Untersuchungen zu Ansprüchen älterer Hörgeräteträger an eine Hörgeräteversorgung

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1 4. Jahrestagung DGA, Aachen, März 2001 Untersuchungen zu Ansprüchen älterer Hörgeräteträger an eine Hörgeräteversorgung

2 Hartmut Meister Isabel Lausberg Jürgen Kießling Martin Walger Universitäts-HNO-Klinik Köln Universität Essen, Lehrstuhl für Marketing und Handel Universitäts-HNO-Klinik Giessen Universitäts-HNO-Klinik Köln Hasso von Wedel Universitäts-HNO-Klinik Köln

3 Fragestellung Welche Besonderheiten ergeben sich für ältere Hörgeräteträger hinsichtlich folgender Aspekte einer Hörgeräteversorgung? Bedeutung grundlegender Hörgeräteeigenschaften Hauptgründe für Unzufriedenheit mit der Hörgeräteversorgung Hör- und Kommunikationsleistung mit Hörgerät in verschiedenen Alltagssituationen

4 Methoden Erfassung der Bedeutung grundlegender Hörgeräteeigenschaften mittels Conjoint Analyse (Beurteilung hypothetischer Hörgeräte, die durch die untersuchten Eigenschaften beschrieben werden) Erfassung der Unzufriedenheit mittels offener Beantwortung (Frage nach dem Hauptgrund für Unzufriedenheit mit dem Hörgerät) Erfassung der Hör- und Kommunikationsleistung mit Hörgerät mittels Göteborger Profil (Rating 5-Punkte-Skala)

5 Zufallsstichprobe n=200 Hörgeräteträger Alter (MW=62 J.) Geschlecht Berufstätigkeit J 5% J 6% J 6% J J 12% 33% männlich 60% J 26% J 12% weiblich 40% nein 72% Schulnote eigenes Hörgerät (MW=2 ja 28% 4 14% 3 35% 5 6% 6 2% 1 10% 2 33% binaural 76% Versorgungsart Hörgerätetyp Versorgungsdauer tägliche Tragedauer monaural 24% IO 43% HdO 57% >10 J 45% <1 J 5% 1-5 J 24% 5-10 J 26% >8 h 57% <1 h 4% 1-4 h 21% 4-8 h 18%

6 Bedeutung der Hörgeräteeigenschaften Gesamtkollektiv 4 Gruppen (je n=50) rel. Wichtigkeit [%] Sprache in Ruhe Sprache im Störgeräusch Handhabung Klangqualität Richtungshören Rückkopplung Grp. 1 (20-52 J.) Grp. 2 (54-67 J.) Grp. 3 (68-73 J.) Grp. 4 (74-91 J.) Alter [Jahre]

7 Gruppenvergleich 1 Jüngere Hörgeräteträger Jahre (Mittel 50 Jahre), n=61 Ältere Hörgeräteträger Jahre (Mittel 75 Jahre), n= 61 Keine Unterschiede hinsichtlich: Geschlecht, Versorgungsart, HG-Art, Versorgungs- und Tragedauer Hörverlust [db HL] Frequenz [Hz] k 2k 3k 4k 6k Jüngere Ältere

8 Bedeutung der Hörgeräteeigenschaften Gruppenvergleich 1 relative Wichtigkeit [%] Sprache Ruhe Sprache Stör Handhabung Klang Richtungshören Rückkopplung Jüngere Ältere

9 Hauptgrund für Unzufriedenheit Tragekomfort Gruppenvergleich 1 Jüngere Ältere Aussehen Geräusche Rückkopplung Richtungshören Klang Handhabung Sprache Stör Sprache Ruhe Anderes Häufigkeit [%]

10 Hör- und Kommunikationsleistung Gruppenvergleich 1 Wert 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0-0,2-0,4-0,6-0,8-1,0 Ältere-Jüngere Sprachverstehen Richtungshören Auswirkungen psychosoziale Folgen Frage Fragen zum Verstehen in größeren Gruppen/akustisch ungünstigen Situationen

11 Gruppenvergleich 2 Jüngere Hörgeräteträger Jahre (Mittel 50 Jahre), n=56 Ältere Hörgeräteträger Jahre (Mittel 75 Jahre), n=60 Keine Unterschiede hinsichtlich: Geschlecht, Versorgungsart, HG-Art, Versorgungs- und Tragedauer sowie Hörverlust Hörverlust [db HL] Frequenz [Hz] k 2k 3k 4k 6k Jüngere Ältere

12 Hör- und Kommunikationsleistung Gruppenvergleich 2 Wert 1,0 0,8 0,6 0,4 0,2 0,0-0,2-0,4-0,6-0,8-1,0 Ältere-Jüngere Sprachverstehen Richtungshören Auswirkungen psychosoziale Folgen Frage 20 Fragen zum Verstehen in größeren Gruppen/akustisch ungünstigen Situationen

13 Zusammenfassung Welche Besonderheiten ergeben sich hinsichtlich der Hörgeräteversorgung älterer Menschen? Bedeutung grundlegender Hörgeräteigenschaften: Die Handhabung ist für ältere Hörgeräteträger signifikant wichtiger als für jüngere. Die Sprachverständlichkeit im Störgeräusch ist ab ca. 70 Jahren tendenziell weniger wichtig als für die jüngeren Probanden. Die interindividuelle Streuung der Präferenzen ist groß. Hauptgründe für Unzufriedenheit: Es ergeben sich keine signifikanten Altersunterschiede. Sowohl für jüngere als für ältere Hörgeräteträger ist Sprachverstehen im Störgeräusch mit ca. 30% der häufigste Grund für Unzufriedenheit. Ältere Probanden sind etwas häufiger unzufrieden mit der Handhabung.

14 Zusammenfassung Hör- und Kommunikationsleistung mit Hörgerät: Zwischen älteren und jüngeren Hörgeräteträgern ergeben sich keine signifikanten Unterschiede unter der Voraussetzung ähnlicher Hörverluste. Die Älteren schneiden in Situationen mit Gruppengesprächen bzw. ungünstigen akustischen Umgebungen tendenziell etwas schlechter ab. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchungen zeigen sich generell relativ geringe Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Hörgeräteträgern. Individuelle Faktoren scheinen größere Einflüsse zu haben als das Alter.

15 Teilnutzenwerte der Merkmalsausprägungen Sprache Ruhe Sprache Stör Handhabung Klang Richtungshören Rückkopplungen HG A gut gut durchschnittlich durchschnittlich gut durchschnittlich Gesamtnutzen g i (dimensionslos): g i =ΣΣx i ma β ma = 1,36 m a Teilnutzenwerte β ma (dimensionslos): Sp_Ruhe Sp_Stör Handhabung Klang Richtungsh. Rückkoppl. gut 1,15 1,12 0,44 0,51 0,50 0,46 durchschnitt -1,15-1,12-0,44-0,51-0,50-0,46

16 Nutzenwerte hypothetischer Hörgeräte Standardisierter Gesamtnutzen 1 r=0.97 0,8 Ältere 0,6 0,4 0, ,2 0,4 0,6 0,8 1 Jüngere

Gregor Wittmann Dipl. Pädagoge

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