Workshop Testamentsgestaltung im Wandel

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1 Fachanwalt für Erbrecht Hansjörg Tamoj HÜMMERICH legal Rechtsanwälte in Partnerschaft mbb Bonn

2 Die üblichen Testamentsformen: Einzeltestament Berliner Testament Vermächtnisse

3 Das Einzeltestament Inhalt: Erbeinsetzung nach Quoten ( ggf. Auslegung ) Form nicht zwingend notariell Handschriftliche Eigenanordnung Widerruf durch Neues Testament Zerrstörung durch den Testierenden

4 Berliner Testament Form wie Einzeltestament, aber nur Ehe- und Lebenspartner ( einer schreibt, beide unterschreiben ) Pflichtteil nach dem Tode des Erstversterbenden Bindungswirkung nach dem Tode des Erstversterbenden Widerruf Durch Erklärung gegenüber dem Mittestierenden Neues gemeinschaftliche Testament Gemeinsame Vernichtung Aufhebung im Falle der Scheidung

5 Vermächtnis Form wie Einzeltestament Inhalt keine Erbeinsetzung auf Quoten Zuweisung einer Sache / eines Rechtes Schuldrechtlicher Anspruch gegen den/die Erben Widerruf wie Einzeltestament

6 Gründe geänderten Testierverhaltens: Erbschaftssteuer Fehlende unmittelbare Abkömmlinge Patchwork Familien Auslandsberührung ( seit dem EU ErbrechtsVO ) Schutz vor den Gläubigern der Erben Versorgung behinderter Abkömmlinge bedürftige Erben überschuldete Erben Absicherung der Unternehmensnachfolge Erhalt des Familienvermögens auf Dauer

7 Erbschaftssteuer Steuerklassen ( 15 ErbStG ) I : Ehegatte, Kinder, Stiefkinder, deren Abkömmlinge, Eltern, Voreltern II: Eltern, Voreltern, soweit nicht I, Geschwister und deren Abkömmlinge 1. Grades, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern, Geschiedene III: Der Rest Freibeträge ( 16 ErbStG ) Ehegatte/Lebenspartner ,00 Kinder ,00 ( auch deren Abkömmlinge 1. Grades) Kinder der Kinder ,00 Rest Steuerklasse I ,00 Steuerklasse II und III ,00

8 EU Erbrechtsverordnung Anwendung bei Auslandsberührung Ausländische/europäische Staatsangehörigkeit Letzter gewöhnlicher Aufenthalt im europäischen Ausland Vermögen im europäischen Ausland Wahl des Erbstatutes Staatsangehörigkeit oder Recht des Staates am letzten gewöhnlichen Aufenthalt

9 Gestaltungselemente Vor- und Nacherbschaft Vermächtnisse Auflagen/Bedingungen Teilungsanordnungen Testamentsvollstreckung Erbvertrag

10 Vor und Nacherbschaft Verfügungsbeschränkung der Vorerbschaft Befreiungsmöglichkeiten Vorteile: Erhalt des Vermögens über mehrere Generationen bedingter Schutz vor dem Zugriff der Gläubigererben Nachteil: Ggf. hohe Erbschaftssteuerlast Geringe Kontrolle der Nacherben

11 Vermächtnisse Schuldrechtlicher Anspruch des Berechtigten gegen Erben Begründet keine Erbenstellung! Variabel in unterschiedlichen Gestaltungsformen Bedingt Befristet Vor- und Nachvermächtnis Vorausvermächtnis

12 Auflagen Nicht zwingend verbindlich, deshalb zu verbinden mit Sanktionen Bedingungen Befristungen Sachliche Bedingungen Teilungsanordnungen Abgrenzung zur Erbeinsetzung Geeignet für die Zuweisung einzelner Nachlassgegenstände ( auch als Vermächtnis möglich)

13 Testamentsvollstreckung Optimale Nachlasssteuerung in schwierigen Fällen Starke Rolle des Testamentsvollstreckers Trennung der Vermögen ( Haftungsschutz des Erben ) Moderne Dienstleistung im Erbrecht, die nicht nur Rechtsanwälten und Notaren obliegt.

14 Erbvertrag Möglichkeit der Verbindung einzeltestamentarischer Anordnungen Bindungswirkung bei ( vertragsgemäße Bindung) Erbeinsetzung Auflage Vermächtnissen Möglichkeit der Einbindung der Erben bedarf der notariellen Form

15 Unternehmertestament Gestaltung der bestehenden Gesellschaftsverträge passende letztwillige Verfügung Testamentsvollstreckung Nießbrauch der Ehefrau Nutzung der steuerlichen Gestaltungsspielräume Parallele Vollmachten

16 Erhalt hohen Vermögens im Familienbesitz Immobilien Gesellschaftsanteile Depotvermögen Familiengesellschaften Gewerblich geprägt Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten Familienstiftungen

17 Behindertentestament Ausgangslage: Dauerhaft auf staatliche Leitungen angewiesenes Kind Ziel: Verhinderung des Zugriffes auf das Vermögen Lösung: Erbseinsetzung des Kindes als unbefreiten Vorerben Anordnung der Testamentsvollstreckung mit genauer Verwaltungsanordnung Übergang des Vermögens an die Geschwister oder deren Kinder Nach der Rechtsprechung des BGH nicht sittenwidrig

18 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Hansjörg Tamoj Fachanwalt für Erbrecht

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