Das Aufgabenspektrum des Offiziers Welches Leitbild ergibt sich daraus heute?

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1 Das Aufgabenspektrum des Offiziers Welches Leitbild ergibt sich daraus heute? Abstract Die Arbeit behandelt in erster Linie die Erstellung eines Offizierleitbildes. Als Basis zur Bearbeitung des Themas wurden folgende Kernfragen herangezogen: 1. Was versteht man unter einem Leitbild und welche Aufgaben erfüllt es? 2. Wie sieht die Entwicklung des Offiziers, im Allgemeinen, und in Österreich im Besonderen aus? 3. Welches Aufgabenspektrum hat der Offizier im österreichischen Bundesheer abzudecken? 4. Welches Offiziersleitbild ergibt sich, in Bezug auf diese Aufgaben, für den Offizier von heute? Zur wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Arbeit wurde die hermeneutische Methode herangezogen. Als Erhebungstechnik fand zum Großteil die Text- und Dokumentenauswahl Anwendung. Dabei wurde vor allem im Bereich des Aufgabenspektrums, militärische Literatur in Form von Vorschriften, Verlautbahrungsblättern und Artikel aus Militärzeitschriften verwendet. Als Abschluss der Arbeit wurde mittels Ableitungen und Folgerungen die Basis für die Erstellung eines allgemeingültigen Leitbildes geschaffen. Im ersten Kapitel wird der Begriff Leitbild definiert, und auf die acht wichtigsten Funktionen von Leitbildern eingegangen. Diese Funktionen sind Allgemeingültigkeit, Wesentlichkeit, langfristige Gültigkeit, Vollständigkeit, Wahrheit, Realisierbarkeit, Konsistenz und Klarheit. Weiters wird die Bedeutung von Leitbildern angeführt, um den Sinn einer Leitbildentwicklung klarzustellen. Dabei wird vor allem auf zwei Sichtweisen Rücksicht genommen. Erstens auf die verschiedenen Ziele, welche durch ein Leitbild verfolgt werden und zweites auf die speziellen Funktionen des Leitbildes. In diesem Kapitel stellt sich vor allem heraus, dass ein Leitbild als Hauptfunktion eine Orientierungshilfe bzw. Orientierungsfunktion wahrnimmt.

2 Die Entwicklung des Offiziers bildet das zweite Kapitel, bei der Bearbeitung des Offiziersleitbildes, welcher nach den Begriffserklärungen behandelt wird. Darin wird beginnend von den Wurzeln des Offiziersberufes im Ende des 16. Jahrhundert bis zur Bedeutung des Offiziers im 21. Jahrhundert, auf die geschichtliche Entwicklung des Offiziersberufs eingegangen. Auch die Theresianische Militärakademie hat darin ihren Niederschlag gefunden, da sie ja, mit kurzer Unterbrechung, schon seit über 250 Jahren Ausbildungsstätte für junge Offiziere ist. Ein weiterer Ansatzpunkt für die Ableitungen und die Erstellung des Leitbildes ist das Aufgabenspektrum des Offiziers. Die Aufgaben des österreichischen Bundesheers bilden die Basis für die Vielzahl an Aufgaben, welche durch den Offizier wahrgenommen werden müssen. Neben dem 2 Abs. 1 müssen außerdem die Vorschläge der Bundesheerreformkommission 2010 berücksichtigt werden. Dabei hat sich herausgestellt, dass vor allem die drei Bereiche Einsatz, Ausbildung und Militärischer Dienstbetrieb zu behandeln sind, wobei im Bereich Einsatz auch vermehrt auf Auslandseinsätze Rücksicht genommen werden muss. Außerdem ist die Militärische Führung ein weiterer Hauptpunkt, der in allen drei Bereichen von enormer Wichtigkeit ist, denn nicht umsonst mustern die jungen Offiziere, nach Abschluss ihrer Ausbildung, als Magister (FH) Militärische Führung aus. Weiteres Hauptaugenmerk wurde auf die Anforderungen an den Offizier gelegt, welche sich jedoch auch zum Großteil aus den drei angesprochenen Bereichen definieren. Im Einsatz nimmt der Offizier hauptsächlich Aufgaben in den Einsatzarten Angriff, Verteidigung, Verzögerung und Schutz, sowie diverse Aufgaben bei den aktuellen Auslandseinsätzen wahr. Weitere Aufgaben treffen ihn bei Einsätzen des Bundesheeres bei Elementarereignissen und Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfanges. In dieses Kapitel mit eingebracht wurden außerdem noch die Aufgaben bei der Anwendung des Führungsverfahrens und der Führungsgrundsätze. In diesem Bereich hat sich herausgestellt, dass der Offizier seine Aufgaben als Vorkämpfer, Schützer und Helfer wahrnehmen, und als Militärischer Führer herausstechen muss. Im Bereich der Ausbildung wurde sowohl auf die Aufgaben in der Ausbildungsplanung als auch auf die Aufgaben während und nach der Ausbildung eingegangen. Dabei hat sich bei der Bearbeitung der Aufgaben besonders schnell herauskristallisiert, dass der Offizier darin vor allem als Ausbilder und Erzieher tätig wird, und sein Schwergewicht darauf zu legen hat.

3 Die Aufgaben des militärischen Dienstbetriebes definieren sich vor allem aus verschiedenen Verlautbarungsblättern und Vorschriften. Zusätzlich mit eingebracht wurden hierbei die Aufgaben der Offiziere in den verschiedenen Stabsfunktionen. Dabei hat sich herausgestellt, dass vor allem das organisatorische Talent und die Verwaltung von Personal und Material eine große Rolle spielen. Als abschließender Punkt vor der Erstellung des Leitbildes, wurden die verschiedenen Ableitungen, wie bereits teilweise angesprochen, aus den verschiedenen Bereichen und Aufgaben zusammengefasst und dargestellt. Aufgrund dieser Ableitungen wurde dann Das Offiziersleitbild erstellt. welches wie folgt aussieht. Die Aufgaben des österreichischen Bundesheeres bestimmen das Offiziersleitbild in erster Linie im Bereich des Einsatzes. Zusätzlich lassen sich noch weitere Anforderungen an den Berufsoffizier aus den Teilbereichen der Ausbildung und des Militärischen Dienstbetriebes ableiten. Im Bereich des Einsatzes definiert sich der Offizier im Allgemeinen als Kämpfer bzw. Vorkämpfer im Falle der militärischen Landesverteidigung und bei Auslandseinsätzen. Im Weiteren tritt er in diesem Bereich noch als Schützer und Helfer bei Elementar- bzw. Katastropheneinsätzen auf. Im Teilbereich der Ausbildung, welche in erster Linie der Einsatzvorbereitung dient, nimmt der Offizier grundsätzlich die Aufgaben des Ausbilders und Erziehers wahr. Im letzten Bereich, dem militärischen Dienstbetrieb, nimmt der Offizier seine Aufgaben vor allem als Organisator und Verwalter wahr. In all diesen Bereichen und Funktionen muss der Offizier auf sein Wissen und Können zurückgreifen und als Militärischer Führer hervorstechen. Dabei ist vor allem die Menschenführung hervorzuheben, um den Leistungswillen und die Leistungsbereitschaft seiner Soldaten zu fordern bzw. zu fördern. Die Menschenführung hat vor allem im Sinne der Menschlichkeit, Sachlichkeit und Offenheit zu erfolgen. Das Führungsverhalten des Offiziers spielt somit bereits bei der Ausbildung eine sehr große Rolle, um das Vertrauen seiner Soldaten zu gewinnen. Er muss seine Untergebenen, soweit als möglich, im Sinne der Auftragstaktik führen, um dadurch das Selbstvertrauen und die Eigeninitiative zu stärken. Als Militärischer Führer trägt der Kommandant außerdem ein hohes Maß an Verantwortung, die weder übertragbar noch teilbar ist. Dabei hat er zu berücksichtigen, dass er nicht nur für

4 sein eigenes Handeln die Verantwortung trägt, sondern auch für das Handeln seiner unterstellten Soldaten. Nicht nur fachliches Wissen und Können, sondern auch charakterliche Eigenschaften bestimmen und definieren das Leitbild des österreichischen Offiziers. Aufgrund des internationalen Engagements des österreichischen Bundesheeres muss der Offizier weltoffen sein. Er muss eine fundierte schulische Bildung besitzen, um auf ein umfangreiches Wissen über fremde Kulturen und Religionen zurückgreifen zu können. Im Gegensatz dazu muss er aber auch Vaterlandsliebe und Patriotismus besitzen und sein Volk bzw. sein Land im schlimmsten Falle sogar mit seinem Leben verteidigen. Die Disziplin ist eine der Grundvoraussetzungen für die Ausübung des Offiziersberufes. Vor allem bei Befehlsausgaben und Besprechungen zwischen Offizieren muss verstärkt auf Selbstdisziplin wert gelegt werden, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Selbstdisziplin ist auch in Hinsicht auf die Vorbildwirkung von besonderer Bedeutung, um seine Soldaten zu erziehen. Die Vorbildwirkung zeigt bei der Ausbildung die größten Erfolge, denn wenn der Kommandant Disziplin, Gehorsam, Aufmerksamkeit und Selbstbeherrschung zeigt, fällt es auch den Untergebenen leicht, dies nachzuahmen bzw. einzuhalten. Außerdem sind die charakterlichen Eigenschaften Disziplin und Gehorsam in der Allgemeinen Dienstvorschrift fest verankert und besitzen somit gesetzlichen Charakter. Mut und Tapferkeit sind Tugenden, welche ein Offizier unbedingt besitzen muss. Sie müssen durch laufende Aus- und Weiterbildung gestärkt werden, um in Angst- bzw. Stresssituationen keinen Verlust der Handlungsfreiheit zu erleiden. Diese Tugenden werden vor allem auch durch Zusammenhalt und gegenseitige Hilfestellung innerhalb der Truppe erhöht. Die Kameradschaft spielt dabei eine weitere besonders große Rolle und vor allem das Offizierskorps sollte diese Kameradschaft vorleben und weitergeben. Initiative ist die nächste Anforderung an den Offizier, der unbedingt Rechung zu tragen ist. Selbständigkeit, Willenstärke, Selbstvertrauen und Risikobereitschaft sind Grundlagen für diese wichtige Eigenschaft. In diesen Bereich fällt zusätzlich noch Beweglichkeit im Denken und Handeln, die dem Führer auch in Belastung- und Stresssituationen klares Denken ermöglicht. Entschlossenheit und Entscheidungskraft sollen ihm bei der Durchführung des Führungsverfahrens und im Gefecht helfen, seine Handlungsfreiheit zu wahren.

5 Ein hoher Grad an Motivation ist eine weitere Voraussetzung für den Offiziersberuf. Motivation ist einerseits für die eigene Person von enormer Wichtigkeit, um sich in seinem Beruf wohl zu fühlen, anderseits zeigt es den untergeordneten Soldaten, dass der Offizier seinen Beruf als solchen liebt und seine Aufgaben ernst nimmt. Dabei spielt als weiterer Faktor eine positive Einstellung zum Offiziersberuf eine entscheidende Rolle, um nicht das Gefühl zu vermitteln, dass man Aufträge nur deshalb erfüllt, weil es befohlen wird. Abgerundet wird dass Offiziersleitbild mit dem Begriff der Ehre. Jeder Berufsoffizier muss sich von vornherein im Klaren sein, dass er bei seiner Ausmusterung an der Theresianischen Militärakademie einen Eid auf die österreichische Fahne leistet. Treu bis in den Tod - seinen Kameraden in allen Situationen zur Seite stehen, für sie nötigenfalls sogar das Leben zu opfern. Deshalb heißt der Treueschwur in erster Linie auch, dass ein starkes Ehrgefühl im Offizierkorps vorhanden sein muss, um sich im Ernstfall auf seine Kameraden verlassen zu können.

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