Potentielle Anwendungen und Rahmenbedingungen für Multiapplikationskarten

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1 13. Juli 2006 Potentielle Anwendungen und Rahmenbedingungen für Multiapplikationskarten Bruno Struif Rheinstr Darmstadt

2 Inhalt Begriff Multiapplikationskarte Multiapplikationskarten und Endgeräte SIM-Karte als Plattform einer MAK egk als Plattform einer MAK MAK und Nachlade- / Komplettierungs- / Lösch-Prozesse QES-Komplettierung Rahmenbedingungen und wichtige Aspekte bei MAKs MAK-Nutzungspotentiale und MAK-Anforderungen Seite 2

3 Begriff Multiapplikationskarte (MAK) Abgrenzung Der Begriff Multiapplikationskarte wird hier ausschließlich auf SmartCards angewandt. Hybridkarten wie z.b. eine Chipkarte mit Magnetstreifen oder Optical Memory sind out of scope. Aus Benutzer-Sicht Eine MAK ist eine SmartCard, die man für verschiedene Anwendungen im umgangssprachlichen Sinne benutzen kann Aus Karten-Betriebssystem-Sicht Eine MAK ist eine SmartCard, die die unterschiedlichen Funktionen der COS-Plattform benutzt (man spricht auch von einer multifunktionalen Karte) Aus Karten-Herausgeber-Sicht Eine MAK ist eine SmartCard, auf der Anwendungen unterschiedlicher Application Provider ablaufen können Aus Normungs-Sicht Eine MAK ist eine SmartCard, die mehrere Card Applications, die eindeutig über einen Application Identifier selektierbar sind, unterstützen kann Seite 3

4 Multiapplikationskarten und Endgeräte Eine MAK erbringt ihre Dienstleistungen im Zusammenwirken mit einem oder mehreren Endgeräten, z.b.: Endgeräte Karte Kartenherausgeber Netzbetreiber Handy, PDA PC, Laptop Bezahlungssystem, POS Zutrittskontroll- / Identifikations-System Unternehmen Dienstleistungsanbieter (Softwarehäuser, Universitäten, Krankenkassen, ) Standesorganisationen (Anwälte, Ärzte, Apotheker,..) Banken Kreditkarten-Unternehmen Dienstleistungsanbieter Unternehmen Government Dienstleistungsanbieter Seite 4

5 SIM-Karte im Handy als Plattform einer MAK Access Public Healthcare ( egk mobil ) Retail Payment Loyalty Programs Banking Transport Ticketing Lokale Daten- Kommunikation NFC- Übertragung Adult Content Government Adult Gaming SIM = Subscriber Identification Module NFC = Near Field Communication Folie von C. Reiß, vodafone: SIM-Karte als Plattform für Dienstleistungen, die sehr hohe Anforderungen an Sicherheit / Verschlüsselung / Authentifizierung stellen Seite 5

6 Die elektronische GesundheitsKarte (egk) als Plattform einer MAK Health Care Application Kartenherausgeber: Krankenkasse / PKV ESIGN Application (AUT/ENC) Downloadable Downloadable Application Application Qualified esignature Application Beispiele: - KK-spezifische Loyalty-Anwendung - non-health Care Application Seite 6

7 MAK und Nachlade- / Komplettierungs- / Lösch-Prozesse Status der Anwendungen bei MAK-Ausgabe Typ S - MAK alle Anwendungen gebrauchsfertig, keine Ergänzung vorgesehen (statische MAK) Typ N - MAK enthält gebrauchsfertige Anwendungen, Nachladen von Anwendungen vorgesehen (nachladbare MAK) Typ K - MAK enthält gebrauchsfertige Anwendungen und unvollständige Anwendungen, die der Komplettierung bedürfen (komplettierbare MAK) Typ L - MAK MAK, die das Löschen von Anwendungen erlaubt MAK MAK-Typen N, K und L erfordern Interaktionen mit einem CAMS, also mit einem Card Application Management System wie z.b. -Internet CAMS - Over-The-Air-CAMS (OTA-CAMS) MAK-Typen N, K und L kombinierbar Seite 7

8 QES-Komplettierung SiKo ZDA Personalisierung als SSEE / Zertifikatsdownload Beantragung (z.b. online) Identifikation Kartentyp und QES - Komplettierungsverfahren Verwendung von CV - Zertifikaten KeyGen (EAL 4+) in Karte Auslesen Public Key mit Secure Messaging Verwendung von GS - Zertifikaten Auslesen Public Key als Teil des Gütesiegels Erzeugung qualifiziertes X.509-Signatur-Zertifikat Zertifikat herunterladen und auf Karte schreiben - PuK-Ausleseverfahren - SM-Handling - PIN-Handling - PUK-Handling EAL GS PIN PUK SSEE SiKo ZDA = Evaluation Assurance Level = Gütesiegel = Personal Identification Number = Personal Unblocking Key = Sichere Signatur-Erstellungs-Einheit = SicherheitsKonzept = ZertifizierungsDiensteAnbieter PIN / PUK - Management durchführen Zertifikat - Veröffentlichung im Verzeichnisdienst Seite 8

9 Rahmenbedingungen und wichtige Aspekte bei MAKs Normung COS-Plattform-Funktionalität (nativ und/oder interpreterbasiert) Security-Funktionen Speicherplatz Interface-Modes (kontaktlos und/oder kontaktbasiert) High-Speed-Processing High-Speed-Übertragung Extended Length-Unterstützung Mehrkanal-Fähigkeit Nachlade/Komplettierungs-Fähigkeit Karten/Anwendungs-Infrastruktur (Vertriebs/Auslieferungswege, CAMS) Anwendungslaufzeit Seite 9

10 MAK-Nutzungspotentiale und MAK-Anforderungen Weiterentwicklung der Chip-Plattform, u.a. - Unterstützung USB Kontaktlose Karten mit NFC-Technik - Schnellere CPUs Existierende Normal-Size- und Plug-in-Karten als Kristallisationskerne nutzen: - Synergie-Effekte - Kosteneinsparung - schnelle Markteinführung Karten-Life-Cycle- Management ergänzen durch Application-Life-Cycle- Management MAK Weiterentwicklung der Sicherheitsfunktionen: - Erweiterung des 7816-Instrumentariums für interoperable Karten-Management- Prozesse - Verbesserung des Managements von Sicherheitsattributen (z.b. Setzen eines Key Usage Counters auf den zugehörigen Initial Value) - Weiterentwicklung der CVC-Technik (z.b. CVC-Nutzungszeit-Begrenzung) - Security Environment-abhängige Behandlung von Schlüsselattributen (z.b. Unterstützung SE-abhängiger Security Status Evaluation Counter - Verfeinerung der Access-Mode- Beschreibung (z.b. Schaffung von Ausdrucksmitteln zur Kontrolle von Lc, Command Data Field und Le) - Erweiterung PIN/PUK-Managment (z.b. Multi-Referncing, PIN-LifeCycleState) - Seite 10

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