Lehrer schlagen Alarm: Schüler werden immer aggressiver und unkonzentrierter

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1 Lehrer schlagen Alarm: Schüler werden immer aggressiver und unkonzentrierter September / Zwei Drittel der österreichischen Lehrerinnen und Lehrer sehen mangelnde Ausdrucksweise der Schüler als besorgniserregend und machen dafür überwiegend die unkontrollierte Nutzung neuer Technologien verantwortlich. Unruhe und mangelnde Konzentrationsfähigkeit nehmen zu, die Kommunikationsfähigkeit nimmt hingegen ab: Das Kommunikationsverhalten österreichischer Jugendlicher ändert sich und die Lehrkräfte an den österreichischen Schulen beobachten diese Veränderung mit großer Besorgnis. Das ist das Ergebnis der aktuellen, repräsentativen market- Umfrage zum Thema Kommunikationsverhalten österreichischer Jugendlicher aus Sicht der Lehrerinnen und Lehrer. Österreichs Jugendliche werden immer unkonzentrierter Nahezu alle österreichischen Lehrerinnen und Lehrer sind davon überzeugt, dass in den letzten bis Jahren Veränderungen im Verhalten der Schülerinnen und Schüler festgestellt werden können. Und diese Veränderungen werden kritisch beäugt, die österreichischen Lehrkräfte diagnostizieren mehr Unruhe und geringere Konzentrationsfähigkeit und bemängeln respektloseres und aggressiveres Verhalten gegenüber Erwachsenen. Ein Viertel aller heimischen Lehrer stellt fest, dass ihre Schüler unruhiger, hyperaktiver und auch aggressiver geworden sind. Das Eigenschaftsprofil des durchschnittlichen Schülers zeigt Stärken und Schwächen: Positiv bemerkt wird die Offenheit gegenüber Neuem und der aufgeschlossene Umgang mit neuen Technologien. Die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien hat aber aus der Sicht der Lehrerinnen und Lehrer auch ihre Kehrseite ständiges Telefonieren mit dem Handy und viel Zeit hinter dem Computerbildschirm sind die Folgen. Seite - -

2 EIGENSCHAFTEN DER SCHÜLER Frage : Ich nenne Ihnen nun einige Eigenschaften und Verhaltensweisen, die auf die heutige Generation der Schülerinnen und Schüler zutreffen können. Bitte sagen Sie mir, was davon Ihrer Meinung nach besonders gut (), eher gut (), weniger gut () und gar nicht gut () auf die jungen Menschen zutrifft! Die Kinder von heute... Folgende Aussagen treffen zu - besonders gut eher gut weniger gut gar nicht gut sind aufgeschlossen für Neues kommunizieren über SMS und sind modebewusst können nicht gut zuhören telefonieren ständig mit dem Handy verbringen wenig Zeit mit ihren Eltern können sich sprachlich weniger gut ausdrücken wissen nichts mit sich anzufangen sitzen ständig vor dem Computer sind respektlos gegenüber Erwachsenen gehen gerne in die Schule haben zuviel Freizeit sind sportlich sind aufmerksam keine Das Kommunikationsverhalten wird hingegen durchaus kritisch beäugt und zählt aus der Sicht der Lehrkräfte vielfach zu den Schwachpunkten. Sowohl von der Fähigkeit des Zuhörens als auch der Ausdrucksweise sind die Lehrkräfte nicht begeistert: Drei Viertel stimmen der Aussage können nicht gut zuhören zu, zwei Drittel tun dies bei der aktiven Kommunikation. Kommunikationsfähigkeiten nehmen ab! Die detaillierte Analyse des Kommunikationsverhaltens der Jugendlichen unterstreicht dies nur ein Zehntel beurteilt das Kommunikationsverhalten mit sehr gut. Die offene Ermittlung der Schwächen im Rede- und Sprachverhalten verdeutlicht die Sorge der Lehrkräfte: Ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer nennt spontan eine mangelnde Ausdrucksweise als besorgniserregend, aber auch der geringe Wortschatz oder das kontinuierlich sinkende Niveau der Sprachkultur wird bemängelt. Seite - -

3 SCHWÄCHEN DER KOMMUNIKATION - AUSDRUCKSWEISE Frage : Wo sehen Sie die Schwächen des Rede- und Sprachverhaltens der jungen Menschen? Die Schwächen sind - Lehrer insgesamt Ausdrucksweise lässt zu wünschen übrig, Satzbau und Ausdruck ist schwach Der Wortschatz wird geringer Das Sprachniveau sinkt kontinuierlich, keine Sprachkultur mehr Aggressiv, viele Schimpfwörter Das Gespräch in der Familie wird eher kurz gehalten, Eltern reden zuwenig mit den Kindern Persönlich wird der Kontakt nicht mehr so gepflegt Die Schüer lesen zu wenig Gehen nicht auf die anderen ein Verbringen zu viel Zeit vorm Computer, Fernseher Es gibt zu wenige Zuhörer Kinder können Autoritäten schwer respektieren Können nicht über Gefühle miteinander reden, gehen nicht aus sich heraus Tabulos Wenig Allgemeinwissen Schlechte Rechtschreibung keine Auch die Aggressivität ist in der Sprache spürbar immerhin ein Zehntel der Lehrerinnen und Lehrer nennt auch den intensiven Gebrauch von Schimpfworten spontan als Schwäche im Rede- und Sprachverhalten junger Menschen. Erkundigt man sich der wahrgenommenen Veränderung, so wird die Besorgnis besonders deutlich spürbar: Das Gefühl einer Verschlechterung des Kommunikationsverhaltens ist weit verbreitet bei österreichischen Lehrkräften zwei Drittel der Lehrerinnen und Lehrer gehen von einer Verschlechterung aus, nur jeder Fünfte sieht eine Verbesserung. Seite - -

4 KOMMUNIKATION HAT SICH VERSCHLECHTERT Frage : Wie hat sich das Kommunikationsverhalten der Kinder im Zeitverlauf, d.h. in den letzten zehn Jahren, verändert? Würden Sie sagen, das Kommunikationsverhalten... Das Kommunikationsverhalten hat sich - Lehrer insgesamt Männer Frauen unter Jahre bis Jahre Jahre und älter Volksschule Hauptschule AHS, BHS Lehrer seit weniger als Jahren seit mehr als Jahren Veränderungen ja Veränderungen nein Kommunikation sehr gut - gut - weniger gut, nicht gut Handy sehr oft - oft - selten, kaum sehr gebessert etwas gebessert etwas verschlechtert sehr verschlechtert nicht keine geändert Die Lehrerinnen und Lehrer führen diese Verschlechterung vor allem auf zwei Ebenen zurück: Einerseits wird dafür der intensive Einsatz neuer Technologien und andererseits das mangelnde Engagement der Eltern verantwortlich gemacht der Wunsch nach einer anderen zeitlichen Gewichtung wird deutlich damit ebenso deutlich wie die Aufforderung zu mehr Bewusstseinsbildung bei Jugendlichen und deren Eltern. Die Jugend wird von TV, Computer und Handy erzogen Derzeit ist aus der Sicht der Lehrkräfte aber eher eine gegenteilige Strömung feststellbar: Die modernen Technologien haben einen stark prägenden Einfluss auf die österreichischen Jugendlichen. Handy, Computer und Fernsehen werden fast zum Bestandteil der Erziehung, die Zeit für aktive und passive Kommunikation zwischen den Generationen wird in vielen Familien aber zu wenig intensiv praktiziert. Aus der Sicht der Lehrkräfte ist mehr Zeit der Eltern für gemeinsames (Vor-)Lesen und Kommunizieren notwendig, dafür sollte weniger Zeit am Handy, am Computer oder vor dem Fernseher verbracht werden diese modernen Technologien wirken sich negativ auf das Sprachverhalten der Jugendlichen aus! Seite - -

5 MODERNE TECHNOLOGIEN BEEINTRÄCHTIGEN SPRACHVERMÖGEN Frage : Ich nenne Ihnen nun verschiedene Kriterien, die sich auf das Rede- und Sprachverhalten von Schülerinnen und Schüler auswirken können. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob sich diese Kriterien Ihrer Meinung nach sehr positiv (), eher positiv (), eher negativ () oder sehr negativ () auf die Kinder auswirken. Folgende Kriterien sind - sehr positiv eher positiv eher negativ sehr negativ keine Vorlesen durch die Eltern geringes Interesse für Büchern, wenig lesen Handy Fernsehen SMS Computer, Computerspiele Die Menge macht das Gift gilt auch für die Nutzung der modernen Technologien, am Beispiel Handy: Intensive Handynutzung ist aus der Sicht der Lehrkräfte ein Problem und führt vielfach dazu, dass junge Menschen kaum noch ganze Sätze verwenden jeweils mehr als Prozent der Lehrkräfte stimmen diesen Aussagen zu! INTENSIVE HANDYNUTZUNG - EIN PROBLEM Frage : Nun lese ich Ihnen einige Aussagen zum Kommunikationsverhalten von jungen Menschen vor. Bitte sagen Sie mir jeweils, ob Sie den Aussagen sehr (), eher (), eher weniger () oder gar nicht zustimmen (). Man stimmt diesen Aussagen - sehr zu eher zu eher weniger zu gar nicht zu keine Vor allem intensive Handynutzung ist ein Problem, auch beim Handy kommt es auf die Dosis an Junge Menschen können immer weniger zuhören Das oftmals kurze Telefonieren mit dem Handy führt dazu, dass junge Menschen kaum noch ganze Sätze verwenden Kinder leben vielfach in einer Scheinwelt, die in Spielen und Filmen aufgebaut wird Die vielen s ziehen eine deutliche Verschlechterung der Groß- und Kleinschreibung nach sich Die ständige Erreichbarkeit über Handy führt dazu, dass alles auf später verschoben wird Es ist kaum möglich, mit jungen Menschen ohne Unterbrechung ein ausführliches Gespräch zu führen, da ihr Handy ständig läutet Seite - -

6 Und das Handy ist wahrlich ein Massenphänomen an österreichischen Schulen: Mit Ausnahme der Volksschulen ist in allen anderen Schultypen nahezu eine Handyvollversorgung sichergestellt. Vor allem in den höheren Schulen werden die Handys dann auch intensivst genutzt. Der Folgeschluss der Lehrerinnen und Lehrer ist eindeutig das Handy trägt aufgrund der intensiven Nutzung zur Verschlechterung des Kommunikationsverhaltens junger Menschen bei. Mehr gemeinsames Lesen mit den Eltern und eine eingeschränktere Nutzung moderner Technologien wären aus der Sicht der Lehrerinnen und Lehrer geeignete Wege, um diese Entwicklung zu stoppen. Am Beispiel Handy wird deutlich, dass vor allem eine intensive Nutzung als Bedrohung angesehen wird das Handy macht halbe Sätze zum rhetorischen Standard vieler Jugendlicher. HANDYKOMMUNIKATION IST ANDERS... Frage : Und warum, könnten Sie mir dies bitte kurz begründen? Kommunikation wird verbessert/verschlechtert, weil - verbessert verschlechtert Sprechen mehr und direkter miteinander Anreiz um zu kommunizieren Durch die ständige Erreichbarkeit Augenkontakt fehlt, das direkte Gespräch fällt weg, persönlicher Kontakt wird weniger Es gibt keine Rechtschreibregeln mehr, man spricht in halben Sätzen Es wird nicht sinnvoll gesprochen, eher geblödelt, weil sie mehr mit Handys spielen Es wird viel Grammatik einfach verschlampt Kommt auf jeden einzelnen an, auf die Erziehung, das liegt bei den Eltern Hat Vor- und Nachteile Alles geht schneller, schnellerer Austausch von Problemen Sie lernen zuhören Den Kindern fällt es immer schwerer Diskussionen zu führen Durch das SMS schreiben Es kommt immer auf die Dosis an Gespräch mit Gruppen wird nicht gesucht In unserer Schule muss das Handy während des Unterrichts ausgeschaltet sein Tiefgründigkeit fehlt keine Lehrerberuf wird immer schwieriger An den Schulen zeigen diese Veränderungen massive Auswirkungen für die Lehrkräfte: (!) Prozent der Lehrerinnen und Lehrer sind davon überzeugt, dass aufgrund der Veränderungen im Verhalten der Schülerinnen und Schüler der Lehrberuf heute schwieriger ist als früher, zumal die pädagogische Ausbildung auf diesem Gebiet mit der Entwicklung neuer Technologien keineswegs standhält. Seite - -

7 LEHRER-SEIN WIRD DADURCH SCHWIERIGER! Frage : Zum Abschluss noch eine letzte Frage: Denken Sie, dass das Arbeiten für Lehrerinnen und Lehrer durch das Verhalten der heutigen Schülerinnen und Schüler leichter oder schwieriger geworden ist? Würden Sie sagen, heute ist es für Lehrerinnen und Lehrer - Lehrer zu sein ist heute - Lehrer insgesamt sehr viel leichter leichter schwieriger sehr viel schwieriger Keine Männer Frauen unter Jahre bis Jahre Jahre und älter Volksschule Hauptschule AHS, BHS Lehrer seit weniger als Jahren seit mehr als Jahren Veränderungen ja Veränderungen nein Kommunikation sehr gut - gut - weniger gut, nicht gut Kommunikation besser - schlechter Handy sehr oft - oft - selten, kaum Dokumentation der Umfrage P.Z..P.T n = ; telefonische CATI-Interviews, repräsentativ für die österreichischen Lehrer. Befragungszeitraum:. bis. August maximale statistische Schwankungsbreite bei n=: ±, Prozent. Seite - -

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