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1 12 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober Desktopmanagement Die Produktivität erhalten Desktopmanagementlösungen müssen in vielen unterschiedlichen Disziplinen leistungsfähig sein, damit sie als rund gelten können. Network Computing hat fünf Produkte dieser Kategorie auf Ecken und Kanten untersucht. Das primäre Ziel aller Desktopmanagementanstrengungen dürfte die Erhaltung der Benutzerproduktivität sein. Gleich danach folgt sicherlich die Reduzierung der Total-Cost-of-Ownership (TCO) der Computersysteme. Beide Ziele erreicht eine Desktopmanagementlösung nur dann, wenn sie die verschiedenen Disziplinen des Desktopmanagements sicher beherrscht: Softwareverteilung, Soft- und Hardwareinventarisierung, Software-Metering, Remote-Control und Monitoring der Systemgesundheit. Network Computing hat in ihren Real-World Labs Desktopmanagementpakete getestet, von denen man erwarten sollte, dass sie diese schwierige Anforderung erfüllen. Zur Teilnahme am Test luden wir Altiris, Intuit, LANDesk Software, Marimba, Microsoft, Novell, PJ Technologies und Vector Networks, vertreten durch Pro-Soft in Deutschland, ein. Die von Microsoft erbetene Betaversion des Systems-Management-Servers 2003 haben wir ohne Angabe von Gründen nie erhalten. Intuit lieferte uns wie gewünscht ihr frisches Track-It 6.0, das wir aber, nachdem wir uns einen groben Überblick über die Produktfunktionalität verschafft hatten, nicht mit in den Test nahmen, weil diese (gute) Lösung eher eine ausgereifte Helpdesk-Anwendung ist das Produkt mit Desktopmanagementsystemen zu vergleichen, wäre nicht fair gewesen. Wir werden so schnell wie möglich einen Einzeltest von Track-It nachliefern. DV-Trends, das Marimba in Deutschland vertritt, konnte aus Ressourcengründen nicht teilnehmen. Übrig blieben schließlich»client Management Suite«von Altiris,»LANDesk Management Suite 7«von LANDesk Software,»ZENworks for Desktops«von Novell,»GoverLAN 5«von PJ Technologies und»pc-duo Enterprise«von Vector Networks. ZENworks for Desktops 4 Zenworks ist eine vollständige Desktopmanagementlösung, die inzwischen auf mehr als 38 Millionen Desktops aktiv ist. Das Produkt unterstützt Arbeitsstationen mit Windows-Betriebssystemen einschließlich Windows-XP und stellt Administratoren umfangreiche Funktionen für Softwaremanagement, Remote-Control oder Inventarisierung zur Verfügung. Das Produkt offeriert ein Richtlinienbasiertes Management von Benutzerkonten und die Richtlinienmanagementfunktionen von Zenworks 4 erlauben es den Administratoren, Windows-NT/ 2000/XP-Benutzerrichtlinien jeder lokalen Arbeitsstation zuzuweisen und lokale Konten auf den Arbeitsstationen dynamisch zu erzeugen. Zenworks enthält außerdem Funktionen für die Erzeugung von Images oder Abbilder von Arbeitsstationen, was den kompletten Neuaufbau von Desktopsystemen enorm erleichtert. Bis zur Version 3 setzten alle Zenworks-Versionen wenigsten einen Netware-Server voraus, ab Version 3 gibt es diese Anforderung glücklicherweise nicht mehr. Das Produkt benötigt lediglich Novells»eDirectory«, das auch auf Windows und Windows-Server-2003-Systemen läuft Zenworks 4 läuft also auch in reinen Windows-Umgebungen. Dieser Zwang, E-Directory auch in reinen Windows-Umgebungen verwenden zu müssen, ist vielleicht der größte Nachteil (oder Vorteil kommt ganz auf die Betrachtungsweise an) von Zenworks, denn neben Active-Directory will damit ein weiterer Verzeichnisdienst gepflegt werden, was aber glücklicherweise DirXML etwas vereinfacht. Die Installation von Zenworks auf Windows-Servern ist etwas komplexer als die Installation auf Netware-Servern, denn auf den wenigsten Windows-Servern dürfte E-Directory, Console-One und Netware-Client-Software vorhanden sein. Zur Speicherung von Inventarinformationen und zur Berichterstellung nutzt Zenworks eine Datenbank. Im Lieferumfang befindet sich direkt die Report-Card/interaktiv unter Desktop-Management-Software Altiris LANDesk Novell Vector Networks PJ Technologies Feature Gewichtung Client Management Management ZENworks Prosoft PC-Duo GoverLAN Suite Suite 7 for Desktops 4 Enterprise 5.10 Managementfunktionen 40 % 5 4,5 4,5 4,5 2 Clientplattform-unterstützung 30 % 4,5 4, ,5 Bedienung 20 % 4 4 4,5 4,5 4 Preis 10 % 3 3 3,5 1 5 Gesamtergebnis 100 % 4,45 4,25 4,25 4,00 3,15 A>=4,3 B>=3,5 C>=2,5 D>=1,5 E<1,5 Die Bewertungen A bis C beinhalten in ihren Bereichen + oder -; Gesamtergebnisse und gewichtete Ergebnisse basieren auf einer Skala von 0 bis 5. A- B+ B+ B+ C

2 Network Computing 20. Oktober Sybase-Datenbanksoftware für die Windows- und Netware-Plattform, das Produkt unterstützt aber auch Oracle auf den Plattformen Windows und Netware sowie den Microsoft-SQL-Server Bevor Zenworks auf einem Netware-Server installiert werden kann, sind darauf gegebenenfalls einige Komponenten zu aktualisieren, beispielsweise E-Directory. Unter Netware 5.1 erfordert das Produkt mindestens Support-Pack 4 und unter Netware 6 mindestens Support-Pack 1. Soll Zenworks auf einem Windows-NT-4.0-Server installiert werden, dann benötigt dieser mindestens Service-Pack 6a und E-Directory 8.5. Ein Windows-2000-Server funktioniert ab Service-Pack 2 und E-Directory 8.5. Die E-Directory-Komponenten für die unterstützten Windows-Plattformen gehören natürlich nicht zum Lieferumfang von Zenworks. Für die Administration lässt sich unter Zenworks 4 ausschließlich Console- One verwenden. Novell empfiehlt, auf allen Plattformen stets die aktuellsten Console-One-Versionen zu installieren. Die Installation von Zenworks erfolgt auf einem oder mehreren Servern in einem E- Directory-Verzeichnisbaum. Der Administrator kann alle Komponenten auf einem einzigen Server installieren oder sie über mehrere Server verteilen. Auch die Inventardatenbank lässt sich verteilt einsetzen: In komplexen oder verteilten Umgebungen können Inventardaten in lokalen Kopien der Datenbank gespeichert und zur zentralen Datenbank repliziert werden. Kleinere Umgebungen können hingegen einen einzelnen Datenbankserver nutzen. Natürlich benötigt Zenworks auch etwas Software auf den zu verwaltenden Arbeitsstationen. Auf den Netware-Client32 kann inzwischen verzichtet werden wer ihn nicht für andere Dinge benötigt, deinstalliert ihn. Nötig ist hingegen der Zenworks-Management-Agent. Administratoren platzieren den Management-Agent entweder auf einer Webseite, von der sich die Benutzer die Software selbst holen, oder sie nutzen das Verzeichnis, um eine Push-Installation des Management-Agenten durchzuführen. Die Schaltzentrale von Zenworks ist Console- One, ein Framework für die Ausführung verschiedener Verwaltungstools, vergleichbar mit der Microsoft-Management-Console (MMC). Console-One ist leicht bedienbar und steht auf verschiedenen Plattformen zur Verfügung, darunter Windows und Netware. Sicher ist es besser, vorhandene Applikationen wie Console-One oder die MMC zu nutzen und lediglich Snap-Ins für die unterschiedlichsten Aufgaben hinzuzufügen, statt komplett eigenständige Applikationen zu entwickeln und anzubieten, denn damit reduziert sich der Einarbeitungsaufwand und die Systeme blähen sich nicht so auf. Zenworks stellt über Console-One vollständige Remote-Control- und Remote-Management-Funktionen zur Verfügung, welche die Fernsteuerung von Windows- Arbeitsstationen, den Dateitransfer, den Programmstart auf Remote-Maschinen und Wake-on-LAN- Unterstützung umfassen. Remote-Control-Funktionen lassen sich vor den Benutzern verbergen und während einer Fernsteuerungssitzung kann der Administrator die Tastatur und die Maus des Remote- Systems sperren. Eine Besonderheit von Zenworks ist dessen umfassende Unterstützung von Richtlinien. Mit Zenworks erstellen und verwalten Administratoren unter anderem Windows-2000-, Windows-NT- und Windows-98-Richtlinien einschließlich der Benutzerprofile. Das lässt sich zwar auch mit den Werkzeugen der verschiedenen Windows- Versionen erledigen, aber Zenworks speichert die Richtlinien und Profile in E-Directory und repliziert sie in der gesamten Organisation. Über Richtlinieneinstellungen wird der Benutzerzugriff auf zahlreiche Systemkomponenten, beispielsweise die Systemsteuerung und die Netzwerkeinstellungen, gesteuert. Zenworks vereinfacht das Richtlinienmanagement aber noch weiter. Denn es erlaubt Administratoren Richtlinienpakete zu erzeugen, die über sämtliche Windows-Betriebssysteme hinweg gültig sind. Das reduziert die Anzahl der von den Administratoren zu verwaltenden Richtlinienpakete. Über die zentrale Konsole von Zenworks sind auch Drucker schnell konfiguriert. Administratoren weisen über Console-One Drucker und die dazugehörenden Druckertreiber individuellen Benutzern oder Arbeitsstationen zu. Erfolgte eine solche Zuweisung zu einem Benutzer, dann findet der Benutzer stets seinen Drucker, unabhängig von der jeweils verwendeten Anmeldearbeitsstation. Zenworks ist DMI-konform (Desktop-Management- Interface) und kann die Inventarinformationen ODBC-konformen SQL-Datenbanken zur Verfügung stellen. Inventarinformationen lassen sich unter anderem über vordefinierte Reports abrufen. Applikationsmanagement der Extraklasse Überzeugend sind die Applikationsmanagementfunktionen von Zenworks, wozu auch die Softwaredistribution gehört. Zenworks unterstützt Push- und Pull-Installationen. Die erste Variante installiert eine Software automatisch, während die zweite Variante die Software nur zur Verfügung stellt und es dem Benutzer überlässt, sie auch zu installieren. Die Anwendungen oder die Lizenzvereinbarungen geben häufig vor, wie Zenworks eingesetzt werden kann, um die Installation zu unterstützen. Wo Administratoren Anwendungen installieren, hängt davon ab, welche Umgebung sie haben wollen. Sind alle Arbeitsstationen am Netzwerk angeschlossen, dann ist die Installation der Anwendung auf einem zentralen Server oft die effizienteste Lösung und Zenworks muss nur ein paar wenige Dateien auf die Arbeitsstationen kopieren. Der Schnappschussprozess von Zenworks verfolgt eine Musterinstallation der zu verteilenden Anwendung auf einer Arbeitsstation, die nur das Basisbetriebssystem und gegebenenfalls den Netware- Client installiert haben sollte. Die von diesem Prozess zusammengetragenen Informationen können in einer Textdatei gespeichert werden, die in ein Applikationsobjekt im E-Directory umgewandelt wird. Vor der Verteilung der Anwendungen sollte der Administrator die Installationsinformationen von zusätzlichen Registryeinstellungen befreien, die der Schnappschussprozess möglicherweise eingefangen hat. Die Arbeitsstationen führen dann den Novell-Application-Launcher (NAL) oder NAL- Explorer aus. NAL durchsucht den E-Directory- Baum nach Anwendungen, die der jeweilige Benutzer verwenden darf und der NAL-Explorer erzeugt Icons für die Anwendungen im Windows-Explorer- Startmenü des jeweiligen Benutzers. Eine weitere Ansicht von NAL ist der Application-Browser, der

3 14 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober Anwendungen auch in Web-Browsern zur Verfügung stellt. NAL unterstützt auch die Installation von Anwendungen, die auf einer MSI-Datei basieren. Eine MSI-Datei beschreibt genau, wie die dazu gehörende Applikation zu installieren ist. Zenworks nutzt MSI-Dateien, um die Applikationsobjekte zu erzeugen und der sonst übliche Schnappschussprozess entfällt. Zenworks erstellt ferner Applikationsobjekte für Web- und Terminal-Server-Anwendungen. Einmal installiert, lässt sich jede dieser Anwendungen mit Zenworks verwalten. Ist Zenworks erst einmal für das Applikationsmanagement eingerichtet, dann können die Benutzer Anwendungen nicht mehr permanent löschen oder zerstören. Zenworks erkennt und behebt automatisch Probleme, die eine Anwendung am Laufen hindern. Das Produkt stellt versehentlich gelöschte oder beschädigte Anwendungsdateien und beschädigte Einstellungen automatisch wieder her. Zenworks 4 korrigiert selbst Fehler in der Registry oder in Systemdateien. Lizenzierung und Metering ist in Zenworks für alle Applikationen verfügbar, die über NAL geliefert beziehungsweise gestartet werden. Voraussetzung dafür ist allerdings ein auf dem Server installierter Lizenz-Service. Das Produkt enthält ein Trendwerkzeug, das Informationen über die Nutzung der Lizenzen innerhalb eines bestimmten Zeitraums liefert. Mit kaum einem anderen Produkt ist es so einfach, eine angepasste Standard-Desktopumgebung zu erzeugen, die für alle oder für spezifische Benutzer der Organisation gültig ist. Das liegt an den ausgezeichneten Richtlinienmanagementfunktionen und daran, dass Administratoren mit Zenworks Anwendungen Benutzern, Gruppen und Containern zuordnen können. Zenworks sorgt automatisch dafür, dass alle neuen Mitglieder einer Gruppe auf die der Gruppe zugewiesenen Applikationen zugreifen können. Zenworks 4 enthält Funktionen zur Erzeugung und Verwaltung von Arbeitsstationsimages. Administratoren können damit beispielsweise neue Arbeitsstationen schnell einrichten oder Betriebssystemupgrades auf existierenden Arbeitsstationen einfach durchführen. Um die Funktionen anwenden zu können, müssen die Arbeitsstation entweder das Preboot-Execution-Environment (PXE) unterstützen oder über eine kleine Linux-Partition verfügen, denn die Image-Engine basiert auf einer abgespeckten Linux-Version. Sind die Arbeitsstationen konfiguriert, kann der Administrator durch eine einfache Einstellung in Console-One die Maschinen dazu veranlassen, bei ihrem nächsten Start ein neues Image herunterzuladen, das nicht mit dem aktuell auf der Maschine eingesetzten identisch sein muss. Diese Funktionalität gleicht der von Symantecs»Ghost Enterprise-Edition«. Zenworks bietet aber den Vorteil, sofort ein existierendes Verzeichnis zu verwenden, womit die Pflege eines weiteren, zusätzlichen Speichers entfällt. Zenworks unterstützt neben Basis-Images auch Add-On-Images. Als Basis-Image wäre ein Image vorstellbar, dass ausschließlich Windows-XP enthält und ein Add-On-Image könnte zur Installation des Office-Pakets auf der Maschine eingesetzt werden. Der Administrator erzeugt Add-On-Images mit existierenden NAL-Applikationsobjekten oder mit dem Image-Explorer. LANDesk Management Suite 7 Die ursprünglich von Intel stammende Landesk- Management-Suite (LDMS) ist eine Sammlung von Managementprogrammen für heterogene Netzwerkumgebungen mit Windows-, Netware-, Linux-, Unix- und Macintosh-Systemen. Die Suite offeriert Arbeitsstations- und Servermanagement einschließlich Softwareverteilung, Inventarisierung, Software-Metering, Remote-Administration und Imaging. LDMS erfordert einen Windows oder Windows-2000-Advanced-Server, der als Core-Server das Zentrum der zu verwaltenden Domäne bildet. Dieser Server muss mindestens über Service-Pack 2 verfügen und darf kein Domänencontroller sein. Erforderlich sind auf diesem System ferner die Internet-Information-Services (IIS), Microsoft-Data-Access-Components (MDAC) ab 2.7, Microsoft-Jet 4.0 mit Service-Pack 3 oder höher, ADSI (Active-Directory-Service-Interface) und Dot- NET-Framework. Wie Zenworks verwendet LDMS zur Speicherung von Management- und Software- Metering-Informationen Datenbanken. Die Standarddatenbank ist die Microsoft-SQL-Data-Engine (MSDE), die mehr Knoten unterstützt, als die bis zum Release von LDMS 6.6 verwendete Datenbank auf Basis von Microsoft-Access. Warum die Default-Software-Metering-Datenbank aber immer noch Access ist, können wir uns nicht erklären. LDMS 7 unterstützt ferner den Microsoft-SQL-Server-2000 mit Service-Pack 2 und Oracle8i diese Datenbanken empfehlen sich für sehr große Umgebungen, denn eine MSDE-Datenbank kann maximal 2 GByte groß sein. Es scheint bei diesem Produkt fast eine Tradition zu sein, niemals aktuelle Netzwerkbetriebssystemplattformen zu unterstützen. Als alle Welt schon Windows-2000-Server einsetzte, verlangte das zu dieser Zeit von uns getestete LDMS 6.4 einen Windows-NT-4.0-Server als Core-Server, und das im Mai 2003 auf den Markt gekommene LDMS 7 hätte gerne ausschließlich einen Windows Server oder Windows-2000-Advanced-Server, obwohl der Windows-Server-2003 aktuell ist. LDMS kann an komplexe Umgebungen angepasst werden, wenn der Einsatz gründlich geplant wird. Eine von LDMS verwaltete Managementdomäne enthält die Managementdatenbank, einen (und wirklich nur einen) Core-Server, Service-Centers, die eine oder mehrere Managementkonsolen ausführen, und natürlich die zu verwaltenden Arbeitsstationen und Server. Der Core-Server bildet das Zentrum der Managementdomäne. Auf diesem System befinden sich alle wesentlichen Dateien und Dienste der Suite und gegebenenfalls die Managementkonsolen. Die Komplexität oder Größe der Organisation sowie die Netzwerkperformance können es erforderlich machen, mehrere Managementdomänen zu implementieren, was mit LDMS problemlos machbar ist. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass der Metering-Relay-Service Managementdomänen-spezifisch ist und immer nur mit einem Core-Server kommuniziert. Die meisten Managementaufgaben, beispielsweise die Fernsteuerung einer Arbeitsstation, das Monitoring der Managementdatenbank oder die Planung einer Softwareverteilung, führt der Administrator über den Desktop-Manager aus. Diese Managementkonsole ist eine Anwendung, die unter Windows-2000 oder Windows-XP läuft. Der Desktop-Manager stellt in seiner Netzwerkansicht das Netzwerk hierarchisch dar, was dem Administrator erlaubt, spezifische Server oder Arbeitsstationen schnell zu finden. Zur Vereinfachung des Managements lassen sich Computer in Alias-Dateien und Inventargruppen zusammenfassen, wodurch der Administrator mehrere Computer gleichzeitig für die Durchführung von Managementaufgaben selektieren kann. Ändert der Administrator nichts an den Standardeinstellungen, dann installiert das LDMS-Setup den Desktop-Manager automatisch auf dem Core-Server. Die Installation auf weiteren Computern der Managementdomäne ist optional. Service-Centers dienen zur Lastverteilung im Netzwerk. Statt sämtliche Dienste der Suite auf dem Core-Server auszuführen, kann der Administrator einige Dienste, beispielsweise Client-Deploymentund Certificate-Authority-Dienste, auf anderen Servern, den Service-Centers, installieren. Nach der Softwareinstallation auf dem Core-Server und gegebenenfalls auf den Service-Centers ist die Management-Suite in der Managementdomäne zu implementieren, was der Installation von Inventory- und Remote-Control-Agentenprogrammen auf den zu verwaltenden Servern und Arbeitsstationen entspricht. Auf Windows- und Netware-Servern ist die Installation von zentraler Stelle aus schnell durchgeführt. Um Agentenprogramme auf Windows-Arbeitsstationen zu installieren, konfiguriert der Administrator zunächst den Client-Deployment-Service auf einem Windows-NT/-2000-Server oder einem Netware-Server. Anschließend erfolgt die Agenteninstallation auf den Arbeitsstationen automatisch via Logon-Skript. Für Windows- NT/2000/XP-Clients steht auch eine über einen Scheduler gesteuerte Push-Installation zur Verfügung. Sind die Basisagentenprogramme erst einmal auf den Arbeitsstationen und Servern vorhanden, können weitere Agenten, beispielsweise für das Software-Monitoring, das Server-Management und das Application-Healing, einfach über den Desktop-Manager der Suite hinzugefügt werden. Der Desktop-Manager als Schaltzentrale Über den Desktop-Manager erlangt ein Administrator vollständige Kontrolle über einen Remote-Computer. Das Produkt unterstützt Remote-Control für Netware-Server, Computer mit Windows-NT/- 2000/-XP, Windows-9x-Clients und Mac-OS sowie OS-X-Systeme. Die Rechnerfernsteuerung arbeitet schnell und zuverlässig. Der Administrator kann Programme auf den Remote-Computern starten und bei Bedarf entfernte Rechner auch booten. Die Dateitransferfunktion nutzt den Windows-Explorer und dessen Möglichkeiten. Zur Kommunikation mit den Benutzern der Remote-Computer ist eine einfache Chatfunktion integriert. Unterstützen die Remote-Computer Wake-on-LAN, dann lässt sich der Desktop-Manager dazu verwenden, diese Systeme herunterzufahren, hochzufahren oder warm zu starten. LDMS sammelt sehr viele Inventardaten, und zwar nicht nur von Arbeitsstationen, sondern auch von Servern. Die zusammengetragenen Informationen, beispielsweise zu Prozessortypen, Hauptspeichergrößen, installierter Software

4 16 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober oder Umgebungseinstellungen, sind sehr akkurat. Der Desktop-Manager kann Hard- und Softwareänderungen bemerken und aufzeichnen, allerdings muss der Administrator vorher festlegen, welche Attribute das Programm beobachten soll. LDMS ermöglicht schnelle Lösungen der häufigsten Inventarprobleme, beispielsweise beschädigte INI-Dateien oder andere Konfigurationsdateien. Für die Softwareinventarisierung stellt LDMS einen sehr umfangreichen Katalog mit Softwaretiteln zur Verfügung, der natürlich erweiterbar ist. Alle Inventarinformationen sind auch via Query abrufbar. Über eine Inventarquery lässt sich beispielsweise schnell ermitteln, welche Arbeitsstationen die für ein Softwareupgrade nötigen Hardwarevoraussetzungen erfüllen. Die Abfrageergebnisse findet der Administrator in der Netzwerkansicht des Desktop-Managers. Inventarinformationen erhält der Administrator auch in Form von LDMS- und Asset-Reports, von denen rund 30 vorgefertigt zur Verfügung stehen, darunter Softwarezusammenfassungen pro Computer und Plattenspeicherberichte. Clevere Softwareverteilung Das Softwaremanagement und dabei besonders die Softwareverteilung ist eine Stärke von LDMS. Die Softwareverteilung arbeitet mit Distributionspaketen, die an die Arbeitsstationen gesendet werden. Um ein Distributionspaket zu erzeugen, muss der Administrator zunächst einen Package-Builder- Computer einrichten, der im günstigsten Fall nur ein frisches Betriebssystem enthalten sollte. Für jede Betriebssystemplattform, auf die Software verteilt werden soll, ist ein separater Package-Builder- Computer oder eine separate Partition mit dem jeweiligen Betriebssystem erforderlich. Distributions-pakete erzeugt der Administrator dann auf dem Package-Builder-Computer am einfachsten mit dem Package-Builder-Assistenten. Der Assistent fertigt zunächst einen Vor-Installations-Schnappschuss dieses Computers an und fordert den Administrator anschließend zur Installation der Software Features Desktop-Management-Software Altiris PJ Technologies Vector Networks LANDesk Software Novell Client Management GoverLAN PC-Duo LANDesk 7 ZENworks Suite 5.10 Enterprise Management Suite for Desktops 7 Server-Plattform Netzwerkbetriebssystem bzw. Windows-NT-Server-4.0/ Windows-NT-Server-4.0/ Windows-98/-Me, Windows-2000-Server/ Netware 5.1/-6, Plattform für Managementkonsole Server/ Server/ Windows-NT-4.0/ -Advanced-Server Windows-2000-Server -XP/-Server Server /-XP/-Server2003 (jeweils Core-Server) mit edirectory; Windows-Server ) Datenbank MS-SQL-Server 7/-2000 MS-Access, MS-SQL- MS-Access, MSDS-2000, Sybase-für- Windows-2000 Server-7-SP-3/- 2000, alternativ zu MSDS: oder -Netware, Oracle oder höher MS-SQL-Server-2000 Oracle8i-für-Netware-5.x, oder Oracle8i Oracle-8.1.5, oder für Windows-NT/2000-Server, MS-SQL-Server-2000 Verzeichnisunterstützung k. A. Active-Directory Windows-Domänen edirectory Unterstützte Clients Windows-XP-Professional Windows-2000 Windows-NT-4.0 Windows-95/98 / / / (SE) Macintosh Linux 3) Unix 3) Funktionen Hardwareinventarisierung Softwareinventarisierung Softwareverteilung Software-Metering 1) Imaging Anwendungs-Self-Healing Remote-Control Remote-Diagnose 3) 3) Filetransfer Chat Remote-Boot/Wake-on-LAN / / / / / Server-Management 3) 3) Web-Konsole Helpdesk k.a. Richtlinienmanagement Sonstiges Web Preis 82 Euro pro Client 549 Dollar 9423 Euro (alle Module) 80 Dollar pro Knoten 69 Dollar pro User (bei Lizenzen) pro Administrator bei 50 Anwender + 2 Help-Desk-Mitarbeiter = ja, = nein k. A. keine Angabe 1) NAL-Anwendungen 2) im Labor ausgeführt 3) eingeschränkt

5 Network Computing 20. Oktober auf. Ist die Software als Musterinstallation auf dem Package-Builder-Computer installiert, fertigt der Assistent einen Nach-Installations-Schnappschuss an und erzeugt aus den Unterschieden zwischen den beiden Schnappschüssen das Distributionspaket. Mit dem Enhanced-Package-Builder lassen sich Distributionspakete aber auch manuell erstellen sowie modifizieren. Der Package-Builder speichert die Distributionspakete als ausführbare Dateien standardmäßig auf der lokalen Festplatte, von wo aus sie der Administrator auf einen Delivery-Server kopiert, auf den die Arbeitsstationen zugreifen können. Als Delivery-Server kommen neben Windows- NT- oder Windows-2000-Server auch Web-Server mit IIS 4.0 in Frage. Im Desktop-Manager erzeugt der Administrator dann mit Hilfe eines Assistenten ein Skript für die Distributionspakete. Nun sind per Drag-and-Drop nur noch die Zielstationen zu selektieren und der Verteilzeitpunkt festzulegen. Muss eine Anwendung erneut installiert werden, weil beispielsweise einige Dateien beschädigt sind oder fehlen, dann ist das System clever genug, nur die beschädigten oder fehlenden Dateien erneut zu kopieren und nicht das komplette Programm. Pakete, die an die Arbeitsstationen verteilt wurden, lassen sich auch ebenso einfach wieder deinstallieren. Dafür steht im Package-Builder ein Uninstall- Befehl und im Desktop-Manager eine Uninstall-Option zur Verfügung. Außerdem kann der Package- Builder-Assistent auch Uninstall-Pakete erzeugen, die, wie gerade beschrieben, verteilt werden können. Die Distributionspakete verwendet LDMS auch für das Application-Healing-Feature, das Anwendungen automatisch repariert, die nicht mehr funktionieren, weil Dateien beschädigt sind oder fehlen. Application-Healing erkennt das Problem und nutzt dann das geeignete Distributionspaket, um die beschädigten oder fehlenden Dateien wiederherzustellen. Das funktioniert auch für Anwendungen, die nicht mit der Softwareverteilungsfunktion von LDMS installiert wurde. LDMS erwartet lediglich, dass für diese Anwendungen nachträglich ein Distributionspaket erzeugt wird. LDMS enthält wie Zenworks eine Komponente zur Erzeugung von Images für das Betriebssystem- Deployment. Für das Deployment, also die Verteilung des Images, stehen zwei Methoden zur Verfügung: Die Agenten-basierte Methode nutzt ein auf dem Computer bereits existierendes Windows-Betriebssystem und LDMS-Agenten für das Deployment. Dagegen erlaubt die PXE-basierte Methode das Imaging auch für Computer mit leeren Platten oder beschädigten Betriebssystemen. Wird Microsoft-Sysprep mit den Images verwendet, dann erzeugt die Imaging-Komponente benutzerdefinierte Sysprep.Inf-Dateien, mit deren Hilfe für die Arbeitsstationen die korrekten Einträge wie Computername oder Domäneninformationen eingefügt werden können. Das Betriebssystem-Deployment besteht aus vier Hauptphasen: Zuerst erzeugt der Administrator das Image und führt Sysprep aus. Dann startet er ein Assistentenprogramm, das ein Skript erzeugt, das genau definiert, wie das Deployment-Programm das Image behandeln soll. Per Drag-and-Drop überträgt er schließlich das Skript und die Zielcomputer ins Taskplanerfenster und legt den Ausführungszeitpunkt fest. Computer, die Windows und LDMS-Agenten ausführen, beginnen den Auftrag zur geplanten Zeit, PXE-fähige Computer beginnen den Auftrag beim nächsten Start. Der Deployment/Migration-Assistent erzeugt automatisch Befehlszeilen für das LDMS-Imaging- Werkzeug, für»ghost 7.5«von Symantec und für»deploycenter 5.01«von Powerquest. Wer ein anderes Imaging-Werkzeug verwenden möchte, trägt einfach am Ende des Assistenten die erforderliche Befehlszeile ein. Ein Deployment-Skript kann leicht Distributionspakete aufnehmen, womit sich in einer Aktion komplette Desktops herstellen lassen. Die Profile-Migration ergänzt das Betriebssystem-Deployment beide Komponenten bilden gemeinsam eine vollwertige Deployment-/Migrationslösung. Durch die Profile-Migration werden alle benutzerdefinierten Desktop- und Anwendungseinstellungen sowie persönliche Dateien während eines Upgrade- oder Migrationsprozesses beibehalten. Im Prinzip ist das ganz einfach: Vor Beginn des Deployments wird das Profil eines Quellcomputers eingefangen und nach dem Deployment auf dem Zielcomputer wiederhergestellt. Die dazu notwendigen Capture- und Restore- Scripts erzeugt der Administrator im Desktop-Manager mit dem Deployment-/Migrations-Assistenten. Das Skripts kann dann für die Remote-Ausführung auf einem oder mehreren Zielcomputern verwendet werden. Software-Metering und -Monitoring Das Software-Metering der Suite kontrolliert die Verwendung vorhandener Softwarelizenzen und zeigt dem Administrator, welche Benutzer unter welchen Umständen auf welche Anwendungen zugreifen. Die Meteringfunktionen lassen sich einerseits sinnvoll für Kapazitätsplanungen einsetzen: Beobachtet der Administrator eine Weile, wie viele Benutzer regelmäßig eine bestimmte Anwendung gleichzeitig verwenden, dann kann er irgendwann relativ genau sagen, wie viele Lizenzen zu kaufen sind. Software-Metering lässt sich aber auch verwenden, um den Zugriff auf einen konfigurierbaren Pool von Lizenzen zu limitieren. Besitzt eine Organisation beispielsweise zehn Lizenzen von Excel, kann der Administrator per Software-Metering sicherstellen, dass tatsächlich nur maximal zehn Benutzer Excel gleichzeitig ausführen. Das in LDMS implementierte Software-Metering kontrolliert 16- und 32-Bit-Windows-Applikationen, DOS-Applikationen und Windows-DLLs, also alle Dateien, die die Erweiterungen EXE, COM oder DLL besitzen, und zwar domänenweit oder innerhalb vorgegebener Pfade, ob lokal oder im Netzwerk installiert. Während das Software-Metering den Zugriff auf Anwendungen regelt und Metering-Relay-Server erfordert, ist das ebenfalls in LDMS enthaltene Software-Compliance-Monitoring eine Lösung, die umfangreiche Informationen über die Anwendungsnutzung im Unternehmen liefert und keine zusätzliche Infrastruktur benötigt. Ein Software- Monitoring-Agent überwacht dazu passiv die Produktverwendung auf den Clients. Ein interessantes Detail dieser Lösung ist das Produktlizenz-Downgrading. Das bedeutet, dass ältere Versionen eines Programms Lizenzen einer neueren Version desselben Programms ausleihen können. Ist im Netz beispielsweise eine 10-Benutzer-Lizenz von Office-

6 18 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober installiert und der elfte Benutzer möchte auf Office-2000 zugreifen, dann kann sich Office-2000 eine Lizenz vom ebenfalls im Netzwerk installierten Office-XP ausleihen, falls noch Office-XP-Lizenzen verfügbar sind. Auch Server-Management ist möglich Server-Management ist zwar grundsätzlich etwas anderes als Desktop-Managements, aber LDMS enthält trotzdem einige Funktionen dafür. Pro 100 LDMS-Lizenzen erhält der Kunde automatisch eine Server-Management-Lizenz. In älteren Versionen von LDMS war das Server-Management eine separat zu installierende Komponente, aber inzwischen wird es standardmäßig als Teil des Desktop-Managers installiert. Das Server-Management überwacht kritische Serverparameter, beispielsweise die Prozessorauslastung und aktuell verwendete Serververbindungen sowie Windows-NT- und Windows Dienste. Für bestimmte Parameter lassen sich Diagramme anzeigen, die aktuelle oder historische Werte darstellen. Der Administrator kann einstellen, wie häufig die Daten aktualisiert werden sollen. Das Server-Management beinhaltet einige Diagnosefunktionen für Parameter der Kategorien Auslagerungsdatei, Browser, Datamap-Hits, logische und physische Datenträger, Prozessor, Spannung, Temperatur oder Systembetriebszeit. Die Liste kann sich allerdings je nach Konfiguration des Servers ändern. Ist beispielsweise keine Intel-Remote-Management-Card 2 (IRMC2) vorhanden, werden Temperatur und Spannung nicht erscheinen. Für viele Parameter kann der Administrator Schwellenwerte definieren, bei deren Erreichen, Über- oder Unterschreiten das System auf Wunsch Alert-Management-System-Warnungen (AMS) erzeugt. Das AMS automatisiert Aktionen als Antworten auf Alerts im Netzwerk. Die Alert-Aktionen beinhalten die Anzeige einer Nachrichtenbox, das Senden einer Broadcastnachricht, das Senden einer Internet- , das Laden eines NLMs, das Ausführen eines Programms, einen Logeintrag, das Senden einer Pager- Nachricht oder das Auslösen eines SNMP-Traps. PJ Technologies GoverLAN v5 Goverlan als Desktopmanagementlösung zu bezeichnen, fällt uns schwer. Denn dem Programm fehlen die Softwaremanagementfunktionen, die wir von einer Desktopmanagementlösung erwarten. Das Programm liefert zwar ein Softwareinventar, zeigt Systemkomponenten und listet installierte Hotfixes auf. Aber die auf den Desktops installierte Software verwalten, kann ein Administrator mit dieser Funktionalität nicht. Eine Funktion des Programms, die auf Knopfdruck die Gültigkeit installierter Hotfix- Dateien verifiziert, ist zwar ganz nett. Lieber hätten wir aber Softwaredistributions- und Metering- und Updatemanagementfunktionen gesehen. Das Produkt unterstützt Administratoren beim Management von Benutzern, Benutzergruppen und Computern in Windows-NT-Domänen- oder Active-Directory-basierten Netzwerken. Die Goverlan-Managementkonsole, also der Arbeitsplatz des Administrators, arbeitet auf Systemen mit Windows-2000-Professional, Windows-2000-Server, Windows-2000-Advanced-Server oder Windows-XP-Professional. Wir haben das Produkt erfolgreich auch unter Windows-Server-2003 getestet. Wie die meisten Desktopmanagementlösungen benötigt auch Goverlan Agentenprogramme auf den zu verwaltenden Arbeitsstationen. Solche Agentenprogramme stehen für die Betriebssysteme Windows-NT-4.0, Windows-2000-Professional, -Server, -Advanced-Server und Windows-XP- Professional zur Verfügung. Wer also Netzwerke mit Windows-9x-Clients oder dem ein oder anderen Macintosh- oder Linux-System unterstützen muss, hat schlechte Karten. Die Installation der Agenten erfolgt automatisch, wenn der Administrator in der Goverlan-Managementkonsole erstmalig eine Funktion aufruft, die einen Agenten erfordert. Ist auf einem Client bereits eine ältere Version eines Goverlan-Agenten vorhanden, dann erfolgt der Update dieses Agenten automatisch. Für spezifische Maschinen, beispielsweise kritische Server, kann die automatische Agenteninstallation unterdrückt werden. Ebenso gut kann der Administrator die Goverlan-Agenten auf beliebigen Maschinen manuell vorinstallieren. Ohne RPC-Server geht es nicht Wir testeten Goverlan in einer Domäne mit Active- Directory. In einer solchen Umgebung liest das Programm Active-Directory-Informationen aus und stellt sie im Administrations- und Diagnosebereich der Managementkonsole in einer Baumstruktur zur Verfügung, die der des Windows-Server-Verwaltungsprogramms»Active-Directory-Benutzer und -Computer«gleicht. Der Administrator selektiert einfach Benutzer, Computer oder Gruppen, öffnet dann den entsprechenden Container im Baum, beispielsweise Computers oder Domain-Controllers, und sieht die in diesem Container enthaltenen Benutzer-, Computer- oder Gruppenobjekte. Während unseres Tests gab es leider Probleme mit der Anzeige beziehungsweise dem Zugriff auf Computerobjekte: Immer wieder erhielten wir die Fehlermeldung:»Der RPC-Server ist nicht verfügbar.«natürlich folgten wir allen Tipps, die zu diesem Problem im Supportbereich der Goverlan- und Microsoft-Websites verfügbar waren, aber zum Erfolg führte das leider nicht. Gelingt der Zugriff auf ein Computer- oder Domänencontrollerobjekt, dann liefert Goverlan eine Menge Informationen über das jeweilige System. So lassen sich beispielsweise Speicher-, Laufwerksund Prozessorinformationen, Netzwerkeinstellungen oder eine Benutzerhistorie abrufen. Über die Benutzerhistorie ist ein direkter Zugriff auf die zum jeweiligen Benutzer gehörenden Kontoinformationen möglich, die der Administrator auch sofort modifizieren kann. Ohne Umwege lassen sich beispielsweise Passworteinstellungen, Gruppenzugehörigkeiten oder Dialin-Einstellungen ändern. Warum Goverlan sofortige Änderung nicht auch bei den Netzwerkeinstellungen zulässt, bleibt uns unerklärlich. Das Editieren wiederum erlaubt Goverlan bei den weniger interessanten System- und Benutzervariablen. Nützlich ist die Anzeige der auf dem verwalteten Computer vorhandenen Datei- und Druckerfreigaben, geöffneten Sitzungen oder geöffneten Dateien. Geöffnete Sitzungen und Dateien kann der Administrator bequem von der zentralen Managementkonsole aus schließen. Neben dem Beenden einer Datei- oder Druckerfreigabe unterstützt Goverlan auch die Erzeugung neuer Freigaben auf dem verwalteten Computer beziehungsweise Domänencontroller. Aber hier waren die Entwickler wieder etwas halbherzig bei der Sache. Denn eine neue Freigabe lässt sich lediglich mit Standardberechtigungen erzeugen Mitglieder der Gruppe»Jeder«erhalten also Vollzugriff! Bei Druckern erhält der Administrator wiederum Zugriff auf die vollständigen Druckereigenschaften er kann sogar einen neuen lokalen Drucker auf der entfernten Maschine konfigurieren und ihn anschließend freigeben. Die auf dem verwalteten Computer ausgeführten Dienste und Treiber stellt Goverlan in einer übersichtlichen Dialogbox zur Verfügung und der Administrator kann sie stoppen, starten, anhalten und fortsetzen allein, es fehlt eine Funktion, mit der sich Treiber zentral gesteuert aktualisieren lassen. Dass Goverlan die installierte Software inventarisiert, haben wird bereits erwähnt. Was wir noch nicht erwähnt haben, ist die Tatsache, dass diese Inventarisierung sich auf Software beschränkt, die im Bereich»Software«der Windows-Systemsteuerung verzeichnet ist. Die Inventarisierung erfolgt in Echtzeit, aber die Ergebnisse lassen sich leider nicht so ohne weiteres speichern. Wer das Softwareinventar oder andere Informationen über die verwalteten Geräte nicht nur einmal kurz sehen, sondern etwas länger aufheben möchte, muss über das Goverlan- Feature»Scope-Actions«eine Art Query zusammenstellen. Die liefert letztendlich einen Bericht, der auf der Festplatte gespeichert und auch ausgedruckt werden kann. Eine Scope umfasst einen Windows- NT-Domänen- oder Active-Directory-Container und einen spezifischen Objekttyp, also Benutzer, Gruppe oder Computer. Diese Objekte lassen sich über Bedingungen, wie man sie von Datenbank-Queries kennt, weiter eingrenzen. Mögliche Aktionen sind schließlich die Ausgabe eines Berichts über jede Eigenschaft jedes Objekts, das zur Scope gehört, die Modifikation von Attributen dieser Objekte und/ oder die Anwendung einer Methode auf diese Objekte. Als Methoden stehen beispielsweise das Herunterfahren eines Computerobjekts, das Abmelden eines Konsolenbenutzers, das Senden einer Popup-Nachricht, das Ändern von Umgebungsvariablen oder das Starten und Stoppen von Diensten zur Verfügung. Scope-Actions sind zwar ein recht flexibles und mächtiges Werkzeug, aber um bei der Softwareinventarisierung zu bleiben für die Speicherung des aktuellen Softwareinventars eines einzelnen Computers vielleicht doch etwas zu umständlich anzuwenden. Scope-Actions verlangen übrigens einen manuellen Start, also nicht für eine automatische Überwachung der verwalteten Systeme zu gebrauchen. Goverlan erlaubt dem Administrator die Fernsteuerung verwalteter Computer. Der Administrator kann beim Start dieser Programmkomponente entscheiden, ob er den Remote-Computer nur beobachten, oder, ob er auch die Kontrolle über die Tastatur und Maus übernehmen will. Die Fernsteuerung funktioniert zwar einwandfrei, stellt aber nur wenige Standardfeatures zur Verfügung. Eine Dateitransfer- oder Chat-Funktion sucht der Administrator vergebens. Wählt der Administrator in der Managementkonsole Benutzer und öffnet dann im Active-Directory-Baum einen Container, erhält er eine Liste der in diesem Container enthaltenen Benutzerobjekte.

7 Network Computing 20. Oktober Selektiert er nun ein Benutzerobjekt, dann erhält er den weiter oben bereits erwähnten Zugriff auf Kontoinformationen, kann dem jeweiligen Benutzer eine Popup-Nachricht senden und sieht auf Wunsch eine Liste der Arbeitsstationen, auf denen der Benutzer angemeldet ist. Diese Arbeitsstationsliste war während unseres Tests nur leider immer leer umgekehrt zeigte ein Zugriff auf ein Computerobjekt aber den jeweils angemeldeten Benutzer. Mit den Benutzerobjekten kann ein Administrator also nicht so besonders viel anfangen. Noch weniger Möglichkeiten bieten Gruppen: Mit dem Betrachten und Ändern von Gruppentyp und Scope, dem Hinzufügen und Entfernen von Mitglieder und dem Senden von Popup-Nachrichten an alle Gruppenmitglieder erschöpft sich schon die Auflistung aller Funktionen. Altiris Client Management Suite Die Client-Management-Suite von Altiris ist wie Zenworks und LDMS eine ausgewachsene Desktopmanagementlösung, deren Schwerpunkt auf Softwaremanagement liegt. Der Begriff»Client«in der Produktbezeichnung ist nicht wörtlich zu nehmen. Denn die Lösung kümmert sich auch um Server, sofern diese mit einem Netzwerkbetriebssystem aus dem Hause Microsoft arbeiten. Auf Clients werden alle Windows-Betriebssysteme ab Windows-95-OSR2 unterstützt. Das Herzstück der Client-Management-Suite ist der Notification-Server, in den so genannte Solutions eingebunden werden. Zur Client-Management-Suite gehören folgende Solutions: Die Deployment-Solution für Betriebssystem-Deployment und -Migrationen, die Inventory-Solution für Software-, Hardware- und Benutzerinventarisierungen, die Application-Metering-Solution für das Software-Metering, die Software-Delivery- Solution für die auf Richtlinien basierte Softwaredistribution, die Application-Management- Solution für erweitertes Softwaremanagement und die Carbon-Copy-Solution für die Web-basierte Remote-Control. Der Notification-Server läuft auf einem Serversystem unter Windows-NT-4.0 (Service-Pack 6a oder höher), Windows-2000 (Service-Pack 2 oder höher), Windows-XP oder Windows-Server Auf diesem System muss ein Datenbank arbeiten die Suite unterstützt Microsoft-SQL-Server 7 (Service- Pack 3+) und Microsoft-SQL-Server-2000 (Service-Pack 2 oder höher). Die Schaltzentrale des Notification-Servers beziehungsweise der Suite ist die Web-basierte Administrationskonsole. Damit die Webkomponenten ausgeführt werden können, benötigt der Server weitere Komponenten, beispielsweise Internet-Explorer 5 oder höher, Microsoft-Internet-Information-Server (IIS) oder MDAC 2.5. Die Installation des Notification-Servers und der ausgewählten Solutions verlief im Test reibungslos. Die Installationsroutine prüft, ob das ausgewählte Serversystem die Systemvoraussetzungen erfüllt und fordert den Administrator gegebenenfalls auf, eine fehlende Komponente zu installieren, bevor die Installation der Suite fortgesetzt wird. Wie alle Desktopmanagementlösungen benötigt auch die Desktop-Management-Suite ein wenig Software auf den zu verwaltenden Clients. Der Administrator braucht die Clients natürlich nicht persönlich aufsuchen, denn die Verteilung der Software über die zentrale Webadministrationskonsole funktioniert einwandfrei. Zuvor muss die Suite aber die ans Netzwerk angeschlossenen Maschinen entdecken. Dazu wechselt der Administrator in der Webadministrationskonsole in die Konfigurationsregisterkarte und selektiert die Machine-Discovery. Die Suite entdeckt über die Domain-Browse-List alle Windows-Maschinen, die aktuell Datei- oder Druckerfreigaben besitzen oder den Messenger-Service ausführen. Alternativ oder gleichzeitig lässt sich eine Discovery über Domänenmitgliedschaften durchführen. Dabei entdeckt die Suite Windows-NT-, Windows und Windows-XP-Computer der Domäne. Die zweite Methode ist langsamer und identifiziert nicht die Betriebssysteme der Maschinen. Sind die Clients entdeckt, konfiguriert der Administrator die Notification-Client-Installation als Push- oder Pull-Installation. Im ersten Fall selektiert er einfach die Clients, auf denen der Notification-Client installiert werden soll, und klickt dann lediglich noch auf den Link»Install now to«. Das System beginnt dann sofort mit der Arbeit und informiert den Administrator über den Verlauf der Installation. Auf dieselbe Art und Weise lässt sich der Client, sollte es irgendwelchen Gründen einmal notwendig sein, auch wieder deinstallieren. Die Pull-Installation ist ebenfalls sehr einfach: Der Administrator sendet den Clients per den URL einer Download-Seite, die die Benutzer durch die Installation des Clientpakets führt. Welche Client-Software der Administrator neben dem immer erforderlichen Notification- Client installiert, richtet sich nach den Solutions, die er verwenden möchte. Ist beispielsweise die Hardware- und Softwareausstattung der im Netzwerk installierten Maschine zu erfassen, dann muss der Inventory-Client installiert werden. Die Installation der zusätzlichen Clients erfolgt immer nach dem gleichen Schema: Der Administrator erweitert in der Solutions-Registerkarte der Webadministrationskonsole die Solution, für die er den Client installieren möchte. Dann selektiert oder erstellt er eine so genannte Collection, die alle Maschinen enthält, auf denen die Software installiert werden soll. Schließlich erweitert er den Packages-Eintrag, selektiert das gewünschte Paket, beispielsweise den Inventory-Client, stellt noch einige wenige Parameter ein und klickt dann nur noch auf Apply. Wer will, kann zuvor aber auch noch einige Richtlinien einstellen, die im Fall des Inventory-Clients beispielsweise festlegen, wie der Client seine Arbeit erledigt und bei welchen Ereignissen er Benachrichtigungen sendet. Auf diese Art und Weise verteilt der Administrator nicht nur Clients für die verschiedenen Solutions, sondern auch eigene Softwarepakete. Pakete lassen sich grundsätzlich direkt vom Notification-Server aus verteilen, was für kleinere Netzwerkumgebungen in Ordnung sein dürfte. In großen Umgebungen kann eine Lastverteilung durch die Konfiguration weiterer Package-Server erreicht werden. Zum Package-Server lässt sich jede Client-Maschine des Notification-Servers machen. Die zu verteilenden Pakete repliziert der Notification-Server auf diese Package-Server. Selbstverständlich kann der Administrator definieren, welche Client-Maschinen auf welchen Package-Server zugreifen interessanter wäre aber ein Mechanismus, der es den Clients erlaubt, automatisch den nächstgelegenen Package-Server auszuwählen. Inventory der Spitzenklasse Die Inventoryfähigkeiten der Suite sind beeindruckend kaum ein anderes Produkt sammelt so viele detaillierte Informationen wie die Lösung von Altiris. Unter Standard-Collections findet der Administrator nach bestimmten Kriterien zusammengestellte Sammlungen der im Netzwerk entdeckten Maschinen. Beispielsweise existieren Collections, die alle Windows-XP-Maschinen, Windows-NT/-2000/-2003-Server, NT-Workstations, Linux-Maschinen, inaktive Maschinen oder alle Notification-Server-Clients enthalten. Interessieren den Administrator also beispielsweise nur Windows-XP-Maschinen, dann kann er bequem die entsprechende Collection öffnen und muss nicht unter allen gefundenen Maschinen die gewünschte heraussuchen. Um an Inventarinformationen zu gelangen, selektiert der Administrator die gewünschte Maschine in einer der Collections und öffnet dann den Resource-Explorer. Die erste Registerkarte des Resource-Explorer zeigt eine Zusammenfassung der wichtigsten Clientcharakteristiken. Detailinformationen über die Hardund Softwareausstattung des selektierten Clients findet der Administrator in der mit Inventory beschrifteten Registerkarte. Diese Registerkarte enthält eine lange Liste mit Inventaroberbegriffen, darunter beispielsweise TCP/IP, NT-Service, Physical-Disk, OS-Desktop, OS-Systemgeräte und Software. Wählt der Administrator einen dieser Oberbegriffe aus, dann sieht er in einem Detailfenster sofort die dazu gehörenden Informationen, unter TCP/IP beispielsweise sämtliche TCP/IP-Konfigurationseinstellungen der Maschine und unter Audit-Software, die auf der Maschine installierte Software. Diese Informationen lassen sich ausdrucken und kopieren. Über eine Suchfunktion kann der Administrator direkt zu einer spezifischen Eigenschaft springen. Leider erlaubt Altiris dem Administrator nicht, Einstellungen wie TCP/ IP-Konfigurationseinstellungen auch gleich zu ändern dies ist nur über den Umweg der Remote-Control möglich. Neben den Inventarinformationen zeigt der Resource-Explorer eine Inventarhistory an, die die für den jeweiligen Client geltende Richtlinienkonfiguration und Ereignisse auf der Maschinen anzeigt. Zu den protokollierten Ereignissen zählen unter anderem Anwendungsstarts, Clientanmeldungen, entdeckte Anwendungen, der Push-Status oder Paketinstallationsstarts. Wem die vom Resource-Explorer zur Verfügung gestellten Inventarinformationen nicht reichen, der kann auf unzählige vorgefertigte Reports zurückgreifen. Wer auch unter diesen Reports noch nicht das Passende findet, was wir uns nur schwer vorstellen können, kann sich per SQL-Query eigene Reports erstellen.

8 20 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober Mit der Client-Management-Suite ist es sehr einfach, Softwarepakete zu definieren, diese Pakete an ausgewählte Clients zu verteilen und Programme auf Windows-Systemen auszuführen. Die Ziele für Softwarepakete lassen sich mit Hilfe von Informationen auswählen, die die Inventory-Solution zusammengetragen hat. Softwarepakete lassen sich so konfigurieren, dass deren Installation obligatorisch oder optional ist. Programme können außerdem ein Ablaufdatum erhalten, dass die Installation nach Ablauf eines bestimmten Datums verhindert. Die Softwareverteilung ist relativ intelligent und bemerkt beispielsweise Änderungen in den Paketdefinitionen. Wird eine solche Änderung erkannt, dann erfolgt bei der nächsten Suche der Clients nach Konfigurationsinformationen ein Download des geänderten Pakets. Auf diese Art und Weise kann der Administrator sehr einfach Softwareaktualisierungen auf den Clients durchführen. Kommt es während einer Verteilung zu einem unerwarteten Fehler, beispielsweise durch einen Verbindungsabbruch, dann setzt der Download später, wenn die Verbindung wieder hergestellt ist, an dem Punkt wieder auf, an dem der Abbruch erfolgte. Die Softwareverteilung unterstützt SMS-Pakete (MS-Systems-Management-Server). Mit einer anderen Komponente der Client-Management-Suite, der Deployment-Solution, lassen sich von zentraler Stelle aus Betriebssysteme und komplexe Softwarepakete installieren und konfigurieren sowie persönliche Einstellungen migrieren. Die Deployment-Solution arbeitet mit einem Referenzsystem, von dem aus Standardbetriebssystem- und Softwareinstallationen in Form von Images an ausgewählte Systeme verteilt werden. Da sich mehrere Deployment-Server einrichten lassen, die alle über die zentrale Deploymentkonsole verwaltet werden können, skaliert die Lösung für die größten Netzwerke. Die für die Softwareverteilung zuständige Software-Delivery-Solution erkennt selbst zwar keine fehlerhaften Applikationen auf den Clients. Aber mit der Application-Management- Solution kann der Administrator Applikationen pflegen und reparieren, die mit dem Windows-Installer installiert wurden. Der Windows-Installer- Agent überprüft regelmäßig die Gesundheit der Applikationen und repariert selbstständig fehlende, geänderte oder zerstörte Dateien und/oder Registry- Einträge. Darüber hinaus liefert der Agent Inventarinformationen über Windows-Installer-Applikationen bis hinunter zur Ebene der installierten Features. Über Datei- und Registry-Baselines ist es dem Administrator möglich, Änderungen an Dateien und in den Registry-Datenbanken der Clients auf die Spur zu kommen. Eine Baseline stellt eine Momentaufnahme der auf einem Client vorhandenen Dateien und Registry-Schlüssel dar. Ist eine Baseline einmal erstellt, kann der Administrator zu beliebigen Zeitpunkten Datei- und/oder Registry-Compliance-Scans durchführen lassen, die den aktuellen Clientzustand mit der Baseline vergleichen. Die Application-Management-Solution stellt einige vorgefertigte Reports zur Verfügung, die den Administrator über Datei- und/oder Registry-Änderungen unterrichten. Die Software-Metering-Komponente der Suite erfordert ebenfalls einen eigenen Agenten auf den Clientmaschinen. Ist der Metering-Agent installiert, stehen dem Administrator in der Webadministrationskonsole Applikationsnutzungsinformationen zur Verfügung, die genau zeigen, welche Applikationen, wie häufig, wann und wie lange ausgeführt werden. Die Metering-Solution sendet auf Wunsch eine Alarmmeldung, wenn nicht autorisierte Applikationen ausgeführt werden, sofern die Nutzung solcher Applikationen nicht von vornherein blockiert wurde. Die Verwendung von Applikationen kann grundsätzlich oder nur zu spezifischen Zeiten blockiert werden, was sinnvoll sein kann, wenn beispielsweise Wartungsarbeiten durchzuführen sind. Überwachen lassen sich Win32- und Win16-Applikationen. Die Metering-Solution kennt einen License-Harvesting genannten Prozess, der herausfindet, welche auf einem Computer installierte Applikation gerade nicht benutzt wird. Diese Applikation kann daraufhin von diesem Computer entfernt und die Softwarelizenz dann an andere Stelle nutzbar gemacht werden. Wie alle anderen Solutions der Suite stellt auch die Metering-Solution dem Administrator eine Reihe aussagekräftiger Reports zur Verfügung, darunter Applikationsnutzungs-, Kostenanalyseoder Client-Deployment-Reports. Interessant könnten Reports sein, die installierte mit tatsächlich genutzten Applikationen vergleichen. Zur Client-Management-Suite gehört noch die bereits mehrfach von Network Computing getestete Carbon-Copy-Solution, die eine vollwertige Remote-Control-Lösung mit Fernsteuerungs-, Dateitransfer-, Chat- und Remote-Print-Funktionen darstellt. Carbon-Copy gehört schon als Standalone-Remote-Control-Produkt zur Oberklasse, so dass es die Client-Management-Suite nochmals deutlich aufwertet. ProSoft PC-Duo Enterprise Die Basisfunktionen von PC-Duo-Enterprise sind Software-Metering, Softwareverteilung, Fernwartung beziehungsweise Remote-Control, Diagnose und Helpdesk. Die einzelnen Komponenten, die diese Funktionen zur Verfügung stellen, werden leider nicht alle in einem Rutsch installiert. Der Administrator installiert zunächst die PC-Duo-Enterprise- Konsole, womit gleichzeitig Inventarisierungsfunktionalität eingerichtet wird. Anschließend lassen sich optional Remote-Control-, Diagnose- und Helpdeskkomponenten installieren. Diese getrennte Installation der verschiedenen Komponenten ist etwas mühsam, da natürlich die verschiedenen Setupprogramme nacheinander gestartet werden müssen. Sind die gewünschten Komponenten schließlich installiert, stehen sie immerhin gemeinsam in der PC-Duo-Konsole, die selbst eine MMC-Anwendung ist, zur Verfügung. Nach der Installation der Konsole muss der Administrator zunächst eine Site erstellen. Dazu gehört die Definition einer so genannten Offline-Area, was eine Verzeichnisfreigabe meint, die PC-Duo-Enterprise für den Austausch von Daten zwischen Konsolen, Schedulern und Client-PCs verwendet. Für den Zugriff auf diese Freigabe erstellt das Setupprogramm automatisch ein Benutzerkonto. Ist die Konfiguration der Site abgeschlossen, startet die Konsole. Auch hier müssen die zu verwaltenden Systemen für die Administration wieder etwas Client- Software erhalten. Die Installation lässt sich manuell auf jedem einzelnen Client oder zentral über die Konsole ausführen. Für die über die Konsole gesteuerte Installation auf Windows-NT-, Windows und Windows-XP-Systemen greift das System auf Computerinformationen der Domäne zurück. Das setzt voraus, dass die Domänen ordnungsgemäß konfiguriert und betriebsbereit ist. Die Installation der Clientsoftware auf Windows- 9x-Systemen wird hingegen über Anmeldescripts gestartet. Dummerweise wird so nur Client-Software installiert, die für die Hard- und Softwareinventarisierung, für die Softwaredistribution, das Asset-Management und einige andere Managementfunktionen benötigt wird. Wer Remote-Control- und/oder Diagnosefunktionen nutzen möchte, muss zusätzliche Client- beziehungsweise Agentensoftware auf den Clients installieren. Leider gibt der Hersteller dem Administrator nicht die Möglichkeit, diese Client-/Agentensoftware gleich einheitlich über die Softwaredistributionskomponente von PC- Duo-Enterprise auf die Clients zu verteilen. So ist der Administrator gezwungen, das Benutzerhandbuch zu studieren, wobei er dann beispielsweise in den Abschnitten über die Remote-Control-Komponente erfährt, dass er den Remote-Control-Client direkt von der CD-ROM oder über das Netzwerk installieren kann. Natürlich ist es möglich, ein Paket für die Distribution über die PC-Duo-Enterprise-Konsole zu erstellen. Aber warum hat dies der Hersteller nicht sofort selbst getan? Software-Inventory-Irritationen Die Softwareinventarisierung war in unserem Test nicht vollständig und teilweise auch falsch. Das System erkannte beispielsweise kein einziges der installierten Micrografx-Pakete, behauptete aber dafür, dass wir auf einem unserer Server den Flight-Simulator installiert hatten. Das stimmte natürlich nicht, denn im Testlabor arbeiten wir und spielen nicht. Zunächst gingen wir davon aus, dass dem Programm Micrografx-Produkte (und viele andere) ganz einfach nicht mit Softwaretitel bekannt sind. Aber auch in der Liste der zwar gefundenen aber nicht erkannten Applikationen tauchten diese Pakete nicht auf. Tatsächlich war diese Liste stets leer. Das aber hätte nicht sein dürfen, denn auf unseren Systemen laufen nicht nur Microsoft- Anwendungen sondern schätzungsweise zwei Dutzend weitere Anwendungen anderer Hersteller, die größtenteils von der Softwareinventarisierung schlicht ignoriert wurden. Ein weiterer Irritationspunkt ist: Das Softwareinventar lässt sich nach Computern abfragen, auf denen keine Remote-Control-Software installiert ist. Diese Abfrage lieferte penetrant Reports, in denen auch Computer verzeichnet waren, auf denen wir kurz zuvor den Remote-Control-Client installiert hatten. Das bestätigten die Abfrage einer Software-Summary und ein anschließender Fernzugriff auch zweifelsfrei. Neben den gerade erwähnten (fehlerhaften) Report bietet das Programm für das Softwareinventar noch rund 25 weitere vorgefertigte Reports, die Softwarezusammenfassungen, Software-Scan-Daten, Betriebssystemzusammenfassungen, fehlende obligatorische Pakete und unautorisierte Paketinstallationen zeigen. Dinge wie obligatorische Pakete und unautorisierte Pakete muss der Administrator zuvor in Package-Policies definieren, wozu ihm der bequeme Package-Policy-Manager zur Verfügung steht. Schnell und einfach definiert er darin Richtlinien

9 22 REAL-WORLD LABS Network Computing 20. Oktober Info Den Test führten wir in den Real-World Labs der Network Computing in Athen durch. Als Server setzten wir jeweils Dell- Server unter Windows Advanced-Server, Windows-Server-2003 und Netware 5.1 ein, ausgrüstet mit 40-GByte-SCSI- Festplatte, 256-MByte-RAM und 3Com-10/100-MBit/s-Ethernet-Karte. Die Arbeitstationen für obligatorische, optionale und verbotene Pakete, die er dann einzelnen Computern, mehrere Computern oder Gruppen zuweist. Noch im Package-Policy-Manager kann der Administrator dann eine Analyse starten und sich die Ergebnisse ansehen, wenn er in die Compliance-Registerkarte wechselt. Die Ergebnisse lassen sich außerdem in der Konsole unter der Rubrik Asset-Management in Form von Reports betrachten. Leider haben wir keine Funktion gefunden, die den Administrator automatisch benachrichtigt, wenn ein Benutzer eigenmächtig eine nicht autorisierte Software installiert. Hardware inventarisiert PC-Duo-Enterprise relativ vollständig. Der Administrator findet wieder viele vordefinierte Reports, die unter anderem eine NT-Treiber-Zusammenfassung, eine Zusammenfassung der am Bus angeschlossenen Geräte, Festplatteninformationen, Prozessortypen und Geschwindigkeiten, Speicherinformationen, MAC-Adressen, System- oder Video-BIOS-Informationen liefern. PC-Duo-Enterprise sortiert Clients automatisch in einige vordefinierte Gruppen ein, so dass der Administrator Clientmaschinen sofort nach Bustyp, Hersteller, Festplattenkapazität, Speicherausstattung, Prozessor, Betriebssystem, Softwareausstattung oder anderen Dingen unterscheiden kann. Außerdem existieren vier Gruppen, in denen Maschinen eingeordnet werden, deren Hard- oder Softwareausstattung sich kürzlich geändert hat, beispielsweise durch Installation neuer Software oder entfernen einer Erweiterungskarte. Leider erkennt der Administrator hier nicht sofort, welche Komponente geändert wurde. Will er dies erfahren, muss er einen der Hardware-, Software- oder Total-System- Reports der Change-History aufrufen. Weitere Gruppen lassen sich über SQL-Abfragen schnell hinzufügen. Um die Sache zu vereinfachen, stellt das Programm einen SQL-Wizard zur Verfügung. Es geht auch anders Die Softwaredistribution von PC-Duo-Enterprise verwendet nicht den bei den meisten anderen Produkten üblichen Schnappschussprozess, sondern ausschließlich Distributionspaketdefinitionen. Diese Vorgehensweise hat Vor- und Nachteile. Vorteilhaft ist beispielsweise, dass keine Musterarbeitsstation für die Anfertigung der Schnappschüsse benötigt wird und dass die Installation immer mit den Standardinstallationsprogrammen der jeweiligen Software durchgeführt wird. Als Nachteil muss der Administrator die Paketdefinitionen manuell erstellen, falls nicht gerade für das zu verteilende Programm eine vordefinierte Paketdefinition existiert. PC- Duo-Enterprise beinhaltet eine ganze Menge solcher Paketdefinitionen, die aber nicht immer für jede Umgebung eignen. Beispielsweise sollte der Administrator vor einer Verteilung die Pfadangaben in der jeweiligen Definition überprüfen, denn im Standardpfad taucht immer der bei englischen Windows-Installationen übliche Ordner»Program Files«auf und nicht»programme«. Mit der von PC- Duo-Enterprise verwendeten Methode lassen sich problemlos Softwarepakete verteilen, die MSI oder Installshield nutzen. Problematisch wird es bei Anwendungen, die keinen Silent-Install-Mechanismus besitzen. Die automatischen Antworten für die Installationsroutine müssen dann mit einem separaten Werkzeug, beispielsweise Winbatch, erstellt werden und das kann ein zeitraubender und fehleranfälliger Prozess sein. Hat der Administrator schließlich eine funktionierende Paketdefinition, ist die eigentliche Verteilung sehr einfach. In der Konsole startet er einen Assistenten, selektiert unter anderem die Clients oder Gruppen, welche die Software erhalten sollen, wählt das zu installierende Paket aus der Liste der verfügbaren Pakete aus, selektiert die unterstützten Plattformen, den Speicherort der Quelldateien und gibt dem Auftrag einen Namen. Den Fortschritt der Verteilung kann sich der Administrator dann im Softwaredistributions-Monitor ansehen. Komplette Client-Rollouts So testete Network Computing liefen unter den Betriebssystemen Windows-XP-Professional, Windows-2000-Professional und Windows-98. Server und Arbeitstationen waren über einen Fast-Ethernet-Switch miteinander verbunden. Für den Test der Management-Suite installierten wir zusätzliche Managementkonsolen auf Arbeitsstationen unter Windows Professional. Nach der Installation der Managementsoftware verteilten wir die jeweils erforderlichen Agentenprogramme auf Arbeitsstationen und Server. Nachdem die Arbeitsstationen inventarisiert waren, konnten wir die Desktopmanagementfunktionen testen. Im Testnetz lief ausschließlich TCP/IP. unterstützt die Softwaredistribution leider genauso wenig, wie eine zentral gesteuerte Deinstallation zuvor verteilter Pakete. PC-Duo-Enterprise enthält auch eine Software-Metering-Komponente, welche die Anwendungsnutzung auf jedem PC Minute für Minute registriert und auch die Gesamtanzahl der Benutzer der verschiedenen Softwarepakete pro Tag berichtet. Bei unserem Test mit einem Windows-Server System, auf dem die Konsole lief, und Windows-2000-Professional-Clients weigerte sich das Software-Metering allerdings, irgendein Ergebnis zu liefern. PC-Duo-Enterprise-Diagnostics schützen Applikationen, indem sie Probleme automatisch erkennen und beschädigte oder fehlerhaft arbeitende Applikationen wiederherstellen. Für den Schutz einer Applikationen muss ein Profil dieser Applikation vorhanden sein, das alle Dateien, Registrierungseinträge, ActiveX-Controls und DLL- oder OCX-Dateien, Verknüpfungen und Umgebungsvariablen auflistet. Für viele gängige Applikationen sind Profile bereits vorhanden, für andere Applikationen erstellt der Administrator die notwendigen Profile selbst. Sobald ein Applikationsprofil vorhanden ist, kann der Administrator ein Audit für diese Applikation starten, wobei ein Schnappschuss der funktionierenden Applikation erzeugt wird. Kommt es später zu Problemen mit dieser Applikation, lässt sich auf Basis der im Schnappschuss gespeicherten Informationen die Applikation wiederherstellen. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass sich alle Arten von Applikationen überwachen lassen, unabhängig davon, wie sie installiert wurden und eingesetzt werden. Eine vollständige und einwandfrei funktionierende Remote-Control-Komponente mit Fernsteuerungs-, Dateitransfer-, Chat-, Beobachtungs-, Nachrichten-, Fernstart- und Audiofunktionen sowie eine Web-basierte Helpdesklösung runden PC-Duo-Enterprise ab. Fazit Die Client-Management-Suite, LDMS und Zenworks sind drei vollwertige Desktopmanagementlösungen, die Administratoren kräftig unterstützen. Bei den reinen Desktopmanagementfunktionen unterscheiden sich die Produkte nur geringfügig. Größere Unterschiede gibt es indes bei der Plattformunterstützung. Zenworks unterstützt Netware 5.1, Netware 6 und Windows-2000-Server im Test funktionierte es auch auf Windows-Server Dadurch hat es auf der Serverplattform die Nase vorn. Denn LDMS (der Core-Server) arbeitet ausschließlich auf Windows-2000-Server beziehungsweise -Advanced-Server. Dafür unterstützt Zenworks auf der Clientseite nur Windows-Betriebssysteme, während LDMS noch Macintosh-Systeme, Linux und verschiedene Unixe in die Waagschale wirft. Der Notification-Server der Client-Management-Suite benötigt Windows-NT 4.0, Windows-2000, Windows-XP oder Windows-Server-2003, womit das Produkt auf der Serverseite ebenfalls flexibler als LDMS ist. Zenworks wartet mit erstklassigem Richtlinienmanagement auf, während LDMS auch Server-Management ermöglicht, das es bei Novell nur als optionales Produkt gibt. Die Client-Management-Suite lieferte im Test das vollständigste Inventar und glänzte mit einer erschlagenden Vielfalt vordefinierter Reports. Die Suite ist unterm Strich das mächtigste und vollständigste dieser drei Produkte, verlangte von uns aber auch die intensivste Einarbeitung. Geht es letztendlich darum, sich zwischen der Client-Management-Suite, LDMS und Zenworks zu entscheiden, mögen wir keine eindeutige Empfehlung geben Administratoren müssen schauen, welche Umgebungen sie unterstützen müssen und welche Funktionen sie benötigen. PC- Duo-Enterprise, ebenfalls eine sehr vollständige und einfach benutzbare Desktopmanagementlösung, fiel bei der Softwareinventarisierung und beim Software-Metering hinter den drei zuvor genannten Lösungen zurück. Das Produkt lässt sich relativ einfach zu einem Helpdesk-System ausbauen. Die rote Laterne trägt Goverlan, denn wirkliche Desktopmanagementfunktionen haben wir bei diesem Produkt kaum finden können. Softwaremanagement ist nicht vorhanden und Remote-Control nur rudimentär. Wie wir die Produkte gegeneinander abgewogen haben, zeigt die Report-Card. [ dj ]

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