Ein Wochenende für ältere Konfirmandinnen und Konfirmanden Praktikable Denkanstöße für Jugendliche

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1 Ökologie des Internets Ein Wochenende für ältere Konfirmandinnen und Konfirmanden Praktikable Denkanstöße für Jugendliche

2 Vorwort Ohne Frage spielt das Internet für junge Menschen eine herausragende Rolle in ihrem privaten und schulisch-beruflichen Leben. Es bietet hervorragende Möglichkeiten der Information und Kommunikation und ist in den wenigen Jahren seines Bestehens längst selbstverständlich geworden. Dennoch hat auch das Internet seine Grenzen, kann das Leben der Menschen beeinflussen und beeinträchtigen und weist Gefahrenpunkte auf. Wir, eine Jugendgruppe aus Westerland, sind an einem Wochenende miteinander weggefahren und haben uns die Aufgabe gestellt, die sehr verschiedenen Aspekte des Internets mit eigenem Blick unter die Lupe zu nehmen. Für uns vollzieht sich Leben in vielen konkreten Erfahrungen und in Gemeinschaft mit anderen. Wir stellten fest, dass sich das Internet daneben bis heute als eine Art Matrix entwickelt, die wie eine zweite virtuelle Realität die reale Welt überkleidet und mit hoher Attraktivität und Akzeptanz viele Menschen mit Bildwelten, Selbstdarstellungsmöglichkeiten und nicht zuletzt Tabubrüchen fasziniert. Mit dieser Matrix werden vorfindliche Begrifflichkeiten und Werte vielfach neu definiert; Freiheit etwa wird völlig entgrenzt, Mehrheiten werden mit einfachsten, massenhaften Abstimmungen ( Gefällt-mir-Button / Schwarmintelligenz ) ermittelt, propagiert und wirksam gemacht. Das Medium Internet kann so dazu verführen, wirkliches Leben und Matrix nicht mehr zu unterscheiden bzw. unterscheiden zu können. Unter dem Stichwort Ökologie verstanden wir deshalb nicht nur Interesse für und Aufklärung über die wirtschaftlichen, arbeitsorganisatorischen und rohstofftechnischen Produktions-zusammenhänge, die der Betrieb des Internets verlangt, sondern auch den eigenen bewussten und kritischen Umgang mit diesem Medium, von dem wir erfahren, dass es Menschen bereichert, ihnen dient und hilft, ihnen aber auch schaden und sie möglicherweise zerstören kann. Nach einem ausführlichen Brainstorming haben wir unsere Erfahrungen und Beobachtungen zusammengefasst und systematisch geordnet (Foto). Danach haben wir uns auf zwei Themenschwerpunkte verständigt, von denen wir glauben, dass sie für ältere Konfirmandinnen und Konfirmanden besonders relevant sein könnten: die wollten wir nachvollziehbar darstellen. Zu beiden Themenbereichen haben wir darum Arbeitsvorschläge erarbeitet, die etwa im Rahmen eines Konfirmandenwochenendes oder anderer Veranstaltungen für Jugendliche durchgeführt werden könnten. Wir hoffen, dass unsere Ideen anderen Jugendlichen helfen werden, den Umgang mit dem Medium Internet bewusst zu gestalten. Im Mai 2012

3 Die Gruppe: Maike Schuster (16), Magdalena Engert (16), Tabea Olsson (17), Carolin Horn (17), Christopher Gribbohm (17), Christopher Wohlfahrt (17) Hauke Albertsen (17), Marius Sass (17) Pastor Christoph Bornemann (Redaktion) Evangelische Jugend Westerland /Sylt

4 I. Das Opening a.) Die Konfirmandengruppe sitzt im Kreis auf dem Fußboden. Ein großes Tuch aus weißem Chiffon als Symbol für die Matrix Internet wird durch Teamer über alle gebreitet. Ein Teamer spricht dazu die Geschichte des Internets (Mat. 1). b.) Das Tuch wird entfernt und in die Mitte gelegt. Die Gruppenmitglieder assoziieren frei: Meine Erfahrungen mit dem Netz ; ihre Wortmeldungen werden mit Filzstift auf dem Tuch dokumentiert (Unterlage!) II. Informationen a.) Wie das Netz funktioniert Vortrag: Erklärung anhand des Schemas (Mat. 2); Hinweis auf vereinfachte Darstellung erforderlich! b.) Wissenswertes über das Netz Quizfragen über das Internet als Gruppenwettspiel (Mat. 3) Inhaltliche Auswertung Ermittlung der gewinnenden Gruppe c.) Eigenrecherchen zu weiteren Themen rund ums Internet Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen nun selbst punktuell Themenfelder mit ökologischem Schwerpunkt rund ums Internet recherchieren. Sie teilen sich dazu in Kleingruppen zu etwa drei Teilnehmern. Jede Kleingruppe arbeitet eigenständig an einem Rechner, der online ist; Teamer können dabei helfen. Der Zugang kann auch mit einem Smartphone und einem von dort ausgehenden W-LAN hergestellt werden. Folgende Themen sollen bearbeitet werden: - Ständig das Neueste haben aber was geschieht eigentlich mit ausgedientem Elektronikschrott? Elektroschrott-auf html

5 - Arbeitsbedingungen bei der Herstellung von Computern (Google-Suchwort: arbeitsbedingungen computer herstellung) www-phefe.de/hg_wc.html - Welche Firmen produzieren wo Computer und Phones? - Art, Menge und Gewinnung von Rohstoffen zur Computerherstellung Für die Recherchen und die Aufbereitung in den Kleingruppen sollte etwa eine Stunde Zeit zur Verfügung stehen. Danach bekommen die Kleingruppen nacheinander Zeit, ihre Ergebnisse und Erkenntnisse darzustellen. Ein Auswertungsgespräch im Plenum schließt dieses Modul ab. III. Ich bin bei facebook! über den Umgang mit social networks 1. Social Network Wirklichkeiten Dieses Modul beginnt mit einem Plenumsgespräch. Folgende Fragen sollten bearbeitet werden:

6 a) Wer von euch ist bei facebook? Wer nutzt andere Netzwerke? Was macht du in deinem Netzwerk? Wie viel Zeit verbringst du in deinem Netzwerk? Wie groß ist dein Netzwerk? Wie viele Kontakte hast du dort? Welche Vorteile verschafft dir dein Netzwerk? b) Ich bin nicht bei facebook und will es auch gar nicht sein! Ein Rundgespräch erweitert den Blick: geht das? Welche Nach-, welche Vorteile hat dieser Standpunkt? c) Spiel: Erstelle dein Profil! In Einzelarbeit sollen die Konfirmandinnen und Konfirmanden dann ein Profil von sich erstellen, wie sie es auch auf ihrer Seite des social networks machen würden. Danach geschieht im Plenum ein Austausch: was wird gezeigt? Was nicht? Gibt es Unterschiede bei den einzelnen Konfirmandinnen und Konfirmanden? Vielleicht ergibt sich eine Diskussion: Das, was du da ins Profil schreibst, würde ich niemals tun! über das Problem des Privatheit im Netz. d) Spiel: Teamer stellen sich vor (Teamer haben vorab ein Profil für sich erstellt, das auch falsche und irreführende Angaben enthalten soll.) Die Teamer stellen je ein Profil vor. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden sollen im Plenum diskutieren und entscheiden, ob es zum vorstellenden Teamer gehört oder einem anderen zuzuordnen ist. Ein Plenumsgespräch über Möglichkeiten, Ausmaß und Absichten von Fälschungen bei Internetprofilen schließt sich an. 2. Wichtige Botschaften vom Wert einer Information Mit diesem Arbeitsschritt wollen wir für die Frage sensibilisieren, welche Informationen es eigentlich wert sind, kommuniziert zu werden. Gerade in den social networks werden u. E. häufig eher sinnarme Mitteilungen transportiert und dabei oft in naiver Weise persönlich-private Dinge preisgegeben, die dann nicht mehr rückholbar sind.

7 a) Nachrichtenranking Die Gruppe ordnet im Plenum Informationen (Vorschläge in Mat. 4) nach Wichtigkeit in Stufen von 1 6. Danach ordnet die Gruppe in gleicher Weise Originalnachrichten aus ein oder zwei facebook Seiten (Mat. 5). Ein Rundgespräch über den Wert von Informationen und die Gefahr, dabei zu viel von sich zu zeigen, soll sich anschließen und durch den Abschnitt aus dem Matthäusevangelium 5, gut befeuert werden. Hiermit schließt dieses Modul. IV. Gottesdienst Es bietet sich an, zum Abschluss einen Gottesdienst zum Thema Wahrheit etwa mit Texten des Johannesevangeliums zu gestalten. V. Rahmenprogramm Im Rahmenprogramm wäre es denkbar, einen Film zu zeigen, etwa The social network oder Homevideo. Sicher entspannender wären Spielabende und sportliche Betätigungen. VI. Ablaufplan Ein denkbarer Ablauf des Wochenendes: Freitag abend: Opening Samstag vormittag: Informationen Samstag nachmittag: Ich bin bei facebook! über den Umgang mit social networks Sonntag vormittag: Gottesdienst

8 VII. Erforderliche Arbeitsmaterialien 1 Chiffontuch, möglichst groß mehrere dicke Filzstifte Unterlage aus Pappe Je 3 TeilnehmerInnen einen PC / Laptop und Netzzugang mehrere DIN-A-4-Bögen Stifte 3-4 vorbereitete facebook -Profile für die Teamer Kärtchen mit Informationen (Mat. 4) Auszug aus facebook -postings (Mat. 5)

9 Mat.1 Die Geschichte des Internets Vor gut 40 Jahren hatten Forscher einiger amerikanischer Universitäten eine geniale Idee. Wie wäre es, wenn man Elektrizität nutzen könnte, nicht nur Licht und Kraft zu transportieren, sondern auch Informationen und Bilder? Nach vielen Versuchen gelang es Ende der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts, erste kleine Mitteilungen auf elektrischem Wege zu versenden. Doch erst musste noch die Halbleitertechnik erfunden werden, bis dann etwa Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts Computer- und Internettechnologie ausreifen konnten. Mit der Halbleitertechnik wurde es möglich, elektronische Prozesse auf kleinstem Raum und damit gedankenschnell stattfinden zu lassen. Anfangs gab es nur wenige Seiten im neuen Internet, und es war mühsam und dauerte sehr lange, bis sie auf dem Computer zu sehen waren. Aber die Entwicklung verlief rasant: heute gibt es ca. 700 Milliarden Seiten, die mit modernster Technik blitzschnell aufzurufen sind. Und täglich werden es mehr! Dennoch wird menschliches Denken immer den einen Vorsprung behalten, der darin liegt, dass Internetseiten ja erst erdacht und programmiert werden müssen. Lange unterstand das Internet dem amerikanischen Handelsministerium. Seit 2009 wird es vor allem von der ICANN, einer Behörde aus staatlichen, wirtschaftlichen und privaten Organisationen, kontrolliert, die ehrenamtlich arbeitet und deren 21 Mitglieder in regelmäßigem Abstand neu gewählt werden für einen Sitz in diesem Gremium kann man sich übrigens frei bewerben! 13 Großserver und viele kleinere Anlagen sorgen dafür, dass das Internet für alle zugänglich ist, die die technischen Voraussetzungen erfüllen können. Ohne Strom kann das Internet nicht funktionieren: allein für den Betrieb des Internets werden jährlich 123 Milliarden Kilowatt Strom verbraucht so viel produzieren etwa acht Atomkraftwerke im Jahr

10 Mat. 2: So funktioniert das Internet Symbolbedeutung: Internetbenutzer Provider Suchmaschine Server

11 Mat. 3 Wissenswertes über das Internet hättest du es gewusst?? 1. Ein Klick bei google verbraucht im Netz so viel Strom wie - eine Stunde Licht aus einer 60-Watt-Birne ( ) - fünf Sekunden Weckerklingeln ( ) - eine Waschmaschinenwäsche ( ) - eine Stunde Radio hören ( ) 2. Wie viele Seiten hatte das Netz Anfang 2012? - eine Million ( ) - fünfzig Millionen ( ) - siebenhundert Milliarden ( ) - drei Milliarden ( ) 3. Wie viele Menschen in Prozent nutzen in Europa das Internet? - 100% ( ) - 30 % ( ) - 55 % ( ) 4. Wie viele Menschen in Prozent nutzen in Afrika das Internet? % ( ) - 40 % ( ) - 9 % ( ) 5. Wie viele Teilnehmer hat facebook weltweit? ( ) ( ) ( ) ( ) 6. Etwa die Hälfte der facebook-teilnehmer ist täglich wie lange bei facebook on?

12 - eine Stunde ( ) - fünf Stunden ( ) - 30 Minuten ( ) - drei Stunden ( ) 7. Wie viel wiegen die Rohstoffe, die man alles in allem einschließlich Energie zur Herstellung eines Computers braucht? Kilogramm ( ) Kilogramm ( ) Kilogramm ( ) Kilogramm ( ) 8. Wie viele Stunden Videos werden in jeder Minute auf youtube hochgeladen? - eine Stunde ( ) - 35 Stunden ( ) - vier Stunden ( ) Stunden ( ) 9. Für den Versand von Werbe- s wird täglich so viel Strom verbraucht wie für km mit dem ICE ( ) - den Tagesverbrauch von Hannover ( ) - einen Tag in deinem Schulzentrum ( ) 10. Wie viel Tonnen Elektroschrott fallen jährlich in Deutschland an? ( ) ( ) ( ) ( )

13 Lösungen: 1. eine Stunde Licht aus einer 60-Watt-Birne 2. siebenhundert Milliarden % 4. 9 % fünf Stunden Kilogramm Stunden 9. den Tagesverbrauch von Hannover t

14 Mat. 4: Wichtige Informationen Mama liegt im Krankenhaus!! Gehst mit ins Kino? Bin müde! Laaaangweilig!!! Morgen Mathearbeit! Nicht vergessen: Opa hat bald Geburtstag! Elfriede stinkt!!!!

15 Mat. 5 - facebook-informationen Das Gluecksgefuehl, wenn du beim Aufraeumen einen Umschlag oeffnest & 110 findest :) Alle die das liken, dessen Namen schreibe ich auf einen Zettel und stelle es zu Facebook! Liken bis heute abend 21 Uhr :D Fertig machen und looos zum Praktikum-.- man bin ich müde aber ich freu mich!;) ooha.. schon 3 freunde :DDD Was soll eigentlich dieser neue Mode-Trend 'undercut'? - Leider gar nicht geil. Auch wenn alles schief geht, muss man einfach nur nach vorne sehen und weiter machen So jetzt schön 5 Tage frei!!!! :) Zwei Stunden Arbeit und was bekommt man dafür? Nun: Crépes mit Spinat-Riccota-Füllung, überbacken mit einer Parmesankäsesoße und Mozarella. Fair :Q Mit Mama Zimmer streichen :) Gutes Wetter * * :)

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