WAS VERSTEHT MAN UNTER CARRIER GRADE ETHERNET?

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1 Einführung Seit ihrer Erfindung in den 1970er Jahren hat sich die Ethernet-Technik ständig an geänderte Marktbedingungen angepasst. Ursprünglich als LAN (Local Area Network)-Standard mit einer Übertragungsrate von 10 MBit/s konzipiert, wurde sie immer weiter aufgerüstet - über 100 MBit/s und 1 GBit/s bis hin zu den heute verfügbaren 10 GBit/s. Als Übertragungsmedien werden dabei Kupferkabel und Lichtwellenleiter eingesetzt. Dank seiner hohen Anpassungsfähigkeit erwies sich Ethernet als entscheidende Innovation für eine einheitliche Kommunikation. Nachdem sich diese Netzwerktechnik zunächst auf den LAN-Bereich konzentrierte und dort quasi zum allgemeinen Standard wurde, hat sie inzwischen auch das MAN (Metropolitan Area Network)-Segment erobert. Darüber hinaus ist es möglich, den Ethernet-Datenverkehr auf die verschiedensten Technologien aufzusatteln, wodurch sich völlig neue Perspektiven erschließen. So lassen sich zukünftige Ethernet-Dienste nicht nur in Campusoder Metro-Netzwerken einsetzen, sondern weltweit zur Verfügung stellen. Da die meisten Anwender von Ethernet-Diensten mit dieser Technik inzwischen vertraut sind, können sie deren Vorteile leicht für ihre Konnektivitätsanforderungen im WAN (Wide Area Network) anwenden. Zudem arbeiten mehrere Standardisierungsgremien, wie etwa IEEE, IETF, ITU und MEF, daran, die Standards für Ethernet-Dienste weiterzuentwickeln. In Anbetracht der genannten Hintergründe erläutert dieses White Paper die Grundlagen des so genannten Carrier Ethernet und untersucht, wie sich Dienstprofile und Service Level Agreements (SLAs) in Carrier Ethernet definieren lassen. Carrier Ethernet vs. traditionelles Ethernet im LAN-Bereich Carrier Grade Ethernet (kurz: Carrier Ethernet) ist ein überall verfügbarer, standardisierter Netzwerkdienst. Das entscheidende Stichwort lautet hier standardisiert, denn Carrier Ethernet lässt sich nicht nur über traditionelle (native) Ethernet-basierte Netzwerke bereitstellen, sondern auch auf der Basis anderer Datentransporttechnologien. Hierfür kommen beispielsweise MPLS-basierte Layer 2 VPNs, IEEE 802.1ad Provider Bridges oder Ethernet over SONET in Betracht. Dieses einheitliche Konzept für Carrier Ethernet vergrößert den Einzugsbereich der Ethernet-Technik auf kosteneffektive Weise und verhilft sowohl Service Providern als auch den Endanwendern von Carrier Ethernet-Diensten zu beträchtlichen Einsparungen insbesondere dann, wenn Unternehmen, Privatkunden und drahtlose Netzwerke dieselbe Infrastruktur nutzen. 1

2 Die fünf Attribute von Carrier Ethernet Carrier Ethernet ist durch die in Bild 1 skizzierten und nachfolgend genauer beschriebenen fünf Merkmale gekennzeichnet. Bild 1. Die fünf Attribute von Carrier Ethernet Attribut 1: Standardisierte Dienste Für die Bereitstellung von Carrier Ethernet hat das Metro Ethernet Forum (MEF) zwei standardisierte Diensttypen definiert: E-LINE und E-LAN. Diese sind aus der Perspektive des User Network Interface (UNI) festgelegt, d. h. am Demarkationspunkt zwischen dem Ethernet-Netzwerk des Providers und dem privaten Netzwerk des Kunden. a) Diensttyp 1: E-LINE ist eine virtuelle Verbindung mit Punkt-zu-Punkt-Struktur (Ethernet Virtual Connection - EVC) zwischen zwei UNIs in einem Ethernet-Netzwerk. E-LINE kann vom Provider in zwei Varianten angeboten werden: Als Ethernet Private Line (EPL)-Service, der einen Punkt-zu-Punkt-Dienst zwischen zwei UNIs einrichtet und den kundenseitigen Frames einen hohen Grad an Transparenz bietet. Hierfür wird eine spezielle physische Schnittstelle benötigt. Der EPL Service erfordert folglich sehr wenig Koordination zwischen Provider und Kunde und ist der ideale Ersatz für eine vom Kunden bisher möglicherweise genutzte Mietleitung. 2

3 Der Ethernet Virtual Private Line (EVPL)-Service bietet zusätzlich die Möglichkeit eines Service-Multiplexings am UNI. Das heißt, EVPL ermöglicht die Bereitstellung von mehr als einer EVC am UNI, sodass einige Kunden-Frames an die eine EVC und die übrigen Frames an eine andere EVC gerichtet werden können. Eine EVPL kann außerdem für verschiedenen Kunden-Frames an einem UNI mehrere CoS-Levels (Class of Service) implementieren. Ein EVPL-Dienst ist damit der ideale Ersatz für eine vom Kunden sonst genutzte Punkt-zu-Punkt Frame-Relay-Verbindung oder eine ATM/PVC (Asynchronous Transfer Mode/Permanent Virtual Circuit). Bild 2. Schema eines E-LINE-Diensts b) Diensttyp 2: E-LAN ist eine Ethernet Virtual Connection mit Multipoint-to-Multipoint-Struk-tur, die eine Mehrpunkt-Konnektivität zwischen mehreren UNIs in einem Metro-Ethernet-Netz-werk einrichtet. Bild 3. Schema eines E-LAN-Service 3

4 Im Rahmen dieser standardisierten Service-Definitionen werden für jeden Dienst bestimmte Attribute festgelegt. Auf dieser Basis sind Provider dazu in der Lage, einen Dienst an die individuellen Erwartungen des Endanwenders anzupassen und entsprechende Service Level Agreements (SLAs) auszuarbeiten. Unter anderem können folgende Attribute für die einzelnen Dienste angeboten werden: Physische Übertragungsrate am UNI Bandbreitenprofil an jedem UNI mit Parametern wie etwa: o Committed Information Rate (CIR) o Committed Burst Size (CBS) o Excess Information Rate (EIR) o Excess Burst Size (EBS) Bandbreitenprofile der einzelnen Class Of Service (CoS) Identifier Verhalten des Layer 2 Control Processings: Soll die Netzwerk-Gegenstelle Layer 2 Protokoll- Frames wie etwa BPDUs, GARP-Frames usw. am UNI löschen oder weiterleiten? Dieses Konzept, standardisierte Dienste anzubieten, erfordert keine Änderungen am LAN-Equipment oder den Netzwerken des Kunden. Durch Festlegung von Bandbreitenabstufungen und QoS-Optionen haben Provider die Möglichkeit, einen Dienst anzubieten, der sich auf die Anforderungen des Endanwenders zuschneiden lässt. Die Verwendung ausgefeilter QoS-Dienstattribute macht Carrier Ethernet- Technik überdies zur idealen Basis für die Bereitstellung von Multiplay-Diensten (Sprache, Video und Daten) über eine konvergierte Infrastruktur. In dieser Hinsicht ergänzt die vom MEF in Sachen Carrier Ethernet geleistete Arbeit die Ergebnisse anderer anerkannter Standards (zum Beispiel der TR-101- Standard des DSL-Forums, der die Migration auf Ethernet-basierte DSL-Aggregation-Netzwerke definiert) auf ideale Weise. Attribut 2: Skalierbarkeit In einer von In-Stat im Jahr 2006 durchgeführten Marktstudie wurde Skalierbarkeit als einer der wichtigsten Gründe für den Umstieg auf Ethernet genannt. Schließlich erwarten viele Unternehmen jährliche Kapazitätszuwächse von 20 bis 30 Prozent. Hierbei gilt die Ethernet-typische Skalierbarkeit als Grundvoraussetzung, um mit dem wachsenden Kapazitätsbedarf Schritt zu halten. Bereits jetzt unterstützt Ethernet ein weites Spektrum von Übertragungsraten von 10 MBit/s bis 10 GBit/s, wobei Übertragungsraten, die zwischen diesen standardisierten physischen Ethernet- Geschwindigkeiten liegen, per Link Aggregation (Bündelung mehrerer Verbindungen) möglich sind. 4

5 Auch die Dienste selbst können äußerst fein abgestufte Bandbreiten offerieren. So ergibt sich beispielsweise für Frame-Relay-Dienste eine maximale Bandbreite von 45 MBit/s (T3). Grundsätzlich ist bei einer Transferrate von 10 GBit/s also noch kein Ende erreicht, denn bereits heute arbeitet die Higher Speed Study Group (HSSG) des IEEE an der Definition von Standards für ein 100 Gigabit Ethernet-Interface. Aber auch am unteren Ende des Spektrums ermöglicht das so genannte Mid-Band Ethernet Datenraten von 2 MBit/s (bei Bündelung ein entsprechend Vielfaches). Hierfür werden Kupferleitungen verwendet, die ursprünglich für die Sprachkommunikation konzipiert wurden. Insgesamt ergibt sich so also eine riesige Bandbreitenpalette, die von keiner anderen Technik realisiert werden kann. Ein weiterer wichtiger Vorteil von Carrier Ethernet besteht darin, dass Anwender die Bandbreite eines existierenden Ethernet-Diensts in der Regel ohne großen Aufwand erweitern können, ohne dass der Service Provider die installierte Hardware modifizieren muss. Da sich ein und dieselbe physische Schnittstelle für Übertragungsraten von 10, 100 und Megabit pro Sekunde eignet, lassen sich Bandbreitenänderungen am Dienstprofil eines Anwenders einfach per Software im Network Operations Center (NOC) vornehmen. Letztlich ebnet dies den Weg zu interessanten Anwendungsmöglichkeiten, wie z. B. der bedarfsweisen Anforderung von Bandbreite für eine kurze Zeitspanne, die Einrichtung von Selbstbedienungsportalen und vieles mehr. Die Skalierbarkeit beschränkt sich jedoch keineswegs auf die bloße Verfügbarkeit schnellerer Interfaces. Vielmehr können dank der Vielseitigkeit von Carrier Ethernet mehrere Millionen Anwender einen Netzwerkdienst nutzen, der ideale Voraussetzungen für eine breite Palette von Geschäfts-, Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsapplikationen bietet. Unabhängig von der Art der eingesetzten Applikation bietet Carrier Ethernet somit die jeweils erforderlichen QoS-Garantien, was eine reibungslose Bereitstellung dieser vielfältigen Dienstpalette auf der Basis einer gemeinsamen Infrastruktur gestattet. Die dritte Skalierbarkeitsdimension betrifft die geografische Reichweite, denn Carrier Ethernet deckt Metro-Netze ebenso ab wie landesweite und globale Infrastrukturen. So arbeitet man beim MEF zurzeit daran, die Verbindung von Ethernet-Netzwerken verschiedener Service Provider zu standardisieren, um die Reichweite dieser Dienste weiter zu vergrößern und den Kunden einen einheitlichen, lückenlosen Service zu bieten. 5

6 Attribut 3: Zuverlässigkeit Die traditionelle LAN-basierte Ethernet-Technik wurde stets als ein Verbindungsmechanismus angesehen, der nach dem Best-Effort-Prinzip ( so gut wie möglich ) funktioniert. Carrier Ethernet arbeitet da jedoch anders, denn es erkennt und behebt Knoten-, Verbindungs- oder Dienstausfälle umgehend. Endanwender erhalten so eine besonders hohe Verfügbarkeit. Kommt es dennoch zu Ausfällen, werden diese in weniger als 50 ms automatisch behoben. Diese Zeit ist so kurz, dass selbst die höchsten Anforderungen hinsichtlich Qualität und Zuverlässigkeit bei der Bereitstellung von missionskritischen professionellen Applikationen und hochwertigen Sprach- sowie Videodiensten erfüllt werden. Im Allgemeinen bezieht sich dies auf alle Anwendungen, welche einen hohen Service-Level erfordern. Attribut 4: Quality of Service (QoS) Wie bereits erwähnt, hält Carrier Ethernet eine breite Palette von Bandbreiten- und QoS-Optionen bereit. Durch die Definition von Attributen zu den jeweiligen Diensten besteht aber auch die Möglichkeit, ausgefeilte Service Level Agreements (SLAs) anzubieten. Hierdurch lässt sich die von der jeweiligen Applikation geforderte Performance realisieren. Durch die Verknüpfung von Diensttypen mit den jeweiligen Attributen ermöglicht Carrier Ethernet die nachfolgenden anspruchsvollen SLAs mit QoS-Garantien: Committed Information Rate (CIR). Diese Übertragungsrate wird vom Service Provider am UNI garantiert. Frame-Verlustquote (Frame Loss). Hiermit garantiert der Service Provider, dass nur ein bestimmter maximaler Prozentsatz aller im Netzwerk übertragenen Kunden-Frames verloren geht. Laufzeit. Der Service Provider verpflichtet sich, eine bestimmte End-to-End-Latenzzeit zwischen den UNIs zweier Kunden nicht zu überschreiten. Laufzeitschwankung. Diese Verpflichtung bezieht sich auf die Einhaltung einer gewissen maximalen Schwankung (Jitter) der Netzwerk-Latenzzeit. Gerade die Garantie kurzer Laufzeiten und geringer Laufzeitschwankungen sind zwingende Voraussetzungen für die zuverlässige Sprachkommunikation. Auf der anderen Seite verlangen viele Finanzapplikationen, die zeitsensible Informationen übertragen, dass bestimmte Frame-Verlustquoten nicht überschritten werden. 6

7 Attribut 5: Service-Management Das fünfte kritische Dienstattribut, das Carrier Ethernet auszeichnet, ist die Fähigkeit zur Überwachung, Diagnose und zentralen Verwaltung des Netzwerks mit standardisierten Tools, die nicht an bestimmte Anbieter gebunden sind. Um ein ausgefeiltes Service-Management zu realisieren, müssen die Tools folgende Aufgaben übernehmen: Zügige Bereitstellung von Diensten Diagnose von Konnektivitätsproblemen, die von Kunden gemeldet werden Diagnose von Netzwerkfehlern nicht nur an den Endpunkten, sondern auch an Zwischenstationen im Netzwerk Messung der Performance-Charakteristika eines bereitgestellten Netzwerkdiensts Zur Bewältigung der eben umrissenen Aufgaben gibt es eine ganze Reihe von Tools, die bereits standardisiert sind oder deren Standardisierung derzeit vorbereitet wird: IEEE 802.3ah OAM * stellt Tools für die Verbindungsüberwachung, die Meldung von Fehlern in der Gegenstelle sowie Remote-Loopback-Tests einer Verbindung bereit. IEEE 802.1ag Connectivity Fault Management sorgt für Service-Level OAM (Operative Application Management) sowie die Erkennung, Isolation und Meldung von Konnektivitätsfehlern in einem Provider-Netzwerk. Die Standardisierung des Entwurfs für IEEE 802.1ag hat bei der IEEE Working Group inzwischen ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. ITU Y.1731 bezieht sich auf das Konnektivitätsmanagement und wartet überdies mit Tools zur Messung der Performance-Parameter von Diensten auf (z. B. Frame-Verlustquote, Frame-Laufzeit und Frame-Laufzeitschwankungen). MEF15 legt die Anforderungen an das Management von Netzwerkelementen durch ein externes Management-System fest. Provider können diese hoch entwickelten Tools für das Management von Diensten in einem Carrier Ethernet-Netzwerk nutzen. * OAM: Operation, Administration, Maintenance 7

8 Carrier Ethernet aus der Sicht von Analysten Die raschen Fortschritte der Standardisierungsgremien und erste positive Berichte von Anwendern untermauern die positive Einschätzung der Analysten, die den Carrier Ethernet-Markt aufmerksam verfolgen. Dies bestätigt z. B. auch Bryan Van Dussen, Direktor bei In-Stat Research: Abgesehen von IP haben nur wenige Netzwerkdienste das Potenzial, das geschäftliche Netzwerkwesen so tiefgreifend umzugestalten wie Ethernet. Es ist die ideale Lösung für Unternehmen und Privatanwender, die auf netzwerkzentrierte Applikationen angewiesen sind. (siehe Assessment of Ethernet Enterprise Demand Drivers von Bryan Van Dussen, In-Stat Research im Metro Ethernet Forum am 31. Oktober 2006). Nach Schätzungen von Infonetics Research wuchs der Umsatz mit Ethernet-Diensten von 2004 bis 2005 um 132 % auf einen Gesamtwert von 5,9 Mrd. US-Dollar (siehe Ethernet Services Market Size and Forecast, Infonetics Research, April 2006). Für den Zeitraum 2005 bis 2009 erwarten die Analysten sogar einen Umsatzanstieg um weitere 280 % auf 22,5 Mrd. US-Dollar. Schätzungen zufolge wird die asiatisch-pazifische Region hieran einen maßgeblichen Anteil von mehr als 40 % haben, während auf die EMEA-Region über 30 % und auf Nordamerika mehr als 20 % entfallen. Aber auch die Gartner-Analysten Charles Carr und Steve Koppmann bestätigen die Vorteile von Carrier Ethernet und erklären, dass EPL in Neuinstallationen einfacher zu implementieren und hinsichtlich des Total Cost of Ownership (TCO) für den Kunden generell günstiger ist als traditionelle Standleitungen und Frame-Relay-Lösungen (siehe Ethernet Private Line Offers Cost-Effective Alternative to Frame Relay, Standard Private Line, Gartner Research, 23. August 2005). Wie kann der Endanwender von Carrier Ethernet profitieren? Endanwender, die zurzeit auf konventionelle Dienste wie Mietleitungen, ISDN, Frame Relay oder ATM setzen, kommen durch den Umstieg auf Ethernet in den Genuss zahlreicher Vorteile. Diese resultieren einerseits aus dem niedrigeren Preis pro Bit und andererseits aus dem einfacheren Betrieb, wenn die Ethernet-Nutzung auf das WAN ausgedehnt werden kann. 8

9 Die nachfolgende Tabelle zeigt einige Nutzungsmöglichkeiten für die vom Provider gebotenen Carrier Ethernet Dienste: Gegenwärtiges Servicemodell Mietleitung Frame-Relay-Verbindung oder ATM PVC Mehrere Punkt-zu-Punkt-Mietleitungen oder ATM/FR PVCs von Gegenstellen zu einem zentralen Netzknoten Mögliche Alternative mit Carrier Ethernet Ethernet Private Line (EPL) Ethernet Virtual Private Line (EVPL) E-LAN Service für echte Multipoint-Fähigkeit Dienstprofile und SLAs für Carrier Ethernet Anhand eines fiktiven Beispiels soll nun ein spezielles Dienstprofil beschrieben werden inklusive einer Definition der Dienstattribute, die mit einem solchen Service verbunden sind. Hierbei sollte der Service-Level für jedes UNI sowie für den vom Provider-Netzwerk gebotenen Ethernet Virtual Connection Service spezifiziert werden. Zunächst wird angenommen, dass die Jay Corporation als fiktiver Endkunde bei ihrem Service Provider einen Ethernet Private Line (EPL)-Service der Gold -Kategorie mit einer garantierten Datenrate von 5 MBit/s erwerben möchte. Die beiden UNIs als Schnittstellen zum Provider-Netzwerk, die als epl_jay_uni_sanjose bzw. epl_jay_uni_newyork bezeichnet werden, befinden sich dabei in den Städten San Jose und New York. Die EVC zwischen diesen beiden UNIs trägt den Namen epl_jay_evc. Zudem werden die Frames von Anwendern der Gold -Kategorie im Provider-Netzwerk der Dienstklasse 6 zugeordnet. 9

10 Die nachfolgenden beiden Tabellen zeigen die Dienstattribute des entsprechenden Dienstprofils: UNI-Dienstattribut Wert UNI-Identifier epl_jay_uni_sanjose Übertragungsmedium IEEE Übertragungsrate 10 MBit/s Betriebsart Vollduplex MAC Layer IEEE Service Multiplexing Nein Bundling Nein All to One Bundling Ja UNI Ethernet Virtual Connection ID epl_jay_evc Customer VLAN ID / EVC Map Zuordnung sämtlicher Frames des Kunden zu epl_jay_evc Maximale EVC-Zahl 1 Verarbeitung der Layer 2 Control-Protokolle Tunneln von STP/RSTP/MSTP BPDUs, 802.1x Frames, LACP Frames, GARP Frames Löschen von PAUSE (802.3x) Frames Bandbreitenprofil pro eingangsseitiges UNI Committed Information Rate (CIR) = 5 MBit/s Committed Burst Size (CBS) = 5000 Bytes Excess Information Rate (EIR) = 0 Excess Burst Size (EBS) = 0 EVC-Dienstattribut Wert EVC-Identifier epl_jay_evc EVC-Typ Point-to-Point Zugeordnete UNIs epl_jay_uni_sanjose epl_jay_uni_newyork Beibehaltung der kundenseitigen VLAN ID Ja Beibehaltung der kundenseitigen VLAN CoS Ja Ablieferung von Unicast Service Frames ohne Einschränkung Ablieferung von Multicast Service Frames ohne Einschränkung Ablieferung von Broadcast Service Frames ohne Einschränkung Verarbeitung der Layer 2 Control-Protokolle Tunneln von STP/RSTP/MSTP BPDUs, 802.1x Frames, LACP Frames, GARP Frames Löschen von PAUSE (802.3x) Frames Vom Provider-Netzwerk zugesicherte Service- Performance CoS ID = 6 Frame-Laufzeit <= 10 ms Framelaufzeit-Schwankung <= 2 ms Frame-Verlustquote <= 0,005 % 10

11 Benötigt die Jay Corporation plötzlich eine höhere garantierte Übertragungsrate (CIR) von beispielsweise 8 MBit/s an einem oder beiden UNIs, so muss der Service Provider kein Personal zum Kunden schicken es genügt lediglich eine Veränderung des CIR-Werts im Serviceprofil. Foundry Networks bietet Lösungen für die Bereitstellung von Carrier Ethernet-Diensten Als aktives Mitglied des Metro Ethernet Forums hat Foundry Networks die Anforderungen der MEF- Spezifikationen in seine neue Produktgeneration aufgenommen. Dies hat entscheidende Vorteile für die Provider, denn für den Carrier Ethernet-Service auf der Basis einer Infrastruktur von Foundry Networks haben sie die Auswahl unter einer ganzen Reihe verschiedener Transport-Techniken, wie z. B.: High-Performance Layer 2 Switching Fähigkeit zur Anpassung an neue Ethernet Switching-Standards wie etwa IEEE 802.1ad sowie an kommende Ethernet-Standards wie zum Beispiel IEEE 802.1ah MPLS-basierte Lösungen für einfachere konvergierte Netzwerke Ethernet-Transport über SONET-Netzwerke Die Switches der Familien NetIron MLX und NetIron XMR von Foundry Networks sind für MEF9 und MEF14 zertifiziert. Hierdurch können Provider sicher stellen, dass ihre Dienste den einschlägigen MEF-Spezifikationen in vollem Umfang entsprechen. Zudem basieren die für 100 Gigabit Ethernet gerüsteten Geräte auf einer dezentralen, leistungsfähigen Architektur, die auf Grundlage eines Netzwerk-Prozessors mit äußerst kurzer Latenzzeit basiert. Die Folgen sind beispiellose Skalierbarkeit und Flexibilität sowie Spielraum für künftige Erweiterungsmaßnahmen in einem Provider-Netzwerk. Der Investitionsschutz ist somit über mehrere Jahre hinweg gewährleistet. Die Plattformen NetIron MLX und NetIron XMR warten mit einem denkbar breiten Spektrum an Service-Flexibilität auf, das von 8 KBit/s bis zu Trunks mit 80 GBit/s reicht. Das Policing von kommendem und gehendem Traffic wird über diesen gesamten Bereich hinweg in 8-KBit/s-Schritten unterstützt. Für den Provider zahlen sich diese Vorteile direkt aus, denn sie können den Endanwendern ausgefeilte SLAs mit hohen Gewinnspannen anbieten. So können Provider die Architektur von Foundry Networks beispielsweise nutzen, um kurze End-to-End-Laufzeiten und einen geringen Jitter zu garantieren. Die feine Abstufung der Traffic Policer im Verbund mit der hochkarätigen QoS-Architektur von NetIron MLX und NetIron XMR hilft Providern zudem, ihren Endanwendern genau zugeschnittene CIR-Werte 11

12 zu bieten. Die Installation von Equipment, das eigens für Wire-Speed-Performance konzipiert ist, garantiert zudem eine sehr niedrige Frame-Verlustquote im SLA. Da jedes Produkt in mehreren verschiedenen Formaten angeboten wird, kann jeder Betreiber das für den jeweiligen Standort optimal geeignete Modell auswählen. Zusammenfassung Die Verbreitung von Diensten auf der Basis von Carrier Ethernet und Ethernet wächst auf der ganzen Welt rasant. Dies ist nicht zuletzt den überzeugenden Merkmalen von Carrier Ethernet wie zum Beispiel den standardisierten Service-Definitionen sowie Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, QoS und Service-Management zu verdanken. Derartige Dienste verhelfen den Providern zu einer beträchtlichen Senkung ihrer jährlichen Betriebskosten sowie zu Erzielung eines soliden Wettbewerbsvorteils. Aber auch die Endanwender von Carrier Ethernet-Diensten auf Basis der skalierbaren Lösungen von Foundry Networks profitieren von erheblichen Ersparnissen und zusätzlicher Performance. Über Foundry Networks: Foundry Networks (NASDAQ: FDRY) ist ein weltweit aktiver Hersteller von hochleistungsfähigen Switching-, Routing-, Security- und Web Traffic Management-Lösungen für Unternehmen und Service Provider. Zum Angebot des Unternehmens zählen Layer 2/3 LAN-Switches, Layer 3 Backbone Switches, Layer 4-7 Application Switches, Wireless Access Points sowie Access und Metro Router. Zu den Kunden von Foundry Networks zählen führende Internet und Metro Service Provider, Universitäten und staatliche Einrichtungen sowie ecommerce- Sites und Unternehmen aus den Branchen Industrie, Finanzen, Medien und Gesundheitswesen. Das 1996 gegründete Unternehmen mit Sitz in Santa Clara, Kalifornien, unterhält ein weltweites Netz von 48 Vertriebsbüros. Europäische Niederlassungen befinden sich u. a. in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und den Benelux-Staaten. Mehr Infos unter Weitere Informationen erhalten Sie bei: Foundry Networks GmbH Dietmar Holderle Vice President Continental Europe Einsteinstr Unterschleißheim Tel.: 089 / Fax: 089 / HBI GmbH (PR Agentur) Christian Weber/ Linda Karlsson Stefan-George-Ring München Tel.: 089 / Fax: 089 /

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