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1 Ausgabe 10 BERLINdirekt BERLINdirekt - PEGIDA und Zuwanderung Themen: - Umfrage zu PEGIDA - Zuwanderung in Deutschland Marcus Held, MdB Deutscher Bundestag Platz der Republik Berlin TELEFON: (0 30) FAX: (0 30) Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Leserinnen und Leser, Zunächst möchte ich Ihnen allen ein gutes und gesundes neues Jahr wünschen. Ich hoffe, Sie und Ihre Familien hatten einen guten Start in das neue Jahr 2015! Zum Jahresanfang überschatteten die Anschläge in Paris auf das Magazin Charlie Hebdo das politische Geschehen. Je suis charlie ein Satz, der weltweit Aufmerksamkeit nach sich zog, zu dem dann auch über eine Million Menschen und Staats- und Regierungschefs aus aller Welt in Paris auf die Straße gingen. Meine Anteilnahme habe ich über die französische Botschaft in Berlin ausgedrückt. Seit ein paar Wochen versammeln sich montags immer mehr Menschen zur PEGIDA-Demonstration in Dresden. Die Zahl der Demonstranten stieg nach den Anschlägen in Paris auf Auch in anderen Städten Deutschlands gehen montags Menschen weiterhin auf die Straße, um gegen eine drohende Islamisierung Deutschlands und Europas zu demonstrieren, wenn auch nicht in einer solch hohen Zahl wie in der sächsischen Landeshauptstadt. Die Demonstranten skandieren auf den Straßen Wir sind das Volk, demonstrieren gegen den Islam in einer Stadt mit Einwohnern, in der nur ca Muslime leben, und beschimpfen Presseorgane als Lügenpresse. 1

2 Ein Wort, das vor kurzem zum Unwort des Jahres gewählt wurde, weil laut Jury der Begriff einen Beitrag zur Gefährdung der für die Demokratie so wichtigen Pressefreiheit leiste. Dazu passt auch, dass Vertreter der NPD zur Teilnahme an den PEGIDA- Demonstrationen aufriefen. Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle lobend erwähnen, dass auch immer mehr Menschen zu den Gegendemonstrationen gehen und ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt, Demokratie und Toleranz hier in unser aller Land setzen. Auch in Rheinland-Pfalz setzen vielen Menschen ein Zeichen für Mitmenschlichkeit, insbesondere gegenüber den Menschen, die derzeit Zuflucht in unserem Bundesland suchen. Es bleibt die Frage, warum die PEGIDA-Demonstration immer mehr Zulauf erhält. Wer geht warum zu PEGIDA-Demonstrationen? Prof. Dr. Hans Vorländer von der TU Dresden hat dies in einer ersten empirischen Umfrage wissenschaftlich untersucht. Diese Ergebnisse möchte ich Ihnen in diesem Sonder-Newsletter vorstellen. Ein Punkt aus der Analyse, den ich vorwegnehmen möchte, sagt aus, dass die Demonstranten auch eine Überfremdung Deutschlands befürchten. Meldungen über gestiegene Flüchtlingszahlen oder auch über das Thema Zuwanderung verleiten zu dieser falschen Annahme. Hierzu möchte ich Ihnen einen Vortrag von Prof. Dr. Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung vorstellen, der sich mit den Effekten der Migration für Wirtschaft und Sozialstaat beschäftigt hat. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine spannende Lektüre und freue mich über Ihre Rückmeldung! Ihr Marcus Held Zusammen mit meinen Kollegen der SPD-Landesgruppe Rheinland-Pfalz und dem Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung Kurt Beck auf der Mahnwache nach den Anschlägen in Paris 2

3 Sonderausgabe BERLINdirekt Umfrage zu PEGIDA Prof. Dr. Vorländer hat in einer ersten empirischen Umfrage unter PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) Teilnehmern untersucht, wer warum zu PEGIDA Demonstrationen geht. Als zentrales Ergebnis der Befragung haben er und sein Team vom Zentrum für Verfassungs- und Demokratieforschung herausgefunden, dass der typische PEGIDA- Demonstrant der Mittelschicht entstammt, gut ausgebildet, berufstätig, 48 Jahre alt, männlich und konfessionslos ist und über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen verfügt, keine Parteiverbundenheit aufweist und außerdem aus Dresden oder Sachsen stammt (Vgl. Folie 2 der PowerPoint-Präsentation). Anbei möchte ich Ihnen vereinzelte Folien kurz darstellen: Auf der ersten Folie wird deutlich, dass die Unzufriedenheit mit der Politik der hauptsächliche Grund für die Teilnahme an PEGIDA ist. 54% der Befragten gaben dies als Grund an. 3

4 Im Folgenden wurden die Antworten zu den Gründen noch einmal ausdifferenziert. So gaben 23% der Politikunzufriedenen an, dass es eine allgemeine Distanz zwischen Volk und Politikern gebe. 20% sind unzufrieden mit der Asylpolitik. 4

5 42% der Menschen, die grundlegende Vorbehalte gegenüber Zuwanderern und Asylbewerbern haben, gaben Vorbehalte gegen Muslime bzw. den Islam an. 5

6 Die Unzufriedenheit mit der Berichterstattung der Medien gaben 46% der Menschen, die wegen Kritik an Medien und Öffentlichkeit zu PEGIDA-Demonstrationen gehen, als Grund an. Auch protestieren 39% der Menschen gegen die empfundene Diffamierung von PEGIDA. 6

7 Obwohl der Verein PEGIDA sich vor allem als Protest gegen eine Islamisierung des Abendlandes gründete, gaben nur 23 % der Befragten dies auch als Grund für ihre Teilnahme an den Demonstrationen an. 77% der befragten Demo-Teilnehmer nannten die Begriffe Islam, Islamismus oder Islamisierung nicht. 7

8 Fakten zur Zuwanderung in Deutschland Auf den folgenden Seiten finden Sie einige Daten und Fakten, die Herr Prof. Dr. Brücker im Auftrag des Instituts für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit auf der der SPD-Bundestagsfraktionsklausur zu Beginn dieses Jahres präsentiert hat. Deutlich wird aus den Forschungsergebnissen von Herrn Prof. Dr. Brücker, dass wir in Deutschland perspektivisch nicht auf Zuwanderung verzichten können. Die Zahl der Erwerbsfähigen wäre bereits im vergangenen Jahr um Menschen geschrumpft, wenn sie nicht durch Zuwanderung mehr als kompensiert worden wäre. Auch gerade in Bezug auf den häufig erwähnten demografischen Wandel in Deutschland kann die Zuwanderung nach Deutschland positiv bewertet werden. Die Ergebnisse von Herrn Prof. Dr. Brücker machen deutlich, dass sich ohne die Zuwanderung das Verhältnis zwischen Erwerbsfähigen und Nicht-Erwerbsfähigen (z.b. Kinder, Jugendliche u. Rentner) bis zum Jahr 2050 deutlich negativer entwickeln würde als mit der Migration von Asylbewerbern und Flüchtlingen. Das Wanderungssaldo Deutschlands im Jahr 2013 von ca Menschen wird nach der Einschätzung von Herrn Prof. Dr. Brück im Jahr 2014 auf ca Menschen angestiegen sein. Die Zahl der Zuwanderer ist damit aber noch längst nicht auf dem Niveau, welches wir in Deutschland kurz nach den Jahren der Wiedervereinigung hatten. Kurz vor Weihnachten habe ich mit dem Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Guntersblum Rudi Baumgarten Geschenke an Kinder aus Flüchtlingsfamilien verteilt. Viele Familien sind erst seit einigen Wochen bei uns und haben sich schon sehr gut integriert und möchten sich in unserer Gesellschaft einbringen. 8

9 Demografie: Was passiert ohne Zuwanderung? Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials (EPP) 2014 ist das Erwerbspersonenpotenzial um Personen gewachsen, ohne Zuwanderung wäre es um Personen geschrumpft Zahl der Erwerbsfähigen ohne Zuwanderung mit Rückgang im Jahr 2014 ohne Zuwanderung würde das Erwerbspotenzial bis 2050 um 33% sinken (-15 Mio. Menschen) Erwerbspotenzial sinkt auch um 20% bei einer Nettozuwanderung von Menschen, erst bei Nettozuwanderung von bleibt Erwerbspotenzial konstant, was anhand der orangenen Linie in der Grafik deutlich wird Zuwanderung wirkt somit der Überalterung der Gesellschaft in Deutschland entgegen (an der roten Linie sieht man deutlich, wie das Erwerbspotenzial ohne Zuwanderung zurückgehen würde) Grafik dazu: Entwicklung des Erwerbspersonenpotenzials, , Personen Quelle: Brücker 2015, S. 4 9

10 Folgen des demografischen Wandels Der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials bewirkt, dass Kapitalstock und Volkswirtschaft schrumpfen Def. Kapitalstock: Der Kapitalstock gibt das jahresdurchschnittliche Bruttoanlagevermögen einer Volkswirtschaft an Steigende Belastungen der Sozialstaats Staat muss entweder seine Leistungen zurückführen oder Steuern und Abgaben erhöhen, um die wachsende Zahl an Nichterwerbstätigen zu finanzieren Mangel an Erwerbsfähigen führt zu Missverhältnis zwischen Gebern und Nehmern des Sozialstaates (bei fehlender Zuwanderung) Neue Wanderungstrends Migrationsumlenkung Anstieg der Nettomigration auf rund Personen im Jahr 2014 Steigerung des Wanderungssaldos von durchschnittlich Personen p.a. in den Jahren 2000 bis 2009 auf Personen (2013) und voraussichtlich Personen (2014) ca. 70 Prozent der Zuwanderung entfallen auf Herkunftsländer in der EU, davon rund 50 Prozent auf die neuen EU-Mitgliedsstaaten Migrationsumlenkung Anstieg der Migration bedingt durch Osterweiterung der EU und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in alternativen Zielländern (Spanien, Italien, Irland, bedingt Großbritannien) 70 Prozent des Migrationszuwachses in Deutschland seit Ausbruch der Finanzkrise sind auf Verschlechterung in anderen Zielländern zurückzu führen wirtschaftliche Erholung in Europa wird Zuwanderung nach Deutschland abschwächen Grafik dazu: Wanderungssaldo, 1991 bis 2014 Personen Quelle: Brücker 2015, S. 7 10

11 Neue Wanderungstrends Steigender Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen Weltweit im Jahr ,2 Millionen Menschen auf der Flucht 33,3 Millionen Menschen sind innerhalb der Herkunftsländer auf der Flucht folglich kein Verlassen des eigenen Landes 17,9 Millionen Menschen leben als Asylbewerber oder Flüchtlinge im Ausland 86% davon leben als Asylbewerber oder Flüchtlinge in Entwicklungsländern Entwicklungsländer leisten somit momentan den Großteil der Hilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge laut UNHCR ( Hoher Flüchtlingskommissar der UNO) wird die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge weiter steigen Steigende Zahl von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Deutschland Asylerstanträge von Januar bis November 2014 mit steigender Tendenz (November 2014: ), das entspricht ca. 13 Prozent der gesamten Zuzüge Anstieg der Erstanträge auf im Jahr 2015 ist realistisch, hängt aber auch von Politikentscheidungen ab (e.g. Aufnahme von Kontingentflüchtlingen: Flüchtlinge, die in festgelegten Anzahlen (Kontingente) gleichmäßig auf die einzelnen Bundesländer verteilt werden) Steigende Qualifikation Neuzuwanderer Steigende Qualifikation der Neuzuwanderer 39 % der 25-bis 64-Jährigen Neuzuwanderer Im Jahr 2013 einen mit Hochschulabschluss 26 % mit abgeschlossener Berufsausbildung 31 % keinen Berufsabschluss Vergleich aus Mikrozensus 2013: bei Deutschen ohne Migrationshintergrund: 22 % mit Hochschulabschluss, 61 % mit abgeschlossener Berufsausbildung und nur 10 % ohne Berufsabschluss 11

12 Immer auf dem neuesten Stand Neuigkeiten auf meiner Homepage MdB Marcus Held zu Besuch beim Zuhause unzähliger Bosch-Werkzeuge WORMS Bosch-Werkzeuge und der Wischmob von Vileda sind in Worms zu Hause Gewissermaßen. Denn: Sowohl mit dem erfolgreichen Betrieb der weltweit größten Logistik- und Verteilungszentren für alle Elektrowerkzeuge und Zubehöre des Weltmarktriesen BOSCH als auch. Lesen Sie hier weiter Gesetzentwurf zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht MdB Marcus Held informiert Das Kabinett hat jüngst einen Gesetzentwurf zur Tarifeinheit auf den Weg gebracht. Damit stärken wir eine wichtige Säule der in Deutschland bewährten Tarifautonomie, sagt Bundestagsabgeorndeter Marcus Held. Durch das Hinwirken Lesen Sie hier weiter MdB Marcus Held informiert rheinhessische Winzer über neue Richtlinien im Weinanbau RHEINHESSEN Je enger die Herkunft, desto höher die Qualität lautet die Devise, mit der, durch eine Erhöhung der Mindestmostgewichte, die Einzellagen im Weinanbau noch stärker an Profil gewinnen sollen. Damit stehen für die Vermarktung der edlen Tropfen Lesen Sie hier weiter Aktuelle Nachrichten und allerlei Bildmaterial aus Berlin und dem Wahlkreis gibt es übrigens auch auf meiner Fan-Seite auf Facebook! Ein Daumen hoch reicht aus und schon sind Sie auf Facebook mit mir versnetzt: Wahlkreisbüro Marcus Held, MdB Bebelstraße 55a Worms Wahlkreisbüro Marcus Held, MdB Hospitalstraße Alzey Tel.: 06241/ Fax: 06241/ Tel.: /

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