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1 AQUILA MONITOR März 2015 Unabhängig, diszipliniert, transparent. Und eine Spur persönlicher. Unabhängig, umfassend, unternehmerisch. Und eine Spur persönlicher. Inhalt: Executive Summary Makroökonomische Beurteilung Anlageklassen

2 Executive Summary Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft 2015 mit gut 3% wachsen. Die Impulse kommen aus den USA und aus Asien. Die US-Staatsanleihen zeigen ein anderes Bild, als sich aus der Kommunikation der US-Notenbank ergeben würde. Das Wachstum der Eurozone könnte dieses Jahr nach oben überraschen. Wir rechnen mit 1.5%. Die Zinsrisiken, insbesondere im CHF und im Euro, bleiben noch für längere Zeit überschaubar. Die amerikanische Notenbank hat keine Eile bei der Erhöhung der Leitzinsen. Der US Dollar befindet sich gegenüber anderen Währungen weiterhin in einer fundamental besseren Position. Die Disparität in der Geldpolitik der Amerikaner einerseits und der Europäer und Japaner andererseits akzentuiert sich weiter. Chart des Monats: Credit Default Swap 5 Jahre, Russland, seit 2014 Basispunkte Ist die Ukraine-Krise beendet? Die Grafik links zeigt, dass sich die 5-jährigen Kreditausfallprämien auf russische Staatsanleihen weiterhin auf hohem Niveau von etwa 500 Basispunkten befinden. Im historischen Kontext lagen die Werte um 250 Basispunkte. Allerdings ist in der Entwicklung der letzten 3 Wochen eine Entspannung festzustellen. Dies ist das Resultat der diplomatischen Anstrengungen, die im 2. Waffenstillstandsabkommen von Minsk mündeten. Wir betrachten diese Erholung aber als vorübergehend und rechnen mit einem erneuten Ansteigen der Risikoprämien, weil wir von einer weiteren Eskalation des Konflikts ausgehen.. Vorläufig erachten wir das Konfliktpotential jedoch als überblickbar. Sowohl die russischen Aktien- als auch Bondmärkte reflektieren dies entsprechend. Mittelfristig bleibt die Lage jedoch durch das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen belastet und wir erachten dies momentan als das grösste geopolitische Risiko. AQUILA MONITOR März

3 Makroökonomische Beurteilung: Konjunktur/Geldpolitik Globale Wachstumsraten, seit 1995 USA Europa Schweiz Japan US Federal Funds Rate (Leitzinsen), seit 1986 In % Basispunkte Konjunktur: Tiefer Ölpreis als Konjunkturmotor Insgesamt hat der tiefe Ölpreis auf die amerikanische Wirtschaft positive Auswirkungen und gleicht über die zusätzliche Kaufkraft der Konsumenten seine nachteiligen Wirkungen auf die Erdölindustrie sowie die negativen Auswirkungen des stärkeren US Dollars mehr als aus. Die amerikanische Wirtschaft ist auf Kurs, dieses Jahr ein reales Wachstum von 3% zu erreichen. Das Wertschriftenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank wird zu einem schwächeren Euro führen. Dieser wirkt über die Importe inflationstreibend und stärkt die Wettbewerbskraft der Exporteure. Damit wird insbesondere die sonst schon konkurrenzfähige deutsche Wirtschaft weiter befeuert. Frankreich und Italien dürften davon profitieren. Das Wachstum der Eurozone könnte dieses Jahr nach oben überraschen. Wir rechnen mit 1.5%. Im Gegensatz zu anderen Ländern hat China nach wie vor grossen geldpolitischen, fiskalpolitischen und regulatorischen Spielraum, um die Wirtschaft zu steuern. Auch wenn die Wirtschaft in diesem Jahr nur noch 6.5% oder 7% zulegt, bleibt China die Wachstumsmaschine der Welt. Insgesamt dürfte die Weltwirtschaft 2015 mit gut 3% wachsen. Die Impulse kommen ganz klar aus den USA und aus Asien. Geldpolitik: Keine Eile bei der FED Nach der Anhörung von J. Yellen vor dem Kongress ist unseres Erachtens eine Zinserhöhung im Juni noch nicht vom Tisch. Sie ist aber weniger wahrscheinlich geworden. Der Fed Funds Futures Markt (Leitzinsen) für Juni 2015 zeigt aktuell einen Notenbankzins von 0.17% und somit eine geringe Wahrscheinlichkeit einer Zinshöhung zu diesem Termin. Die amerikanische Notenbank dürfte wohl im Herbst erstmals aktiv werden. Die EZB hat an ihrer Sitzung vom 22. Januar angekündigt, ab März jeden Monat für 60 Milliarden Euro zum Grossteil Staatsanleihen und supranationale Wertschriften zu erwerben. Der Markt fragt sich immer mehr, wer die Verkäufer dieser Papiere sein werden. Die Gefahr eines Crowding- Out nimmt zu, allerdings ist das Programm aber zeitlich nicht beschränkt. Bei der Bank of England herrscht wieder Einstimmigkeit im Monetary Policy Committee, den Zeitpunkt der Zinserhöhung vorläufig aufzuschieben. Wir rechnen frühestens auf Ende des Jahres mit einer Änderung der Geldpolitik. AQUILA MONITOR März

4 Anlageklassen Aktien/Anleihen Aktienmärkte: Wichtigste Regionen, seit 2014 Aktien: Ein Rekord jagt den anderen Die Outperformance der europäischen Aktienmärkte gegenüber den USA setzte sich im Februar fort. Neben den etwas besseren Makrodaten aus der Eurozone waren dafür auch erneute Investitionszuflüsse in Fonds dieser Region verantwortlich. Da die Wirkungskette der EZB-Massnahmen über einen schwächeren Euro läuft, wurden vor allem die europäischen Märkte mit einem hohen Exportanteil stark gesucht. Der Nasdaq Composite Index befindet sich wieder auf demselben Niveau wie im März 2000, zum Zeitpunkt der «Dot-Com-Blase». Allerdings gilt es zu unterscheiden: Heute sind die Bewertungen (KGV) deutlich tiefer als damals und liegen mit Werten um 20 für Wachstumsaktien im vernünftigen Bereich. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Einbruch vom Januar praktisch wett gemacht. Viele Unternehmen haben positiv überrascht mit ihren Prognosen für 2015, und dies trotz des starken Schweizer Frankens. Im Fokus sind Aktien von Qualitätsunternehmen, die über ein nachhaltiges Dividendenwachstum verfügen. Rendite 10-jährige Staatsanleihen, seit 2010 Bonds: Die Bonds fordern die US Notenbank heraus Die US-Staatsanleihen zeigen ein anderes Bild, als sich aus der Kommunikation der US-Notenbank (FED) ergeben würde. Der Markt geht nicht davon aus, dass Zinserhöhungen imminent sind und impliziert schwächeres Wachstum. Dies wird auch untermauert durch die Erwartungen für die US-Leitzinsen, die tiefer sind als die Prognosen der FOMC Mitglieder (Offenmarktkomitee). Die weiter gesunkene Inflation (wegen des Ölpreises und des stärkeren US Dollars) drückt ebenfalls auf die US-Nominalrenditen. Die Inflationsentwicklung wird vom FED im Gegensatz zum Bondmarkt als temporäres Phänomen betrachtet. Renditen in deutschen Laufzeiten bis zu 5 Jahren sind negativ und der Risikoaufschlag für Obligationen der europäischen Peripherieländer hat sich USA weiter verringert. Schweiz Die Zinskurve im Schweizer Franken zeigt nach der SNB-Entscheidung UK grösstenteils negative Renditen. Privatanleger investieren sinnvollerweise Deutschland nicht mehr in dieses Marktsegment, der Anlagenotstand zwingt die Anleger immer risikoreicher zu investieren. Sollten die US Dollar Zinsen schneller als erwartet steigen, hätte dies negative Auswirkungen auf Anleihen der Wachstumsländer. AQUILA MONITOR März

5 Anlageklassen Währungen und andere Anlagen Kurs EUR/USD, seit 2014 Währungen: Ruhe nach dem Sturm Der Euro ist gegenüber dem US Dollar nach der Aktion der EZB in einen Seitwärtstrend eingetreten. Die Fakten sind nun bekannt und es zählen wieder Makrodaten. Da diese zur Zeit aus der Eurozone etwas besser sind, hat auch der Euro Unterstützung erhalten. Der Schweizer Franken hat eine sehr volatile Phase gegenüber allen Währungen hinter sich. Die aktuellen Notierungen um 1.08 zum Euro liegen immer noch unter der Kaufkraftparität des CHF zum Euro, welche in einem Korridor von 1.10 bis 1.30 angegeben wird. So gesehen ist der CHF weiter überbewertet. Wir erwarten mittelfristig eine Abschwächung. Die Währungen der Emerging Markets werden in unserem Szenario eines tendenziell steigenden US Dollars nicht gut abschneiden. Schweizer Immobilien SXI Total Return Index, seit 2010 Andere Anlagen: Immobilien sind teuer Der stark gefallene Ölpreis ist vor allem ein Resultat des Überangebots, welches momentan gut 1 Mio. «Barrels» pro Tag beträgt. Nachdem aber in den USA die Anzahl der Bohrstellen markant reduziert worden ist, kann davon ausgegangen werden, dass das Angebot über die Zeit auch weniger schnell wachsen wird. Die traditionelle Funktion des Goldes als Krisenbarometer ist weiterhin nicht erkennbar. Allerdings ist eine klare Korrelation mit den US-Realzinsen zu erkennen. Aus Diversifikationsgründen rechtfertigt sich eine kleine Allokation in den Portfolios. Die Agios der Schweizer Immobilienfonds befinden sich bei gut 30% und damit in luftigen Höhen. Die Schweizer Immobilienaktien dagegen sind etwas günstiger und werden zur Zeit mit Aufschlägen von durchschnittlich gut 15% zum Nettoinventarwert bewertet. AQUILA MONITOR März

6 Disclaimer Impressum: Investment Center Aquila & Co. AG Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen und Ansichten beruhen auf Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Dennoch können wir weder für die Zuverlässigkeit noch für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Quellen garantieren. Diese Informationen und Ansichten begründen weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung sonstiger Transaktionen. Interessierten Investoren empfehlen wir dringend, ihren persönlichen Anlageberater zu konsultieren, bevor sie auf der Basis dieses Dokumentes Entscheidungen fällen, damit persönliche Anlageziele, finanzielle Situation, individuelle Bedürfnisse und Risikoprofil sowie weitere Informationen im Rahmen einer umfassenden Beratung gebührend berücksichtigt werden können. AQUILA MONITOR März

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