1. Jemand erzählt Ihnen folgendes Problem: Der Mann ballte die Faust und sagte zu mir: Noch ein Wort und ich hau dir in die Fresse.

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1 5. Übung 1. Jemand erzählt Ihnen folgendes Problem: Der Mann ballte die Faust und sagte zu mir: Noch ein Wort und ich hau dir in die Fresse. Schreiben Sie Fragen auf, die Sie dem Erzähler stellen möchten, damit Sie die Geschichte verstehen. Sortieren Sie die Fragen anschließend danach, ob sie zu einem gedanklichen Rückgriff, zu einem Vorgriff oder zur Bewertung auffordern. 2. Sie gehen nachts durch eine städtische Straße. Niemand ist zu sehen. Da biegt ein Radfahrer um die Ecke. Er übersieht einen Betonpoller, kollidiert damit, schlingert, fällt hin und bleibt liegen. a) Stellen Sie ein Cluster her. Im Zentrum steht: Der Verletzte. b) Schreiben Sie in Anlehnung an das Cluster einen inneren Monolog (stream of consciousness). c) Ordnen Sie Ihre Sätze den verschiedenen Möglichkeiten der Bewertung zu. 3. Notieren Sie Situationen, in denen Sie sich schuldig gefühlt haben. a) Suchen Sie sich anschließend eine dieser Situationen heraus und beschreiben Sie diese. b) Schreiben Sie auf, welche Vorwürfe Ihr Vater Ihnen für Ihre Schuld machen würde. c) Schreiben Sie Ihrem Vater eine Antwort. 4. Notieren Sie Situationen, in denen Sie Scham empfunden haben. a) Suchen Sie sich eine Situation aus und beschreiben Sie diese. b) Erfinden Sie eine Figur, die Sie ausschimpft. Schreiben Sie, was diese Person sagt. c) Schreiben Sie eine schamlose Antwort auf die Schelte dieser Person. Rückgriff Jemand erzählt Ihnen folgendes Problem: Der Mann ballte die Faust und sagte zu mir: Noch ein Wort und ich hau dir in die Fresse. Schreiben Sie Fragen auf, die Sie dem Erzähler stellen möchten, damit Sie die Geschichte verstehen. Sortieren Sie die Fragen anschließend danach, ob sie zu einem gedanklichen Rückgriff, zu einem Vorgriff oder zur Bewertung auffordern. Was war vorher geschehen? (Wunsch nach Orientierung) Bewertung

2 - Warum war der Mann so aggressiv? (Frage nach dem Grund des Problems Meinung) - Hattest du Angst? (Einschätzung des Gefühls) - Welche Möglichkeiten zum Handeln gab es in dieser Situation? (Gedankenspiel) Vorgriff Wie ging es weiter? Hast du nachgegeben? (Wunsch nach ) Sie gehen nachts durch eine städtische Straße. Niemand ist zu sehen. Da biegt ein Radfahrer um die Ecke. Er übersieht einen Betonpoller, kollidiert damit, schlingert, fällt hin und bleibt liegen. Stellen Sie ein Cluster her. Im Zentrum steht: Der Verletzte. Schreiben Sie in Anlehnung an das Cluster einen inneren Monolog (stream of consciousness). Er rührt sich nicht. Ist er tot? Hoffentlich ist ihm nichts passiert. Muss ich nicht nach ihm sehen? Ist sonst denn niemand da? Das muss gerade wieder mir passieren. Ich kann keine erste Hilfe leisten. Soll ich um Hilfe rufen? Ich sollte zuerst einen Krankenwagen rufen. Wo ist eine Telefonzelle? Warum hat er nicht aufgepasst? Ordnen Sie Ihre Sätze den verschiedenen Möglichkeiten der Bewertung zu. Er rührt sich nicht. Ist er tot? (Gefühle) Hoffentlich ist ihm nichts passiert? (Gefühl) Muss ich nicht nach ihm sehen? (Handlungsmöglichkeit) Ist sonst denn niemand da? (Gefühl Furcht) Das muss gerade wieder mir passieren? (Gefühl) Ich kann keine erste Hilfe leisten? (Gefühl Furcht) Hoffentlich ist ihm nichts passiert. (Gefühl)

3 Soll ich um Hilfe rufen? (Handlungsmöglichkeit) Ich sollte zuerst einen Krankenwagen rufen. (Handlungsmöglichkeit) Wo ist die Telefonzelle? (Handlungsmöglichkeit) Warum hat er nicht aufgepasst? (Grund) Notieren Sie Situationen, in denen Sie sich schuldig gefühlt haben. Suchen Sie sich anschließend eine dieser Situationen heraus und beschreiben Sie diese. Es war Herbst und ich war unterwegs im Wald mit meinen Sandkastenfreunden. Wir waren den ganzen Tag im Wald umher spaziert ohne an die Zeit zu denken, die wir wieder zu Hause sein sollten. Als wir dann gegen Abends bei Dämmerung wieder zurück kamen, wartete die Mutter meiner beiden Freunde schon auf dem anderen Ende der Schienengleise. Sie strömte vor Wut und man sah es ihr auch an. Die Mutter meiner beiden Freunde machte mir Vorwürfe, dass ich die schuldige war und einfach ihre beiden Kinder entführt hatte. Ich war perplex, denn Schuld kann ich daran nicht gewesen sein. Die beiden Kinder Sohn Meik und Tochter Aileen sind ja freiwillig mitgekommen in den Wald und außerdem sind sie gleichalt. Wie kann ich da eine Entscheidung fällen, die über ihnen steht. Im nachhinein fühlte ich mich schuldig, da ich zu dieser Zeit noch nicht begriffen haben, dass mich keine Schuld trifft. Ich war vielleicht Anfang zwanzig. Wir feierten Sylvester mit zehn Freunden in einem Hamburger Obdachlosenasyl, weil einer unserer Freunde dort arbeitete und Dienst hatte. Wir tranken viel Alkohol. Dem Freund, der Dienst im Obdachlosenasyl tat, kroch auf einmal eine Laus über die Leber. Er wurde depressiv, machte sich Vorwürfe und nannte sein Leben verkorkst. Schließlich fing er an zu weinen. Ich fand es empörend. Ich wollte feiern und nicht mit den Problemen meiner Freunde zu tun haben. Ich fand es peinlich, er hätte sich ebenso gut nackt ausziehen können. Deshalb nahm ich die Feuerwerkskörper, die wir für Mitternacht gekauft hatten, und zündete sie an. Ich dachte, das wäre ein Scherz. Aber ein anderer Freund riss mir die Feuerwerkskörper aus der Hand und machte mir Vorwürfe. Ich würde keine Freunde verdienen, wenn ich so mit ihnen umgehe, rief er. Dann schüttete er die Feuerwerkskörper ins Klo. Ich war sauer und verließ die Feier. Später tat es mir leid., dass ich nicht einfach still geblieben war. Schreiben Sie auf, welche Vorwürfe Ihr Vater Ihnen für Ihre Schuld machen würde. Mach weiter so mein Schatz, lass dich nicht unterkriegen. Ich weiß, Papa. Ich weiß auch was Papa gerne gehabt hätte, ich sollte eigentlich ein Junge werden, darum würde er dazu nichts sagen. Wenn die Mutti von deinen beiden Freunden mich drauf anspricht werde ich ihr meine Meinung sagen. Alles Erziehungssache, damit hast du nicht zu tun, mein Töchterlein. Du warst anderen gegenüber immer schon so unempfindlich. Aber wehe, wenn du gelitten hast. Dann ging die Welt unter. Sensibel sein heißt nicht, aufzuschreien, wenn man selbst Schmerz empfindet, sondern aufzuschreien, wenn andere Schmerz empfinden. Du hast dich immer nur um dich gekümmert. Du bist arrogant. Schreiben Sie Ihrem Vater eine Antwort.

4 Lieber Papa, durch dich werde ich stark im leben und mich immer durchsetzen können. Aber ein bisschen Mahnen muss man ein Kind sonst macht es nur Dummheiten im Leben. Hab dich ganz doll lieb, Papa. Lieber Vati, deine Vorwürfe kenne ich, seit ich denken kann. Mit dem Wort arrogant hast du mich schon belegt, als ich in die fünfte Klasse ging. Dabei bin ich eigentlich nur schüchtern. Vielleicht auch manchmal unduldsam. Was der Freund da an dem Abend machte, war schier unerträglich. Ich meine, wenn man eine Sylvesterparty veranstaltet und uns dazu einlädt, dann sollte man wenigstens Haltung bewahren. Oder er hätte uns wegschicken können. Aber Menschen einfach so mit den eigenen Gefühlen zu überfallen, das finde ich ungehörig. Dennoch durfte ich die Feuerwerkskörper nicht zünden. Das war ein Akt der Aggression, genauso ungehörig, wie sich der Freund benommen hat. Notieren Sie Situationen, in denen Sie Scham empfunden haben. Suchen Sie sich eine Situation aus und beschreiben Sie diese. Wir haben gezeltet vor unserem Haus. Das Zelt hatte ich von meinem Vater geschenkt bekommen. Es war groß und hatte einen riesigen Vorraum. Alle Freunde, Nico, Jenny und deren Bruder David, mein Cousin Tobias hatte ich eingeladen um an dem Zeltspektakel mitzuwirken. Wir übernachteten einige Tage darin. Irgendwann ließ ich dann das Zelt stehen ohne es abzubauen oder die Sachen im Zelt wegzuräumen. Das Zelt sah aus wie ein unaufgeräumter Kleiderschrank der ruft: Hilfe, ich kriege keine Luft mehr! Als ich von der Schule kam waren mein Vater und meine Stiefmutter nicht so gut gelaunt wie sonst und führten mich in den Waschkeller, dort sah ich ein Haufen von Klamotten die übereinander lagen und fast bis zur Decke reichte. Mir wurde ganz mulmig im Bauch, da ich wusste was jetzt kommt. Ärger. Nun gut ich hörte mir das nun an. Ich ging in die neunte oder zehnte Klasse. Unsere Schule hatte einen neuen Direktor bekommen, der jung war und als streng galt. Ich mochte ihn nicht, obwohl er freundlich zu mir war und mich gerecht behandelte. Eines Tages betrat er aufgebracht die Klasse. Er sagte, in den Lübecker Nachrichten (der größten Regionalzeitung meiner Heimatstadt) sei ein Bericht erschienen, in dem sich ein Schüler negativ und anonym über ihn, den Direktor, und die Schule geäußert habe. Er drückte sein Missfallen über diesen Schüler aus, weil er sich an die Zeitung gewendet und nicht das Gespräch mit ihm gesucht habe. Er wisse nicht, wer diesen Bericht lanciert habe, traue aber nur Manfred Goldbeck zu, so etwas zu tun. Ich war wie vom Donner gerührt, weil ich vor der Klasse bloßgestellt worden war. Nie im Leben hatte ich daran gedacht, mit der Zeitung Kontakt aufzunehmen. Die Anschuldigung des Direktors war falsch. Dennoch schämte ich mich, als wäre ich erwischt worden. Gleichzeitig empfand ich eine Art Stolz, dass man mir so etwas zutraute. Erfinden Sie eine Figur, die Sie ausschimpft. Schreiben Sie, was diese Person sagt. Mein Vater konnte nicht so gut schimpfen wie meine Stiefmutter, da er mich mehr lieb hatte und ich glaube es war ihm auch ein bisschen egal. Er hätte fast alles durchgehen lassen, aber er wollte meine Stiefmutter nicht kränken und tat auch ein bisschen Verzweiflung und Mahnung mit rein. Meine Stiefmutter schrie mich an: Was hast du dir dabei gedacht? Warum bist du so unordentlich? Ich werde das hier nicht alleine waschen, du wirst so lange hier mithelfen bis alles wieder pikobello sauber ist. Vorher kannst du das Vergessen mit dem Zelten. Mein Blick wanderte zu ihr dann wieder zu meinem Papa. Mein Papa ermahnte

5 mich ich sollte doch besser darauf aufpassen. Die Sachen schimmeln und dann kann man sie alle wegschmeißen. Der Direktor schimpfte mich aus: Du hinterhältiger Schüler! Statt offen zu sagen, was dir an mir nicht passt, gehst du zur Zeitung und rückst damit die ganze Schule in ein schlechtes Licht. Vielleicht hast du gute Verbindungen, aber dein Geist reicht nicht aus sich auszumalen, welchen Schaden du anrichtest. Und das nur, weil du mich nicht leiden kannst. Hättest du dich nicht beherrschen können? Ich bin immer offen für ein Gespräch. Statt dessen gehst du an die Öffentlichkeit. Du weißt gar nicht, was du da ausgelöst hast, du dummer Junge. Schreiben Sie eine schamlose Antwort auf die Schelte dieser Person. Du bist ganz schön streng zu mir, ich bin eben nicht perfekt, was ein Kind auch nicht sein kann und soll. Du bist doch die einzige die hier den Mund voll nimmt also ich werde versuchen mich ein bisschen zu bessern, das verspreche ich. Aber ich weiß trotzdem, dass du meine Stiefmutter bist und wie das nun mal so ist, kann man da nie auf einen grünen Zweig zusammen kommen. Mit Ihrem Auftritt vor der Klasse haben Sie bestätigt, was Ihnen in der Öffentlichkeit vorgeworfen wird. Sie sind in Ihrem Ehrgeiz rücksichtslos und gehen über die Schüler hinweg wie über Hindernisse. Sie haben nicht gegen mich in der Hand als Ihre Überzeugung, dass ich in der Lage gewesen wäre, den Bericht zu schreiben. Vor keinem Gericht würden Sie mit dieser Beschuldigung durchkommen. Sie glauben aber, nur weil Sie Direktor einer Schule sind, können Sie jemanden beschuldigen, wie Sie wollen. Das erlaube ich Ihnen nicht. Ich nehme für mich die Unschuldsvermutung in Anspruch, bis mir das Gegenteil nachgewiesen wird. Basta.

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