Internationale Mikroökonomik Kurs, 3h, Do , HS VO6: International mobile Produktionsfaktoren

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1 Internationale Mikroökonomik Kurs, 3h, Do , HS15.06 VO6: International mobile Produktionsfaktoren

2 Übersicht Einführung International mobile Arbeitskräfte Kurzfristige Immigrationseffekte Langfristige Immigrationseffekte International mobiles Kapital: FDI Kurzfristige FDI-Effekte Langfristige FDI-Effkte Wohlfahrtsgewinne bei Faktormobilität Immigrationsgewinne FDI-Gewinne

3 Einführung Zwei neuere Migrationen Mai-September 1980: Schiffsladungen von Kuba-Flüchtlingen landen in Miami Löhne wenig qualifizierter Miami-Bewohner fallen nicht! Warum nicht? 1989 Emigration russischer Juden nach Israel Löhne hochqualifizierter Israelis stiegen! Historische Wanderung von England nach USA im 18. u. 19. Jahrhundert US-Löhne fallen

4 Einführung und Literatur Internationale Kapitalwanderung: FDI Foreign Direct Investment (FDI) Firma eines Landes erwirbt Firma eines anderen Landes Wohlfahrtsgewinne international mobiler Faktoren für Heimat- bzw. Gastländer für Welt als Ganzes Farmer/Vlk (2011), Kap. 11 Feenstra/Taylor (2014), Kap. 5

5 Internationale Arbeitsmobilität Heimischer Arbeitsmarkt

6 Internationale Arbeitsmobilität Lohnbestimmung Annahme: W*< W Ausländische Arbeitskräfte im Inland: ΔL Einwanderungseffekt auf inländischen Lohn (MSK) ΔL wird addiert P A MPL A verschiebt sich nach rechts um ΔL. M-Ursprung unverändert, daher keine Veränderung von P M MPL M Neuer Gleichgewichtslohn bei B

7 Internationale Arbeitsmobilität Immigration Grenzproduktivität der total increases labor Arbeit by geht L, shifting nach rechts the origin um L to 0 A Arbeitsangebot steigt und Lohn sinkt: B

8 Auswanderung in die Neue Welt

9 Einwanderung in die USA heute Keine große Wanderung von Europa nach US Heute Migration von ärmeren zu reicheren Ländern Vielfach Mischung aus gering qualifizierten und hoch qualifizierten Arbeitskräften In USA illegale Immigration im Mittelpunkt Ungefähr 12 Millionen illegale Immigranten Die Mehrheit kommt aber legal. Kombination von legalen und illegalen Immigranten in USA: U-förmige Beziehung zwischen Zahl der Immigranten und Ausbildungsniveau

10 Einwanderung in die USA heute 2004

11 Einwanderung in die USA heute Im Ausland geborene Arbeitskräfte meistens ohne High School Abschluss Ausländische Arbeitskräfte mit Doktorat die nächst größte Gruppe Arbeitskräfte mit mittlerem Ausbildungsniveau (80% der US Arbeitskräfte) am wenigsten im Ausland geboren Illegale US Einwanderer konkurrieren mit wenig Qualifizierten Amerikanern Legale Einwanderer konkurrieren mit Hochqualifizierten Nach MSK sind die wenig und hoch Qualifizierten am meisten betroffen Die empirischen Daten bestätigen dies (90-04: -9% Löhne HSDropout) Der negative Lohneffekt für US Arbeitskräfte gering. Wird durch interindustrielle Kapitalbewegungen ausgeglichen

12 Internationale Arbeitsmobilität Andere Einwanderungseffekte USA und Europa lassen ausländische Arbeitskräfte für Agrar und High-Tec zu Trotz Lohnkurrenz mit Heimischen Also muss Vorteile für diese Industrien geben Renten für Kapital und Boden als Maß Renten für Kapitaleigner und Bodeneigentümer steigen Einwanderungsbeschränkungen als Kompromiß Unternehmer und Landbesitzer pro, Gewerkschaften und betroffene Arbeitskräfte contra Einwanderer als Gruppe politischen Einfluss auf Einwanderungspolitik

13 Internationale Arbeitsmobilität Einwanderungseffekt auf Output Einwanderung erhöht Beschäftigung in beiden Sektoren Mit mehr Arbeitskräften und gleich viel Kapital steigt Output in beiden Industrien Immigration verschiebt PPF nach außen Bei konstanten Güterpreisen steigt Output von A bis B Kurzfristigkeit des MSK

14 Internationale Arbeitsmobilität

15 Langfristige Einwanderungseffekte Langfristig alle Faktoren intersektoral mobil Boden negiert, nur Arbeit und Kapital Gesamtkapital: K = K A + K M verdient R Gesamtarbeit: L = L A + L M verdient W Zwei Sektoren: Computer (C), Schuhe (S) L S /K S > L C /K C and K C /L C > K S /L S Gleichgewichtsoutput auf PPF: A Wie ändert sich Gleichgewicht durch Einwanderung?

16 Langfristige Einwanderungseffekte

17 K S 0S Langfristige Einwanderungseffekte Labor allocated to computers L C L C 0 C K C Total Amount of Capital in the Economy Capital allocated to computers K S Capital allocated to shoes A K C L S L S Labor allocated to shoes Total Amount of Labor in the Economy

18 Langfristige Einwanderungseffekte Anstieg der heimischen L 4. Decrease in Labor in the Computer industry L c L c 0 C 3. Increase in Capital in the Shoe industry K s B K c 2. Decrease in Capital in the Computer industry K s A K c 1. Increase in Home labor due to immigration: additional labor (ΔL) allocated to shoes 0 S ΔL 0 S L L s L s 5. Additional increase in Labor in the Shoe industry

19 Langfristige Einwanderungseffekte Lohn- und Kapitalertragseffekte Lohnsatz u. Kapitalertrag nur von Kapitalintensität abhängig Diese ändert sich nicht, also Lohnsatz und Kapitalertrag unverändert Outputeffekte der Einwanderung Weil mehr Arbeit und Kapital in S und weniger in C, S Output steigt, C Output fällt PPF geht nach außen in Richtung S Bei unveränderten Preisen zu B

20 Langfristige Einwanderungseffekte Der langfristige Outputeffkt von Einwanderung Output of Shoes, Q S Relative Price of Computers, P C /P S Shift in Home PPF due to immigration An increase of both capital and labor in shoe production causes an increase in shoe output and a decrease in computer output Output of Computers, Q C

21 Langfristige Einwanderungseffekte Rybczynski Theorem Steigt bei gegebenen Weltmarktpreisen das Gesamtangebot an Arbeit, dann steigt der Output des arbeitsintensiven Sektors und fällt jener des kapitalintensiven Sektors Lohnsatz und Mietpreis des Kapitals ändern sich nicht, weil die vermehrte Arbeit durch einen anderen Outputmix absorbiert wird

22 Einwanderung und US Löhne

23 Internationale Kapitalmobilität: FDI Internationale Kapitalbewegungen durch FDI Die Firma eines Landes besitzt eine Firma eines anderen Landes US Handelsministerium: 10% Regel Wenn Ausland 10% oder mehr einer US Firma erwirbt, FDI im Inland (USA) Wenn US Firma 10% oder mehr einer ausländischen Firma erwirbt, US FDI im Ausland

24 Internationale Kapitalmobilität: FDI Greenfield FDI: Inländische Firma baut Niederlassung im Ausland Acquisitions-FDI (brownfield FDI): Inländische Firma kauft bestehenden ausländischen Betrieb FDI in Osteuropa infolge Privatisierung Kapitalbewegung von Hoch- zu Niedriglohnland: übliche Vorstellung von FDI Focus: Greenfield FDI

25 Internationale Kapitalmobilität: FDI FDI in der kurzen Frist: MSK M-Sektor nutzt Kapital und Arbeit A-Sektor Boden und Arbeit FDI erhöht Kapital in M MPL in M nimmt zu P M MPL M geht nach außen Gleichgewichtslohn steigt Arbeitskräfte von A nach M A-Output fällt: gleich viel Land, weniger L M-Output steigt, Outputpreise gleich

26 FDI kurzfristig: MSK Anstieg des heimischen Kapitalstocks Wage, W P A MPL A Gleichgewicht von A nach B, Löhne und Beschäftigung in M steigen. L in A fällt. W B W A P M MPL M P M MPL M 0 M L L 0 A L M L A Total Labor in the Economy, L

27 FDI kurzfristig: MSK Anstieg des heimischen Kapitalstocks

28 FDI kurzfristig: MSK FDI-Effekte auf Entlohnungsraten Weniger Arbeitskräfte in A Grenzprodukt des Bodens fällt Pacht R T = P A MPT A MPT A und P A gleich, R T fällt Mehr Kapital und Arbeit in M R K = P M MPK M MPK M fällt: abnehmende Grenzerträge, R K Beschäftigung : MPK M steigt steigert R K Unbekannt, welcher Effekt stärker

29 FDI langfristig FDI-Effekt auf Outputs und Faktorpreise Inländisches Kapital nimmt wegen FDI zu Bei gleichen Kapitalintensitäten mehr Kapital und Arbeit in M, weniger in A Kapitalintensiver M-Output steigt, arbeitsintensiver A-Output fällt Weil Grenzprodukte nur von Kapitalintensität abhängig, Lohnsatz und Kapitalertrag unverändert!

30 FDI-Effekte in Singapore R K =P K *(i+ )

31 FDI-Effekte in Singapore Wenn kein Produktivitätswachstum, nur Kapitalakkumulation zuständig FDI keine Spillover Effekte Positives Produktivitätswachstum wegen liberaler Politik gegenüber FDI (FDI- Spillover) Produktivitätswachstumsthese durch Teil A in Frage gestellt Krugman versus liberale Ökonomen

32 Wohlfahrtsgewinne bei Faktormobilität FDI und Einwanderung politisch kontrovers Viele Länder haben FDIs beschränkt, aber seit 1980er liberaler Einwanderung beschränken praktisch alle Warum Einwanderung so kontrovers? Öffentliche Gelder für Einwanderer kritisiert Lohnkonkurrenz für Inländer Bringt Einwanderung Gewinne für Gastland? Gewinne für das Entsendeland?

33 Wohlfahrtsgewinne durch Einwanderung Wage, W Weltarbeitsmarkt im MSK Auslandslohn Arbeitskäfte wandern vom Ausland ins Inland bis Lohn W ereicht W A Heimische Wohlfahrts -gewinne B W C W* A* Wohlfahrts -gewinne * Heimischer Lohn 0 L L 0 L L* World amount of labor

34 Wohlfahrtsgewinne durch Einwanderung

35 Wie hoch sind die Mobilitätskosten?

36 Migrationsgewinne

37 Wohlfahrtsgewinne durch FDI Weltkapitalmarkt im MSK Rental, R R* Gewinne Ausland A* Ausland Ertragsrate Inland Equilibrium R kleiner with als full R* Gains to Foreign and Kapital capital Home can flow vom be is Inland at shown B with ins Ausland rents equalized at R R B C Gewinne R A Inland Ertragsrate Inland 0 K K 0 K K* World amount of capital

38 Kernergebnisse 1. Im MSK-Modell fallen Löhne durch Einwanderung 2. Geringere Löhne und höhere Ertragsraten für spezifische Faktoren 3. Immobiles Kapital (Land) kurzfristig realistisch, langfristig intersektorale Mobilität 4. Langfristig Faktorpreisinsensitivität: Löhne und Kapitalertragsrate ändern sich nicht, weil sektorale Kapitalintensität gleich. Einwanderer in arbeitsintensiven Sektor! 5. Einwanderung steigert arbeitsintensiven Output und reduziert kapitalintensiven Output 6. Kurzfristig reduzieren FDIs Kapitalzins und Pacht und steigern Löhne. Langfristig wird das vermehrte Kapital im kapitalintensiven Sektor absorbiert 7. FDI erhöhen langfristig Output im kapitalintensiven Sektoren und verringern Output in arbeitsintensiven Sektoren 8. Die internationale Mobilität von Arbeit und Kapital erzeugt Wohlfahrtsgewinne für Entsende- und Gastländer, wenn Einkommen der Einwanderer werden im Ausland mitgerechnet. 9. Die internationale Faktorwanderung erzeugt globale Wohlfahrtsgewinne

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