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2 andrea schmidt Andrea Schmidt (15) absolvierte 2000 ihr #26 Entwicklung des #27 Gestaltung eines ARBEITEN VON ANDREA SCHMIDT

3 andrea schmidt Andrea Schmidt (15) absolvierte 2000 ihr #26 Gestaltung eines #27 Entwicklung des 26#

4 andrea schmidt Andrea Schmidt (15) absolvierte 2000 ihr #26 Gestaltung eines #27 Entwicklung des 27#

5 andrea schmidt Andrea Schmidt (15) absolvierte 2000 ihr #26 Entwicklung des #27 Gestaltung eines 28#

6 andrea schmidt Andrea Schmidt (15) absolvierte 2000 ihr #26 Gestaltung eines #27 Entwicklung des

7 99 WIE FINDEN SIE DIE ART DER TYPOGRAFIE DER EINLEITEND GEZEIGTEN BEISPIELE? Die vorliegenden Gestaltungsbeispiele finde ich sehr interessant. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Kunst und Design. Typografie bekommt einen künstlerischen Charakter und funktioniert weiterhin im gewählten Kontext. Ich finde es sehr spannend, wenn sich GestalterInnen leidenschaftlich mit Typografie als Gestaltungsmittel auseinandersetzen und versuchen, abseits der traditionellen Typografie, Grenzen auszuloten.

8 Seit Beginn der 10erJahre waren Computerbauteile so preisgünstig, dass Unternehmen mit der Entwicklung von Computern für private Zwecke begannen. Der erste für Heimanwender ausgerichtete Personal Computer (PC), der kommerziellen Erfolg hatte, war der noch als Bausatz vertriebene Altair 8800 aus dem Jahr 14. Der erste industriell gefertigte PC war der Apple II, der 17 von der Firma Apple hergestellt wurde. 2 Was ist für Sie Kunst? Kunst ist individueller Ausdruck, intensive Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema, geprägt von einer nicht reproduzierbaren Formensprache und der Vernachlässigung einer bestimmten Zielgruppe. Kunst ist in der Regel an keinen externen Zweck gebunden. Otl Aicher sagte einmal: Wer es mit Kommunikation zu tun hat, muss auf Kunst verzichten. Was halten Sie von diesem Ausspruch? In der heutigen Zeit kann der Gestalter sowohl Künstler als auch Designer sein. Die Übergänge sind fließend, im Mittelpunkt steht die Gestaltungsaufgabe. Deshalb finde ich diesen Ausspruch nicht zeitgemäß. Kunst ist genauso Kommunikation wie Design. Allerdings ist Kunst manchmal nur für wenige Betrachter, manchmal sogar ausschließlich für den Künstler selbst decodierbar. Design muss innerhalb der Kommunikation einer bestimmten Zielgruppe nonverbal funktionieren, und der künstlerische Anspruch sollte hinter der Gestaltungsaufgabe zurücktreten. Ich denke a ber, dass die Grenzen zwischen Kunst und Design verschwimmen können und d urchaus auch künstlerische Aspekte in die Arbeit des Designers mit einfließen. Wie wichtig ist künstlerischer Anspruch für Ihre Arbeit als Gestalterin? Gestaltung bedeutet für mich Leidenschaft und die Möglichkeit, Grenzen innerhalb enger Vorgaben auszuloten, Liebe fürs Detail zu entwickeln und trotzdem den Ansprüchen der AuftraggeberInnen, und damit vor allem der Zielgruppe, gerecht zu werden. In die Gestaltungsarbeit fließen meiner Meinung nach auch künstlerische Aspekte ein. Im Vordergrund einer Gestaltungsaufgabe stehen jedoch die Bedürfnisse einer bestimmten Zielgruppe und die Erfüllung des Gestaltungsauftrages. Design vs. Kunst ist ein viel diskutiertes The - ma. Sehen Sie Unterschiede zwischen Design und Kunst? Wenn ja: welche? Wenn nein: warum nicht? Sehen Sie Verknüpfungen zwischen Design und Kunst? Wenn ja: welche? Wenn nein: warum nicht? Design ist ein bewusster Gestaltungsprozess. Es ist an einem bestimmen Zweck orientiert, muss reproduzierbar sein und wird für andere Menschen entwickelt. Kunst ist ein subjektiver schöpferischer Akt, der sich nicht an eine bestimmte Zielgruppe wendet. Ich denke aber, dass die Grenzen zwischen Kunst und Design verschwimmen können und durchaus auch künstlerische Aspekte in die Arbeit des Designers mit einfließen. Meiner Meinung nach haben beide Disziplinen das kreativ tätige Subjekt und das Handwerk gemein. Das Subjektive muss beim Designer hinter der intendierten Funktion und der Erfüllung der Bedürfnisse anderer zurücktreten. Im Design sollte die Decodierbarkeit der Information gewährleistet sein, in der Kunst ist dies kein Muss. Doch wie sehen sie ein Objekt (z. B. ein Plakat oder ein Buch), das eigentlich Information übermitteln soll, aber zu verschlüsselt dafür ist? Ist es dann schon Kunst? Design ist Kommunikation. Der Designer kommuniziert mittels seiner Gestaltung, er will eine bestimmte Zielgruppe erreichen. Wenn der Rezipient die Informationen eines Plakates, eines Buches oder eines anderen Designobjektes nicht entschlüsseln kann, gehört er entweder nicht zu der Zielgruppe, die angesprochen werden sollte, oder der Designer hat keine gute Arbeit geleistet. Design sollte innerhalb eines kulturellen Anschlusses ohne weitere Erklärungen funktionieren, der Anwender muss die Informationen entschlüsseln können. Typografie ist eine Teildisziplin des Designs. Darf Typografie Ihrer Meinung nach bildhaft sein und muss Typografie immer lesbar sein? Als Teildisziplin des Designs sollte die Funktionalität von Typografie im Vordergrund stehen. Natürlich kann sie dabei auch bildhaft sein, vor allem muss sie aber lesbar sein. Allein aus künstlerischen Aspekten betrachtet könnte Typografie durchaus bildhaft sein und möglicherweise sogar unlesbar. Was muss Typografie leisten, um heute wahrgenommen zu werden? Ich setze mich für einen bewussten Umgang mit Typografie bzw. Schrift ein. Durch sorgfältige Schriftauswahl, mediumgerechten Einsatz von Schriften, Ausrichtung, Spationierung, Kom - bination etc. schaffe ich qualitativ hochwertige Typografie. Damit hebt sich gute Gestaltung von weniger guter Gestaltung ab und trägt viel leicht dazu bei, die Wahrnehmung von Schrift im Alltag deutlicher zu machen. Können Sie beschreiben, wie sich die Wahrnehmung von Typografie in den letzten 20 Jahren verändert hat? Auf Grund der Popularisierung des Personalcomputers 16 in den 80er Jahren entstand die Möglichkeit, Schriften frei auszuwählen, anzuwenden und zu entwerfen. Der Beruf des Schriftsetzers verlor an Bedeutung, dieser

9 Die Buchstaben aus dem Printbere ich an das digitale Medium angepasst, ohne dass hinterfragt wurde, ob sie überhaupt dafür geeignet sind [...]. Bereich wird heutzutage von Grafikdesigner- Innen abgedeckt. Der einfache Zugang zu Schriften ermöglichte unqualifizierte Anwen dung und sogar die Option der Manipulierbarkeit von Schriften. DesignerInnen müssen sich über ihre qualitativ hochwertigen Arbeiten dafür engagieren, dass Typografie wieder als professionelle Teildisziplin des Designs an erkannt wird. Der Wandel innerhalb der Typografie wurde auch durch die Technik beeinflusst. Schrift wird heutzutage vorwiegend im Medium verwendet. Die Art der Anwendung bzw. Darstellung von Schrift hat sich jedoch nicht mit dem neuen Medium mitentwickelt. Die Buchstaben aus dem Printbereich an das digitale Medium angepasst, ohne dass hinterfragt wurde, ob sie überhaupt dafür geeignet sind und ob die als herkömmlich definierten Lesegewohnheiten nicht längst überholt sind. Hat die Gestaltung der letzten 20 Jahre Einfluss auf Ihre Arbeit hat sich Ihr Umgang mit Typografie verändert? Da ich erst seit knapp 10 Jahren in diesem Bereich tätig bin, kann ich die Frage nicht ausreichend beantworten. Mein Umgang mit Typografie hängt immer von dem Medium ab, in welchem ich arbeite. Sicherlich muss Buchtypografie anders sein als Typografie für ein Plakat oder eine Screenanwendung. Können Sie sich vorstellen, dass Buchstaben ihre Funktion verlieren können und neuartige Zeichensysteme bzw. Codes zur Kommunikation entwickelt werden? Ich kann mir einiges in diesem Bereich vorstellen. Die Technik hat in den letzten 20 bis 25 Jahren einen Quantensprung gemacht, die Darstellung von Informationen innerhalb des neuen Mediums bedient sich immer noch alter Methoden. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die lateinischen Buchstaben von heute auf morgen ihre Funktion verlieren können, da sie als Abbildung von gesprochenem Wort bereits seit hunderten von Jahren funktionieren. Ich kann mir vorstellen, dass Buchstaben speziell für das digitale Medium weiter entwickelt werden und möglicherweise auf diesem Weg ein neues Zeichen- oder Darstellungssystem generiert wird, eine lebendige Kommunikationssprache kann hieraus aber wohl kaum entstehen. Außerdem bin ich nicht überzeugt, dass der Mensch bereit ist, neben den gewohnten Buchstaben und Lesegewohnheiten, noch ein weiteres zusätzliches Zeichensystem nur für den Bereich zu erlernen, zu tradieren. Sprache wird erst durch die eigene Geschichte zu einem lebendigen Kommunikationsmedium. Ohne historische Entwicklung kann es keine lebendige Sprache geben, nur eine künstliche, die für Kommunikation kaum taugt. Wahrscheinlich werden sich nicht die Formen, sondern eher die Methoden der Darstellung von Schrift im Medium ändern. Wie sehen Sie die Entwicklung in den nächsten Jahren? Ich würde mir wünschen, dass die Weiterentwicklung herkömmlicher Darstellungsmethoden von Schrift mit der Weiterentwicklung neuer Techniken Schritt hält. Der digitale Raum wird das Medium der Zukunft sein. Auch wenn er das Buch als Medium nicht verdrängen wird, müssen doch Bereich entwickelt werden. Erste Ansätze gibt es ja bereits, z. B. das Forschungsprojekt Raumstaben 17 von Prof. Claudius Lazzeroni an der Universität Essen. 17 Aus dem Raumstaben-Projekt: In Bezug auf Schrift wird der Ansatz der Typografie erweitert und radikalisiert: Nicht Punzen und Ligaturen sind zu optimieren, sondern es sollen angemessene Zeichensysteme für aktuelle Denkformen entwickelt werden. Dieser Anspruch kann nicht allein medientheoretisch erfüllt werden, sondern fordert notwendig ein eigenständiges Forschungsformat, das methodische Fragen durch reflektierte Praxis bearbeitet. Der Designer in seiner historischen Rolle des Projektemachers trifft sich mit den experimentellen Wissenschaften, die nicht durch Verfahren, sondern durch Ergebnis legitimiert (www.raumstaben.net)

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