Koordination und Abstimmung von Innovationspolitik auf verschiedenen Politikebenen am Beispiel des Freistaates Sachsen

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1 Koordination und Abstimmung von Innovationspolitik auf verschiedenen Politikebenen am Beispiel des Freistaates Sachsen Mark O. Sellenthin Department of Industrial Economics and International Management Centre for European Economic Research (ZEW) P.O. Box , D Mannheim, Germany Tel.:

2 Übersicht 1. Einleitung 2. Innovationspolitik in einem föderalen Mehrebenen-System 3. Innovationspolitik in einem Bundesland: Sachsen 4. Koordinationsmechanismen 5. Fazit 2

3 1. Einleitung Zielsetzung des Beitrages: - Beschreibung der Innovationspolitik in Deutschland - Analyse der Koordinationsmechanismen am Beispiel des Freistaates Sachsen 3

4 2. Innovationspolitik in einem föderalen System Politikebene Europäische Union Bund Land Kommune/Stadt/Gemeinde Träger der Innovationspolitik Europäische Kommission BMBF, BMWi SMWK, SMWA (Sachsen) Amt für Wirtschaftsförderung Aufgaben Kohäsionspolitik FuE-Politik FuE-Politik FuE-Politik Hochschulpolitik Wirtschaftsförderung Standortpolitik Gründungsförderung Tabelle 1: Innovationspolitik auf verschiedenen Politikebenen 4

5 EU: Forschungsförderung: Entwicklung ERA 6. FRP ( ): 17,5 Mrd. ca. 100 Mio. an sächsische Einrichtungen 7. FRP ( ): 50,5 Mrd., davon 32 Mrd. für Verbundforschung Fokus: Wissens- u. Technologietransfer Mobilität der Wissenschaftler 5

6 EU: Strukturförderung (Kohäsionspolitik) Fördermittel an Deutschland ( ): 26,3 Mrd. Fördermittel an Sachsen: 3,9 Mrd. Fokus: Innovation und Verknüpfung mit Lissabon Agenda (Earmarking) 6

7 Bund: BMBF Haushalt 2008: 9,3 Mrd. Davon 3 Mrd. Projektförderung, 3,6 Mrd. institutionelle Förderung Schwerpunkt: Förderung der Grundlagenforschung und des Wissenschaftssystems 7

8 Bund: BMWi Haushalt 2008: 6,2 Mrd. Davon 563 Mio. FuE im Mittelstand, 644 Mio. GA Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (+ Ko-finanzierung der Länder) Schwerpunkt: Förderung neuer Technologien und Innovation, KMU 8

9 Bund: Nationale Strategie für Innovationspolitik: High-Tech-Strategie (2006) Erstmalig Koordination aller Politikbereiche Förderung der Spitzenforschung Förderung von 17 Leitmärkten Förderung des Wissens- u. Technologietransfers Förderung von KMU 9

10 Bund: Hochschulpakt Forschungsförderung (institutionelle Förderung, DFG, Exzellenzinitiative, Ministerien) 10

11 Bund: Systemische Innovationspolitik: Vernetzung der Akteure Anreize zur Kooperation Förderung regionaler und sektoraler Innovationssysteme 11

12 3. Innovationspolitik auf Landesebene Freie Gestaltungsmöglichkeiten der Bundesländer Häufig Konzentration auf spezifische Branchen Länder sind Träger der Hochschul- u. Bildungspolitik 12

13 Innovationspolitik in Sachsen Sachsen: 4,2 Mio. Einwohner Anteil FuE am BIP: 2,2% Starker Standort für FuE, insbesondere Mikroelektronik (Silicon Saxony), Förderung durch BMBF mit 159 Mio. seit 1998, Ansiedelung AMD, Infineon. 13

14 Ausgaben für FuE in Sachsen: Hochschulen in Sachsen: 919,2 Mio. (2006) Förderung der Grundlagenforschung und angewandter Forschung 2006: 18,9 Mio. für Einzelförderung 86,7 Mio. für Verbundförderung Finanzierung: 75% EU-Strukturfondsmittel Fokus auf Förderung von Forschungsverbünden 14

15 Strukturfondsmittel in Sachsen : 3,9 Mrd., davon insbesondere: Prioritätsachse 1 Stärkung von Innovation, Wissenschaft, Forschung: Mio. Prioritätsachse 2 Verbesserung der Bildungsinfrastruktur: 236 Mio. Prioritätsachse 3 Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der gewerblichen Wirtschaft: 587 Mio. Prioritätsachse 4 Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur: 573 Mio. Prioritätsachse 5 Ausbau und Verbesserung der Infrastruktur für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum: 571 Mio. 15

16 4. Koordinationsmechanismen Koordination zwischen Bundesministerien im Rahmen der High-Tech-Strategie Informelle Arbeitsgruppen bei Großprojekten (BMBF, BMWi, KfW, SAB, SMWA, SMWK, Universitäten, Unternehmen) Informelle Kontakte Abstimmung SMWA, SMWK, SAB Abstimmung SMWA/SMWK BMWi/BMBF 16

17 Koordination der EU-Strukturfonds-Mittel Analyse von Stärken und Schwächen auf regionaler Ebene Koordination durch Regionalkonferenzen in Chemnitz, Dresden und Leipzig (bottom-up) Einbindung verschiedener Anspruchsgruppen (z. B. Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Nichtregierungsorganisationen) Diskussion der regionalen Konsultationen mit Bund 17

18 Formelle Koordination der Innovationspolitik Regulärer Datenaustausch, um Doppelförderung zu verhindern. Formelle Arbeitsgruppen Bund/Länder Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GA Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur 18

19 Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK): seit 2008 Reformiert die Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern im Rahmen der Föderalismusreform. - Koordination der nationalen, europäischen und internationalen Wissenschafts- und Forschungspolitik mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit des Wissenschafts- und Forschungsstandortes Deutschland im internationalen Wettbewerb zu steigern; - In Fällen überregionaler Bedeutung bei der Förderung von Einrichtungen und Vorhaben der wissenschaftlichen Forschung außerhalb von Hochschulen, von Vorhaben der Wissenschaft und Forschung an Hochschulen und von Forschungsbauten an Hochschulen einschließlich Großgeräten zusammenzuwirken; - Sich gegenseitig auch über wesentliche eigene Planungen und Entscheidungen, die nicht Gegenstand gemeinsamer Förderung sind, zu unterrichten. 19

20 GA Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur Maßgebliches Instrument einer koordinierten Regionalpolitik: jährlicher Rahmenplan zwischen Bund u. Ländern Länder entscheiden selbst über räumliche und sachliche Schwerpunkte 20

21 Wissenschaftsrat Beratungsgremium der Wissenschaftspolitik getragen von Bund und Ländern seit 1957 Aufgaben: Empfehlungen zur Struktur, Leistungsfähigkeit, Finanzierung und Entwicklung von wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Empfehlungen zu übergreifenden Fragen des Wissenschaftssystems. 21

22 5. Fazit Innovationspolitik in Sachsen hängt stark von EU-Strukturfonds ab. Sachsen erfolgreich in der Anwerbung von FuE- und Produktionseinrichtungen im High-Tech-Bereich 22

23 Unabhängig von der Herkunft der finanziellen Mittel, erfolgt die Implementierung regional koordiniert und angepasst. Anwendung des Subsidiaritätsprinzips 23

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Mark O. Sellenthin Department of Industrial Economics and International Management Centre for European Economic Research (ZEW) P.O. Box , D Mannheim, Germany Tel.:

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