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1 Mobiltelefonie Zur Kulturgeschichte der Mobilkommunikation Ö1 Radiokolleg / Teil 1 4 Gestaltung: Mariann Unterluggauer Sendedatum: 28. November 1. Dezember 2011 Länge: je 13 min Aktivitäten Teil 1: Geschichtliche Entwicklung der Netzwerke Teil 2: SMS und die Verwendung von Smartphones Teil 3: Benutzbarkeit, Design und Gesundheit Teil 4: Missed Calls und Kommunikationsregeln Die vier Teile dieses Radiokollegs eignen sich sehr gut dafür, unabhängig voneinander gehört zu werden, da sie nicht aufeinander aufbauen. 1. Einerseits wäre es gut möglich, im klassischen Unterricht einen, mehrere oder alle Teile nacheinander gemeinsam zu hören und Aktivitäten dazu durchzuführen; 2. andererseits eignet sich dieses Radiokolleg dazu, im projektorientieren Unterricht von Schüler/innen getrennt gehört zu werden. Die verschiedenen Gruppen können anschließend die Inhalte im Rahmen von Aktivitäten und Präsentationen den anderen Schüler/innen vorstellen; 3. und schließlich ist auch die inhaltliche Differenzierung nach Interesse möglich. Schüler/innen können sich einer Gruppe anschließen, die einen bestimmten Teil hört und dazu die Aktivitäten bearbeitet. Ausschließlich zur nicht-kommerziellen Nutzung zu Unterrichtszwecken im Sinne des 42 Abs 6 UrhG bereitgestellt. 1

2 Aktivitäten vor dem Hören der Sendung 1. Selbstbeobachtung und Analyse: Die Schüler/innen beobachten und dokumentieren einen Tag lang die persönliche Nutzung ihres Mobiletelefons. Sie versuchen, die Aufzeichnungen zu analysieren und ein Nutzungsprofil für sich selbst zu erstellen. 2. Fremdbeobachtung und Analyse: Die Schüler/innen beobachten und dokumentieren unterschiedliche Nutzungssituationen. Wie wird das Mobiltelefon verwendet? Beispiele wären: U-Bahn, Schule, Einkaufsstraße, Autofahrer/innen. Die Beobachtungen könnten durch gezielte Interviews zum Nutzungsverhalten ergänzt werden. Ziel ist die Erstellung eines Nutzungsprofils für definierte Situationen. 3. Suchen von Regeln: In verschiedenen Systemen/Situationen existieren unterschiedliche Regeln zur Verwendung des Mobiltelefons. Welche verschiedenen Systeme/Situationen sind zu erkennen, und welche Regeln gibt es dort? Diese Aktivität beginnt mit einer Diskussion, wird durch Recherchen vor Ort ergänzt, und endet in einer Präsentation der gefundenen Ergebnisse. 4. Interessensgruppen: Wer redet mit, wer hat welche Interessen? Gemeinsam suchen Sie mit Ihren Schüler/innen die unterschiedlichen Interessensgruppen der Mobilfunklandschaft. Am besten sammelt jemand die Ergebnisse für alle an der Tafel. Ihre Schüler/innen schreiben diese Tafel dann nicht ab, sondern fotografieren sie mit ihrem Smartphone ;=) 5. Szenarien für die Entwicklung der Mobiltelefonie: Wir schreiben das Jahr 1990 und stehen noch vor dem großen Durchbruch der Mobiltelefonie. Die Schüler/innen teilen sich in Gruppen, die die vermutliche Entwicklung der Mobiltelefonie im gegenwärtigen Jahr unter folgenden Gesichtspunkten für die einzelnen Interessensgruppen beschreiben: a. Anrufe und Mobiltelefone sind teuer: die Nutzung bleibt Reichen vorbehalten b. Anrufe und Mobiltelefone sind billig: jedermann kann Telefon und Internet mobil nutzen c. Angerufen zu werden kostet auch für den Angerufenen etwas d. Anrufe und Mobiltelefone sind kostenlos e. Die Mobilfunkversorgung ist in Stadt und Land gleich gut f. Die Mobilfunkversorgung ist in Stadt und Land unterschiedlich gut g. Mobiltelefonie ist mit Sicherheit gesundheitsschädlich h. Vorratsdatenspeicherung: jede Verbindung wird aufgezeichnet, die Inhalte jedoch nicht i. Absoluter Schutz der Privatsphäre: keine Daten werden aufgezeichnet, niemand kann Gespräche abhören, der Inhalt wird perfekt verschlüsselt j. Mobiltelefone entwickeln sich nicht zu Smartphones k. Jedes Land hat eigene Standards für den Betrieb von Mobilfunk l. Es gibt einen weltweiten Standard für den Betrieb von Mobilfunk m. Mobiles Internet ist teuer n. Mobiles Internet wird staatlich subventioniert, ist billig und überall erreichbar o. Es gibt keine Mobiltelefonie Ausschließlich zur nicht-kommerziellen Nutzung zu Unterrichtszwecken im Sinne des 42 Abs 6 UrhG bereitgestellt. 2

3 Aktivitäten in Zusammenhang mit Teil 1: Geschichtliche Entwicklung der Netzwerke 6. Tarifdschungel und Mathematikunterricht. Wie viel kostet das Mobiltelefon wirklich? Einigen Sie sich mit ihren Schüler/innen auf eine bestimmte Art von Mobiltelefon/Smartphone. Sie sollen dann anschließend einen Vergleich der Provider durchführen, und die Gesamtkosten vergleichen. Wie steht es mit der Werbung für das jeweilige Produkt? Sind die errechneten Kosten klar erkennbar? 7. Lesen: Erich Kästner Gedicht über die Entwicklung der Menschheit. Was halten Sie davon? Link: 8. Netzplanung / Fallstudie. Schnelles Internet via Mobiltelefonie ist auch in Österreich noch nicht flächendeckend vorhanden. Am Beispiel Stern im Ortsgebiet der Stadt Altheim in Oberösterreich sehen sich die Schüler/innen die Versorgungskarten der einzelnen Netzbetreiber an, und zwar unter dem Blickwinkel der Versorgung mit UMTS. Woran könnte es liegen, dass der Ort noch nicht ausreichend erschlossen ist? Topographische Karten und Google Maps / Google Earth werden bei der Bearbeitung der Aufgabe Teil der Lösung sein. 9. Hören: Für technisch interessierte Schüler/innen gibt es die Folge 179 der Podcast Reihe CRE, die sich mit der Sicherheit von GSM Netzen beschäftigt. Link: Aktivitäten in Zusammenhang mit Teil 2: SMS und die Verwendung von Smartphones 10. Analyse: Die Schüler/innen lesen in ihrem SMS Verzeichnis alle gespeicherten verschickten Mails und kategorisieren die Inhalte nach einem selbst zu entwerfenden Schema. Die Frage lautet: wofür verwenden sie die SMS Funktion? Darstellung einer Statistik. 11. Essay: Der Verfall der Sprache durch SMS. Stimmen Sie mit kritischen Stimmen überein, die sich über die zunehmende Verkürzung der Sprache durch die Verwendung von SMS Sorgen machen? Hinweis: Bayern 2 Radio sendet eine wöchentliche Sprachsendung unter dem Titel Sozusagen Bemerkungen zur deutschen Sprache, die Folge vom 11. Mai 2012 heißt Leider Geil Belgische Sprachforscher begrüßen die neue SMS Sprache. Link: OS/_Abp9-OS/120511_1520_Sozusagen_Leider-geil--.mp3 Ausschließlich zur nicht-kommerziellen Nutzung zu Unterrichtszwecken im Sinne des 42 Abs 6 UrhG bereitgestellt. 3

4 12. Lesen und präsentieren: Die Schüler/innen lesen 5 verschiedene Artikel aus Zeit-Online, die sich mit Mobiltelefonie beschäftigen und präsentieren die Inhalte ihren Kolleg/innen. a. Missed Calls: Wenn das Klingeln die Botschaft ist. Link: b. Wanze Mobiltelefonie: Was Vorratsdaten verraten. Link: c. Supermensch mit Handy Link: d. Internet in Entwicklungsländern Link: 13. Hören: Mit der Verwendung mobiler Netzwerke für Polizei und weitere Einsatzkräfte beschäftigt sich die Folge 183 der Podcast-Reihe CRE. Link: Aktivitäten in Zusammenhang mit Teil 3: Benutzbarkeit, Design und Gesundheit 14. Mobilität in der Stadt mit Hilfe von Smartphones: Wo ist der Standplatz des nächsten Gratisrads? Wo steht das nächste Leihauto? Wann kommt die nächste Straßenbahn? Wie komme ich am besten von A nach B? Mobilität in der Stadt bedeutet nicht mehr notwendigerweise den Besitz eines eigenen Autos. Aber erst durch Smartphones werden Alternativen wirklich praktisch. Die Schüler/innen testen Mobilitäts-Apps auf ihre Benutzbarkeit. 15. Recherche: Grenzwerte. Welche oberen Grenzen gibt es für die Abgabe von Strahlung durch Mobiltelefonie und Sendemasten? Was bedeuten in diesem Zusammenhang die Begriffe thermische und athermische Effekte? Welche Maßnahmen werden allgemein im Umgang mit Strahlung mit Mobiltelefonie genannt bzw. geraten? Bitte besprechen Sie bei der Bearbeitung dieser Recherche im besonderen Maße die Bedeutung von Interessensgruppen: Wer präsentiert welche Studien und welche Studien werden möglicherweise gemacht, aber nicht veröffentlicht? Wer ist eigentlich für die Gesundheit der Menschen verantwortlich? 16. Meinungsumfrage: Machen sich Mobiltelefonierer/innen Sorgen über mögliche Gesundheitsschädigungen durch Strahlung? Die Schüler/innen gehen auf die Straße und befragen Passanten mit einem vorher erstellten Fragebogen. Die Ergebnisse werden statistisch ausgewertet und präsentiert. 17. Hören: Mit dem Thema Barrierefreiheit im Umgang mit Kommunikation beschäftigt sich die Folge 107 der Podcast-Reihe CRE. Link: Ausschließlich zur nicht-kommerziellen Nutzung zu Unterrichtszwecken im Sinne des 42 Abs 6 UrhG bereitgestellt. 4

5 Aktivitäten in Zusammenhang mit Teil 4: Missed Calls und Kommunikationsregeln 18. Verzicht: Das Experiment. Eine Woche ohne Mobiltelefon. Nur für ganz besonders mutige Schüler/innen wird dies interessant sein, doch ihr Bericht wird sicher sehr spannend. Wenn möglich könnte auf den Internetseiten der eigenen Schule laufend mit tagebuchähnlichen aktuellen Einträgen berichtet werden. 19. Hören: Mit dem Thema soziale Netze beschäftigt sich ein Vortrag des Schriftstellers Gerd Heidenreich, der über den SWR2-Podcast Aula zu hören ist. Das Netz, das Glück und die Beziehung. Link: /id=660374/nid=660374/did= /t2iqfk/index.html 20. Ein Tag unter Missachtung der Regeln: Die Schüler/innen führen ein Feldexperiment durch. Sie versuchen, die jeweils gültigen Regeln während der Benutzung ihrer Mobiltelefone (sanft) zu übertreten. Sie selbst, oder noch besser, ein Partner beobachtet, wie die Umgebung darauf reagiert. Ziel ist, die Frage zu beantworten: Wer erstellt diese Regeln, und was sollen sie bewirken? 21. Hören: Mit der Verwendung von Codes in der Kommunikation beschäftigt sich die Folge 188 der Podcast-Reihe CRE. Link: Übergreifende Aktivitäten nach Abschluss der Bearbeitung der einzelnen Teile 22. Bewegungsprofil. Der deutsche Politiker Malte Spitz stellte in Zusammenarbeit mit der deutschen Wochenzeitung Die Zeit die Standortdaten zur Verfügung, die sein Mobiltelefon gesammelt hat. Diese Daten wurden aufbereitet und mit seiner Zustimmung im Internet veröffentlicht. Die Schüler/innen sehen sich diese Website an, und berichten danach, was man alles daraus über den Lebensstil des Politikers erfahren kann. Zusatzfrage: Warum hat dieser Politiker das gemacht? Link: 23. Ausschluss von der Kommunikation: Welche Benutzer/innen haben es derzeit schwer, an den Vorteilen der mobilen Kommunikation und der mobilen Nutzung von Internet teilzuhaben, und welche Nachteile entstehen ihnen daraus? Essay oder Diskussion. 24. Werbung und Mobiltelefonie: Schüler/innen analysieren aktuelle Werbekampagnen der Mobilfunkprovider auf Strategien und verwendete Sujets. 25. Das große Finale: Was passiert mit alten Telefonen? Welche Möglichkeiten gibt es zur Entsorgung bzw. zum Recyclen? Wer verdient daran, und wem wird geschadet? Ausschließlich zur nicht-kommerziellen Nutzung zu Unterrichtszwecken im Sinne des 42 Abs 6 UrhG bereitgestellt. 5

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