Sechster Fachtag Kinder psychisch kranker Eltern Mannheim, den Ambulante Therapieangebote für psychisch kranke Mütter

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1 Sechster Fachtag Kinder psychisch kranker Eltern Mannheim, den Ambulante Therapieangebote für psychisch kranke Mütter S. Wortmann- Fleischer ZNS- Stadtmitte Mannheim

2 Mutter-Kind-Interaktion bei psychisch kranken Müttern Mütterliches Verhalten: Mangel an Empathie und emotionaler Verfügbarkeit, Beeinträchtigung der Feinfühligkeit Wenig Blickkontakt, Stimme, Sprache, taktile Stimulation, interaktives Spielen Überstimulation ärgerlich- aggressive Tendenzen

3 Mutter-Kind-Interaktion bei psychisch kranken Müttern Mütterliches Verhalten: Abrupter Wechsel zwischen Über- und Unterstimulation Inadäquater Wechsel zwischen gewährendem und kontrollierendem Erziehungsstil, Zurückweisen kindlicher Autonomie (z.b. Davenport 1984, Lyons-Roth 1996) Schwierigkeiten Grenzen zu setzen

4 Mutter-Kind-Interaktion bei psychisch kranken Müttern Kindliche Reaktionen: Geringe Synchronisation, wenig Rückkopplungssignale und Feinabstimmung, Kind hat weniger Gelegenheit zur Selbstwirksamkeitserfahrung (Papousek 2002) Gewöhnung des Säuglings an die Depressivität der Mutter -Selbstregulation im still face (Reck 2001) vermehrt unsicher vermeidende Bindungsstrategien bzw. desorganisierte Bindungsmuster bei Kindern postpartal depressiver Mütter (z.b. Murray 1992)

5 Interaktionales Therapieprogramm Argumente für ein interaktionszentriertes Therapieprogramm: Frühe Interaktionsstörungen- erhöhtes Risiko für spätere emotionale und kognitive Defizite, Verhaltensauffälligkeiten beim Kind (Laucht und Esser 2000) Verbesserung der mütterlichen Depression- Säuglinge bleiben häufiger dysreguliert und gestresst (Weinberg und Tronick 1998) Interaktionszentrierte Intervention verbessert Einstellung zum Kind, unabhängig von antidepressiven Effekten und Therapie (Murray und Cooper 2003)

6 Interaktionales Therapieprogramm Argumente für ein interaktionszentriertes Therapieprogramm: Kognitive behaviorale Therapie wirkt antidepressiv, keine Verbesserung der mütterlichen Wahrnehmung des Kindes (Meager und Milgrom 1998) Trotz interpersoneller Therapie waren postpartal depressive Mütter als Kind 6 Monate alt weniger responsiv, erlebten mehr Stress in Erziehung, beurteilten Kind negativer; als Kind 18 Monate Beurteilung der Bindungsqualität niedriger, der Verhaltensprobleme des Kindes höher und des kindlichen Temperamentes negativer (Forman 2007)

7 Ambulante Therapieangebote Kognitiv- behaviorale, interaktionszentrierte Gruppentherapie für psychisch kranke Mütter (Wortmann- Fleischer et al. 2006): Grundannahme, daß Übergang in die Mutterschaft mit seinen vielfältigen Anforderungen den Stressfaktor darstellt, der bei bestehender Vulnerabilität für eine psychische Störung, die peri- bzw. postpartale Erkrankung der Mutter auslöste.

8 Ambulante Therapieangebote Kognitiv- behaviorale, interaktionszentrierte Gruppentherapie: 2 Schwerpunkte: intraindividuelle Auseinandersetzung mit Anforderungen, Rollenbildern und Stressoren der Mutterschaft interaktionszentrierte Unterstützung der Mutter- Kind- Beziehung

9 Ambulante Therapieangebote Kognitiv- behaviorale, interaktionszentrierte Gruppentherapie: Themen: Rollenbilder, Wahrnehmung positiver Gefühle, Stressfaktoren und -bewältigungsstrategien, Krisenmanagement, Neugierde an der Beobachtung des Kindes wecken, Bedeutung der beschreibenden Sprache, kindlichen Signalen ein Echo geben, Beruhigungstechniken, Führen und Folgen

10 Ambulante Therapieangebote Kognitiv- behaviorale, interaktionszentrierte Gruppentherapie: 10 Sitzungen à 60 Minuten 5-8 Teilnehmerinnen halboffenes Gruppensetting Termin fortlaufend freitags 18.00, ohne Kinder Diagnosen der Mütter: ICD-10 F2, F3, F4, F6 Kinder der Mütter bis 36 Monate alt

11

12 Ambulante Therapieangebote Video- Mikroanalyse- Therapie (Downing 2003):

13 Ambulante Therapieangebote Video- Mikroanalyse- Therapie (Downing 2003): Inhalte: In Videosequenzen von Alltagssituationen werden gelungene Sequenzen aufgezeigt Mutter wird für Signale des Kindes sensibilisiert, wodurch ihre Feinfühligkeit bzw. intuitiven Kompetenzen gestärkt werden Identifikation und Korrektur dysfunktionaler Kommunikationsprozesse (z.b. überstimulierendes Verhalten der Mutter)

14 Ambulante Therapieangebote Video- Mikroanalyse- Therapie (Downing 2003): Struktur: Teil 1: 1-2 positive Interaktionsmuster werden gezeigt und besprochen Anschließend wird 1 negatives Interaktionsmuster gezeigt und bearbeitet Teil 2: Thematisierung des negativen Musters, d.h. konkreter Möglichkeiten dies zu ändern

15 Danke für Ihre Aufmerksamkeit! ENDE

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