Weiterbildung und Fachkunde in der Arbeits- bzw. Betriebsmedizin Stand: Oktober 2008 I. ZUSATZ-WEITERBILDUNG BETRIEBSMEDIZIN

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1 Weiterbildung und Fachkunde in der Arbeits- bzw. Betriebsmedizin Stand: Oktober 2008 I. ZUSATZ-WEITERBILDUNG BETRIEBSMEDIZIN Nach neuer WBO vom muss die Weiterbildung abgeleistet werden, wenn sie nach dem begonnen wurde. Voraussetzung dafür ist eine Facharztanerkennung in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung (nach WBO/Allgemeine Bestimmungen) Weitere Voraussetzungen a) Teilnahme an einem dreimonatigen theoretischen Kurs über Arbeitsmedizin (360 Stunden, der Kurs soll während der 18 Monate Weiterbildung in der Arbeitsmedizin/Betriebsmedizin abgeleistet werden) b) 36 Monate Weiterbildung bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gem. 5 Abs. 1, davon 12 Monate Innere Medizin und Allgemeinmedizin 6 Monate in einem Gebiet der unmittelbaren Patientenversorgung 18 Monate Betriebsmedizin/Arbeitsmedizin II. GEBIETSBEZEICHNUNG ARBEITSMEDIZIN Nach alter WBO vom (nur noch möglich, wenn die Weiterbildung vor dem begonnen wurde. Die Weiterbildung muss vor dem beendet und die Zulassung zur Prüfung beantragt sein.) a) Teilnahme an einem dreimonatigen theoretischen Kurs über Arbeitsmedizin, der in höchstens sechs Abschnitte geteilt werden darf. b) zwei Jahre Weiterbildung in der Inneren Medizin, davon mindestens ein Jahr im Akutkrankenhaus. Angerechnet werden können auf die zweijährige Weiterbildung in der Inneren Medizin bis zu einem Jahr Weiterbildung entweder in Allgemeinmedizin oder Chirurgie oder Haut- und Geschlechtskrankheiten oder Neurologie oder Psychiatrie und Psychotherapie oder Orthopädie oder innerhalb dieses Jahres bis zu sechs Monaten Weiterbildung entweder in Anästhesiologie oder Hygiene und Präventive Umweltmedizin oder Laboratoriumsmedizin oder Physiologie oder Toxikologie c) und 21 Monate Weiterbildung in praktischer Tätigkeit in der Arbeitsmedizin. 1

2 III. FACHARZTBEZEICHNUNG ARBEITSMEIDZIN Nach neuer WBO vom muss die Weiterbildung abgeleistet werden, wenn sie nach dem begonnen wurde. (Siehe aktuelle WBO) IV. BEFUGNIS ZUR WEITERBILDUNG Die Weiterbildung im Gebiet Arbeitsmedizin und im Bereich Betriebsmedizin wird unter verantwortlicher Leitung der von der Ärztekammer befugten Ärzte in Einrichtungen der Hochschulen und in zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Die Befugnis kann nur den Ärzten auf Antrag erteilt werden, die die Berechtigung zum Führen der Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin bzw. der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin besitzen und langjährig in verantwortlicher Stellung tätig waren. Die Ärztekammer führt ein Verzeichnis der zur Weiterbildung befugten Ärzte. Zulassung der Weiterbildungsstätte Die von den befugten Ärzten geleitete Weiterbildungsstätte (Betriebsärztliche Abteilung einer Firma, Betriebsärztliches Zentrum etc.) bedarf gem. 38 Abs. 3 Heilberufsgesetz zusätzlich der Zulassung durch die zuständige Behörde (Ärztekammer Nordrhein). Nur wenn auch die Weiterbildungsstätte die Zulassung erhalten hat, kann die vermittelte Weiterbildung anerkannt werden. Die Zulassung wird auf Antrag des Trägers der Einrichtung von der Ärztekammer Nordrhein erteilt. V. VERANSTALTER VON ARBEITSMEDIZINISCHEN KURSEN Die Nordrheinische Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung führt die in der UVV Betriebsärzte bzw. in der Anlage zur Weiterbildungsordnung vorgeschriebenen Kurse über Arbeitsmedizin in regelmäßigen Abständen in Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durch. Nordrheinische Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung, Tersteegenstr. 9, Düsseldorf, Tel die Referenten sind: Frau Univ-Prof. Dr. med. E. Borsch-Galetke Dipl-Min. S. Siegmann Dr. med. Dipl.-Ing. IK. Siegmund 2

3 Weitere Veranstalter von arbeitsmedizinischen Kursen sind bei den Ärztekammern zu erfragen: Landesärztekammer Baden-Württemberg, Jahnstr. 38 A, Stuttgart, 0711/ Bayerische Landesärztekammer, Mühlbaur Str. 16, München, 089/41470 Ärztekammer Berlin, Flottenstr , Berlin, 030/ Landesärztekammer Hessen, Am Vogelsang 3, Frankfurt, 069/ Sächsische Landesärztekammer, Schützenhöhe 16, Dresden, 0351/ Ärztekammer Westfalen-Lippe, Gartenstr , Münster, 0251/9290 Neue Gefahrstoffverordnung in Kraft / arbeitsmedizinischee Vorsorgeuntersuchungen neu geregelt Die neue Gefahrenstoffverordnung ist am 01. Januar 2005 in Kraft getreten (veröffentlicht im Bundesgesetzblatt 2004 Teil I Nr. 74 S vom ) Mit der neuen Gefahrstoffverordnung werden drei EG-Richtlinien zum Arbeitsschutz (Richtlinien 98/24/EG, 99/38/EG und 2003/18/EG) in nationales Recht umgesetzt. Weiterhin wurden Bestimmungen aus den zu ratifizierenden Übereinkommen Nr. 170 und Nr. 184 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) übernommen. Die Bestimmungen der genannten EG-Arbeitsschutz-Richtlinien wurden weitgehend inhaltsgleich, jedoch sprachlich angepasst und teilweise konkretisiert übernommen. Ergänzend wurden einige Bestimmungen der alten Gefahrstoffverordnung übernommen, um das bestehende Schutzniveau der Beschäftigten zu sichern. Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Gefahrstoffverordnung wurden weitere Vorschriften geändert (u.a. Mutterschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Chemikalien-Verbots-Verordnung, Biostoffverordnung). Ab dem darf der Arbeitgeber mit der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen der Gefahrstoffverordnung und der Biostoffverordnung nur noch Fachärzte für Arbeitsmedizin oder Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin beauftragen. Der Arbeitergeber soll, wenn ein Betriebsarzt nach 2 des Arbeitssicherheitsgesetzes bestellt ist, diesen auch vorrangig mit den speziellen Vorsorgeuntersuchungen nach Gefahrstoffverordnung und Biostoffverordnung beauftragen. 3

4 Ärztinnen und Ärzte, die nur über eine arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen, dürfen damit ab dem vom Arbeitgeber nicht mehr o.g. Vorsorgeuntersuchungen beauftragt werden. Übergangsbestimmungen für Ärztinnen und Ärzte sind nicht vorgesehen. Die neue Gefahrstoffverordnung im Internet: 3 Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) - Aufgaben der Betriebsärzte: (1) Die Betriebsärzte haben die Aufgabe, den Arbeitgeber beim Arbeitsschutz und bei der Unfallverhütung in allen Fragen des Gesundheitsschutzes zu unterstützen. Sie haben insbesondere: 1. den Arbeitgeber und die sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Personen zu beraten, insbesondere bei: a) der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen und sanitären Einrichtungen b) der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen c) der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln d) arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Fragen, insbesondere des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit und der Pausenregelung, der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der Arbeitsumgebung e) der Organisation der "Ersten Hilfe" im Betrieb f) Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess. 2. die Arbeitnehmer zu untersuchen, arbeitsmedizinisch zu beurteilen und zu beraten sowie die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten. 3. die Durchführung des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung zu beobachten und im Zusammenhang damit: a) die Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen zu begehen und festgestellte Mängel dem Arbeitgeber oder der sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Person mitzuteilen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel vorzuschlagen und auf deren Durchführung hinzuwirken b) auf die Benutzung von Körperschutzmitteln zu achten 4

5 c) Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen, auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen. 4. darauf hinzuwirken, dass sich alle im Betrieb Beschäftigten den Anforderungen des Arbeitsschutzes und der Unfallverhütung entsprechend verhalten, insbesondere sie über die Unfall- und Gesundheitsverfahren, denen sie bei der Arbeit ausgesetzt sind, sowie über die Einrichtungen und Maßnahmen zur Abwendung dieser Gefahren zu belehren und bei der Einsatzplanung und Schulung der Helfer in "Erster Hilfe" und des medizinischen Hilfspersonals mitzuwirken. (2) Die Betriebsärzte haben auf Wunsch des Arbeitnehmers diesem das Ergebnis arbeitsmedizinischer Untersuchungen mitzuteilen; 8 Abs. 1 Satz 2 bleibt unberührt. (3) Zu den Aufgaben der Betriebsärzte gehört es nicht, Krankmeldungen der Arbeitnehmer auf ihre Berechtigung zu überprüfen. Die Einsatzzeiten müssen mindestens 400 Stunden pro Jahr betragen, wobei nur die reinen Einsatzzeiten nach dem Schlüssel der Berufsgenossenschaften angerechnet werden können. Betriebsbegehungen und Mitarbeit im Arbeitsausschuss sollen unbedingt gewährleistet sein. Eine Zusammenarbeit mit Betriebsrat, Berufsgenossenschaften, Gewerbearzt, niedergelassenen Kollegen und der Arbeitsverwaltung ist nachzuweisen. Im Betrieb sollen unter anderem auch Jugendliche, Frauen, ältere und behinderte Arbeitnehmer beschäftigt sein. Eine betriebsärztliche Dienststelle mit entsprechenden Räumen und einer apparativen Einrichtung, die den Erfordernissen der im Betrieb anfallenden Untersuchungen gerecht wird (z. B. kleines Labor, Audiometer, EKG, Dokumentation und Statistik), sollte dann unbedingt vorhanden sein, wenn nicht eine andere adäquate Lösung angeboten wird. Ärztliches Hilfspersonal entsprechend den Erfordernissen. Vorhandensein einer oder mehrerer Sicherheitsfachkräfte, verbunden mit der Möglichkeit der Vornahme technischer Messungen. Untersuchungen nach staatlichen Verordnungen (z. B. Arbeitsstoff-VO), Unfallverhütungsvorschriften und berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen mit Überwachungsund Nachuntersuchungen. 5

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