Einführung eines EnMS - Erfahrungsbericht und erste Ergebnisse aus Anwendersicht. Martin Emge & Josef Cibardo IHK Saarbrücken

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1 Einführung eines EnMS - Erfahrungsbericht und erste Ergebnisse aus Anwendersicht Martin Emge & Josef Cibardo IHK Saarbrücken

2 2 Übersicht Teil 1: Zentrale Sicht - Managementsystem M. Emge Kurzportrait STEAG New Energies GmbH Gesetzlicher Hintergrund Umsetzung - Organisation - Kommunikation - Aufwand - Stufenplan - Erfassungslisten

3 3 Übersicht Teil 2: Betriebliche Sicht technisch / operativ J. Cibardo Erfassungslisten Messkonzept Kennzahlen Optimierungen / Erkenntnisse

4 Vorstellung Martin Emge Leitender Sicherheitsingenieur Leiter Team Arbeits- und Umweltschutz STEAG Power Saar GmbH Betreuungsbereich: STEAG Power Saar GmbH STEAG Technischer Service GmbH STEAG Netz GmbH STEAG New Energies GmbH.. etc. 4

5 Start Teil 1: Kurzportrait STEAG New Energies STEAG New Energies (SNE) Tochtergesellschaft der STEAG GmbH, Essen. Gründung: 1961 und seitdem im Energiemarkt tätig. Dezentralen Energieversorgung. Seit über 15 Jahren in der Energieversorgung aus erneuerbaren Primärenergieträgern in Deutschland aktiv. Auslandsgeschäft (Polen, Frankreich) tätig seit Klimaeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Erneuerbaren Primärenergien von Wind und Biomasse über Bioerdgas bis hin zur Geothermie. Über 300 Megawatt der Wärme- und rund 250 Megawatt der Stromerzeugungsleistung betreffen EEG-Anlagen. 5

6 Kurzportrait Die wichtigsten Daten* Installierte Leistung elektrisch: 348 MW Installierte Leistung thermisch: MW Wärmeabsatz rd GWh Stromabsatz: rd GWh Umsatz: rd. 269 Mio. Mitarbeiter: 769 (inkl. Beteiligungen + Ausland) Standorte: über 100 Standorte (mit rund 200 Anlagen) (inkl. Beteiligungen + Ausland) *Datenbasis: Geschäftsjahr

7 Kurzportrait - Marktstellung STEAG New Energies ist in Deutschland: Einer der größten Fernwärmeversorger und Contractinganbieter. Einer der größten Betreiber von Biomasse- Heizkraftwerken. Einer der größten Betreiber von Fernwärmeversorgungen auf geothermischer Basis. Marktführer bei der energetischen Verwertung von Grubengas. 7

8 Gesetzlicher Hintergrund Der Anspruch auf die besondere Ausgleichsregelung nach 41 Abs.1 Nr. 4 EEG 2009 für stromintensive Unternehmen wurde ab 2010 an die Einführung eines EnMS gebunden Einführung eines EnMS bei SNE im Grubengasbereich in 2010 Die Gewährung des Spitzensteuerausgleich nach 55 EnergieStG bzw. 10 StromStG wurde ab 2013 an die Einführung eines EnMS nach ISO oder EMAS gebunden Einführung eines EnMS bei SNE und Beteiligungen in wurde dafür die so genannte die SpaEfV (Spitzenausgleich-Effizienzsystem- Verordnung) erlassen, die den Unternehmen als Erleichterung eine schrittweise Einführung des Systems ermöglicht. SNE entschied sich für das vertikale System der SpaEfV zur Einführung eines EnMS. (Horizontal wäre relevant, wenn bereits EMAS, Teil-EnMS, ) 8

9 Gesetzlicher Hintergrund Anforderungen SpaEfV Vertikaler Ansatz Schriftl. Verpflichtung der GF ein EnMS nach ISO bzw. EMAS einzuführen Definition einer Energiepolitik Namentliche Benennung eines Energiebeauftragten "Erfassung und Analyse der eingesetzten Energieträger" nach Anlage 2 Nr. 1 SpaEfV Testat eines Zertifizierers Vertikaler Ansatz "Erfassung und Analyse der eingesetzten Energieträger" nach Anlage 2 Nr. 1 und Nr. 2 SpaEfV o o SNE + 14 Beteiligungsgesellschaften In Summe ca. 55 Standorte Testat eines Zertifizierers 9

10 Gesetzlicher Hintergrund Anforderungen SpaEfV EnMS nach DIN EN ISO DIN EN ISO Anforderungen der Norm an ein EnMS: - Energiepolitik - Energieplanung - Energetische Bewertung, energetische Ausgangsbasis - Energieleistungskennzahlen (EnPIs) - Fähigkeiten, Schulung und Bewusstsein - Kommunikation und Dokumentation - Beschaffung von energieeffizienten DL und Produkten - Überwachung, Messung und Analyse - Interne Audits - Nichtkonformitäten, Korrekturen sowie Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen - Kontinuierlicher Verbesserungsprozess 10

11 Matrixverfahren Vorteile der Anwendung des s.g. Matrixverfahrens: - deutliche Reduzierung der externen Audits (vgl. 2014: 22 externe Audits 2015: 8 externe Audits)! Voraussetzung für die Anwendbarkeit des Matrixverfahrens: - Definierte Zentrale der Organisation (Verwaltung Saarbücken) - gemeinsames Managementsystem auch bei gesellschaftlich selbstständigen Standorten (in Kraft setzen des SNE-EnMS-Handbuchs durch die jeweiligen Beteiligungsgesellschaften) - Durchführung interner Audits durch Energie-Management-Team

12 Gesetzlicher Hintergrund Anforderungen Endausbau Endausbau 2015: ZERTIFIZIERUNG nach DIN EN ISO bis Energiemanagement - Handbuch Prozessbeschreibung Aufbau einer regelmäßigen Erfassung von Verbrauchsdaten Elektronische Erfassung Erfassung ohne Hardware-Aufwand Zentrale Datensammlung Abgleich mit Rechnungsdaten Aufbereitung, Analyse, Bewertung Zeit- / Witterungsbereinigung Kennwert-Bildung Analyse von Optimierungspotential Energetische Bewertung Umsetzung Messkonzept Berichtswesen Interne Audits (alle Anlagen in 2015) / Externe Audits (22 Stück in 2014/ 8 Stück in 2015) Jahresbericht & jährliches Review mit der Unternehmensleitung Definition von Zielen Aufbau internes Berichtswesen Abgleich mit bestehendem Berichtswesen 12

13 Umsetzung - Organisation Wesentlicher Erfolgsfaktor: Basisorganisation Geschäftsführung(en) Klare eindeutige Willensbekundung / Entscheidung zu Energiemanagement Lenkungskreis Alle relevanten Entscheidungsträger (Vertrieb, Planung/Technik, Betrieb, Einkauf, Controlling, etc.) inkl. Geschäftsführung Energiemanager organisiert bedarfsorientierte Treffen Energiemanager berichtet aktueller Stand Entscheidung weiterer Vorgehensweise Aufteilung? Entscheidung: Stärker durch Trennung => klare Aufgabenzuordnung im Energie-Management-Team Managementsystem - Erstellung Handbuch - Prozesserarbeitung und darstellung - Grundlegende Organisation & Kommunikation - Schnittstelle zu anderen Managementsystemen - Interne und externe Audits Technisch / Operativ - Bereichs- / Betriebsselektion - Beschaffung & Umsetzung Messsysteme - Schulungsplan - Energetische Bewertung - Interne & externe Audits 13

14 Umsetzung - Organisation Geschäftsführung Externer Auditor Energiemanager Beauftragter des Managements Energie- Management- Team Energiebeauftragter Managementsystem Energiebeauftragter Technisch / Operativ Energie-Verantwortliche Energie-Verantwortliche Energie-Verantwortliche 14

15 Umsetzung - Kommunikation Weiterer Erfolgsfaktor: Einbeziehung Führungskräfte & Mitarbeiter => Information & Motivation Lenkungskreis Wesentliche Entscheidungsträger Inforunden / Workshops Führungskräfte und relevante Mitarbeiter aus Vertrieb, Planung/Technik, Betrieb, Einkauf, Controlling, etc. Schwerpunkt Betriebsstätten (=> Datenaufnahme, Maßnahmeneruierung & - Umsetzung) Flyer Jährlicher Flyer enthält Jahresziele und wesentliche Eckpunkte => erlaubter Spickzettel Newsletter Unregelmäßige / bedarfsorientierte Info An ALLE! 15

16 Newsletter Dezentrale Energieversorgung - STEAG New Energies GmbH 16

17 Dezentrale Energieversorgung - STEAG New Energies GmbH 17

18 Umsetzung Stufenplan 18

19 Umsetzung Stufenplan 19

20 Umsetzung - Abschätzung Aufwand Der Aufwand in den ersten 3 Jahren ist sehr hoch. Im Segment Managementsystem flacht er anschließend ab. Im Segment Technisch / Operativ bleibt er tendenziell hoch. Hinzu kommt der örtliche Aufwand in der jeweiligen Betriebsstätte. Dieser schwankt sehr stark und ist abhängig von: - Anlagendimension - Anteil relevanter Technik - Zugänglichkeit / Erfassungslogistik - Bisheriger Datenstand vor Ort - Energetischer Stand (Effizienz) bzw. Einsparpotenzial - Verständnis / Knowhow / Motivation der Mitarbeiter vor Ort 20

21 Umsetzung Erfassungslisten

22 Umsetzung - Erfassungslisten 2014 Tabelle 2 SpaefV ISO b) Erfassung und Analyse von Energieverbrauchern und eingesetzter Energieträger Energieverbraucher Anlage Gewerk Baugruppe Bauteil Energieträger KKS Baujahr Kapaz Trafo Erding I Trafo Trafo Transformator elektr. Strom 1999 uk 6,0 Heizwerk Erding I Kessel 1 Ventilator Verbrennungsluftgebläse elektr. Strom keine Heizwerk Erding I Kessel 1 Pumpe Beimischpumpe elektr. Strom keine Heizwerk Erding I Kessel 1 Pumpe ECO elektr. Strom 1999 Heizwerk Erding I Kessel 2 Ventilator Verbrennungsluftgebläse elektr. Strom Heizwerk Erding I Kessel 2 Pumpe Beimischpumpe elektr. Strom Heizwerk Erding I Kessel 3 Ventilator Verbrennungsluftgebläse elektr. Strom Heizwerk Erding I Kessel 3 Pumpe Beimischpumpe elektr. Strom Heizwerk Erding I Kessel 3 Pumpe Speisewasserpumpe elektr. Strom Heizwerk Erding I Kessel 3 Pumpe Umwälzpumpe elektr. Strom 1997 Heizwerk Erding I Kessel 3 Pumpe ECO elektr. Strom Heizwerk Erding I Dampfwärmetauscher Pumpe Speisepumpe elektr. Strom keine Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe G1 elektr. Strom Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe A0 elektr. Strom Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe A1 elektr. Strom Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe E0 elektr. Strom Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe E1 elektr. Strom Heizwerk Erding I Wärmepumpe Pumpe Vakuumpumpe elektr. Strom keine Heizwerk Erding I Netz Pumpe Hauptumwälzpumpe 1 elektr. Strom

23 Umsetzung - Stand Ende

24 Referentenwechsel Es folgt Teil 2, die Sicht des Betriebes (=> technisch / operativ). 24

25 Start Teil 2: Grundsätzlicher Aufbau Aufbau von Erfassungslisten je Standort Eine Excel-Dateien je Standort Integration aller benötigten Informationen je Standort in einer Datei Aktuell ca. 60 Excel-Listen

26 Datenerfassungsliste Erzeugungsdaten Automatische Verknüpfung zu SAP / TeBeWe *keine realen Zahlen 26

27 Datenerfassungsliste Energieträger 27

28 Datenerfassungsliste Energierechnungen 28

29 Datenerfassungsliste Energieverbraucher Bewertung der eingesetzten Energie 29

30 Datenerfassungsliste Was ist das Ziel? Betriebsstunden * Leistung * Korrekturfaktor = eingesetzte Energie Abgleich mit eingesetzter Energie der Energieträger Um Energie einzusparen, muss man zuerst wissen, wo die Energie hingeht! 30

31 Datenerfassungsliste Energieverbraucher Ortsveränderliche und ortsfeste Betriebsmittel (Gruppe bilden) Steuerung/Leittechnik; Trafo- und Netzverluste, Beleuchtung Zuerst erfassen; noch nicht bewerten! 31

32 Messkonzept

33 Messkonzept

34 Datenerfassungsliste Genauigkeit 34

35 Kennzahlen Definition je Segment BHKW thermischer Nutzungsgrad [%] ζ th = Wärmeerzeugung Brennstoffeinsatz elektrischer Nutzungsgrad [%] ζ el = Bruttostromerzeugung Brennstoffeinsatz Kessel FW-Netze Gasturbine Geothermie Noch im Aufbau

36 Energieträgereinsatz nach Standort 2014

37 Energieträgereinsatz nach Energieart 5,000 E+09 kwh Geowärme 4,500 E+09 kwh 4,000 E+09 kwh 100,00% Diesel Dampf 3,500 E+09 kwh Heizöl, EL Substrat 3,000 E+09 kwh 54,58% Gichtgas 2,500 E+09 kwh elektr. Strom 2,000 E+09 kwh Biomethangas 1,500 E+09 kwh Erdgas, H 1,000 E+09 kwh Methangas 5,000 E+08 kwh Wärmebezug 0,000 E+00 kwh Energieträger - Einsatz 2014 Energieträger - Einsatz 2014 KWK-Anlagen Biomasse

38 Stromverbrauch nach Baugruppen Antrieb Ventilator Sonstiges Transformator Klimageräte Beleuchtung Pumpe MSR Heizung

39 Optimierungen / Erkenntnisse Was bringt der Aufwand? Erkennung von Optimierungsmaßnahmen bei der Erfassung Systematische Erfassung von Verbesserungen zum Thema Energieeffizienz Verbessertes Energiecontrolling (Stichwort: Rechnungsprüfung, Energiebilanz) Unterstützung Steuerabteilung bei der Rückerstattung der Strom- und Energiesteuer KWK-, EEG-, Primärenergiefaktor-Gutachten CO 2 -Management

40

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