Gleichstellungsfond zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Familien

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1 Gleichstellungsfond zur Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Familien Generelle Zielstellung: Die Maßnahmen sollen 1. die Vereinbarkeit von Familie und Forschung erleichtern 2. Frauen besonders in der kritischen Phase während und nach der Promotion fördern und so langfristig zu einer Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft beitragen. Vergaberegeln und Fristen für den jährlich zur Verfügung stehenden Etat Gefördert werden ausschließlich IGB Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anträge mit Antragsvolumina sind zum und eines Kalenderjahres, bei Wiedereinstiegsförderung (s. u. Maßnahme 1) mindestens sieben Monate, bei Förderung von Doktorandinnen (Maßnahmen 2 und 3) drei Monate vor Beginn der Maßnahme einzureichen Anträge mit Antragsvolumina < können jederzeit eingereicht werden Absichten, einen Antrag einzureichen, sind unmittelbar schriftlich (formlose ist ausreichend) der Gleichstellungskommission mitzuteilen, bis auf weiteres über Frau Angela Krüger Die Entscheidung über die Mittelvergabe trifft die Gleichstellungskommission. Diese setzt sich aus der Gleichstellungsbeauftragen und mindestens 3 weiteren vom LGI benannten IGB Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Die Mittelverteilung erfolgt nach folgenden Kriterien (nach Wichtigkeit geordnet): 1. Vergabe nach Prioritäten (siehe nachstehend) 2. Wissenschaftliche Qualität 3. Erfolgsaussicht der Maßnahme 4. Soziale Aspekte (inkl. Karrierestadium, Zahl der geförderten Personen, ggf. Stipendiatinnen und Stipendiaten ohne eigene Reise- oder Verbrauchsmittel/Sozialabsicherung) 5. Nutzen für das IGB 6. Zeitpunkt der Beantragung (in Bezug auf die Mittelausschöpfung) Maßnahmen: Die einzelnen Fördermaßnahmen werden nachfolgend in Reihung ihrer Priorität beschrieben. 1. Wiedereinstiegsförderung Wiedereinstieg bedeutet die Aufnahme von bezahlter Arbeit am IGB unmittelbar im Anschluss an die Elternzeit oder die Fortsetzung einer Beschäftigung nach einer extern eingeworbenen Wiedereinstiegsfinanzierung. Wenn eine Projektstelle durch die Elternzeit unterbrochen und dadurch die Finanzierungsdauer verkürzt wurde, kann diese Förderung auch unmittelbar nach dem Ende des Projektes einsetzen. Bevorzugt gefördert werden Frauen. Männer können eine Wiedereinstiegsförderung beantragen, sofern die Mutter des Kindes während der Elternzeit des Mannes mindestens halbtags gearbeitet hat. Vorrang haben Fälle, in denen die Elternzeit des Mannes der Mutter des Kindes erlaubt, naturwissenschaftlich, bevorzugt am IGB, tätig zu sein. 1/5

2 1a. Wiedereinstieg während der Promotion Unmittelbarer Zweck: Erfolgreiche Beendigung der Promotion Dauer: Maximal ein Jahr bzw. Dauer der Elternzeit, angestrebt wird mindestens die Finanzierung der Vertragszeit, die durch Schwangerschaft und Elternzeit verloren gegangen ist. Formloser Antrag durch Antragsteller (maximal 5 Seiten) Arbeitsstand der Promotion (inkl. Vertragslaufzeit und Finanzierungsart der Promotion) Antragsziele Arbeits- und Zeitplan für die beantragte Zeit Stellungnahme des Hauptbetreuenden Bewertung zur Realisierbarkeit und Erfolgsaussicht des im Antrag dargestellten Plans Stellungsnahme zur Ausschöpfung aller eigenen Mittel Evaluation: Eingereichte Promotion spätestens sechs Monaten nach Maßnahmenende 1b. Wiedereinstieg bei befristeten IGB-Angestellten Unmittelbarer Zweck: Anfertigung eines Forschungsantrags zur künftigen Finanzierung der eigenen Stelle (inkl. Fertigstellung von Publikationen, um Antragsfähigkeit zu erreichen) sowie Weiterqualifizierung durch Erlernen von Methoden, die für eine neue wissenschaftliche Stelle besonders vorteilhaft sind Dauer: Maximal ein Jahr bzw. Ausstiegszeit Formloser Antrag durch Antragsteller (maximal 5 Seiten) Karrierestand (inkl. Vertragslaufzeit und Finanzierungsart der bisherigen Stelle am IGB) Forschungsskizze für die geplante Einwerbung der eigenen Stelle Skizze des Arbeits- und Zeitplans während der Wiedereinstiegsförderung Stellungnahme des (früheren) Projekt/Abteilungsleitenden Stellungnahme zur Ausschöpfung aller möglichen eigenen finanziellen Mittel (Projekt, Abteilung) Evaluation: Antrag eingereicht oder wissenschaftliche Stellenangebote innerhalb von sechs Monaten nach Maßnahmenende 2/5

3 2. Förderung von Doktorandinnen 1 des IGB für die Karriereentwicklung während ihrer Promotion, insbesondere Stipendiatinnen Unmittelbarer Zweck: Zuschüsse zu spezifischen, Karriere fördernden Maßnahmen während der Promotion, die nicht aus Projektmitteln bezahlbar sind (in der Regel <1.500 ). Dazu zählen u.a.: Gastaufenthalte an anderen wissenschaftlichen Einrichtungen, bevorzugt im Ausland Erlernen neuer Techniken und Methoden Finanzierung einer studentischen Hilfskraft, die Freiräume für Weiterbildung schafft oder während einer Schwangerschaft unterstützt in besonders begründeten Ausnahmefällen Konferenzteilnahmen Formloser Antrag durch Antragstellerin (maximal 3 Seiten) Arbeitsstand (inkl. Vertragslaufzeit und Finanzierungsart der Promotion am IGB) Ziele der Antrags Art der Maßnahme (bei Konferenzen Abstract) Darstellung, inwieweit Maßnahme zur Promotion und wissenschaftlichen Qualifikation beiträgt Zeitplan Kostenplan (beantragte Summe und Gegenfinanzierung) Stellungnahme zur Ausschöpfung sonstiger Finanzierungsquellen, ggf. parallele Beantragung Stellungnahme des Hauptbetreuenden Stellungsnahme zur Ausschöpfung aller eigenen Mittel Evaluation: Poster- oder Vortragspreise, Publikationen bis Promotionsende, die auf Förderung aufbauen, Bericht (Selbsteinschätzung) 3. Finanzierung für eine gezielte Karriereentwicklung direkt nach der Promotion Unmittelbarer Zweck: Karriereentwicklung und Erhöhung der Konkurrenzfähigkeit für PostDoc-Stellen für sehr gute Doktorandinnen des IGB mit Perspektiven für eine wissenschaftliche Laufbahn Dauer: Maximal ein halbes Jahr, maximal eine halbe Stelle Voraussetzungen: Eingereichte Doktorarbeit Mindestens 2 eingereichte Publikationen in Peer-Review- Zeitschriften 1 u.u. gilt diese Maßnahme auch für Post Doktorandinnen, insbesondere wenn diese Stipendiatinnen sind. Doktorandinnen haben jedoch Priorität. 3/5

4 Formloser Antrag durch Antragstellerin (maximal 5 Seiten) Stand der Promotion (inkl. Stand, Art und Anzahl der zu erwartenden Publikationen, Vertragslaufzeit und Finanzierungsart der Promotion) Ziele der Antrags Beantragte Maßnahme(n) Darstellung, wie Maßnahme(n) zur Karriereentwicklung beiträgt Arbeits- und Zeitplan Stellungnahme des (früheren) Betreuenden (inkl. Prognose zur Promotionsnote) Stellungnahme zur Ausschöpfung aller möglichen eigenen finanziellen Mittel (Projekt, Abteilung) Evaluation Antrag eingereicht, Publikationen oder wissenschaftliches Stellenangebot innerhalb von sechs Monaten nach Maßnahmenende Berlin und Stechlin, Angela Krüger Kirsten Pohlmann Robert Arlinghaus Mark Gessner 4/5

5 Stellungnahme für LGI zur Situation von Stipendiatinnen und männlichen Antragstellern Die Kommission unterstützt den Wunsch der LGI, dass sich die Bewerberinnen gleichzeitig oder im Vorfeld um eine alternative Finanzierung z.b. ein Stipendium für die beantragte Maßnahme bewerben. Allerdings ist das nur im Punkt 2 realisierbar. Beim Wiedereinstieg (Maßnahme1) haben Stipendien gravierende Nachteile gegenüber einer Anstellung oder auch der Beantragung von Arbeitslosengeld, die diese Bedingung als nicht zielführend darstellen: 1) Stipendiaten sind nicht sozial- oder krankenversichert, so dass keine Rentenbeiträge eingezahlt werden und die Stipendien nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet werden. Das Arbeitslosengeld wird aus dem Einkommen der letzten 24 Monate berechnet, so dass ein Stipendium effektiv die Höhe und Anspruchsdauer reduzieren würde. Durch ein Stipendium von 1 Jahr würde sich z.b. die Anspruchsdauer von 12 auf 6 Monate reduzieren und auch die Höhe des Arbeitslosengelds reduziert sich deutlich. Damit würden Stipendiaten deutlich schlechter gestellt und der Erfolg einer Einwerbung letztlich negativ. 2) Außerdem ist die Antragstellung mit hohem Zeitaufwand verbunden, der vor der Elternzeit sinnvoller in die Promotion investiert werden kann bzw. nach der Promotion in die Finalisierung von Publikationen oder Projekten, die die Chancen bei der Bewerbung um Stellen oder das Einwerben der eigenen Stelle nach Wiedereinstieg vergrößern. 3) Das in Berlin existierende Förderprogramm zum Wiedereinstieg von Akademikerinnen ( Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre ) läuft nur bis 2011 und eine Verlängerung ist ungewiss. Außerdem ist es derzeit auf Hochschulen beschränkt. Für die Phase zwischen Promotion und erster PostDoc-Stelle (Maßnahme 3) haben wir trotz intensiver Recherche kein üpassendes Stipendienprogramm gefunden. Meist wird hier zur Überbrückung das Arbeitslosengeld beantragt (sofern es nicht bereits zur Finanzierung der Endphase der Promotion verwendet wurde oder aufgrund eines Promotionsstipendiums nicht vorhanden ist). Allerdings sind bei Bezug von Arbeitslosengeld Reisen (z.b. zu Tagungen) ausgeschlossen und es muss ein hoher Aufwand für Bewerbungen betrieben werden, was diese Phase der gezielten Karriereplanung unnötig verlangsamt. Die Wiedereinstiegsförderung von Männern (Maßnahme 3) soll die Vereinbarkeit von Familie und Forschung fördern. Wird ein Mann gefördert, muss er auf jeden Fall am IGB tätig sein und seine Frau/Partnerin muss während der Elternzeit des Mannes hauptberuflich arbeiten, wobei diese Tätigkeit nicht wissenschaftlich und nicht am IGB sein muss. Diese Situation soll bereits förderungswürdig sein. Wenn darüber hinaus die Frau des Antragsstellers in den Naturwissenschaften tätig ist, und dadurch der Frauenanteil in den Naturwissenschaften gefördert, erhöht sich die Priorität. Das gilt auch, wenn die Frau an einer Universiät oder anderen Forschungsinstitution als dem IGB arbeitet. Jedoch erhöht sich die Priorität weiter, wenn wenn dann das IGB direkt profitiert, weil die Frau des Antragsstellers hier arbeitet. Bei Maßnahme 2 möchten wir betonen, dass Teilnahmen an Tagungen und anderen Fortbildungen generell über Projekte finanziert werden müssen. Nur in begründeten Ausnahmefällen, in denen die Notwendigkeit nicht vorhersehbar war und alternative Finanzierungsmöglichkeiten nicht bewilligt wurden, ist eine Beantragung möglich. Berlin und Stechlin, 16. Mai Angela Krüger, Kirsten Pohlmann, Robert Arlinghaus, Mark Gessner 5/5

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