Förderung kommunaler Klimaschutzkonzepte durch das Bundesumweltministerium (BMU) und Teilnahme am European Energy Award (eea)

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1 Förderung kommunaler Klimaschutzkonzepte durch das Bundesumweltministerium (BMU) und Teilnahme am European Energy Award (eea) Gemeinsamkeiten und Unterschiede Bei der Optimierung ihrer Klimaschutzaktivitäten und ihrer energiepolitischen Arbeit nutzen mittlerweile etliche Kommunen zur systematischen Erfassung und Umsetzung ihrer langfristigen Klimaschutzziele die Fördermöglichkeiten im Rahmen der Klimaschutzinitiative (KSI) des BMU für die Erstellung und beratende Begleitung der Umsetzung von kommunalen Klimaschutzkonzepten. Gleichermaßen nehmen zahlreiche Kommunen am Managementprozess des eea teil. Für Kommunen, die beide Instrumente nutzen und ggf. miteinander verknüpfen wollen, gibt es jedoch einige Punkte, die beachtet werden müssen. Im Folgenden werden daher diese beiden Instrumente kurz vorgestellt und Gemeinsamkeiten und Unterschiede verdeutlicht. Förderung kommunaler Klimaschutzkonzepte durch das BMU Seit Sommer 2008 werden durch die Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative des BMU kommunale Klimaschutzkonzepte bundesweit gefördert. Zuschüsse gibt es sowohl für die Konzepterstellung als auch für die beratende Begleitung bei der Umsetzung vorhandener Konzepte. Bisher werden bzw. wurden bereits über integrierte Klimaschutzkonzepte gefördert. Teilnahme am eea Die Bundesgeschäftsstelle European Energy Award unterstützt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesministerien seit 2002 Kommunen bei der Optimierung ihrer energiepolitischen Arbeit. Der eea bietet eine prozessorientierte langfristige Unterstützung für am Klimaschutz interessierte Kommunen an, die in einer Zertifizierung mündet. Mittlerweile sind über 280 Kommunen dem eea-programm in Deutschland beigetreten, in Europa sind es über Kommunen. Eine Förderung des eea erfolgt gegenwärtig in den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Teilbereichen von Niedersachsen. Inhaltliche Abgrenzung Das Klimaschutzkonzept dient als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für die Klimaschutzstrategie einer Kommune und die Umsetzung von Maßnahmen im Anschluss an die Konzepterstellung. Es wird in Zusammenarbeit zwischen der Kommune und externen Beratern erstellt. Es zeigt kommunalen Entscheidungsträgern, welche technischen und wirtschaftlichen CO 2 -Minderungspotenziale vorhanden sind und welche Maßnahmen zur Verfügung stehen, um 1 Stand: März 2014

2 kurz-, mittel- und langfristig CO 2 -Emissionen einzusparen und Energieverbräuche zu senken. Dabei werden alle klimarelevanten Sektoren einer Kommune betrachtet: öffentliche Gebäude, private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen sowie optional Industrie und Verkehr. Zentrale Bestandteile sind eine Energie- und CO 2 -Bilanz, Potenzialbetrachtungen zur Emissionsminderung, die Festlegung von Klimaschutzzielen, die partizipative Erstellung sowie ein detaillierter zielgruppenspezifischer Maßnahmenkatalog. Die anschließende Umsetzung des Konzeptes kann durch die beratende Begleitung einer/es Klimaschutzmanagerin/s unterstützt werden. Der eea ist ein im Wesentlichen von der Kommune selbst getragener Qualitätsmanagementprozess zum Schutze des Klimas und zur Steigerung der Energieeffizienz unter Begleitung und Moderation eines externen eea-beraters. Er führt eine prozessorientierte Energiepolitik und fachübergreifende Energiearbeit in der Verwaltung ein. Der Prozess ist stark umsetzungsorientiert und darauf angelegt, dass sich die Kommune dauerhaft und nachhaltig für dieses Thema engagiert. Der eea sieht seine Schwerpunkte in sechs Bereichen, die durch kommunales Handeln überwiegend direkt beeinflussbar sind. Das umfangreiche eea Audit-Tool dient als Grundlage für die Ist-Analyse und die Ermittlung der Potenziale einer Kommune zur Steigerung der Energieeffizienz und dem verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Gleichzeitig stellt es ein Planungsinstrument für Klimaschutzmaßnahmen und ein Controlling-System für die Kommune dar. Der Qualitätsmanagementprozess des eea wird durch ein externes Audit gestärkt, welches zu einer Zertifizierung der Kommunen und einem Leistungsvergleich mit anderen eea-kommunen in Form eines Benchmarking führt. Kommunen, die den eea bereits als Managementinstrument nutzen, bringen gute Voraussetzungen mit, um ein Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. Mit dem eea hat die Kommune bereits die strukturellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Konzepterstellung und anschließende Umsetzung geschaffen, indem sie auf ein etabliertes Energie-Team, ein ausgereiftes und erprobtes Controlling-System und einen Maßnahmenplan zurückgreifen kann. Als ein auf Dauer angelegter Managementprozess unterstützt der eea zudem die erfolgreiche Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes langfristig. Durch das Klimaschutzkonzept erhält die eea-kommune eine fundierte planerische Grundlage und fachliche Vertiefung in Hinblick auf die Energie- und CO 2 Bilanz, die Ermittlung von Klimaschutzpotenzialen in weiteren Sektoren sowie die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen. 2 Stand: März 2014

3 Was ist bei der Verknüpfung beider Instrumente zu beachten? Es ist daher durchaus sinnvoll, den eea mit der Erstellung und der anschließenden Umsetzung eines Klimaschutzkonzeptes zu verknüpfen. Die Teilnahme am eea ist jedoch über die Richtlinie des BMU nicht förderfähig, d.h. die Kosten, die für die Teilnahme anfallen, können nicht Gegenstand eines Förderantrages sein. Dies gilt unabhängig davon, ob der eea in dem jeweiligen Bundesland gefördert wird oder nicht. Wichtig ist, dass Kommunen im Förderantrag klar darstellen, was sie im Rahmen des eea bereits erarbeitet haben bzw. erarbeiten werden. Diese Bausteine können nicht Gegenstand der Förderung bei der Erstellung eines Konzeptes oder der beratenden Begleitung der Umsetzung eines vorhandenen Konzeptes sein. Nutzen Kommunen bereits den eea, verringern sich durch die bereits bestehenden Vorarbeiten und geschaffenen Strukturen die Kosten für die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes und somit die Höhe des Eigenanteils der Kommune. Vergleich zwischen Kommunale Klimaschutzkonzepte der KSI und dem European Energy Award: Klimaschutzinitiative Kommunale Klimaschutzkonzepte Gesamtziel Umsetzungsorientierte Optimierung der kommunalen Klimaschutzpolitik Prozess Konzepterstellung und -umsetzung in zwei getrennten Teilprozessen European Energy Award Umsetzungsorientierte Optimierung der kommunalen Klimaschutzpolitik Kontinuierlicher Verbesserungsprozess in vielen Einzelschritten Schritte 1. Erstellung des Klimaschutzkonzepts 2. Beratende Begleitung bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzepts Umsetzungsorientierter Qualitätsmanagementprozess mit den Bausteinen - Erstellung eines Handlungskonzeptes mit Hilfe des eea Instrumentariums - Umsetzung und Überwachung der Umsetzung des Handlungskonzeptes (Audit-Prozess) - Zertifizierung der Kommune - Benchmark unter den eea Kommunen Die eea-instrumente und das Verfahren unterliegen einer regelmäßigen Qualitätssicherung und werden laufend fortgeschrieben. Kernstück des eea- Instrumentariums ist der Maßnahmenkatalog, der mögliche Handlungsfelder beschreibt und sowohl als Bewertungs- als auch als 3 Stand: März 2014

4 Planungsgrundlage dient. 1. Schritt durch externen Dienstleister in Zusammenarbeit mit Verwaltungsmitarbeitern und partizipativer Einbeziehung relevanter lokaler Akteure durch Workshops, Interviews, Beirat etc. kommunale Akteure (fachübergreifendes Energie-Team) mit Moderation und Beratung durch externen eea-berater wesentliche Bestandteile Definition der Klimaschutzziele Ist-Analyse von Energieverbrauch und Aktivitäten in allen klimarelevanten Sektoren (kommunale Einrichtungen, Haushalte, GHD sowie ggf. Industrie und Verkehr) Definition der Klimaschutzziele Ist-Analyse realisierter Energieaktivitäten in sechs Handlungsfeldern (Kommunale Entwicklungsplanung, Kommunale Gebäude und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, Kommunikation mit Dritten (Bürgern, Industrie und Gewerbe), interne Organisation) Erstellung einer fortschreibbaren Energieund CO 2-Bilanz Ableitung von kommunenspezifischen CO 2- Einsparpotenzialen mit Abschätzung der CO 2-Minderungskosten Erstellung eines individuellen zielgruppenspezifischen Maßnahmen- Katalogs Strategie zur Konzeptumsetzung (mit Priorisierung der Maßnahmen) Entwicklung eines Controllingsystems (zur Überprüfung der Umsetzung der Maßnahmen, Erreichen der Klimaschutzziele) Berechnung der CO 2-Emissionen mit Hilfe des Tools ECORegion (optional) Aufstellung einer fortschreibbaren CO 2- Emissionsbilanz mit Hilfe des Tools ECORegion (optional) Definition von Einsparpotenzialen auf der Grundlage der Stärken-Schwächen-Analyse Erstellung eines Handlungskonzeptes mit detailliertem Maßnahmenplan inkl. Zeit- und Kostenplan; Strategie zur Umsetzung durch Prioritätensetzung, Bewertung nach einem standardisierten Punktesystem und externe Auditierung Controlling-System ist bereits im Zertifizierungsprozess angelegt Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit während der Umsetzung Begleitung und Kontrolle durch Klimaschutzmanager/in (siehe 2. Schritt) Öffentlichkeitsarbeit ist eine Anforderung des eea Umsetzung auf Beschluss der zuständigen politischen Gremien; sofortiger Beginn der Umsetzung von Einzelmaßnahmen durch kommunale Handlungsträger ist möglich Kontrolle durch Energieteam, Berater und Auditor im Rahmen der jährlichen internen bzw. externen Audits 2. Schritt Umsetzung auf Beschluss des obersten Entscheidungsgremiums durch kommunale Handlungsträger Das Energieteam der Kommune ist verantwortlich für die Umsetzung - der Berater ist prozessbegleitend tätig Förderung der Umsetzung des Konzeptes durch Verwaltung und lokale Akteure mit beratender Begleitung durch eine/n bei der Kommune neu einzustellende/n 4 Stand: März 2014

5 wesentliche Bestandteile Wesentliche Unterschiede Klimaschutzmanager/in möglich Maßnahme-Plan für bis zu 3 Jahre (Teilmenge aus dem gesamten Maßnahmen- Katalog) Umsetzung Controllingsystems beschreibt alle klimarelevanten Sektoren individueller Maßnahmen-Katalog und intensive Beschreibung der Maßnahmen fortschreibbare Energie- und CO 2-Bilanz Kontinuierliches Controllingsystem Möglichkeit der Förderung eines Klimaschutzmanagers zur Unterstützung der Umsetzung vor Ort Jährliche Aktualisierung und Anpassung des Maßnahmenplans (Teilmenge aus dem Handlungskonzept) im Rahmen des Re- Audits Überwachung des Umsetzungsprozesses durch das Energie-Team, den Berater im Rahmen des internen Audits und durch den Auditor im Rahmen des externen Audits beschreibt alle sechs Handlungsfelder der Kommune, die direkt durch die Kommune zu beeinflussen sind individuelles Handlungskonzept und intensive Beschreibung der Maßnahmen fortschreibbare CO 2-Emissionsbilanz mit ECORegion (optional) Controlling-System ist bereits im Zertifizierungsprozess angelegt Langfristig angelegter, von der Kommune selbst getragener Qualitätsmanagement- Prozess mit einem Zertifizierungsverfahren für die kommunale Klimaschutzpolitik Steuerung durch das kommunale Energie- Team Starke Umsetzungsorientierung Der Textbaustein ist zwischen dem Bundesumweltministerium, dem Projektträger Jülich, der Servicestelle: Kommunaler Klimaschutz beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und der Bundesgeschäftsstelle European Energy Award abgestimmt. 5 Stand: März 2014

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