Bewährte Wege in der Region gemeinsam unterwegs

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1 Geschäftsbericht 2009 Bewährte Wege in der Region gemeinsam unterwegs

2 Die Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien im Überblick (per ) Beträge in Mio. Euro Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien 1 Nieder österreichische Raiffeisenbanken Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien (konsolidiert) G+V Nettozinsertrag Betriebserträge Betriebsaufwendungen Betriebsergebnis Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Jahresüberschuss Bilanz Forderungen an Kreditinstitute Forderungen an Kunden Wertpapiere Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden hievon Spareinlagen Verbriefte und nachrangige Verbindlichkeiten Bilanzsumme Bankaufsichtliche Kennzahlen Eigenmittel 23 BWG Gesamteigenmittelerfordernis 22 BWG Eigenmittelüberdeckung Kernkapitalquote 9,0 % 12,9 % 9,8 % Eigenmittelquote 12,4 % 14,4 % 13,4 % Zusätzliche Informationen Money under Management (MUM) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Bilanzstichtag Geschäftsstellen ) Jahresabschluss nach UGB RAIFFEISENLANDESBANK NIEDERÖSTERREICH-WIEN AG Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz 1, 1020 Wien Telefon: +43 (5) 1700 Telefax: +43 (5) BLZ 32000, S.W.I.F.T.-Code: RLNW AT WW Internet:

3 Stand Anfang April 2010 Aufbauorganisation

4 Geschäftsgruppe Privat- und Gewerbekunden VD Dr. Georg Kraft-Kinz Stadtdirektion Privatkunden City-Nord Mag. Ingrid Blaschka Stadtdirektion Privatkunden Ost Erwin Wesel Stadtdirektion Privatkunden Süd Ludwig Kremser Stadtdirektion Privatkunden West Robert Fischer Stadtdirektion Private Banking Mag. Dr. Christian Ohswald Stadtdirektion Handel und Gewerbekunden Gaston Giefing Stadtdirektion Beratungsbüros Robert Fischer Stadtdirektion MitarbeiterBeratung Wien Andreas Toifl Vertriebssteuerung Wien Mag. Manfred Aschauer - Vertriebssteuerung Daniela Kohl - Marktfolge Robert Wagner - Raiffeisen Beraterbank.direkt Ernst Windhör, MSc, MBA

5 Geschäftsgruppe Risikomanagement / Organisation VD Mag. Michael Rab Geschäftsgruppe Raiffeisenbanken / Management-Service GD Mag. Erwin Hameseder Rechnungswesen und Controlling DI Reinhold Großebner - Buchhaltung und Bilanzierung Mag. Bettina Martetschläger - Controlling Mag. Friedrich Urbanek - Financial Services Mag. Manfred Szakusits Kreditrisikomanagement Mag. Heinz Donath - Bilanz- und Unternehmensanalyse Mag. Karl Infanger - Materielle Kreditkontrolle Mag. Heinz Donath - Risikoverwaltung Dr. Daniela Marvan - Kredit Mid-Office Mag. Herbert Radl Zahlungsverkehr Mag. (FH) Johann Friedl - ZV-Consulting & Bargeldlogistik Josef Deutenhauser - Produktentwicklung & Systeme Gisela Schestauber Organisation und IT Markus Wollner - IT-Services Christian Meyer - Projekt- und Prozessmanagement Alicia Wöginger - IT Österreich Mag. Stefan Puhm, MBA Treasury Mid-Office Robert Vartok - Treasury Risk Reporting Dr. Gerald Brandstätter - Produkte, Prozesse & Linien Mag. Helmut Froschauer Raiffeisenbanken-Service Johannes Bernsteiner - Vertriebsunterstützung Andreas Kirnbauer - Raiffeisenbanken-Consulting Mag. Roman Schlosser - Betriebswirtschaftliche Beratung Mag. Jürgen Niedermayr Marketing Dr. Wilfried Hanreich - Marketing Privat- und Firmenkunden Werner Schediwy, MBA - Kommunikation Mag. Gerold Seidl - Raiffeisen-Landeswerbung Wolfgang Trautmann - Marktforschung / Datamining Thomas Weger Innenrevision Mag. Josef Piewald - Revision Eigengeschäft Herbert Haindl - Revision Kundengeschäft Mag. (FH) Ingrid Eckhardt-Kral Personal Mag. Norbert Wendelin Beteiligungen Mag. Dr. Kurt Miesenböck Pressesprecher / PR Peter Wesely Sondergestion Dr. Peter Ramsauer Gesamtbankrisiko Mag. Oliver Schmölzer Legende: - Hauptabteilung - Abteilung direkt dem Geschäftsgruppenleiter zugeordnet - Stadtdirektion - Abteilung

6 Geschäftsgruppe Kommerzkunden Geschäftsgruppe Finanzmärkte VD Mag. Reinhard Karl VD Mag. Dr. Gerhard Rehor Kommerzkunden NÖ Mag. Hermann Kalenda - Firmenkunden NÖ 1 Mag. Martin Rapf - Firmenkunden NÖ 2 Robert Walenta - Firmenkunden NÖ 3 Mag. Stefan Jauk - Zielgruppenmanagement Firmenkunden Mag. Maximilian Eder - Förderconsulting Mag. Karin Steppan Kommerzkunden Wien Mag. Michaela Rammel, MBA - Firmenkunden Wien 1 Mag. Yvonne Adler - Firmenkunden Wien 2 Dr. Andreas Appel - Institutionelle Kunden Mag. Robert Eichinger Sonder- und Projektfinanzierung Gerhard Riedel - Kommunalservice und Infrastruktur Mag. Alfred Greimel - Corporate Finance und strukturierte Finanzierung Mag. Robert Maier - Immobilienprojektfinanzierung Mag. Dr. Klaus Weichselbaum - Projektfinanzierung Wohnbau Dr. Wolfgang Heidl, MBA - Wohnbauförderung Anton Hechtl Treasury Dipl.-Bw. (BA) Tim Geißler - Aktiv-/Passivmanagement Jochen Bonk - Treasury Consulting Christian Tunkl - Wertpapier- und Devisen-Sales Dipl.-Kfm. Detlef Völlger - Emissionen und Liquiditätssteuerung Mag. Michael Handl - Eigenhandel und Flow-Geschäft Dipl.-Bw. (BA) Tim Geißler Veranlagungs- und Vorsorgeprodukte Mag. Regina Reitter, MBA - Investment Consulting Mag. Maximilian Wang - Produktverantwortung Wertpapiere Mag. Harald Schoder - Wertpapierprozesse und -services Anton Tragschitz Finanzmarkt Consulting Raiffeisenbanken Mag. Werner Serles Internationales Geschäft Mag. Felix Mayr, MBA - Internationale Finanzierungen und Correspondent Banking Mag. Felix Mayr, MBA - Dokumentengeschäft und Handelsfinanzierungen Mag. Irene Kammerhofer-Gartner - Exportfinanzierung und Auslandsinvestitionen Mag. Alfred Götsch Kredit Backoffice Dr. Gernot Hoffelner - Servicecenter Kommerzkunden NÖ und Wien Bernhard Wolfram - Servicecenter Spezialfinanzierungen Mag. Wolfgang Lehofer - Kreditsupport Mag. Wolfgang Lehofer - Kommerzkunden Support Mag. Günther Tschrepitsch - Vertragsabwicklung PG Mag. Anastasios Voulgaris - Produktverantwortung Finanzierung Mag. Christoph Rosendorfer Centrope Dr. Andreas Hopf Recht Dr. Matthias Writze Compliance Officer Mag. Thomas Heinrich

7 Inhalt 1 Inhalt Essay: Von wien nach Wien von Alfred Komarek 1 NACHHALTIGES ENGAGEMENT 1 Essay: Von Horizont zu Horizont von Alfred Komarek 1 Bericht des Aufsichtsrates 1 Vorwort des Vorstandes 1 Chronik des Jahres Struktur der Raiffeisen-Bankengruppe Österreich 1 Die Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien ein Überblick 1 Lagebericht zum Jahresabschluss 2009 Nach UGB Die Niederösterreichischen Raiffeisenbanken 2 Privat- und Gewerbekunden in Wien 3 Kommerzkunden 4 Centrope / International 5 Finanzmärkte 6 Beteiligungen 7 Risikomanagement 8 Konzernkennzahlen nach IFRS Jahresabschluss 2009 Nach UGB

8 Von Wien nach Wien Von Wien nach Wien Wien bedeutet gut vierhundert Quadratkilometer Stadt für über eineinhalb Millionen Städter. Wien bedeutet aber auch ein paar tausend Stammplätze, die vom Kaffeehausober mit den Worten da sitzt schon jemand auch dann verteidigt werden, wenn dieser Jemand nicht da sitzt. Hundertdreiunddreißig Kilometer Stadtgrenze zeichnen Wiens Konturen nach, dazu kommen Grenzen zwischen den Bezirken, in denen sich wiederum kleinere Lebensräume als Grätzel zwar nur noch beiläufig voneinander abgrenzen, aber in ihrer Eigenart unverkennbar sind. Das Grätzel, in dem ich wohne, heißt Servitenviertel. Es gibt hier eine Servitenkirche und ein Servitenkloster, aber keine Serviten mehr. Auch in Wien ist Tradition über Jahrhunderte hinweg kein Garant für urbane Unsterblichkeit. Die Greißler meiner Studentenzeit sind weg, die Bäcker und Fleischhauer auch aber es gibt seit ein paar Jahren ein kleines Feinkostgeschäft als attraktive Alternative zu den Filialen großer Handelsketten. Alles in allem ist dieses Stück Wien sehr lebendig geblieben, wirtschaftlich und kulturell angenehm durchmischt. Was der Mensch so braucht, ist nur ein paar Schritte entfernt, und diese nützliche Nähe findet sich auch zwischen den Menschen. Man kennt einander gut oder nicht so gut, oder wenigstens vom Sehen. Doch dieses urbane Biotop ist nicht selbstverständlich, und sein labiles Gleichgewicht ist anfällig gegen Störungen aller Art. Auch in meinem Grätzel gibt es dumme Gleichgültigkeit, Leerräume, die mangels Ideen keine Freiräume sind, Dekor statt Profil, Kulisse statt Substanz. Aber ich will mich nicht beklagen: Anderswo hat Wien schon viel mehr Farben verschenkt, verloren, an die Meistbietenden verkauft. Dennoch ist diese Stadt in ihrer Gesamtheit, der sich ständig wandelnden Zusammenschau ihrer vielen kleinen Lebenswelten, weit davon entfernt, sich in konturlosem Grau zu verlieren. Na klar, könnte man meinen: Zwischen den Polen Stephansturm und Schönbrunn erweist sich der Glanz von gestern eben als unverwüstlich, bewährt es sich nach wie vor, beharrlich rückwärtsgewandt nach vorne zu blicken. So gesehen wäre Wien ein Freilichtmuseum mit modernen Zubauten, und die Wiener wären hauptberuflich Statisten mit irgend welchen halbwegs zeitgerechten Nebenberufen. Dieses Selbstverständnis mag durchaus vermarktungsfähig sein. Lebenswert ist es nicht. Ein anderer Blick auf das Wesen der Stadt ersetzt ein Bild durch viele Bilder, solche, die sich verändern, ihren Ursprüngen dabei aber nicht gänzlich fremd werden. Das liegt an einer merkwürdig sprunghaften Entwicklung, geplant oder auch der Kraft des Faktischen folgend. Durch Jahrhunderte war die glänzende Residenzstadt Wien eine kleine Stadt, dicht gedrängt zwischen Festungsmauern, umgeben von Dörfern. Als die Schleifung der Wehrbauten möglich und dringend geboten war, wurde das ländliche Umfeld zur Vorstadt, zur inneren und äußeren Vorstadt, durch den Linienwall und später den Gürtel getrennt, zur Vorstadt auch diesseits und jenseits der Donau. Geplante Stadterweiterungen ergänzten die gewachsene Vielfalt. Wien versammelt also Lebenswelten, die sehr viel Zeit hatten, sich eigenständig zu entwickeln, so wie es der Landschaft und den wirtschaftlichen Möglichkeiten entsprach. Als dann die Stadt und ihr eingemeindetes Umfeld in eine intensivere Beziehung traten, gerieten die alten Prägungen zwar in den Hintergrund, blieben dort aber bestehen und sind bis heute erkennbar. Dieses bunte und vielschichtige 2 Essay

9 Von Wien nach Wien Essay 3 Erbe ist viel wert, weil die vielen Gesichter Wiens dafür sorgen, dass auch die Stadt als Ganzes ihr Gesicht wahrt, ein prägnantes, ausdrucksstarkes Gesicht. Stadt von Welt? Immer schon gewesen. Weltstadt? Warum auch nicht. Großstadt? Nein, danke. Diese Identität wienerischer Machart ist gleichzeitig ein erstaunlich widerstandsfähiges Selbstverständnis, schlüssig, weil fortwährend in Frage gestellt, von hoher Akzeptanz, weil heftig umstritten, harmonisch, weil wohlgeübt im Umgang mit Unterschieden und Widersprüchen. Ambivalenz als kreatives Spannungsfeld und träges Beharrungsvermögen als wirksames Regulativ für allzu sprunghafte Entwicklungen bewahren Wien einerseits davor, den internationalen Raster großstädtischer Nutzanwendung unreflektiert hinzunehmen und schaffen andererseits ein Klima, das allen Perspektiven Raum gibt, wenn auch nicht um jeden Preis. Viele Städte funktionieren hauptsächlich und leben so nebenbei noch ein wenig. Wien lebt vor allem und funktioniert so nebenbei gar nicht schlecht. Es gibt allerdings keine Garantie dafür, dass es dabei bleibt. Die global genormte und daher austauschbare Konsum-Erlebniswelt der Fußgängerzonen und Einkaufszentren schiebt sich auch in Wien in den Vordergrund. Vieles von dem, was diese Stadt wirklich ausmacht, gibt es nur als trotzige Antithese. Wirtshäuser oder Kaffeehäuser, die sich treu bleiben, weil ihre Eigentümer begnadete Sturschädel sind, Geschäfte, die offenhalten, auch ohne große Geschäfte zu machen. Ich habe Angst, dass dieses Biotop austrocknen könnte, ersetzt durch inszenierte Vielfalt, dass Handwerksbetriebe, Geschäfte, Lokale zwar vertraute Namen tragen werden, die aber nichts mehr zu bedeuten haben, dass über Nähe und Miteinander die Choreografie urbaner Imagepflege gebietet. Ich hoffe, dass sich die Wienerinnen und Wiener das nicht gefallen lassen. Es häufen sich ja die Anzeichen dafür, dass frische Ideen, munterer Eigensinn, Fantasie und Kreativität durchaus erfolgreich bestehen können, sei es in der Wirtschaft oder in der Kultur. Es kann allerdings nur gemeinsam gelingen, mit dem Schulterschluss jener, die einander nahe sind, räumlich oder in ihrem Wesen, mit regionaler Kraft, stark genug für den Erfolg auch in größeren Netzwerken. Ich frage mich, wie die städtische Zukunft in meinem Grätzel aussehen könnte. Schön wär s, wenn dann noch Freiräume da sein werden, für Menschen, die in sie hineinwachsen, Lücken, die sich mit Ideen füllen lassen, windstille Ecken für Träume, Spiele und fröhliche Unvernunft. Es wird schon gehen: Gegeneinander, durcheinander, miteinander. Wie das eben so ist in Wien. Alfred Komarek Der Einordnung in Kategorien versteht sich der österreichische Autor immer wieder zu entziehen: Glossen, Reportagen, Hörspiele, Essays, Feuilletons, Erzählungen und TV-Drehbücher. Sein erster Kriminalroman Polt muß weinen wurde mit dem Glauser als bester deutschsprachiger Krimi des Jahres 1998 ausgezeichnet. Vier Polt-Romane wurden bisher von ORF und ARTE für das Fernsehen verfilmt. Gemeinsam mit Julian Pölsler erhielt Alfred Komarek 2002 die Romy für das beste Drehbuch. Sein Leben zwischen Stadt und Land beschreibt er für die Bank in der Region in zwei Essays.

10 NACHHALTIGES ENGAGEMENT Wir sichern Lebensqualität Fast 10 Mio. Euro hat die RLB NÖ-Wien in den vergangenen fünf Jahren für die Menschen in der Region als Partner und Sponsor zur Sicherung der Lebensqualität beigetragen. Raiffeisen sicherer Arbeitgeber und Steuerzahler Die Raiffeisen-Bankengruppe Niederösterreich-Wien ist für Frauen und Männer ein sicherer Arbeitgeber in der Region. Die Steuerleistung (Körperschaftsteuern sowie Arbeitgeber-Lohnnebenkosten) der Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien für die Jahre 2006 bis 2009 beträgt insgesamt rd. 270 Mio. Euro (für das Jahr 2009 ist eine Abgabenleistung von rd. 76 Mio. Euro zu erwarten). Sportlich Raiffeisen NÖ-Wien ist Sponsorpartner von Spitzensportlerinnen wie Schikanone Kathrin Zettel oder den Volleyball-Stars Doris und Stefanie Schwaiger. In ganz Nieder österreich ist Raiff eisen Partner von unzähligen örtlichen Fußball- und Sportvereinen. In Wien wird der sportliche Elan der Raiffeisen Vikings Vienna, der Austria Wien, der aon Fivers unterstützt. Laufveranstaltungen wie Business Run oder Friedenslauf fördern den Breitensport. Sozial Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der RLB NÖ-Wien zeigen großes persönliches Engagement, indem sie im Rahmen der Kardinal-König-Patenschaft von Raiffeisen und Kurier für die Klientinnen und Klienten der Caritas-Obdachloseneinrichtung Gruft kochen. Seit Beginn dieser Partnerschaft im Jahr 2006 wurden über gefüllte Teller ausgegeben. Engagiert 2009 hat die RLB NÖ-Wien beim Thema Integration, einem wesentlichen Thema für Gesellschaft und Wirtschaft, neue Akzente gesetzt. Vorstandsdirektor Dr. Georg Kraft-Kinz initiierte gemeinsam mit (seinem in Teheran geborenen Freund) Mag. Ali Rahimi den Verein Wirtschaft für Integration. Unter der Schirmherrschaft des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Häupl und des Aufsichtsratsvorsitzenden der RLB NÖ-Wien, Raiffeisen-Generalanwalt Dr. Christian Konrad, setzt dieser Verein als Plattform von SpitzenmanagerInnen sowie UnternehmerInnen, wesentliche Akzente für einen potenzialorientierten Umgang mit dem Thema Integration von Menschen, die zugewandert sind bzw. nach Österreich zuwandern. Die Basisfinanzierung für den Verein Wirtschaft für Integration trägt die RLB NÖ-Wien. 4 NACHHALTIGES ENGAGEMENT

11 NACHHALTIGES ENGAGEMENT 5 Kultur Kultur und kulturelle Institutionen in Niederösterreich und der Bundeshauptstadt Wien zu fördern und Traditionen zu unterstützen, das ist ein erklärtes Ziel der RLB NÖ-Wien. Wiener Festwochen, Volksoper, Theater in der Josefstadt, Neue Oper Wien und das Wiener Lustspielhaus Raiffeisen in Wien ist auch in herausfordernden Zeiten ein zuverlässiger und sicherer Partner. Das Kulturfestival Grafenenegg, NÖ-Kultur, Sommertheater, aber auch Beiträge zur Ortsbildpflege das sind wesentliche Eckpunkte des Engagements in Niederösterreich. Miteinander leben Für viele Vereine z. B. Blasmusikgruppen und Organisationen, Selbsthilfegruppen ist Raiffeisen ein Partner in ihrem Engagement für das Gemeinwohl. Unter den Leistungen sind Druckkosten für Informationsbroschüren, aber auch Räume für Veranstaltungen. Im Jahr 2009 wurden z. B. Räume im Veranstaltungszentrum Raiffeisen Forum im Gegenwert von Euro Mietkosten kostenlos zur Verfügung gestellt. Für kirchliche Einrichtungen und Organisationen sowie für Klöster versteht sich Raiffeisen als Partner für Kultur und soziales Engagement von der Restaurierung der Wallfahrtskirche Maria Taferl bis zum Stephansdom, vom Prälat-Ungar-JournalistInnen-Preis bis zur Jugendkirche Wien. Verantwortungsvoll Als Partner der lokalen Wirtschaft setzt Raiffeisen auch auf Bankprodukte, die besonders der Förderung von Klein- und Mittelbetrieben dienen. Die Raiffeisen Grätzelmillion in Wien ist hier ein besonderer Beitrag mit einem begünstigten Kreditvolumen von einer Million Euro pro Bezirk. Innovativ Seit Juni 2006 verbindet der Twin City Liner die beiden Städte Wien und Bratislava auf dem Wasserweg miteinander, und das mit so großem Erfolg, dass seit Mitte 2008 bereits zwei Twin City Liner unterwegs sind. Insgesamt waren die beiden Schiffe 2009 rund Mal zwischen Wien und Bratislava unterwegs und haben dabei über Kilometer zurückgelegt. Für die Saison 2010 wird bereits der ste Passagier erwartet. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist gemeinsam mit der Wien Holding der Eigentümer der Twin City Liner zur Umsetzung dieses beispielhaften Infrastrukturprojektes wurden seit 2005 insgesamt rund 10 Mio. Euro investiert. Umweltbewusst Im Rahmen der vom Österreichischen Raiffeisenverband gegründeten Raiffeisen Klimaschutz Initiative (RKI) setzt die RLB NÖ- Wien neben den üblichen Maßnahmen im Bürobetrieb auch auf umfangreiche Informationen an alle Mitarbeiter. In Form eines wöchentlichen POP-Ups am persönlichen PC werden wertvolle Tipps zum Energiesparen im Büro und in der Freizeit gegeben. Durch die Zahlung eines sogenannten Umweltbeitrages werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel motiviert.

12 Von Horizont zu Horizont Von Horizont zu Horizont Ich bin in den 60er-Jahren nach Wien gekommen, und es ist mir bis heute nicht so recht gelungen, ein Stadtmensch zu werden. In einer Zeit, in der Landflucht für Niederösterreich ein leider sehr aktuelles Thema darstellte, war für mich das Gegenteil reizvoll und interessant: Stadtflucht. Mit der Neugier des Fremden habe ich Niederösterreichs Regionen kennengelernt, die Landschaft, die kleinen Städte, die Dörfer. Die Vergangenheit schien damals im alten Kernland Österreichs keine Zukunft zu haben. Was nicht modern war, war von gestern und damit allenfalls von musealem Wert. Mit dem Glauben an eine herrliche neue Zeit, aus Plastik und Beton geformt, ging Bescheidenheit einher, die keine Tugend war, sondern eine Schwäche, die Resignation meinte, bis hin zur Selbstverleugnung. Vielfach war es nur der Mangel an Möglichkeit, der das Erbe bewahrte. Fehlt es an Geld für den Neubau, bleibt eben das alte Gemäuer stehen. Mich hat damals diese merkwürdige Spannung zwischen brüchig gewordenen Strukturen einer überkommenen Zeit und bedenkenlosem Neubeginn fasziniert. Diese Spannung war ja auch in mir: die Sehnsucht nach alten Gassen und behäbigem Bauernland, die trotzige Begeisterung für Nylonhemd und Steak Hawaii. Erst viele Jahre später habe ich erkannt, dass diese Ambivalenz durchaus Tradition im Lande hat. Altes und Neues traten in der Vergangenheit zueinander womöglich noch radikaler in Beziehung als in unserer vordergründig so kontroverseren Gegenwart. Im späten zwölften Jahrhundert wurden aus Burgsiedlungen Städte, aus Burgleuten Bürger. Diese neue Welt verlangte nach einer neuen Ordnung: städtische Strukturen für Verwaltung und Versorgung, eine komplexe Ökonomie mit arbeitsteiliger Spezialisierung von Handel und Handwerk. Renaissance und Barock ließen dann in vielen Städten kaum einen Stein auf dem anderen, wertlos gewordene Burgen mussten Schlössern weichen, Geplantes ersetzte Gewachsenes. Der nächste radikale Umbruch wurde von Dampfmaschine und Eisenbahn erzwungen: Das rasante Wachstum der Städte brachte erst die Verdichtung der Zentren mit sich, dann die Ausdehnung an den Rändern die Verödung der Stadtkerne hat Tradition, und sie ist aktueller denn je. Auch wenn die alten Zentren heute ihre Würde wiederhaben, wird dennoch Kaufkraft an den Rand verlegt, entstehen Wohnhäuser im Grünen, damit Auto unser nur ja seinen Platz vor der Tür hat. Die Identitätskrise der Dörfer begann mit dem Erstarken der Städte. Und es ging beschaulich zu auf dem Lande: Bäuerliches Leben war über Jahrhunderte von Rechtlosigkeit und feudaler Willkür bestimmt, an deren Stelle wirtschaftliche Zwänge traten. Niederösterreich, dereinst zentraler Schauplatz der Donaumonarchie gleichviel, ob es um Schlachtfelder oder Residenzen ging sah sich nach dem Ersten Weltkrieg an den Rand gerückt, war seiner angestammten Märkte ledig. Dann, in der Zweiten Republik, ein viel zu großes Wien inmitten, ringsum ausgebeutetes, ausgeblutetes Land. Eine eigene Hauptstadt gab es erst recht nicht. Wozu auch? Es hat dann ziemlich lange gedauert, bis sich die Politik und die Bürger Niederösterreichs an eine Metropole herangewagt haben, die nicht an der Donau, sondern an der Traisen liegt. Niederösterreich schien ja lange Zeit wirklich weitab vom Trend zu liegen. Letzteres aber fanden einige muntere Querköpfe im Lande gar nicht beunruhigend, sondern höchst anregend. Es ist nämlich viel span- 6 Essay

13 Von Horizont zu Horizont Essay 7 nender, Trends zu schaffen, statt ihnen nachzulaufen. Erst waren die selbstbewussten Neuerer oder die aufgeschlossenen Bewahrer krasse Außenseiter, allenfalls respektvoll bestaunt. Doch es gab immer mehr von dieser Sorte, und allen war gemeinsam, dass sie nicht krampfhaft über die Landesgrenze schielten, um sich anderswo zu orientieren, sondern Schätze hoben, die es ohnehin hier gab: Landschaft, Geschichte, Küche, Keller, Kultur und Kreativität, Fleiß und innovative Kraft. Eine kollektive Erkenntnis setzte sich durch: Austauschbare Werte, die überall zu haben sind, fallen bald einer globalen Inflation zum Opfer. Das Unverwechselbare, Einzigartige wird kostbar, gleichviel, ob tradiert, wiederentdeckt oder neu geschaffen. Dieses Bewusstsein für Werte und für den Lebensraum, zu dem sie gehören, vertieft das Selbstverständnis der Regionen, lässt Vielfalt zu, schafft Verbindungen, gibt aber auch Gegensätzen, Spannungen und Widersprüchen Raum. Die daraus erwachsende Identität ist längst nicht mehr der alles umhüllende Mantel, mehr oder weniger prächtig, sondern eine sich ständig wandelnde Vielfalt von Grundstoffen und Farben, von Ideen und ihrer Verwirklichung. Identität erweist sich nicht länger als allgemein akzeptiertes und nach außen hin präsentiertes Erscheinungsbild, sondern als die facettenreiche Gemeinsamkeit gestaltender Kräfte. Dieses neue Selbstverständnis verzichtet leichthin auf Pathos, ist aber erfreulich lebendig und beruhigend alltagstauglich. Dennoch: Lokale Erscheinungsformen von Handel und Gewerbe tun sich noch immer schwer, die Entdeckung von Fußgängerzonen als Lebenselixier für kränkelnde Innenstädte erwies sich als nur bedingt erfolgreich, weil der schönste Rahmen nichts nützt, wenn es an Leben fehlt. Es kann nur darum gehen, Erhaltung konsequent mit Erneuerung zu verbinden, Überliefertes zu bewahren, indem man es belebt. Seit jeher gehört Veränderung zum Leben im Lande. Ein Bild, das heute harmonisch erscheint, besteht oft aus vielen Bruchstücken, durch Patina versöhnt und verbunden. Alt und Neu haben sich nie auf Anhieb miteinander vertragen, aber neue Inhalte lassen vielfach die alten Bilder wieder leuchten. Die noch immer eindrucksvolle, lebendige Vielfalt der Regionen ist nicht nur Kapital für den Fremdenverkehr, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für Lebensqualität, für bodenständige Leistungen und Produkte, die in der anonymen Masse umso besser bestehen können. Wertschätzung statt Konservierung ist die Devise, neu verstandene Identität, Nähe und Miteinander, auch als motivierender Wettbewerb und reizvolle Rivalität verstanden. Und nun, da Niederösterreich wieder in der Mitte liegt, im Herzen Europas, wünsche ich mir, dass hierzulande die uralte Geschichte vom Anfang und vom Werden Österreichs fortgeschrieben wird, aufregend anders, verblüffend neu, in gelassener Kontinuität. Alfred Komarek

14 Bericht des AufsichtsRates Das Jahr 2009 war vor allem geprägt durch die Wirtschaftskrise als eine Folge der von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgehenden Finanz- und Immobilienkrise im Jahr Die Rezession ist schwächer geworden, es kann jedoch nicht von einem selbsttragenden Aufschwung die Rede sein. Die Folge waren unterdurchschnittliche Wachstumsraten der österreichischen Wirtschaft. Zusätzlich dämpfte die schwierige Arbeitsmarktlage den privaten Konsum. Die sich auf niedrigem Niveau befindliche Inflation war 2009 ausschließlich durch Rohstoffentwicklung dominiert, die Nachfrage war verhalten. Ab der zweiten Jahreshälfte wurden vor allem auch der Abbau des Budgetdefizits sowie neue quantitative und qualitative Änderungen der Eigenmittel-Vorschriften als Reaktion auf die Bankenkrise ein Thema. Trotz dieser anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2009 erzielte die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien AG (RLB NÖ-Wien) ein sehr gutes Ergebnis. In der Verantwortung für eine stabile Entwicklung als Regionalbank für die Menschen der Region hat die RLB NÖ-Wien großen Wert auf eine nachhaltige Entwicklung der Geschäftsfelder gelegt. In der Verbindung von Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogramm und verantwortungsvoller Gestaltung der Finanzgeschäfte ist die Basis für einen sicheren Kurs im Sinne der Kunden gelegt worden. Der Aufsichtsrat der RLB NÖ-Wien hat im Geschäftsjahr 2009 in Erfüllung seiner gesetzlichen Aufgaben 5 Sitzungen und 6 Ausschusssitzungen abgehalten, wobei der Vorstand jeweils über die Entwicklung der Geschäfte und die Lage des Unternehmens berichtet hat. In Angelegenheiten, in denen nach Satzung oder Geschäftsordnungen die Zustimmung des Aufsichtsrates erforderlich ist, wurde diese eingeholt. Die ordentliche Hauptversammlung der RLB NÖ-Wien fand am 28. April 2009 statt. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2009 und der Lagebericht sowie der Konzernabschluss nach Bestimmungen der International Financial Reporting Standards zum 31. Dezember 2009 und der Konzernlagebericht wurden vom Österreichischen Raiffeisenverband als gesetzlichem Bankprüfer gemeinsam mit der KPMG Austria GmbH, Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft geprüft, und es wurde der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Abschlussprüfungen angeschlossen, die vom Vorstand vorgelegten Jahresabschlüsse samt Lageberichten geprüft und den Jahresabschluss der RLB NÖ-Wien zum 31. Dezember 2009, der damit gemäß 96 Abs. 4 Aktiengesetz festgestellt ist, gebilligt. Ein Gewinnverteilungsvorschlag erübrigt sich aufgrund des geltenden Ergebnisabführungsvertrages vom 27. April 2001 mit der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien reg.gen.m.b.h. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre im Geschäftsjahr 2009 geleistete Arbeit. Der Aufsichtsrat Ök.Rat Dr. Christian Konrad Vorsitzender wien, im April Bericht des Aufsichtsrates

15 Vorwort des Vorstandes 9 Vorwort des Vorstandes Unternehmerischer Erfolg im Sinne von Raiffeisen ist nicht Selbstzweck. Wir wollen die Lebensqualität der Menschen in der Region sichern, das ist das Ziel unseres wirtschaftlichen Erfolges, das ist die Idee von Raiffeisen. Wir sind die Bank für die Menschen unserer Region. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist als Spitzeninstitut der Raiffeisen- Bankengruppe Niederösterreich-Wien geprägt von der genossenschaftlichen Identität der Eigentümer. Bei uns gibt es keine bösen Überraschungen! Weder für unsere Kunden und Geschäftspartner noch für unsere Eigentümer. Wir sind mit einem soliden, nachhaltigen Geschäftsmodell sicher und erfolgreich unterwegs. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien ist so wie die anderen Raiffeisenbanken eine durch und durch österreichische Bank und wird das auch bleiben. Unsere Eigentümer sind sichere und zuverlässige Partner. Die RLB NÖ-Wien erzielte im Geschäftsjahr 2009 trotz anhaltend schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ein sehr gutes Ergebnis. Es ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gemeinsam mit dem Vorstand gelungen, in der Verantwortung für eine stabile Entwicklung dieses Ergebnis zu erwirtschaften. Das Ziel war und ist eine nachhaltige Gestaltung der Geschäftsfelder, auch im Bewusstsein der Verantwortung als wesentlichste Beteiligung der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien. In der Verbindung von Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogramm mit verantwortungsvoller Gestaltung der finanzgeschäfte konnte damit die Basis für einen sicheren Kurs im Sinne der Kunden gelegt werden. Als Spitzeninstitut der Raiffeisen-Bankengruppe Niederösterreich-Wien ist sich die RLB NÖ-Wien der großen Verantwortung für die Marke Raiffeisen in der Ostregion Österreichs bewusst. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben die Verantwortlichen der Bankengruppe bestärkt, ihre genossenschaftliche Identität als starke Basis weiterzuentwickeln. In diesem Sinn ist auch der unternehmerische Erfolg aus dem Jahr 2009 einerseits eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges, andererseits auch Beitrag zum stabilen Fundament für die Herausforderungen der kommenden Jahre. Für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner bringt dies Sicher heit. Wir sind ein sicherer Arbeitgeber. Wir gewinnen täglich neue Kunden hinzu. Wir haben das Risiko im Griff. Rund Kunden sind Ausdruck des Vertrauens. Viele große Unternehmen, Institutionen, aber auch die Bundesländer Wien und Niederösterreich zählen zu unseren Kunden. Gerade 2009 konnten viele Kundenbeziehungen zu Hausbank-Beziehungen intensiviert werden. Raiffeisen ist für die Länder Niederösterreich und Wien ein strategischer Partner. Es war daher 2009 selbstverständlich, mit Produkten, Dienstleistungen und Beratung die Konjunkturpakete für die regionale Wirtschaft zu unterstützen: In Niederösterreich vor allem mit Ergänzungen zu den Förderungen bei den Themen Energiesparen und Thermische Sanierung, in Wien mit der Grätzelmillion für Handel- und Gewerbebetriebe. Das Kreditwachstum 2009 von 2,1 Prozent unterstreicht auch das Selbstverständnis von Raiffeisen, den Kernaufgaben des Bankgeschäfts gerecht zu werden. Der Wirtschaft konnte 2009 ein Kreditvolumen von 8,7 Mrd. Euro für Investitionen und zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolges zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Engagement zur Absicherung der Lebensqualität

16 Vorwort des Vorstandes der Menschen in der Region gehört es auch, für die Wirtschaft nachhaltige Produkte zu entwickeln. Gerade im Bereich Förderungen ist es der RLB NÖ-Wien gelungen, für die Wirtschaft international zinsgünstige Finanzierungsmittel zu erhalten. So ist es der RLB NÖ-Wien als erster Regionalbank Ostösterreichs gelungen, von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als Partnerbank für geförderte Finanzierungen in Deutschland akkreditiert zu werden. Die RLB NÖ-Wien stellt innerhalb dieser Kooperation zinsgünstige Finanzierungsmittel für Umweltinvestitionen oder Projekte zur Verfügung, die sich mit erneuerbarer Energie beschäftigen. Im Jahr 2009 konnte in diesen Förderaktionen ein gefördertes Projektvolumen von 131 Mio. Euro begleitet werden. Selbst in Zeiten, als auf den Finanzmärkten Liquidität knapp war, war Liquiditätsmangel für die RLB NÖ-Wien kein Thema. Die RLB NÖ-Wien hat ihre Liquiditätsstärke in der Krise bewiesen. Das Liquiditäts-Management-System hat sich auch für die gesamte Bankengruppe bestens bewährt. Die Niederösterreichischen Raiffeisenbanken halten mit einem Marktanteil von 40 Prozent stabil die Führungsposition in der Region. Sie haben rund Mitarbeiter in Niederösterreich und sind damit ein wichtiger und unverzichtbarer Arbeitgeber. Diese Stabilität kommt auch im Kerngeschäft mit einem Einlagenwachstum von 4 Prozent und einem Kreditwachstum von 3,1 Prozent zum Ausdruck. Im Rahmen der langjährigen Kooperation mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) konnten im November 2009 insgesamt 30 Mio. Euro für kleinere Vorhaben von Gemeinden und KMU erhalten werden. Die EIB stellt zinsgünstige Finanzierungslinien zur Verfügung, die für nachhaltig umweltrelevante Investitionen, erneuerbare Energien, die Gesundheitsversorgung, das Schul- und Ausbildungswesen oder für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden. Für KMU und kleine landwirtschaftliche Unternehmen kann die RLB NÖ-Wien AG innerhalb eines solchen Globaldarlehens Gründungs-, Modernisierungs- und Erweiterungsinvestitionen im betrieblichen Anlagevermögen anbieten. Liquiditätsmanagement bestens bewährt Das Sparvolumen konnte auf dem sehr hohen Vorjahresniveau mit 2,4 Mrd. Euro stabil gehalten werden. Insgesamt hat die Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien rund 1,2 Mio. Kunden. Die RLB NÖ-Wien ist mit ihrem Universal-Retail-Geschäftsmodell gut auf das geänderte Markt- und Bankenumfeld eingestellt. Kapital- und Liquiditätsposition sind stark, daher war auch keine Notwendigkeit für eine staatliche Unterstützung gegeben. Die Raiffeisen-Bankengruppe NÖ-Wien verfügt zudem über eine starke Eigenkapitalausstattung. Die gute Geschäftsentwicklung ermöglichte im Jahr 2009 eine weitere deutliche Stärkung des aufsichtsrechtlichen Kernkapitals um knapp 54,6 Mio. Euro auf 1.949,6 Mio. Euro. Die Kernkapitalquote (bezogen auf das Kreditrisiko) konnte mit 9,76 Prozent auf hohem Niveau gehalten werden (RLB NÖ-Wien Kernkapitalquote: 9,07 Prozent). Auch mit dem Emissionsvolumen lässt sich das nachhaltige Wirtschaften der RLB verdeutlichen (2009: 1,6 Mrd. Euro, 2008: 1,8 Mrd. Euro). Damit ist das Ergebnis 2009 für das Management der RLB NÖ-Wien eine stabile Basis, um den Herausforderungen der nahen Zukunft stark und bewusst entgegentreten zu können. 10 Vorwort des Vorstandes

17 Vorwort des Vorstandes 11 Die Bilanzsumme von ,6 Mio. Euro per weist ein Wachstum von 15,1 Prozent oder 4.165,2 Mio. Euro gegenüber einer Bilanzsumme von ,4 Mio. Euro im Jahr 2008 auf. Das Betriebsergebnis zeigte 2009 mit 216,7 Mio. Euro ein respektables Ergebnis, das um 3,3 Mio. Euro oder 1,5 Prozent über dem Vorjahr mit 213,4 Mio. Euro lag. Die Betriebserträge erhöhten sich dabei um 10,9 Mio. Euro oder 2,9 Prozent, der Verwaltungsaufwand stieg um 7,6 Mio. Euro oder 4,6 Prozent. Der Zinsüberschuss, die wichtigste Ertragsposition im Kerngeschäft des Konzerns, entwickelte sich zufriedenstellend und erreichte einen Wert von 151,0 Mio. Euro; dieser lag damit um 1,1 Mio. Euro oder 0,7 Prozent über dem Vorjahr mit 149,9 Mio. Euro. Der Provisionsüberschuss verzeichnete mit insgesamt 54,4 Mio. Euro einen Rückgang von 4,6 Mio. Euro oder 7,8 Prozent. Das Handelsergebnis zeigte eine erfreuliche Steigerung auf 23,0 Mio. Euro nach einem Ergebnis von - 3,3 Mio. Euro im Vorjahr. Das Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen, in dem sich die Entwicklung des RZB-Konzerns widerspiegelt, erreichte ,3 Mio. Euro; das entspricht einem Rück - gang von 33,4 Mio. Euro oder 20,5 Prozent. Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen verbesserte sich 2009 um 189,6 Mio. Euro auf 24,5 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr durch das Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten, die at fair value through profit or loss kategorisiert sind, ein negatives Ergebnis entstanden war. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern und Fremdanteilen erreichte 2009 einen Wert von 170,9 Mio. Euro nach 29,1 Mio. Euro im Vorjahr. Der Anstieg um insgesamt 141,8 Mio. Euro ist ganz wesentlich geprägt von der Verbesserung des Ergebnisses aus Finanzinvestitionen. Die wesentlichen im internationalen Vergleich verwendeten Kennzahlen liegen 2009 wieder auf ansprechenden Niveaus. Die Cost/Income-Ratio Betriebsaufwendungen im Verhältnis zu Betriebserträgen zeigt mit 44,1 Prozent, dass das Kostenoptimierungs- und Effizienzsteigerungsprogramm, wie auch die Maßnahmen im Kunden- wie im Eigengeschäft, weiterhin konsequent und erfolgreich umgesetzt wurden. Im Vorjahr betrug die Cost/Income-Ratio 43,4 Prozent. Der Return on Equity nach Steuern die Eigenkapitalverzinsung bezogen auf das durchschnittliche Konzerneigenkapital lag 2009 bei 8,5 Prozent und spiegelt im Vergleich zum Vorjahr mit 1,5 Prozent die erfolgreiche Rückkehr des RLB NÖ-Wien-Konzerns auf den Weg der nachhaltigen positiven Ergebnisentwicklung wider. Zukunft in Osteuropa Raiffeisen ist seit vielen Jahren in den osteuropäischen Ländern erfolgreich aktiv: nicht nur Raiffeisen International, sondern auch die RLB NÖ-Wien mit ihren Direktbeteiligungen an Banken in Tschechien, der Slowakei und Ungarn. Die Raiffeisen-Holding NÖ-Wien ist mit ihren Beteiligungsunternehmen ebenfalls schon lange in CEE erfolgreich tätig. Wir sind davon überzeugt, dass CEE eine interessante Region für Investoren bleibt. Denn diese Länder werden sich auch in Zukunft deutlich dynamischer entwickeln als das übrige Europa. Unsere Analysen gehen davon aus, dass das Wirtschaftswachstum in CEE um eineinhalb bis zwei Prozentpunkte höher sein wird als im EU-Durchschnitt.

18 Vorwort des Vorstandes Wir entwickeln Raiffeisen für die Zukunft weiter 2009 war für alle Banken zweifellos eine große Herausforderung. Wir haben diese Zeit genützt. Wir haben agiert in unseren Geschäftsfeldern, in der internen Verbesserung von Strukturen, in der Weiterentwicklung unserer genossenschaftlichen Identität als Teil der Raiffeisen-Bankengruppe. Diese Dynamik nehmen wir mit in die nächsten Jahre. Dank an Kunden und Mitarbeiter Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergan genen Monaten viel Zeit in den direkten Kontakt mit unseren Kunden investiert. Unser Anspruch der besten BeraterBank verlangt gerade auch in herausfordernden Zeiten, dass Beraterinnen und Berater im Dialog mit den Kunden aufbrechende und offene Fragen klären. Die Rückmeldungen der Kunden spiegeln eine große Zufriedenheit wider. Dafür wollen wir ganz bewusst auch an dieser Stelle den Kolleginnen und Kollegen danken. Unseren Kunden und Partnern gilt unser Versprechen, dass wir in unserem Einsatz für ihren wirtschaftlichen Erfolg nicht nachlassen werden. Trauer um Robert Gruber Dr. Robert Gruber, langjähriger Generaldirektor-Stv. und Vorstand der Geschäftsgruppe Kommerzkunden, ist in den Morgenstunden des 29. September 2009 nach langer schwerer Krankheit im 54. Lebensjahr gestorben. Wir erinnern uns an einen besonderen Menschen und Kollegen, der mit seiner Liebenswürdigkeit, seiner Leidenschaft für das Bankgeschäft und die Kunden, mit seinem Teamgeist im Vorstand der Raiffeisenlandesbank und seiner Verbundenheit mit der Raiffeisenfamilie bei uns allen tiefen Eindruck hinterlassen hat. Sein Tod macht uns tief betroffen. Seine Haltung gegenüber Kunden ist für uns ein Auftrag. Mag. Erwin Hameseder Generaldirektor Mag. Reinhard Karl Vorstandsdirektor Dr. Georg Kraft-Kinz Vorstandsdirektor Mag. Michael Rab Vorstandsdirektor Mag. Dr. Gerhard Rehor Vorstandsdirektor Anmerkung: Die RLB NÖ-Wien wurde immer im Besonderen nach den Grundsätzen der kaufmännischen Vorsicht nach UGB (Unternehmensgesetzbuch) gesteuert. Den Lagebericht zum Jahresabschluss nach UGB finden Sie ab der Seite 21, den Jahresabschluss ab der Seite 107. Wesentlich für die Steuerung durch den Vorstand sind auch die Grundsätze nach International Financial Reporting Standards. Den umfangreichen Konzernabschluss nach IFRS finden Sie online unter Sie können ihn auch in der Druckversion per anfordern: Die IFRS-Kennzahlen-Übersicht finden Sie auf Seite Vorwort des Vorstandes

19 Vorwort des Vorstandes 13 (v. l. n. r.) VD Mag. Michael Rab, VD Dr. Georg Kraft-Kinz, GD Mag. Erwin Hameseder, VD Mag. Reinhard Karl, VD Mag. Dr. Gerhard Rehor Mag. ERWIN HAMESEDER, seit 2001 Generaldirektor der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien und seit 1. Juli 2007 auch Generaldirektor der RLB NÖ-Wien; geboren 1956, ab 1975 Offiziersausbildung beim österreichischen Bundesheer / Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien / Wechsel vom Bundesheer in die Privatwirtschaft / 1987 Eintritt in die RLB NÖ-Wien. Mag. REINHARD KARL, seit 1. Mai 2009 Vorstandsdirektor der RLB NÖ-Wien, Geschäftsgruppe Kommerzkunden, geboren 1964 / Universität Salzburg (Rechtswissenschaften) / Universität Linz (Betriebswirtschaft) / ab 1996 verschiedene Leitungsfunktionen in der Salzburger Sparkasse Bank AG und bei der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, zuletzt Bereichsleiter Großkunden. Dr. GEORG KRAFT-KINZ, seit 1. Juli 2003 Vorstandsdirektor der RLB NÖ-Wien, Geschäftsgruppe Privat- und Gewerbekunden / geboren 1962 / Universität Graz (Rechtswissenschaften) / 1988 CA-Bankverein / 1992 Industrie / seit 1. Februar 1995 bei der raiffeisenbank Wien, Mitglied des Vorstandes (2001). Mag. MICHAEL RAB, seit 1. Juli 2007 Vorstandsdirektor der RLB NÖ-Wien, Geschäftsgruppe Risikomanagement/Organisation, geboren 1961, Wirtschaftsuniversität Wien, 1987 KPMG Alpen-Treuhand-Austria-Gruppe, Wien, 1997 Österreichischer Raiffeisen- Verband / 2001 Generalrevisor-Stellvertreter des Österreichischen Raiffeisenverbandes. Mag. Dr. GERHARD REHOR, seit 1. Juli 2003 Vorstandsdirektor der RLB NÖ-Wien, Geschäftsgruppe Finanzmärkte; geboren 1959 / Wirtschaftsuniversität Wien / 1986 Vorstandsassistent in der GZB / 1990 Geschäftsführer Raiffeisen Vermögensverwaltungsges.m.b.H. / 1998 Eintritt in die RLB NÖ-Wien.

20 1 Chronik des Jahres JÄNNER Mehrsprachige Beratung. Raiffeisen in Wien rief Anfang 2009 eine Beratungsoffensive für neue Wiener ins Leben. Zwei Projektfilialen und mehrsprachige Info- Schwerpunkte machten den Anfang. In der Filiale in der Favoritenstraße werden türkischsprachige Kunden von zwei Beraterinnen mit türkischen Wurzeln kompetent und in ihrer Muttersprache betreut. Am Kardinal-Rauscher-Platz stehen eine Serbin und eine Türkin mit Rat und Tat zur Seite nach Wunsch auch auf Serbisch/ Kroatisch/Bosnisch bzw. Türkisch erfolgt in weiteren sechs Filialen die Umsetzung der neuen mehrsprachigen Beratungsoffensive. 1 3 Februar 13. Februar 2009: Der Raiffeisen EnergieSparTag fand 2009 zum dritten Mal in rund 100 Raiffeisen Geschäftsstellen in Niederösterreich und in ausgewählten Filialen in Wien statt. Neben wertvollen Tipps von Fachleuten zum Thema Energiesparen fanden vor allem Gratis-Pellets und eine kostenlose Dämmstoffrollenverteil-Aktion großen Anklang. 2 Schnelle Hilfe im Notfall konnte durch den neu eingerichteten Raiffeisen-Sozialfonds in der Höhe von Euro gewährleistet werden: Die Stadt Wien hatte mit diesem Fonds die Möglichkeit, Menschen in akuten Not- und Krisensituationen über das gesetzlich limitierte Maß hinaus Unterstützung zu geben. 3 4 MÄRZ Am 20. März eröffnete die Blaue Lagune Energiewelt, eine innovative Informations- und Beratungsplattform zur Erhöhung der Energieeffizienz, ihre Tore. Besucher finden in diesem als Erlebniswelt konzipierten Zentrum das ganze Jahr über individuelle Hilfestellung: Umfassende Beratung zu den unterschiedlichsten Förderungen im Wohnbau und bei der Sanierung wird in der Energiewelt von Experten der RLB NÖ-Wien angeboten. 4 5 Juni Mitte Juni führten neuerlich massive Niederschläge zu einer akuten Hochwassergefährdung in weiten Teilen Niederösterreichs. Sofort nach Bekanntwerden der Flutkatastrophe wurde das Katastrophenhilfsprogramm aktiviert. Begleitet wurden konkrete Hilfsmaßnahmen vor Ort durch eine Spendenaktion vom Land NÖ, Kurier, NÖN, ORF NÖ, Militärkommando NÖ und Raiffeisen. Im Rahmen dieser Aktion lagen Spendenzahlscheine dem Kurier und den NÖN bei. Weiters wurden diese in den NÖ Raiffeisenbanken aufgelegt. Darüber hinaus hat die Raiffeisen-Bankengruppe NÖ- Wien umgehend eine Hilfskreditaktion ins Leben gerufen. 5 6 Der Erfolg der Twin City Liner hielt auch in der vierten Saison unvermindert an: Anfang Juli 2009 konnte der ste Passagier an Bord begrüßt werden. Seit dem Start der Schnellbootverbindung im Jahr 2006 waren die Twin City Liner rund Mal von Wien nach Bratislava unterwegs: Damit zeigt sich deutlich, dass der Twin City Liner nicht nur wirtschaftlich erfolgreich ist, sondern, dass er auch einen wesentlichen Faktor für das Zusammenwachsen der Centrope-Region darstellt Chronik des Jahres 2009

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