Umsetzungsverfahren. Inhalt. KMU-Zertifizierung Informationssicherheit

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1 Umsetzungsverfahren KMU-Zertifizierung Informationssicherheit Inhalt Umsetzungsverfahren... 1 Umsetzungsverfahren zur KMU-Zertifizierung nach OVVI Summary Information Security Policy / IT-Sicherheitsleitlinie Strukturplan Modellierung Basis Sicherheitscheck Zertifizierungsantrag Auditierung und Zertifizierung... 4 Anhang 1 Beispiel Basis Sicherheitscheck ovvi... 6 Anhang 2 Beispiel zertifizierbarer Bereich Rechenzentrum... 7

2 Umsetzungsverfahren zur KMU-Zertifizierung nach OVVI Summary Die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen folgt im groben den Anforderungen nach IT- Grundschutz. Allerdings richtet sich dieses Zertifizierungsverfahren an kleine und mittelgroße Unternehmen. Dazu werden zum Einen nur Teilbereiche eines Informationssicherheits-Managementsystems (ISMS) zertifiziert, zum Anderen wird auf die große Last organisatorischer Maßnahmen und Dokumentationen verzichtet, die in einem funktionierenden Prinzip nach individuellen Verfahren ohnehin vorhanden sind. Es wird somit auf doppelte Verwaltung der Informationssicherheit verzichtet. Dieses Zertifikat richtet sich an Unternehmen, die ihre Anstrengungen auf für Kunden relevante Bereiche fokussieren und mit einem Zertifikat nachweisen wollen. Dementsprechend ist auch die Umsetzung möglichst praktikabel gehalten, ohne auf die Umsetzung nach IT-Grundschutz ganz zu verzichten. Wie bei einem vollständigen Informationssicherheits-Managementsystem basiert auch ovvi auf eine übergreifende Sicherheitsleitlinie, die die Unternehmensziele auf die Ziele des zertifizierbaren Bereiches herunterbricht. Auf eine umfangreiche Strukturanalyse wird zu Gunsten eines Netzplanes verzichtet. Da sich ovvi auf die ohnehin schon umfangreichen Maßnahmen des IT-Grundschutzes verlässt, ist eine Schutzbedarfsermittlung nicht erforderlich und minimiert den Aufwand abermals. Der Schutzbedarf nach ovvi entspricht dem Schutzbedarf normal des IT-Grundschutzes. Die Modellierung beteiligter Komponenten beschränkt sich auf die relevanten Bausteine des zertifizierbaren Bereiches und verringert so die zu erfüllenden Maßnahmen erheblich. Die Basis Sicherheitschecks werden dann auf diesen Bausteinen durchgeführt und nicht für jede Komponente oder gruppierte Komponenten, wie es beim IT-Grundschutz erforderlich ist. Das Ergebnis muss in einem vom IT-Grundschutz bekannten Basis Sicherheitscheck dargestellt und durch einen Auditor im angemessenen Aufwand nachprüfbar sein. Das Umsetzungsverfahren ist im Folgenden noch einmal schrittweise erläutert. Der Begriff IT-System oder IT-Systeme wird dort stellvertretend für die technischen Informationen erhebenden, verarbeitenden oder speichernden Systeme des zu zertifizierenden Bereichs verwendet. Es muss sich dabei nicht zwingend um einen Computer handeln. ovvi Umsetzungskonzept - Version

3 1. Information Security Policy / IT-Sicherheitsleitlinie Die Information Security Policy oder IT-Sicherheitsleitlinie soll, von den Unternehmenszielen abgeleitet, die Ziele der IT-Sicherheit, bezogen auf die Ordnungsmäßigkeit, Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität widerspiegeln. Die Ziele der IT-Sicherheit betreffen normalerweise die gesamte Informationssicherheit oder zumindest einen Großteil dessen. Falls nur ein Teil eines ISMS, in Form eines zertifizierbaren Bereiches zertifiziert werden soll, ist dieser zu zertifizierende Bereich in der IT-Sicherheitsleitlinie unbedingt zu beschreiben und die Ziele der IT- Sicherheit darauf abzuleiten. Ansonsten sollte die IT-Sicherheitsleitlinie den üblichen Anforderungen der ISO und des IT- Grundschutzes zumindest weitestgehend entsprechen. Der Anwendungsbereich, die Ziele der Informationssicherheit sowie Maßnahmen zum Erreichen der Ziele sollten immer definiert werden. 2. Strukturplan Die IT-Systeme und relevante Komponenten, die zum Zertifizierungsziel gehören, müssen vollständig aufgenommen und sollten in einem Strukturplan vollständig und gruppiert dargestellt werden. Der Standort beteiligter Komponenten muss nachvollziehbar sein und bei Bedarf ermittelt werden können. Sind diese Anfordrungen nicht angemessen in einem Strukturplan darstellbar, ist darüber hinaus für den betreffenden zertifizerbaren Bereich eine Komponentenliste nach IT-Grundschutz anzulegen. Je nachdem, welche in dem zertifizierbaren Bereich betroffen sind, erfolgt die Ausgestalltung des Strukturplanes. - Netzplan o Zertifizierbarer Bereich Cloud-Sicherheit o Zertifizierbarer Bereich LAN-Sicherheit o Zertifizierbarer Bereich Software Entwicklung - Infrastrukturplan o Zertifizierbarer Bereich Rechenzentrum - Netz- und Infrastrukturplan o Zertifizierbarer Bereich Datenschutz o Zertifizierbarer Bereich ISMS - Prozessplan o Zertifizierbarer Bereich Vor- unf Notfallmanagement 3. Modellierung Eine Modellierung findet nur in dem Maße statt, wie sich die zum zertifizierbaren Bereich gehörenden IT-Grundschutz Bausteine und Maßnahmen den beteiligten Komponenten des zertifizierbaren Bereiches zuweisen lassen. Als Beispiel sei der Baustein B Allgemeiner Server oder die Maßnahme M Zeitnahes Einspielen sicherheitsrelevanter Patches und Updates genannt, die sofern sie zum zertifizierbaren Bereich gehören - für alle relevanten Komponenten des zertifizierbaren Bereiches gelten. 4. Basis Sicherheitscheck Basis Sicherheitschecks erfolgen grundsätzlich nach IT-Grundschutz - Vorgehensweise. Beim IT-Grundschutz werden Basis Sicherheitschecks pro Komponente oder gruppierte Komponenten durchgeführt. Das ist bei einem Zertifikat nach ovvi nicht erforderlich! Bei einem Zertifikat nach ovvi kann ein Basis Sicherheitscheck pro Baustein durchgeführt werden. ovvi Umsetzungskonzept - Version

4 Allerdings werden unterschiedliche Maßnahmenumsetzungen beschrieben, Abweichungen der Umsetzungsstati (umgesetzt / nicht umgesetzt / teilweise umgesetzt / entbehrlich) in den einzelnen Maßnahmentexten vermerkt. Im Anhang ist ein Beispiel, wie das umgesetzt werden kann. Die überwiegende Zahl der Maßnahmen enthalten ein Kontrollziel (das Ziel der Maßnahme), jedoch mehrere Teilziele. Die Maßnahme gilt als erfüllt, wenn der wesentliche Teil des Kontrollziels erreicht wurde. Die Anzahl der erfüllten Teilziele kann einen Hinweis darauf geben, muss sie jedoch nicht! Die Umsetzung wird durch den Erfüllungsgrad des Kontrollziels bestimmt. Wenn eine Maßnahme als teilweise umgesetzt oder nicht umgesetzt bewertet wurde, sollte durch wesentliche Teil der Maßnahme oder durch unter Umständen in Kraft getretene Ausweichmaßnahmen das Kontrolziel zumindest nicht wesentlich gefährdet sein. Eine nicht umgesetzte Maßnahme in dem zertifizierbaren Bereich verhindert die erfolgreiche Zertifizierung nach ovvi. 5. Zertifizierungsantrag Ein von der Zertifizierungsstelle akkreditierter Auditor wird von der zu zertifizierende Organisation für ein Zertifizierungs- oder Überwachungsaudit mit dem gewünschten Zertifizierungsziel oder -zielen beauftragt. Der Auditor sendet eine Kopie dieses Auftrages mit einer Unabhängigkeitserklärung an die Zertifizierungsstelle. Die Zertifizierungsstelle bestätigt das Zertifizierungsziel und den Auditor oder widerspricht dem Zertifizierungsantrag mit einer Begründung spätestens innerhalb von vier Wochen. Mit der Bestätigung des Zertifizierungsziels bestätigt die Zertifizierungsstelle ihre Leistung gemäß dem AZ-Konzept zu liefern. Die Einhaltung der Anforderungen durch die Vertragspartner wird dabei vorausgesetzt. Wichtig: Die Beauftragung des Auditors sollte so gestaltet sein, dass ein gültiger Geschäftsvertrag erst mit der Zustimmung der ovvi-zertifizierungsstele erfolgt. Dies kann durch entsprechende Ausgestaltung des Angebots erfolgen. Falls kein Angebot abgegeben wurde, sollte die Auftragsannahme nach der Bestätigung durch die Zertifizierungsstelle erfolgen. Des Weiteren sollte das jeweils gültige AZ-Konzept als Grundlage des Auftrages gelten. Bei Erhalt einer Bestätigung gilt dieser Auftrag von allen Seiten als angenommen und es werden bereits entsprechende Gebühren fällig. Die zu zertifizierende Organisation sendet zum Zertifizierungsaudit die IT-Sicherheitsleitlinie, aktuelle Basis Sicherheitschecks und einen aktuellen Netzplan an den bestätigten Auditor und vereinbart einen Audittermin. Aktuell heißt in diesem Zusammenhang nicht älter als 12 Monate. Geht keine Bestätigung beim Auditor und / oder Auftraggeber ein, ist der Auditor angehalten, den Anlass dieser Verzögerung aufzuklären und aufzulösen. Für das Überwachungsaudit werden dem Auditor die zum Zertifizierungsaudit gelieferten Dokumente sowie der im Anschluss des Zertifizierungsaudits erstellte Auditbericht geliefert. Das Überwachungsaudit wird dann anhand der Ergebnisse und Auffälligkeiten des Zertifizierungsaudits durchgeführt. Ansonsten gelten die Bedingungen wie zum Zertifizierungsaudit. 6. Auditierung und Zertifizierung Der Auditor überprüft neben den zum Zertifizierungs- oder Überwachungsaudit gelieferten Dokumenten, ein sinnvolles Maß an Maßnahmen des zu zertifizierenden Bereiches. ovvi Umsetzungskonzept - Version

5 Das sinnvolle Maß wird durch den gemäß AZ-Konzept zur Verfügung stehende nauditzeitraum von einem, zwei oder drei Tagen für den zu zertifizierenden Bereiche bestimmt. Für eine erfolgreiche Zertifizierung sollten alle anwendbaren Maßnahmen erfüllt sein. Teilweise erfüllte Maßnahmen sollten wesentliche Anforderungen des Kontrollziels erreichen. Für fehlende Inhalte der Maßnahme ist eine Umsetzungsplanung zu erstellen. Falls eine Maßnahme als entbehrlich betrachtet wird, ist dies ausreichend zu begründen. Nicht erfüllte Maßnahmen des zertifizierbaren Bereiches verhindern die erfolgreiche Zertifizierung. Hinweis: Eine ausreichend erklärte und dokumentierte Kosten-/Nutzen-Analyse, die nachweist, dass eine Maßnahmenumsetzung durch zu erwartende Kosten nicht zu rechtfertigen wäre, kann bei ovvi als entbehrlich bewertet werden. Bei erfolgreichem Audit-Ergebnis, sendet der Auditor den auditierten Basis Sicherheitscheck mit Auditbericht an die Zertifizierungsstelle. Sowohl der Auditor, als auch die Zertifizierungsstelle können Nachweisforderungen, in Form von Dokumenten, oder Nachforderungen der Maßnahmen zur erfolgreichen Zertifizierung einfordern. Bestätigt die Zertifizierungsstelle ein positives Audit-Ergebnis, erhält die auditierte Organisation ein Nachweis auf Papierbasis und in elektronischer Form, sowie den Auditbericht und etwaige ergänzende Erklärungen in elektronischer Form. ovvi Umsetzungskonzept - Version

6 Anhang 1 Beispiel Basis Sicherheitscheck ovvi Als Beispiel dient hier der Baustein B für dessen Maßnahmenumsetzung eine Standardumsetzung beschrieben wird. Die Abweichungen der einzelnen Komponenten (hier Systeme) vom Standard werden in den jeweiligen Feldern der Komponente zu den Maßnahmen definiert. ovvi Umsetzungskonzept - Version

7 Anhang 2 Beispiel zertifizierbarer Bereich Rechenzentrum Das Beispiel-Unternehmen ist Hosting- und Housing Anbieter für mittelständische Unternehmen. Der größte Kunde ist eine Online-Dating Plattform. Diesem Kunden ist selbstverständlich insbesondere an der Vertraulichkeit der personenbezogenen Daten und den Bezahldaten gelegen. a. Sicherheitsleitlinie Das Unternehmensziel Hosting- und Housing-Dienstleistung kann auf die Vertraulichkeit personenbezogener Daten heruntergebrochen werden. Für den zertifizierbaren Bereich Rechenzentrum sollte ein besonderes Augenmerk auf die Zutrittskontrolle gelegt werden, da andere Sicherheitsmaßnahmen der Vertraulichkeit durch Sicherheitsmaßnahmen anderer zertifizierbarer Bereiche abgedeckt werden. Darüber hinaus wird der zertifizierbare Bereich beschrieben, indem der Standort, die beteiligten Räumlichkeiten und elektrischen und elektronischen Zugänge definiert werden. Des Weiteren sollten abstrakte Regeln für die Mitarbeiter definiert werden, wie das oder die Ziele erreicht werden. b. Strukturplan Der zertifizierbare Bereich Rechenzentrum besteht im Wesentlichen aus Versorgungseinrichtungen, wie Strom und Klimaanlage, Kontroll- und Alarmeinrichtungen sowie Brandschutzeinrichtungen. Typische IT-Systeme gehören standardmäßig nicht zum Umfang des zertifizierbaren Bereichs Rechenzentrum. Ein Strukturplan für den zertifizierbaren Bereich Rechenzentrum ist daher tatsächlich ein Infrastrukturplan des Standortes Rechenzentrum und seiner Räumlichkeiten. In diesem Infrastrukturplan werden dann die Positionen beteiligter Versorgungseinrichtungen, Kontrollsystemen und Sensoren, sowie Brandschutzeinrichtungen markiert. Falls es nicht möglich ist, alle beteiligten Komponenten zu kennzeichnen, ist eine Komponentenliste hinzuzufügen, die dann alle beteiligten Komponenten unmissverständlich aufzeigt. c. Modellierung Die Modellierung für das Rechenzentrum ist definiert. Bei drei unveränderlichen Bausteinen werden zwei weitere Bausteine aus fünf verfügbaren Bausteinen ausgewählt. Selbstverständlich müssen diese ausgewählten Bausteine für den aktuellen, zertifizierbaren Bereich anwendbar sein! d. Basis Sicherheitscheck Die Basis Sicherheitscheck werden gemäß dem IT-Grundschutz Standard BSI durchgeführt. Allerdings ist es gestattet, alle Komponenten je zu modellierenden Baustein gemeinsam überprüft werden, wie im Beispiel aus dem Anhang 1 beschrieben ist. e. Zertifizierungsantrag / Auditauftrag Nach Erstellung der Dokumentation wird der Zertiofizierungsantrag mit dokumentiertem Basis Sicherheitscheck gemäß AZ-Konzept gestellt. ovvi Umsetzungskonzept - Version

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