Interessierte und aufgeschlossene Jugendliche aus Rheinland-Pfalz zwischen 16 und 26 Jahren.

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1 Freiwillig? Politisch engagiert? Ja! Das FSJ Politik ermöglicht es jungen Menschen, in das Berufsfeld der politischen Arbeit einzutauchen und kennen zu lernen. Gerade in Zeiten, in denen das Interesse für Politik bei jungen Menschen stetig sinkt, ist es wichtig, Strukturen zu schaffen, die den Einstieg in das Berufsfeld Politik erleichtern und auch die Erfahrung ermöglichen, dass politische Arbeit Spaß machen kann. Daneben sind junge Menschen geeignete»botschafter«für junge Menschen. Ein denkbar günstiger Einsatzbereich im FSJ Politik ist die politische Arbeit mit Jugendlichen. Ziele: Das Freiwillige Soziale Jahr Politik ist ein Orientierungs- und Bildungsjahr für junge Menschen zur beruflichen Orientierung und zur Erlangung von sozialen Kompetenzen. Neben den praktischen Erfahrungen in den Einsatzstellen spielen die verpflichtenden 25 Bildungstage eine wichtige Rolle. Im FSJ Politik sollen junge Menschen Kompetenzen erwerben, die sie zu einer selbstbestimmten Bewusstseins- und Meinungsbildung befähigen und bestärken. Der Freiwilligendienst zielt darauf, dass sich Jugendliche aktiv in politische Prozesse einmischen und Demokratie auf diese Weise mitgestalten. Das FSJ Politik verfolgt somit die Ziele, persönliche Entwicklungsprozesse von Jugendlichen zu unterstützen und anzuregen sowie zivilgesellschaftliches Engagement nachhaltig zu fördern. Nicht zu letzt ist es wichtiges Anliegen des Projekts, politische Institutionen für die jugendliche Zielgruppe zu öffnen und damit Partizipation zu ermöglichen. Zielgruppe: Interessierte und aufgeschlossene Jugendliche aus Rheinland-Pfalz zwischen 16 und 26 Jahren. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 1 von 7

2 Inhaltliche Ausgestaltung: Das FSJ Politik wird als Bildungs- und Orientierungsjahr für die Jugendlichen und durch die Jugendlichen gestaltet. Sie wirken ein Jahr lang an Arbeitsabläufen ihrer Einsatzstellen mit und bereichern diese durch neue Impulse und ein eigenes Projekt. Mögliche Einsatzstellen sind Verwaltungen, in denen politische Entscheidungen vorbereitet und umgesetzt werden (zum Beispiel: Landkreisverwaltungen, Stadtverwaltungen, Bürgerbüros, Ausländerräte), Arbeitsfelder, in denen Parlamentarier agieren und an politischen Entscheidungen mitwirken (zum Beispiel: Fraktionen des rheinland-pfälzischen Landtages), Einrichtungen, in denen politische Interessengruppen wirksam werden (zum Beispiel: politisch aktive Vereine und Initiativen, Jugendringe, DGB, Unternehmerverbände, in Strukturen der Sozialverbände und kirchlichen Verbände), Institutionen, in denen Veranstaltungen der politischen Bildung organisiert werden (zum Beispiel: Politische Stiftungen und Bildungsinstitutionen), öffentlich-rechtliche Medien und Jugendpresse sowie Initiativen und Vereine, die Aufklärungsarbeit gegen Rechtsextremismus und für Demokratie leisten. Die Jugendlichen werden sowohl von einem/einer Ansprechpartner/in in der Einsatzstelle betreut und angeleitet, als auch vom Kulturbüro Rheinland-Pfalz bei Problemen und im gesamten Lern- und Orientierungsprozess unterstützt. Vertragliche Grundlage zwischen dem/der Jugendlichen, der Einsatzstelle und dem Träger bildet ein Kooperationsvertrag, der von allen Beteiligten vor Arbeitsantritt des/der Freiwilligen unterschrieben wird. 25 Bildungstage, die in Form von Seminaren für die Teilnehmenden eines FSJ Politik verpflichtend sind, ermöglichen den Jugendlichen, ihre Stärken und Kompetenzen herauszuarbeiten, Wissen zu vertiefen, Neues auszuprobieren und sich beruflich zu orientieren. Am Ende des FSJ Politik bekommt die/der Freiwillige ein in engem Austausch zwischen ihr/ihm, dem Träger und der Einsatzstelle erarbeitetes Zertifikat, das ausgeübte Tätigkeiten und Arbeitsaufgaben ebenso offen legt wie erworbene Schlüsselkompetenzen. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 2 von 7

3 Aufgabe der Einsatzstellen Die Einsatzstelle sichert die Begleitung, Unterstützung und Beratung der/des Jugendlichen, sie vermittelt der/dem Freiwilligen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen, die sich aus der Integration in die Arbeitsinhalte der Einrichtung ergeben. Sie stellt den Arbeitsplatz und die Arbeitsmaterialien zur Verfügung. Angeregt werden dialogische, partizipative, transparente und partnerschaftliche Verfahren d.h. zum Beispiel eine Initiierung regelmäßiger Gespräche sowie die Integration des/der Freiwilligen in Teambesprechungen. Die Einsatzstelle ist verpflichtet, die/den Freiwillige/n für die Zeit der Bildungsseminare (25 Tage) frei zu stellen. Kosten Monatliche Kosten von ca. 500,- (beinhaltet Taschengeld, Sozialabgaben, Fahrtkosten zu den Seminaren, ggf. Bildungspauschale an den Träger) Vorteile für die Einsatzstellen Im FSJ Politik erleben Jugendliche zwölf Monate das Entstehen von Politik hautnah mit und können eigene Impulse geben. Dazu gehört es, den Arbeitsalltag einer Institution kennen zu lernen. Jugendliche im FSJ Politik zeichnen sich durch ein hohes Maß an Interesse für den politischen Bereich aus. So können Sie motivierte, junge Mitarbeiter für ein Jahr gewinnen. Dazu bekommen Sie neue Ideen für die eigene Arbeit, auch weil die Freiwilligen einen guten Kontakt zur Zielgruppe Ihrer Einrichtung herstellen können. Sie als Einrichtung übernehmen Verantwortung für junge Menschen, erweitern das eigene Profil als lernende Organisation und tragen zur Demokratisierung der Gesellschaft bei. Sie geben jungen Menschen mit politischem Interesse die Möglichkeit, in der Politik Fuß zu fassen und ein eigenes Projekt zu verwirklichen. Die Einrichtungen gewinnen für ihre Tätigkeit nicht nur einen jungen, motivierten Mitarbeiter, sondern auch einen authentischen Ansprechpartner und Botschafter für jugendliche Zielgruppen. Langfristig schaffen sich die Einrichtungen einen Pool von interessierten, jungen Mitstreiter/innen, die ehrenamtlich oder anderweitig flexibel und vielseitig einsetzbar sind. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 3 von 7

4 Aufgaben des Trägers (Kulturbüro Rheinland-Pfalz): Eine passgenaue Vorauswahl von jugendlichen BewerberInnen, fachliche Beratung und Begleitung der Einsatzstellen durch die ProjektkoordinatorInnen sowie die Organisation eines Fachaustausches und Begleitangebots für die Einsatzstellen zählen zu unseren Leistungen. Die Sicherung der gesetzlichen Vorgaben, wie monatliches Taschengeld und Sozialversicherung für die Freiwilligen, sowie die regelmäßige Überprüfung der vom Trägerverbund entwickelten Qualitätsstandards für das Projekt gehören ebenfalls zu den Aufgaben des Trägers. Darüber hinaus organisiert das Kulturbüro Rheinland-Pfalz das pädagogische Rahmenprogramm für die Freiwilligen und vermittelt im Falle von Konflikten. Last but not least leisten wir strategische Lobbyarbeit für das Projekt und das Arbeitsfeld der kulturellen Jugendbildung. Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik e.v. ist seit Februar 2006 unter dem Trägerverbund der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung anerkannter Träger und Koordinierungsstelle für das FSJ Kultur und seit 2008 für das FSJ in der Ganztagsschule in Rheinland- Pfalz. Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz versteht kulturelle Bildung als Befähigung des einzelnen Menschen, komplexe gesellschaftliche Veränderungen begreifen und mitgestalten zu können. Kreativität zu fördern heißt für uns, Alternativen zu vorgegebenen Deutungsmustern aufzuzeigen, Freiräume des Denkens und Handelns zu schaffen und Jugendliche auf diese Weise zu einer aktiven Mitgestaltung von Gesellschaft anzuregen. Ein im positiven Sinne verstandenes Einmischen des Einzelnen in gesellschaftliche Thematiken kann demnach durch kulturelle Bildung gefördert und angeregt werden. Insofern liegen die kulturelle und die politische Bildung eng beieinander. Politische Bildung begreifen wir als Prozess, Individuen zu mündigen Bürgern zu befähigen. Politische Bewusstseins- und Meinungsbildung, die Vermittlung demokratischer Grundwerte, sowie die Anregung zu selbstbestimmtem und begründetem Handeln sind für uns dabei grundlegende Elemente. Als Träger ermöglichen wir den Jugendlichen politische Bildung in öffentlich-gesellschaftlichen Bereichen hautnah zu erfahren. In den von uns veranstalteten Bildungsseminaren thematisieren wir politische Diskurse und bearbeiten sie mit verschiedenen Methoden. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 4 von 7

5 Bewerbungsverfahren Das Kulturbüro RLP organisiert und koordiniert das Bewerbungsverfahren. Durch unser bundeseinheitliche Bewerbungs- und Vermittlungsverfahren im FSJ Kultur & FSJ Ganztagsschule können wir auf ein bestehendes Netzwerk zugreifen und Ihnen somit eine Auswahl motivierter und geeigneter junger Menschen zusichern. Nach einer Vorauswahl von uns senden wir Ihnen die von Ihnen gewünschte Anzahl der Bewerbungen zu. Sie entscheiden dann, nachdem Sie alle Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen haben, welche/r Bewerber/in in Ihre Einrichtung passt. Ggf. können wir Ihnen auch noch weitere Bewerbungen zusenden. Pädagogische Begleitung durch den Träger Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz ist zuständig für die Koordination des FSJ Politik. Dies beinhaltet die Vernetzung von Einsatzstellen und Jugendlichen. Die koordinierende Stelle ist somit gleichermaßen Ansprechpartnerin für Freiwillige und Einsatzstellen. Sie organisiert den Fachaustausch auf regionaler und überregionaler Ebene. Sie besucht Einsatzstellen, um sich über die Arbeit der Einrichtung und der/des Jugendlichen zu informieren oder in Konfliktfällen zu vermitteln. Die pädagogische Begleitung basiert auf den Qualitätsstandards für Träger im Dachverband der Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (BKJ). Öffentlichkeitsarbeit Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz übernimmt als Träger die Öffentlichkeitsarbeit für das FSJ Politik. Ausgestaltung und Durchführung der Seminare Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz übernimmt die Organisation und inhaltliche Ausgestaltung von 25 Bildungstagen. Drei Tage davon bilden die ebenfalls vom Kulturbüro Rheinland-Pfalz organisierten frei wählbaren Bildungstage. Ziel der Seminare ist es, den Jugendlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten für ihre Tätigkeit im Bereich der politischen Bildung, sowie Schlüsselkompetenzen für den Lebens- und Berufsweg zu vermitteln. Die Seminare ermöglichen es, die Jugendlichen über das Jahr hinweg im gesamten Lernprozess zu begleiten. Ihnen werden Reflexionsmöglichkeiten über sich selbst und die Arbeit im Projekt angeboten. Nicht zu letzt wird durch die Seminare der Austausch zwischen den Freiwilligen angeregt. Wichtiges Ziel ist darüber hinaus die Einbeziehung der Jugendlichen in die Ausgestaltung der Seminarinhalte. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 5 von 7

6 Beispiele für Seminarinhalte Politische Bildung: Vermittlung und Stärkung von Toleranz und Kritikfähigkeit, Verankerung von demokratischen Spielregeln, Herausbildung und Weiterentwicklung von aktiver Bürgerschaft und gesellschaftlicher Partizipation. Interkulturelles Training: Vermittlung von bewusstem und kritischem Umgang mit Stereotypen, Aufbau von Akzeptanz für andere Kulturen und Verständnis der eigenen Kulturverhaftung für eine erfolgreiche Kommunikation und Zusammenarbeit mit Menschen aus anderen Kulturen. Politik erleben: In Form von Besuch politischer Institutionen (z.b. im rheinlandpfälzischen Landtag) und von gegenseitigem Erfahrungsaustausch gewinnen die Jugendlichen über ihren Arbeitsalltag hinaus weitere Einblicke in die Praxis, in Strukturen, Aufgaben und Arbeitsabläufe von politisch relevanten Institutionen. Berufliche Orientierung: Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz ermöglicht Hospitationen in anderen politischen Institutionen, damit sich der Horizont möglicher beruflicher Perspektiven für die Jugendlichen erweitert. Außerdem bietet das Kulturbüro den Jugendlichen ein Seminar zur beruflichen Orientierung, in dessen Mittelpunkt die Schau nach den jeweils eigenen Fähigkeiten, Ressourcen und Wünschen der Jugendlichen steht. Projektmanagement: Da das Projektmanagement ein wichtiges Element politischer Arbeit ist und die Jugendlichen auch in ihrer Einsatzstelle ein Projekt realisieren werden, bekommen sie innerhalb der Seminare Knowhow und Ideen für die Projektgestaltung und das Management von eigenständiger Projektarbeit vermittelt. Pressearbeit/Rhetorik: Ein weiteres zentrales Element politischer Arbeit ist die Kommunikation. Sachverhalte müssen angehört und verstanden, Argumente ausgetauscht werden, und es muss auch zwischen den Zeilen gelesen werden. Die Jugendlichen werden in den Seminaren in Kommunikation, Rhetorik, Publizistik und Diskussionsführung geschult. Raum für Identitätsentwürfe: In selbstreflexiven Einheiten und in engem Austausch mit der Gruppe erfahren die Freiwilligen viel über sich selbst. Sie lernen sich mit gesellschaftspolitischen Diskursen auseinanderzusetzen, ihre eigene Meinung zu bilden und eigenverantwortliches Handeln für sich daraus abzuleiten. Kreative Strategien: Eine intensive Auseinandersetzung mit politischen und gesellschaftlichen Themenbereichen wird den Jugendlichen in künstlerischen Werkstätten ermöglicht. Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 6 von 7

7 Gesetzliche Grundlage Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (Jugendfreiwilligendienstegesetz JFDG) vom 16. Mai 2008 (BGBl. I S. 842). Bundesfreiwilligendienstegesetz (in Bearbeitung). Dauer 1. September bis 31. August des Folgejahres. Erster geplanter Start ist der 1. September Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an uns! Kulturbüro Rheinland-Pfalz Mayer-Alberti-Str Koblenz AnsprechpartnerInnen: Lukas Nübling Tel Moka Biss Tel Hannah Dröge de Carriozo Tel Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Seite 7 von 7

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