Makroökonomik III: Zahlungsbilanz

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1 Makroökonomik III: Zahlungsbilanz Motivation: Zur Relevanz der Zahlungsbilanz 1. Informationen zu grenzüberschreitenden Transaktionen einer Volkswirtschaft (Quelle güterwirtschaftlicher und finanzieller Informationen) 2. Verbindung zur Konjunktur und damit mittelbar zum Arbeitsmarkt 3. Frühwarnung internationaler Währungs- und Finanzkrisen Probleme von Leistungsbilanzdefiziten - Abhängigkeit von Nettokapitalzuflüssen aus dem Ausland (Verschuldungsfalle) - Gefahr des Protektionismus - Korrekturbedarf bei festen Wechselkursen (Bsp. China) - Anfälligkeit des Dollar im Weltwährungssystem

2 Globale Ungleichgewichte Prof. Dr. Volker Clausen

3 Globale Ungleichgewichte Prof. Dr. Volker Clausen

4 Globale Ungleichgewichte Prof. Dr. Volker Clausen

5 Makroökonomik III: Zahlungsbilanz - Überblick 1 Zahlungsbilanz 1.1 Definition und Verbuchungsprinzipien 1.2 Leistungsbilanz 1.3 Kapitalbilanz 1.4 Statistisch nicht aufgliederbare Transaktionen 1.5 Zahlungsbilanz, Einkommen und Nettoauslandsvermögen 1.6 Zur Problematik von Zahlungsbilanzzielen

6 1.1 Definitionen und Verbuchungsprinzipien Definition: wertmäßige Erfassung der Güter- und Vermögenstransaktionen zwischen In- und Ausländern innerhalb einer Periode Verbuchungsprinzipien: - Stromgrößen (periodenbezogen) - Transaktionsprinzip (keine Bewertungsänderungen) - Prinzip der doppelten Buchführung Zahlungsbilanz buchhalterisch immer ausgeglichen - Zahlungseingänge: Aktivseite/ Zahlungsausgänge: Passivseite Bsp: Güterexport Porsche

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8 1.2 Leistungsbilanz Gütertransaktionen, Dienstleistungstransaktionen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen, laufende Übertragungen Außenhandel: traditionell Überschuss Dienstleistungsbilanz: traditionell Defizite Bilanz der Erwerbs- und Vermögenseinkommen: wechselnde Vorzeichen, in jüngerer Zeit Überschüsse Bilanz der laufenden Übertragungen: traditionell Defizite Saldo der Leistungsbilanz: traditionell deutliche Überschüsse

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11 1.3 Kapitalbilanz Art der Kapitalbewegung: a) Direktinvestitionen: Beteiligungskapital, reinvestierte Gewinne, Kredite an verbundene Unternehmen b) Wertpapiere: Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Geldmarktpapiere c) Finanzderivate: Optionen und Finanztermingeschäfte d) Übriger Kapitalverkehr: Bankguthaben, Finanz- und Handelskredite

12 Veränderungen der Auslandsposition der Zentralbank= Veränderungen der Währungsreserven zu Transaktionswerten Auslandsposition: Gold, Devisenreserven, Reserveposition beim IWF, Forderungen innerhalb des Eurosystems, sonst. Ford../. Verbindlichkeiten (gegenüber Ausland) => Netto-Auslandsposition

13 Zur Kapitalbilanz Bundesrepublik Deutschland Direktinvestitionen: traditionell Defizit Wertpapiere: tendenziell Defizit, starke Schwankungen Finanzderivate: geringe Salden Übriger Kapitalverkehr: tendenziell Defizit, starke Schwankungen Währungsreserven: geringe Salden Deutschland: überwiegend Nettokapitalexporteur (Defizit in der Kapitalbilanz), Gegenposten zum Leistungsbilanzüberschuss

14 1.4 Statistisch nicht aufgliederbare Transaktionen Restposten: - Probleme der periodengerechten Zuordnung, z. B. durch Anwendung des Accrual Prinzips bei der Verbuchung von Zinserträgen - nicht-erfasste Transaktionen z.b. durch grenzüberschreitende Bargeldtransaktionen in Euro (Reiseverkehrsausgaben), Schätzungen durch Meldefehler, statistische Freigrenzen, Bedeutung hat in den letzten Jahren zugenommen

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16 1.5 Zahlungsbilanz, Einkommen und Nettoauslandsvermögen geschlossene Volkswirtschaft: Y Einkommen C privater Konsum G Staatsausgaben I Investitionen Y = C + I + G offene Volkswirtschaft: Nettoinlandsprodukt zu Faktorkosten Ex Exporte Im Importe Y = C + I + G + 1Ex 4243 Im Außenbeitrag (1)

17 Gesamtausgaben der Inländer für im Inland und Ausland produzierte Güter: Absorption A = C + I + G (2) Durch Einsetzen folgt: Y = A + Ex Im Differenz zwischen Nettoinlandsprodukt und Absorption entspricht dem Außenbeitrag: (3) Y A = Ex Im = Y > A Außenbeitrag positiv, HB-Überschuss Y < A Außenbeitrag negativ, HB-Defizit HB Saldo (4)

18 Das Volkseinkommen VE (Nettonationaleinkommen): grenzüberschreitender Arbeits- und Kapitalverkehr Erwerbs- und Vermögenseinkommen EV Y + EV = C + I + G + Ex Im+ EV (5) laufende Übertragungen (LÜ) stehen nicht für inländischen Verbrauch oder Ersparnis zur Verfügung: Y123 + EV LÜ VE = C + I + G + 14 Ex 44 Im+ 2EV 44 LÜ 43 Leistungsbilanzsaldo (6)

19 Volkswirtschaftliche Ersparnisse: S = Y + EV LÜ C G = I + Ex Im+ EV LÜ (7) S I = Ex Im+ EV LÜ = Leistungsbilanzsaldo (8) S unterteilt man in private Ersparnis SP und öffentliche Ersparnis T-G (T Steuern, Taxes ): S = SP + ( T G) (9) Leistungsbilanzüberschuss: wenn volkswirtschaftliche Ersparnis größer als Nettoinvestitionen: ( SP I) + ( T G) = Ex Im+ EV LÜ (10)

20 Veränderung der Nettovermögensposition des Inlandes gegenüber dem Ausland: ( SP I) + ( T G) VÜ = ΔNFA (11) VÜ Vermögensübertragungen NFA Nettovermögensposition ( Net Foreign Assets ) LBS VÜ = ΔNFA Relevanz von Bewertungseffekten im internationalen Kapitalverkehr

21 1.6 Problematik von Zahlungsbilanzzielen Prof. Dr. Volker Clausen Leistungsbilanzüberschuss oft positiv bewertet Zeichen von wirtschaftlicher Stärke Interpretation oftmals nicht eindeutig: deutscher LB-überschuss als Ergebnis - des Außenhandels? starker Weltmarktposition deutscher Exporteure? - der internationalen Kapitalströme? einer relativ hohen Ersparnis des Inlands? eines Mangels an rentablen Investitionen im Inland?

22 Y t C, + 1 t+1 E I g I 0 Y t+1 C t+1 P A C 45 1+i* 0 Y t C t D Y t, C t

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