IT-Monitor Kommunal. Zeitschrift der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. SONDERAUSGABE

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1 SONDERAUSGABE NOVEMBER Zeitschrift der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. KOMMUNALER STANDORTFAKTOR Die Bedeutung der öffentlichen IT-Dienstleister für Bürger und Verwaltung Zahlen, Daten, Fakten NETZWERKVERWALTUNG Die Verwaltung der Zukunft muss sich vernetzen Anforderungen an E-Government-Projekte WETTBEWERB Die kommunalen IT-Dienstleister fordern einen fairen Wettbewerb im öffentlichen IT-Bereich IT-Monitor Kommunal

2 \ GRUSSWORT Christian Ude Liebe Leserinnen und Leser! Trotz großer finanzieller Engpässe, erheblicher Arbeitsbelastung z. B. durch die Umsetzung der Reformen am Arbeitsmarkt und trotz fortgesetzten Personalabbaus verfolgen deutsche Städte, Kreise und Gemeinden konsequent das Ziel, die Strukturen und Abläufe in ihren Verwaltungen zu modernisieren. Die wichtigsten Ziele sind dabei die Erhöhung der Effizienz der Verwaltung sowie die Verbesserung der Bürgerorientierung. Beim Auf- und Ausbau einer modernen Dienstleistungsverwaltung stehen nicht mehr nur technische Lösungen im Vordergrund. Die Organisation und die Neugestaltung von Dienstleistungsprozessen rücken zunehmend in den Vordergrund des Interesses. Den kommunalen IT-Dienstleistern kommt dabei die Aufgabe zu, diese durch die technischen Möglichkeiten zu unterstützen. Die im IT-Monitor Kommunal zu Wort kommenden öffentlich-rechtlichen Dienstleister stehen für Kontinuität und sprechen die Sprache der Verwaltung. Bis noch vor wenigen Jahren war nicht in dem Maße wie heute absehbar, welche zentrale Bedeutung eine leistungsfähige IT für die Kommunalverwaltung erlangen würde. Baugenehmigungsprozesse und Bürgerbeteiligungen, Um- oder Abmeldung des Wohnsitzes, Anmeldung eines Gewerbes, Schwertransportgenehmigungen: Dies sind nur einige Beispiele aus Hunderten von möglichen Anwendungen, die mittlerweile auf elektronischem Wege im Internet zur Verfügung gestellt werden. Aber auch dem behördeninternen Datenaustausch über das Internet kommt immer größere Bedeutung zu. Das von der Bundesregierung initiierte Vorhaben Deutschland-Online Infrastruktur befindet sich in der Phase, in der eine Strategie zur Integration und Reorganisation der bereits vorhandenen Strukturen entwickelt wird. Notwendig ist eine nationale IT-Infrastruktur, die die Kleinteiligkeit und Ineffizienz der IT-Landschaft überwindet. Das heute noch bestehende Nebeneinander von unterschiedlichen Betreibermodellen, einer Vielzahl von IT-Dienstleistern, verschiedenen Netzorganisationsformen und -architekturen sowie unterschiedliche Standards für Technik, Sicherheit und Betrieb kann und muss überwunden werden. Eine einheitliche Infrastruktur mit einigen leistungsstarken und effizienten IT-Dienstleistern sollte ein gemeinsames Backbone zur Verfügung stellen, die gesamte Fläche abdecken und Regelwerke für zentrale und dezentrale Dienste bereitstellen. Ziel ist es, die strategische und technische Umsetzung einer nationalen IT-Infrastruktur vorzubereiten, d. h. Partner für die Umsetzung zu gewinnen, eine abgestimmte Gesamtarchitektur zu entwerfen und entsprechende Vorschläge auszuarbeiten und abzustimmen. Hier sind die kommunalen Spitzenverbände gemeinsam mit den Städten und deren IT-Dienstleistern wichtige Partner und Akteure. Ich freue mich, dass Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v., ihre Mitglieder durch Informationsaustausch und Kooperationen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt und den Aufbau einer nationalen IT- Struktur fördert. Der mit dieser Ausgabe erstmals veröffentlichte IT-Monitor Kommunal bietet einen breiten Überblick zu Daten und Fakten, Trends und Tendenzen der kommunalen IT in Deutschland. Er wird Mitgliedern und Unternehmen, aber auch den Entscheidern in Städten, Kreisen und Gemeinden, eine wichtige Informationsquelle sein. Christian Ude Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München und Präsident des Deutschen Städtetages 2 IT-Monitor Kommunal 2007

3 \ EDITORIAL Matthias Kammer Liebe Leserinnen, liebe Leser! Vor Ihnen liegt eine Sonderausgabe der Vitako aktuell. Zum ersten Mal veröffentlicht Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, damit ihren IT-Monitor Kommunal. In kompakter Form lesen Sie hier, welche Bedeutung die kommunalen IT-Dienstleister auf dem Markt haben. Sie erfahren, in welcher Größenordnung unsere Mitglieder agieren, und mit welchen Themen wir uns beschäftigen. Die Zahlen und Fakten aus der Branche unterstreichen die Leistungen der kommunalen IT-Dienstleister und zeigen die Bandbreite unseres Netzwerkes. Der IT-Monitor Kommunal ist in den vergangenen zwölf Monaten in einer kleinen Arbeitsgruppe der Vitako entstanden und basiert auf einer Umfrage (Fragebogen) bei unseren Mitgliedsunternehmen und weiteren öffentlichen IT-Dienstleistern. 48 kommunale IT-Dienstleister haben unsere rund zwanzig Fragen beantwortet. Das ist ein Rücklauf von 91 Prozent. Eine gute Resonanz, die uns bestätigt, dass wir mit unserer Umfrage richtig lagen. Vitako-Mitgliedsunternehmen sind ein Standortfaktor: Insgesamt zählen die befragten Unternehmen Mitarbeiter und betreuen rund PC-Arbeitsplätze. Ein weiterer interessanter Aspekt, der durch das Zahlenmaterial deutlich wird, ist die Tatsache, dass die Bedeutung der kommunalen IT-Dienstleister weniger durch den erbrachten Umsatz als durch ihre Wirkung auf den einzelnen Bürger geprägt wird. Unsere Mitglieder unterstützen die kommunalen Verwaltungen und sorgen dafür, dass diese technisch funktionieren. Welche Themen bewegen die IT-Dienstleister? Der IT-Monitor Kommunal beinhaltet neben den Erhebungsergebnissen Beiträge zu aktuellen Themen der IT-Branche. Sie spiegeln auch die Aktivitäten der Vitako wieder. So erfahren Sie Neues zum Thema E-Government-Landkarte in Deutschland, einem gemeinsamen Projekt mit dem Sächsischen Forschungs- und Transferzentrum für E-Government SORAIA (Seite 17). Und da Informationstechnologie auch immer etwas mit Beschaffung zu tun hat, möchten wir Sie über unsere Position zum Thema Fairer Wettbewerb informieren (Seite 30). Der IT-Monitor Kommunal soll zukünftig jährlich erscheinen und damit die Entwicklung im kommunalen IT-Bereich transparent darstellen. Herzlich danken möchte ich an dieser Stelle dem Autorenteam und natürlich den Unternehmen, die sich an dieser Umfrage beteiligt haben. Eine gute Lektüre wünscht Ihnen Ihr Matthias Kammer Vorstandsvorsitzender Vitako, Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. IT-Monitor Kommunal

4 \ IMPRESSUM \ INHALT Herausg ausgeber eber: Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e. V. Markgrafenstr Berlin Tel. 030 / V.i.S.i.S.d.P.d.P.:.: Holger Förster Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Berichte auch ohne vorherige Absprache zu kürzen. Der Inhalt der Beiträge gibt nicht in jedem Fall die Meinung des Herausgebers wieder. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder elektronische Verbreitung nur mit Zustimmung des Herausgebers. Redaktion: Kirsten Wohlfahrt Auflag uflage: e: 800 Konz onzeption, Layout u. Satz: tz: Ursula Barthel Grafikdesign, Bremen Litho u. Druck: Köhler Druck, Oldenburg Bildnachweis: Deutscher Städtetag, Freie und Hansestadt Hamburg, KGSt, KDVZ Citkomm, Landeshauptstadt Dresden, Pixelio, regio it aachen gmbh, Vitako Autor utoren en dieser Ausgabe: Ulrike Löhr, Vitako; Astrid Huckauf, Lecos GmbH; Björn Jansen, Vitako; Peter Kühne, Vitako; Dieter Rehfeld, regio it aachen gmbh; Dr. Michael Breidung, Eigenbetrieb IT-Dienstleistungen Dresden; Dr. Marianne Wulff, Kommunale Gemeinschaftsstelle für Informationsmanagement; Dr. Michael Neubauer, KDVZ Citkomm; Peter te Reh, Deutscher Städtetag 2 Grußwort 3 Editorial IT-MONITOR KOMMUNAL 6 Einführung Mit welchen Themen beschäftigen sich die kommunalen IT-Dienstleister derzeit besonders? Wieviel Arbeitsplätze betreuen sie? Wie setzt sich die Struktur ihrer Kunden zusammen? Welche Bedeutung haben sie als Standortfaktor im kommunalen Bereich? Antworten auf diese Fragen und weitere gibt dieser erste IT-Monitor Kommunal. 6 Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. Netzwerk Vitako die Themen im IT-Bereich werden immer komplexer. Informations- und Erfahrungsaustausch wird deshalb immer wichtiger. Vitako ist die Drehscheibe für innovative Ideen und Lösungen. 8 Aufgaben kommunaler IT-Dienstleister Das Portfolio der kommunalen IT-Dienstleister ist breit gefächert. Sie leisten Rundum-Service, um die Verwaltungen bei ihren Dienstleistungen zu unterstützen, damit diese ihren Aufgaben bürgernah und effizient nachgehen können. 9 Bedeutung öffentlicher IT-Dienstleister als Standortfaktor Welches Einkaufsvolumen haben die kommunalen IT-Dienstleister? Die Umfrage zeigt: Sie generieren allein im Infrastrukturbereich einschließlich Beratung ein erhebliches Einkaufsvolumen. 4 IT-Monitor Kommunal 2007

5 \ INHALT 11 Bedeutung öffentlicher IT-Dienstleister als Arbeitgeber Kommunale IT-Dienstleister sind wichtige Arbeitgeber. Und attraktive Arbeitgeber noch dazu. Dafür sprechen die niedrigen Fluktuationsraten. Weiterbildung und Personalmanagement sorgen dafür, dass die Mitarbeiter sich auf dem schnelllebigen Markt der Informationstechnologie weiter entwickeln können und dem kommunalen Sektor erhalten bleiben. 20 Wissensmanagement für kommunale Netzwerke Überregionale Kooperationen und Netzwerke schaffen Synergien und Effizienzsteigerungen. Doch in der Praxis fehlt es vielerorts in öffentlichen Verwaltungen an entsprechenden Konzepten und übergreifenden Initiativen. Das Modellprojekt Wissensmanagement für kommunale Rechtsämter (WikoR) gibt ein Beispiel dafür, wie der überregionale und interkommunale Austausch in der Praxis aussehen kann. 14 Struktur und Rechtsform öffentlicher IT-Dienstleister Welche Rechtsformen haben die kommunalen IT-Dienstleister? Welche Rechtsform entspricht am besten den Anforderungen auf dem Markt? Antworten finden Sie hier. 15 Kundenstruktur Der kommunale Bereich ist vielfältig. Die Kunden der kommunalen IT-Dienstleister sind es auch. So sind die öffentlichen IT-Dienstleister nicht nur für die Kommunen an sich tätig, sondern auch für andere Branchen. 15 Qualität und Entwicklung der öffentlichen IT-Dienstleister Wie halten es die kommunalen öffentlichen IT- Dienstleister mit Service Level Agreements? Welche Faktoren spielen eine Rolle, solche Vereinbarungen mit dem Kunden abzuschließen? 24 Die Netzwerkverwaltung der Zukunft Die Verwaltungsorganisation der Zukunft wird durch Denken und Handeln in Prozessen gekennzeichnet sein. Die Möglichkeiten von Informationstechnologie und E-Government beschleunigen diese Entwicklung deutlich. Das erfordert allerdings ein Umdenken bei Prozessen, Arbeitsabläufen und Rollen der Beteiligten in den Verwaltungen. Ein Blick in die Netzwerkverwaltung der Zukunft. 26 Großbaustelle E-Government Noch nie seit Einführung von E-Government im Bereich der öffentlichen Verwaltung im Allgemeinen und der Kommunalverwaltung im Speziellen befanden sich so viele Projekte gleichzeitig in der Umsetzungsphase, wie dies aktuell der Fall ist. Ein Überblick über die wesentlichen Eckpunkte der zentralen E-Government-Projekte und die kommunale Perspektive hierbei. 16 Aktuelle Schwerpunkte Welche Themen bewegen die kommunalen IT- Dienstleister in besonderem Maße? Welche Trends bedingen, dass sie sich mit bestimmten Aufgabengebieten besonders auseinandersetzen? Die Themen und Trends 2007 finden Sie hier. QUO VADIS E-GOVERNMENT 17 Auf dem Weg zu einer E-Government-Landkarte für Deutschland Im Frühjahr 2007 vereinbarten Vitako und das sächsische Forschungs- und Transferzentrum für E-Government, SORAIA, eine Kooperation. Den Anfang der Zusammenarbeit macht das Projekt, gemeinsam eine E-Government-Landkarte für Deutschland zu erstellen. Die ersten Ergebnisse werden hier nun vorgestellt. WETTBEWERB 30 Fairer Wettbewerb trotz ungleicher Ausgangslage In den vergangenen Monaten hat es vereinzelt Kritik an IT-Vergaben öffentlicher IT-Dienstleister gegeben. Es kam zu einer Diskussion privater und öffentlicher IT-Dienstleister. Vitako antwortet hier auf die Kritiken und fordert einen fairen Wettbewerb. Gemeinsam sollten öffentliche und private Dienstleister den kommunalen IT-Markt weiterentwickeln. IT-Monitor Kommunal

6 \ IT-MONITOR KOMMUNAL IT-Monitor Kommunal Dieser vorliegende IT-Monitor Kommunal ist der Beginn einer Erhebung von Daten und Informationen. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren dieses Verfahren weiter ausbauen und vor allem auch weitere kommunale IT-Dienstleister einbeziehen. Für Hinweise und Ideen sind wir offen (Mail an: 1. Einführung Im Rahmen der vorliegenden Studie wurden alle Mitglieder der Vitako, Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, sowie weitere IT-Dienstleister, die keine Vitako-Mitglieder sind, beteiligt. Im Zeitraum Februar bis April 2007 wurde ein Fragebogen mit über 20 Fragen verschickt. Der hohe Rücklauf von 91 Prozent der Fragebögen macht deutlich, dass die Mitglieder die Bedeutung dieser Untersuchung sehr hoch eingeschätzt haben. 48 kommunale IT-Dienstleister haben unseren Fragebogen beantwortet, davon 38 Mitglieder der Vitako. 2. Vitako, die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.v. Die kommunalen IT-Dienstleister in Deutschland haben sich zum 1. Januar 2006 in Vitako, Bundes- Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, organisiert. Unsere derzeit 46 Mitglieder betreuen in Städten, Kreisen und Gemeinden rund IT-Arbeitsplätze. Vitako wurde als Nachfolge- 6 IT-Monitor Kommunal 2007

7 \ IT-MONITOR KOMMUNAL organisation der Arbeitsgemeinschaften AKD (Arbeitsgemeinschaft Kommunale Datenverarbeitung) und KDN (Kommunale Datenverarbeitung Nordrhein-Westfalen) gegründet und hat ihren Sitz in Berlin. Vitako bündelt das Know-how der öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleister und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden und den Medien. Die Bundes-Arbeitsgemeinschaft zeigt die Möglichkeiten moderner Informationstechnik auf und stellt dar, wie öffentliche Dienstleistungen der kommunalen Selbstverwaltung mit Blick auf technische Möglichkeiten künftig unterstützt werden können. Sie versteht sich als Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach der Kommunalen Spitzenverbände. Die öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleister stehen dabei für Kontinuität, sprechen die Sprache ihrer Kunden und können die Komplexität der Aufgabenstellung sowie die politisch-organisatorische Einbindung der öffentlichen Verwaltung am besten beurteilen. Darüber hinaus sind sie mit ihrer Aufbau- und Ablauforganisation vertraut und kennen sowohl die Anbieter- als auch Anwenderperspektive. Vitako unterstützt die Mitglieder bei der Erfüllung ihrer Aufgaben durch Informationsaustausch (z. B. in Hinblick auf Best-Practice-Modelle, Kompetenzzentren, Partnerstrategien) und Kooperationen zwischen den Mitgliedern. Vitako bietet ein Forum für Standardisierungsprojekte der IT-Dienstleister. Die Bundes- Arbeitsgemeinschaft fördert Innovationen in der öffentlichen Verwaltung durch die Beteiligung an der Weiterentwicklung informationstechnischer Architekturmodelle oder durch den Entwurf standardisierter IT-gestützter Verwaltungsprozesse. Außerdem setzt sie sich ein für die Verbundfähigkeit staatlicher und kommunaler IT-Lösungen. Vitako versteht sich als Moderator zum Know-how-Transfer zwischen den Mitgliedern und Kooperationspartnern, im Informationsaustausch mit den Verwaltungsorganisationen von Bund und Ländern, in Abstimmung und enger Zusammenarbeit mit den Kommunalen Spitzenverbänden und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt), bei Projekten der Mitglieder, bei der Koordination von Förderprojekten mit den Landes- und Bundesbehörden, bei der Definition und dem Einsatz von Standards im Bereich E-Government, beim Informations- und Erfahrungsaustausch im Bereich von E-Government-Projekten. Die Unterstützung von Verwaltungsprozessen durch Informationstechnologie ist einerseits selbst von Rationalisierungsvorhaben betroffen und hat andererseits als wichtigstes Optimierungs- und Rationalisierungsmittel zur Ressourcensteuerung beizutragen. Künftige Ressourcenreduzierungen und der damit verbundene Rationalisierungszwang bewirken, dass Hemmnisse (Vorschriften, Überbürokratisierung) abgebaut werden, der Abbau des Personals im öffentlichen Bereich weiter fortschreitet, weitere Haushalts- und Strukturanpassungsmaßnahmen zu berücksichtigen sind, interkommunale Kooperationen bei der Realisierung von Vorhaben verstärkt werden, die kurzfristige Verfügbarkeit einer wirtschaftlichen IT-Lösung ausschlaggebend ist für die Realisierung eines IT-Vorhabens und nichthoheitliche Aufgabenbereiche bezüglich ihrer möglichen Verlagerung in den privatwirtschaftlichen Bereich verstärkt überprüft werden. Angesichts der vielfältigen, parallel geplanten und laufenden IT-Projekte ist Recherche- und Koordinierungsarbeit unverzichtbar; dazu will Vitako beitragen. IT-Monitor Kommunal

8 \ IT-MONITOR KOMMUNAL 3. Aufgaben kommunaler IT-Dienstleister Die kommunalen IT-Dienstleister waren in der Regel Organisationen, die sich seit mehreren Jahrzehnten entwickelt haben. In den westlichen Bundesländern entstanden die ersten IT-Dienstleister in den siebziger Jahren. Sie waren im Allgemeinen verwaltungsinterne Einheiten. In dieser Zeit gab es kaum kommunale Software-Lösungen. Viele dieser Organisationen waren reine Rechenzentren, basierend auf den technischen Plattformen der damaligen Zeit, und versuchten parallel dazu, Software-Lösungen neu zu entwickeln. Dies erfolgte meist in Kooperation mit privaten Partnern. Im Gegensatz dazu begann der Aufbau der IT-Dienstleister in den neuen Bundesländern erst in den Jahren nach Zu diesem Zeitpunkt waren kommunale Verfahren bereits am Markt erhältlich, so dass sich die IT-Dienstleister in den neuen Bundesländern nicht in dieser Breite der Funktionalität entwickelt haben wie in den alten Bundesländern. Insofern muss die Darstellung der Aufgaben und Funktionen der kommunalen IT-Dienstleister von Dienstleister zu Dienstleister unterschiedlich sein. Im Allgemeinen kann festgestellt werden, dass der kommunale IT-Dienstleister mit großem Verständnis der Bedürfnisse des Kunden die IT-Anforderungen umfassend als eine Art Generalauftragnehmer umsetzt. Dabei wird das Spektrum von Technik über Fachverfahren, Beratung bis hin zum Systembetrieb abgesichert. Diese große Breite der Funktionalität, gekoppelt mit der Besonderheit der kommunalen Kunden, kann auch heute kaum von einem privaten Systemhaus geleistet werden. An dieser Stelle wird nur eine grobe Zusammenfassung der Aufgaben und Funktionen von kommunalen IT-Dienstleistern möglich sein: Betrieb Mainframe: Die so genannten Massendatenverfahren vieler kommunaler Kunden laufen nach wie vor auf Mainframes. Serverfarm-Betrieb: Durch die Entwicklung des technischen Fortschritts sind sehr viele Verfahren in der privaten Wirtschaft entstanden, die zielgerichtet auf modernen dezentralisierten Plattformen lauffähig sind. Basisinfrastrukturen: In der Regel stellen die kommunalen IT-Dienstleister die Basisinfrastrukturen in Form von großen Corporate-Networks zur Verfügung. Zum Dienstleistungsangebot gehören Internet-Funktionalitäten genauso wie Sicherheitsfunktionen. Softwareentwicklung: Die Zahl der kommunalen IT-Dienstleister, die noch komplexe große Software-Lösungen entwickeln, wird immer geringer. Die Softwareentwicklung bei den kommunalen IT-Dienstleistern beinhaltet heute meist nur Nischen-Produkte (Produkte, die am Markt nicht erhältlich sind). Software-Betreuung: Diese spezielle Aufgabe geschieht immer in Zusammenarbeit mit anderen Partnern. Hier wird von den kommunalen IT-Dienstleistern sehr oft der First-/Second-Level-Support für einen Software-Hersteller wahrgenommen. Geografische Informationssysteme: Im letzten Jahrzehnt wurde deutlich, dass ein sehr großer Anteil der Geschäftsprozesse der kommunalen Kunden kartografischen Bezug besitzt. Die dazu notwendigen Beratungs- und Betriebsdienstleistungsaufgaben werden sehr oft von den kommunalen IT-Dienstleistern übernommen. Aber auch hier geht es weniger um die Entwicklung von Softwarelösungen, mehr um die Verbindung zwischen den Geschäftsprozessen und den dazugehörigen Daten. Architektur-Beratung: Ein wichtiger Aspekt kommunaler IT-Dienstleister ist die Beratung in Bezug auf IT-Konzeptionen. Dabei ist es wichtig, die bereits im Kapitel 1 benannte Vielfalt von Geschäftsprozessen bei den Kunden mit einem dementsprechenden Maß an Standardisierung und Zukunftssicherheit zu sichern. Dies geschieht meist in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. 8 IT-Monitor Kommunal 2007

9 \ IT-MONITOR KOMMUNAL Organisations-Beratung: Nahezu alle IT-Systeme verändern Abläufe und Prozesse in den Verwaltungen. Damit daraus Synergien erzielt werden können, gehört bei vielen kommunalen IT-Dienstleistern die Organisations-Beratung zum Portfolio. Aus- und Fortbildung: Mit dem spezifischen Wissen über die Bedürfnisse ihrer Kunden sind die kommunalen IT-Dienstleister auch auf diesem Geschäftsfeld aktiv. Callcenter: Zu besseren Erreichbarkeit der kommunalen IT-Dienstleister und Kunden betreiben einige kommunale IT-Dienstleister Call Center. Telekommunikationsbetrieb: In den letzten Jahren wurde bei den kommunalen IT-Dienstleistern Telekommunikation und Datenverarbeitung sehr oft zusammengeführt. Unter den Bedingungen der Entwicklung der Technik zu Voice over IP lassen sich in den nächsten Jahren hier Synergien erzielen. IT-Versorgung an Schulen: Infrastruktur und Betreuung von IT in den Schulen obliegt den Kommunen als Schulträger. Diese bedienen sich für diese Aufgabe der IT-Dienstleister. Projektmanagement: Durch die Einführung von ressort- und ämterübergreifenden Verfahren wurde das Projektmanagement in das Portfolio vieler kommunaler IT-Dienstleister aufgenommen. Support vor Ort: Die Vor-Ort-Betreuung des Kunden soweit notwendig wird von den kommunalen IT-Dienstleistern, sehr oft auch mit privaten regionalen Partnern realisiert. Diese Aufzählung kann keine Garantie für Vollständigkeit bieten, zeigt aber schon sehr deutlich, dass es sich bei den Aufgaben und Funktionen kommunaler IT-Dienstleister um ein sehr breit gefächertes Portfolio handelt. Die Wirtschaftlichkeit ihrer Dienstleistungen beweisen die Mitglieder jeden Tag aufs Neue. In den Städten, Kreisen und Gemeinden kommt es Schritt für Schritt zu einem Umdenken in Richtung weiterer Aufgaben für die kommunalen Unternehmen. Auch die IT-Dienstleister machen sich fit für die Zukunft und sind offen für Überlegungen in Richtung Kooperationen und Fusionen mit anderen Akteuren im Dienstleistungsbereich. 4. Bedeutung öffentlicher IT-Dienstleister als Standortfaktor Wer sorgt eigentlich für den reibungslosen technischen Ablauf einer Stadtverwaltung? Wer kümmert sich um die Vernetzung von Schulen auf einer Lernplattform? Wer bringt innovative Ideen und Konzepte auf dem kommunalen IT-Markt voran? Dies alles können wir! ist die von kommunalen IT-Dienstleistern gegebene Antwort. In der Industrie, etwa im Automobilbau oder im Bankenbereich, besteht der Geschäftsalltag aus fünf bis zehn Kernkompetenzen, die es per IT darzustellen gilt, so Ralph-Peter Rembor, Leiter des Public Sector-Bereichs bei SAP Deutschland. Dagegen können im öffentlichen Sektor leicht zwischen 100 und 150 Prozesse identifiziert werden, schließlich zählt jeder Dienstleistungskomplex eines Amtes und jedes Fachverfahren einer Kommune zum Kerngeschäft. Diese Prozesse werden durch Informations- und Kommunikationsprozesse innerhalb der öffentlichen Verwaltung technisch unterstützt. Die Vielfältigkeit und Heterogenität in der kommunalen IT-Landschaft resultieren daraus. Eine funktionierende kommunale Verwaltung sorgt darüber hinaus mit vielen Schnittstellen nicht nur zu anderen Städten, Kreisen und Gemeinden bzw. Behörden, sondern auch zu Institutionen auf Landes- oder Bundesebene für eine große Herausforderung an die kommunalen IT-Dienstleister. IT-Monitor Kommunal

10 \ IT-MONITOR KOMMUNAL Die Bedeutung der kommunalen IT-Dienstleister zeigt sich auch in den folgenden Zahlen: Die Umsätze der befragten Mitglieder lagen im Jahre 2006 bei 1,03 Mrd. Euro. Für das Jahr 2007 wird sich diese Summe um 1,91 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro erhöhen. Die kommunalen IT-Dienstleister generieren allein im Infrastrukturbereich einschließlich technologischer Beratung (ohne Software) ein erhebliches Einkaufsvolumen, das sich im Jahr 2006 insgesamt auf rund 218 Mio. Euro belief (Abb. 1). Abbildung 1 Einkaufsvolumen 2006 Beratung 32 % Einkaufsvolumen Mio. Datennetze 27 % Endgeräte 13 % Server, Router, Switcher 28 % Für das Jahr 2007 rechnen die befragten Unternehmen mit einem Einkaufsvolumen in diesem Bereich von 224 Mio. Euro (Abb. 2). Das reale Ergebnis wird unserer Einschätzung nach aufgrund der anziehenden Konjunktur und dem verbreiteten Investitionsdruck von kommunaler Seite noch ein wenig höher ausfallen. Abbildung 2 Einkaufsvolumen 2007 Beratung 33 % Einkaufsvolumen Mio. Datennetze 26 % Endgeräte 12 % Server, Router, Switcher 29 % Sowohl die erwarteten Umsatzanstiege als auch der geplante Anstieg des Einkaufsvolumens im Infrastrukturbereich spiegeln nicht in vollem Maße das vom Marktforschungsunternehmen IDC erwartete Wachstum des IT-Marktes im öffentlichen Sektor von jährlich acht Prozent wieder. Die Zahlen zeigen aber, dass trotz des Kostendruckes in den kommunalen Verwaltungen bei realistischen Prognosen mit einem Anstieg der Ausgaben für Informationstechnologie gerechnet wird. Bei genauer Betrachtung der Zahlen stellt man fest, dass knapp ein Drittel der eingekauften Leistungen Beratungsleistungen sind. In diesem Bereich kaufen die kommunalen IT-Dienstleister in erheblichem Maß Know-how aus der privaten Wirtschaft ein. Angesichts steigenden Kostendrucks ist auch die kommunale 10 IT-Monitor Kommunal 2007

11 \ IT-MONITOR KOMMUNAL IT immer mehr gefordert, die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, die Total Cost of Ownership zu senken und mehrwertschaffende Beiträge zu leisten. Durch Beratung legen zunehmend auch kommunale IT-Dienstleister den Grundstein für die technologische Gestaltung zukunftsgerichteter IT-Strukturen. Ziel ist es, durch die Konsolidierung von Systemen Kosten zu senken und Schnittstellen zu beseitigen. Externe Experten helfen, einen Rahmen für Lösungen sowie deren technische Architektur zu definieren. Laut dem Branchenverband BITKOM (ITK-Marktzahlen Frühjahr 2007 und Branchenbarometer Frühjahr 2007) wird der ITK-Markt in Deutschland um zwei Prozent auf 149 Mrd. Euro wachsen. Die von Vitako vertretenen kommunalen IT-Dienstleister decken also weniger als ein Prozent des gesamten IT-Marktes in Deutschland ab. Hierbei muss man beachten, dass bei vielen kommunalen Kunden nicht alle Ausgaben für IT an den kommunalen IT-Dienstleister gehen, sondern sehr oft auch weitere Ausgaben existieren. Aufgrund der kameralen Haushaltsführung sind Ausgaben für IT oft in den Haushaltsplänen der Kunden unter anderen Begriffen bzw. anderen Verantwortlichkeiten versteckt. Auch unter Betrachtung dieser Tatsache ergibt sich die Bedeutung der kommunalen IT-Dienstleister, insbesondere der von Vitako vertretenen, weniger aus ihrem Marktanteil als vielmehr aus der Tatsache, dass diese Dienstleister für die Erbringung von kommunalen Dienstleistungen für rund 70 Prozent der deutschen Bevölkerung tätig sind. Dass dies mit nur einem Prozent des ITK-Marktvolumens geleistet wird, ist ein Anzeichen für kostenoptimierte bzw. kostengünstige Dienstleistungen in diesem Bereich! Dies ist auch ein Zeichen dafür, dass der kommunale IT-Markt eher ein Low Cost-/Low Budget-Markt ist. Überwiegend sind die Kommunalen IT-Dienstleister Partner der Privatwirtschaft. Es gibt in der Regel über viele Jahre Partnerschaften und Zusammenarbeit, zum großen Teil mit regionalen aber auch überregionalen Partnern in der Privatwirtschaft. Die Kommunalen IT-Dienstleister verstehen sich mehr in der Rolle einer Scharnierfunktion zwischen kommunaler Verwaltung und privater Wirtschaft. Mit dem Know-how der Mitarbeiter vermitteln die kommunalen IT-Dienstleister sehr oft zwischen den Anforderungen der Kunden und den Unternehmen der Privatwirtschaft. 5. Bedeutung öffentlicher IT-Dienstleister als Arbeitgeber Mit insgesamt Mitarbeitern bei den befragten Unternehmen wird ein Umsatz pro Mitarbeiter und Jahr in Höhe von ca Euro im Jahr 2006 generiert. Um diese Zahl zu ermitteln wurde versucht, Bereiche mit Handelsware (z. B. Gebühren als durchlaufenden Posten) bei den Dienstleistern, nicht zu betrachten. Die personelle und technische Ausstattung der kommunalen IT-Dienstleister ermöglichte eine Betreuung von insgesamt rund PCs in unterschiedlichen kommunalen Bereichen. Die Fluktuationsrate des Personals unserer Mitglieder liegt bei nur 1,6 Prozent im Branchenschnitt liegt sie bei ca. zehn Prozent. Unsere Mitglieder sind ihren Kunden dadurch mit bewährten Mitarbeiterstrukturen verlässliche Partner. Das spezifische Fachwissen bleibt vorhanden und wechselt nicht, wie bei vielen Privaten, von Projekt zu Projekt. Die niedrige Fluktuationsrate ist eine gute Basis, um uns zu innovativen und verlässlichen Partnern mit einer motivierten und leistungsbereiten Mitarbeiterschaft entwickeln zu können. Das geringe Job Hopping liegt zu einem Teil natürlich auch daran, dass die IT-Dienstleister in der Regel ausgesprochen regional tätig sind (was sehr oft vorteilhaft für den Mitarbeiter ist). Zum anderen besitzen die Mitarbeiter (abhängig von Rahmenbedingungen) einen relativ sicheren Arbeitsplatz. Diese Vorteile zu nutzen und im Gegenzug die Nachteile zu reduzieren, ist sehr oft abhängig von der Rechtsform der kommunalen IT-Dienstleister (siehe dazu auch Kapitel 6.) IT-Monitor Kommunal

12 \ IT-MONITOR KOMMUNAL Demgegenüber steht aber auch im Vergleich zum allgemeinen IT-Markt ein etwas höheres Durchschnittsalter der Mitarbeiter der kommunalen IT-Dienstleister (Abb. 3). Abbildung 3 Anteil Altersgruppen an Mitarbeiterschaft in Prozent % Altersstruktur Mitarbeiter ,5 0 < >55 Altersgruppe Insbesondere das höhere Durchschnittsalter der Mitarbeiterschaft zeigt im Hinblick auf die demographische Entwicklung der nächsten Jahre, dass hier enormer Handlungsbedarf besteht. Betrachtet man die Altersstrukturen differenziert nach Rechtsform, stellt man fest, dass GmbHs die gesündesten Altersstrukturen aufweisen (Abb. 4 und 5). Abbildung 4 Anteil Altersgruppen an Mitarbeiterschaft nach Rechtsformen % Altersstruktur kommunaler IT-Dienstleister nach Rechtsform MA jünger als 35 Jahre MA 36 bis 55 Jahre MA älter als 56 Jahre Amt ZV AöR EB GbR GmbH Rechtsform In fünf Jahren wird ein größer werdender Teil der Beschäftigten 55 Jahre und älter sein und bis 2020 sein Unternehmen oder die Verwaltung verlassen. Diese Entwicklung bietet einerseits eine gute Ausgangslage für Kostenreduzierung in den Unternehmen, für die Optimierung interner Prozesse und für Unterstützung durch neue Techniken. Andererseits zeichnen sich Risiken ab: Ab 2010 wird eine große Anzahl an Fachkräften ausscheiden und damit auch Wissen und Erfahrung verloren gehen. 12 IT-Monitor Kommunal 2007

13 \ IT-MONITOR KOMMUNAL Die entstehenden Lücken können aufgrund des abnehmenden Arbeitskräfteangebotes nicht mehr vollständig geschlossen werden. Ein steigender Anteil älterer Arbeitnehmer kann zu erhöhten Fehlzeiten führen (ältere Arbeitnehmer sind seltener, aber länger krank). Es kann zu eingeschränkter Personaleinsatzflexibilität kommen. Es können Know-how Lücken bei neuen Techniken entstehen. Um gegensteuern zu können, müssen die Maßnahmen des Personalmanagements rechtzeitig den sich verändernden Altersstrukturen angepasst werden. Hierzu gehören sowohl die Nachwuchsrekrutierung und -integration als auch die Organisation des Wissenstransfers sowie Strategien zur Erhaltung, Förderung und Nutzung der vorhandenen Potenziale. Zu den notwendigen Maßnahmen gehört auch die kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeiter. Unsere Befragung zeigt, dass die Mitglieder ihr Personal ständig fortbilden. Im Jahr 2006 wurden insgesamt 6,56 Mio. Euro für Weiterbildung ausgegeben. Das entspricht einer Quote von durchschnittlich rund 898 Euro pro Mitarbeiter und Jahr, wobei der Aufwand für Weiterbildung pro Mitarbeiter und Jahr zwischen den befragten IT-Dienstleistern zwischen 177 Euro und Euro schwanken. Im Durchschnitt betrachtet ist dieser Aufwand für Qualifikation und Weiterbildung im Vergleich zu großen Unternehmen im IT-Bereich eher als zu gering zu betrachten. Aber gegenüber der Situation der vergangenen Jahre ist diese Entwicklung sehr positiv. Für das Jahr 2007 planen die Unternehmen rund 7,6 Mio. Euro Weiterbildungskosten ein. Diese Steigerung von rund 15,8 Prozent führen wir auf die Vorbereitung der Mitarbeiterschaft auf die Thematik Doppik/Neues kommunales Finanzmanagement zurück sowie auf die Erkenntnis, dass nur mit gut ausgebildeten Mitarbeitern die Anforderungen der nächsten Jahre erfüllt werden können. Abbildung 5 Fluktuation und Ausbildungsquote nach Rechtsformen Private IT-Unternehmen klagen schon heute über akuten Fachkräftemangel als Wachstumshemmnis. Die kommunalen IT-Dienstleister werden in den kommenden Jahren aufgrund der demographischen Entwicklung gezwungen sein, altershalber ausgeschiedene Fachkräfte durch junge Mitarbeiter zu ersetzen. Langfristig ist es hier sinnvoll, vor allem durch die Ausbildung von jungen Leuten für nachwachsende Fachkräfte zu sorgen. Eine Ausbildungsquote von nur drei Prozent erscheint hier als viel zu niedrig, um die Anforderungen der Zukunft erfüllen zu können. Die kommunalen IT-Dienstleister sollten hier auch in einer Vorbildrolle für Fluktuation und Ausbildungsquote nach Rechtsform privatwirtschaftliche Unternehmen sichtbar % 7,00 6,00 Fluktuation Ausbildungsquote werden und die Ausbildungsquote signifikant erhöhen! 5,00 4,00 3,00 2,00 1,00 0,00 Amt ZV AöR EB GbR GmbH Rechtsform IT-Monitor Kommunal

14 \ IT-MONITOR KOMMUNAL Am Rande sei bemerkt, dass auch 17 Jahre nach der Wende festzustellen ist, dass der Frauenanteil bei kommunalen IT-Dienstleistern im Gebiet der ehemaligen DDR signifikant höher ist, als im Westteil der Bundesrepublik, was aus der Herkunft der Dienstleister aus der typischerweise frauenstarken öffentlichen Verwaltung resultiert (Abb. 6). Abbildung 6 Frauenanteil an Mitarbeiterschaft in Prozent % Frauenanteil bei kommunalen IT-Dienstleistern 36,83 40,00 35,00 28,04 30,00 25,00 20,00 15,00 10,00 5,00 0,00 Ost West 6. Struktur und Rechtsform öffentlicher IT-Dienstleister Die Städte, Kreise und Gemeinden und deren IT-Dienstleister haben die Herausforderung angenommen, die kommunale IT-Dienstleistungen zu modernisieren. Durch die vorangetriebenen Prozesse kommt es zu einer zunehmenden Verselbständigung kommunaler IT-Einheiten (Ausgliederung in Regie- und Eigenbetrieb ebenso wie eine Rechtsformumwandlung in kommunale Eigenbetriebe und GmbH oder Zusammenschlüsse in Zweckverbänden). Dabei sind folgende Rechtsformen in der Praxis anzutreffen: Abteilung/Referat/Amt innerhalb der Städte, Kreise und Gemeinden Eigen-/oder Regiebetrieb Anstalt des öffentlichen Rechts Zweckverband GbR GmbH Abbildung 7 Anzahl Unternehmen in verschiedenen Rechtsformen Zweckverband 11 Rechtsform Amt 8 GbR 1 AÖR 4 GmbH 14 Eigenbetrieb IT-Monitor Kommunal 2007

15 \ IT-MONITOR KOMMUNAL 7. Kundenstruktur Abbildung 8 Kundenstruktur % Anzahl kommunaler IT-Dienstleister, die tätig sind für: Entsorger Kommunen Krankenhäuser Verkehrsunternehmen Versorger Branchen Alle befragten IT-Dienstleister haben neben der Verwaltung auch andere kommunale Unternehmen als Kunden. Von den 48 befragten Unternehmen sind insgesamt 23 nur für Kommunalverwaltungen tätig, die übrigen 26 auch für andere kommunale Unternehmen (Abb. 8). 8. Qualität und Entwicklung der öffentlichen IT-Dienstleister Abbildung 9 Anteil der Unternehmen mit Service Level Agreements Insgesamt gaben 27 Unternehmen (56 Prozent) bei der Abfrage an, keine Service Level Agreements (SLA) mit ihren Kunden vereinbart zu haben. 21 Unternehmen (44 Prozent) gaben an, dass sie mit ihren kommunalen Kunden vollständig oder teilweise SLA vereinbart haben. Wobei hier deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechtsformen festzustellen sind (siehe Abbildung 9). Je näher ein Dienstleister am Kunden organisiert ist, um so weniger besteht bis heute die Notwendigkeit von Service Level Agreements. Das bedeutet, dass IT-Dienstleister in der Rechtsform des Amtes in der Regel diese kaum mit dem Kunden vereinbart haben. Dagegen sind Dienstleister, die auf Basis eines Entgeltvertrages Leistungen erbringen, eher gezwungen, Service Level Agreements abzuschließen und ihre Leistungen an diesen vereinbarten Service Level messen zu lassen. Anteil der Unternehmen mit SLA nach Rechtsform % 100,00 80,00 60,00 40,00 20,00 Die Forderung der Kunden nach klaren SLA wird größer, aber auch und vor allem durch den Kostendruck bei den IT-Dienstleistern werden Service Level-Vereinbarungen sich deutlich schneller entwickeln müssen als vermutet. 0,00 Amt ZV AöR EB GbR* GmbH Rechtsform * GbR: nur 1 Unternehmen IT-Monitor Kommunal

16 \ IT-MONITOR KOMMUNAL 9. Aktuelle Schwerpunkte Hohes Einkaufsvolumen, zunehmende Transparenz, gute Umsätze: Was bewegt unsere Mitglieder außerdem im Jahr 2007? Das folgende Diagramm zeigt, wie häufig Themen, die im Jahr 2007 eine für die befragten Unternehmen wichtige Rolle spielen, (Abb. 10) genannt werden. Es ist nicht überraschend, dass das Neue Kommunale Finanzwesen (NKF) auch für die IT-Dienstleister das wichtigste Thema darstellt, ergeben sich hieraus doch große Herausforderungen in den nächsten Jahren, die aus der Umstellung der Finanzverfahren in den Kommunen resultieren. Auch Themen E-Government/Dokumentenmanagement/E-Procurement, die bei einer Vielzahl von Prozessen und Verfahren in den Verwaltungen eine wachsende Rolle spielen, sind für die IT-Dienstleister wichtige Bereiche. Aus der Sicht der IT-Dienstleister liegen in diesen Themen die größten Innovations- und Rationalisierungspotenziale. Jedoch werden von den kommunalen Kunden noch immer die relativ hohen Einstiegskosten gescheut. An dritter Stelle der Nennungen steht das Thema IT Infrastructure Library (ITIL)/ SLA/Prozessmanagement. Dies zeigt das intensive Bestreben der Dienstleister, durch interne Veränderungen die Prozesse der Leistungserbringung zu optimieren. Abbildung 10 Themenschwerpunkte 2007 (Anzahl der Nennungen) Thema Themen 2007 NKF/Doppik E-Government/E-Procurement/ Dokumentenmanagement ITIL/SLA/Prozessmanagement Fusion/Kooperation/ Out/Insorcing VOIP x-meld Ablösung Zentralverfahren Nennungen 16 IT-Monitor Kommunal 2007

17 \ QUO VADIS E-GOVERNMENT Von Bürokratieabbau bis zur Verwaltungsmodernisierung Auf dem Weg zu einer E-Government-Landkarte für Deutschland Dr. Michael Breidung, Betriebsleiter des Eigenbetriebs IT-Dienstleistungen Dresden Im Frühjahr 2007 vereinbarten Vitako, die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister, sowie das sächsische Foto: Landeshauptstadt Dresden Forschungs- und Transferzentrum für E-Government, SORAIA, eine Kooperation. Den Anfang der Zusammenarbeit macht das Projekt, gemeinsam eine E-Government-Landkarte für Deutschland zu erstellen. Die ersten Ergebnisse werden hier nun vorgestellt. Bislang wird beziehungsweise wurde die ebenenübergreifende Harmonisierung der E-Government- Entwicklung in Deutschland über aktionsund transferorientierte Aktivitäten wie die Projekte Deutschland-Online oder vorangetrieben. Hierbei werden gezielt einzelne Themen und Lösungen fokussiert, nicht zuletzt um aktuellen politischen Entwicklungen auf nationaler und europäischer Ebene adäquat Rechnung zu tragen. Trotzdem nimmt Deutschland in internationalen Vergleichen über die Umsetzung und Wirksamkeit von E-Government-Lösungen meist mittlere bis hintere Ränge ein. Es stellt sich die Frage, warum das so ist. Haben wir Deutschen einen notwendigen Trend zu spät erkannt oder versagt gar deutsche Ingenieurskunst auf dem Gebiet der Informationstechnologie? Diese Frage ist sicher nicht erschöpfend zu beantworten, zumal der Aufbau der internationalen E-Government-Vergleiche genauer unter die Lupe genommen werden müsste. Zum Beispiel wäre zu untersuchen, ob der Fragen- und Vergleichsfokus zentralistische Staaten strukturell besser aussehen lässt, als föderal organisierte Staatsformen. Zumindest scheint der Föderalismus, welcher in vielerlei Hinsicht ein gesellschaftlicher Gewinn ist, für die bundesweite Umsetzung der Verwaltungsmodernisierung mit Hilfe von E-Government eine ständige Herausforderung zu sein. Harmonisierung der E-Government- Strategien als besondere Aufgabe Vitako und SORAIA, das sächsische Forschungs- und Transferzentrum für E-Government, haben eine Zusammenarbeit vereinbart, um E-Government gemeinsam besser erforschen zu können. Ein zentrales Projekt ist hierbei die Ausarbeitung einer E-Government-Landkarte für Deutschland. Beide Partner haben die Hypothese aufgestellt, dass für eine langfristige erfolgreiche Entwicklung die Harmonisierung der E-Government-Strategien auf allen Ebenen unseres föderalen Systems eine besondere Rolle zukommt. Die E-Government- Landkarte soll zum einen als Bestandsaufnahme des Status quo dienen und zum anderen ein Hilfsmittel der Information und Kommunikation der Entscheidungsträger untereinander werden. Für diesen Artikel wurde ein Auszug der ersten Bestandsaufnahme der E-Government-Konzepte der Bundesländer ausgewählt, da ihnen quasi als Rahmenbedingung kommunaler E-Government- Strategien eine besondere Rolle zufällt. Zum Beispiel ergab eine Umfrage des Deutschen Instituts für Urbanistik in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) bei über 300 deutschen Kommunen 2006, dass der größte Anteil geförderter E-Government-Aktivitäten mit Landesfördergeldern realisiert wird, welche sich in der Auswahl der Projekte natürlich an den jeweiligen Landesstrategien orientieren. Auch aus gesamtstaatlicher Sicht dürften die Konzepte und Strategien der Bundesländer aufgrund der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern (Artikel 30 Grundgesetz) wesentlich für die Gesamtentwicklung von E-Government in Deutschland sein. Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf grundlegende Aspekte der Strategien, wie Alter, Reichweite (Laufzeit), IT-Monitor Kommunal

18 \ QUO VADIS E-GOVERNMENT keine Angabe Ziele und Zielgruppen. Die Recherche erfolgte online. Da alle E-Government- Strategien überwiegend Zielgruppen außerhalb der eigenen Verwaltung angegeben haben, wurde als selbstverständlich vorausgesetzt, dass die Strategie selbst diesen Zielgruppen ebenfalls zugänglich gemacht wird. Was würde sich dafür besser anbieten als die Informationstechnologie, speziell das Internet, da E-Government in seiner Kerndefinition in der Regel als IT-gestütztes Verwaltungshandeln spezifiziert wird. In diesem Zusammenhang gilt mein spezieller Dank Herrn Steffen Kröher, der keine Mühen scheute, die Online-Auftritte der Bundesländer nach E-Government-Informationen zu durchstöbern. Unterschiedliche Strategienamen und Ressorts Zunächst fällt auf, dass sich sowohl die Benennung, als auch die Verantwortlichkeiten für E-Government-Strategien voneinander unterscheiden. Von E-Government- Strategie sowie E-Government-Konzept über Masterplan bis Aktionsplan sind die Strategiedokumente benannt, welche im Weiteren E-Government-Strategien genannt werden. Weiterhin waren die Recherchen nach einem Strategiedokument des Landes Schleswig-Holsteins nicht erfolgreich. Unter der Annahme, dass ein online nicht verfügbares Dokument existiert, werden weitere Recherchen in dem zuständigen Ressort erfolgen müssen. Die Verantwortlichkeiten liegen sowohl in den jeweiligen Innenministerien aber auch in der Staatskanzlei oder im Finanzministerium. Zu befürchten steht, dass mit den unterschiedlichen Verantwortlichkeiten auch die Schwerpunktsetzung entsprechend den unterschiedlichen Verantwortungsbereichen variiert und eine einheitliche Entwicklung von E-Government behindert. In der nächsten Zeit wird diese Hypothese näher zu untersuchen sein. Abbildung 1: Entstehungsjahre der Strategien Neben der Zuständigkeit ist auch das Alter der Entstehung der Strategie ein zweites wichtiges Indiz zur Einschätzung einer einheitlichen E-Government-Entwicklung. Sowohl die politische Situation als auch die technologischen Möglichkeiten sind starken Veränderungen unterworfen. Die E-Government-Strategie als unterstützendes Element politischer Zielsetzungen ist aufgrund dieser Entwicklungen ebenfalls Veränderungen unterworfen. Die stringente Verfolgung veralteter Technologien oder überholter politischer Zielrichtungen erscheint eher kontraproduktiv für die E-Government-Entwicklung Deutschlands. Je jünger, desto besser? Aus Abbildung 1 wird ersichtlich, dass das Entstehungsalter der derzeit aktuellen E-Government-Strategien der Länder um bis zu fünf(!) Jahre voneinander abweichen. Das älteste Konzept ist 2001 in Thüringen entstanden, während in drei Bundesländern 2006 eine überarbeitete Strategie verfügbar ist. Auch hier drängt sich die Hypothese auf, dass die neueren E-Government-Strategien tendenziell die geeigneteren Strategien sind. Abbildung 2: Reichweite der Strategien (Angabe des Ablaufjahres oder des letzten angegebenen Meilensteins) Kombiniert man diese Betrachtungsweise mit der Reichweite der Strategien (siehe Abbildung 2) ergibt sich die Schlussfolgerung, dass sich in den Jahren 2007/ 2008 eine ganze Reihe Fortschreibungen ergeben müssen, da der letzte angegebene Meilenstein bzw. die Strategie selbst zum Abschluss gebracht werden sollen. Die jetzige Situation wäre somit in absehbarer Zeit behebbar. Neben diesen aus eher formalen Unterschieden abgeleiteten Aussagen sollen noch zwei sehr grundlegende Aspekte für eine Einheitlichkeit der E-Government-Entwicklung untersucht werden, nämlich die explizit formulierten strategischen Ziele sowie die angesprochenen Zielgruppen keine Angabe 18 IT-Monitor Kommunal 2007

19 \ QUO VADIS E-GOVERNMENT Bei letzterem zeigt sich ein sehr einheitliches Bild (Abbildung 3). Bei allen Ländern finden sich die Zielgruppen Bürger, Wirtschaft (Unternehmen) und Verwaltung. Einzig Nordrhein-Westfalen zielt zusätzlich noch auf die Politik als Zielgruppe. Hier gilt es in weiteren Veröffentlichungen zu untersuchen, inwiefern diese zusätzliche Zielgruppe auf die Strategieformulierung Auswirkungen hat. Abbildung 3: Zielgruppen Ein weitaus differenzierteres Bild zeigt sich im Bereich der Ziele. Drei Ziele heben sich aufgrund der Häufigkeit ihrer Nennung von allen anderen ab. Verbesserung der Kommunikation sowie des Kundenzugangs Steigerung der Effizienz/Wirtschaftlichkeit (zum Teil als Kosteneinsparung formuliert) Steigerung der Attraktivität des Standortes bzw. Standortmarketing Homogene Ziele beim E-Government Abbildung 4 zeigt, welche Bundesländer diese Ziele in ihrer Strategie aufgeführt haben. Hier scheint sich analog zu den Zielgruppen eine große Homogenität abzuzeichnen. Problematisch ist aber, dass neben diesen Zielen häufig noch weitere Ziele genannt werden, welche inhomogen sind, zum Beispiel: Verwaltungsmodernisierung (Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen) Haushaltkonsolidierung (Niedersachsen) Prozessoptimierung (Bayern, Sachen-Anhalt) Bürokratieabbau (Brandenburg) Privatisierung (Baden-Württemberg) Da sich die Priorisierung der konkreten Projekte an den strategischen Zielen orientiert, können die inhomogenen Ziele auch zu einer inhomogenen Entwicklung führen. Diese Hypothese wäre anhand des aktuellen E-Government-Entwicklungsstandes überprüfbar. Insgesamt zeigt der ausgewählte Ausschnitt aus der Analyse der E-Government-Konzepte der Länder, dass eine grundsätzliche Übereinstimmung der Wesentlichen Ziele und Zielgruppen für eine homogene E-Government-Entwicklung in Deutschland gegeben ist. Trotzdem weisen weitere inhomogene Ziele als auch die unterschiedlichen Entstehungszeitpunkte der Strategien auf Hindernisse für eine einheitliche E-Government-Entwicklung hin. Abbildung 4: Angabe der Ziele Kommunikation, Effizienz, Standortmarketing Da in den kommenden Jahren eine Vielzahl von E-Government-Strategien, gemessen an Ihrer Reichweite, einer Fortschreibung bedürfen, besteht hier eine Chance, diese Entwicklung zu korrigieren. Die dargelegten Untersuchungsergebnisse stellen vorerst nur einen Teil der Analysen im Rahmen der E-Government- Landkarte dar. In diesem Artikel wurden eine Reihe von Hypothesen aufgestellt, deren Überprüfung derzeit erfolgt. Weiterhin soll nochmals darauf hingewiesen werden, dass es sich um E-Government- Strategien auf Landesebene handelt. Eine größere Relevanz wird die Untersuchung der E-Government-Strategien auf kommunaler Ebene besitzen. Die eingangs erwähnte Umfrage des Instituts für Urbanistik zeigt, dass nur etwas mehr als 40 Prozent der befragten Körperschaften überhaupt eine Strategie besitzen, über deren Homogenität sich derzeit nur spekulieren lässt. Hier besteht noch ein großer Untersuchungs- und Veröffentlichungsbedarf, welcher sukzessive mit der Entwicklung der E-Government-Landkarte Deutschlands dargestellt werden wird. IT-Monitor Kommunal

20 \ QUO VADIS E-GOVERNMENT Plattform für kommunale Modellprojekt Wissensmanagement für 20 IT-Monitor Kommunal 2007

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