Deutschland-Check Nr. 34

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1 Die Staatsverschuldung Deutschlands Ergebnisse des IW-Arbeitnehmervotums Bericht der IW Consult GmbH Köln, 12. November 2012 Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH Konrad-Adenauer-Ufer Köln Postanschrift: Postfach Köln Geschäftsführer: Matthias Kenter, Dr. Karl Lichtblau Sitz der Gesellschaft ist Köln Eingetragen im Handelsregister Köln HRB Deutsche Bank Köln, BLZ , Konto

2 Ansprechpartner: IW Consult GmbH Dr. Sebastian van Baal Referent Tel.: IW Consult GmbH André Volkmer Referent Tel.: Seite 2 von 22

3 Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis 4 Tabellenverzeichnis 4 Zusammenfassung 5 1 Der Hintergrund 7 2 Die Befragung 7 3 Die Ergebnisse 8 Tabellenanhang 15 Über das IW-Arbeitnehmervotum 22 Seite 3 von 22

4 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Mehrheit der Arbeitnehmer hält aktuellen Schuldenstand für zu hoch... 8 Abbildung 2: Mehrheit der Arbeitnehmer ist gegen Aufnahme neuer Schulden... 9 Abbildung 3: Einführung der Schuldenbremse wird von Arbeitnehmern befürwortet...10 Abbildung 4: Arbeitnehmer glauben nicht an Einhaltung der Schuldenbremse...11 Abbildung 5: Zur Konsolidierung der Finanzen tendieren Arbeitnehmer mehrheitlich zu Ausgabenkürzungen...12 Abbildung 6: Geringe Zustimmung der Arbeitnehmer zu Steuererhöhungen...13 Abbildung 7: Stärkere Zustimmung der Arbeitnehmer zu Ausgabenkürzungen...14 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Zusammensetzung der Stichprobe...15 Tabelle 2: Mehrheit der Arbeitnehmer hält aktuellen Schuldenstand für zu hoch...16 Tabelle 3: Mehrheit der Arbeitnehmer ist gegen Aufnahme neuer Schulden...17 Tabelle 4: Einführung der Schuldenbremse wird von Arbeitnehmern befürwortet...18 Tabelle 5: Arbeitnehmer glauben nicht an Einhaltung der Schuldenbremse...19 Tabelle 6: Zur Konsolidierung der Finanzen tendieren Arbeitnehmer mehrheitlich zu Ausgabenkürzungen...20 Tabelle 7: Geringe Zustimmung der Arbeitnehmer zu Steuererhöhungen...21 Tabelle 8: Stärkere Zustimmung der Arbeitnehmer zu Ausgabenkürzungen...22 Seite 4 von 22

5 Zusammenfassung In Europa befinden sich mehrere Länder am Rande des Staatsbankrotts. Auch Deutschland verschuldet sich immer wieder neu. Um die Staatsverschuldung in Deutschland zu begrenzen, wurde im Jahr 2009 die Schuldenbremse beschlossen und ins Grundgesetz aufgenommen. Dadurch soll die Neuverschuldung nach einer Übergangsfrist begrenzt werden. Ausnahmen sind nur vorübergehend bei Naturkatastrophen und Konjunkturkrisen erlaubt. Aber wie denken die Arbeitnehmer über das Thema Staatsverschuldung und Schuldenbremse? Soll der Staat stärker auf einen ausgeglichenen Haushalt achten oder bewusst Neuverschuldung in Kauf nehmen? Zu dieser Thematik wurden im Oktober und November 2012 insgesamt Arbeitnehmer online befragt. Die wesentlichen Befunde lauten wie folgt: Der aktuelle Schuldenstand ist in den Augen der meisten Arbeitnehmer zu hoch: Insgesamt 83,1 Prozent geben dies an, während lediglich 13,3 Prozent die Verschuldung für tragbar halten. Mit zunehmender Schulbildung wird die Verschuldung eher als tragbar angesehen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Frage nach der jährlichen Neuverschuldung: So lehnen 81 die Neuverschuldung ab. Nur insgesamt 14,3 Prozent der Arbeitnehmer betrachten die Neuverschuldung als notwendig. Mit zunehmender Schulbildung wird die jährliche Neuverschuldung eher als notwendig angesehen. Eine große Mehrheit der Arbeitnehmer befürwortet die Einführung der Schuldenbremse: 84,4 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, die Einführung der Schuldenbremse für richtig zu halten. Lediglich 8,1 votieren dagegen. Arbeitnehmer mit zunehmender Schulbildung bzw. mit zunehmendem Alter und Männer halten die Einführung der Schuldenbremse eher für richtig. Auch wenn die meisten Arbeitnehmer die Einführung der Schuldenbremse begrüßen, glauben sie nicht an deren Einhaltung. So erwarten 84,3 Prozent der Befragten, dass die Politik die Schuldenbremse umgeht. Lediglich 6,6 Prozent der Befragten glauben an die Einhaltung der Schuldenbremse. Die Befragten mit Abitur/Fachhochschulreife und die 16- bis 24-Jährigen glauben eher an die Einhaltung der Schuldenbremse. Zur Konsolidierung seiner Finanzen sollte der Staat schwerpunktmäßig seine Ausgaben kürzen: 85,1 vertreten diese Ansicht. Lediglich 9 Prozent sprechen sich für eine Erhöhung der Steuern aus. Befragte mit Abitur/Fachhochschulreife und Männer votieren eher für Steuererhöhungen. Die Zustimmung zu Steuererhöhungen ist nur begrenzt vorhanden: 44,4 Prozent der befragten Arbeitnehmer lehnen Steuererhöhungen komplett ab. 25,9 Prozent aller Befragten stimmen einer Steuererhöhung nur bei geringer Betroffenheit zu, weitere 18,6 Prozent nur bei mäßiger Betroffenheit. Lediglich 4,8 Prozent akzeptieren eine Steuererhöhung auch bei starker Betroffenheit. Befragte mit zunehmender Schulbildung und Männer stimmen eher für Steuererhöhungen. Die Zustimmung zu Ausgabenkürzungen ist insgesamt deutlich stärker ausgeprägt. Nur 14,6 Prozent der befragten Arbeitnehmer lehnen Ausgabenkürzungen komplett ab. 27,1 Prozent Seite 5 von 22

6 aller Befragten akzeptieren eine Ausgabenkürzung nur bei geringer Betroffenheit, 36,7 Prozent bei mäßiger Betroffenheit und 12,8 Prozent auch bei starker Betroffenheit. Mit zunehmender Schulbildung werden Ausgabenkürzungen eher zugestimmt. Seite 6 von 22

7 1 Der Hintergrund In Europa befinden sich mehrere Länder am Rande des Staatsbankrotts. Auch Deutschland verschuldet sich immer wieder neu. Um die Staatsverschuldung in Deutschland zu begrenzen, wurde im Jahr 2009 die Schuldenbremse beschlossen und ins Grundgesetz aufgenommen. Dadurch soll die Neuverschuldung nach einer Übergangsfrist begrenzt werden. Ausnahmen sind nur vorübergehend bei Naturkatastrophen und Konjunkturkrisen erlaubt. Aber wie denken die Arbeitnehmer über das Thema Staatsverschuldung und Schuldenbremse? Soll der Staat stärker auf einen ausgeglichenen Haushalt achten oder bewusst Neuverschuldung in Kauf nehmen? Diesen Fragen ist das vorliegende IW-Arbeitnehmervotum gewidmet. 2 Die Befragung Für das IW-Arbeitnehmervotum wurden vom 22. Oktober bis zum 2. November 2012 insgesamt Arbeitnehmer online befragt. Die Stichprobe wurde hinsichtlich soziodemografischer Merkmale entsprechend der Verteilung in Deutschland geschichtet (Tabelle 1 im Anhang). Im Einzelnen wurden die folgenden Fragen gestellt: Wie denken Sie über den aktuellen Schuldenstand in Deutschland? o o Die Verschuldung ist zu hoch Die Verschuldung ist tragbar Wie denken Sie über die jährliche Neuverschuldung in Deutschland? o o Neuverschuldung ist notwendig Es sollte gar keine Neuverschuldung geben (Ggf.:) Wie hoch sollte die Neuverschuldung ihrer Ansicht nach ausfallen? o o o Der Staat sollte die Neuverschuldung reduzieren Der Staat sollte sich weiterhin in dem bisherigen Ausmaße neu verschulden Notfalls sollte der Staat die Aufnahme neuer Schulden noch weiter ausbauen Der Staat darf ab 2020 nur in Ausnahmefällen (z. B. Konjunkturkrisen oder Naturkatastrophen) neue Schulden aufnehmen, Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der Schuldenbremse. Halten Sie die Einführung der Schuldenbremse für richtig? Glauben Sie, dass sich die Politik an die Schuldenbremse hält? Durch die Einführung der Schuldenbremse muss der Staat seine Finanzen konsolidieren. Was meinen Sie, welchen Schwerpunkt sollte er dabei setzen? o o Steuern erhöhen Ausgaben kürzen Befürworten Sie Steuererhöhungen auch dann, wenn Sie selbst davon betroffen wären?/ Würden Sie auch Steuererhöhungen in Kauf nehmen? Befürworten Sie Ausgabenkürzungen auch dann, wenn Sie selbst dadurch auf staatliche Leistungen verzichten müssten?/ Würden Sie auch Ausgabenkürzungen in Kauf nehmen? Seite 7 von 22

8 3 Die Ergebnisse Fünf von sechs Arbeitnehmern empfinden den aktuellen Schuldenstand in Deutschland als zu hoch Die Frage nach der Verschuldung Deutschlands gibt ein klares Bild: 83,1 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, dass der aktuelle Schuldenstand zu hoch sei. Lediglich 13,3 Prozent der Arbeitnehmer halten die Verschuldung für tragbar (Abbildung 1). Abbildung 1: Mehrheit der Arbeitnehmer hält aktuellen Schuldenstand für zu hoch Wie denken Sie über den aktuellen Schuldenstand in Deutschland? Die Verschuldung ist tragbar; 13,3 Weiß nicht; 3,6 Die Verschuldung ist zu hoch; 83,1 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Wenn man sich die Ergebnisse über verschiedene soziodemografisch abgegrenzte Gruppen (Tabelle 2 im Anhang) vergegenwärtigt, fällt auf, dass mit zunehmender Schulbildung die Verschuldung eher als tragbar angesehen wird. die Gruppe der 50- bis 65-Jährigen die Verschuldung eher als tragbar ansieht. Seite 8 von 22

9 Mehrheit der Arbeitnehmer spricht sich gegen die Aufnahme neuer Kredite aus Bei der Frage nach der Neuverschuldung zeigt sich ein klares Votum: So lehnen 81 Prozent der Arbeitnehmer die Aufnahme neuer Kredite ab. Nur insgesamt 14,3 betrachten die Neuverschuldung als notwendig. Und von denjenigen Arbeitnehmern, die die Neuverschuldung als notwendig betrachten, spricht sich die Mehrheit für eine Reduzierung der Neuverschuldung aus (Abbildung 2). Abbildung 2: Mehrheit der Arbeitnehmer ist gegen Aufnahme neuer Schulden Wie denken Sie über die jährliche Neuverschuldung in Deutschland? ; Falls Neuverschuldung notwendig: Wie hoch sollte die Neuverschuldung ihrer Ansicht nach ausfallen? 4,7 2,8 81,0 14,3 10,4 1,1 Es sollte gar keine Neuverschuldung geben Weiß nicht Neuverschuldung ist notwendig, der Staat sollte die Neuverschuldung reduzieren Neuverschuldung ist notwendig, der Staat sollte sich weiterhin in dem bisherigen Ausmaße neu verschulden Neuverschuldung ist notwendig, notfalls sollte der Staat die Aufnahme neuer Schulden noch weiter ausbauen Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Vergleiche zwischen Gruppen unter den Arbeitnehmern (Tabelle 3 im Anhang) zeigen insbesondere, dass mit zunehmender Schulbildung die jährliche Neuverschuldung eher als notwendig angesehen wird. die 25- bis 34-Jährigen die jährliche Neuverschuldung eher als notwendig ansehen. Seite 9 von 22

10 Fünf von sechs Arbeitnehmer halten die Einführung der Schuldenbremse für richtig Eine große Mehrheit der Arbeitnehmer befürwortet die Einführung der Schuldenbremse: 84,4 Prozent der befragten Arbeitnehmer geben an, die Einführung der Schuldenbremse für richtig zu halten. Lediglich 8,1 votieren dagegen, weitere 7,5 Prozent der Befragten äußern sich nicht näher zu dieser Frage (Abbildung 3). Abbildung 3: Einführung der Schuldenbremse wird von Arbeitnehmern befürwortet Der Staat darf ab 2020 nur in Ausnahmefällen (z. B. Konjunkturkrisen oder Naturkatastrophen) neue Schulden aufnehmen, Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der Schuldenbremse. Halten Sie die Einführung der Schuldenbremse für richtig? Nein; 8,1 Weiß nicht; 7,5 Ja; 84,4 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Die Ergebnisse unterscheiden sich hinsichtlich der soziodemographischen Merkmale Schulbildung, Geschlecht und Alter (Tabelle 4 im Anhang). Dabei fällt insbesondere auf, dass mit zunehmender Schulbildung die Einführung der Schuldenbremse eher als richtig angesehen wird. Männer die Einführung der Schuldenbremse eher als richtig ansehen. mit zunehmendem Alter die Einführung der Schuldenbremse eher als richtig angesehen wird. Seite 10 von 22

11 Mehrheit der Arbeitnehmer äußert sich skeptisch über die Einhaltung der Schuldenbremse Auch wenn die meisten Arbeitnehmer die Einführung der Schuldenbremse begrüßen, glauben sie nicht an deren Einhaltung. So erwarten 84,3 Prozent der Befragten, dass die Politik die Schuldenbremse umgeht. Lediglich 6,6 Prozent der Befragten glaubt an die Einhaltung der Schuldenbremse, weitere 9,1 Prozent der Befragten geben keine nähere Auskunft zu dieser Frage (Abbildung 4). Abbildung 4: Arbeitnehmer glauben nicht an Einhaltung der Schuldenbremse Glauben Sie, dass sich die Politik an die Schuldenbremse hält? Weiß nicht; 9,1 Ja; 6,6 Nein; 84,3 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Beim Vergleich zwischen einzelnen Gruppen unter den Arbeitnehmern (Tabelle 5 im Anhang) zeigt sich insbesondere, dass die Befragten mit Abitur/Fachhochschulreife eher an die Einhaltung der Schuldenbremse glauben. die Gruppe der 16- bis 24-Jährigen eher an die Einhaltung der Schuldenbremse glaubt. Seite 11 von 22

12 Zur Konsolidierung des Haushalts votieren Arbeitnehmer für Ausgabenkürzungen Nach Meinung der befragten Arbeitnehmer sollte der Staat zur Konsolidierung seiner Finanzen schwerpunktmäßig seine Ausgaben kürzen. Diese Aussage wird von 85,1 Prozent der Arbeitnehmer getroffen. Lediglich 9 Prozent sprechen sich für eine Erhöhung der Steuern aus, die restlichen 5,9 Prozent machen keine näheren Angaben (Abbildung 5). Abbildung 5: Zur Konsolidierung der Finanzen tendieren Arbeitnehmer mehrheitlich zu Ausgabenkürzungen Durch die Einführung der Schuldenbremse muss der Staat seine Finanzen konsolidieren. Was meinen Sie, welchen Schwerpunkt sollte er dabei setzen? Weiß nicht; 5,9 Steuern erhöhen; 9,0 Ausgaben kürzen; 85,1 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Die Ergebnisse unterscheiden sich wiederum hinsichtlich der soziodemographischen Merkmale Schulbildung, Geschlecht und Alter (Tabelle 6 im Anhang), insbesondere dadurch dass die Befragten mit Abitur/Fachhochschulreife eher für Steuererhöhungen votieren. Männer eher für Steuererhöhungen votieren. Seite 12 von 22

13 Geringe Akzeptanz von Steuererhöhungen Insgesamt ist die Zustimmung der Arbeitnehmer zu Steuererhöhungen nur begrenzt vorhanden. 44,4 Prozent der befragten Arbeitnehmer lehnen Steuererhöhungen komplett ab. Und diejenigen Arbeitnehmer, die einer Steuererhöhung zustimmen, akzeptieren mehrheitlich nur ein gewisses Ausmaß. So stimmen 25,9 Prozent aller Befragten einer Steuererhöhung nur bei geringer Betroffenheit zu, weitere 18,6 Prozent nur bei mäßiger Betroffenheit. Lediglich 4,8 Prozent akzeptieren eine Steuererhöhung auch bei starker Betroffenheit, die restlichen 6,3 Prozent äußern sich nicht näher zu dieser Frage (Abbildung 6). Abbildung 6: Geringe Zustimmung der Arbeitnehmer zu Steuererhöhungen Befürworten Sie Steuererhöhungen auch dann, wenn Sie selbst davon betroffen wären?/ Würden Sie auch Steuererhöhungen in Kauf nehmen? Weiß nicht; 6,3 Ja, auch bei starker Betroffenheit; 4,8 Ja, aber nur bei mäßiger Betroffenheit; 18,6 Nein; 44,4 Ja, aber nur bei geringer Betroffenheit; 25,9 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; 1000 Arbeitnehmer Vergleiche zwischen den verschiedenen Gruppen unter den Arbeitnehmern (Tabelle 7 im Anhang) zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass mit zunehmender Schulbildung eher Steuererhöhungen zugestimmt wird. Männer eher Steuererhöhungen zustimmen. Seite 13 von 22

14 Stärkere Akzeptanz von Ausgabenkürzungen Die Zustimmung der Arbeitnehmer zu Ausgabenkürzungen ist insgesamt deutlich stärker ausgeprägt. Nur 14,6 Prozent der befragten Arbeitnehmer lehnen Ausgabenkürzungen komplett ab. Bei denjenigen Arbeitnehmern, die einer Ausgabenkürzung zustimmen, ist das Ausmaß der Zustimmung auch insgesamt höher: Zwar akzeptieren 27,1 Prozent aller Befragten eine Ausgabenkürzung nur bei geringer Betroffenheit, aber 36,7 Prozent bei mäßiger Betroffenheit und 12,8 Prozent auch bei starker Betroffenheit. Die restlichen 8,8 Prozent machen keine weiteren Angaben (Abbildung 7). Abbildung 7: Stärkere Zustimmung der Arbeitnehmer zu Ausgabenkürzungen Befürworten Sie Ausgabenkürzungen auch dann, wenn Sie selbst dadurch auf staatliche Leistungen verzichten müssten?/ Würden Sie auch Ausgabenkürzungen in Kauf nehmen? Weiß nicht; 8,8 Ja, auch bei starker Betroffenheit; 12,8 Nein; 14,6 Ja, aber nur bei geringer Betroffenheit; 27,1 Ja, aber nur bei mäßiger Betroffenheit; 36,7 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; 1000 Arbeitnehmer Bei den Unterschieden zwischen den verschiedenen Gruppen unter den Arbeitnehmern (Tabelle 8 im Anhang) zeigt sich insbesondere, dass mit zunehmender Schulbildung eher Ausgabenkürzungen zugestimmt wird. Männer auch bei starker Betroffenheit eher Ausgabenkürzungen zustimmen. Seite 14 von 22

15 Tabellenanhang Tabelle 1: Zusammensetzung der Stichprobe Anzahl der Arbeitnehmer Altersgruppen Schulbildung Geschlecht Gesamt Männlich Haupt-/Volksschule Weiblich Gesamt Realschule/Polytechnische Oberschule Abitur/Fachhochschulreife Männlich Weiblich Gesamt Männlich Weiblich Gesamt Männlich Gesamt Weiblich Gesamt Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 15 von 22

16 Tabelle 2: Mehrheit der Arbeitnehmer hält aktuellen Schuldenstand für zu hoch Wie denken Sie über den aktuellen Schuldenstand in Deutschland? Die Verschuldung ist zu hoch Die Verschuldung ist tragbar Weiß nicht Gesamt Gesamt 83,1 13,3 3,6 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 86,8 7,3 5,9 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule 83,6 13,2 3,2 100,0 Abitur/Fachhochschulreife 79,1 19,0 1,8 100,0 Geschlecht Männlich 84,0 13,4 2,6 100,0 Weiblich 82,0 13,2 4,8 100,0 Altersgruppen ,8 13,5 2,7 100,0 81,7 13,7 4,6 100,0 84,9 11,6 3,5 100,0 80,9 15,6 3,4 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 16 von 22

17 Tabelle 3: Mehrheit der Arbeitnehmer ist gegen Aufnahme neuer Schulden Wie denken Sie über die jährliche Neuverschuldung in Deutschland? ; Falls Neuverschuldung notwendig: Wie hoch sollte die Neuverschuldung ihrer Ansicht nach ausfallen? Es sollte gar keine Neuverschuldu ng geben. Neuverschuldung ist notwendig, der Staat sollte die Neuverschuldung reduzieren. Neuverschuldung ist notwendig, der Staat sollte sich weiterhin in dem bisherigen Ausmaße neu verschulden. Neuverschuldung ist notwendig, notfalls sollte der Staat die Aufnahme neuer Schulden noch weiter ausbauen. Weiß nicht Gesa mt Gesamt 81,0 10,4 2,8 1,1 4,7 100,0 Schulbildung Haupt- /Volksschule Realschule/Polytechnische Oberschule Abitur/Fachhoch schulreife 84,8 6,6 0,7 1,3 6,6 100,0 80,9 11,3 3,2 0,5 4,0 100,0 77,6 12,9 4,3 1,5 3,7 100,0 Geschlecht Männlich 80,9 12,1 2,9 1,7 2,4 100,0 Weiblich 81,1 8,3 2,6 0,4 7,5 100,0 Altersgruppen ,4 8,1 5,4 0,9 7,2 100, ,6 13,7 3,6 0,5 5,6 100, ,9 10,2 2,1 1,9 4,9 100, ,5 9,2 2,3 0,4 2,7 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 17 von 22

18 Tabelle 4: Einführung der Schuldenbremse wird von Arbeitnehmern befürwortet Der Staat darf ab 2020 nur in Ausnahmefällen (z. B. Konjunkturkrisen oder Naturkatastrophen) neue Schulden aufnehmen, Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der Schuldenbremse. Halten Sie die Einführung der Schuldenbremse für richtig? Ja Nein Weiß nicht Gesamt Gesamt 84,4 8,1 7,5 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 80,9 8,6 10,6 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule 85,2 8,1 6,7 100,0 Abitur/Fachhochschulreife 86,8 7,7 5,5 100,0 Geschlecht Männlich 86,9 8,5 4,6 100,0 Weiblich 81,4 7,7 11,0 100,0 Altersgruppen ,4 14,4 7,2 100,0 81,7 9,6 8,6 100,0 85,3 7,0 7,7 100,0 87,4 6,1 6,5 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 18 von 22

19 Tabelle 5: Arbeitnehmer glauben nicht an Einhaltung der Schuldenbremse Glauben Sie, dass sich die Politik an die Schuldenbremse hält? Ja Nein Weiß nicht Gesamt Gesamt 6,6 84,3 9,1 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 6,3 82,5 11,2 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule 5,4 85,7 8,9 100,0 Abitur/Fachhochschulreife 8,3 84,4 7,4 100,0 Geschlecht Männlich 6,6 85,1 8,3 100,0 Weiblich 6,6 83,3 10,1 100,0 Altersgruppen ,0 81,1 9,9 100,0 6,1 84,3 9,6 100,0 6,7 84,9 8,4 100,0 5,7 84,7 9,5 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 19 von 22

20 Tabelle 6: Zur Konsolidierung der Finanzen tendieren Arbeitnehmer mehrheitlich zu Ausgabenkürzungen Durch die Einführung der Schuldenbremse muss der Staat seine Finanzen konsolidieren. Was meinen Sie, welchen Schwerpunkt sollte er dabei setzen? Steuern erhöhen Ausgaben kürzen Weiß nicht Gesamt Gesamt 9,0 85,1 5,9 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 7,3 84,5 8,3 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule 7,5 87,1 5,4 100,0 Abitur/Fachhochschulreife 12,3 83,4 4,3 100,0 Geschlecht Männlich 12,1 84,0 3,9 100,0 Weiblich 5,3 86,4 8,3 100,0 Altersgruppen ,0 81,1 9,9 100,0 9,6 84,8 5,6 100,0 8,1 86,7 5,1 100,0 9,9 84,4 5,7 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; Arbeitnehmer Seite 20 von 22

21 Tabelle 7: Geringe Zustimmung der Arbeitnehmer zu Steuererhöhungen Befürworten Sie Steuererhöhungen auch dann, wenn Sie selbst davon betroffen wären?/ Würden Sie auch Steuererhöhungen in Kauf nehmen? Ja, auch bei starker Betroffenheit Ja, aber nur bei mäßiger Betroffenheit Ja, aber nur bei geringer Betroffenheit Nein Weiß nicht Gesamt Gesamt 4,8 18,6 25,9 44,4 6,3 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 5,3 12,9 20,1 53,1 8,6 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule Abitur/Fachhochschulreife 1,9 19,1 25,3 48,0 5,7 100,0 7,7 23,3 31,9 32,2 4,9 100,0 Geschlecht Männlich 6,8 21,3 24,6 43,2 4,0 100,0 Weiblich 2,4 15,4 27,4 45,8 9,0 100,0 Altersgruppen ,4 18,0 26,1 40,5 9,9 100,0 3,6 18,3 29,9 42,6 5,6 100,0 5,8 18,4 22,8 47,4 5,6 100,0 3,8 19,5 27,9 42,4 6,5 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; 1000 Arbeitnehmer Seite 21 von 22

22 Tabelle 8: Stärkere Zustimmung der Arbeitnehmer zu Ausgabenkürzungen Befürworten Sie Ausgabenkürzungen auch dann, wenn Sie selbst dadurch auf staatliche Leistungen verzichten müssten?/ Würden Sie auch Ausgabenkürzungen in Kauf nehmen? Ja, auch bei starker Betroffenheit Ja, aber nur bei mäßiger Betroffenheit Ja, aber nur bei geringer Betroffenheit Nein Weiß nicht Gesamt Gesamt 12,8 36,7 27,1 14,6 8,8 100,0 Schulbildung Haupt-/Volksschule 13,2 31,0 26,4 17,5 11,9 100,0 Realschule/Polytechnische Oberschule Abitur/Fachhochschulreife 9,7 35,0 31,8 15,9 7,5 100,0 16,0 43,9 22,4 10,4 7,4 100,0 Geschlecht Männlich 15,8 36,6 26,7 15,3 5,7 100,0 Weiblich 9,2 36,8 27,6 13,8 12,5 100,0 Altersgruppen ,7 41,4 21,6 12,6 12,6 100,0 14,2 37,1 25,4 15,7 7,6 100,0 12,1 38,4 26,5 15,1 7,9 100,0 13,4 31,7 31,7 13,7 9,5 100,0 Quelle: IW Consult, IW-Arbeitnehmervotum, Oktober/November 2012; 1000 Arbeitnehmer Über das IW-Arbeitnehmervotum Für das IW-Arbeitnehmervotum werden vier Mal im Jahr Arbeitnehmer in Deutschland zu aktuellen wirtschaftlichen und politischen Vorgängen online befragt. Die Stichprobe der Arbeitnehmer zwischen 16 und 65 Jahren wird entsprechend der Verteilung in Deutschland nach Schulbildung, Geschlecht und Altersgruppen geschichtet. Nicht berücksichtigt werden Arbeitnehmer ohne Schulbildung. Konzipiert wird die Befragung von der IW Consult, einer Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln. Seite 22 von 22

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