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1 Zeitschrift des europäischen Sozialfonds und des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie für die akteure des arbeitsmarktes 03 / Jahrgang die themen dieser ausgabe: Δ Botschafter des Lebenslangen Lernens Δ Interview Weiterbildung GFAW Δ Ältere und Langzeitarbeitslose im Fokus Δ Thüringer Forschergruppe auf Welterfolgskurs Δ Die Arbeit der vier Thüringer Europa-Service-Büros

2 inhaltsverzeichnis Inhalt dieser Ausgabe Thüringer Forschergruppen auf Welterfolgskurs auf Seite 8 Europa in Thüringen Thüringer in Europa auf Seite 10 Titelfoto: Robert Kneschke. Diese Seite: Forscher an der TU-Ilmenau, Deutsch-Französischer Bäckertag INHALT Δ Editorial...1 Δ Halbzeitbilanz Interview mit Minister Matthias Machnig...2 Δ»Thüringen braucht dich«eine Zwischenbilanz...4 Δ Bürgerarbeit in Suhl...6 Δ Thüringer Forschergruppen auf Welterfolgskurs...8 Δ Europa in Thüringen Thüringer in Europa...10 die Arbeit der vier Thüringer Europa-Service-Büros Δ Weiterbildungsland Thüringen...12 Δ Botschafter des Lebenslangen Lernens...14 Δ Ältere und Langzeitarbeitslose im Fokus...16 Δ Vermittlungshemmnis Kind...18 Δ Thüringen-News...19 Δ Europa-News...20 Δ Impressum, Ausblick...22

3 editorial 1 Editorial Sehr geehrte Leserinnen und Leser, es ist geschafft: Der Thüringer Gesetzentwurf für einen bundesweit einheitlichen, gesetzlichen Mindestlohn ist auf dem Weg. Mitte September hat die Landesregierung den vom Wirtschaftsministerium ausgearbeiteten Entwurf beschlossen. Am 21. September werden wir diesen Entwurf in den Bundesrat einbringen. Dann sind die anderen Bundesländer, vor allem aber die Bundesregierung am Zug: Sie muss Farbe bekennen und sagen, ob sie die Thüringer Initiative für mehr Gerechtigkeit am Arbeitsmarkt unterstützt oder ablehnt. Ich sehe aber gute Chancen, dass unser Vorschlag grundsätzlich mehrheitsfähig sein könnte. Zum einen ist der Handlungsdruck in Deutschland enorm gestiegen: Der Niedriglohnsektor hat sich in den vergangenen zehn Jahren rasant ausgedehnt, 21,4 Prozent aller Beschäftigten müssen heute von Niedriglöhnen leben. Zum anderen ist es vielleicht hilfreich, dass sich erstmals eine Große Koalition aus CDU und SPD auf einen solchen Vorstoß verständigt und damit die bisherigen Blockadereflexe bei diesem Thema durchbrochen hat. Damit kommt hoffentlich wieder Bewegung in die bundesdeutsche Mindestlohndebatte. Wie sieht der Thüringer Vorschlag konkret aus? Er orientiert sich an den Eckpunkten, die die Arbeitsgruppe»Gute Löhne«der Landesregierung im Juli vorgestellt hatte. Kernstück des darauf beruhenden Gesetzentwurfs ist ein bundesweit allgemeinverbindlicher Mindestlohn für alle Branchen und Regionen, von dem es keine Ausnahmen gibt. Die Höhe des Mindestlohns wird durch eine unabhängige Kommission festgelegt, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales berufen wird und sich paritätisch aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Jedes Jahr muss der Mindestlohn überprüft und ggfs. neu festgelegt werden. Ich bin mir sicher: Mit diesem»thüringer Modell«würden wir in Deutschland eine lohn- und tarifpolitische Haltelinie nach unten schaffen, die vielen Beschäftigten ein besseres Einkommen garantiert. Denn Menschen, die in Vollzeit arbeiten, müssen davon auch leben können, das ist meine feste Überzeugung. In der nächsten Ausgabe der»guten Arbeit«werden wir deshalb darüber berichten, welche Resonanz unsere Initiative auf Bundesebene gefunden hat. In dieser Ausgabe der»guten Arbeit«geht es um Themen, die nicht weniger Aufmerksamkeit verdienen als der Mindestlohn: Qualifizierung und Weiterbildung, Innovation und die Unterstützung Thüringens durch Europa. So ziehen wir eine erste Bilanz der Anfang 2012 gestarteten Weiterbildungsinitiative»Thüringen braucht dich«, werfen immerhin ist 2012 das Jahr des»aktiven Alterns«einen Blick auf die Herausforderungen lebenslangen Lernens, berichten von der ESF-Jahreskonferenz in Erfurt und stellen die Arbeit der vier Thüringer Europa-Service-Büros vor. Ich selbst war im August auf»gute-arbeit-tour«quer durch Thüringen, bei Unternehmen, Bildungsträgern, Jobcentern, Behindertenwerkstätten auch dazu finden Sie einen kleinen Erfahrungsbericht in dieser Ausgabe. Und natürlich haben wir noch einmal die Gelegenheit genutzt, eine Halbzeitbilanz der laufenden Legislaturperiode in Thüringen zu ziehen. Viel Abwechslungsreiches und Wissenswertes also für alle, die sich für die Thüringer Arbeitsmarktpolitik interessieren. Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre! Herzlichst Ihr Matthias Machnig thüringer minister für wirtschaft, arbeit und technologie

4 2 zukunft arbeit Halbzeitbilanz Interview mit Minister Matthias Machnig Der Thüringer Arbeitsmarkt erlebt statistisch betrachtet eine gute Zeit. Der positive Trend hält an und die Arbeitslosenquote bewegt sich in Richtung Westniveau. Seit knapp drei Jahren ist Matthias Machnig Arbeits- und Wirtschaftsminister in Thüringen. Was hat sich während seiner Amtszeit verändert, wo liegen die größten Herausforderungen und was sind die wichtigsten Erfolge ein etwas verspätetes Halbzeit- Interview der»guten Arbeit«. Weniger jugendliche Arbeitslose und eine Quote von 8,3 Prozent im August die Zahlen klingen gut, sind aber nicht für jeden Thüringer eine gute Nachricht? Im Prinzip schon. Was ich jedoch trotz dieser guten Entwicklung kritisiere, ist die Tatsache, dass viele von ihrer Arbeit nicht leben können. Die Zahl der sog.»aufstocker«, die ihren Lohn mit SGB II-Mitteln ergänzen müssen, um über die Runden zu kommen, bleibt in Thüringen auf einem anhaltend hohen Niveau. Von im Jahr 2007 ist die Zahl gerade mal auf in 2011 zurückgegangen. Beschäftigte mit niedrigen Einkommen profitieren nicht von dem Aufwind, sondern bleiben im Niedriglohnsektor gefangen. Die Hälfte von ihnen muss von 400-Euro-Jobs und Hartz IV leben. Das Schaffen von neuen Jobs sagt nicht immer etwas über die Qualität der Arbeit aus. Ihnen geht es um faire Löhne in Thüringen? Natürlich. Deswegen brauchen wir einen verbindlichen und einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Dem staatlich subventionierten Lohndumping muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Unternehmen und Staat müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die gute Konjunktur in der breiten Fläche des Arbeitsmarktes ankommt. Sie setzen sich auch dafür ein, dass Menschen, die schon eine lange Zeit arbeitslos sind, wieder den Anschluss finden? Ja, mit dem Landesarbeitsmarktprogramm konnten wir rund Arbeitsuchende seit Programmstart im Mai 2010 in Beschäftigung und Qualifizierung vermitteln, davon auf den ersten Arbeitsmarkt, rund in eine geförderte Beschäftigung und 300 in eine Aus- oder Weiterbildung. Mehr als Personen wurden im gleichen Zeitraum in den 24 regionalen Integrationsprojekten betreut. Das Landesarbeitsmarktprogramm hat sich als Brücke in Beschäftigung bewährt, bietet neue Perspektiven gerade für Ältere, gering Qualifizierte oder Langzeitarbeitslose. Das Landesarbeitsmarktprogramm wurde nun erweitert Ja, künftig sind auch Projekte förderfähig, mit denen in ausgewählten sozialen Brennpunkten arbeitslose Menschen in ihrem Sozial- und Wohnumfeld angesprochen werden sollen. Es geht vor allem darum, Menschen, die durch lange Arbeitslosigkeit sozial isoliert sind, in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld abzuholen, sie wieder in soziale Zusammenhänge einzubinden und damit einen Beitrag zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit zu leisten. Damit verzahnen wir Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sinnvoll. Zum Beispiel? Es können Bürgertreffpunkte eingerichtet werden, die in bereits bestehende Einrichtungen eingebunden werden. Förderfähig mit bis zu Euro jährlich sind dabei kommunale oder freie Träger, die in Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Akteuren wie Sozial- und Jugendämtern, Jobcentern oder Wohnungsunternehmen solche Projekte umsetzen und Beratung und Unterstützung leisten. Insgesamt stehen für diesen Zweck bis Mitte 2014 rund zwei Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Zur Auswahl der Projekte wird ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt, an dem sich die Kommunen bzw. die von ihnen benannten Träger beteiligen können Fachkräfte werden bis 2020 in Thüringen gebraucht Qualifizierung ist ein wichtiges Element Ihrer Arbeitsmarktpolitik. Haben ältere Arbeitnehmer, die bisher nicht vom Boom am Arbeitsmarkt profitieren, dann bessere Chancen? Davon ist noch nicht viel zu spüren, denn derzeit stagniert die Arbeitslosenquote bei den über 50-jährigen und liegt derzeit mit elf Prozent deutlich über dem Thüringen- Durchschnitt. Vier von zehn Arbeitslosen sind in Thüringen älter als 50 Jahre. Die Erfahrungen und Qualifikationen der älteren Arbeitnehmer müssen künftig besser genutzt werden. Wir unterstützen fünf Modellprojekte, die neue Ansätze zur besseren Integration älterer Arbeitnehmer in den Arbeitsmarkt erproben, denn wir müssen alle Beschäftigungsreserven erschließen. Die Älteren sind eine ganz wichtige Zielgruppe zur Deckung unseres Fachkräftebedarfs. Bei den Modellprojekten geht es um die besten Ideen für die alters- und alternsgerechte Gestaltung des Arbeitslebens in kleinen und mittleren Un-

5 zukunft arbeit 3 ternehmen, z. B. durch Qualifizierung, Verbesserung der Arbeitsorganisation und des Gesundheitsmanagements. Diese Projekte erhalten jeweils eine Förderung von Euro aus ESF- und Landesmitteln alle zusammen also Euro für ein Jahr. Jede 5. offene Stelle kann zur Zeit nicht besetzt werden. Wo sehen Sie Arbeitskräftepotenzial und wie unterstützt das Arbeitsministerium die Unternehmen? Das Decken des Fachkräftebedarfs ist und bleibt die wichtigste Herausforderung, vor der wir bei der wirtschaftlichen Entwicklung in Ostdeutschland stehen. Der Fachkräftebedarf in Thüringer Unternehmen steigt, im vergangenen Jahr um vier Prozentpunkte gegenüber Davon ist inzwischen fast ein Zehntel der Thüringer Betriebe betroffen, das hat das aktuelle IAB-Betriebspanel bei der jährlichen Arbeitgeberbefragung in unserem Auftrag und des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) herausgefunden. Das Problem dabei ist, dass laut Betriebspanel der Bruttodurchschnittslohn pro Vollzeitstelle im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 zwar von Euro auf Euro stieg, er liegt aber immer noch unter dem ostdeutschen (2.350 Euro Anm. d. Red.) und deutlich unter dem westdeutschen Durchschnitt (2.980 Euro). Hinzu kommt, dass 35 Prozent also gut ein Drittel aller Beschäftigungsverhältnisse in Thüringen atypisch sind, also befristet, geringfügig entlohnt oder Teilzeitjobs. Dies ist der höchste Anteil atypischer Beschäftigung seit der Wende und ein Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Müssen Unternehmen strikt umdenken? Ja, wenn wir gut ausgebildete Fachkräfte im Land halten wollen, muss es in den kommenden Jahren eine deutliche Aufwärtsbewegung bei Löhnen und Gehältern geben. Thüringen muss sein Niedriglohnimage abschütteln und bei Themen wie fairen Arbeitsbedingungen, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Frauenerwerbstätigkeit weiter vorankommen. Gute Arbeit ist das beste Rezept gegen Fachkräftemangel. Beim Einsatz älterer Arbeitnehmer haben die Thüringer Unternehmen aber laut Betriebspanel gute Noten bekommen Ja, das ist eine erfreuliche Tendenz. Um ihre Fachkräftenachfrage zu decken, setzen Thüringer Unternehmen verstärkt auf ältere Arbeitnehmer lag der Anteil älterer Beschäftigter an allen Arbeitnehmern mit 32 Prozent (2002: 22 Prozent Anm. d. Red.) in Thüringen auf dem höchsten Niveau bundesweit. In Westdeutschland lag der Anteil 2011 bei 26 Prozent (2002: 18 Prozent, Anm. d. Red.) Und es ist sehr positiv, dass eine wachsende Zahl von Unternehmen auf die Qualifizierung ihrer Beschäftigten setzt: 53 Prozent aller Betriebe in Thüringen bieten Weiterbildungsmöglichkeiten an, ein Prozentpunkt mehr als in Westdeutschland und der höchste Stand seit zehn Jahren. Dementsprechend hat sich auch die Zahl der Beschäftigten, die von ihren Betrieben dabei durch Freistellung oder Kostenübernahme unterstützt wurden, um sechs Prozentpunkte auf 35 Prozent erhöht. Die Thüringer Unternehmen haben lange Zeit stark vom Ausbildungsniveau ihrer Mitarbeiter profitiert, welches Bild haben Sie von den Erwerbsfähigen? Sie sind hoch qualifiziert. 15 Prozent aller Beschäftigten sind Angestellte oder Beamte mit abgeschlossenem Hochschul- bzw. Fachhochschulstudium, das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Westen Deutschlands. Auch bei den Berufsabschlüssen liegt Thüringen mit 66 Prozent vorn (Westdeutschland: 59 Prozent, Anm. d. Red). Nur zwölf Prozent der Beschäftigten üben einfache Tätigkeiten aus, im Westen Deutschlands sind es rund 22 Prozent. Thüringer Beschäftigte sind hervorragend qualifiziert und hoch motiviert. Was ist mit der kommenden Generation von Beschäftigten, welche Chancen sehen Sie? Der Ausbildungsmarkt und auch der Arbeitsmarkt sind mitunter besser als von vielen Eltern und auch Jugendlichen angenommen. Angesichts sinkender Schulabgängerzahlen geht es in den Unternehmen nicht mehr länger um eine Bestenauslese, sondern jeder Jugendliche wird gebraucht. Ich bin mir sicher, dass motivierte und engagierte Jugendliche, die nicht die besten Schul- oder Berufsabschlüsse haben oder die schon etwas älter sind, auch ihre Chancen bekommen. Aber viele brauchen dennoch Hilfe... Unsere Aus- und Weiterbildungsinitiative»Thüringen braucht dich«ist eine gute Möglichkeit. Das Interesse, sich trotz bislang wenig positiver Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt neue berufliche Perspektiven Arbeitsminister Matthias Machnig. Foto: TMWAT zu erschließen, ist bei jungen Thüringerinnen und Thüringern unter 35 Jahren ohne Berufsabschluss riesengroß. Für die Schulabgänger bedeutet die neue Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt mehr Stellen als Bewerber. Und deswegen appelliere ich an die Unternehmen, eine angemessene Ausbildungsvergütung zu bieten. Thüringen konkurriert bereits jetzt mit Standorten in den alten Bundesländern um den Fachkräftenachwuchs. Künftig führt deshalb kein Weg mehr daran vorbei, dass die Betriebe ihre Auszubildenden mindestens auf dem Niveau der geltenden Tarifverträge bezahlen. Was wünschen Sie sich für ihre Arbeit bis zum Ende der Legislaturperiode? Ich freue mich auf das Kommende. Das gemeinsame Ziel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist Gestaltung, nicht Verweigerung. Ich möchte für Thüringen Erfolge haben und ohne Veränderungswillen, Leidenschaft und Optimismus ist das schwer möglich. Thüringen hat eine sehr gute Zukunft vor sich, wenn wir gemeinsam, Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und auch die Wissenschaft, den Dialog und die Kooperation verstärken.

6 4 arbeitsmarkt»thüringen braucht dich«eine Zwischenbilanz Die Initiative»Thüringen braucht dich«startete am 2. Mai 2012 und wurde bis zum 15. Juli 2012 von einer Werbekampagne begleitet. Der vorliegende Bericht fasst die Ergebnisse dieser ersten Phase zusammen. Zahl der Kontakte Verteilung der Direktkontakte auf die Partner der Initiative Im betrachteten Zeitraum informierten sich Personen auf der Website der Initiative über»thüringen braucht dich«. Diese hohen Zugriffszahlen sind wesentlich auf die begleitende Werbekampagne und die umfangreiche Berichterstattung in regionalen Medien und die damit verbundene öffentliche Präsenz der Initiative zurückzuführen. Neben dem allgemeinen Informationsangebot im Internet nahmen Personen die Beratungs- und Betreuungsangebote über die Hotline oder direkt über die Partner der Initiative in Anspruch. Die Verteilung der Direktkontakte auf die Partner der Initiative ist in der Grafik rechts ersichtlich Direktkontakte insgesamt: Hotline IHK`s HWK`s Parität Agenturen für Arbeit Jobcenter (ohne zkt) Integrationsbegleiter LAP Kategorisierung der Direktkontakte Kategorisierung der Interessenten 1% 1% 8% 3% 23% 18% 46% Arbeitsuchend SGB II / III in Arbeit Unternehmen Selbständige Von den Personen, die bis zum 15. Juli 2012 Kontakt mit den Partnern der Initiative hatten, waren 46 Prozent zum Anrufzeitpunkt arbeitsuchend (Rechtskreis SGB II und SGB III). Weitere 18 Prozent standen in einem Arbeitsverhältnis. Jeweils unter 5 Prozent der Anrufer waren Selbstständige, Studienabbrecher und Unternehmer. Die Unternehmer wollten sich insbesondere über Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Mitarbeiter informieren. 8 Prozent der Anrufer waren Verwandte, die für ein Familienmitglied anriefen und 23 Prozent machten diesbezüglich keine näheren Angaben. Studienabbrecher Direktkontakte insgesamt: Verw andte / Dritte keine Angaben

7 arbeitsmarkt 5 Anliegen der Interessenten Anliegen der Interessenten 9% 13% 21% 10% 19% 28% Duale Berufsausbildung (Erstausbildung) Duale Berufsausbildung (Zweitausbildung) Zertifizierte Module mit Möglichkeit der Externenprüfung Abschluss- und aufstiegsbezogene Weiterbildung Suche nach neuer Arbeit keine Angaben Direktkontakte insgesamt: Insgesamt 47 Prozent der Interessenten wollten eine duale Berufsausbildung absolvieren bzw. aufnehmen 28 Prozent davon als Erstausbildung, 19 Prozent als Zweitausbildung. Eine abschluss- und aufstiegsbezogene Weiterbildung war das Ziel von 13 Prozent der beratenen Personen. Weitere 10 Prozent wollten über die Teilnahme an zertifizierten Modulen die Möglichkeit zum Ablegen einer Externenprüfung erhalten. 9 Prozent der Interessenten waren auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle und 21 Prozent machten zum Zeitpunkt ihrer Kontaktaufnahme noch keine näheren Angaben hinsichtlich ihres beruflichen Bildungsziels. Sie wollten sich eher allgemein über Nachqualifizierung bzw. Qualifizierungs- und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten generell informieren. Bisherige Ergebnisse und Bearbeitungsstand Am Ende des Berichtszeitraums befand sich der größte Teil der Interessierten insgesamt 466 Personen noch in Beratung und Betreuung bei den Partnern der Initiative. 433 Personen wollten durch ihre Kontaktaufnahme vor allem allgemeine Informationen zu den verschiedenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Thüringen erhalten. Eine konkrete weitere Betreuung durch die Partner der Initiative war in diesen Fällen nicht notwendig, so dass die Beratung dieser Personen abgeschlossen wurde. In der ersten Phase von»thüringen braucht dich«konnten 129 Personen in abschluss- und aufstiegsbezogene Weiterbildungen vermittelt werden. 66 Interessenten haben bzw. werden zum Start des Ausbildungsjahres mit einer dualen Berufsausbildung beginnen. Weitere 36 Personen konnten in zertifizierte Module mit der Möglichkeit der Externenprüfung vermittelt werden. Darüber hinaus wurden 16 Interessenten direkt in eine neue Arbeitsstelle vermittelt. Von 12 Personen erfolgte nach der ersten Kontaktaufnahme keine Rückmeldung, so dass eine weitere Bearbeitung durch die Partner nicht möglich war. 433 Direktkontakte insgesamt: Bisherige Ergebnisse und Bearbeitungsstand Duale Berufsausbildung angebahnt / vermittelt Zertifizierte Module mit Möglichkeit der Externenprüfung angebahnt / vermittelt Abschluss- und aufstiegsbezogene Weiterbildung angebahnt / vermittelt Aufnahme eines neuen Arbeitsplatzes angebahnt / vermittelt w eiter in Beratung / Betreuung Beratung abgeschlossen keine Bearbeitung möglich / keine Rückmeldung des Interessenten Bewertung Die Initiative»Thüringen braucht dich«ist insgesamt gut angelaufen. Durch die begleitende Werbekampagne wurde auf das Thema der nachträglichen Absolvierung einer Aus- oder Weiterbildung aufmerksam gemacht und zudem generell für Aus- und Weiterbildung in Thüringen geworben. Die hohen Besucherzahlen der Website sowie insgesamt Direktkontakte bei den Partnern der Initiative belegen eine erfolgreiche Ansprache der Zielgruppe. Im Rahmen der persönlichen Beratung haben die Partner der Initiative darüber hinaus festgestellt, dass viele der Interessenten erhöhten Betreuungs- und Unterstützungsbedarf aufweisen. Dies führt dazu, dass vor der Vermittlung in Aus- oder Weiterbildung zunächst die Bearbeitung verschiedener individueller Problemlagen notwendig ist (oftmals zeitintensiv). Um nachhaltige Ergebnisse erzielen zu können, hat sich der konstituierte Beirat, in dem alle Partner Mitglied sind, auf die Fortführung der Initiative über die Laufzeit der Werbekampagne hinaus verständigt. Auch die Hotline bei der ThAFF (Thüringer Agentur Für Fachkräftegewinnung) soll zunächst zumindest bis Ende November 2012 weiter geführt werden. weiterführende links

8 6 arbeitnehmer in thüringen Bürgerarbeit in Suhl»30 Stunden in der Woche und immer gebraucht«für die einen ist es eine Schülerfirma mit einer netten weiblichen Hilfe, für die anderen ist es ein wichtiger Teil im Leben und ein guter Grund, morgens aus dem Haus zu gehen. An der Suhler Lautenbergschule freuen sich seit letztem Schuljahr Grundschüler und Regelschüler über zwei Bürgerarbeiterinnen, die das Schülercafé betreuen und sich um die kleinen Unternehmerinnen und Unternehmer der Schülerfirma»FIT FOR FUN«kümmern. Die Gurkenbrote liegen frisch angerichtet hinter der Theke und Gabriele Langer schneidet noch einige Paprika zu appetitlichen Schnitzen.»Zehn nach elf, zur Hofpause, kommen die meisten Kunden«, sagt die 49-jährige, die nun schon im zweiten Jahr hier als Bürgerarbeiterin beschäftigt ist. Die Arbeit mit den Kindern macht ihr Spaß.»Vier kommen regelmäßig. Einer kassiert, andere geben aus, zwei Schüler kaufen ein und ein Mädchen schmiert die Brote«, erklärt sie. Seit dem Schuljahr 2000/2001 besteht die Schülerfirma»FIT FOR FUN«. Gegründet mit der Absicht, jedem Regelschüler ein gesundes Frühstück bieten zu können, sind heute neben den Gemüsesticks und den Gurkenbroten vor allem Sandwiches im Angebot. Mit den belegten Broten, Gemüse, Obst und Salat nimmt die Schülerfirma zwischen 15 und 40 Euro am Tag ein.»wir haben für dieses Projekt auch durch die Räumlichkeiten und unsere Bürgerarbeiterin gute Voraussetzungen«, sagt die betreuende Lehrerin Heidi Weinreich- Bernhardt. Saskia Ittner arbeitet von 10 bis 16 Uhr an der Grundschule, um den kleinen Schülerinnen und Schülern etwas Gesundes am Nachmittag bieten zu können. 50 bis 60 Kinder nutzen das Angebot.»Mittwoch ist der Mitmachtag. Da bereite ich mit den Kleinen Salate, Gemüsepizza, Obstkuchen oder auch mal Sandwiches zu«, sagt die 33-jährige gelernte Konditorin. Seit 2008 ist sie»aus dem Arbeitsleben draußen«, aber nur, was ihre Ursprungsausbildung angeht. Schulungen und Praktika hat sie absolviert.»ich bin alleinerziehend und bei den Kinderbetreuungsmöglichkeiten ist es als Konditorin fast unmöglich, einen Job zu finden. In meinem Beruf gibt es keine Muttischichten«, sagt die engagierte Bürgerarbeiterin. Der Arbeitsalltag mit den Schülern macht ihr Spaß und auch für Lehrerin Ute Kändler ist Saskia Itter eine große Hilfe:»Das Projekt im Rahmen der Bürgerarbeit weiterführen und für zwei Jahre Verlässlichkeit bieten zu können, sowohl für die Kinder als auch für die Eltern, finde ich sehr lobenswert«. Auch Frank Kudlik von der Stadtverwaltung Suhl ist froh, dass sich die beiden Bürgerarbeiterinnen gut eingelebt haben.»es ist schon ein Unterschied, ob man die Leute wie bei einem Ein-Euro-Job nur ein halbes Jahr oder wie im Falle der Bürgerarbeit für zwei Jahre einsetzen kann«, sagt er. Rund 95 Prozent der insgesamt 120 Suhler Bürgerarbeitenden sind nach seiner Einschätzung»sehr froh, wieder Arbeit zu haben«, wenn auch nur vorübergehend. Die weiblichen und männlichen Bürgerarbeiter in der Südthüringer Stadt sind den normalen Angestellten in der Stadt gleichgestellt und erhalten 900 Euro.»Wie in fast jeder Kommune, ist auch bei uns das Geld nicht da, trotzdem sind wir froh, diese Stellen bieten zu können«, sagt Kudlik. Die Bürgerarbeiterinnen und -arbeiter haben zunächst alle

9 arbeitnehmer in thüringen 7 Foto: Gabriele Langer und Saskia Ittner sind Bürgerarbeiterinnen in Suhl für die beiden Südthüringerinnen bietet das Programm einen»guten Einstieg«. einen Einjahresvertrag mit einer einjährigen Verlängerungsoption erhalten. In den meisten Fällen wurde dieser Vertrag auch verlängert. Die meisten der ehemals arbeitslosen Frauen und Männer sind im sozialen Bereich, zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur in den Ortsteilen, im Heimattierpark, beim Grünflächenamt, im Schießsportzentrum und in vielen Schulen tätig.»wir haben auch Mülldetektive, die mit dem Auto unterwegs sind und illegale Entsorgungen aufspüren«, ergänzt Kudlik. Für die Konditorin Saskia Ittner und die ehemalige Bürokauffrau Gabriele Langer ist die Bürgerarbeit ein guter Einstieg.»Ich würde gern wieder etwas finden, wenn es geht, für immer«, sagt Gabriele Langer und auch Saskia Ittner möchte beruflich wieder ankommen:»als Konditorin wird es schwierig, aber sicher finde ich irgendwo etwas anderes«, sagt sie optimistisch. weiterführende links Hintergrund In Thüringen wird das Programm Bürgerarbeit von 15 Jobcentern in Modellregionen umgesetzt. Bis zu Arbeitslose werden in eine 6- bis 12-monatige vertiefte Aktivierungsphase einbezogen und sollen dabei in eine Qualifizierung oder reguläre Beschäftigung vermittelt werden. Führt die Aktivierung nicht zum gewünschten Integrationserfolg, besteht dennoch die Chance auf eine geförderte Beschäftigung bei Kommunen und gemeinnützigen Vereinen die eigentliche»bürgerarbeit«. Hierfür vorgesehen sind 30 Arbeitsstunden pro Woche bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 900 Euro für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren. Im Juli 2010 begann die Aktivierungsphase, im Januar 2011 sind die ersten von voraussichtlich bis zu Bürgerarbeitsplätzen eingerichtet worden. Bundesweit sind bis zu so genannte Bürgerarbeitsplätze geplant. Getragen wird das Projekt von etwa der Hälfte der Jobcenter, die die Bezieher von Arbeitslosengeld II verwalten. Zunächst soll versucht werden, arbeitslose erwerbsfähige Hilfeempfänger in einer sechsmonatigen Aktivierungsphase durch eine Potenzialanalyse, durch Beratung und Qualifizierung in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Scheitern die Integrationsbemühungen, sollen ausgesuchte Teilnehmer einen»bürgerarbeitsplatz«erhalten. Diese Tätigkeit muss gemeinnützig sein und darf keine regulären Jobs verdrängen. Von den vorgesehenen»bürgerarbeitsplätzen«wurden knapp bis Juli 2011 beantragt.

10 8 forschung und entwicklung Thüringer Forschergruppen auf Welterfolgskurs Thüringer Forschung in Medizintechnik und GreenTech gefördert Das Thüringer Wirtschaftsministerium fördert bis 2015 sieben neue Industrieforschergruppen mit insgesamt sieben Millionen Euro. 45 Wissenschaftler werden an den Medizintechnik- und Greentech-Projekten, u. a. an der Bauhaus Universität Weimar, der TU Ilmenau und dem Institut für Photonische Technologien in Jena, arbeiten. Unter den Geförderten ist auch das Team um den Ilmenauer Prof. Jens Haueisen. Die Forschergruppe entwickelt eine neue Technologie für Patienten mit der Augenerkrankung AMD. Prof. Jens Haueisen Derzeit leiden deutschlandweit rund 4,5 Millionen Menschen unter der noch unheilbaren allmählichen Zerstörung der Sehfunktion. Auf Grund der demografischen Entwicklung wird von bis zu sechs Millionen Betroffenen im Jahr 2020 ausgegangen. Mit der Forschung soll es gelingen, durch neue Technologien die Krankheit zu verlangsamen und den Patienten besseres Sehen zu ermöglichen. Gute Arbeit sprach mit Prof. Jens Haueisen. Was bedeutet die ESF-Förderung für das ONE- RA-Projekt? Die ESF-Förderung ermöglicht überhaupt erst die Durchführung dieses ambitionierten Projektes. Altersabhängige Makuladegeneration (AMD) betrifft direkt die lichtempfindlichen Sehsinneszellen der Netzhaut und führt in den Spätstadien zu einem kompletten Funktionsverlust der zentralen Netzhaut und damit der Stelle des schärfsten Sehens. Eine typische Aussage von Patienten, die unter fortgeschrittener AMD leiden, lautet oft:»überall dort wo ich genau hinschaue, kann ich nichts mehr erkennen.«die ESF-Förderung für das ONERA-Projekt soll helfen, diesen Patienten ein besseres Sehen zu gewährleisten. Dazu sollen über eine neue Rehabilitationshilfe die Bildinhalte auf intakte Bereiche des Sehfeldes umgelenkt werden. Für die Patienten werden angepasste Trainingsstrategien zur Nutzung der Rehabilitationshilfe entwickelt. Was bedeutet es, wenn Sie mit Ihrer Forschungsarbeit den gewünschten Erfolg haben? Das Sehen ist unbestritten einer der wichtigsten Sinne des Menschen. Wir hoffen mit einem erfolgreichen Projekt einer sehr großen Anzahl von Patienten mit AMD (es gibt aktuell ca. 4,5 Millionen Betroffene in Deutschland) eine neuartige Rehabilitationshilfe bereitstellen zu können. Gleichzeitig bedeutet ein Erfolg des Projektes eine große Chance für die Thüringer Unternehmen. Auf Grund der weltweit hohen Zahl an AMD Patienten existiert ein sehr großer Markt für die neue Rehabilitationshilfe. Dieser Markt vergrößert sich noch durch die alternde Gesellschaft, da AMD typischerweise im Alter häufiger auftritt. Allein in Deutschland sind 2050 voraussichtlich sieben Millionen Menschen betroffen. Wie beurteilen Sie den Forschungsstandort Thüringen und speziell die TU Ilmenau? Der Forschungsstandort Thüringen hat sich in den letzten Jahren hervorragend entwickelt, ebenso die Forschung an der TU Ilmenau. Die Zahl der Forschungsprojekte, der wissenschaftlichen Publikationen und Patente, sowie der Transfer in die Wirtschaft ist enorm angestiegen. Insbesondere freut mich, dass sehr viele Projekte mit der Thüringer Industrie durchgeführt werden.

11 forschung und entwicklung 9 Foto: Eine der geförderten Forschergruppen ist an der TU Ilmenau zu Hause - Blick auf den sommerlichen Campus.... und die Fachkräftesituation? Es ist etwas schwerer geworden, exzellente Doktoranden für die TU zu gewinnen, was ein Anzeichen für die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist. Jedoch bilden wir an der TU Ilmenau auf höchstem universitären Niveau hochqualifizierte Fachkräfte für die Thüringer Wirtschaft und Wissenschaft aus und wirken so dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegen. Wir schaffen damit die Grundlagen für einen erfolgreichen weiteren Kurs des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Thüringen. Was ist für Sie»Gute Arbeit«? Gute Arbeit bedeutet für mich qualitativ hochwertige Arbeit mit hochmotivierten Mitarbeitern. Ich freue mich sagen zu können, dass beides an der TU Ilmenau und in Thüringen gegeben ist. Ein erfolgreicher Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort zeichnet sich meiner Meinung im Sinne Ihrer Frage dadurch aus, dass Menschen Chancen und Entwicklungsräume gegeben werden, sie die Möglichkeit zur Mitgestaltung bekommen. weiterführende links Hintergrund Insgesamt haben sich 2011 und 2012 rund 71 Forschergruppen mit Projekten um eine Förderung beworben erhielten 18 Projekte rund 14,5 Millionen Euro Fördergelder des Wirtschaftsministeriums und des Europäischen Sozialfonds.»Thüringen braucht mehr Patente. Wir wollen gute Ideen schnell in innovative Produkte und Dienstleistungen überführen«, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig. Der Freistaat ist zwar mit 24 Patenten auf Einwohner nach Sachsen zweitbestes neues Bundesland, doch Thüringen hinkt dem bundesdeutschen Durchschnitt von 58 Patenten hinterher.»nur mit Innovationen können wir die Wertschöpfung erhöhen. Industrienahe Forschung ist die Basis für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft«, so Minister Machnig. Die Bauhaus Universität will in dem Forschungsvorhaben»Green Efficient Buildings«Strategien für die energetische Sanierung entwickeln. Rund 45 Prozent der heutigen Gebäudesubstanz wurde in den Jahren 1949 bis 1978 gebaut und ist meist wenig energieeffizient.»uns geht es um erneuerbare Energien, aber auch Energiesteuerung, Energiespeicherung, um spezielle Werkstoffe und kluge, modulare Lösungen, die ausbau- und umbaufähig sind«, erklärte Prof. Jürgen Ruth von der Bauhaus Universität. Das IPHT (Institut für Photonische Technologien) in Jena erforscht bis 2015 Hochleistungsfasersensorik für Biomedizin und Umwelt. Damit soll es möglich sein,»atemgase schnell zu analysieren und unkompliziert Krankheitsstadien festzustellen«, sagte Prof. Jürgen Popp vom IPHT. Weitere Forschungsgelder erhielten die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung in Schmalkalden, das CIS Forschungsinstitut für Mikrosensorik und Photovoltaik in Erfurt, das ifw Günter- Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung in Jena und ein weiteres Projekt der Bauhaus Universität Weimar.

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