Studienverlauf und Verbleib der Bachelorabsolventen der Universität Konstanz

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1 Studienverlauf und Verbleib der Bachelorabsolventen der Universität Konstanz Vortrag auf der achten Tagung der Bologna-Koordinatorinnen und -Koordinatoren in Potsdam 30. September 2008 Katrin Auspurg, Holger Bargel, Thomas Hinz und Anne Pajarinen Universität Konstanz

2 Universität Konstanz - Generalisierbarkeit? Konstanz

3 Inhalte 1. Datengrundlage und Methodik 2. Studienverlauf und Studienerfolg 3. Studienzufriedenheit 4. Verbleib 5. Zusammenfassung und Fazit

4 Datengrundlage Prozessproduzierte Daten der Studien- und Prüfungsstatistik: Studienverlauf und Studienergebnisse Onlinebefragung der Bachelorabsolventen 2006/07: Studienzufriedenheit und Verbleib Rücklaufquote: 56,1 Prozent Entsprechende Vorjahresdaten: Entwicklungen im letzten Studienjahr?

5 Fachspezifische Absolventen 2006/07 und Rücklauf N = 415 Absolventen N = 225 Befragungsteilnehmer

6 Absolventen 2006/07 nach fachlichen Sektionen

7 Inhalte 1. Datengrundlage und Methodik 2. Studienverlauf und Studienerfolg 3. Studienzufriedenheit 4. Verbleib 5. Zusammenfassung und Fazit

8 Studiendauer Durchschnittliche Fachstudiendauer: 6,7 Semester (Vorjahr: 6,3). Knapp die Hälfte (48%) liegt über der Regelstudienzeit. Dabei deutliche Schwankungen nach Studiengängen. Unterschätzung, da nur zügig Studierende erfasst sind: Absolventen bilden lediglich 39 Prozent des Absolventenpotenzials (Studierende im fünften Semester aufwärts). Mindestens 4 Jahre bestehende Studiengänge: Mittlere Studiendauer von 6,4 bis 8,1 Fachsemestern. Durchschnittsalter der Absolventen: 25 Jahre (Median: 24 Jahre).

9 Verteilung der Studiendauer auf Fachsemester FS 4 FS 5 FS 6 FS 7 FS 8 FS 9 FS 10 FS 11 FS 12 FS 15 FS (Quelle: Prüfungsstatistik)

10 Ursachen für längere Studiendauer? Erwerbsumfang neben Studium korreliert sign. mit der Studiendauer (62% mindestens eine studienbegleitende Erwerbstätigkeit; ein Sechstel davon mit mindestens 20h/Woche). Kaum Anzeichen dafür, dass ein mangelndes Lehrangebot oder eine Überfrachtung der Studiengänge ursächlich sind; länger Studierende schätzen lediglich die zeitliche Kombinierbarkeit des Lehrangebots schlechter ein als zügig Studierende. Aber Hinweise darauf, dass eine mangelnde Orientierung zu Studienbeginn das Studium verlängert: Länger Studierende bestätigen eher Unsicherheiten mit der Fachwahl, Probleme mit Verwaltungsabläufen und eine mangelnde Vermittlung von beruflichen Perspektiven.

11 Schwundquoten und Studienerfolg Abgleich der Studienanfänger im WS 2004/05 mit den Studierendenzahlen nach vier Semestern (WS 2006/07): Schwundquote von 40% (Vorjahr 48%). Studienabbruchquote (ohne Hochschul- und Fachwechsler) wird mit den HIS-Daten auf ca. 30% geschätzt; bei fachlicher Differenzierung geringe Anzeichen dafür, dass die anvisierte Senkung der Abruchquoten erreicht wird (Heublein et al. 2008). Studienerfolg: Lediglich zwei von 415 Abschlussprüfungen wurden 2006/07 an der Universität Konstanz nicht bestanden.

12 Auslandsaufenthalte 42% waren aus studienbezogenen Gründen im Ausland, 32% haben ein Auslandssemester absolviert. (HIS-Befragung: 36% bzw. 24%; vgl. Minks/Briedis 2005a). Ein weiteres Drittel wäre gerne im Ausland gewesen. Als wichtigste Hinderungsgründe werden folgende Aspekte bejaht (Mehrfachnennungen möglich): Einhaltung der Regelstudienzeit (65%) Unzureichende finanzielle Mittel (47%) Fehlende Beratung (34%); zu hoher organisatorischer Aufwand (33%) Studierende mit Auslandsaufenthalt weisen eine signifikant niedrigere Fachstudiendauer auf.

13 Inhalte 1. Datengrundlage und Methodik 2. Studienverlauf und Studienerfolg 3. Studienzufriedenheit 4. Verbleib 5. Zusammenfassung und Fazit

14 Studienzufriedenheit Mehrheitlich sehr zufriedene Absolventen: - Aufbau und Struktur des Studiengangs: 50% gut oder sehr gut. - Inhaltliche Abstimmung des Lehrangebots: 57%, zeitliche: 56%. - Relevanz der Lehrinhalte für die berufliche Praxis empfinden allerdings nur 26% als gut oder sehr gut. Dabei starke Variation nach Studienfächern, z.b. - Wirtschaftswissenschaftlicher Studiengang Politik und Verwaltung : Aufbau und Struktur werden überdurchschnittlich gut bewertet. - Information Engineering in fast allen Aspekten überdurchschnittlich gute Bewertungen. - Soziologinnen und Soziologen durchweg unzufriedener.

15 Studienzufriedenheit (Quelle: Befragungsdaten)

16 Vermittlung von Schlüsselkompetenzen Aus Sicht der Absolventen werden Schlüsselkompetenzen wie wissenschaftliches Arbeiten, Selbständigkeit und fachliche Kenntnisse gut vermittelt (jew. 80% sehr stark oder weitgehend ). Für Aspekte wie Teamarbeit und Durchsetzungsvermögen bestätigen dies nur ca. 40%. Am schlechtesten schneiden praktische Fähigkeiten ab (nur ein knappes Viertel fühlt sich in diesen gefördert).

17 Wunsch nach stärkerer Beratung und Betreuung (Prozentanteile einer Befürwortung) Studien-/ Karriereberatung als Pflichtteil des Bachelorstudiums 73,4 Stärkere Betreuung der Studierenden zu Studienbeginn 68,0 Orientierungsphase vor endgültiger Studienfachwahl 38,0 Kurse zur Aufarbeitung schulischer Wissenslücken 34, (Quelle: Befragungsdaten)

18 Inhalte 1. Datengrundlage und Methodik 2. Studienverlauf und Studienerfolg 3. Studienzufriedenheit 4. Verbleib 5. Zusammenfassung und Fazit

19 Verbleib : Beginn eines weiteren Studiums Nein, kommt auch nicht in Frage 10,5% Nein, ich beabsichtige dies aber 12,7% Ja, aber bereits wieder abgebrochen 0,5% Ja 76,4% Vorjahr: 72,3% ja. Bundesweit: neun Monate nach Abschluss 75% in weiterem Studium. (Quelle: Befragungsdaten)

20 Gründe für weiteres Studium (Quelle: Befragungsdaten)

21 Verbleib: Einstieg in den Arbeitsmarkt (1/2) Studienjahre 2006 und 2007: 85 Absolventen potenzielle Berufseinsteiger. 58 Absolventen haben eine Stelle gesucht; von diesen sind in der Zeit zwischen Studienabschluss und Befragung (im Mittel 7 Monate) die Hälfte (52%) fündig geworden. 13 weitere Absolventen sind selbständig oder ihnen wurde eine Stelle angeboten.

22 Verbleib: Einstieg in den Arbeitsmarkt (2/2) Nur die Hälfte der abhängig Beschäftigten hat eine unbefristete Stelle (N=17 bzw. 50%). Nur jeweils die Hälfte sieht sich als adäquat beschäftigt hinsichtlich einer Hochschulqualifikation und des Niveaus der Arbeitsaufgaben. Dabei geht die Hälfte fachfremden Tätigkeiten nach. Dies entspricht in etwa den bundesweiten Daten (vgl. Minks/Briedis 2005b).

23 Inhalte 1. Datengrundlage und Methodik 2. Studienverlauf und Studienerfolg 3. Studienzufriedenheit 4. Verbleib 5. Zusammenfassung und Fazit

24 Zusammenfassung und Fazit (1/2) Die Studiendauer liegt leicht über der Regelstudienzeit und wird sich künftig wohl noch erhöhen. Gründe für längere Studiendauer sind umfangreiche Erwerbstätigkeiten neben dem Studium; zudem scheint eine mangelnde Orientierung der Studierenden ursächlich zu sein. Mit geschätzten 40% bricht ein hoher Teil das Studium zumindest an der Universität Konstanz ab. Möglichkeiten zur internationalen Mobilität werden genutzt: Über 40% waren studienbezogen im Ausland.

25 Zusammenfassung und Fazit (2/2) Die Absolventen sind mit den Studieninhalten und der Koordination des Studienangebots mehrheitlich zufrieden, nicht aber mit der Relevanz der Lehrinhalte für die berufliche Praxis. Aus Sicht der Absolventen werden zudem Schlüsselkompetenzen gut vermittelt. Allerdings besteht ein klarer Wunsch nach einer stärkeren Beratung und Betreuung, speziell zu Studienbeginn. Drei Viertel der Absolventen studieren weiter. Ausschlaggebend für das weitere Studium sind vor allem berufliche und fachliche Interessen. Die Anerkennung des Bachelors auf dem Arbeitsmarkt ist bislang eher verhalten, gerade hier sind allerdings weitere Beobachtungen erforderlich.

26 Für weitere Informationen: Der komplette Bericht ist zugänglich unter: /pdf/ba_absolventen08_internet_1.pdf Zudem stehe ich Ihnen gerne für Auskünfte zur Verfügung: Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

27 Literatur Auspurg, Katrin / Findeisen, Ina / Hinz, Thomas / Salewski, Helmut (2007): Studienverlauf und Verbleib der Bachelorabsolventen der Universität Konstanz. Arbeitspapier an der Universität Konstanz. Verfügbar unter: 2635/. Heublein, Ulrich / Schmelzer, Robert / Sommer, Dieter (2008): Die Entwicklung der Studienabbruchquote an den deutschen Hochschulen. Ergebnisse einer Berechnung des Studienabbruchs auf der Basis des Absolventenjahrgangs HIS Projektbericht. Hannover: Hochschul-Informations-System GmbH (HIS). Minks, Karl-Heinz / Briedis, Kolja (2005a): Der Bachelor als Sprungbrett? Ergebnisse der ersten bundesweiten Befragung von Bachelorabsolventinnen und Bacherlorabsolventen. Teil I: Das Bachelorstudium (Kurzinformation HIS, 2005: Ausgabe 3). Minks, Karl-Heinz / Briedis, Kolja (2005b): Der Bachelor als Sprungbrett? Ergebnisse der er-s-ten bundesweiten Befragung von Bachelorabsolventinnen und Bacherlorabsolventen. Teil II: Der Verbleib nach dem Bachelorstudium (Kurzinformation HIS, 2005: Ausgabe 4).

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