Gesetzgebung sein, es kann das der betroffenen Person und ihrem subjektiven Empfinden von Gesundheit und Krankheit sein oder aber die Medizin selbst, die sich vor allem an der Erfüllung bzw. Abweichung objektivierbarer Normen und organischer Funktionen orientiert (Schwartz et al 2003). Gesetze, die bspw. in Deutschland seit 1883 gesundheitsbezogene Leistungsansprüche regeln, haben auf eine explizite Definition von Gesundheit verzichtet und in Bezug auf Krankheit lediglich Grundsätze formuliert, die die Notwendigkeit ärztlicher Behandlung nötig machen. Für die Medizin hingegen scheint eine Dichotomie zwischen Gesundheit und Krankheit notwendig, um klare Grenzen zwischen gesund und krank ziehen zu können (Schwartz et al 2003). Dabei hat sich die Medizin im Rahmen ihres Professionalisierungsprozesses bisher überwiegend mit der Definition von Krankheit, ihren 14

15 Erscheinungsformen und Ursachen beschäftigt und damit auch eine vorwiegend biomedizinische Sichtweise in der Bevölkerung geprägt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte Gesundheit im Jahr 1947 als einen Zustand vollständigen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein des Fehlens von Krankheit und Gebrechen (BMG 2009). Diese Definition wurde vielfach als utopisch kritisiert, setzte aber einen wichtigen Meilenstein dahingehend, die Definition von Gesundheit aus einer rein biomedizinischen Sichtweise zu lösen. Stattdessen stellt sie das subjektive Wohlbefinden als zentralen Indikator des Gesundheitszustandes in den Mittelpunkt und bezieht den ganzen Menschen mit seinen körperlichen, geistigen und seelischen Aspekten, aber auch die soziale Dimension der Gesundheit mit ein. Die noch immer anerkannte Definition wird heute etwas abstrakter gesehen und betont zunehmend stärker den Prozesscharakter von Gesundheit. Gesundheit und Krankheit gelten nicht als einmal erreichte statische Zustände, sondern als dynamische Prozesse und eine lebensgeschichtlich und alltäglich immer wieder neu und aktiv herzustellende Balance (BMG 2009). Heute herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass das Phänomen Gesundheit sehr komplex ist und multifaktoriell betrachtet werden muss. Zu den tragenden Säulen der Gesundheit gehören körperliche ebenso wie psychische, aber auch soziale und existentielle Faktoren. Dementsprechend hat die WHO 1984 ihre Definition von Gesundheit erweitert: Gesundheit ist das Ausmaß, in dem Einzelne oder Gruppen in der Lage sind, einerseits ihre Wünsche und Hoffnungen zu verwirklichen und ihre Bedürfnisse zu befriedigen, andererseits aber auch ihre Umwelt meistern oder verändern können. In diesem Sinn ist Gesundheit als ein wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit ist ein positives Konzept, das die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen der Menschen ebenso betont wie deren körperliche Leistungsfähigkeit. (WHO 1984; zit. n. Noack 2006, Folie 26) Laienkonzepte von Gesundheit und Krankheit Für Gesundheit und Krankheit gibt es eine Vielzahl von Differenzierungskriterien, je nach Perspektive, aus der heraus sie betrachtet werden. So gibt es verschiedene Laienkonzepte von Gesundheit und Krankheit, die sich in Abhängigkeit von Gesellschaft, Kultur, Religion, Geschlecht, Alter, sozialer Schicht etc. unterscheiden. Hinzu kommen wissenschaftliche Konzepte von Gesundheit und Krankheit. Zu letzteren gehören verschiedenen Dimensionen von Gesundheit und Krankheit; die Auffassung von Gesundheit und Krankheit als Eckpunkte 15

16 eines gedachten Kontinuums mit fließenden Übergängen sowie krankheits- und risikofaktorenorientierte Konzepte (Pathogenese) bzw. gesundheits- und ressourcenorientierte Konzepte (Salutogenese). Das individuelle Verhältnis zu Gesundheit und Krankheit wird neben der genetischen Veranlagung durch die im Laufe des Lebens erworbene Sozialisation, den Lebensbedingungen, der Orientierung in einer sozialen Gruppe sowie der eigenen Erfahrung in der praktischen Auseinandersetzung mit der sozialen Umwelt bestimmt. Aufgrund von Wissen, Werten und zur Verfügung stehenden Handlungsstrategien ergeben sich bestimmte Sichtweisen und Wertehaltungen von Gesundheit und Krankheit (Buchmann et al, 1985). Dimensionen des subjektiven Gesundheitsbegriffes sind nach Faltermeier (1994): Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit Gesundheit als Reservoir an Energie Gesundheit als Gleichgewicht Gesundheit als funktionale Leistungsfähigkeit Auch Musiker(innen) entwickeln im Laufe ihrer oftmals sehr früh beginnenden musikalischen Sozialisation bestimmte Einstellungen zur Gesundheit. In der frühen musikalischen Ausbildung kommen Fragen der Gesundheit erfahrungsgemäß kaum vor, später werden sie aufgrund der exponierten Stellung von Musiker(innen) und dem zunehmendem Konkurrenzdruck noch immer tabuisiert. So schätzen Musiker(innen), wie in Punkt noch näher beschrieben, ihre Gesundheit trotz vorliegender körperlicher Beschwerden überwiegend als gut ein, solange die musikalische Leistungsfähigkeit erhalten ist. Das Verhältnis zur Gesundheit wird also eher von dem funktionalen als von körperlichen Gesichtspunkten bestimmt Dimensionen von Gesundheit Insgesamt betrachtet hat sich das Gesundheitsverständnis mittlerweile gewandelt. Die früher überwiegende Sichtweise, Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit zu verstehen, ist einem differenzierteren, ganzheitlicheren Verständnis gewichen. Folgende Abbildung zeigt die nach heutigen Erkenntnissen vorherrschenden verschiedenen Dimensionen von Gesundheit (siehe Abb.1): 16

17 Abb. 1: Dimension der Gesundheit. (Aggleton & Homans (1987) und Ewles & Simnett (1999), in: Naidoo und Wills 2010, S. 6) Die Gesundheitsdimensionen des Einzelnen beziehen sich neben der physischen, also körperlichen Gesundheit (Aktivität, Bewegung oder Vitalität) auch auf psychische, also geistig-seelische Faktoren (positives Lebens- und Selbstwertgefühl) und soziale Faktoren (funktionierendes soziales Netzwerk). Auch emotionale Gesichtspunkte (Beziehungsfähigkeit, die Fähigkeit Gefühle auszudrücken), sexuelle Gesundheit (das Recht und die Fähigkeit, die eigene Sexualität leben zu können) und die spirituelle Gesundheit (religiöse Vorstellungen und Lebenswelten) spielen eine Rolle. Die gesellschaftliche Dimension bezieht sich auf den Zusammenhang von Gesundheit und den Strukturen einer Gesellschaft (Wohnverhältnisse, Arbeitsbedingungen, Zugang und Qualität von Gesundheitseinrichtungen, Hektik des heutigen Lebens, Werte einer Gesellschaft, Religion, Kultur, Umgang mit Randgruppen, Frieden/Krieg, etc.). Die Dimension der Umwelt umfasst deren Qualität (Luft, Lärm, Trinkwasser Hygiene-, Wohnverhältnisse etc.) (Mitterbauer 2007). 17

18 3.3. Gesundheits- Krankheitskontinuum Abb. 2: Vereinfachte Darstellung des Gesundheits-Krankheits-Kontinuums (entnommen: 2006) Der Medizinsoziologe Aaron Antonovsky ( ) entwickelte ein Konzept, in dem er die übliche dichotome Sichtweise von gesund und krank aufweichte und zu einem Umdenken anregte. Nach Antonovsky schließen sich Gesundheit und Krankheit nicht aus, sondern bezeichnen die beiden Endpunkte auf einem so genannten Gesundheits- Krankheits-Kontinuum (siehe Abb. 2). Ein Mensch kann nach dieser Sichtweise weder völlig gesund noch völlig krank sein, sondern jeder gesunde Mensch hat auch kranke Anteile und umgekehrt hat jeder kranke Mensch auch gesunde Anteile. Jeder Mensch bewegt sich jederzeit irgendwo auf der Strecke zwischen Gesundheit und Krankheit. Als entscheidende Frage gilt nicht, ob der Mensch gesund oder krank ist, sondern wie groß seine Entfernung zu den beiden Endpunkten ist (FGOe 2005a). Wo sich eine Person innerhalb dieses Kontinuums lokalisieren lässt, hängt einerseits von sozialen, persönlichen und umweltbedingten Faktoren ab, die die Gesundheit fördern oder belasten und andererseits von der Perspektive, aus der die Einschätzung erfolgt. Während die Selbsteinschätzung vorrangig von Schmerzen oder funktioneller Einschränkung in wichtigen Lebensbereichen abhängt, erfolgt die Einschätzung aus Expertensicht nach Behandlungsbedarf und Prognose. 18

19 Bei der Frage, was den Mensch in Richtung auf das gesunde Ende des Kontinuums rückt, spielen nach Antonovsky vor allem die Ressourcen, die Menschen zu Bewältigung ihres Lebens verhelfen, eine entscheidende Rolle. Das bedeutet, dass nicht allein eine niedrige Zahl von Risikofaktoren oder Stressoren zu mehr Gesundheit verhelfen, sondern vielmehr das Vorhandensein von Schutzfaktoren, die Antonovsky als generalisierte Widerstandsressourcen bezeichnet. Dazu zählen sowohl individuelle (z.b. körperliche Faktoren, Intelligenz, Bewältigungsstrategien) als auch soziale und kulturelle Faktoren (z.b. soziale Unterstützung, finanzielle Möglichkeiten, kulturelle Stabilität) Die salutogenetische Sichtweise In enger Beziehung zum Gesundheits-Krankheits-Kontinuum steht auch Antonovskys Modell der Salutogenese und das Konzept des Kohärenzgefühls. Aus Kritik an dem lange vorherrschenden biomedizinisch ausgerichteten Krankheits- und Präventionsmodell entwickelte Antonovsky in den 70er Jahren das Konzept der Salutogenese. Er kehrte die Frage nach der Ursache von Krankheiten und Risikofaktoren um und stellte die Frage, welche Faktoren den Menschen trotz möglicherweise vorhandener Risikofaktoren schützen und gesund erhalten. Damit legte er den Grundstein für den Übergang vom pathogenetischen (griech. Pathos = Krankheit, Genesis = Entstehung) zum salutogenetischen (lat. Salus = Heil, griech. Genesis = Entstehung) Paradigma in der Medizin und der Gesellschaft sowie für eine neue Denkweise in der Gesundheitswissenschaft. Zur Erklärung verwendet Antonovsky die Metapher eines Flusses. Während die pathogenetische Herangehensweise sich damit beschäftigt, wie Menschen mit hohem Aufwand aus einem reißenden Fluss zu retten sind und nicht hinterfragt, wie sie da hineingeraten sind und warum sie nicht besser schwimmen können, fragt die salutogenetische Herangehensweise danach, wie man die Menschen zu guten Schwimmern machen kann. Der Fluss selbst steht für den Strom des Lebens mit seinen Hindernissen. Niemand geht sicher am Ufer entlang. Darüber hinaus ist für mich klar, dass ein Großteil des Flusses sowohl im wörtlichen wie auch im herkömmlichen Sinn verschmutzt ist. Es gibt Gabelungen im Fluss, die zu leichten Strömungen oder in gefährliche Stromschnellen und Strudel führen. Meine Arbeit ist der Auseinandersetzung mit folgender Frage gewidmet: 'Wie wird man, wo immer man sich in dem Fluss befindet, dessen Natur von historischen, soziokulturellen und physikalischen Umweltbedingungen bestimmt wird, ein guter Schwimmer?'" ( Antonovsky 1997, S. 92). 19

20 Laut Antonovsky sind wir tagtäglich einer Vielzahl von Risikofaktoren ausgesetzt. Die Frage, wie wir sie vermeiden oder kompensieren können, bringt uns nicht weiter. Vielmehr stellt sich die Frage nach Schutzfaktoren vor den einwirkenden Stressoren. Je besser es gelingt, die Belastungen auszubalancieren, umso gesünder fühlt sich der Mensch. Widerstandsressourcen helfen uns dabei, ein Gleichgewicht zwischen Belastungen und Ressourcen herzustellen. Der alleinige Besitz solcher Widerstandsressourcen wiederum reicht nicht aus. Nach Antonovsky ist entscheidend, ob der Mensch bereit und in der Lage ist, seine Ressourcen für das Ausbalancieren von gesundheitlichen Belastungen zu mobilisieren. Das wiederum hängt vom sogenannten Kohärenzsinn eines Menschen ab, der Grundlage von Lebenskraft, Lebenswille und Lebensmut ist Kohärenzsinn / Sence of coherence (SOC) Im Zentrum des salutogenetischen Modells steht der Kohärenzsinn. Er beschreibt das Ausmaß eines vorherrschenden Lebensgefühls bzw. der Grundhaltung eines Menschen gegenüber der Welt und dem eigenen Leben. Je ausgeprägter der Kohärenzsinn ist, umso besser ist ein Mensch in der Lage vorhandene Ressourcen zum Erhalt der Gesundheit und des Wohlbefindens zu nutzen und umso wahrscheinlicher ist auch ein positiver Gesundheitszustand. Der Kohärenzsinn setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Gefühl von Verstehbarkeit (sense of comprehensibitlity) Gefühl von Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit (sence of manageability) Gefühl von Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit (sense of meaningfulness) Für Antonovsky beruht die Fähigkeit zum Ausbalancieren von gesundheitsbedrohenden Belastungen darauf, dass ein Mensch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, in der Welt zurechtzukommen und sie zu verstehen sowie der Überzeugung ist, dass das eigene Leben und Tun sinnvoll ist und es lohnt, sich dafür zu engagieren. Musiker(innen) erleben in ihrer musikalischen Tätigkeit oftmals eine tiefe Sinnbefriedigung. Trotzdem sind Sinnfindung und die Entfaltung von Kompetenz in hohem Maße kontextabhängig, haben also damit zu tun, wie Mensch und Umwelt (Organisation, Hochschule, Arbeitsplatz) zueinander passen. Auch fehlt es gerade jungen Musiker(inne)n und Musikerinnen oftmals an Bewältigungsstrategien, um mit dem nicht unerheblichen Stresspotenzial in Ausbildung und Beruf zurechtzukommen. 20

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