Empfehlung. für die Durchführung von Eignungsnachweisen für die Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang

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1 Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in Nordrhein-Westfalen Empfehlung für die Durchführung von Eignungsnachweisen für die Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang - 1 -

2 1. Vorbemerkung Die vorliegende Empfehlung wurde durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe des Arbeitskreises Ausbildung und Einsatz der AGBF NRW und des Fachausschusses Schulung und Einsatz des LFV NRW erarbeitet. Sie wird durch die AGBF NRW sowie den LFV NRW als landesweite Empfehlung herausgegeben. 2. Einleitung Für die Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang (B III) am Institut der Feuerwehr in Münster (IdF NRW) soll nach Auffassung der AGBF NRW und des LFV NRW ein Eignungsnachweis durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Eignungsnachweises soll der Bewerber / die Bewerberin zeigen, dass die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang am IdF NRW erfüllt werden. Darüber hinaus soll der Bewerber / die Bewerberin zeigen, dass er/sie als Führungskraft nach erfolgreichem Abschluss der Gruppenführer-Ausbildung geeignet erscheint. Eine landesweite Vereinheitlichung der Eignungsnachweise soll dazu beitragen, dass das Niveau der Bewerber(innen) zu Lehrgangsbeginn möglichst auf einem vergleichbaren Stand ist und landesweit vergleichbare Voraussetzungen für die Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang bestehen. 3. Durchführung Der Eignungsnachweis besteht aus folgenden Teilen Zulassung theoretischer Teil praktischer Teil mündlicher Teil Auswertung / Entscheidung Die einzelnen Teile des Eignungsnachweises sollen das Niveau Truppführer nicht überschreiten, jedoch soll erkennbar sein, dass das Potential zum Führen einer Gruppe vorhanden ist. Es soll aber davon ausgegangen werden, dass der Bewerber / die Bewerberin über profunde taktische und fachliche Kenntnisse als Truppführer (Führer einer taktischen Einheit) verfügt, Lageeinschätzungen bei überschaubaren Lagen vornehmen kann - 2 -

3 und die Tätigkeiten eines Gruppenführers einschätzen und diesen bei seiner Tätigkeit unterstützen kann. 3.1 Zulassung zum Eignungsnachweis Am Gruppenführer-Lehrgang (B III) am IdF NRW können gemäß Anlage zum Runderlass des Innenministeriums NRW vom (V D ) nur solche Bewerber(innen) teilnehmen, die aufgrund der bei ihrem Dienstherrn gezeigten Leistungen und nach ihrer Befähigung für die Teilnahme geeignet sind allgemeine Voraussetzungen Der Dienstherr darf gemäß o.a. Runderlass nur solche Beamte / Beamtinnen für die Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang benennen, die über eine Dienstzeit von mindestens drei Jahren verfügen. Dienstzeit im Sinne der beamtenrechtlichen Vorschriften ist die Zeit nach erfolgreicher Beendigung der Probezeit. Darüber hinaus sind die im Runderlass des Innenministeriums vom ( ) aufgeführten Lehrgangsvoraussetzungen zu erfüllen. Zu Beginn des Auswahlverfahrens muss der Bewerber / die Bewerberin physisch und psychisch leistungsfähig sein. Eine aktuelle arbeitsmedizinische Untersuchung nach den berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen G 25 und G 26.3 muss vorliegen. Die sonstigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen für eine weitergehende Ausund Fortbildung bzw. förderliche Verwendung sind zu beachten spezielle Voraussetzungen Es wird empfohlen nur solche Bewerber(innen) für die Teilnahme am Eignungsnachweis zuzulassen, die über die Qualifikation Rettungsassistent(in) verfügen örtliche Voraussetzungen Es obliegt jedem Dienstherrn eigene, zusätzliche Regelungen für die Teilnahme am Eignungsnachweis zum Gruppenführer-Lehrgang zu definieren. 3.2 Theorie - 3 -

4 Der theoretische Teil des Auswahlverfahrens setzt sich aus einem allgemeinen und einem fachlichen Teil zusammen allgemeiner Teil Im Rahmen des allgemeinen Teils sollen die Bewerber(innen) zeigen, dass sie über ausreichende Kenntnisse in der Rechtschreibung, im Grundrechnen, im Allgemeinwissen verfügen sowie ausreichend strukturiert und räumlich denken können. Dieses lässt sich anhand folgender Tests überprüfen : Rechtschreibung (Diktat oder Aufsatz) I-S-T 2000 (Grundrechnen, strukturiertes und räumliches Denken) oder ein vergleichbarer Test Fragen zum Allgemeinwissen Sofern neben dem Aufsatz (Fachaufsatz) ein Diktat geschrieben werden soll, sollte der Umfang 200 Wörter nicht überschreiten und dem Niveau 10. Klasse Hauptschule entsprechen. Der Text soll zu Beginn einmal vollständig vorgetragen werden. Anschließend soll der jeweilige Satz noch mal als Ganzsatz vorgelesen und schließlich in Wortblöcken in angemessenem Tempo diktiert werden. Am Schluss soll das Diktat nochmals vollständig vorgelesen werden. Der Intelligenz-Struktur-Test (I-S-T) oder vergleichbare Tests können in der Regel über die Personalämter oder im Fachhandel bezogen werden. Hilfsmittel (z.b. Taschenrechen) sind hier nicht erlaubt Fachwissen Das Fachwissen setzt sich aus den Bereichen Fachrechnen, Fachfragen und Fachaufsatz zusammen. Fachrechnen Das Fachrechnen soll anhand von Aufgaben abgeprüft werden, die der Laufbahnausbildung zum mittleren feuerwehrtechnischen Dienst entstammen oder diesen angenähert sind. Im Einzelnen sollen Aufgaben aus folgenden Bereichen gestellt werden : Mechanik (allgemeine Mechanik, Schiefe Ebene, Lose Rolle, Kraft, Arbeit und Leistung) Löschmittelberechnung - 4 -

5 Druck und Volumen (Gase, Raum) Elektrotechnisches Grundwissen Als Hilfsmittel sind Stifte, Lineal und Taschenrechner erlaubt. Fachfragen Die Fachfragen sollen das Wissen eines Truppführers als Führer einer selbstständigen taktischen Einheit voraussetzen. Die Themen setzen sich aus allen Bereichen der VAPmDFeu sowie standortspezifischen Fragen (Organisation etc.) zusammen. Fachaufsatz Der Fachaufsatz soll das Wissen eines Truppführers als Führer einer selbstständigen taktischen Einheit voraussetzen. Als Zeitvorgabe sind maximal 120 Minuten vorgesehen. Als Themen für den Fachaufsatz kommen Themen gem. VAPmD-Feu standortspezifische Themen einfache taktische Lagen in Betracht. 3.3 Praxis Die Bewerber(innen) sollen im Rahmen des praktischen Teils des Eignungsnachweises nachweisen, dass sie über ein taktisches Grundverständnis (mindestens als Truppführer) sowie eine grundlegende Eignung als Ausbilder verfügen Taktik / praktische Tätigkeit Das taktische Grundverständnis sowie das Verständnis der verwendeten Fahrzeuge und Einsatzmittel soll anhand einfacher Lagen nachgewiesen werden. Diese Lagen können im Rahmen von Planbesprechungen und/oder Einsatzübungen (Gruppenübung / Hofübung) und/oder Praktischen Tätigkeiten gem. VAPmD-Feu - 5 -

6 abgeprüft werden. Die Planbesprechung soll eine taktische Lage behandeln, die das taktische Wissen eines erfahrenen Truppführers voraussetzt. Die Planbesprechung findet an einer Planspielplatte statt. Die Einsatzübungen finden als Staffel- oder Gruppenübung statt. Im Rahmen der Einsatzübung soll das taktische und praktische Wissen als Truppführer abgeprüft werden. Durch die Überprüfung des Fachwissens anhand praktischer Tätigkeiten sollen die Bewerber(innen) zeigen, dass sie über ein umfangreiches praktisches Fachwissen verfügen. Die praktischen Tätigkeiten können als einzelne Stationen durchgeführt werden. Hierbei müssen einzelne Geräte vorgenommen / erklärt werden (z.b. Gasmessgeräte, Strahlenschutzmessgeräte, Rettungsdienstgeräte). Die praktischen Tätigkeiten sind dem Ausbildungskatalog der VAPmDFeu NRW zu entnehmen. Es bleibt den einzelnen Feuerwehren freigestellt, ob im Rahmen des Auswahlverfahrens die Planbesprechung, eine Einsatzübung oder praktische Tätigkeiten herangezogen werden. Es können hiervon auch zwei gleichzeitig (nacheinander) durchgeführt werden; auf die Durchführung aller drei gleichzeitig im Rahmen eines Verfahrens sollte verzichtet werden Unterricht Die Bewerber(innen) sollen einen Kurzunterricht halten, durch den getestet wird, ob sie in der Lage sind, einen einfachen Sachverhalt Dritten verständlich zu vermitteln. Dabei kann auch das Erklären von technischem Gerät oder Fahrzeugen als Unterrichtsform dienen. Der Unterricht soll als Spontanvortrag gehalten werden. Das Thema wird erst kurz vor Beginn des Unterrichts (30 60 Minuten) durch die Bewerber(innen) gezogen. 3.4 mündlicher Teil Der mündliche Teil erfolgt in Form eines Interviews als Orientierungsgespräch. Im Rahmen dieses Gesprächs sollen die Bewerber(innen) zeigen, dass sie die Aufgaben, die auf einen Gruppenführer zukommen, verstanden haben und den Anfor

7 derungen als zukünftige Führungskraft gewachsen sind. Die Bewerber(innen) sollen mit den Tätigkeiten eines Gruppenführers (z.b. auch Leitstellentätigkeiten) konfrontiert werden und erläutern, wie sie ihren zukünftigen Einsatz sehen. Im Rahmen des mündlichen Teils soll die Prüfungskommission auch auf den bisherigen dienstlichen Werdegang der Bewerber(innen) eingehen. Es ist darauf zu achten, dass die den Bewerber(innen) gestellten Fragen vergleichbar sind. 3.5 Entscheidung / Auswertung Durch den jeweiligen Dienstherrn sind vor Beginn des Eignungsnachweises die Mindeststandards und Entscheidungskriterien festzulegen. Für die Entscheidungsfindung wird folgendes empfohlen : Jeder Prüfungsteil (Theorie, Praxis, mündlicher Teil sowie die darin enthaltenen Prüfungsteile) ist für sich zu bestehen. Die Bewerber(innen) sind zum nächsten Prüfungsteil nur zugelassen, wenn der vorangegangene bestanden wurde. Die übergeordneten Prüfungsteile (Theorie, Praxis, mündlicher Teil) gehen in die Auswertung zu gleichen Teilen ein. Die dienstliche Beurteilung ist angemessen zu berücksichtigen. Es wird unter den Bewerber(innen) eine Reihenfolge nach den erreichten Punktzahlen festgelegt. Es werden nur so viele Bewerber(innen) zum Lehrgang vorgesehen, wie auch Lehrgangsplätze durch das IdF zugewiesen wurden. Die Bewerber(innen), die nicht zur Teilnahme am Gruppenführer-Lehrgang berücksichtigt werden konnten und weiterhin an einer Ausbildung zum GF interessiert sind, müssen am nächsten Auswahlverfahren erneut teilnehmen. 4 Beispielaufgaben In den Anlagen sind Beispielaufgaben für einzelne Prüfungsteile dargestellt. 5 Prüfungskommission Durch den Dienstherrn ist eine Prüfungskommission zu bilden, die mindestens der Prüfungskommission gemäß VAPmDFeu NRW entspricht. Das Mitglied der Prüfungskommis

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