Juckreiz und Lebensqualität

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1 Pflegekompetenz & Symptomkontrolle curativ und palliativ Juckreiz und Lebensqualität Veranstaltungsort: Fontane Haus Wilhelmsruher Damm 142c Berlin (Reinickendorf) 06. Juni 2014 Referentin: Anne Mauelshagen Beratung & Gesundheit 1

2 Pruritus und Lebensqualität Was bedeutet das für den Patienten? Juckreiz ist schlimmer als Heimweh oft schlimmer als der Schmerz 2

3 Leider verschwindet der Juckreiz nicht einfach so.. 3

4 Was ist Pruritus? Eine unangenehme Wahrnehmung der Haut Juckempfinden mit einem häufigen reflexartigen und zwanghaften Kratzen An der Wahrnehmung und der Weiterleitung dieser Wahrnehmung sind Schmerzrezeptoren, das vegetative Nervensystem, die Hirnrinde, die Psyche und verschiedene Mediatoren (so z.b. Histamin, Trypsin, Kallikerin) beteiligt Das Gefäßsystem der Haut und die inneren Organe spielen eine Rolle 4

5 Pruritus bei malignen Hauterkrankungen 5

6 Juckreiz und seine Folgen Pruritus verursacht dem Patienten erhebliches Leiden und beeinträchtigt seine Lebensqualität Ein Teufelskreislauf des Juckens und Kratzens Stärkere Sekretion von Entzündungsmediatoren Mit gravierenden Folgen: Noch mehr Kratzen und dadurch bedingte Wunden und Subinfektionen 6

7 Weitere Symptome Blutige Kratzwunden Einschlaf und Durchschlafstörungen Übelkeit und Erbrechen Scham Verringertes Selbstwertgefühl Ausgrenzung Isolation, Depression und Angst 7

8 Die Bedeutung des Juckreiz 84 % der Patienten haben einen generalisierten Pruritus Bleibt der Juckreiz über einen Verlauf von 6 Wochen, so gilt er als chronifiziert Bei % ist der Juckreiz ein Zeichen innerer systemischer Erkrankungen z.b. Nieren-, Leber-, Stoffwechsel- Blut- oder Krebserkrankung 8

9 Die Kunst der Pflegenden eine Brücke zu bauen 9

10 Der Juckreiz liegt auf der Lauer Viele Patienten haben bereits eine Odyssee des Leidens der Maßnahmen und Therapien hinter sich % alter Menschen leiden an gelegentlichem Pruritus 10

11 Kompetenzen Fachkompetenz Sozialkompetenz Eine Haltung die von Respekt, Empathie Menschlichkeit und der Einstellung geprägt ist zuzuhören und den Patienten ernst zu nehmen. 11

12 Wissen hilft verstehen 5 % der in der Hinterwurzel eintretenden C Fasern sind sensibel für Juckreiz Neurozeptoren stimulieren das Juckempfinden direkt Juckreiz wird unter anderem durch die Freisetzung von Histamin ausgelöst Im zentralen Nervensystem und im Rückenmark kann das Juckempfinden unterdrückt werden so das Schmerzreize dominieren. 12

13 Klassifikation Zugrunde liegende Erkrankungen können in folgende Kategorien eingeteilt werden: dermatoligisch systemisch neurologisch psychiatrisch/ psychosomatisch Mischformen unklare Genese 13

14 Urtikaria 14

15 Ödeme Vasodiletation Hyperämie Weitere Symptome bei Urtikaria Die chron. Urtikaria ist keine allergische Erkrankung Die Ursache bei einer akuten Urtikaria bleibt 50 % unerkannt Ursachen Infektionen der Atemwege Medikamente: NSAID (Nichtsteroidale Antirheumatika) Nichtsteroidale Antiphlogistika Aspirin ACE-Hemmer Ernährung Mechanische Stimulation Hitze, Kälte, Stress, Sonnenlicht, Kontakt mit Wasser (aquagene Urtikaria) 15

16 Was ist zu tun? 16

17 Weitere Maßnahmen Erfassung und Beurteilung der Patientensituation Information und Beratung Absprache und Vereinbarung von Maßnahmen Beobachtung des Prozesses und der Ergebniskontrolle Antihistaminika (reicht dies nicht: H2- Rezeptorantagonisten, Cyclosporin) Erythem wird nicht unterdrückt Kortison Stosstherapie nur bei schweren Schüben mit Quincke- Ödem 17

18 Pflegerische Maßnahmen Die gemeinsame Suche nach Alternativen kann für die Eigenvorsorge des Patienten eine Lösung sein Salben/ Cremes, mit hohem Harnstoffanteil z.b. Eucerin-Lotion ph 5,5 und Harnstoffanteil oder eine Mischung in der Apotheke herstellen lassen. Kühlende Mittel: Levomenthol 1% Carbomerwassergel FNA 18

19 Schmerzmittel und Juckreiz. Morphin und Sufentanil sind stärker pruritogen als Fentanyl und Butorphanol Nach Verabreichung von Opioiden per Kathetersystem in den Spinalkanal (intrathekal) tritt Juckreiz in der Regel nach 6 12 Stunden ein. Nach ca. 2 Tagen: Entwicklung einer Toleranz Juckreiz nimmt ab 19

20 Weitere Maßnahmen Naloxon ein Antagonist aller Opioidrezeptoren z.b. Nalmefen, Naltrexon Mirtazapin:15 30 mg 1- mal/d Erfolg auch bei einer Dosis von 7,5 mg Cetirizin (Kombinationspräparat) Zileuton und Zafirlukast bei einer atopischen Dermatitis und Juckreiz Anwendung von Ringelblumensalbe Stiefmütterchenteeauflagen Entspannungsmethoden 20

21 Fazit 21

22 Der Leidensdruck der Pruritus Patienten Es gilt Jucken als andauerndes, eigenständiges schwer zu behandelndes und für den Patienten äußerst belastendes Symptom zu erkennen. Das ist die Grundvoraussetzung für eine ganzheitliche medizinisch und pflegerische Versorgung 22

23 Für eine patientenorientierte Versorgung Das therapeutische Team sieht Juckreiz nicht nur als Begleiterscheinung oder Randsymptom Die Beschwerden ernst nehmen ist somit der erste Weg um eine vertrauensvolle Basis für die pflegerische Versorgung zu gewährleisten 23

24 Haltung und Care als Teil der ganzheitlichen Versorgung in der Pflege 24

25 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Ich wünsche Ihnen einen beflügelten Heimweg 25

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