Miss- und Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensübergabe

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1 Miss- und Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensübergabe Rahmenbedingungen erfolgreicher Unternehmensübergaben Univ. Prof. Dr. Sabine Urnik Universität Salzburg Professorin für Steuerlehre und Rechnungslegung amfachbereich für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und Koordinatorin des Forschungsschwerpunktes Recht,Wirtschaft und Arbeitswelt Prof.(FH) Dr. Roald Steiner Fachhochschule Salzburg / Urstein Leiter Fachbereich Business Development and Economics und Leiter Forschung und Entwicklung des Studienganges Betriebswirtschaft

2 Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren - Übersicht Betrachtung der mittelbaren und unmittelbaren Akteure Personenbezogene Entscheidungsdeterminanten des Übernehmers Entscheidungsdimensionen: Übergabeformen Übernahme Abgeleitete Entscheidungsdimensionen Rahmenbedingungen erfolgreicher Unternehmensübergaben Potenzial Nachfolgelösungen Entwicklungen nach der Übergabe Unterstützungsleistungen

3 Betrachtung der mittelbaren und unmittelbaren Akteure Angehörige Geschäftspartner des Unternehmens Gläubiger des Unternehmens Übergeber MBO Fremde Belegschaft Familie Abgabenbehörden

4 Personenbezogene Determinanten des Übernehmers Personenbezogene Determinanten Persönlichkeitsstil Motivationsbündel Kompetenzbündel Ergebnisse einer Meta-Studie von Voigt/Brem zum Zusammenhang zwischen Gründungserfolg und Persönlichkeitsmerkmalen (2007) in: Merz (Hrsg) Fortschritte der MittelstandsForschung (2007) +: Geschäftsgeschick Optimismus Gewissenhaftigkeit +/-: Unternehmerische Familie -: Offenheit ++: Enthusiasmus Machtmotivation +: Leistungsmotivation -: Intrinsische Motivation ++: Fachkompetenz Branchen- und Managementerfahrung Strategische Planung +: soziale Komp. -: Netzwerkkomp. +++: Innovationsverhalten!

5 Entscheidungsdimension Übergabeformen Familie Angehörige Abgabenbehörden Erbrecht (Pflichtteilsansprüche?) Unentgeltlich (entgeltlich) Steuerrecht (Optimierung!) Finanzierung? entgeltlich Übergeber entgeltlich Rechtsformänderung? MBO Fremde Unternehmensbewertung zur Kaufpreisfindung und Pflichtteilsbemessung (Studie der KMU Forschung Austria 2008: Bestimmung des Kaufpreises für rund ein Viertel der Beteiligten problematisch!)

6 Entscheidungsdimension Übernahme Finanzierung des Kaufpreises bzw Versorgung des Übergebers? Angehörige Unentgeltlich (entgeltlich) Übernahme eines gesunden Betriebes? entgeltlich Übergeber entgeltlich MBO Fremde Investitionsbedarf nach Übernahme ub einer möglichen strategischen Neuausrichtung?

7 Abgeleitete Entscheidungsdimensionen Familie Angehörige Abgabenbehörden Erbrecht (Pflichtteilsansprüche?) Unentgeltlich (entgeltlich) Steuerrecht (Optimierung!) entgeltlich Übergeber entgeltlich Rechtsformänderung? Gläubiger des Unternehmens MBO Belegschaft Fremde Geschäftspartner des Unternehmens Haftung Arbeitsrechtliche Konsequenzen Übergabe von Vertragsverhältnissen

8 Potenzielle Unternehmensübergaben Österreich und Salzburg Anzahl der potenziellen Übergabefälle von KMU, KMFA-Schätzungen und ohne EPU, KMFA-Schätzung inkl. EPU EPU KMU Beschäftigungseffekt der potenziellen Übergaben: mittelfristig betroffene Beschäftigte Österreich: rd bis Salzburg: rd bis Österreich: Potenzial Österreich: Potenzial Österreich: Potenzial Salzburg: Potenzial (1) ohne Sparte Bank & Versicherung Da aus den vorliegenden Basisdaten nur die vorzeitig anlassbedingten Übergaben, nicht jedoch die vorzeitig geplanten Übergaben (Aufnahme einer anderen Tätigkeit durch den Übergeber) abgeschätzt werden können, stellt das errechnete Potenzial eher eine Untergrenze dar. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass die vorzeitig geplanten Übergaben rd. 36 % ausmachen. Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA

9 Anteil potenzieller Übergaben am KMU- Bestand Österreich und Salzburg Anteil der potenziellen Übergabefälle von KMU (ohne EPU) im Zeitraum nach Sparten an den übergabefähigen KMU (ohne EPU) insgesamt in % Österreich Salzburg Österreich: Gewerbliche Wirschaft 1 31 % Handel Tourismus & Freizeitwirtschaft Transport & Verkehr Industrie Gewerbe & Handwerk Information & Consulting (1) Ohne Sparte Bank & Versicherung Da aus den vorliegenden Basisdaten nur die vorzeitig anlassbedingten Übergaben, nicht jedoch die vorzeitig geplanten Übergaben (Aufnahme einer anderen Tätigkeit durch den Übergeber) abgeschätzt werden können, stellt das errechnete Potenzial eher eine Untergrenze dar. Die aktuelle Erhebung zeigt, dass die vorzeitig geplanten Übergaben rd. 36 % ausmachen. Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA

10 Anteil der betriebswirtschaftlich nicht übergabetauglichen Betriebe KMU Anteil in % EPU Tourismus und Freizeitwirtschaft 14,3 35,9 Gewerbe und Handwerk 8,3 21,0 Handel 6,9 30,0 Transport und Verkehr 6,8 27,3 Information und Consulting 4,8 14,4 Industrie 1,9 10,0 Gewerbliche Wirtschaft 1 8,6 24,5 1 ohne Sparte Bank und Versicherung Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA, Bilanzdatenbank

11 Nachfolgelösungen in österreichischen KMU Potenzial übergabereife KMU (2006) ~ Familienexterne UNF Familie ~ 40 % Verkauf ~ 17 % Verpachtung ~ 11 % nicht realisierte UNF ~ 19% MBO ~ 7 % Sonstiges ~ 5 % Anmerkungen: Rundungsfehler Quelle: Eigene Berechnungen nach KMU FORSCHUNG AUSTRIA 2008

12 Geschäftliche Entwicklung nach der Übergabe Anmerkung: Die Farbe der Kreise belegt den nachhaltigen Erfolg der Übergabe: langfristig erfolgreiche Unternehmen (grün), mittelfristig erfolgreiche Unternehmen (gelb) und nicht erfolgreiche Unternehmen (rot) Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA

13 Vorstellungen von Übergebern in österreichischen Familienunternehmen werde weiterhin regelmäßig, aber in eingeschränkter Form für das Unternehmen da sein 42 werde dem Unternehmen nur in schwierigen Ausnahmesituationen zur Verfügung stehen 16 werde weiterhin viel Zeit im Unternehmen für das Unternehmen aufbringen 11 suche mir eine neue unternehmerische Herausforderung 4 werde auschließlich privaten Interessen nachgehen 4 Anmerkungen: Prozentanteil der Antworten auf die Frage an den Übergeber Wie stellen Sie sich als Übergeber Ihre Zukunft nach der erfolgten Übergabe vor? k.a. 24 % Quelle: Hernstein Umfrage 2008, hernsteiner 02/2008

14 Was lernen aus realisierten Unternehmensübergaben? Vor der Übergabe: Herausforderungen Rechtzeitige Nachfolgeplanung / Widerstand des Übergebers Verfügbarkeit, Motivation und Handlungsfähigkeit des Nachfolgers Im Übergabeprozess: Verknüpfung eigener Vorstellungen mit bisheriger Strategie (37 % der Nachfolger, lt. KMFA 2008) steuerliche Belastung (37 % der Nachfolger, lt. KMFA 2008) Investitionsbedarf (33 % der Nachfolger, lt. KMFA 2008) Erfolgsfaktoren Einbeziehung des Nachfolgers in die Nachfolgeplanung/Übergabe Nicht-Rivalität in der Familie Kompetenz des Nachfolgers (1/3 der Nachfolger wählt gezielt Ausbildung zur Vorbereitung, lt. KMFA 2008) Einbeziehung externer Unterstützung Plan zur Nachfolgeregelung (39 % der UNF in Österreich, lt. KMFA 2008) Kommunikation im Konfliktfall Auffinden öffentl. Unterstützung (31 % der Nachfolger, lt. KMFA 2008)

15 Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen Österreich: Anteil der Nachfolgen in Prozent, 2006 Steuerberatung 90 WK / Gründer-Servie 73 Familienmitglieder, Bekannte 65 Banken 58 Rechtsanwalt, Notar etc. 43 Unternehmensberatung 28 Aus- und Weiterbildungsanbieter Anmerkung: Mehrfachnennungen möglich Quelle: KMU FORSCHUNG AUSTRIA 2008

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

17 Psychologische Hürden bei der Betriebsübergabe Dr. Rainer Buchner Leiter des Privatinstitutes für Wirtschaftspsychologie. Organisationsentwickler, Coach und Mediator, sowie Dozent an den Universitätslehrgängen für Wirtschaftstrainer/- berater und Family Business der SMBS.

18 Erfahrungsberichte, am Podium: Komm.Rat Helmut Mayr und Tochter Bettina Hotel Elefant Salzburg Charly Vieselthaler Farben/Lacke Vieselthaler Straßwalchen Lars Kroiss Reiter Offset Salzburg Werner Windhager Windhager Zentralheizung Seekirchen Matthäus und Konrad Russegger Autobusunternehmen Abtenau Moderator: Mag. Thomas Krauhs Salzburger Sparkasse

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